Mittwoch, 18. Januar 2017

Klaus Schulze – Mirage




Klaus Schulze – Mirage


Besetzung:

Klaus Schulze – synthesizers


Label: Brain Metronome (MIG Music)


Erscheinungsdatum: 1977 (remastert 2016)


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Velvet Voyage (28:13)
     1. 1984
     2. Aeronef
     3. Eclipse
     4. Evasion
     5. Lucid Interspace
     6. Destination Void
2. Crystal Lake (29:11)
     1. Xylotones
     2. Chromewaves
     3. Willowdreams
     4. Liquid Mirrors
     5. Springdance
     6. A Bientôt


Bonus Track der remasterten Albumausgabe:

3. In Cosa Crede Chi Non Crede? (19:35)

Gesamtspieldauer: 1:17:01




„Mirage“ heißt das achte Studio-Album des Berliner Musikers Klaus Schulze, wenn man denn den im selben Jahr erschienenen Soundtrack, „Body Love“, mitrechnet. Im Jahr 1977 erschien die Scheibe ursprünglich auf dem Label Brain, wurde 2016 allerdings auf MIG Music in einer remasterten Fassung und mit einem Bonus-Titel wieder neu veröffentlicht, nachdem sie im Jahr 2005 schon bei Revisited Records neu aufgelegt worden war.

Auf „Mirage“ klingt die Musik des Klaus Schulze deutlich weniger spacig, das Weltall hatte irgendwie ausgedient. Sehr viel mehr klingen die elektronischen Gebilde des Ex-Tangerine Dream Schlagzeugers nun mystisch und verwunschen. Dabei passiert nicht allzu viel in diesen fast halbstündigen Titeln. Eine dichte und düstere Atmosphäre wird auf „Mirage“ in den Liedern „Velvet Voyage“ sowie „Crystal Lake“ transportiert, Melodien sind nur sehr wenige oder gar keine auszumachen. Alles wirkt auf seine Art und Weise irgendwie hypnotisch durch die immerwährenden Wiederholungen. Es ist wahrlich einzig und allein nur noch die vermittelte Stimmung, die zählt. Synthesizerlagen über Synthesizerlagen bauen sich auf und werden übereinander gelegt, füllen schließlich den Raum vollständig aus. Sonst passiert nicht viel auf „Mirage“.

Gleiches gilt für den Bonustrack „In Cosa Crede Chi Non Crede?“, der bereits auf dem 1999 erschienen Kompilationsalbum „Trailer“ veröffentlicht worden war. Auch hier sind es nicht mehr Klänge, die aus den Weiten des Alls zu kommen scheinen, sondern eher bedrückende Stimmungen an irgendwelchen dunklen Orten dieser Welt. Genau solche Assoziationen kommen beim Hören dieser Musik auf.

Fazit: „Melodien scheinen völlig überschätzt zu werden“, könnte eine Botschaft der Musik auf „Mirage“ von Klaus Schulze sein. „Velvet Voyage“ sowie „Crystal Lake“ stehen nur noch für musikalische Atmosphären, genau wie das hinzugefügte Bonus-Lied „In Cosa Crede Chi Non Crede?“. Hört man diese Musik laut und entspannt, kann man gar nicht verhindern, kleine gedankliche Reisen zu irgendwelchen mystischen und geheimnisvollen Orte anzutreten. Viele Musikhörerinnen und Musikhörer wird diese Art der Musik langweilen. Für all jene, die sich auf solche Töne einlassen können, stellt „Mirage“ allerdings einen kleinen Urlaub vom Alltag dar. Acht Punkte.

Anspieltipps: Alle Titel



Dienstag, 17. Januar 2017

Fates Warning – Awaken The Guardian




Fates Warning – Awaken The Guardian


Besetzung:

John Arch – vocals
Frank Aresti – guitar
Jim Matheos – guitar
Steve Zimmerman – drums
Joe DiBiase – bass


Gastmusiker:

Jim Archambault – keyboards


Label: Metal Blade Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Metal, Rock


Trackliste:

1. The Sorceress (5:43)
2. Valley Of The Dolls (5:22)
3. Fata Morgana (5:25)
4. Guardian (7:33)
5. Prelude To Ruin (7:23)
6. Giant's Lore (Heart Of Winter) (6:00)
7. Time Long Past (1:50)
8. Exodus (8:31)

Gesamtspieldauer: 47:50




„Awaken The Guardian“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive-Metal-Band Fates Warning, die damals aber eher noch eine Metal Band war. Die Platte wurde im November des Jahres 1986 auf dem Musiklabel Metal Blade Records veröffentlicht und weist allerdings zumindest erste Anzeichen des Genres Progressive Metal auf – mehr jedoch noch nicht wirklich.

Auf „Awaken The Guardian“ hört man durchaus gut gemachten und ziemlich kompromisslosen Metal, der weder vertrackt noch zu kompliziert klingt. Die Lieder sind eher geradlinig aufgebaut und rocken perfekt. Mag sein, dass die einzelnen Titel vom Aufbau her, zumindest ab und an doch ein wenig verschachtelter sind, ein Progressive Metal Album macht dies allerdings noch nicht aus „Awaken The Guardian“. Trotzdem wurde hiermit von Fates Warning ein Grundstein gelegt, den sie zukünftig weiter ausbauen sollten und der andere Bands wie Dream Theater maßgeblich beeinflussen sollte.

John Arch spielt auf diesem Album die ganze Bandbreite seiner Stimme perfekt aus, was die ganze Platte zusätzlich hörenswert macht. Praktisch alle Stücke auf „Awaken The Guardian“ knallen ordentlich. Ein klein wenig sanfter ist hier nur der Titel „Guardian“ sowie die kurze und sanfte Instrumentalnummer „Time Long Past“. Diese beiden Lieder gehören genauso mit zu den Höhepunkten, wie „Prelude To Ruin“, ein Titel wie geschaffen, um das Haupthaar durcheinander zu wirbeln. Allerdings hätte ich an dieser Stelle auch jedes andere der verbleibenden fünf Lieder aufzählen können, denn die Härte ist ein fester Bestandteil der Musik von Fates Warning auf „Awaken The Guardian“. Da diese musikalische Härte hier auch noch melodiös klingt und ins Ohr geht, lässt dies das Herz des Rockfreunds noch ein wenig höher schlagen.

Fazit: Steht man auf Heavy Metal, kann man mit „Awaken The Guardian“ absolut nichts falsch machen, die Scheibe knallt voll. Diesen ersten progressiven Ansatz kann man auf „Awaken The Guardian“ in der Musik der US-Amerikaner allerdings erst eher sporadisch und spärlich wahrnehmen. Aber er ist da, ohne Zweifel. Mir persönlich sagen allerdings die späteren Alben mehr zu, da sie eindeutig abwechslungsreicher sind. Aber wenn man mal auf Dröhnung steht, dann lohnt es sich auf jeden Fall, „Awaken The Guardian“ von Fates Warning aufzulegen. Männermusik! Acht Punkte.

Anspieltipps: Guardian, Prelude To Ruin, Time Long Past



Montag, 16. Januar 2017

The Pineapple Thief – Magnolia




The Pineapple Thief – Magnolia


Besetzung:

Bruce Soord – vocals, guitars, keys, percussion
Steve Kitch – piano, rhodes, keyboards, mellotron
Jon Sykes – bass, backing vocals
Daniel Osborne – drums, backing vocals, percussion


Gastmusiker:

Everton Nelson – violin
Richard George – violin
Alison Dods – violin
Natalia Bonner – violin
Patrick Kiernan – violin
Steve Morris – violin
Lucy Wilkins – violin
Jonathan Evans-Jones – violin
Bruce White – viola
Rachel Robson – viola
Reiad Chibah – viola
Chris Worsey – cello
Ian Burdge – cello
Mary Scully – double bass


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Alternative Rock, New Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Simple As That (4:01)
2. Alone At Sea (5:20)
3. Don't Tell Me (3:34)
4. Magnolia (3:47)
5. Seasons Past (4:15)
6. Coming Home (3:05)
7. The One You Left To Die (4:19)
8. Breathe (2:50)
9. From Me (2:35)
10. Sense Of Fear (4:30)
11. A Loneliness (3:20)
12. Bond (4:31)

Gesamtspieldauer: 46:14




„Magnolia“ heißt es, das zehnte Studioalbum der englischen Alternative Rockband The Pineapple Thief. Auf „Magnolia“, welches im September des Jahres 2014 auf dem Label Kscope veröffentlicht wurde, gibt es fast ausschließlich Alternative Rock zu hören. Kein einziges längeres Lied hört man mehr auf dieser Scheibe, alles scheint „handlicher“ geworden zu sein. Progressive Rock sucht man vergebens auf „Magnolia“ und New Art Rock ist das auch nur noch am Rande.

Ganz klar, die Band um den Sänger, Gitarristen und Komponisten Bruce Soord ist unkomplizierter geworden, pop-rockiger, mehr im Mainstream angekommen. Das allerdings sagt noch nichts über die Qualität der Musik an sich auf „Magnolia“ aus, denn die Lieder auf dem Album sind durchaus gelungen, gehen ins Ohr und reißen auch an der ein oder anderen Stelle mit – auch mit diesem Alternative Rock. Bruce Soord hat einfach das Gespür für die eingängige Melodie und dieses Gespür präsentiert er hier in allen der zwölf Lieder des Albums. Allerdings schafft er damit nichts wirklich Besonderes oder Aufregendes mehr, jedoch eben qualitativ hoch anzusiedelnden Alternative Rock, der in seiner Machart weder plump noch anbiedernd klingt. Und wenn dann auch noch die Streicher gewisse Melodien und Atmosphären unterstreichen, dann schlägt das Herz der Freundinnen und Freunde eingängiger Melodien gleich noch mal etwas höher.

Die Stimmung allgemein ist eine eher melancholische bis sentimentale auf diesem Album. Richtig gerockt wird dabei nur noch an wenigen Stellen, aber diese gibt es natürlich auch auf „Magnolia“. Höhepunkte auf der Scheibe sind der Opener „Simple As That“, eine der rockigeren Nummern. Sogar noch etwas rockiger ist „Sense Of Fear“. Durchaus mitreißend das Lied und dabei aus langsameren und schnelleren Abschnitten zusammengesetzt, die sich perfekt ergänzen und den Titel spannend machen. „Coming Home“ überzeugt dagegen durch seine sanfte und fast schon zerbrechlich wirkende Atmosphäre. Bei diesem Stück kommt die Melancholie, die der ganzen Scheibe „Magnolia“ innewohnt, perfekt zu Geltung. Dazu steigert sich das Lied wunderschön, entwickelt sich immer intensiver – auch hier sind es die Streicher, die noch mehr Eingängigkeit bewirken. Höhepunkt, zumindest in meinen Ohren, ist allerdings die Nummer „The One You Left To Die“. Das Lied geht sofort, beim ersten Mal des Hörens, ins Ohr. „The One You Left To Die“ groovt durch einen fast schon monotonen Bass und spielt ebenfalls mit verschiedenen Stimmungen. Wirklich begeisternd.

Fazit: Spaß macht „Magnolia“ durchaus, auch wenn es vielleicht nicht für alles steht, was man sonst bei The Pineapple Thief zu hören bekommt. Die Lieder auf dem Album sind melodiös und eingängig und es lohnt sich definitiv, dieser Scheibe ein paar Durchläufe zu gönnen, da sich einem das Album mit jedem Mal des Hörens noch ein wenig besser erschließt. Wer allerdings das Besondere in der Musik von The Pineapple Thief schätzt, die oder der wird hier nicht mehr so ohne Weiteres fündig werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Simple As That, Coming Home, The One You Left To Die, Sense Of Fear



Sonntag, 15. Januar 2017

Brian Eno – Another Green World




Brian Eno – Another Green World


Besetzung:

Brian Eno – guitars, snake guitar, desert guitars, digital guitar, castanet guitars, club guitars, bass guitar, vocals, synthesizer, tapes, organ, farfisa organ, hammond organ, choppy organs, piano, grand piano, chord piano, prepared piano, uncertain piano, leslie piano, yamaha bass pedals, synthetic percussion, electric percussion, spasmodic percussion, treated rhythm generator, peruvian percussion, electric elements, unnatural sounds


Gastmusiker:

Robert Fripp – wimshurst guitar, restrained lead guitar, wimborne guitar
John Cale – viola section
Phil Collins – drums, percussion
Percy Jones – fretless bass
Rod Melvin – rhodes piano, lead piano,
Paul Rudolph – bass, anchor bass, snare drums, bass guitar, guitar, assistant castanet guitars


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Sky Saw (3:27)
2. Over Fire Island (1:51)
3. St. Elmo's Fire (3:02)
4. In Dark Trees (2:31)
5. The Big Ship (3:01)
6. I'll Come Running (3:49)
7. Another Green World (1:41)
8. Sombre Reptiles (2:21)
9. Little Fishes (1:34)
10. Golden Hours (4:00)
11. Becalmed (3:56)
12. Zawinul / Lava (3:00)
13. Everything Merges With The Night (3:59)
14. Spirits Drifting (2:36)

Gesamtspieldauer: 40:55




„Another Green World“ heißt das dritte Studio-Album des englischen Musikers Brian Eno. Veröffentlicht wurde die Platte im September des Jahres1975 auf dem Label Island Records. Unterstützt wurde Brian Eno bei den Aufnahmen unter anderem durch die Musiker Robert Fripp, Phil Collins und John Cale. „Another Green World“ war nur mäßig erfolgreich und konnte sich weder in den USA noch in Großbritannien in den Charts platzieren. Bei den Kritikern wurde die Scheibe allerdings sehr gelobt und auch für viele Brian Eno Fans stellt „Another Green World“ sein bestes Album überhaupt dar.

Dass die Platte nicht besonders kommerziell erfolgreich war, muss und wird einen nicht besonders überraschen, wenn man sie sich anhört. Auf „Another Green World“ ist zwar Pop Musik zu hören, jedoch in einer dermaßen unkommerzionellen und oftmals auch minimalistischen Ausprägung, dass sich das Album überhaupt nicht großartig verkaufen konnte. Auf „Another Green World“ hört man Art Pop, mal mit Gesang, mal ohne. Die Lieder deuten dabei bereits auf die Zusammenarbeit von Brian Eno mit David Bowie hin, die nur wenige Jahre später Alben wie „Heroes“ oder „Low“ hervorbringen sollte. Die einzelnen Titel auf „Another Green World“ klingen zwar durchaus eingängig, allerdings auch ein wenig verschroben und schräg. Die Musik hört sich trotzdem nicht so an, als ob sie ständig im Radio gespielt werden würde und wird sie auch nicht. Alles klingt auf seine Art und Weise etwas ungewöhnlich und gerade dieser Umstand macht „Another Green World“ überaus spannend und so hörenswert.

Klingt die ehemalige erste Plattenseite noch etwas poppiger, so hört man auf der früheren zweiten Seite des Albums etwas mehr Experimente und Ambient Musik. Beides klingt bei Brian Eno jedoch gelungen und macht Spaß. So finden sich auch unter den gesungenen, wie auch unter den instrumentalen Titeln, Höhepunkte. Zu ersten gehören die Nummern „St. Elmo's Fire“ und „Golden Hours“, zu letzteren, die beiden relativ kurzen und aufeinanderfolgenden Lieder „Sombre Reptiles“ sowie „Little Fishes“.

Fazit: Ein eindrucksvolles und durchaus auch etwas seltsames Album ist „Another Green World“ von Brian Eno geworden. Sehr viele Ideen hatte der Musiker hier, die er in zumeist kurzen Titeln umsetzte. Die Musik auf der Scheibe geht ins Ohr und ist dabei trotzdem irgendwie schräg. Musik kann überraschen, wie man an der außergewöhnlichen Scheibe „Another Green World“ sieht. Elf Punkte.

Anspieltipps: St. Elmo's Fire, Sombre Reptiles, Little Fishes, Golden Hours



Samstag, 14. Januar 2017

Porcupine Tree – Anesthetize (DVD)




Porcupine Tree – Anesthetize (DVD)


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitar, keyboards
Richard Barbieri – keyboards
Colin Edwin – bass
Gavin Harrison – drums


Gastmusiker:

John Wesley – guitar, backing vocals


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Alternative Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Intro
2. Fear Of A Blank Planet
3. My Ashes
4. Anesthetize
5. Sentimental
6. Way Out Of Here
7. Sleep Together
8. What Happens Now?
9. Normal
10. Dark Matter
11. Drown With Me
12. Cheating The Polygraph
13. Half-Light
14. Sever
15. Wedding Nails
16. Strip The Soul / Dot Three
17. Sleep Of No Dreaming
18. Halo
19. Outro

Gesamtspieldauer: 2:09:52




Nach der DVD „Arriving Somewhere…“ haben Porcupine Tree im Mai 2010 mit „Anesthetize“ ihre zweite DVD veröffentlicht. Dabei handelt es sich um den Mitschnitt zweier Konzerte, die am 15. und 16. Oktober 2008 in Tilburg, Niederlande, zum Ende der „Fear Of A Blank Planet-Tour“ stattfanden. Regie führte Lasse Hoile, um das Abmischen der Musik kümmerte sich Steven Wilson persönlich.

Nun, der Sound ist perfekt, wie könnte das auch anders sein bei einem Projekt, an dem Steven Wilson beteiligt ist. Viele der Titel scheinen bei diesem Live-Mitschnitt sogar noch an Energie zu gewinnen. Das klingt alles sehr druckvoll und überzeugend. Mit einer guten Anlage wird der Raum hier perfekt akustisch ausgefüllt. Etwas weniger gelungen sind dabei die Schnitte. Diese sind sehr schnell gesetzt, kaum mal ein paar Sekunden, in denen das Bild auf einem der Musiker verbleibt. Alles ist sehr sprunghaft, dadurch wirkt das Ganze auch in den leiseren Abschnitten mitunter etwas hektisch. Von der Ausstattung der DVD her wurde auf zu viel „Nebenbei“ verzichtet. Man kann das ganze Konzert anhören und ansehen, einzelne Lieder ansteuern, zwischen zwei Sound-Einstellungen wählen und die Credits nachlesen – das war es schon. Mehr ist aber auch nicht unbedingt nötig.

Nun zur Musik. Da bekommt man zuerst das komplette „Fear Of A Blank Planet“-Album serviert – in genau derselben Reihenfolge wie auf dem Original-Album. Da diese Scheibe an sich schon eine sehr überzeugende ist, macht das natürlich auch auf dieser DVD jede Menge Spaß. Die harten Stellen und weichen Passagen wirken auch auf dieser DVD sehr beeindruckend. Ergänzt wird das Ganze die EP „Nil Recurring“, die im Jahr 2007 erschien und drei der darauf enthaltenen Titel sind ebenfalls auf „Anesthetize“ enthalten. Dazu kommen noch drei Nummern vom Album „Signify“, drei von „In Absentia“, eine von „Deadwing“ sowie mit den Liedern „Drown With Me“ und „Half-Light“ zwei Single-B-Seiten.

So ist die Musik auf „Anesthetize“ erneut eine sehr intensive – wie praktisch immer, wenn Steven Wilson etwas damit zu tun hat. An die DVD „Arriving Somewhere…“ reicht „Anesthetize“ allerdings trotzdem nicht heran, da dort die Variation unter den Titeln größer war, die beeindruckenden Nummern jeder Platte mit aufgenommen worden waren. Überschneidungen zu dieser DVD gibt es nur mit dem Titel „Halo“, ansonsten ergänzt „Anesthetize“ allerdings den Vorgänger sehr gut. Auf dieser DVD steht nun mehr das Konzert-Gefühl der „Fear Of A Blank Planet-Tour“ im Vordergrund, als ein Konzert à la „Best Of…“-Titel.

Fazit: Für Freunde der Musik von Porcupine Tree wird sich die Frage nicht stellen, ob man diese DVD sein Eigen nennen muss oder nicht. Die Musik auf dem Konzertmitschnitt ist beeindruckend, von sehr hart bis sehr zart. Das geht auch alles gut ins Ohr und wer nie die Chance hatte, einem Porcupine Tree Konzert beizuwohnen, der oder dem wird sie hier geboten. Tolle Musik, mitreißend live gespielt, manchmal ein wenig hektisch gefilmt, trotzdem beeindruckend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Schon alles.



Freitag, 13. Januar 2017

Vivid – Sundown To Sunrise




Vivid – Sundown To Sunrise


Besetzung:

Thomas Hanreich – vocals
Matthias Kloß – guitar
Holger Schmidt – bass
Torsten Kluske – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Nice Day (4:57)
2. Kingdom Underground (3:35)
3. Off We Go (5:09)
4. Up To Me (4:12)
5. Dancing Girl (4:06)
6. Is It Worth It? (3:42)
7. Come Around (5:00)
8. Something Else About You (3:39)
9. Whatever (5:03)
10. Again (4:06)
11. Music (Mind Expanding) (5:38)

Gesamtspieldauer: 49:13




Vivid war eine deutsche Rockband aus Salzgitter, die vor allen Dingen in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts aktiv war und in dieser Zeit Alben veröffentlichte. Im Jahr 2002 lösten sich Vivid dann schließlich auf. „Sundown To Sunrise“ ist dabei ihr drittes und vorletztes Album und wurde im Jahr 1999 auf dem Label Virgin Records veröffentlicht.

Zu hören gibt es auf „Sundown To Sunrise“ durchaus eingängigen Rock bis Pop, wobei die Platte nicht mehr so einen melodiösen Hit wie „Still“ vom Vorgängeralbum „Go!“ für die Hörerinnen und Hörer bereithält. Trotzdem klingen die Lieder von Vivid auf der Platte immer melodiös, gehen ebenfalls ins Ohr und klingen deutlich spannender als seichter Pop, der einem zumeist aus den Radios dieser Welt entgegenflutet.

Bis auf das etwas seltsame „Dancing Girl“, welches bei mir leider so gar nicht zünden will, gibt es dabei auch keine Ausfälle zu beklagen. Ab etwa der Mitte des Albums gibt es dann eine ganze Reihe gelungener Lieder zu hören, die alle im Bereich des Rock bis hin zum Pop angesiedelt sind. Welches davon dann das eigene Lieblingslid wird, hängt wie immer am jeweiligen, eigenen Musikgeschmack.

Fazit: „Sundown To Sunrise“ von Vivid ist eine sehr unaufgeregte Platte geworden. Vielleicht ist dies das kleine Manko der Scheibe, das Besondere fehlt hier nämlich in der Musik von Vivid. Andererseits ist das auch „Jammern auf hohem Niveau“. Denn wer auf gut gemachten Rock-Pop steht, die oder der kann mit dieser Scheibe ihre beziehungsweise seine Zeit durchaus versüßen. Schön ist es allemal, solch Musik auch mal von einer deutschen Band zu hören. Acht Punkte.

Anspieltipps: Is It Worth It?, Whatever, Music (Mind Expanding)



Donnerstag, 12. Januar 2017

Hans-Joachim Roedelius – Offene Türen




Hans-Joachim Roedelius – Offene Türen


Besetzung:


Hans-Joachim Roedelius – alle Instrumente


Label: Sky Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Abenteuerliche Begegnung (3:52)
2. Besucher Im Traum (4:03)
3. Mit Offenem Visier (3:31)
4. Von Osten Her (4:19)
5. Der Sieger (2:11)
6. Auf Der Höhe (4:01)
7. Allemande (2:14)
8. Spiegelung (2:50)
9. Husche (2:43)
10. Stufe Um Stufe (3:08)
11. Zeremoniell (3:30)
12. Wende (4:10)

Gesamtspieldauer: 40:37




„Offene Türen“ heißt das achte Solo-Studio-Album des deutschen Musikers Hans-Joachim Roedelius, den die meisten Musikinteressierten der damaligen Zeit, wohl von seiner Beteiligung an der Band Cluster her kennen. Im Jahr 1982 wurde „Offene Türen“ auf dem Label Sky Records veröffentlicht und zeigt nun die eher minimalistische bis avantgardistische Seite des Hans-Joachim Roedelius.

Der Musiker arbeitet hier vor allen Dingen mit sanften und weichen Atmosphären, die fast schon zärtlich aus den Boxen zu dringen scheinen. Meistens verzichtet Hans-Joachim Roedelius auch auf den Einsatz eines Drum-Computers und zeichnet sehr warme und leise Stimmungen nach, bei denen die Melodie nicht unbedingt im Vordergrund steht. Manchmal klingt das Ganze dabei ein wenig verschroben über seltsam bis hin zu schräg und mitunter glaubt man, dieselben Töne auch ohne großartige Übung einem kleinen Casio-Gerät entlocken zu können. Völlige Überschätzung des eigenen Könnens ist dies natürlich, trotzdem bleibt in solchen Fällen ein nicht gerade überzeugender Eindruck zurück.

Allerdings erfassen einen solche Gedanken nur bei wenigen Titeln. Dann wieder klingen die Lieder des Hans-Joachim Roedelius auf „Offene Türen“ wie kleine aber feine und sehr stimmungsvolle Meisterwerke, die manches Mal viel zu kurz ausgespielt werden. So lassen sich auch hier einige sehr schöne Kompositionen entdecken, die sogar ein wenig ins Ohr gehen. Wunderbar intensiv klingt zum Beispiel „Spiegelung“. Ein Lied, welches praktisch ohne Melodie auskommt. Es sind die Töne, die aneinandergereiht auch kaum melodiös sind, aber doch wirken. „Zeremoniell“ besitzt dagegen eine Melodie, klingt nach Kirmes-Musik und geht dabei gut ins Ohr. Bei dem Stück „Wende“, dem letzten auf dem Album, geht es dann wieder mehr um die Atmosphäre, die hier irgendwie mystisch und ein klein wenig gespenstisch transportiert wird. In diesem Fall von Eingängigkeit zu sprechen, wäre wohl übertrieben, trotzdem hat das was.

Fazit: Das Schöne an Musik ist, dass es diese in so wunderbar unterschiedlichen Facetten zu hören gibt. Ganz klar, nicht alles kann einem dabei gefallen. Geschmäcker sind eben verschieden. Und auch für „Offene Türen“ von Hans-Joachim Roedelius werden sich nur die wenigsten begeistern lassen. Ganz bestimmt hört man hier nämlich eine minimalistische, avantgardistische Nischenmusik, die aber trotzdem beeindrucken kann, wenn man für so etwas ein Ohr hat. Nicht immer, aber doch mit einigen Titeln. Acht Punkte.

Anspieltipps: Spiegelung, Zeremoniell, Wende



Mittwoch, 11. Januar 2017

Black Spirit – Black Spirit




Black Spirit – Black Spirit


Besetzung:

Salvatore Curto – keyboards, lead vocals
Giovanni Granato – bass guitar
Nicola Cervolo – lead guitar
Johnny G. Pesce – drums


Gastmusiker:

G. Piras – percussion


Label: Brutkasten


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Crazy Time (8:19)
2. Runk Rock’N Roll (6:30)
3. Nicolino (7:23)
4. Who Are You (2:39)
5. Old Times (12:14)

Gesamtspieldauer: 37:24




„Black Spirit“ heißt das Album der gleichnamigen Band aus dem Jahr 1978. Bei Black Spirit handelt es sich um eine Formation, bestehend aus vier Italienern, die alle in Nürnberg zu Hause waren. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1969 bis 1978 und wurden schließlich auch im Jahr 1978 auf dem Label Brutkasten veröffentlicht.

Nun, die Jungs lassen es ordentlich krachen auf dieser Scheibe. Die Lieder bestehen zu einem überwiegenden Teil aus langen Gitarren-Soli, manchmal gibt es auch ein Keyboard-Solo. Mitunter klingt das Ganze auch ein wenig nach einem ausufernden Gejamme, macht dabei aber durchaus Laune, wenn hier einfach und kompromisslos losgerockt wird. Werden bestimmte Parts immer und immer wieder wiederholt, kommt auch der psychedelische Ansatz in der Musik von Black Spirit nicht zu kurz. Das lässt sich alles ganz gut hören, wenn man denn auf ein klein wenig selbstverliebte, ellenlange Gitarrensoli steht, die dann meist auch im Bereich des Hard Rock angesiedelt sind.

Soweit, so gut könnte man meinen. Bis dahin klingt das alles noch völlig unaufgeregt und ganz nett. Nur dann macht die Band einen Fehler, indem sie die einzelnen Lieder auch noch mit Text untermalt. Denn leider kann Keyboarder Salvatore Curto so überhaupt nicht singen. Daran ändert sich auch überhaupt nichts, wenn man die Platte zum x-ten Mal aufgelegt hat. Jetzt klingt die Musik von Black Spirit nicht mehr spannend, sondern leider ein wenig schräg. Allerdings schräg in einer so gar nicht interessanten Art und Weise. Salvatore Curto war anscheinend auch für die Kompositionen zuständig, die sich auch gut anhören lassen, aber das Singen hätte er mal lieber Seinlassen sollen.

Fazit: „Black Spirit“ von Black Spirit ist ein Rock Album geworden, auf dem es nur so von langen Instrumentaleinlagen wimmelt. Das ist nichts Besonderes, schlecht klingt das allerdings auch nicht. Nicht mehr gut hört es sich jedoch an, wenn auch noch Gesang zu hören ist, dann erhört man nämlich sehr gut den nicht professionellen Ansatz dieses Albums. Aber irgendwie hat die Scheibe trotzdem was. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Nicolino



Dienstag, 10. Januar 2017

Steve Winwood – Roll With It




Steve Winwood – Roll With It


Besetzung:

Steve Winwood – lead & backing vocals, bass guitar, guitar, piano, drums, keyboards, hammond organ, moog bass, minimoog solo, fairlight programming


Gastmusiker:

Paul Pesco – guitar
Robbie Kilgore – keyboards
Mike Lawler – keyboards
John “J.R.” Robinson – drums
Jimmy Bralower – percussion, drum machine
Bashiri Johnson – percussion
Andrew Love – tenor sax
Wayne Jackson – trombone, trumpet
The Memphis Horns – horn arrangements
Mark Williamson – background vocals
Tessa Niles – background vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop, Rock, Blue-Eyed Soul


Trackliste:

1. Roll With It (5:20)
2. Holding On (6:15)
3. The Morning Side (5:14)
4. Put On Your Dancing Shoes (5:11)
5. Don't You Know What The Night Can Do? (6:54)
6. Hearts On Fire (5:15)
7. One More Morning (4:58)
8. Shining Song (5:28)

Gesamtspieldauer: 44:35




„Roll With It“ heißt das fünfte Studio-Album des Engländers Steve Winwood, der darauf einmal mehr seinem Image als „Blue-Eyed Soul Künstler“ entspricht. Die Scheibe wurde im Juni 1988 auf dem Label Virgin Records veröffentlicht, erreichte die Spitze der US-amerikanischen Album Charts und verkaufte sich über drei Millionen Mal. Auch, der als Single ausgekoppelte Titelsong „Roll With It“ erreichte in zahlreichen Ländern Platz 1 der Charts. Nach dem Vorgänger „Back In The High Life“ ist „Roll With It“ das erfolgreichste Album des Steve Winwood überhaupt.

Darauf zu hören gibt es absolut radiotauglichen Pop, der auch mal in den Gefilden des Funks und ganz oft in denen des Souls wildert. Jede Menge Bläser lassen zum Teil sogar ein gewisse Big Band Atmosphäre entstehen. Alles klingt auf seine Art und Weise leicht und luftig, geht schnell ins Ohr. Allerdings nur sehr, sehr oberflächlich, denn dort verbleibt die Musik des Steve Winwood auf „Roll With It“ nicht wirklich. Alles hört sich hier irgendwie platt und anbiedernd an. Vielleicht ist das aber auch nur so, wenn man eher auf Rock steht, denn auf diese weich gewaschene und radiotaugliche „Stimmungsmusik“.

Schwer für mich hier überhaupt etwas zu finden, dem ich etwas abgewinnen kann. Am ehesten geht das für mich noch mit dem Titel „The Morning Side“. Ein langsames Lied, welches dieses Mal wirklich über eine schöne Melodie verfügt. Zwar auch nicht sonderlich spektakulär, manchmal gibt man sich dann aber eben doch mit den kleinen Dingen des Lebens zufrieden. Und ansonsten? Freundinnen und Freunde des Souls werden hier sicherlich etwas für sich entdecken können, auch wenn ich mir sicher bin, dieses musikalische Genre schon bedeutend besser interpretiert gehört zu haben. Trotzdem, in diese Richtung geht fast alles auf „Roll With It“ und wer das mag, der oder dem wird auch diese Scheibe gefallen.

Fazit: „Blue-Eyed Soul“ gibt es auf „Roll With It“ zu hören. Jede Menge Bläser untermalen hier diese freaky, funky, souly Stimmung. Ins Ohr geht da – zumindest bei mir – nichts besonders. „Roll With It“ gehört bei mir zu der Kategorie von Platten, die man zwar hat, allerdings nie anhört, da sie zum einen nichts in einem auslöst und zum anderen furchtbar langweilig klingt. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Morning Side



Montag, 9. Januar 2017

Gary Numan – Dance




Gary Numan – Dance


Besetzung:

Gary Numan – vocals, polymoog, sci prophet-5, roland jupiter-4, yamaha cp-30, arp odyssey, roland cr-78, linn lm-1, claptrap, guitar, bass, piano, percussion, claves, handclaps


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass, guitar, arp odyssey
Cedric Sharpley – drums
Chris Payne – viola
John Webb – roland jupiter-4, linn lm1, handclaps
Jess Lidyard – drums
Mick Karn – fretless bass, saxophone
Nash the Slash – violin
Roger Taylor – drums, tom-toms
Rob Dean – guitar
Tim Steggles – percussion
Sean Lynch – linn lm1
Connie Filapello – vocals
Roger Mason – sci prophet-5, yamaha cp-30
Mick Prague – bass


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Experimental Music, New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

1. Slowcar To China (9:05)
2. Night Talk (4:26)
3. A Subway Called „You“ (4:38)
4. Cry, The Clock Said (9:56)
5. She's Got Claws (4:58)
6. Crash (3:39)
7. Boys Like Me (4:16)
8. Stories (3:11)
9. My Brother's Time (4:38)
10. You Are, You Are (4:03)
11. Moral (4:33)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

12. Stormtrooper In Drag (4:59)
13. Face To Face (3:46)
14. Dance (2:45)
15. Exhibition (4:24)
16. I Sing Rain (2:29)

Gesamtspieldauer: 1:15:53




„Dance“ heißt das fünfte Studio-Album des britischen Musikers Gary Numan. Es wurde im September 1981 auf dem Musiklabel Beggars Banquet Records veröffentlicht und enthält mit der Nummer „She's Got Claws“ einen Single-Hit, der bis auf Platz 6 der britischen Hitparade kletterte. Das Album selbst erreichte Platz drei der Charts und war damit die erste Platte des Gary Numan, seit dem ersten Album mit Tubeway Army, welches nicht den ersten Platz der britischen Charts erklomm.

Auf „Dance“ hört man im Grunde genommen keine Musik, die zum Tanzen einlädt. Vielmehr präsentiert Gary Numan auf dem Album eine Art minimalistische Musik, die eher monoton als abwechslungsreich klingt, sich dabei sehr unaufgeregt anhört und nur sehr wenig ins Ohr geht. Mitreißend und zum Tanzen anregend klingt „Dance“ erst zum Teil bei den Liedern, die auf der ursprünglichen zweiten LP-Seite zu hören waren. Hier ist die Grundstimmung der einzelnen Lieder dann auch eine etwas fröhlichere. Fast alles auf der Scheibe ist synthetisch und hört sich auch genauso an – die Synthesizer und Keyboards stehen absolut im Vordergrund. Auch der Sound der Drum Machine trägt seinen Teil zum Gesamthörerlebnis bei, leider oftmals sehr negativ.

Beeindruckend ist allerdings die Atmosphäre, die „Dance“ ausstrahlt. Diese ist eine düstere, oftmals auch verzweifelt wirkende. Die Lieder klingen dann, in den durch die Synthesizer gegebenen Grenzen, durchaus intensiv und geheimnisvoll. Einige bekannte Musiker konnte Gary Numan für das Einspielen der Scheibe gewinnen. So hört man hier Gitarrist Rob Dean und Bassist und Saxophonist Mick Karn der Band Japan, sowie Queen Schlagzeuger Roger Taylor. Alle jedoch nur ganz kurz und irgendwie nebenbei, da eben die digitalen Töne auf „Dance“ überwiegen.

Höhepunkte sind das intensive und fast zehnminütige „Cry, The Clock Said“, bei dem es Gary Numan wunderbar gelingt, eine tieftraurige bis marode Atmosphäre über das Lied zu transportieren. Ganz nett und deutlich melodiöser klingt „Stories“. „My Brother's Time“ hört sich dagegen wieder deutlich verzweifelter an, bleibt aber durch das interessante Piano-Spiel, welches die vorherrschende Stimmung bestens unterstreicht, ebenfalls im Ohr hängen. Der remasterten Version des Albums wurden fünf Zugaben hinzugemischt. Unter anderem auch der Titel „Dance“, der, obwohl namengebend, von der ursprünglichen Veröffentlichungsliste gestrichen worden war. Diese fünf hinzugefügten Stücke ergänzen sehr gut die ursprünglich mit „Dance“ veröffentlichten Lieder.

Fazit: Nun, auch wenn der Titel des Albums darauf hinweist und auch die beteiligten Musiker ein wenig darauf hindeuten, eines kann man dem Album „Dance“ garantiert nicht unterstellen, nämlich, dass diese Platte kommerziell wäre. Nein, auf „Dance“ hört man alles andere als kommerzielle Musik. Die Lieder sind zumeist nicht sonderlich melodiös, wenig davon geht ins Ohr. Es ist eher die düstere Atmosphäre, die hier hängenbleibt und die man mit dieser Scheibe verbindet. Keine Musik für den alltäglichen Gebrauch, manchmal nervig, manchmal interessant und ganz bestimmt nicht alltäglich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cry The Clock Said, Stories, My Brother's Time



Sonntag, 8. Januar 2017

REO Speedwagon – The Best Of REO Speedwagon - Take It On The Run




REO Speedwagon – The Best Of REO Speedwagon - Take It On The Run


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Rock, Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Keep On Loving You (3:21)
2. Can't Fight This Feeling (4:53)
3. One Lonely Night (3:23)
4. Ridin' The Storm Out (5:48)
5. In Your Letter (3:13)
6. Golden Country (6:44)
7. Don't Let Him Go (3:46)
8. 157 Riverside Avenue (2:54)
9. Lightning (5:51)
10. Keep Pushin' (3:58)
11. Keep The Fire Burnin' (3:54)
12. Time For Me To Fly (3:36)
13. Roll With The Changes (5:34)
14. Say You Love Me Or Say Goodnight (4:54)
15. Take It On The Run (4:02)

Gesamtspieldauer: 1:05:57




„The Best Of REO Speedwagon - Take It On The Run“ heißt eines der zahlreichen Kompilationsalben, die es von der US-amerikanischen Band REO Speedwagon gibt. Die darauf enthaltenen Titel stammen aus der Zeit zwischen 1971 und 1984, also vom ersten Album „R.E.O. Speedwagon“ bis hin zur Platte „Wheels Are Turnin'“. Besonders vertreten ist natürlich das 1980er Album „Hi Infidelity“, mit dem REO Speedwagon ihren größten Erfolg feierten.

Zu hören gibt es auf dieser Zusammenstellung diesen unverwechselbaren Sound, den auch Bands wie Boston oder Journey gefrönt haben. Man hört hier Mainstream Rock, die speziell bei der weißen, männlichen Musikhörerschaft des US-amerikanischen Raumes Anklang fand. „Adult Oriented Rock“, kurz AOR, wird dieses musikalische Genre auch genannt. Die Lieder sind dabei rockig, jedoch noch nicht zu hart, meistens relativ einheitlich aus Strophe, Refrain und Gitarren-Solo aufgebaut und keinesfalls zu kompliziert klingend. Die Texte handeln in den allermeisten Fällen von Liebe und Herzschmerz, die Musik versucht sich bereits beim ersten Hören im Ohr zu platzieren. Eingängig ist das alles schon, jedoch meistens nicht allzu interessant.

Die Musik von REO Speedwagon tut niemandem weh. Wenn man auf „The Best Of REO Speedwagon - Take It On The Run“ hört, was für Titel sich auf einem „Best Of…“-Album tummeln, dann weiß man, dass viele Platten der Band sich in Belanglosigkeiten verlieren. Zu hart soll diese Aussage dabei gar nicht klingen, denn die Musik unterhält durchaus, wenn auch die Texte zum Weglaufen sind. Die Höhepunkte der Scheibe befinden sicher eher an ihrem Anfang, mit den wirklichen Hits der Band. „Keep On Loving You“ war solch ein Charterfolg. Eine Nummer mit Wiedererkennungswert, keine Frage. Diesen besitzt auch „Can't Fight This Feeling“ und dieses Lied war ebenfalls ein Hit. Allerdings ist die Nummer sowohl textlich wie musikalisch die Schnulze par excellence – ins Ohr geht das dann jedoch auch. Nun, sehr viel besser gelingt dies allerdings dem Lied „One Lonely Night“. Vergessen wir hier auch mal den Text, aber diese Melodie macht das Lied zum besten Titel, den REO Speedwagon jemals geschrieben haben. Zumindest für meine Ohren. Und der ganze Rest? Nun, der läuft einfach so mit durch, nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: Wer solche Bands wie Boston oder Journey mag, die oder der mag natürlich auch REO Speedwagon. Von dieser kann man behaupten, dass sie nicht allzu kreativ war, wenn es um die Texte geht, die Musik geht allerdings schon ins Ohr. Leider in meine Ohren zumeist nur sehr oberflächlich. Begeistern kann mich lediglich „One Lonely Night“. Aber was weiß ich schon? Sieben Punkte.

Anspieltipps: One Lonely Night



Samstag, 7. Januar 2017

Various Artists – Disco Nights




Various Artists – Disco Nights


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Ganser & Hanke Media


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Disco


Trackliste:

CD1:

1. I Love To Love - Tina Charles (3:08)
2. Hang On In There Baby - Johnny Bristol (3:55)
3. Miss Broadway - Belle Epoque (7:28)
4. I'm On Fire - 5000 Volts (2:49)
5. Doctor's Order - Carol Douglas (2:56)
6. Pop Muzik - M (3:12)
7. The Show Must Go On - Luv (3:23)
8. West End Girls - Pet Shop Boys (4:50)
9. Ring My Bell - Anita Ward (4:09)
10. Don't Let Me Be Misunderstood - Santa Esmeralda (4:47)
11. Knock On Wood - Amii Stewart (4:08)
12. New York New York - Grandmaster Flash & The Furious Five (7:24)
13. Que Sera Mi Vida - Gibson Brothers (3:04)
14. Ladies Night (Live) - Kool & The Gang (2:54)
15. Shame Shame Shame - Linda & The Funky Boys (4:01)
16. Disco Bouzouki - Bouzouki Disco (4:18)
17. Puttin' On The Rtz - Taco (4:38)
18. I Just Want To Be With You - Whitney Houston, Cissy Houston,  (4:13)


CD2:

1. High Energy - Evelyn Thomas (3:53)
2. Kung Fu Fighting - Carl Douglas (3:13)
3. Shoot Your Shot - Divine (6:20)
4. Rock Your Baby - George McCrae (3:14)
5. Dancing Fever - Claudja Berry (2:26)
6. Cheek To Cheek - Taco (4:45)
7. Sold My Rock 'n' Roll - Linda & The Funky Boys (3:30)
8. A Walk In The Park - Nick Straker Band (3:50)
9. Bamboleo - Los Reyes (3:28)
10. Car Wash (Live) - Rose Royce (4:47)
11. Around My Dream - Silver Pozzoli (4:08)
12. Going Back To My Roots - Odyssee (5:26)
13. More Than A Woman - Tavares (2:43)
14. A.I.E. Mwana - Black Blood (2:53)
15. Fly Robin Fly - Silver Convention (5:23)
16. I Will Survive - Gloria Gaynor (3:44)
17. That's The Way (I Like It) - KC And The Sunshine Band (3:05)
18. D.I.S.C.O. - Ottawan (3:36)

Gesamtspieldauer CD1 (1:15:23) und CD2 (1:10:33): 2:25:56




Im Jahr 2004 erschien das Kompilationsalbum „Disco Nights“ auf dem Label Ganser & Hanke Media. Zu hören gibt es darauf – wenig überraschend – Disco Titel, die in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts fester Bestandteil in den Playlisten der Diskotheken rund um die Welt waren. Gleiches gilt für die diversen Radiostationen, sodass der allergrößte Teil der 36 Lieder wohl den allermeisten Musikhörerinnen und Musikhörern durchaus bekannt sein dürfte.

Zumeist sind die Titel in den Originalversionen enthalten, nur die Nummern „Don't Let Me Be Misunderstood“, „Knock On Wood“, „New York New York“, „Kung-Fu Fighting“ und „I Will Survive“ sind hier als Neueinspielungen gekennzeichnet. Die Abweichungen, zumindest in meinen Ohren, sind allerdings marginal. Für Hörerinnen und Hörer, deren Lieblingstitel dies sind, mag sich das aber natürlich wieder ganz anders anhören. „Ladies Night“ sowie „Car Wash“ sind auch etwas verändert, als Live-Versionen hinzugefügt worden. Das Doppelalbum enthält alles, was sich das Herz des DJ’s für seine Disco-Retro-Nacht erträumt. Und auch die Leute auf der Tanzfläche haben hiermit die Möglichkeit, in den „guten alten Zeiten“ zu schwelgen und ihre Körper entsprechend zu verdrehen.

Wurde man in dieser Zeit groß, gibt es sicherlich einige Titel, mit denen man bestimmte, eigene Geschichten oder Situationen verbindet. Da auch die allermeisten Lieder eher bekannt als unbekannt sind, stellt diese Zusammenstellung – ganz egal ob man nun auf Disco Musik steht oder nicht – eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit dar. Hier nun die Höhepunkte aufzuzählen ist praktisch unmöglich, da dies jede und jeder wohl völlig anders sehen wird. Bei 36 unterschiedlichen Liedern finden sich ganz gestimmt ein paar Favoriten genau wie Nummern, bei denen man am allerliebsten Reißaus nehmen würde. Alles eine Frage des eigenen Geschmacks – und hier, auf dieser Zusammenstellung, noch mal ganz besonders.

Fazit: Eine ganz nette „Party-Scheibe“ ist „Disco Nights“ geworden oder ein Album, mit dem man in alten Zeiten schwelgen kann, wenn man denn Zugang zu dieser Art der Musik findet beziehungsweise hat. Bei so vielen unterschiedlichen Liedern bleibt es nicht aus, dass manche langweilen, andere eher überzeugen können. Einen schönen Überblick über die Disco-Musik rund um die 70er und beginnenden 80er Jahre erhält man allerdings allemal. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Miss Broadway - Belle Epoque, Pop Muzik – M, Kung Fu Fighting - Carl Douglas, Shoot Your Shot - Divine



Freitag, 6. Januar 2017

Depeche Mode – Blasphemous Rumours (Single)




Depeche Mode – Blasphemous Rumours (Single)


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Andrew Fletcher
Martin Gore
Alan Wilder
David Gahan


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

1. Blasphemous Rumours (6:20)
2. Somebody (Live) (4:26)
3. Two Minute Warning (Live) (4:36)
4. Ice Machine (Live) (3:45)
5. Everything Counts (Live) (5:45)

Gesamtspieldauer: 24:52




„Blasphemous Rumours“ ist die zwölfte Singe-Veröffentlichung von Depeche Mode in Großbritannien. Diese wurde in verschiedenen Variationen auf den Markt geworfen, unter anderem mal als Doppel-Single zusammen mit dem Stück „Somebody“ oder als Platte, bei der sich auf der ersten Seite eben dieses Lied „Blasphemous Rumours“ befindet und auf der Rückseite vier Live-Nummern vorhanden sind. Die erste davon ist auch wieder das Stück „Somebody“. Die Live Stücke wurde dabei im Empire Theatre in Liverpool, am 29. September 1984 eingespielt.

Die Platte wurde damals in farbigem Vinyl gepresst, was für Veröffentlichungen von Depeche Mode allerdings keine Seltenheit war. Das interessanteste Stück des kurzen Albums ist selbstverständlich „Blasphemous Rumours“. Hier wird die Geschichte eines 16-jährigen Mädchens erzählt, das Selbstmord verübt, damit jedoch scheitert. Sie findet dann zum Glauben und wird schließlich mit lediglich 18 Jahren bei einem Autounfall getötet. Legendär dazu die Textzeilen des Refrains: „I don't want to start any blasphemous rumours; But I think that God's got a sick sense of humour; And when I die, I expect to find him laughing.“ Dies sorgte bei einigen sehr religiösen Menschen für Verstimmung und Protest.

Man muss diese Scheibe natürlich nicht besitzen, wenn man das Album „Some Great Reward“ sein Eigen nennt. Dort ist „Blasphemous Rumours“ ebenfalls, genau wie die Nummer „Somebody“ enthalten. Die Stücke „Two Minute Warning“ sowie „Everything Counts“ stammen dagegen vom 83er Album „Construction Time Again“. Lediglich das Stück „Ice Machine“ ist sonst auf keiner mir bekannten Platte enthalten. Ob sich deshalb oder wegen dem farbigen Vinyl der Kauf der Schallplatte lohnt? Wohl eher kaum, außer man will eben alles von „seiner“ Band besitzen.

Fazit: Das Lied „Blasphemous Rumours“ ist absolut überzeugend, geht ins Ohr und weist auch einen Text auf, der sich lohnt mit verfolgt zu werden. Ansonsten gibt es hier vier Live-Aufnahmen dreier bekannter Lieder und einem bisher unbekannten Lied, „Ice Machine“, welches allerdings auch keinen Höhepunkt im Schaffen von Depeche Mode darstellt. Das Lied „Blasphemous Rumours“ lohnt sich auf jeden Fall, kann aber genauso gut auf dem offiziellen Album „Some Great Reward“ gehört werden. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Blasphemous Rumours



Donnerstag, 5. Januar 2017

R.E.M. – Tourfilm (DVD)




R.E.M. – Tourfilm (DVD)


Besetzung:

Bill Berry
Peter Buck
Mike Mills
Michael Stipe


Gastmusiker:

Peter Holsapple


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Intro (0:28)
2. Stand (3:11)
3. The One I Love (4:50)
4. These Days (3:40)
5. Turn You Inside-Out (4:15)
6. World Leader Pretend (5:24)
7. Feeling Gravitys Pull (6:34)
8. I Believe (5:05)
9. I Remember California (5:50)
10. Get Up (3:00)
11. It's The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine) (4:51)
12. Pop Song 89 (5:10)
13. Fall On Me (3:19)
14. You Are The Everything (4:50)
15. Begin The Begin (3:47)
16. King Of Birds (7:06)
17. Finest Worksong (4:06)
18. Perfect Circle (3:59)
19. Credits (4:22)

Gesamtspieldauer: 1:23:59




„Tourfilm“ ist die Dokumentation des letztens Konzerts der Band R.E.M. welches sie im Rahmen ihrer Welttournee zum Album „Green“ im Jahr 1989 gaben. Veröffentlicht wurde die DVD schließlich im Jahr 1990 auf Warner Music Vision. Produziert haben diesen Film Sänger Michael Stipe sowie Regisseur Jim McKay. Das ganze Konzert ist in schwarz-weiß aufgenommen worden, wohl um dem so entstandenen Film einen etwas künstlerischen Anstrich zu verleihen. Lediglich manche der Zwischenszenen sind dabei farbig gehalten, das Konzert selbst nicht.

Handkameras kommen zum Einsatz, es gibt Überblendungen, überraschende Schnitte und auch mal verwackelte Bilder, was den Film von einer reinen Konzertaufzeichnung unterscheidet. Da allerdings auf weitergehendes Material, wie Interviews oder weitere Szenen, außer denen auf der Bühne, verzichtet wurde, wird dem Film einen etwas dokumentarischer Anstrich bezüglich eines R.E.M.-Konzertes verliehen.

Für Fans sicher ein schönes Dokument über die Zeit, in der R.E.M. ihren großen internationalen Durchbruch hatten. Dieser fand mit den beiden Alben „Green“ und „Out Of Time“ statt, Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, als Michael Stipe auch noch Haare hatte. Die Musik genießt man sicherlich besser auf den Alben, da hier die Qualität doch höherwertiger ist, trotzdem lässt sich mit entsprechend großem Bildschirm und passender Anlage auch mit diesem Film gut in den Kosmos von R.E.M. einsteigen.

Fazit: Solche Filme sieht man sich natürlich nicht regelmäßig an und diese sind auch eher für den eingefleischten Fan gedacht. Man erhält hier allerdings einen schönen Einblick über ein durchaus mitreißendes Konzert einer der bekanntesten und erfolgreichsten Bands der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Acht Punkte.