Sonntag, 16. Februar 2014

Seal – Seal




Seal – Seal


Besetzung:

Seal – vocals, guitar


Gastmusiker (Alle ohne Instrumentenangabe):

Curt Bisquera, Richard Cottle, Paulinho Da Costa, Andy Duncan, Denny Fongheiser, Robin Hancock, Trevor Horn, Guy Isidore, Randall Jacobs, Luis Jardim, Chester Kamen, Mars Lasar, Keith LeBlanc, Mark Mancina, Gary Maughn, Ian Morrow, Jamie Muhoberac, Steve Pearce, Trevor Rabin, John Robinson, Chrissie Schefts, Guy Sigsworth, Kenji Suzuki, Maria Vidale, Doug Wimbish, Bruce Woolley, Gota Yashiki, Wendy & Lisa & Susannah


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rhythm & Blues, Soul, Pop


Trackliste:

1. The Beginning (5:41)
2. Deep Water (5:57)
3. Crazy (4:47)
4. Killer (6:22)
5. Whirlpool (3:56)
6. Future Love Paradise (4:20)
7. Wild (5:19)
8. Show Me (6:00)
9. Violet (8:07)

Gesamtspieldauer: 50:29




Musik kann schon ganz schön komisch sein. Oder sind es etwa die Musiker? Nun, zumindest beschleicht einen dieses Gefühl, wenn man sich die erste Patte von Seal mit dem gleichnamigen Titel anhört. Seal, der mit vollem Namen Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel hießt und je einen brasilianischen und einen nigerianischen Elternteil besitzt, schafft es hier auf seinem Debut-Album den Hörer reichlich zu verwirren.

Sehr viele verschiedene Stilrichtungen bekommt der geneigte Musikkonsument hier präsentiert. Da gibt es R&B, Soul und Pop und sogar ein wenig Rock. Das Ganze ergibt eine Mischung, der man in einem durchgehört, nur schwerlich folgen kann. Zu unterschiedlich werden hier Prioritäten bedient, zu sehr wird der Hörer hier aufgefordert anderen Musikrichtungen zu folgen, die oftmals gar nicht seine eigenen sind. „Crazy“ war der Hit dieses Albums, sagt jedoch nur wenig über den Rest der Platte aus. Dieser verfängt sich im Rhythm & Blues sowie im Soul und wird gerade daher viele Freunde bei Musikliebhabern genau dieser Genres finden. Etwas überraschend ist dabei der Umstand, dass Trevor Horn und Trevor Rabin eine große Rolle bei der Produktion des Albums spielten. Jene beiden Protagonisten, die in den 80er Jahren versuchten Yes wieder auf die Spur zu bringen und hier viele Pop-Einflüsse in diese progressive Band brachten.

Fazit: Diese Spannbreite an verschiedenen Titeln birgt natürlich eine gewisse Abwechslung in sich. Andererseits befördert sie natürlich auch das Betätigen der Skip-Taste. Je nachdem, welche Musik einem mehr zusagt. Einige Höhepunkte wird man haben, dann jedoch allerdings auch Lieder hören, mit denen man so gar nichts anzufangen weiß. Diese Platte ist eher gedacht für Leute, die auf R&B oder Soul stehen, weniger für die Hörer, die auf progressive Musik stehen. Dies war jedoch der Ansatzpunkt für das Album, glaubt man zumindest Seal, der damals sagte, er wäre durch Genesis und Pink Floyd inspiriert gewesen, selbst Musik aufzunehmen. Diese oder ähnlich geartete Musik gibt es hier definitiv nicht zu hören. Trotzdem aber gut gemachte Pop-Musik und für Hörer des Soul oder R&B ebenfalls ein überzeugendes Album. Mich kann das allerdings nur sehr phasenweise begeistern. Allerdings muss ich zugeben, dass Leute, die eben auf R&B oder auch Soul stehen, dies wahrscheinlich ganz anders sehen werden. Sei’s drum, ich finde einige wenige Lieder echt toll, mit dem Rest kann ich leider nur noch sehr, sehr wenig anfangen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Crazy, Killer



Samstag, 15. Februar 2014

Savatage – Gutter Ballet




Savatage – Gutter Ballet


Besetzung:

Jon Oliva – lead vocals, piano, keyboards, bass guitar and drums on "Gutter Ballet"
Criss Oliva – guitars, acoustic guitar
Johnny Lee Middleton – bass guitar
Steve "Doc" Wacholz – drums


Gastmusiker:

Robert Kinkel – additional keyboards
John Dittmar – background shouts and laughs
Stephen Daggett – background shouts and laughs
Jerry Van Deilen – background shouts and laughs
Dan Campbell – background shouts and laughs


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Of Rage And War (4:48)
2. Gutter Ballet (6:20)
3. Temptation Revelation (2:57)
4. When The Crowds Are Gone (5:46)
5. Silk And Steel (2:59)
6. She's In Love (3:52)
7. Hounds (6:29)
8. The Unholy (4:37)
9. Mentally Yours (5:20)
10. Summer's Rain (4:33)


Bonus Track:

11. Thorazine Shuffle (4:44)

Gesamtspieldauer: 52:24




Das sechste Album der US-amerikanischen Band Savatage wurde 1989 unter dem Titel „Gutter Ballet“ veröffentlicht. Und auf dieser Platte ziehen die fünf Musiker aus Tampa, Florida, alle Register ihres Könnens. Das Ergebnis ist ein wahrlich beeindruckendes Album geworden, welches angefüllt ist mit überaus durchdachten Kompositionen, die allesamt melodiös und eingängig sind.

In Form einer Rock-Oper verpackt, gibt es hier wunderschöne akustische Instrumental-Titel wie das warme „Silk And Steel“ zu hören, dann wieder kompromisslosen Heavy Metal wie zum Beispiel beim kraftvollen „The Unholy“ oder aber solch Höhepunkte des Progressive Metal, wie das Titellied „Gutter Ballet“. Über allem schwebt dabei das Gefühl der beiden Hauptkomponisten Jon und Criss Oliva für die perfekte Melodie, für die Harmonie, die den Hörer zu packen versteht und nicht mehr loslässt.

Dies wird zum Teil fast schon minimalistisch nur mit der akustischen Gitarre erreicht, ein anderes Mal dann wieder bombastisch und pompös – ohne dabei auch nur im Geringsten aufgesetzt zu wirken. Zudem tragen viele atmosphärische Wechsel in der Musik auf „Gutter Ballet“ dazu bei, dass die Spannung immer hochgehalten wird. Kein Titel gleicht dem anderen, alles ist perfekt arrangiert. Zwar gibt es auch Nummern, die eher in der Kategorie „ganz nett“ einzustufen sind, dafür allerdings jede Menge Höhepunkte. Und einen richtigen „Ausfall“ sucht man auf dieser Platte ebenfalls und glücklicherweise vergeblich.

Fazit: „Gutter Ballet“ hat jetzt bereits fast 25 Jahre auf dem Buckel und klingt immer noch kraftvoll und begeisternd, modern und im Jetzt verhaftet. Wer auf guten Progressive Metal steht, der sowohl die weicheren wie auch die härteren Passagen in sich trägt, der kann mit diesem Album garantiert nichts falsch machen. Die Musik setzt sich schnell im Ohr des Hörers fest, wirklich lohnenswert sich dieses Album zu geben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Gutter Ballet, When The Crowds Are Gone, Silk And Steel



Freitag, 14. Februar 2014

Led Zeppelin – III




Led Zeppelin – III


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – bass guitar, organ, moog synthesiser, mandolin, double bass in "Bron-Y-Aur Stomp"
Jimmy Page – acoustic, electric and pedal steel guitar, banjo, dulcimer, production, bass guitar on "That's The Way"
Robert Plant – lead vocals, harmonica


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock, Rock


Trackliste:

1. Immigrant Song (2:25)
2. Friends (3:55)
3. Celebration Day (3:29)
4. Since I've Been Loving You (7:24)
5. Out On The Tiles (4:07)
6. Gallows Pole (4:56)
7. Tangerine (3:10)
8. That's The Way (5:37)
9. Bron-Y-Aur Stomp (4:16)
10. Hats Off To (Roy) Harper (3:43)

Gesamtspieldauer: 43:02




Blues und schweren Rock gibt es auf Platte Nummer drei von Led Zeppelin, aus dem Jahr 1970, nur noch wenig zu hören. So hält „III“ zwar auch noch ein wenig Heavy Rock für den Hörer parat, jedoch deutlich weniger als auf dem Vorgängeralbum. Beispiele für die rockigeren Seiten des Albums sind sicherlich der Opener „Immigrant Song“, wohl auch das bekannteste Lied der Platte. Dies liegt wohl nicht zuletzt am zum Teil sehr hohen Gesang in Verbindung mit einigen gekreischten „Aaaaahs“. „Celebration Day“ ist ebenfalls ein Rocker, jedoch schon ein wenig gemäßigter. „Out On The Tiles” gehört darüber hinaus auch noch in die Schublade Hard Rock, richtig überzeugen kann diese Nummer allerdings nicht mehr. Dazu fehlt einfach was. Blues gibt es dagegen beim längsten Titel des Albums „Since I've Been Loving You“ zu hören. Eine sich steigernde Nummer, die durchaus gegen Ende hin auch härtere Rock-Anleihen beinhaltet und gerade dort durch einen fetten Orgelsound zu überzeugen weiß.

Nun und der Rest? Dabei handelt es sich häufig tatsächlich um Folk-Rock, der mal ruhiger, mal etwas flotter vorgetragen wird. Den Anfang macht hier der zweite Titel „Friends“. Eine richtig schöne und lockere Nummer, ein klein wenig orientalisch angehaucht und eines jener Lieder, die gleich beim ersten Hören hängenbleiben. Hier gibt es jetzt auch Streicher, die dem Ganzen diesen etwas „südöstlicheren“ Touch verleihen. Die ehemals zweite Seite der Platte wird mit „Gallows Pole” eingeleitet. Akustischen Folk-Rock gibt es hier jetzt zu hören, nur die Stimme des Robert Plant klingt nun noch nach Rock. „Tangerine“ ist eine noch sehr viel ruhigere Akustiknummer – zumindest zunächst. Sehr eingängig und melodiös, verträumt und etwas melancholisch klingend. Nun, so setzt sich die einmal eingeschlagene Stimmung der Platte fort. „That’s The Way“ fällt in die gleiche Kategorie wie „Tangerine“. Schöner und bisweilen sogar zarter Folk-Rock, der eingängig ist und wirkt. Diesen Akustik-Rock gibt es dann mit „Bron-Y-Aur Stomp” in einer etwas stampfenderen Version. Ein Lied, welches nach einem walisischen Ort benannt ist, in dem sich Page und Plant trafen, um sich über das weitere Vorgehen nach dem erfolgreichen Album „II“ auszutauschen. Die Ergebnisse dieser Überlegungen hört man hier auf „III“: Sehr viel akustische und vor allem auch ruhigere Musik, als noch auf dem Vorgänger. Beschlossen wird die Platte schließlich mit dem, wohl eher als Spaß gemeinten „Hats Off To (Roy) Harper“. Das Lied klingt zwar ein bisschen nach Blues, scheint in dieser Präsentation jedoch als kleines „lustiges“ Experiment gedacht gewesen zu sein.

Fazit: Das Album hat was. Zwar wieder anders als der Vorgänger, aber auch so überzeugen Led Zeppelin – dieses Mal eben mehr mit den eher ruhigen und akustischen Tönen. Die ehemalige Seite 1 ist dabei noch ein wenig rockiger aufgebaut, die zweite LP-Seite wird dagegen deutlich von der Akustikgitarre und den sanfteren Tönen dominiert. Eine schöne Mischung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Friends, Tangerine



Donnerstag, 13. Februar 2014

Rhythmische Beobachter – 1 Leben




Rhythmische Beobachter – 1 Leben


Besetzung:

Fredi Grosser – Stimme
Beefeen Altinger – Schlagzeug und Bass
hel.de – Synthesizer
Gogo Eisert – Gitarre


Label: Appartment Entertainment


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Brandenburg (2:11)
2. 3 Worte (5:58)
3. Lofi Part 1(1:37)
4. Madeleine (3:24)
5. Upon Avon (3:03)
6. Viertel (3:02)
7. Lofi Part 2 (3:46)
8. Papa (5:51)
9. Kisses (3:11)
10. Preloaded (4:35)
11. Gloria (4:54)

Gesamtspieldauer: 41:32

Bei der Musik der dritten Platte der Rhythmischen Beobachter aus München, handelt es sich um elektronische, sehr vom Synthesizer dominierte Musik, die mal mit Text, mal ohne sprachlichen Inhalt versehen wurde. Dabei spannt die Band die Stimmungen und Atmosphären von sphärisch schwebend bis hin zu treibenden und pulsierenden Stücken. Beispielhaft stehen hierfür gleich die ersten beiden Nummern. Hält das Stück „Brandenburg“ zunächst noch eine nach vorne preschende Perkussion für den Hörer parat, so überwiegt bei diesem Titel im weiteren Verlauf dann schließlich die losgelöste Stimmung durch wabernde Synthesizer-Klänge. Ganz anders jedoch „3 Worte“. Hier wird dem Rhythmus ein noch deutlich größerer Stellenwert eingeräumt. Der Synthesizer erzeugt - neben den bereits erwähnten sphärischen Sounds - zusätzlich sehr viel treibendere Töne, die dann schließlich noch durch eine melodiöse und eindringliche Gesangslinie ergänzt werden. Ein tolles Lied, welches diese gewisse Nachhaltigkeit und den Wiedererkennungswert in sich trägt.

Nun, so wird die CD fortgesetzt. Instrumentalmusik reiht sich an Titel, auf denen Fredi Grosser singt – oder genau umgekehrt. Das Besondere daran ist auch die sprachliche Mannigfaltigkeit der Titel. Findet die Band bei „3Worte“ noch deutsche Worte, so wählt sie bei „Madeleine“ die französische Sprache. „Viertel“ wird erneut in Deutsch vorgetragen und hält einen treibenden Groove für den Hörer parat. Auf „Papa“ wird dagegen italienisch gesungen. Dieses Mal bekommt das Piano seinen Auftritt. Alles wabert zunächst umher und schließlich entwickelt sich, mit Einsetzen des Gesangs, erneut eine sehr melodiöse und spannende Nummer, die gleichzeitig auch mit den Höhepunkt des Albums darstellt. Hier wird nun auch ein wenig Backgrund-Gesang mit eingebaut und dadurch zusätzlich die Spannung erhöht.

Nun die Sprache der Pop- und Rockmusik darf aber natürlich auch nicht fehlen. Englisch gibt es bei „Kisses“ zu hören, auch wenn sich dies hier nur auf ganz wenige, etwas gehauchte Wörter beschränkt. Rocken können die vier Musiker übrigens auch, wie sie zu Beginn und gegen Ende von „Preloaded“ beweisen. Das klingt an diesen Stellen durchaus hard’n’heavy und stellt somit eine schöne Abwechslung auf der Platte dar. Bei den weiter vorhandenen Titeln handelt es sich allesamt um Instrumentalnummern, die mit der Rhythmik spielen und diese mal mehr, mal weniger zur Geltung kommen lassen und vielleicht noch den ein oder anderen Sprachfetzen aufweisen.

Fazit: Das Schöne an diesem Album der Rhythmischen Beobachter ist, dass sie hier einmal mehr ihr Gespür für die Melodie offenbaren. Zudem ist „1 Leben“ sehr vielschichtig. Mitunter glaubt man Kraftwerk herauszuhören, dann befindet man sich bei Tangerine Dream, schließlich bei freieren Werken des Klaus Schulze. Manches klingt hier zudem ein wenig experimentell, anderes wieder sehr ausgereift. Die Mischung macht es hier. Ein schönes Album mit einigen Höhepunkten, welches mit jedem weiteren Hören zu wachsen versteht. Neun Punkte.

Anspieltipps: 3 Worte, Papa, Reloaded

Mittwoch, 12. Februar 2014

The Beatles – A Hard Day’s Night




The Beatles – A Hard Day’s Night


Besetzung:

John Lennon – vocals, acoustic and electric (six and twelve-string) guitars, piano, harmonica, tambourine
Paul McCartney – vocals, acoustic and bass guitars, piano, cowbell
George Harrison – vocals, acoustic and electric (six and twelve-string) guitars, claves
Ringo Starr – drums and percussions


Gastmusiker:

George Martin – piano on "A Hard Day's Night"
Norman Smith – bongos on "A Hard Day's Night"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1964


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. A Hard Day's Night (2:33)
2. I Should Have Known Better (2:44)
3. If I Fell (2:22)
4. I'm Happy Just To Dance With You (1:59)
5. And I Love Her (2:31)
6. Tell Me Why (2:10)
7. Can't Buy Me Love (2:15)
8. Any Time At All (2:13)
9. I'll Cry Instead (1:48)
10. Things We Said Today (2:39)
11. When I Get Home (2:18)
12. You Can't Do That (2:38)
13. I'll Be Back (2:21)

Gesamtspieldauer: 30:30 




Das dritte Album der Beatles „A Hard Day‘s Night“ erschien im Sommer 1964 und war zur Untermalung des gleichnamigen Films gedacht, den United Artists mit dieser aufstrebenden Band produzieren wollte. Zwei Besonderheiten gibt es auf diesem Album zudem. Zum einen war es das erste Album der Band, welches ohne Cover-Versionen auskam, alle Titel stammen vom Duo John Lennon und Paul McCartney, wobei hier John Lennon eine sehr viel größere Rolle zukam. Zudem ist es auch die einzige Platte der Beatles, auf der Ringo Starr keinen Gesangspart übernahm.


Nun, zur Musik ist zu sagen, dass auch diese, genau wie die ersten beiden Platten, noch sehr im Pop der Sechziger verwurzelt ist. Nicht weiter schlimm und auch logisch, denn genau da ist diese Musik schließlich auch entstanden. Und es gibt bereits einige wirkliche Beatles-Klassiker zu hören. Sogar deutlich mehr als auf „Please,Please Me“ und „With The Beatles“. Da ist zum einen natürlich der Titelsong und gleichzeitig auch eines der Lieder, welches vielen Leuten einfällt, wenn sie nach drei Stücken dieser Band aus Liverpool gefragt werden: „A Hard Day‘s Night“. Eingeleitet mit einem Gitarrenakkord entwickelt sich ein treibender und überaus melodischer Song, der auch nach vielen Jahrzehnten noch nichts von seinem Reiz und seiner Eingängigkeit verloren hat. Weiter geht es mit „I Should Have Known Better”. Ebenfalls ein Beatles-Klassiker, bei dem vor allen Dingen die Mundharmonika des John Lennon, neben diesem Gespür der Band für die Harmonie und Melodiösität, in Erinnerung bleibt.

„ If I Fell” ist dagegen eine Ballade oder wohl eher ein Schmachtfetzen, der von dem wieder deutlich treibenderen „I'm Happy Just To Dance With You“ gefolgt wird. Der textliche Inhalt wird hier allerdings beibehalten. Nun, das passiert auch beim nächsten Titel, wie der Name „And I Love Her“ bereits verspricht. Hier punktet allerdings wieder die Melodie, einmal gehört hat diese Nummer jenen gewissen Wiedererkennungswert, der auch durch das tolle Gitarrenspiel des George Harrison mit untermauert wird.

„Tell Me Why“ ist schließlich wieder etwas flotter unterwegs und nicht weiter auffällig, was man von „Can't Buy Me Love“ schon nicht mehr behaupten kann. Ein tolles und fröhliches Lied, bei dem nur die Aussprache des „Can’t“ etwas überrascht, denn diese ist nicht mehr Englisch, sondern US-amerikanisch. Ob das wohl ein Zugeständnis an den Film durch United Artists war? „Any Time At All” ist dann erneut eines der weniger bekannten Stücke der Beatles. Etwas rockig gehalten und ziemlich typisch für die damalige Zeit. Okay, zum Text jetzt keine Worte mehr. „I'll Cry Instead” ist ein schöner Rock’n’Roll, „Things We Said Today” ein Lied im Mid-Tempo, jedoch nicht übermäßig herausstechend. Das ist auch bei den folgenden Nummern der Platte „When I Get Home“ und „You Can't Do That”, beides rockige Stücke, nicht der Fall. Dieses Gefühl für die tolle Melodie offenbaren die Musiker allerdings nochmals im letzten Stück der Platte: „I'll Be Back”. Ein Lied, wieder etwas ruhiger gehalten. Hier gibt es erneut eine tolle Idee, die Eingängigkeit und das Außergewöhnliche in der Musik der Beatles zu hören.

Fazit: Die Beatles hatten sich auf den Weg gemacht die Welt, jetzt ganz auf sich selbst gestellt, mit ihren eigenen Titeln zu erobern. Und das schaffen sie hier auf „A Hard Day’s Night“ schon sehr eindrucksvoll. Zwar sind auf dieser Platte die „Übersongs“ noch nicht ganz so häufig und intensiv vertreten, wie auf einigen späteren Alben der Beatles, allerdings ist die Weiterentwicklung zu einer der besten und erfolgreichsten Musikgruppen schon sehr deutlich zu spüren und vor allen Dingen zu hören. Mit knapp über 30 Minuten Spielzeit stellt „A Hard Day’s Night“ übrigens auch eines der kürzesten Studio-Alben dar, welches ich kenne. Acht Punkte.

Anspieltipps: A Hard Day's Night, I Should Have Known Better, Can't Buy Me Love, I'll Be Back



Dienstag, 11. Februar 2014

Eagles – On The Border




Eagles – On The Border


Besetzung:

Don Felder – electric guitar, slide guitar on "Already Gone" and "Good Day In Hell"
Glenn Frey – lead vocals, lead guitar, slide guitar, piano
Don Henley – lead vocals, drums, guitar
Bernie Leadon – lead vocals, lead guitar, banjo, steel guitar
Randy Meisner – lead vocals, bass guitar


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Already Gone (4:15)
2. You Never Cry Like A Lover (4:01)
3. Midnight Flyer (3:58)
4. My Man (3:29)
5. On The Border (4:23)
6. James Dean (3:38)
7. Ol' 55 (4:21)
8. Is It True? (3:14)
9. Good Day In Hell (4:25)
10. The Best Of My Love (4:34)

Gesamtspieldauer: 40:29

Das dritte Album der Eagles erschien 1974 unter dem Titel „On The Border“. Und irgendwie hatte die Band auch eine Grenze überschritten, denn der Fokus lag nicht mehr ganz so sehr auf der Country Musik, auch Rock-Songs und Blues-Elemente hatten vermehrt in die Musik, der jetzt fünf Amerikaner Einzug gefunden. Country gibt es noch bei den Titeln „Midnight Flyer“ und etwas zurückhaltender bei „My Man“ sowie dem Tom Waits Cover „Ol‘ 55“ zu hören. Bei den beiden letztgenannten Alben liegt das allerdings vor allem an dem eindringlichen Sound der Slide Gitarre.

Dann gibt es allerdings auch unglaubliche Schmachtfetzen zu hören. Bei solch Titeln wie „The Best Of My Love” muss schon absolut der eigene Musikgeschmack getroffen werden, um mit diesem unglaublichen Schmalz etwas anfangen zu können. Beim Singen solcher Texte werden viele Menschen auch rot. „You Never Cry Like A Lover“ fängt sogar noch durchaus rockig an, man hört zunächst ein eingängiges Piano und dann ertönt die E-Gitarre, um dann allerdings auch hier triefend in irgendeinem Liebesgesäusel zu versinken. Der rockigere Teil wird allerdings immer wieder aufgegriffen und genau da liegt dann auch die Stärke des Stücks.

Nun, was hätten wir denn dann noch? „Already Gone“ ist ein ganz netter und eingängiger Rock’n’Roll, der aber durchaus positiv hervorsticht und diesen gewissen Groove aufweist. Der Titelsong „On The Border“, ehemals der letzte Titel der ersten Seite, ist ein wenig funkig angelegt, hat durchaus seine Stärken, die einem zum Mitwippen animieren und steigert sich auch mit jedem weiteren Hören. Deutlich rockiger wird es dann bei „James Dean“. Zunächst hört man eine richtig rockige Gitarre, dann geht das Lied allerdings wieder in einen Rock’n’Roll über, bei dem vor dem geistigen Augen irgendwelche Damen durch die Luft geschleudert und hoffentlich wieder aufgefangen werden. „Is It True?“ ist dann eher eine etwas verträumtere Nummer, melodiös und eingängig. Über den Text möchte ich allerdings auch hier wieder den Mantel des Schweigens legen. Wahnsinn, was in der Musik so alles verzapft wird. Bliebe schließlich noch „Good Day In Hell“. Hier wird nun richtig gerockt und auch sonst weiß der Titel zu überzeugen, sodass sich hier wohl das beste Lied der Platte präsentiert wird.

Fazit: Ich weiß nicht, was es ist, aber die so erfolgreichen Eagles, die sogar das meistverkaufte „Best Of-Album“ aller Zeiten veröffentlichten, zusammengestellt aus den ersten Platten, zu dieser Band finde ich zu Beginn ihrer Karriere einfach keinen Zugang. Die Platte ist zwar etwas besser, als die beiden Scheiben zuvor, so richtig umhauen kann einen diese Musik aber immer noch nicht – zumindest mich nicht. Soll allerdings nichts heißen, denn wer auf Rock mit leichtem Country-Einschlag steht und wem die Texte auch nicht wirklich wichtig sind, die oder der kann hier vielleicht etwas für sich finden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: On The Border, James Dean, Good Day In Hell



Montag, 10. Februar 2014

CocoRosie – Noah’s Ark




CocoRosie – Noah’s Ark


Besetzung:

Bianca “Coco” Casady – all instruments and vocals
Sierra “Rosie” Casady – all instruments and vocals


Gastmusiker (ohne Instrumentenangabe):

Antony
Devendra Banhart
Greg Regove
Diane Gluck
Jana Hunter
Ardzen
Spleen


Label: Touch And Go Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Post Rock, Art Pop, Freak Folk


Trackliste:

1. K-Hole (4:10)
2. Beautiful Boyz (4:38)
3. South 2nd (4:10)
4. Bear Hides And Buffalo (4:14)
5. Tekno Love Song (3:55)
6. The Sea Is Calm (3:40)
7. Noah's Ark (4:13)
8. Milk (0:35)
9. Armageddon (4:04)
10. Brazilian Sun (4:38)
11. Bisounours (4:07)
12. Honey Or Tar (2:09)

Gesamtspieldauer: 44:32




Erneut ist es eine Reise, auf die die beiden Schwestern Bianca “Coco” und Sierra “Rosie” Casady ihre Hörer schicken. Das Album ist angefüllt mit melancholischer und auch trauriger Musik, die über und über unterfüttert wurde mit zahlreichen Nebengeräuschen. Da gluckert und blubbert es, da wird gemaunzt, gewiehert und gegrunzt, es klingelt und scheppert, man hört dumpfes Stampfen, Gequake, verzerrte Stimmen und Rauschen in vielen Variationen.

Dazu gesellt sich einmal mehr der Gesang der beiden Schwestern, der zwischen opernhaftem Sopran und kindlich naiver Akzentuierung hin- und herwechselt. Dies alles lässt das Hörerlebnis auf dem Album sehr intensiv werden, hinterlässt Eindruck und eine gewisse Faszination. Allerdings darf der Umstand auch nicht unerwähnt bleiben, dass „Noah’s Ark“ kein Album ist, welches sich einem gleich beim ersten Hören uneingeschränkt erschließt. Einige Durchgänge sind hier vonnöten, um diese Klaggebilde zu öffnen, deren Schönheit zu erhören und darin eintauchen zu können.

Dies allerdings vor dem Hintergrund, dass alles überaus melodiös und harmonisch gehalten ist, jedoch in seiner Art und Weise durchaus auch schräg klingt, mitunter überaus ungewöhnlich, manchmal zudem verworren. Neben zahlreichen Loops wird dem Piano häufig eine sehr zentrale Rolle in der Instrumentierung eingeräumt, wodurch die Musik immer weich und warm klingt. Und kommt dieses Instrument einmal nicht zum Einsatz, dann wird diese Position von einer sanft klingenden Akustik-Gitarre übernommen, eine Harfe erklingt oder man hört ein Glockenspiel.

Fazit: Keine einfache Musik präsentieren uns CocoRosie hier auf ihrem zweiten Studioalbum aus dem Jahr 2005. Dies ist eine Art der Musik, die es zu erarbeiten gilt. Das Besondere ist neben der Instrumentierung mit all ihren Soundeffekten und Geräuschen ganz klar der Gesang der beiden Schwestern. Dieser kindliche Gesang in Kombination mit einer Sopran-Stimme ist wohl eine sonst so nirgendwo anzutreffende Kombination. All das macht diese Platte überaus spannend, wobei es sich lohnt, sich viel Zeit und Ruhe für das Hören einzuplanen. Nebenbei konsumieren geht hier einfach nicht. Elf Punkte.

Anspieltipps: South 2nd, Bear Hides And Buffalo



Sonntag, 9. Februar 2014

Zaz – Zaz




Zaz – Zaz


Besetzung:

Isabelle Geffroy – chant, guitar, chœurs


Gastmusiker:

Bruce Cherbit – batterie, tambourine
Manuel Marchès – contrebasse
Germain Guyot – piano, clavier, chœurs
Fred Lafage – guitars acoustiques, harmonium, guitars electrique, ukulele
Antoine Reininger – contrebasse
Alban Satour – guitar electrique, chœurs
Pascal Palisco – accordéon
Toby Dmmit – batterie
Mathieu Verlot – contrebass
Robert Aaron – cuivres
Paris Horns – section cuivres
Christian Martinez – trompette
Denis Leloup – trombone
Thierry Farrugia – saxophone alto, tenor, baryton
Guillaume Juhel – guitar
Henrik André – violin manouche
Raphaël Haroche – guitars acoustique, chœurs


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Chanson


Trackliste:

1. Les Passants (3:33)
2. Je Veux (3:39)
3. Le Long De La Route (3:37)
4. La Fée (2:53)
5. Trop Sensible (4:00)
6. Prends Garde À Ta Langue (3:41)
7. Ni Oui Ni Non (3:32)
8. Port Coton (2:56)
9. J'Aime À Nouveau (3:51)
10. Dans Ma Rue (4:40)
11. Éblouie Par La Nuit (2:41)

Gesamtspieldauer: 39:04




Okay, die erste Platte von Zaz alias Isabelle Geffroy, die auch gleich mit Zaz betitelt wurde. Diese läuft in diversen Foren und Plattenläden überraschender Weise unter dem Genre „Jazz“. Was die Musik der Französin allerdings mit Jazz zu tun haben soll, das erschließt sich mir nicht wirklich. Nein, dieses Album hat im Grunde genommen überhaupt nichts mit Jazz zu tun, denn das, was man hört, ist ganz eindeutig französischer Chanson. Aber sei es drum, ein falsches Genre hat noch nie etwas über die Musik ausgesagt.

Und jetzt oute ich mich wohl nicht allzu überraschend. Das ist im Grunde genommen überhaupt nicht meine Musik, nicht meine Baustelle. Französisches Chanson? Es gibt wohl nicht viel bessere Möglichkeiten sich den Tag zu versauen. Schuld sind daran mit Sicherheit meine Französisch-Lehrer gewesen. Alle zusammen. Okay, italienische Musik mag ich auch nicht so besonders, Adriano Celentano und noch sehr viel schlimmer Eros Ramazzotti und solche Konsorten. Waren das jetzt die Latein-Lehrer? Ne, die waren eigentlich durch die Bank weg sehr nett. Mit englischer Musik kann ich am meisten anfangen, waren die Englisch-Lehrer besser als die Französisch-Lehrer? Auch nicht unbedingt. Vieles Deutsche gefällt mir auch, aber da hatte ich in der Schule auch so ein paar Kandidaten…

Nein, es ist nicht die Prägung durch die Schule, es ist wohl immer die Musik selbst, die einen begeistert oder eben nicht – niemals die Sprache. Zaz langweilt, auch wenn Isabelle Geffroy in vielen Internet-Foren oder Plattenbewertungen über den grünen Klee gelobt wird. Das Besondere finde ich einfach nicht in dieser Musik, die allerdings trotzdem auch für mich an manchen Stellen immer wieder ganz nett klingt. Trotzdem kann ich nur mit sehr wenigen Titeln dieses Albums etwas anfangen. Das sind vor allem „La Fée“, „Port Coton“, „Trop Sensible“ und mit kleinen Abstrichen auch noch die letzte Nummer „Éblouie Par La Nuit“. Hier gelingt es der Sängerin mich zu packen und einzufangen. Hier höre ich Melodiösität und Eingängigkeit, die mich trifft, hier fühle ich mich angesprochen und auch bereichert.

Oftmals nervt der Rest der Platte allerdings, wenn es zum Beispiel bei „Ni Oui Ni Non” solch einen unsäglichen Hintergrund-Chor gibt, der tatsächlich in den Credits so genannt wird, allerdings nur „Non“- oder „Oui“-Geschrei darstellt. Das wirkt dann alles so unglaublich aufgesetzt. Manchmal kann man es auch gar nicht so genau festmachen, woran es eigentlich noch liegt, dass einem eine bestimmte Musik einfach nicht zusagt – bei Zaz geht das aber. Auch wenn „Les Passants” im Grunde genommen eingängig ist, es nervt dieses „Schajananeibobadobabi“, in anderen Liedern heißt es „Dödödödödö“, dann wieder „Dababadibab“. Oder wie wäre es mit „Bobabobadadabäih“? So etwas kann man natürlich mal als Stilmittel einsetzen, um den Swing, den Groove oder was weiß ich zu untermalen. Aber andauernd? Nein, das geht einem mit der Zeit auf den berühmten Zeiger.

Fazit: Irgendetwas hat die Musik von Zaz auf diesem Album. Da gibt es drei wahrlich schöne Titel. Trotzdem ist das kein Album, welches man in einem durchhören kann, da sich darauf auch Lieder befinden, die wahrlich für nicht so Chanson-erfahrene Hörer sehr gewöhnungsbedürftig sind. Diese Wortkreationen nerven zudem überaus. Und wer des Französischen mächtig ist, der sollte sich auch mal durch die Texte lesen. Geistreich ist hier oftmals auch anders. Sechs Punkte.

Anspieltipps: La Fée, Trop Sensible, Port Coton



Samstag, 8. Februar 2014

Yes – The Yes Album




Yes – The Yes Album


Besetzung:

Jon Anderson – vocals, percussion
Chris Squire – bass, vocals
Steve Howe – guitars, laúd (credited as "vachalia") on "Your Move", vocals
Tony Kaye – piano, organ, moog synthesizer
Bill Bruford – drums, percussion


Gastmusiker:

Colin Goldring – recorders on "Your Move"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Yours Is No Disgrace (9:41)
2. The Clap (3:16)
3. Starship Trooper (9:28)
a. Life Seeker
b. Disillusion
c. Würm
4. I've Seen All Good People (6:55)
a. Your Move
b. All Good People
5. A Venture (3:20)
6. Perpetual Change (8:57)

Gesamtspieldauer: 41:44



Mit “The Yes Album” haben die Musiker von Yes endgültig ihren Stil gefunden. Zwar hatten sich noch nicht alle Mitwirkenden der „klassischen“ Phase der Band gefunden, jedoch vollzog Steve Howe hier seinen ersten Auftritt, er hatte Peter Banks an der Gitarre ersetzt. Und das hört man auch gleich, sein Gitarrenspiel wurde zu einem prägenden Stilmittel – auf diesem Album und auch bei den folgenden Veröffentlichungen von Yes. Und das liegt nicht nur an dem Titel „The Clap“, welcher als akustische Gitarren-Nummer so gar nicht typisch ist für diese Scheibe. Zudem ist der Titel sogar ein Druckfehler, der allerdings von Plattencover zu Plattencover und CD-Booklet zu CD-Booklet übertragen wurde. Eigentlich sollte die Nummer nämlich nur „Clap“ heißen, womit der Klaps gemeint war, den Steve Howes Sohn nach der Geburt im Krankenhaus bekommen hat, um ordentlich loszuschreien. Die Nummer ist überraschenderweise live eingespielt worden, denn man hört am Ende das Publikum applaudieren und wurde auch fester Bestandteil eines jeden Yes-Konzerts.


Aber, wie bereits erwähnt, ist dieser sehr gelungene Instrumental-Titel so gar nicht beschreibend für dieses Album, wenn auch die Akustik-Gitarre des Öfteren ihren Einsatz auf der Platte findet. Beim Rest der Platte handelt es sich hauptsächlich um sehr eingängigen und melodiösen Progressive Rock, der auch immer mit Text unterlegt wurde. Dies hört man gleich im ersten Titel „Yours Is No Disgrace“. Rockig und kraftvoll beginnt das Lied, man hört anschließend Anderson, Squire und Howe im Chor singen und es entfaltet sich ein überaus abwechslungsreiches Lied, welches sich aus verschiedenen, manchmal treibenden, dann wieder fast schon schwebenden Abschnitten zusammensetzt. Es gibt einen fetten Hammond-Sound, das Wah-Wah findet seinen Einsatz und auch fast schon sehnsüchtige Abschnitte bekommt man zu erhören, die ein klein wenig an Genesis derselben Zeit erinnern. Schließlich mündet alles in einem wunderschönen Gesangsteil des Jon Anderson, der hauptsächlich wieder mit der akustischen Gitarre untermalt ist, um schließlich wieder in den teibenderen Part zu münden. Auch der dritte Titel „Starship Trooper“ passt perfekt in die Schublade „Progressive Musik“. Aus drei verschiedenen Abschnitten zusammengesetzt sorgt auch dieses Lied für jede Menge Abwechslung, wunderschöne Melodien und viele spannende Momente. Besonders herauszuheben sind dabei der zweite und dritte Teil dieses Liedes. Tolle Harmonien und ein fast vierminütiger Abspann, der sich steigert und steigert und dabei ebenfalls so überaus eingängig ist.

Die ehemalige zweite Seite der Platte startet mit „I've Seen All Good People“. Und auch hier stechen der tolle Gesang und das Gespür der Band für die Melodie hervor. Erneut spielt auch die akustische Gitarre des Steve Howe eine tragende Rolle, es klingt und vereinnahmt den Hörer. Trotzdem ist das natürlich keine Musik, die in den Hitparaden dieser Welt gespielt wird und auch nie gespielt wurde. Dazu sind die Arrangements zu vertrackt, es gibt Stimmungs-, Tempo- und Rhythmuswechsel und man muss sich auf diese Art der Musik einlassen können, in sie eintauchen, um wahrlich darin aufgehen zu können. Die beiden letzten Titel fallen qualitativ ein klein wenig gegenüber den ersten vier Liedern ab. Aber nur wenig. „A Venture“ gebiert sich zunächst fast schon wie ein ganz normales Pop-Lied, um dann in einem jazzigen Part auszuklingen. Bei „Perpetual Change“ wird dagegen schnell wieder klar, dass man sich hier auf dem Gebiet des Progressive Rock bewegt. Wieder einmal wird der Hörer durch verschiedene Stimmungen geführt, wobei in diesem Fall die entsponnen Melodiebögen allerdings nicht ganz so überzeugen können.

Fazit: Die „Yes-Reise“ hatte mit „The Yes Album“ so richtig begonnen. Die britischen Musiker sollten nun einige unglaublich gute Platten veröffentlichen, wobei dieses Album hier den eigentlichen Auftakt darstellte. Wer progressive Rock-Musik mag, wer die frühen Yes liebt, diese Platte jedoch nicht kennt – kaum vorstellbar – die oder der hat etwas verpasst. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Yours Is No Disgrace, Starship Trooper, I've Seen All Good People



Freitag, 7. Februar 2014

Supertramp – Indelibly Stamped




Supertramp – Indelibly Stamped


Besetzung:

Roger Hodgson – acoustic and lead guitar, bass guitar, lead vocals
Rick Davies – harmonica, keyboards, lead vocals
Kevin Currie – percussion, drums
Frank Farrell – bass guitar, piano, electric piano, accordion, backing vocals
Dave Winthrop – flute, saxophone, lead vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Rock’n’Roll


Trackliste:

1. Your Poppa Don't Mind (3:04)
2. Travelled (4:24)
3. Rosie Had Everything Planned (3:01)
4. Remember (4:12)
5. Forever (5:01)
6. Potter (2:24)
7. Coming Home To See You (4:44)
8. Times Have Changed (3:49)
9. Friend In Need (2:08)
10. Aries (7:37)

Gesamtspieldauer: 40:33 




Was liest man da nicht so alles im Netz über dieses zweite Album „Indelibly Stamped“ von Supertramp. „Die Platte klingt deutlich ausgereifter, als noch das Debut“: Nö! „Wem das erste Album von Supertramp gefallen hat, dem wird dieses mit Sicherheit auch sehr gut gefallen.“ Nö! „Wem die späteren Alben von Supertramp gefallen, dem wird dieses Album sicherlich gefallen.“ Nö! „Der spätere Supertramp-Sound ist hier bereits ganz deutlich herauszuhören.“ Echt? Wo ist das deutlich herauszuhören? „Das Album klingt rockiger als der Vorgänger und alle weiteren Alben.“ Okay, da bin ich dabei! „Das ist die beste Platte von Supertramp.“ Nein, ganz bestimmt nicht und sogar ganz im Gegenteil! Es ist die schlechteste Platte von Supertramp – zumindest von denen, an denen Roger Hodgson beteiligt war. Nach seinem Ausscheiden hat die Band unter der Riege Rick Davies‘ zwar noch einige Platten veröffentlicht, die ich ebenfalls gehört habe, die mich allerdings ebenfalls weder interessierten noch begeisterten. Aber wer weiß das schon, bei noch genauerem Hören wäre da vielleicht noch eine Scheibe dabei gewesen, die der Band Supertramp noch weniger gelungen ist als diese hier.

Das liegt alles nicht zuletzt am Umstand, dass hier auf dieser Veröffentlichung Rick Davies fest die Zügel in Händen zu halten schien. Die Musik von Supertramp lebt jedoch von den Ideen und dem Gespür für Melodiösität des Roger Hodgson. Klar hat Rick Davies auch ein paar tolle Songs zum Bandkatalog beigetragen, jedoch deutlich in geringerem Maße als jener zweite Komponist der Band. Es ist mit Sicherheit die raueste und rockigste Platte der Band, bei der auch der Rock’n’Roll immer wieder seinen Auftritt bekommt. Allerdings kann das hier alles nicht begeistern, sondern langweilt eher. Keine Melodie, die einen packt, keine Idee, die einen begeistert, nichts, was einen fesselt. Zwei Ausnahmen gibt es diesbezüglich vielleicht. Da ist zum einen der zweite Titel „Travelled“, bei dem man zum ersten Mal auch das für die Musik von Supertramp so typische Saxophon zu hören bekommt. Hier ist es jetzt allerdings nicht John Helliwell, der die Backen bläht, sondern Dave Winthrop. Dieser war genauso neu zur Band gestoßen wie Kevin Currie und Frank Farrell. Aus dem Quartett der Debut-Platte war ein Quintett geworden, nur Davis und Hodgson waren von der Ur-Besetzung übrig geblieben. Und auch diese Zusammenstellung hielt nur für dieses eine Album, danach scharrten die beiden Songschreiber erneut neue Musiker um sich, um dann mit dem nächsten Album „Crime Of The Century“ den weltweiten Durchbruch zu schaffen.

Nun noch zur zweiten Ausnahme auf dem Album. Das wäre die letzte Nummer „Aries“. Diese klingt mitunter fast schon wie eine Improvisation und nähert sich sogar dem Genre des Progressive Rock ein wenig an. Zwar ist dieser Titel auch nicht zu den besten Liedern der Band zu zählen, er sorgt jedoch für Abwechslung in dieser Reihe von deutlich weniger gelungenen Liedern der Platte. Hervorzuheben ist bei dieser Nummer zusätzlich das tolle Querflötenspiel des Dave Winthrop.

Fazit: „Indelibly Stamped“ hat etwas Besonderes. Und das ist das Album-Cover auf dem man die tätowierten und entblößten Brüste des Modells Marion Hollier bestaunen darf. Mein Gott war das aufregend, dieses Album an seiner Mutter vorbei ins Kinderzimmer zu schmuggeln. Dann ständig mit der Angst lebend, doch mal die Plattenhülle versehentlich nicht wieder gut zwischen die anderen Scheiben zu schieben. Irgendwann musste man sich darum aber nicht mehr sorgen, denn allzu oft fand das Album nicht den Weg auf den Plattenteller, da es einfach die nichtssagendste und langweiligste Musik von Supertramp enthielt – okay, zumindest in der Ära mit Roger Hodgson. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Travelled, Aries



Donnerstag, 6. Februar 2014

The Beatles – With The Beatles




The Beatles – With The Beatles


Besetzung:

George Harrison – lead, harmony and backing vocals, lead and acoustic guitars, handclaps, nylon-string acoustic guitar on "Till There Was You"
John Lennon – lead, harmony and backing vocals, rhythm and acoustic guitars, harmonica and handclaps, nylon-string acoustic guitar on "Till There Was You", hammond organ on "I Wanna Be Your Man" and tambourine on "Don't Bother Me"
Paul McCartney – lead, harmony and backing vocals, bass guitar and handclaps, piano on "Little Child" and claves on "Don't Bother Me"
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, handclaps, lead vocals on "I Wanna Be Your Man" and arabian loose-skin bongo on "Till There Was You" and "Don't Bother Me"


Gastmusiker:

George Martin – piano on "You Really Got A Hold On Me", "Not A Second Time" and "Money (That's What I Want)"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1963


Stil: Pop, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. It Won't Be Long (2:14)
2. All I've Got To Do (2:05)
3. All My Loving (2:10)
4. Don't Bother Me (2:29)
5. Little Child (1:48)
6. Till There Was You (2:17)
7. Please Mister Postman (2:37)
8. Roll Over Beethoven (2:48)
9. Hold Me Tight (2:33)
10. You Really Gotta Hold On Me (3:03)
11. I Wanna Be Your Man (1:59)
12. Devil In Her Heart (2:28)
13. Not A Second Time (2:08)
14. Money (2:48)

Gesamtspieldauer: 32:24





Noch im selben Jahr wie das Debut „Please, Please Me“ veröffentlichten die Fab Four aus Liverpool bereits ihr zweites Studio-Album, welches im November 1963 veröffentlicht wurde. Auch dieses Album hält mit den Titeln „Till There Was You“, „Please Mister Postman“, „Roll Over Beethoven“, „You Really Got To Hold On Me“, “Devil In Her Heart” und “Money” wieder zahlreiche Cover-Versionen anderer Künstler für den Hörer parat. Die bekanntesten Interpretationen dürften hier „Please Mister Postman“ und „Roll Over Beethoven“ sein, wobei erstere Version wirklich gelungen ist, man den anderen fünf Cover-Stücken allerdings deutlich das Alter anhört sowie die Tatsache, dass sie eben nicht von den Beatles stammen. Aber auch etwas Neues gab und gibt es auf dem Album zu hören: George Harrison war hier zum ersten Mal an den Kompositionen beteiligt, das Lied „Don’t Bother Me“ stammt aus seiner Feder und man hört hier bereits das Gespür des George Harrison für die eingängige Melodie, welches später noch ausgeprägter auf die Hörer einwirken sollte.

Die restlichen sieben Titel sind dann schließlich, wie so oft bei den Beatles, Koproduktionen dieses genialen Song-Writer-Paares John Lennon und Paul McCartney. So kann auch gleich der erste Titel „It Won’t Be Long“ überzeugen. Hier klingen die Beatles bereits wie die Beatles und präsentieren einen eingängigen Song im Mid-Tempo, der groovt und auch vom mehrstimmigen Gesang während des Refrains lebt. „All I’ve Got To Do“ ist da schon ein bisschen weniger gelungen. Hier will die Melodie nicht so recht ins Ohr gehen. Schließlich folgt das wohl bekannteste Lied der Platte „All My Loving“. Ebenfalls im mittleren Tempo angesiedelt, gibt es hier wieder die Melodie mit diesem gewissen Ohrwurmcharakter, auch wenn man diesem Lied ebenfalls deutlich das Alter von nun bereits über fünfzig Jahren anhört. Ein wenig klingt die Bezeichnung angestaubt, aber so ein Lied nennt man wohl einen „Evergreen“.

„Little Child“ ist ein kurzer Rock’n’Roll, der von der Mundharmonika dominiert wird und dabei trotzdem nur relativ wenig Wiedererkennungswert besitzt. Nicht viel anders gestaltet sich das Ganze bei „Hold Me Tight“, bei diesem Rock’n’Roll fehlt zwar die Mundharmonika, dafür gibt es jede Menge Geklatsche. Einmal mehr sollte man hier auch nicht auf den Text hören, denn dieses Liebesgesäusel klingt heute schon ein wenig antiquiert, aber das war eben so, in der damaligen Zeit. Gegen Ende ihrer gemeinsamen Karriere gaben die Beatles schließlich keine Konzerte mehr, da es sie nervte, dass sowieso kaum einer mehr die Musik hörte, so laut kreischten die Mädels damals, egal in welchem Land sie auftraten. Nun, den Grundstock dafür haben sie sicherlich auch ein wenig auf den ersten Alben und den dort gesungenen Texten gelegt. „I Wanna Be Your Man“, ebenfalls wieder ein Rock’n’Roll und keine zwei Minuten lang, kann zumindest mit einem schönen Refrain punkten, wohingegen „Not A Second Time“ eher in die Pop-Schiene fällt und auch nicht weiter hängenbleibt.

Fazit: Die Ansätze dieser genialen Band sind hier bereits zu hören, wenn auch eben nur in einigen wenigen Liedern. Der große Rest ist auf diesem zweiten Album der Beatles noch recht typische Ware der damaligen Zeit, ohne den allzu großen Wiedererkennungswert. Trotzdem ist das Album etwas Besonderes, weil es bereits ab und an den Weg aufzeigt, der vor den vier Liverpoolern noch liegen sollte. Musikalisch allerdings noch nicht so ganz überzeugend. Sieben Punkte.

Anspieltipps: It Won't Be Long, All My Loving, Don’t Bother Me




Mittwoch, 5. Februar 2014

Mike Scott – Still Burning




Mike Scott – Still Burning


Besetzung:

Mike Scott – vocals, guitar, piano, harmonium, mellotron, rd500, bellzouki


Gastmusiker:

Chris Bruce – guitar, electric guitar
James Hallawell – hammond organ, wurlitzer
Bill Hawkes – viola
Peter Lale – viola
Preston Heyman – percussion
Steve Holley – drums
Paul Kegg – cello
Jim Keltner – drums, tambourine, shaker
Martin Loveday – cello
Ian McNabb – background vocals, falsetto
Perry Montague-Mason – violin
Will Gibson – violin
Boguslav Kostecki – violin
Pino Palladino – bass guitar
Brian Stanley – bass
Gavyn Wright – violin
Memphis Horns, Kick Horns – horns
Nick Ingham – orchestration
Isobel Griffiths – fixer
Denise Johnston – backing vocals


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Questions (4:51)
2. My Dark Side (3:59)
3. Open (2:56)
4. Love Anyway (6:43)
5. Rare, Precious And Gone (4:06)
6. Dark Man Of My Dreams (4:17)
7. Personal (2:15)
8. Strawberry Man (3:31)
9. Sunrising (5:00)
10. Everlasting Arms (2:54)

Gesamtspieldauer: 40:32




Eine richtig gute Rock-Scheibe gilt es heute vorzustellen. Diese stammt von Mike Scott, seines Zeichens Schotte und Frontman der schottisch-irischen Band „The Waterboys“. „Still Burning“ ist dabei seine zweite und bisher letzte Solo-Platte aus dem Jahr 1997. Diese ist angefüllt mit tollen Rock-Songs, die grooven, rocken und ohne Umschweife ins Ohr gehen und sich dort auch längerfristig festsetzen.

Zehn Lieder befinden sich auf der Platte, die keine Ausfälle beinhaltet. Alles wirkt und klingt. Mal ist das wie bei dem genialen „My Dark Side“ etwas düsterer angelegt, aber was will man schon bei solch einem Lied-Titel auch anderes erwarten? Dunkle und schwere Gitarren erfüllen den Raum und klingen dabei überaus melodiös und eingängig. Klasse gelungen hier auch der Mellotron-Einsatz. Dann wird es akustisch mit „Open“ und erneut klingt das Ganze überaus harmonisch, sodass auch die sanfteren Passagen auf der Platte zu überzeugen wissen.

Dann wiederum wird es sogar fast schon orchestral mit „Love Anyway“. Streicher sind hier bei dieser Nummer allgegenwärtig und wieder bleibt festzuhalten, das Gespür für die eingängige Melodie kann man Mike Scott garantiert nicht absprechen. Weiterer Höhepunkt ist sicherlich das in sich bereits sehr abwechslungsreiche „Strawberry Man“, welches aus rockigeren und dann wieder groovigeren Passagen aufgebaut ist und zudem einen perfekt gesetzten Break aufweist. Einfach gute und mitreißende Musik. Dazu gesellt sich der Umstand der großen Variabilität in der Musik des Schotten allgemein. Obwohl die einzelnen Titel meist im Mid-Tempo angesiedelt sind, kommt hier nie auch nur der Hauch von Langeweile auf, die Lieder unterscheiden sich deutlich voneinander und das verbindende Element ist dabei immer die Stimme des Mike Scott.

Fazit: Eine Platte gegen die Monotonie hat Mike Scott hier mit „Still Burning“ vorgelegt. Irgendwie auch ein „Gute-Laune-Album“, welches einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubert, wenn man auf gut gemachte Rock-Musik steht. Die Platte ist leider nicht allzu bekannt. Schade eigentlich, denn hierfür könnten sich garantiert viele Musikhörer begeistern. Elf Punkte.

Anspieltipps: My Dark Side, Love Anyway, Strawberry Man



Dienstag, 4. Februar 2014

Jars Of Clay – Jars Of Clay




Jars Of Clay – Jars Of Clay


Besetzung:

Dan Haseltine – vocals, drum loops
Matt Odmark – acoustic guitar, drum loops
Stephen Mason – acoustic guitar, bass guitar, mandolin, background vocals, drum loops
Charlie Lowell – organ, keyboards, piano, background vocals, drum loops


Gastmusiker:

Matt Bronleewe – acoustic guitar
Adrian Belew – bass, mandolin
Craig Nelson – bass
Tim Smith – percussion, drums
Ronn Huff – conductor
John Catchings – cello
Carl Gorodetzky – violin
Pamela Sixfin – violin
Noah Evens – violin
Jim Grosjean – viola
Sam Levine – recorder
Bobby G. Taylor – oboe
Jonathan Yudkin – fiddle, mandolin


Label: Brentwood Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Alternative Rock, Folk Rock, Christian Rock


Trackliste:

1. Liquid (3:32)
2. Sinking (3:48)
3. Love Song For A Savior (4:46)
4. Like A Child (4:35)
5. Art In Me (3:58)
6. He (5:20)
7. Boy On A String (3:32)
8. Flood (3:32)
9. World's Apart (5:18)
10. Blind (3:59)
    Four Seven (hidden track) (2:38)
    Strings Studio Session For Blind (hidden track) (20:38)


Gesamtspieldauer: 65:36




„Jars Of Clay“ sind eine Alternative Rock Band aus Nashville, Tennessee, USA, die sich vor allem dadurch von vielen anderen Bands unterscheidet, da die Musiker zu ihren Liedern christliche Texte schreiben. Dass bei der Band die christliche Botschaft im Vordergrund steht, merkt man bereits am Bandnamen, der dem zweiten Paulus-Brief an die Korinther entnommen wurde (2. Korinther 4, Vers 7). Der Name bedeutet so viel wie „Gefäße aus Ton“, andere Quellen übersetzen das Original mit „irdene Gefäße“. „Jars Of Clay“ ist gleichzeitig auch das Debut-Album der vier Amerikaner, dem noch viele weitere Platten folgen sollten und die bis heute noch aktiv sind. Mit Country- und Western-Musik, wie man vielleicht denken könnte - bei der Herkunft der Musiker - hat diese Platte allerdings überhaupt nichts zu tun.

Die Musik der Band auf diesem Erstlingswerk kann man mit einer Mischung aus Alternative Rock und Folk Rock umschreiben, wobei hier allerdings immer die sanfteren und ruhigeren Töne im Vordergrund stehen. „Richtig“ gerockt wird nicht, alles bewegt sich im Mid-Tempo oder aber untermalt die ruhigeren Momente des Lebens. Die Band besitzt auch keinen Drummer, lässt sich diesbezüglich allerdings auf Live-Konzerten durch Gastmusiker unterstützen. Die akustischen Gitarren stehen sehr im Vordergrund in Kombination mit Drum-Loops, für die sich jetzt auch alle Bandmitglieder verantwortlich zeigen. Und dann gibt es auf „Jars Of Clay“ auch noch Streicher satt zu hören, was nicht nur an dem letzten Hidden Track „Strings Studio Session For Blind“ liegt, welcher sich allerdings beim Anhören sowieso nur als das Einspielen der Musiker offenbart, welches durch Studio-Gespräche angereichert wurde.

Ansonsten haben die Streicher allerdings eine große Präsenz auf der Platte, was die Musik der Band immer wieder auch ein wenig lieblich klingen lässt. Recht flott beginnt das Album mit „Liquid“, einer Nummer, in dem auch wieder die akustische Gitarre im Vordergrund steht, allerdings ein fetter Orgelsound dezent im Hintergrund für Fülle sorgt. Dazu gibt es, ab und an eingestreut, eine Art gregorianischen Choral-Gesang, der die Nummer schon sehr unverwechselbar werden lässt. Melodiösität kann man keinem der Titel absprechen, alles wirkt und klingt und geht relativ schnell ins Ohr, der Rock könnte dagegen ruhig ein wenig präsenter sein, denn manches Mal klingt es auch ein wenig zu süß. Dies vor allem an gewissen, einzelnen Stellen in den manchen Liedern, die mit Gesangsarrangements angefüllt sind, die mitunter schwer nach Boy-Group-Geträller klingen.

Aber diese Stellen sind glücklicherweise nur rar gesät. Nun, allerdings ist alles ist in etwa im selben Tempo gehalten und klingt auch von der Machart her ein wenig ähnlich. Eine Nummer muss hier allerdings dann doch noch hervorgehoben werden: „Flood“. Ein mitreißendes Lied, klasse arrangiert und aufgebaut, eingängig mit Ohrwurmcharakter. Ein Lied, wenn man es mal gehört hat, nicht mehr so schnell vergisst. Überaus gelungen auch hier wieder der Orgel-Sound im Hintergrund.

Fazit: Die Musik auf diesem Debut-Album der vier US-Amerikaner ist eingängig und melodiös. Einen richtigen Ausfall gibt es nicht auf der Platte, bei der jedes Lied seine ganz eigene Qualität besitzt. Nachteilig ist allerdings, dass sich die einzelnen Lieder irgendwie ähneln. Aber einen richtig großen Höhepunkt besitzt das Album mit „Flood“ auch, welches deutlich aus dem Kontext hervorsticht. Nun, wenn jemand auf die etwas sanftere und überwiegend akustische Musik steht, die oder der wird viel Gefallen an diesem Album finden, zumindest dann, wenn sie oder er keine Probleme mit christlichen Texten hat. Neun Punkte.

Anspieltipps: Liquid, Like A Child, Flood



Montag, 3. Februar 2014

George Winston – December




George Winston – December


Besetzung:

George Winston – piano


Label: Windham Hill Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: New Age


Trackliste:

1. Thanksgiving (4:08)
2. Jesus, Jesus, Rest Your Head (2:37)
3. Joy (3:16)
4. Prelude (1:16)
5. Carol Of The Bells (4:00)
6. Night - Part One: Snow (1:57)
7. Night - Part 2: Midnight (1:54)
8. Night - Part 3: Minstrels (2:17)
9. Variations On The Kanon By Johann Pachelbel (5:24)
10. The Holly And The Ivy (4:56)
11. Some Children See Him (3:52)
12. Peace (4:02)

Gesamtspieldauer: 39:39



„Legt die CD „December“ von George Winston ein, legt Euch auf das Sofa, schließt die Augen und wartet was passiert!“ Nun, die oder der eine oder andere wird ins Träumen geraten, sich entspannen oder vielleicht eine kleine Gedankenreise beginnen. Wieder andere werden vielleicht auch nur einschlafen, so sehr kann man mit diesem Album George Winstons aus dem Jahr 1982 relaxen – sogar bis in den Schlaf hinein, was hier allerdings nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten soll.


Die Platte enthält traditionelle Arrangements oder Werke, die George Winston inspirierten und die er zu seiner Musik machte, zu ganz sanfter Piano-Musik, die hier so herrlich leicht und schwebend dargeboten wird. Das Album, der dritte Teil einer Trilogie, die sich mit den beiden kälteren Jahreszeiten Herbst und Winter beschäftigt, gilt dabei mit als ein Grundstein des aufkommenden New Age. Und der Umstand der Zugehörigkeit zu diesem Genre, kann der Platte auch vor allem gegen Ende hin wahrlich nicht abgesprochen werden. Hier wird es dann immer sanfter, leiser und auch minimalistischer. Dabei ist es ein wenig überraschend, dass alle Lieder, trotz des Albumnamens „December“, einen religiösen Titel tragen, der allerdings auf den Ursprung der jeweiligen Nummern zurückgeht.

Einige unglaublich schöne Kompositionen hält die CD für den Hörer parat. Das beginnt gleich mit dem melancholischen Eröffnungsstück „Thanksgiving“. Weite Landschaften eröffnen sich hier dem Hörer vor dem geistigen Auge, schneebedeckt und verlassen, alles klingt sehr sehnsüchtig und ein wenig traurig. Ganz anders das Stück „Joy“, welches entsprechend seinem Namen eine gewisse Freude ausstrahlt und Optimismus sowie Aufbruchsstimmung vermittelt. Und dann ist da natürlich noch das „Meisterwerk“ des Albums „Carol Of The Bells“. Wunderschöne, mal fließende, dann wieder perlende Pianoklänge bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers. Musik zum Eintauchen.

Fazit: Wer Musik zum Entspannen sucht, dem sei diese Platte wärmstens empfohlen. Viele schöne Stücke beinhaltet das Album, welches bestens für den Abend geeignet ist, um den Tag nochmals Revue passieren zu lassen. Nicht alles kann dabei zwar durchweg überzeugen, denn wenn es zu minimalistisch wird, kann einen durchaus auch wirklich der Schlaf beim Hören übermannen. Aber das passiert wohl vielen Menschen während einer Meditation – und genau das hört man hier auch, Musik zum Meditieren und Ins-sich-gehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Thanksgiving, Carol Of The Bells