Montag, 10. Juli 2017

Coldplay – Ghost Stories




Coldplay – Ghost Stories


Besetzung:

Guy Berryman – bass guitar, synthesizer, piano
Jonny Buckland – electric guitar, slide guitar, synthesizer, piano
Will Champion – drum pad, percussion, reactable, backing vocals
Chris Martin – lead vocals, acoustic guitar, piano, synthesizer


Gastmusiker:

Timbaland – extra drums (track 4)
Apple Martin – additional vocals (track 9)
Moses Martin – additional vocals (track 9)
Mabel Krichefski – additional vocals (track 9)
John Metcalfe – strings arrangement, conductor
Davide Rossi – individual arrangement and strings (track 4)
Tim Bergling (Avicii) – piano (track 8)


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Electronica, Synthie Pop


Trackliste:

1. Always In My Head (3:36)
2. Magic (4:45)
3. Ink (3:48)
4. True Love (4:06)
5. Midnight (4:54)
6. Another's Arms (3:54)
7. Oceans (5:21)
8. A Sky Full Of Stars (4:28)
9. O ("Fly On" – 0:00–3:54 / "O" – 6:18–7:47) (7:46)

Gesamtspieldauer: 42:42




„Ghost Stories“, heißt das sechste Studioalbum der britischen Band Coldplay. Veröffentlicht wurde die Platte am 19. Mai 2014 auf dem Plattenlabel Parlophone. Die Veröffentlichung von „Ghost Stories“ war durch jede Menge Werbung unterstützt worden. Es gab ein TV-Special zur besten Sendezeit, eine sechstägige Promotionstour zum Album sowie diverse Auftritte im Fernsehen, wie im Radio. Fünf Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt. Im März des Jahres 2014 erschein „Magic“, im April „Midnight“; „A Sky Full Of Stars“ erschien im Mai, „True Love“ im August und schließlich „Ink“ im Oktober des Jahres 2014. „Ghost Stories“ wurde für die 57. Grammy Awards als bestes Pop-Album nominiert, gewann diesen Titel allerdings nicht. Jedoch verkauften sich von der Scheibe allein im Jahr 2014 3,7 Millionen Kopien.

Die Stimmung auf dem Album ist eine überaus melancholische und sentimentale. Vielleicht liegt das daran, dass Sänger Chris Martin hier auch ein wenig seine Trennung von Gwyneth Paltrow verarbeitete, wie er in einem Interview sagte. Die Musik ist zu jeder Zeit melodiös, geht ins Ohr – und trotzdem ist „Ghost Stories“ kein gutes Album mehr geworden. Wenn man ein Beispiel hören möchte, wie anbiedendere Musik klingt, dann wäre genau diese Platte prädestiniert dazu, hier exemplarisch gehört zu werden.

Die Musik von Coldplay auf „Ghost Stories“ ist austauschbar und langweilig geworden. Nichts klingt auf „Ghost Stories“ falsch oder wirklich schlecht, allerdings hört sich das meist so zuckersüß an, dass man immer die Insulinspritze bereithalten sollte. Auf „Ghost Stories“ hört man ein Elektro-Pop-Sammelsurium, bei dem fast jedes Lied wie das andere klingt. Das ist alles in höchstem Maße langweilig, jedoch selbstverständlich radiotauglich bis zum letzten Takt und Akkord. Jedoch von Innovation, Ideen, Ecken und Kanten kann hier keinerlei Rede mehr sein. „Ghost Stories“ ist eine Scheibe für den Massenmarkt. Auch die Texte sind unfassbar einfallslos. Natürlich steht das Thema „Liebe“ mal wieder im Vordergrund, mit dem man anscheinend nur wenig falsch machen kann. Langeweile pur. Der Erfolg gibt den vier Briten jedoch sicherlich Recht, denn auch diese Scheibe verkaufte sich bis heute 4,5 Millionen mal. Trotzdem ist es allerdings das Album von Coldplay, welches am wenigsten über die Theke ging. Nun, ich besitze es ebenfalls, lege diesen zuckrigen Einheitsbrei jedoch kaum auf, da es sogar von Coldplay selbst sehr viel bessere Musik gibt.

Fazit: „Ghost Stories“ ist so ein typisches Album, welches irgendwie nach Kommerz riecht. Natürlich wollen alle Musikerinnen und Musiker von ihrer Musik leben. Doch „Ghost Stories“ klingt nicht mehr nach Spaß, nach Begeisterung, es klingt nur noch nach schneller Eingängigkeit, um möglichst viele Hörerinnen und Hörer anzusprechen. Was übrig bleibt ist ein ruhiges, melancholisches und glattgebügeltes Album, welches furchtbar langweilig klingt. Sehr nervig ist übrigens auch, dass es im Jahr 2014 immer noch Bands gibt, die mit idiotischen Hidden Tracks die kurze Laufzeit eines Albums künstlich zu verlängern versuchen. Irgendwie dachte ich, dass diese Angewohnheit Ende des letzten Jahrtausends bereits überwunden worden wäre – nicht jedoch bei Coldplay. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Midnight, Another's Arms, O



Sonntag, 9. Juli 2017

Brainticket – Cottonwoodhill




Brainticket – Cottonwoodhill


Besetzung:

Joel Vandroogenbroeck – organ, flute, keyboards, vocals
Ron Bryer – guitar
Werner Fröhlich – bass guitar
Cosimo Lampis – drums
Wolfgang Paap – tablar
Dawn Muir – voice
Hellmuth Klobe – potentiometers, generators and sound effects


Label: Purple Pyramid Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Black Sand (4:04)
2. Places Of Light (4:03)
3. Brainticket Part I (12:38)
4. Brainticket Part II (13:12)

Gesamtspieldauer: 33:58




„Cottonwoodhill“ heißt das erste Studioalbum der Schweizer Band Brainticket, deren Kopf allerdings der belgische Musiker und Multiinstrumentalist Joel Vandroogenbroeck war. Ursprünglich war die Platte im Jahr 1971 auf Bellaphon veröffentlicht worden, im Jahr 2013 gab es dann eine Wiedererscheinung auf dem Plattenlabel Purple Pyramid Records.

Hier die Botschaften, die auf dem Plattencover mit abgedruckt wurden:

Advice: After listening to this disc, your friends won’t know you anymore.

Warning: Only listen once a day to this disc. Your brain might be destroyed!

Join in… Listen to the first recording of this LSD/Hashhigh/Fixy/Jointy Sound. Take a trip to your inner light. See the hallucinations of reality rise out of the groove, you’ve got your brainticket now!

Klingt seltsam. Macht es allerdings nicht mehr, wenn man diese Scheibe hört, denn dann weiß man sofort, was der Schreiber dieser Zeilen meinte. Für mich ist „Cottonwoodhill“ von Brainticket die psychedelischste Musik überhaupt, welche ich kenne. Aber nein, „Cottonwoodhill“ von Brainticket ist überhaupt keine Musik, „Cottonwoodhill“ von Brainticket ist ein Trip, ein in Töne umgewandelter LSD-Trip. Etwas, was man so mit Sicherheit noch nie gehört hat.

Dabei fängt die Scheibe mit dem Stück „Black Sand“ noch relativ unverfänglich an. Natürlich ist das auch schon Psychedelic Rock in einem Lied, bei dem eine Orgel ziemlich zentral angeordnet ist und um diese herum gruppieren sich die anderen Rockinstrumente wie Gitarre, Bass und Schlagzeug. Nicht allzu melodisch, trotzdem auf seine Art eingängig. Es folgt mit „Places Of Light“ eine ebenfalls etwas über vierminütige Nummer, die dann sogar ein klein wenig funky klingt. Klasse hier der Einsatz der Querflöte, die das Gefühl der 70er Jahre aufleben lässt und transportiert. Dann wird es in dem Lied schon etwas ungewöhnlicher. Die Orgel wird zu dominierenden Instrument und Dawn Muir startet eine Art Sprechgesang. Sie erzählt und erzählt, hält sich dabei kaum an die Musik, die nun abwechselnd von der Querflöte, der Gitarre oder der Orgel dominiert wird.

Anschließend folgt das, was die Band Brainticket und die Platte „Cottonwoodhill“ schon sehr speziell werden lässt. Das Lied „Brainticket Part I“ startet mit zersplitterndem Glas und auch sonst fällt einiges zu Boden. Man hört ein startendes Auto, Gehupe und eine Polizei- oder Feuerwehrsirene. Anschließend passiert es dann, ein Orgelakkord wird eingeführt und ist für die nächsten 25 Minuten zu hören. Fast ununterbrochen. Immer wieder derselbe Lauf. Aggressiv, monoton, hypnotisierend. Immer und immer wieder derselbe kurze Lauf. Schier unendlich lang. Garniert wird das Ganze mit zahlreichen Geräuschen. Man hört Lachen, Gurgeln, Sprachfetzen, Affengeschrei, Lärm und vieles mehr. Allerdings ist das nur ein Teil, denn nun läuft Dawn Muir zur Höchstform auf. Mal flüstert sie, mal stöhnt sie, mal weint sie fast, mal wirkt sie gehetzt, mal schreit sie, mal scheint sie große Angst zu haben und manchmal erzählt sie einfach. Dies alles neben diesem gnadenlosen, nie enden wollenden Orgellauf, der aggressiv und vernichtend aus dem Boxen kreischt.

Auf der ursprünglichen LP war „Brainticket Part I“ aufgrund der Lauflänge einer LP-Seite in zwei Teile geteilt worden, wurde am Ende der ersten Seite aus- und zu Beginn der zweiten Plattenseite wieder eingeblendet. „Brainticket Part I“ endet ziemlich plötzlich mit den ersten Akkorden von Beethovens fünfter Symphonie. Sofort startet nun „Brainticket Part II“. Das Überaschende dabei ist, dass dieser eine Orgellauf einfach fortgesetzt wird. Nochmals über dreizehn Minuten Länge. Der Unterschied zu Part I liegt in den Nebengeräuschen und dem, was Dawn Muir erzählt. Wie sie allerdings über Gefühle, Sex, Leben, Ängste und so weiter erzählt, das bleibt unverändert gleich, nämlich mal flüsternd, mal stöhnend, mal fast weinend, mal gehetzt, mal schreiend, mal ängstlich und mal einfach erzählend.

Fazit: Absolut intensiv ist „Cottonwoodhill“ von Brainticket. Psychedelic Rock in exzessiver Ausprägung, aggressiv, verstörend, gnadenlos. Ganz bestimmt keine Musik für die breite Masse der Musikbegeisterten. Die allermeisten Hörerinnen und Hörer wird diese Musik sogar in den Wahnsinn treiben, sodass die Warnhinweise im Cover durchaus ihre Berechtigung besitzen. Solche Musik kann man nicht immer hören, da sie anstrengend ist. Selbstverständlich geht das auch nicht nebenher. Auf „Cottonwoodhill“ muss man sich konzentrieren oder es ganz lassen. Denn eins ist dieses Album ganz gewiss: intensiv, sehr intensiv. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Brainticket Part I & II



Samstag, 8. Juli 2017

The Who – Rarities Volume 2 “1970 – 1973”




The Who – Rarities Volume 2 “1970 – 1973”


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, trombone, harmonica
John Entwistle – bass guitar, vocals
Pete Townshend – guitars, vocals
Keith Moon – drums, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1983 (Musik aus den Jahren 1970-1973)


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Join Together (4:15)
2. Don't Know Myself (4:53)
3. Heaven And Hell (3:30)
4. When I Was A Boy (3:29)
5. Let's See Action (3:57)
6. Relay (3:51)
7. Waspman (3:02)
8. Here For More (2:25)
9. Water (4:30)
10. Baby Don't You Do It (6:30)

Gesamtspieldauer: 40:22




Anfang der 80er Jahre, kurz vor Beginn der „Who‘s Last Tour“, verkündete die Plattenfirma von The Who, Polydor United Kingdom, das Erscheinen von zwei Kompilationsalben, die angefüllt sein sollten mit schwer zu bekommenden Titeln der Band, also B-Seiten, die auf diversen Singles erschienen und natürlich in der Zwischenzeit absolut vergriffen waren.

„Rarities Volume 2 1970 – 1973“ erschien wie schon „Rarities Volume 1 1966 – 1968“ am 14. August des Jahres 1983. Gab es auf „Rarities 1“ noch fünf Lieder zu hören, die nicht von den Bandmitgliedern selbst geschrieben worden waren, so beschränkt sich dies bei „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ auf das letzte Stück des Albums „Baby Don't You Do It“. „Heaven And Hell“ sowie „When I Was A Boy“ stammen von John Entwistle. Den Titel „Waspman“ schrieb Keith Moon, „Here For More“ stammt von Roger Daltrey. Die restlichen fünf Stücke komponierte Pete Townshend.

Musikalisch gesehen ist „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ durchaus sehr viel lohnender als noch die Ausgabe mit dem raren Material aus den 60er Jahren. Auf „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ klingen The Who rockig, kraftvoll und überaus modern. Hier ist der Band das Alter der Musik nicht mehr unbedingt in jedem Titel anzuhören, die Lieder gehen einem dabei auch deutlich besser ins Ohr. Sie sind melodiös und reichen zwar nicht an die Qualität der Musik heran, die The Who ansonsten in den Jahren 1970 bis 1973 veröffentlichte, toppen jedoch viele Alben der 60er Jahre und stellen somit eine wirklich lohnende Ergänzung der Diskographie von The Who dar.

Fazit: „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ klingt keineswegs nach B-Seiten oder gar Ausschussware. Die Musik auf diesem Kompilationsalbum rockt und geht ins Ohr. Auch hört man hier keinen 08/15-Rock, sondern durchaus abwechslungsreiche Lieder und Musik, die sich lohnen gehört zu werden – nicht nur für den The Who Fan. Neun Punkte.

Anspieltipps: Heaven And Hell, When I Was A Boy



Freitag, 7. Juli 2017

Alex Harvey – The Last Of The Teenage Idols – The Highlights




Alex Harvey – The Last Of The Teenage Idols – The Highlights


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Universal Music Catalogue


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. Framed (Alex Harvey And His Soul Band (3:20)
2. Let The Good Times Roll (Alex Harvey And His Soul Band) (3:02)
3. Teensville USA (Alex Harvey And His Soul Band) (3:32)
4. House Of The Rising Sun (Leslie Harvey & Alex Harvey) (2:56)
5. Reeling And Rocking (Alex Harvey And His Soul Band) (3:29)
6. Shout (Alex Harvey And His Soul Band) (4:46)
7. Long Long Gone (Alex Harvey And His Soul Band) (2:20)
8. Shakin' All Over (Alex Harvey And His Soul Band) (2:03)
9. Parchman Farm (Alex Harvey And His Soul Band) (3:05)
10. Elevator Rock (Alex Harvey And His Soul Band) (2:10)
11. Trouble In Mind (Alex Harvey) (3:16)
12. I Learned About Women (Alex Harvey) (3:16)
13. Big Rock Candy Mountain (Alex Harvey) (2:11)
14. Nobody Knows You When You're Down And Out (Alex Harvey) (3:02)
15. Agent 00 Soul (Alex Harvey) (2:42)
16. Work Song (Alex Harvey) (2:35)
17. The Sunday Song (Alex Harvey) (2:26)
18. Birthday (The Original London Cast Of Hair) (2:28)
19. Midnight Moses (Alex Harvey) (3:27)
20. Hammer Song (Alex Harvey) (3:14)
21. Roman Wall Blues (Alex Harvey) (2:48)
22. Broken Hearted Fairytale (Alex Harvey) (3:40)
23. Hammer Song (The Sensational Alex Harvey Band (4:07)
24. Midnight Moses (The Sensational Alex Harvey Band (4:25)
25. Framed (The Sensational Alex Harvey Band (4:55)


CD2:

1. The Faith Healer (The Sensational Alex Harvey Band) (7:12)
2. Vambo Marble Eye (The Sensational Alex Harvey Band) (4:24)
3. The Last Of The Teenage Idols / Parts 1-2-3 (The Sensational Alex Harvey Band) (7:12)
4. Giddy Up A Ding Dong (Live / BBC "In Concert", London / 1973) (The Sensational Alex Harvey Band) (3:26)
5. Next (Live / BBC "The Old Grey Whistle Test", London / 1973) (The Sensational Alex Harvey Band) (4:00)
6. The Hot City Symphony Part 1: Vambo (The Sensational Alex Harvey Band) (5:02)
7. The Hot City SymphonyPart 2: Man In The Jar (The Sensational Alex Harvey Band) (8:14)
8. Sergeant Fury (The Sensational Alex Harvey Band) (3:29)
9. Anthem (The Sensational Alex Harvey Band) (7:43)
10. The Faith Healer (Live) (The Sensational Alex Harvey Band) (6:36)
11. Action Strasse (The Sensational Alex Harvey Band) (3:15)
12. The Tale Of The Giant Stoneater (The Sensational Alex Harvey Band) (7:20)
13. Ribs And Balls (The Sensational Alex Harvey Band (1:53)
14. Shark's Teeth (The Sensational Alex Harvey Band (4:53)
15. Tomorrow Belongs To Me (The Sensational Alex Harvey Band) (3:47)
16. To Be Continued (The Sensational Alex Harvey Band (0:52)


CD3:

1. Give My Compliments To The Chef (Live / BBC "The Old Grey Whistle Test", London / 1975) (The Sensational Alex Harvey Band) (6:08)
2. Fanfare (Justly, Skillfully, Magnaminously) (Live) (The Sensational Alex Harvey Band) (1:24)
3. The Faith Healer (Live) (The Sensational Alex Harvey Band) (6:50)
4. Tomahawk Kid (Live) (The Sensational Alex Harvey Band) (5:43)
5. Delilah (Live) (The Sensational Alex Harvey Band) (5:03)
6. Sergeant Fury (Live) (The Sensational Alex Harvey Band) (4:08)
7. I Wanna Have You Back (The Sensational Alex Harvey Band) (2:38)
8. Jungle Jenny (The Sensational Alex Harvey Band) (4:00)
9. Runaway (The Sensational Alex Harvey Band (2:46)
10. School's Out (The Sensational Alex Harvey Band) (4:53)
11. Goodnight Irene (The Sensational Alex Harvey Band (4:32)
12. Gamblin' Bar Room Blues (The Sensational Alex Harvey Band) (4:06)
13. Crazy Horses (The Sensational Alex Harvey Band) (2:51)
14. Cheek To Cheek (The Sensational Alex Harvey Band) (3:27)
15. Dance To Your Daddy (The Sensational Alex Harvey Band) (5:47)
16. Sultan's Choice (The Sensational Alex Harvey Band (4:06)
17. Boston Tea Party (The Sensational Alex Harvey Band) (4:38)
18. Amos Moses (The Sensational Alex Harvey Band) (5:15)


CD4:

1. $25 For A Massage (The Sensational Alex Harvey Band) (3:18)
2. Dogs Of War (The Sensational Alex Harvey Band) (6:11)
3. Satchel And The Scalp Hunters (The Sensational Alex Harvey Band) (3:19)
4. The Dolphins (The Sensational Alex Harvey Band) (6:09)
5. Who Murdered Sex? (The Sensational Alex Harvey Band) (5:17)
6. Nightmare City (The Sensational Alex Harvey Band) (3:48)
7. Water Beastie (The Sensational Alex Harvey Band) (4:50)
8. No Complaints Department (The Sensational Alex Harvey Band) (5:02)
9. Engine Room Boogie (The Sensational Alex Harvey Band) (6:54)
10. Rock N' Rool (Live At The BBC / Alan Freeman Saturday Rock Show / June 3rd 1978) (Alex Harvey and Quad) (5:58)
11. I Love Monsters Too (Alex Harvey) (0:37)
12. The Mafia Stole My Guitar (Alex Harvey) (5:09)
13. Shakin' All Over (Alex Harvey) (4:48)
14. Just A Gigolo / I Ain't Got Nobody (Alex Harvey & The New Band) (5:19)
15. Big Tree (Small Axe) (Alex Harvey & The New Band) (3:42)
16. Snowshoes Thompson (Alex Harvey) (3:13)
17. Billy Bolero (Home Demo Version) (Alex Harvey) (5:43)

Gesamtspieldauer CD1 (79:44) und CD2 (79:33) und CD3 (78:34) und CD4 (79:35): 5:16:26




Mit dem Album „The Last Of The Teenage Idols – The Highlights“, bestehend aus insgesamt vier CDs, erhält man eine sehr schöne Übersicht über das Schaffen des Alex Harvey, der im Jahr 1982, einen Tag vor seinem 47. Geburtstag, an einem Herzinfarkt verstarb. Veröffentlicht wurde diese umfangreiche Zusammenstellung auf dem Label „Universal Music Catalogue“ am 24. Februar 2017. Und dieser Begriff „Catalogue“ passt hier sehr gut, denn „The Last Of The Teenage Idols – The Highlights“ ist kein normales Kompilationsalbum, was bereits die über fünfstündige Laufzeit zum Ausdruck bringt. Man erhält hier eine ausführliche Dokumentation über das musikalische Wirken des Alex Harvey – von seinen Anfängen bis hin zu seinen letzten Aufnahmen.

Die Aufmachung der Veröffentlichung sollte dabei auch Erwähnung finden. Wie ein Buch mit festem Einband ist das Album gestaltet. In den beiden Deckblättern befinden sind auf den beiden Innenseiten jeweils zwei CDs. Dazwischen kann man in einer 42 seitigen Biographie des Alex Harvey blättern und lesen. Diese ist schön ausgestaltet mit privaten Bildern, wie mit Aufnahmen, seine musikalische Karriere betreffend.

Die einzelnen Musik-Titel selbst, sind chronologisch auf den vier CDs angeordnet. Natürlich kann es sich dabei trotzdem nur um eine kurze Auswahl handeln, bei der sicherlich nicht alle Titel vertreten sein können, die man selbst solch einem Kompilationsalbum hinzufügen würde. Warum hier allerdings das Lied „Isobel Goudie“ fehlt, wird wohl für immer das Geheimnis der Musikmanager bleiben. Ansonsten sind die bekanntesten Stücke des Alex Harvey wie „Hammer Song“, „Framed“, „The Faith Healer“, „Anthem“ oder „Tomorrow Belongs To Me“ vorhanden, um nur einige zu nennen. Das Lied „The Faith Healer“ ist dabei gleich dreimal hinzugefügt worden. Neben der Studioversion des Stücks hört man auch zwei verschiedene Live-Versionen. Dazu gibt es zusätzlich eine ganze Menge bisher so nicht gehörtes Material. Dies aus seiner musikalischen Karriere vor der Sensational Alex Harvey Band, mit der Sensational Alex Harvey Band und nach der Sensational Alex Harvey Band. Klar hörbar wird dabei auch, dass sich Alex Harvey gerade mit dieser Band auf dem Höhepunkt seines Schaffens befand.

Fazit: Eine schöne, aber natürlich nicht vollständige Dokumentation über das musikalische Wirken des Alex Harvey stellt die Zusammenstellung „The Last Of The Teenage Idols – The Highlights“ dar. Selbst für Fans des schottischen Musikers dürfte es darauf Lieder geben, die sie oder er noch nicht beziehungsweise so noch nicht gehört hat. Dabei werden die unterschiedlichen Schaffensphasen des Alex Harvey ausführlich musikalisch beleuchtet. Dazu bekommt man ein wirklich schönes und informatives kleines Büchlein im Innenteil des als Buch aufgemachten Albums mitgeliefert. Für Fans und Sammler auf jeden Fall lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Faith Healer, The Dolphins



Donnerstag, 6. Juli 2017

Pond – The Weather




Pond – The Weather


Besetzung (ohne weitere Instrumentenangabe):

Nicholas Allbrook
Jay Watson
Joe Ryan
Jamie Terry


Gastmusiker:

Christian Ruggiero – horns on “30000 Megatons” and “Zen Automaton”, saxophone on “Colder Than Ice”
Jamie Canny, Sam Newman – horns on “30000 Megatons” and “Zen Automaton”
Mei Saraswåati – additional vocals on “Sweep Me Off My Feet” and “Colder Than Ice”
Kirin J Callinan – additional vocals on “Paint Me Silver” and “Colder Than Ice”, guitar noises on “Edge Of The World Pt. 2”
James Ireland – piano and some production on “A/B”


Label: Marathon Artists


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Pop, Rock, Neo-Psychedelia


Trackliste:

1. 30000 Megatons (4:02)
2. Sweep Me Off My Feet (3:29)
3. Paint Me Silver (3:45)
4. Colder Than Ice (3:10)
5. Edge Of The World Pt. 1 (4:54)
6. A/B (3:28)
7. Zen Automaton (4:01)
8. All I Want For Xmas (Is A Tascam 388) (2:36)
9. Edge Of The World Pt. 2 (6:22)
10. The Weather (3:58)

Gesamtspieldauer: 39:49




„The Weather” heißt das siebte Studioalbum der australischen Rock Band Pond. Veröffentlicht wurde es am 5. Mai 2017 auf dem Plattenlabel Marathon Artists. Die Band Pond wird mit ihrer Musik allgemein in das Genre Psychedelic Rock eingruppiert. Wer hier nun jedoch frickelige Musik, exzessive Synthesizer-Klangwelten oder ausschweifende experimentelle Ausflüge erwartet, die oder der dürfte enttäuscht werden. Zwar gibt es etwas verschroben wirkende Ansätze in der Musik der Australier, meist ist das jedoch eine Mischung zwischen Pop und Rock und selbst in dem Genre Disco wird gewildert.

Inhaltlich ist „The Weather“ ein Konzeptalbum, welches sich mit der Heimatstadt der Bandmitglieder, Perth, beschäftigt sowie mit den „seltsam widersprüchlichen Dingen”, die allgemein Kolonialstädte überall auf der Erde betreffen, so die Aussage von Nicholas Allbrook. Leider schafft es dieses Album dabei nicht, musikalisch durchgängig zu überzeugen. Richtig guten Nummern wie „30000 Megatons“ oder „Edge Of The World Pt. 2“ stehen solch wahrlich seltsame Lieder wie „Paint Me Silver“ und „All I Want For Xmas (Is A Tascam 388)” gegenüber. „Paint Me Silver“ ist dabei ein schon erwähnter Ausflug in das Kapital „Disco der 70er Jahre“, „All I Want For Xmas (Is A Tascam 388)” lebt dagegen lediglich vom Rhythmus, ist ansonsten einfach nur sehr langweilig.

Diese Musik als Psychedelic Rock zu bezeichnen ist einigermaßen gewagt. Natürlich gibt es hier mal einen schrägeren Ton, auch klingt so manches Lied weder radiotauglich, noch zu eingängig. Trotzdem ist es deswegen noch lange kein Psychedelic Rock, sondern sehr viel eher eine etwas unangepasste Mischung aus Pop und Rock, die mal mehr, mal weniger melodiös klingt.

Fazit: „The Weather“ ist wahrlich kein schlechtes Album geworden, allerdings auch keines, welches schnell zum Lieblingsalbum aufsteigt. Die Scheibe enthält relativ unangepasste Pop- und Rock-Musik, die an manchen Stellen besser, in anderen Passagen weniger gut ins Ohr geht. Die Ausflüge in den Bereich der Disco-Musik sind dabei eher gewöhnungsbedürftig, denn erhebend. Insgesamt zumindest zeitweise eine interessante Platte, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Acht Punkte.

Anspieltipps: 30000 Megatons, Edge Of The World Pt. 2



Mittwoch, 5. Juli 2017

Forest Swords – Compassion




Forest Swords – Compassion


Besetzung:

Matthew Barnes – synthesizers


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Ninja Tune


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Experimentelle Musik, Elektronische Musik


Trackliste:

1. War It (5:54)
2. The Highest Flood (5:07)
3. Panic (4:48)
4. Exalter (5:36)
5. Border Margin Barrier (3:08)
6. Arms Out (5:47)
7. Vandalism (4:37)
8. Sjurvival (2:26)
9. Raw Language (4:28)
10. Knife Edge (6:16)

Gesamtspieldauer: 48:12




„Compassion” heißt das zweite Studioalbum des britischen Musikers Forest Swords, dessen Name eigentlich Matthew Barnes ist. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 5. May 2017 auf dem Plattenlabel Ninja Tune und erschien vier Jahre nach seinem Debut mit „Engravings“. Auf „Compassion” hört man sehr experimentelle Musik, die häufig über keinerlei Melodie verfügt, eher Atmosphären und Stimmungen werden hier transportiert.

Sound- und Klanglandschaften entstehen auf „Compassion”, verschwimmen und verschwinden wieder, um kurze Zeit später erneut anders neu zu entstehen. Verzerrte Worte, abgehackte Worte, verstümmelte Worte, die keine Botschaft im eigentlichen Sinne weitergeben möchten, sondern Teil des Gesamten sind, umschwirren Hörerin und Hörer. Mal leiser, seltsam mystisch klingend, dann wieder fordernder. Mal solo und weiblich, schließlich männlich oder gleich vermischt in diversen Chören – Worte, manchmal im eigentlichen Sinne völlig sinnfrei, gibt es hier in ganz unterschiedlichen Erscheinungsformen zu hören und erhören.

Diese Musik strahlt sofort, mit dem ersten Mal des Hörens, eine gewisse Faszination aus, da sie so ganz anders ist. Hier werden Hörerin und Hörer weich gebettet, dann wirkt alles verzaubert. Doch schließlich kommt das Zeichen zum Aufbruch, die Stimmung klingt plötzlich aggressiver, wenn diese Stimmen zu aufdringlich werden. „Compassion” ist wie eine Reise durch verschiedene Welten, verschiedene Gefühlsanwandlungen, verschiedene Atmosphären. Diese sind meist dicht und packend. Und wenn sich Melodien herauskristallisieren, dann klingen sie warm und weich und allzu häufig melancholisch zerbrechlich. Gleichzeitig ist die Musik des Matthew Barnes fast schon hypnotisch, ergreift von einem Besitz. Eindrucksvoll klingt „Compassion” immer.

Fazit: Wer einmal etwas ganz anderes hören möchte und auch das Experiment nicht scheut, der oder dem sei „Compassion” von Forest Swords sehr empfohlen. Unaufdringlich eindringliche elektronische Musik. Mystisch verzaubert und atmosphärisch immer sehr dicht gehalten, entfalten sich auf diesem Album Klangwelten, die einen meist weich betten und dabei aufhorchen lassen. Nur Weniges ist auf dieser Scheibe vorhersehbar, Vieles allerdings überraschend und spannend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Panic, Vandalism, Knife Edge



Dienstag, 4. Juli 2017

Hawkwind – Into The Woods




Hawkwind – Into The Woods


Besetzung:

Dave Brock – vocals, guitar, keyboards, synthesizer and theremin
Haz Wheaton – bass plus keyboards on track 11
Richard Chadwick – drums, percussion, vocals
Mr Dibs – vocals tracks 4 and 12, keyboards and synthesizer tracks 10 and 12
Magnus – keyboards tracks 4, 9, 11, guitar tracks 5 and 10
Big Bill Barry – fiddle tracks 5 and 10


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Rock, Space Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Into The Woods (6:16)
2. Cottage In The Woods (3:51)
3. The Woodpecker (0:51)
4. Have You Seen Them (6:58)
5. Ascent (3:41)
6. Space Ship Blues (6:35)
7. The Wind (4:09)
8. Vegan Lunch (5:18)
9. Magic Scenes (6:11)
10. Darkland (2:13)
11. Wood Nymph (5:57)
12. Deep Cavern (2:26)
13. Magic Mushroom (9:27)

Gesamtspieldauer: 1:04:03




„Into The Woods“ ist tatsächlich bereits das 30. Studioalbum der Space Rocker von Hawkwind. Am 5. Mai 2017 erschien die Platte auf dem Label Cherry Red Records. Der bald 76-jährige Dave Brock hat es einmal mehr geschafft, ein Album ganz in der Tradition von Hawkwind zu veröffentlichen, wenn dieses im Falle von „Into The Woods“ sogar auch ein wenig experimenteller ausgefallen ist.

Auf „Into The Woods“ hört man ihn natürlich noch, diesen Space Rock, deren Mitbegründer und Miterfinder Hawkwind sind. „Magic Scenes“, „Have You Seen Them“ und das lange Instrumentallied „Magic Mushroom“ am Ende des Albums stehen dafür. Allerdings hört man dieses Genre nicht nur. Immer wieder gibt es Einschübe mit Geräuschen und Gesprächen, die an Lieder angehängt werden oder auch mal, wie im Falle des kurzen Titels „The Woodpecker“, das ganze Lied darstellen und die Platte auflockern. Ebenso stilistisch ist die Scheibe breiter gefächert. „Space Ship Blues“ klingt nach einem Konglomerat aus Country & Western, Hard Rock und Blues, ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und für mich das schlechteste und am wenigsten überzeugende Stück auf „Into The Woods“. Ganz anders die Nummer „Darkland“. Zwar mit ein paar „spacigen“ Hintergrundgeräuschen angereichert, ist das Lied mit einer wunderschönen und sanften Melodie ausgestattet und bewegt sich eher im Bereich des weichen Rocks und könnte gut für den Abspann eines traurigen Films herhalten.

„Into The Woods“ steigert sich in seinem Verlauf. In der ersten Hälfte ist es vor allen Dingen das Lied „Cottage In The Woods“, welches zu überzeugen weiß. Im zweiten Abschnitt hört man dann einige sehr bemerkenswerte und hörenswerte Stücke. Diese sind ganz unterschiedlicher Art und als Beispiele seien hier die bereits erwähnten Lieder „Magic Scenes“, „Darkland“, „Magic Mushroom“ oder das überaus eingängige und rockende „Wood Nymph“ erwähnt. Da machen Hawkwind wahrlich jede Menge Laune.

Fazit: Wer die Musik von Hawkwind mag, wird gewiss „Into The Woods“ auch zu schätzen wissen. Es ist immer wieder interessant zu sehen beziehungsweise zu hören, dass manche Musiker und Bands in ihrem späteren Werk erneut zur Hochform auflaufen und dann wieder Alben veröffentlichen, die über eine weniger gute und mittlere Schaffensphase hinwegtrösten. So verhält es sich auch bei „Into The Woods“ von Hawkwind. Das Album ist abwechslungsreich, rockt, hält nachdenklichere Passagen für die Hörerin und den Hörer parat und experimentiert auch ein wenig. Gelungen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Cottage In The Woods, Magic Scenes, Darkland



Montag, 3. Juli 2017

Slowdive – Slowdive




Slowdive – Slowdive


Besetzung:

Neil Halstead – vocals, guitars, keys and editing
Rachel Goswell – vocals
Christian Savill – guitars
Nick Chaplin – bass guitar
Simon Scott – drums, guitar and electronics


Label: Dead Oceans


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Dream Pop, Shoegazing


Trackliste:

1. Slomo (6:53)
2. Star Roving (5:38)
3. Don't Know Why (4:37)
4. Sugar For The Pill (4:30)
5. Everyone Knows (4:22)
6. No Longer Making Time (5:48)
7. Go Get It (6:09)
8. Falling Ashes (8:00)

Gesamtspieldauer: 46:01




„Slowdive“ heißt das vierte Studioalbum der gleichnamigen englischen Rock Band Slowdive. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 5. Mai 2017 auf dem Platten-Label Dead Oceans. Es ist die erste Veröffentlichung von Slowdive seit 22 Jahren. Das vorherige Album „Pygmalion“ erschien im Jahr 1995.

Auf „Slowdive“ hört man „Dream Pop“ oder „Shoegazing“. Beides beschreibt die Musik der Band sehr gut, wobei man sich unter Dream Pop natürlich sehr schnell etwas vorstellen kann. Größtenteils weiche und verträumte Musik, meist melancholisch und immer melodiös. „Shoegazing“ gilt dagegen als Vorläufer-Genre des Brit-Pop, obwohl sich dieser noch deutlich anders, sehr viel variabler anhört. „Shoegazing“ ist sehr schwelgerische Musik, in der dichte und melodische Klangteppiche erzeugt werden. Dies geschieht mit elektronisch bearbeiteten Gitarrensounds, wie mit Synthesizer-Lagen, die dicht über dicht gestapelt scheinen. Dazu gibt es jede Menge Hall-Effekte, die sowohl auf die Instrumente, wie auch auf den Gesang angewendet werden.

Damit ist die Musik von Slowdive im Grunde genommen schon bestens beschrieben und der Name der Band scheint diese auch bereits bestens auszudrücken. Alles klingt hier weich und in Watte gepackt, wie im Traum, sanft und auf seine Art und Weise vorsichtig. Scharfe Kanten und Ecken gibt es nicht in diesen Liedern, alles wabert durch den Raum, füllt ihn absolut aus. Jeder Akkord, jeder Takt wirkt dabei kompakt und dicht und fast schon undurchdringlich mit all den Lagen an Synthesizer-Wellen, die hier auf einen einströmen.

Leider hat dies auch zur Folge, dass die Lieder sich alle sehr ähneln. Die Musik klingt zwar an jeder Stelle sehr melodisch, jedoch auch fast schon langweilig. Beim Hören von „Slowdive“ wird man einer Art Berieselung ausgesetzt, die ganz nett klingt, allerdings schon beim ersten Mal des Hörens auch sehr uninteressant wirkt. Und so muss man wirklich bis zum letzten Lied der Scheibe warten, bis sich zumindest etwas Abwechslung einstellt. „Falling Ashes“ besteht im Grunde genommen nur aus der Aneinanderreihung von vier Noten, die auf dem Klavier gespielt werden. Um diese herum entstehen wieder diese bereits beschriebenen Klang-Teppiche. Das Lied ist acht Minuten lang und eigentlich furchtbar monoton. Doch genau darin liegt die Schönheit dieses Titels, der fast schon hypnotisch eindringlich aus den Boxen quillt. Genau diese vier Noten machen hier den Unterschied, sind ergreifend und besitzen einen Wiedererkennungswert. Trotz aller Monotonie, die hier wunderschön ist, der Höhepunkt des Albums.

Fazit: Für „Dream Pop“ und „Shoegazing“ muss man wirklich ein Ohr haben, damit diese Art der Musik nicht schnell langweilig wird. Im Bereich des „Shoegazing“ treiben es Slowdive auf „Slowdive“ fast schon auf die Spitze. Alles wirkt unfassbar in Watte gepackt, sodass die Lieder, allesamt melodiös gehalten, kaum mehr unterscheidbar sind. Und plötzlich startet am Ende der Scheibe das Lied mit dem höchsten Monotonie-Faktor und wird zum Höhepunkt des ganzen Albums. Musik ist komisch. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Falling Ashes



Sonntag, 2. Juli 2017

Big Big Train – Grimspound




Big Big Train – Grimspound


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion, co-lead ("A Mead Hall In Winter") and backing vocals
Dave Gregory – guitars
Rachel Hall – violin, voila, cello, co-lead ("As The Crow Flies") and backing vocals
David Longdon – lead and backing vocals, flute, piano, guitars, mandolin, banjo, lute, celesta, synthesizers, percussion
Danny Manners – keyboards, double bass
Andy Poole – acoustic guitar, keyboards, backing vocals
Rikard Sjöblom – keyboards, guitars, backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals


Gastmusiker:

Judy Dyble – vocals ("The Ivy Gate")
Philip Trzebiatowski – cello ("On The Racing Line")


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. Brave Captain (12:37)
2. On The Racing Line (5:11)
3. Experimental Gentlemen (10:01)
4. Meadowland (3:36)
5. Grimspound (6:55)
6. The Ivy Gate (7:26)
7. A Mead Hall In Winter (15:19)
8. As The Crow Flies (6:43)

Gesamtspieldauer: 1:07:52




„Grimspound” heißt das zehnte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Es erschien am 28. April 2017 auf dem bandeigenen Label English Electric Recordings und wurde in derselben Besetzung eingespielt, wie schon der Vorgänger „Folklore“. Ursprünglich war die Veröffentlichung einer EP geplant gewesen, da noch einiges „Material“ bei der Entstehung von „Folklore“ übrig geblieben war. Doch als sich die Band wieder im Studio einfand, scheint deren Kreativität einen weiteren Schub bekommen zu haben und plötzlich zeichnete sich genug Liedmaterial für ein komplett neues Album ab, aus dem schließlich die Scheibe „Grimspound“ entstand. Die frühere Fairport Convention Sängerin Judy Dyble hat dabei einen Gastauftritt und erstmalig konnte sich ein Album von Big Big Train auch in den englischen Charts platzieren und erreichte dort immerhin Platz 45.

Auf „Grimspound“ hört man zwar keinen frickeligen Progressive Rock, keine allzu kühnen Wendungen und Experimente in den Liedern, aber man hört hier sehr eingängigen und melodiösen Rock, der sich im Bereich des RetroProg, Art Rock und mitunter auch Folk bewegt. Die Musik ist größtenteils weich und sanft, was durch die Streichereinlagen der Rachel Hall nochmals bestens transportiert wird. Doch kann man auf „Grimspound“ auch Rock hören, der nach vorne prescht und in dem sich Ex-Spocks Beard Schlagzeuger Nick D'Virgilio austoben kann. Die Musik von Big Big Train deckt ein breites Spektrum an Atmosphären und Stimmungen auf dieser Platte ab, wobei jeder Titel gut ins Ohr geht – ohne Ausnahme.

Gleich die erste Nummer, „Brave Captain“, steht ein klein wenig stellvertretend für das gesamte Album. Sehr symphonischen Prog gibt es hier zu hören, der sich immer wieder wandelt und allen Instrumenten jede Menge Spielraum einräumt. Jedes Instrument darf sich hier entfalten und dabei vor allen Dingen schön klingen. Gleich ein Höhepunkt zu Beginn der Platte. Ebenfalls sehr abwechslungsreich, aus schnelleren und langsameren Passagen bestehend, ist das folgende Instrumentalstück „On The Racing Line“. Auch dieses besticht durch seine Eingängigkeit, beginnt relativ flott und mündet in einen von Streichern dominierten Teil, um schließlich in einen rockigen Abschnitt zu führen. Die Musik macht auch im weiteren Verlauf des Albums Spaß. Erwähnenswert sind hier vor allen Dingen noch das folkige „The Ivy Gate“, bei dem die bereits erwähnte Judy Dyble einen Gesangspart übernimmt. Ebenso sehr lohnenswert klingt „A Mead Hall In Winter“, das mit über fünfzehn Minuten Spieldauer längste Lied des Albums. Das Stück ist eine kleine Reise durch den Kosmos der Big Big Train Musik. Manches Mal fast schon am Rand des Kitsches sich entlanghangelnd, immer auf der Suche nach der schönen und eingängigen Melodie.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch noch der tolle Sound des Albums. Leisere wie lautere Passagen sind perfekt arrangiert und abgemischt. Die Musik bietet damit sowohl beim Nebenbeihören, wie auch laut aufgedreht alles, was das Ohr erwartet. Obwohl man sich etwas verschenken würde, würde man diese Musik einfach nur so nebenbei hören und den Lautstärkeregler nicht ordentlich aufdrehen.

Fazit: „Grimspound“ von Big Big Train ist ein schönes Album geworden, welches mit den Stilen RetroProg, Folk und Art Rock zu spielen versteht. Die darauf zu hörende Musik ist eine sehr eingängige, immer melodiöse. Steht man nicht auf zu viel „Frickelei“ und allzu große Überraschungen, dann kann das Album den Freundinnen und Freunden des melodiösen und symphonischen Progressive Rocks durchaus ans Herz wachsen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Brave Captain, On The Racing Line, The Ivy Gate



Samstag, 1. Juli 2017

The Black Angels – Death Song




The Black Angels – Death Song


Besetzung:

Stephanie Bailey – drums, percussion, philicorda
Christian Bland – guitar, mellotron, bass, vocals, vox continental
Jake Garcia – guitar, bass, vocals
Kyle Hunt – bass, guitar, organ, moog, rheem mk VII
Alex Maas – lead vocals, bass, harmonium


Label: Partisan Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Currency (5:16)
2. I'd Kill For Her (3:37)
3. Half Believing (4:20)
4. Comanche Moon (4:51)
5. Hunt Me Down (3:53)
6. Grab As Much (As You Can) (3:51)
7. Estimate (5:09)
8. I Dreamt (4:22)
9. Medicine (3:31)
10. Death March (3:24)
11. Life Song (6:30)

Gesamtspieldauer: 48:49




The Black Angels sind eine US-amerikanische Psychedelic Rock Band aus Austin, Texas, die sich nach dem Velvet Underground Lied „The Black Angel's Death Song“ benannte. Fünf Studioalben haben sie bisher veröffentlicht. „Death Song” heißt das bisher letzte dieser Reihe und erschien im April des Jahres 2017 auf dem Label Partisan Records – und damit wäre nun der Velvet Underground Titel vollständig umgesetzt.

Bandname sowie Titel des Albums sind hier inhaltlich wie auch musikalisch Programm. „Death Song“ ist ein sehr schwermütiges, dunkles Album geworden. Von Melancholie kann man bei der hier transportierten Atmosphäre schon gar nicht mehr sprechen, sehr viel mehr muss man hier von großer Traurigkeit ausgehen. Dabei sind die Lieder durchaus sehr eingängig gehalten, bleiben bereits nach wenigen Durchläufen hängen. Allerdings sind die einzelnen Stücke mitunter dabei sogar etwas monoton und redundant, was den dunklen Eindruck, die ausweglose Stimmung der Platte jedoch noch zusätzlich befeuert. Aber diese Musik geht definitiv schnell ins Ohr.

Psychedelisch klingt „Death Song“ wahrlich. Die Band spielt mit der Stimmung und scheut sich auch nicht Reminiszenzen aufkommen zu lassen. So ertönen im Lied „I Dreamt“ am Synthesizer erzeugte Vogel-ähnliche Schreie, die es sonst so nur auf Pink Floyds „Echoes“ zu hören gibt. Die Stimme von Sänger Alex Maas wird bei jedem Titel immer wieder verändert, variiert, sei es durch Hall- oder Echo-Effekte, was zusätzlich zu der mitunter fast schon maroden Gesamtatmosphäre beiträgt. Das Tempo der Musik von den Black Angels auf „Death Song” bewegt sich häufig im Mid-Tempo. Ausschläge nach oben und unten gibt es und diese fördern ein wenig die Abwechslung in der Musik auf „Death Song“. Und schließlich endet die Scheibe mit dem Titel „Life Song“. Ein Hoffnungsschimmer? Ein klares „Ja“ dazu. Immer noch getragen klingend, mit Sätzen wie „How can I explain, With no hope, With no chance, As I'm traveling upside down, Into a world of the unknown” und „How can I explain, That I'm dying today, I'm dying, I'm dying, I'm dying to say, I owe you, I'll see you on the other side” bestückt, wird die Musik trotzdem positiver, setzt ein Fünkchen Hoffnung an das Ende der Platte, welches Durchatmen lässt.

Fazit: Psychedelic Rock der eher dunklen Art gibt es von den Black Angels auf ihrem Album „Death Song“ zu hören. Allzu experimentell ist die Musik der Black Angels dabei nicht, dafür jedoch in jedem Takt, in jedem Akkord melodiös. Dazu erfordert der Genuss der Scheibe eine allgemein positive Grundlebenseinstellung, um beim Hören des Albums nicht gleich in Depressionen zu verfallen. Zumeist sind die Lieder eher ruhig und sanft gehalten und im Mid-Tempo angesiedelt. Sehr viel Moll-Musik gibt es auf der Scheibe zu hören. Intensiv ist das auf jeden Fall. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Currency, Estimate, Medicine, Life Song



Freitag, 30. Juni 2017

Styx – The Mission




Styx – The Mission


Besetzung:

Tommy Shaw – acoustic & electric guitars, mandolin, vocals
James Young – electric guitar, vocals
Chuck Panozzo – bass guitar on "Hundred Million Miles From Home"
Todd Sucherman – drums, percussion, waterphone
Lawrence Gowan – piano, b3 organ, synthesizers, vocals
Ricky Phillips – bass guitar


Gastmusiker:

Will Evankovich – additional synthesizers, guitars, sound effects


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Overture (1:23)
2. Gone Gone Gone (2:08)
3. Hundred Million Miles From Home (3:39)
4. Trouble At The Big Show (2:30)
5. Locomotive (5:03)
6. Radio Silence (4:17)
7. The Greater Good (4:10)
8. Time May Bend (2:30)
9. Ten Thousand Ways (1:22)
10. Red Storm (6:04)
11. All Systems Stable (0:17)
12. Khedive (2:04)
13. The Outpost (3:51)
14. Mission To Mars (2:43)

Gesamtspieldauer: 42:06




Und auch Styx haben es nochmals gemacht und im Jahr 2017 ein neues Album veröffentlicht. „The Mission” heißt dieses, es ist ihr inzwischen sechzehntes Studioalbum, erschien bei Universal Music und ist ein Konzeptalbum. Darauf wird die Geschickte einer Marsexpedition im Jahr 2033 erzählt. Es dauerte bis zu dieser Veröffentlichung ganze vierzehn Jahre, damals war im Jahr 2003 mit „Cyclorama” das letzte Album mit eigenem Material erschienen. Die letzte Studioplatte aus dem Jahr 2005, „Big Bang Theory“, bestand lediglich aus Cover-Versionen.

Die Bandbesetzung ist nach diesen vielen Jahren der Pause dieselbe geblieben und Chuck Panozzo spielt erneut genau einen Titel am Bass mit ein. So etwas nennt man dann wohl Beständigkeit. Die Geschichte zu „The Mission“ haben sich Tommy Shaw und Will Evankovich ausgedacht, von denen auch ein Großteil der Kompositionen stammen. Will Evankovich wird allerdings im beiliegenden Booklet nicht als Styx-Mitglied aufgeführt. Musikalisch gesehen scheint die Band sich um Jahrzehnte nach hinten orientiert zu haben. Auf „The Mission“ hört man ihn wieder, den so typischen Styx-Sound, etwas verschachtelt mitunter, angefüllt mit mehrstimmigen Hintergrundgesang, für den die Band schon in ihren ganz frühen Jahren stand. Manchmal klingt es fast so, als ob Ex-Keyboarder, Sänger, Ideengeber und Komponist Dennis DeYoung noch an „The Mission“ beteiligt wäre, doch der hatte seinen letzten Auftritt mit der Band im Jahr 1999 gehabt.

Auf „The Mission“ erklingt eingängiger Rock über Mainstream bis hin zu kleinen Ausflügen in den Bereich des Art Rock. Poppig klingt die Band hier deutlich weniger, als noch auf manch anderer Veröffentlichung. Die Lieder gehen allesamt ziemlich schnell ins Ohr, sind melodiös und zeigen bereits nach wenigen Durchläufen einen gewissen Wiedererkennungswert. Die Scheibe lässt sich gut in einem durchhören, auf die Skip-Taste der Fernbedienung kann man hier gut verzichten. Allen Freundinnen und Freunden der früheren Styx dürfte diese Scheibe durchaus ein Lächeln auf das Gesicht zaubern, denn die Musik klingt einfach innovativer als Vieles, für was Styx in ihrer Karriere auch standen und erinnert immer wieder an die 70er Jahre. Trotzdem bleibt „The Mission“ immer noch ein Rock-Album und kein Progressive Rock-Album.

Fazit: „The Mission” ist eine sehr nach hinten gerichtete Platte geworden. Wer also Neues von Styx erwartet hat, die oder der wird hier enttäuscht werden. Die Band klingt auf diesem Album sehr viel mehr wie in früheren Jahren, als auf späteren Veröffentlichungen. Die Lieder sind melodiös und eingängig. Füllmaterial befindet sich ebenfalls nicht auf der Scheibe, sodass sich die Styx-Fans von früher sicherlich über diese Scheibe freuen werden. Gut gemachter Rock. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Radio Silence, Ten Thousand Ways, Red Storm, Khedive



Donnerstag, 29. Juni 2017

Anathema – The Optimist




Anathema – The Optimist


Besetzung:

Daniel Cavanagh – guitars, vocals, keyboards, bass
Vincent Cavanagh – vocals, guitars, keyboards, programming, bass
Jamie Cavanagh – bass
John Douglas – drums, keyboards, programming
Lee Douglas – vocals
Daniel Cardoso – drums


Gastmusiker:

Greg Lawson – violin
Alistair Savage – violin
Emily Ward – violin
Kobus Frick – violin
Liza Webb – violin
Paul Medd – violin
Tom Dunn – viola
Sophie Rathbone – viola
Robert Anderson – cello
Michael Owers – trombone
Duncan Lyall – double bass
Gregor Reid – SFX editor


Label: K Scope


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Independent, Art Rock


Trackliste:

1. 32.63N 117.14W (1:16)
2. Leaving It Behind (4:28)
3. Endless Ways (5:49)
4. The Optimist (5:37)
5. San Francisco (4:59)
6. Springfield (5:49)
7. Ghosts (4:17)
8. Can't Let Go (5:00)
9. Close Your Eyes (3:38)
10. Wildfires (5:39)
11. Back To The Start (Das Lied endet um 7:35. Nach drei Minuten der Stille startet um 10:35 nochmals ein kurzer "Hidden Track") (11:42)

Gesamtspieldauer: 58:20




Anathema ist Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts als Death Doom Band gestartet, öffnete sich dann über Alternative- und Independent-Rock-Elemente einem sehr viel größeren Publikum und setzt inzwischen einen Trend zur Pop-Rock-Formation um. Dieser Trend wurde mit dem achten Studioalbum „We're Here Because We're Here“ aus dem Jahr 2010 eingeleitet und findet auch in der elften Studioveröffentlichung der Briten, „The Optimist“, aus dem Jahr 2017 seine Fortsetzung.

Auf „The Optimist“ hört man wahrlich keine schlechte Musik und die ein oder andere Nummer geht auch gut ins Ohr – wenn auch noch nicht gleich mit dem ersten Mal des Hörens. Allerdings allzu berauschend oder übermäßig kreativ und ausgefallen klingt Vieles auf „The Optimist“ auch nicht mehr unbedingt. Nimmt man hier als Beispiel den Titel „Can't Let Go“, so hört man allzu fröhlichem „Pop-Rock“ und die Musik von Anathema bewegt sich in weit weniger interessanten Welten, klingt dabei fast schon langweilig und eher allzu beliebig. „Leaving It Behind“ sowie die Instrumentalnummer „San Francisco“ können dagegen sehr viel schneller überzeugen und zum Teil auch mitreißen.

Dies gilt ebenso für die zunächst sehr getragene Nummer „Wildfires“. Hier hören sich Anathema so an, wie in ihrer besten Phase, als sie dem ganz harten Rock gerade eben den Rücken gekehrt hatten. Und nun klingen sie auch nach Art Rock und keineswegs mehr langweilig oder beliebig. Schön steigert sich die Nummer, wird immer intensiver und bleibt dabei doch redundant und auf seine Weise monoton. Bis schließlich alles ab einem gewissen Punkt zu explodieren scheint, kraftvoll und fordernd durchstartet, um letztendlich sehr sanft auszuklingen. Die letzte Nummer „Back To The Start“ startet ebenfalls sanft, mit etwas Meeresrauschen und ruhigen Gitarrenklängen, die vielleicht der Wind in die eigene Richtung bläst. Schließlich wird die Musik voller und getragener. Alles klingt sanft, ein wenig verträumt und steigert sich in vollem Streichergewand, um letztendlich ebenfalls wieder ruhig auszuklingen. Warum dann allerdings nach einer Pause von drei Minuten Stille noch ein sogenannter „Hidden Track“ angeführt wird, der aus Vogelgezwitscher und Hintergrundgeräuschen besteht, das muss man wohl nicht unbedingt verstehen können. Im Grunde genommen war die Zeit für solcherlei Spielereinen, um die Laufzeit der Musik zu verlängern, in den 90er Jahren bereits abgelaufen.

Fazit: „The Optimist“ von Anathema ertönt nur an wenigen Stellen „optimistisch“. Zumeist ist die Stimmung des Albums eine eher dunkle und getragene. Viele Lieder klingen dabei nach gut gemachtem Alternative Rock, weniges nach Art Rock. Doch diese besonderen Stellen gibt es auch auf „The Optimist“ – allerdings leider nicht allzu oft. Richtig begeistern kann das Album zumindest mich nicht mehr, da waren die Veröffentlichungen Ende des alten und Anfang des neuen Jahrtausends doch noch kreativer und packender. Aber wie immer – reine Geschmackssache. Neun Punkte.

Anspieltipps: Leaving It Behind, San Francisco, Wildfires