Montag, 12. Januar 2015

King Crimson – Red




King Crimson – Red


Besetzung:

Robert Fripp – guitar, mellotron
John Wetton – bass guitar, vocals
Bill Bruford – drums, percussion


Gastmusiker:

David Cross – violin on "Providence"
Mel Collins – soprano saxophone on "Starless"
Ian McDonald – alto saxophone on "One More Red Nightmare" and "Starless"
Mark Charig – cornet on "Fallen Angel", bass cello on "Red"
Robin Miller – oboe on "Fallen Angel"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Red (6:16)
2. Fallen Angel (6:02)
3. One More Red Nightmare (7:07)
4. Providence (8:09)
5. Starless (12:16)

Gesamtspieldauer: 39:54




„Red“ heißt das sechste und damit vorerst letzte Album, der nun zum Trio geschrumpften King Crimson, welches im Oktober 1974 veröffentlicht wurde. Nach dieser Platte löste Robert Fripp die Band auf und seiner Meinung nach sollte dies auch endgültig sein. Nun schön, dass dem dann doch nicht so war. Es sollten noch jede Menge weiterer Platten folgen, auch wenn diese Auflösung einige Jahre des Wartens für die Fans mit sich brachte.

Im Vorfeld zu den Aufnahmen für „Red“ hatte der Violinist David Cross die Band verlassen, da er sein Instrument in der Musik von King Crimson nicht richtig gewürdigt sah. Trotzdem ist er auf „Red“ noch mit vertreten und zwar auf der Live-Improvisation „Providence“, die im Palace Theatre, Providence, USA, am 30 Juni 1974 eingespielt worden war. Diese Nummer ist auch der einzige „Wehmutstropfen“ auf „Red“, da sich diese Improvisation zugegebenermaßen sehr zäh gestaltet und hinzieht. Dabei von Musik zu sprechen ist auch durchaus gewagt, denn bei „Providence“ handelt es sich eher um ein Klanggebilde, ohne jegliche Form und Kontur, das zunächst gehaucht, sphärisch durch den Raum schwebt, um später dann in einen kraftvollen bis aggressiven Teil überzugehen.

Das soll es allerdings gewesen sein, mit den Kritikpunkten auf „Red“. Rockig startet das Album mit dem Titelstück. Zwar ist die Nummer nicht allzu schnell, wirkt jedoch unglaublich kraftvoll, düster und irgendwie bedrohlich. Dieses reine Instrumentalstück, bildet den spannenden Aufgalopp für eine ganze Reihe sehr guter progressiver Rocklieder. „Fallen Angel“ konterkariert dann jedoch gleich die einmal eingeschlagene Stimmung. Lieblich verspielt startet die Nummer, um sich im weiteren Verlauf auch immer weiter zu steigern. Einfach nur genial umgesetzt. Schließlich wird mit diesen beiden Parts ein wenig gespielt, die Stimmungen gehen ineinander über und Kornett und Oboe tragen zu einer unfassbar einnehmenden Atmosphäre bei. Das folgende „One More Red Nightmare“ startet sofort kraftvoll durch, mündet in einen etwas ruhigeren Instrumentalteil, der vom Saxophon des Ian McDonald dominiert wird. Das klingt alles sehr melodiös, allerdings durchaus auch rau und kantig.

Nun und schließlich folgt mit „Starless“ eines der besten Lieder von King Crimson überhaupt. Und nicht nur das, es ist einer der besten Titel überhaupt, der in diesem Musikgenre jemals komponiert und geschrieben wurde. Die Nummer vereinigt alles in sich, was Musik nur in sich vereinigen kann. Melodiösität, Abwechslungsreichtum, rauschende Rhythmen, Fülle, Spannung und so weiter. Ein wahrlich sehr bewegender Titel. Beginnt alles mit einer sehr harmonischen Gesangsmelodie, so geht die Nummer nach etwas über vier Minuten in einen fast schon hypnotisch zu bezeichnenden Gitarrenteil über, in dem Robert Fripp immer nur einzelne Töne anspielt, darum herum platzieren sich die anderen Instrumente. Das Ganze steigert sich und steigert sich und steigert sich und gipfelt schließlich in einem Rausch, der Freunden dieses Musikstils die Tränen in die Augen treibt. Doch damit nicht genug, zur Krönung dieses Titels bekommen dann auch noch Mel Collins und Ian McDonald mit ihren Saxophonen ihren Einsatz. Es wird noch ein wenig aggressiver und mündet letztendlich in alles überstrahlender Harmonie. Einfach nur genial.

Fazit: Ein ganz großer Dank an King Crimson für dieses musikalische Geschenk. Eine fast perfekte Platte, die bewegt. Schade, dass hier erst mal Schluss war. „Red“ knallt rein und packt, wenn man denn mit dieser Art der Musik etwas anzufangen weiß. Für mich eines der ganz großen Alben der modernen Musik und wenn es diese Improvisation nicht geben würde, hätte die Platte auch noch ein Pünktchen mehr erhalten. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Fallen Angel, Starless



Sonntag, 11. Januar 2015

Archive – Axiom




Archive – Axiom


Besetzung:

Darius Keeler – keyboards, programming
Danny Griffith – sound effects
Pollard Berrier – vocals
Dave Pen – vocals, guitars
Jon Noyce – bass, moog bass
Steve "Smiley" Barnard – drums
Holly Martin – vocals
Maria Q – vocals
Steve Harris – guitars
Graham Prescett – piano


Label: PIAS


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: TripHop


Trackliste:

1. Distorted Angels (3:22)
2. Axiom (10:00)
3. Baptism (5:02)
4. Transmission Data Terminate (4:57)
5. The Noise Of Flames Crashing (4:16)
6. Shiver (7:32)
7. Axiom - Reprise (4:25)

Gesamtspieldauer: 39:37




Archive waren schon immer eine besondere Band. Das sind sie auch dieses Mal, mit ihrem neunten Album „Axiom“. Aber ist das überhaupt ein „normales“ Album? Die Musiker selber bezeichnen es als „Projekt“, denn dieses Album ist gleichzeitig auch ein Film, der neben der CD als DVD dem Album beiliegt. In diesem Film wird eine sehr düstere Science Fiction Geschichte erzählt. Er wurde in Schwarzweiß gedreht und zeigt in zum Teil sehr drastischen, beängstigenden und auch surrealen Bildern das Leben auf der Insel „Axiom“, auf der die „Religion der Glocke“ herrscht, die der Führer John Preacher predigt und mit Gewalt durchsetzt. Wer dieser „Glaubensrichtung“ nicht angehört, wird entsprechend verfolgt und bekämpft. Richtig gruselig zum Teil.

So düster wie der Film ist dementsprechend auch die dazugehörige Musik, die sich über den gesamten Film erstreckt. Und klar ist das wieder typisch Archive. Die Sounds und Beats kennt man von der Band. Das wiederum bedeutet für das Hörerlebnis allerdings keinen Abbruch. Die Musik ist unglaublich intensiv, genau wie die Bilder des Films. Somit bilden Musik und Film im Grunde genommen eine nicht zu trennende Einheit. Aber natürlich kann das Album auch sehr gut ohne den dazugehörigen Film gehört werden. Kraftvoll und intensiv wirkt dieses auch ohne die Bilder. Dabei sollte man sich zunächst jedoch unbedingt die Zeit nehmen, sich auf das zu Hörende zu konzentrieren. Nebenbei gehört, zudem beim ersten Mal, kann diese Musik nichts von ihrer Eindringlichkeit vermitteln und wirkt sogar, durch einige vorhandene treibende Parts, fast schon verstörend. Nein auf „Axiom“ muss man sich konzentrieren, um in eine musikalische Landschaft eintauchen zu können, die es wahrlich lohnt entdeckt zu werden.

Jedes Lied wirkt auf „Axiom“. Die beiden Titelstücke stellen dabei Instrumentalnummern dar. Und gerade der erste Part ist dabei absolut intensiv. Zwar benötigt dieser Titel einige Zeit, bis er so richtig durchstartet, da zu Beginn hauptsächlich Glockenläuten zu hören ist, wird dann jedoch umso packender und einnehmender. Eine Soundlandschaft breitet sich um den Hörer aus, die voller und intensiver kaum sein kann. Allgemein gibt es auf dem Album keinen Ausfall zu beklagen. Alles wirkt und klingt überzeugend. Auch die verschiedenen Sänger wissen, mit ihrem zum Teil an Verzweiflung grenzenden Gesang, immer wieder restlos zu überzeugen.

Fazit: Man kann es in einem Lexikon nachschlagen: Die Dystopie oder auch Anti-Utopie (von griechisch dys- = un; topos = Ort) genannt, ist eine Geschichte, die in einer negativen erfundenen Gesellschaft spielt. Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines negativen Zukunftsbildes vor Entwicklungen in der Gegenwart warnen. Ob dies wirklich der Gedanke hinter der Story von „Axiom“ ist, kann ich nicht beurteilen. Der spanische Regisseur Jesus Hernandez hat jedoch genau solch eine Dystopie mit seinem Film erschaffen. Archive haben schließlich die passende Musik dazu geliefert. Oder war das Ganze genau andersherum? Das weiß ich ehrlich gesagt ebenfalls nicht, spielt auch keine Rolle, wenn man sich das Endergebnis ansieht und anhört. Das ist nämlich kurz gesagt ergreifend, berührend und überzeugend. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Distorted Angels, Axiom, Baptism, Transmission Data Terminate, The Noise Of Flames Crashing, Shiver & Axiom – Reprise. Ups, das ist ja alles…

Und hier gibt's den kompletten Film:



Samstag, 10. Januar 2015

Deep Purple – Made In Japan




Deep Purple – Made In Japan


Besetzung:

Ritchie Blackmore – lead guitar
Ian Gillan – vocals, harmonica, percussion
Roger Glover – bass
Jon Lord – organ, piano
Ian Paice – drums


Label: Purple


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Highway Star (6:52)
2. Child In Time (12:25)
3. Smoke On The Water 7:32)
4. The Mule (9:50)
5. Strange Kind Of Woman (9:36)
6. Lazy (10:51)
7. Space Truckin (19:42)

Gesamtspieldauer: 76:44




Nun, manche Besprechungen kann man im Grunde genommen sehr kurz machen. Eine davon ist „Made In Japan“ von Deep Purple. Denn die oder derjenige Musikfreund(in), die oder der gerne Hard Rock hört, kommt mit diesem Album voll auf ihre beziehungsweise seine Kosten. Genauso verhält es sich bei Freunden von Live-Music. Die Platte wurde aus drei Konzerten, die am 15. und 16. August in Osaka und am 17. August 1972 in Tokio stattfanden, zusammengeschnitten. Auch wenn es sich nicht um ein einziges Konzert handelt, die Scheibe wirkt. Nun, man ist bei diesen drei Konzerten zwar nicht „live“ dabei, wenn man jedoch die Kopfhörer aufsetzt, die Anlage ordentlich aufgedreht hat und die Augen schließt, dann wirkt das fast so. Unglaublich verspielt wirkt die Band hier. Jeder Musiker bekommt seinen Raum zugedacht und eingeräumt und so darf man sich auch nicht wundern, dass sich auf einem ehemaligen Doppelalbum lediglich sieben Nummern befinden. Die Scheiben quellen nur so über vor Soli der verschiedenen Instrumente.

Auch die Songauswahl ist allererste Güte und diese, um über zwei Minuten verlängerte Version von „Child In Time“ sucht sowieso vergeblich ihr Pendant. Besser kann auf Platte gepresste Live-Musik nicht klingen. Unglaublich auch, dass Ian Gillan dieses Lied auch auf der Bühne genauso zu singen im Stande war, wie im Tonstudio. Nicht nur unglaublich, fast schon unfassbar. Alles ist perfekt abgemischt, jedes Instrument hat die Chance zu wirken und somit haben die fünf Musiker von Deep Purple hier wahrlich eines der allerbesten Live-Alben aller Zeiten geschaffen. Man hört förmlich heraus, wie sehr die Musiker Spaß haben zusammen zu spielen. Dabei sind dies alles auch Virtuosen auf ihren Instrumenten. Einfach nur beeindruckend.

Fazit: Nur eine kleine Wiederholung: Wer auf Platte gepresste Live-Musik und Hard Rock mag, es genießen kann, wie Musiker in ihren Werken aufgehen und die Verspieltheit in der Musik liebt, genau für die oder den wurde diese Platte produziert und veröffentlicht. Macht einfach Spaß. Wahrlich eines der besten Live-Alben aller Zeiten. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Child In Time



Freitag, 9. Januar 2015

Various Artists – Straßenkreuzer dreizehn – LIVE




Various Artists – Straßenkreuzer dreizehn – LIVE



Man könnte nun einfach sagen, nette Benefiz-CD. Das Ding verkauft sich schon, immerhin geht es ja um einen guten Zweck. Punkt. Damit wäre alles gesagt, oder? Eben nicht, denn was hier präsentiert wird, ist mehr, als nur ein Grund zum Kaufen.

Das Nürnberger Sozialmagazin Straßenkreuzer bringt alljährlich kurz vor Weihnachten ein solches Album heraus. Nun liegt die 13. Ausgabe vor mir, darauf 21 Songs, die verschiedener nicht sein könnten. Die Straßenkreuzer CD ist keine Format Platte, das alleine gefällt mir schon mal sehr. Und es wird ein offenes Ohr auf die Musikszene des Großraums Nürnberg gelegt. Das reicht von Chanson bis Folkrock, von Punk bis Blues, von Funk bis Electronica. 

Alles ist zu finden und jeder findet garantiert etwas auf dieser CD. Einiges sticht für mich heraus, da sind Miko, Frieder Graef, Stop at Paris und auch Die Japanische Clubjacke. Ganz verschiedene Sounds, die begeistern. Und auch alte Bekannte lassen sich finden. Toll der Song “Sorry” von der wiedervereinigten NC Brown Blues Band. Vor zig-zig Jahren erhielt ich von Chris Schmitt und Yogo Pausch zum Abschied meines Praktikums im Kinderladen die signierte LP. Damals konnte ich so gar nichts mit Blues anfangen, doch über die Jahre wuchs mir die Scheibe ans Herz. Und heute wird sie immer mal wieder abgestaubt und dreht auf dem Plattenspieler hier in Kalifornien ihre Runden. Auch der eigenwillige Künstler und Musiker Dan Reeder ist mit seinem Projekt DTM auf der Straßenkreuzer CD zu finden.

Nein, diese angesprochenen Bands sind nicht die Highlights der Platte, es ist nur mein ganz persönlicher musikalischer Geschmack. Jeder Musiker, der hier dabei ist, ist das Highlight. Denn sie alle wollen die Menschen, die Nachbarn, die Freunde unterstützen, für die sich das Sozialmagazin Straßenkreuzer seit über 20 Jahren in Nürnberg einsetzt. 

Donnerstag, 8. Januar 2015

Udo Lindenberg – Alles Klar Auf Der Andrea Doria




Udo Lindenberg – Alles Klar Auf Der Andrea Doria


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang, Schlagzeug
Steffi Stephan – Bass
Thomas Kretschmer – Gitarre
Karl Allaut – Gitarre
Gottfried Böttger – Klavier, Röhrenglocken, Celesta


Gastmusiker:

Jean Jaques Kravetz – Klavier, Orgel
Peter Hesslein – Akustikgitarre
Das Streichquartett Lorenz Westphal
Das Hot Owl Dixielandgegläse u.v.a.


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Deutsch Rock, Pop


Trackliste:

1. Alles klar auf der Andrea Doria (3:48)
2. Boogie Woogie-Mädchen (3:33)
3. Nichts haut einen Seemann um (5:07)
4. Ganz egal (4:20)
5. Du heisst jetzt Jeremias (2:55)
6. Wir wollen doch einfach nur zusammen sein (3:08)
7. Dr. Chicago (3:02)
8. Cello (3:01)
9. Er wollte nach London (3:59)
10. Die grösste Liebe (0:49)


Bonus Tracks:

11. Tief im Süden (2:29)
12. Rock'N'Roll Band (3:18)

Gesamtspieldauer: 39:00

„Alles klar auf der Andrea Doria“ ist das vierte Studioalbum des Udo Lindenberg, wurde im Jahr 1973 veröffentlicht und bedeutete den Durchbruch für den gebürtigen Gronauer. Er stieg damit zum ersten deutschen Musiker auf, der von einem Major-Label einen Millionenvertrag angeboten bekam. Dass dieses Album für Udo Lindenberg den Aufstieg in den Olymp des Deutschen Musikbusiness bedeutete ist nicht weiter verwunderlich, denn auf dieser Scheibe befinden sich einige Klassiker im Songkatalog des Musikers und jede Menge Stücke, die wahrlich im Ohr des Hörers festhaften und zu langen, sehr langen Begleitern werden.


Die Platte beginnt mit dem Titellied „Alles klar auf der Andrea Doria“. Diese Art der Musik, Rag-Time mit deutschen, witzigen Texten, so etwas gab es bisher noch nicht in der Bundesrepublik Deutschland. Kein Wunder also, dass Udo Lindenberg damit Aufsehen erregte. Die Nummer groovt und stellt gleichzeitig jedoch nicht die „Normalität“ auf der Scheibe dar. Zwar ist die nächste Nummer „Boogie-Woogie-Mädchen“ noch ein flottes Rock-Lied, doch ansonsten überwiegen eher die traurig, melancholischen Stimmungen auf der Scheibe. „Nichts haut einen Seemann um“ ist so ein Lied. Die sentimentale Geschichte eines Seemanns am Ende seines Lebens. Versehen mit einer wunderschönen Melodie und überzeugender Instrumentierung, wirkt diese Nummer wahrlich sehr eindringlich. „Ganz egal“ hört sich zunächst sehr schräg und rockig an, geht dann mit Beginn des Gesangs jedoch auch in einen sehr viel melodiöseren Teil über. Und hier kommt zum ersten Mal auch das Sendungsbewusstsein des Udo Lindenberg, der nie um eine klare Aussage verlegen war, zum Vorschein: Toleranz auf allen Ebenen.

„Mit „Du heißt jetzt Jeremias“ bewegt sich Lindenberg dann auf dem Gebiet der Satire. Dass nicht jeder in den Kirchen damit glücklich war, versteht sich von selbst. Witzig ist das auf jeden Fall und wirkt auch in keinster Weise beleidigend, sodass man durchaus darüber lächeln können sollte. Es folgt einer der Klassiker des Udo Lindenberg: „Wir wollen doch einfach nur zusammen sein“. Eine der Hymnen zum Mauerfall sechzehn Jahre später. Dr. Chicago ist ein Instrumentalstück und Rock’n’Roll und mündet in den nächsten Klassiker: „Cello“. Tolles Lied, Ohrwurmgarantie und macht auch heute noch jede Menge Spaß. Und wieder wird es etwas sentimental mit „Er wollte nach London“. Erneut wird eine Geschichte erzählt, nur dieses Mal ist es nicht ein alter Mann, der für viel Melancholie sorgt, sondern ein Junge beziehungsweise junger Mann. Auch dieses Lied wurde mit einer sehr eingängigen Melodie versehen und lädt zum Träumen und Lauschen an. Dagegen ist die letzte Nummer, „Die große Liebe“, eine Parodie auf den Deutschen Schlager und dauert glücklicherweise noch nicht einmal eine Minute.

Zwei Bonus-Titel wurden der remasterten Fassung des Albums hinzugefügt. „Tief im Süden“ ist so etwas wie seine Antwort auf seinen ersten kleinen „Hit“ auf dem Vorgängeralbum „Daumen im Wind“. Dieser hieß „Hoch im Norden“ und nun wird eben der Süden humoristisch aufgearbeitet. „Rock’n’Roll Band“ klingt, wie der Name schon sagt, eher rockig und kann vor allem mit seinen ruhigeren Stellen überzeugen.

Fazit: „Alles klar auf der Andrea Doria“ ist deshalb so gelungen, da Udo Lindenberg es auf dieser Platte perfekt versteht, intelligente, manchmal nachdenklich, manches Mal witzige Texte, mit tollen Melodien zu kombinieren. Nicht jedes Lied kann auf dieser Scheibe restlos überzeugen, aber der allergrößte Teil davon. Wenn man dann noch überlegt, wie viele verschiedene musikalische Stile Udo Lindenberg auf diesem Album vereinigt und überzeugend umsetzt, dann ist das schon „großes Kino“. Sicherlich ist Udo Lindenberg einer der besten Deutschen Musiker und „Alles klar auf der Andrea Doria“ eines seiner besten Alben. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Nichts haut einen Seemann um, Cello, Er wollte nach London



Mittwoch, 7. Januar 2015

The Pretenders – Learning To Crawl




The Pretenders – Learning To Crawl


Besetzung:

Chrissie Hynde – rhythm guitar, lead vocals, harmonica
Martin Chambers – drums, vocals, lead vocals on "Fast or Slow"
Robbie McIntosh – lead guitar, backing vocals
Malcolm Foster – bass guitar, backing vocals


Gastmusiker

Billy Bremner – lead guitar on "Back on the Chain Gang" and "My City Was Gone", rhythm guitar and vocals on "Thin Line Between Love and Hate"
Tony Butler – bass guitar on "Back on the Chain Gang" and "My City Was Gone"
Andrew Bodnar – bass guitar and vocals on "Thin Line Between Love and Hate"
Paul Carrack – piano and vocals on "Thin Line Between Love and Hate"


Label: Sire


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Alternative, Pop


Trackliste:

1. Middle Of The Road (4:08)
2. Back On The Chain Gang (3:44)
3. Time The Avenger (4:47)
4. Watching The Clothes (2:46)
5. Show Me (4:00)
6. Thumbelina (3:12)
7. My City Was Gone (5:14)
8. Thin Line Between Love And Hate (3:33)
9. I Hurt You (4:27)
10. 2000 Miles (3:30)

Gesamtspieldauer: 39:21




„Learning To Crawl“ ist das dritte Album der Pretenders und wurde im Januar 1984 veröffentlicht. Die Platte wurde mit deutlich verändertem Line-Up eingespielt, denn eineinhalb Jahre zuvor, war der Bassist und Mitbegründer der Pretenders, Pete Farndon, aufgrund seiner Drogenprobleme aus der Band geschmissen worden. Nur zwei Tage später verstarb dann Gitarrist James Honeyman-Scott an einer Überdosis Kokain. Nicht mal ein Jahr später sollte schließlich auch der zuvor geschasste Pete Farndon versterben. Er ertrank in seiner Badewanne nach der Einnahme von Heroin. Robbie McIntosh an der Gitarre und Malcolm Foster am Bass ersetzten die beiden verstorbenen Musiker.

Auf „Learning To Crawl” bekommt man einen etwas beswingten Alternative Rock zu hören, der mitunter auch als Alternative Pop zu bezeichnen ist. Meist ganz eingängig, obwohl man als Zuhörer doch einige Durchgänge benötigt, um diese Musik richtig verinnerlichen zu können. Bei manchen Nummern passiert das allerdings nie. Die Pretenders können nämlich auch unglaublich schnulzig klingen, wie beim unsäglichen „Thin Line Between Love And Hate“. Gelungen sind dagegen das groovende „Back On The Chain Gang” und die treibende Nummer „Thumbelina“. Erwähnung finden sollte hier auch noch „2000 Miles“, da dieser Titel ein sehr beliebter Weihnachtssong in England wurde und dem verstorbenen Gitarristen James Honeyman-Scott gewidmet wurde. Genauso übrigens wie die hier bereits erwähnte Nummer „Back On The Chain Gang“. Nun und der Rest der Platte? Mal klingt das ein wenig interessanter, ein anderes Mal langweiliger. So richtig überzeugen kann „Learning To Crwal jedoch nie.

Fazit: Man muss nicht die Flucht ergreifen, wenn diese Scheibe aufgelegt wird. Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass es einen Menschen auf diesem Planeten gibt, der behauptet diese Platte wäre sein absolutes Lieblingsalbum. Keine schlechte Musik also, durchaus unterhaltend, allerdings verpasst man auch nicht sonderlich viel, wenn man diese Scheibe eben nicht kennt. Irgendwie ist das alles Durchschnitt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Back On The Chain Gang, Thumbelina, 2000 Miles



Dienstag, 6. Januar 2015

Blind Guardian – Beyond The Red Mirror




Blind Guardian – Beyond The Red Mirror


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 30. Januar 2015


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Ninth Wave
2. Twilight Of The Gods
3. Prophecies
4. At The Edge Of Time
5. Ashes Of Eternity
6. Distant Memories
7. The Holy Grail
8. The Throne
9. Sacred Mind
10. Miracle Machine
11. Grand Parade




Zum zehnten Mal schlagen nun die Power Metaller von Blind Guardian zu. “Beyond The Red Mirror” heißt das neue Album, das Ende Januar in die Plattenregale und die Downloadplattformen zwischen Flensburg und Garmisch, zwischen Oakland und Nagasaki kommen wird. Es ist erneut ein brachiales und gewaltiges Meisterwerk. Hier wird das Rad nicht neu erfunden, vielmehr liefern die Krefelder ein durch und durch geniales Album in bekannter Manier ab. Die neue Platte der Krefelder Speed und Power Metal Band Blind Guardian wird weltweit ihre Fans finden.

Mit “The Ninth Wave” wird pompös zum Dröhnland gerufen. Chorklänge eröffnen die Scheibe, treibende Beats, harte Riffs und dazu dieser typische Blind Guardian Gesangspart runden dieses perfekt produzierte Album ab. Gleich drei Chöre und zwei Sinfonieorchester wurden für das Album angeheuert. Mit dieser musikalischen Breitseite tritt der Hörer, die Hörerin wieder in eine unbekannte Dimension, wo sich – ganz in Tolkien Manier – Götter, Tyrannen und Helden die Dinge um die Ohren knallen. “Beyond The Red Mirror” macht da weiter wo 2010 “At The Edge Of Time” die Fans begeistert zurückgelassen hat.

Blind Guardian gehören weltweit zu den erfolgreichsten deutschen Musikexporten. Mehr als zweieinhalb Millionen verkaufter Alben, ausverkaufte Tourneen in den USA, Asien und Europa belegen den Stellenwert der Band. Ich höre mir nun schon zum zigten Male die Platte an und bin begeistert. Wenn ich Luftgitarre spielen könnte, mir die nichtvorhandene Matte vom Kopf schütteln, die Pommesgabel dem Rockolymp entgegen recken wollte, dieses Album wäre wie gemacht dafür. Es knallt gut, genau das richtige für einen drögen Sonnntagnachmittag in Kalifornien. Und wenn “Beyond The Red Mirror” der Soundtrack des Hobbitfilmes gewesen wäre, dann, ja dann, hätte ich durchaus die Endlosschlachten in der Tolkienverfilmung genossen. Denn Blind Guardians Mucke ist wie gemacht für Mittelerde.

Montag, 5. Januar 2015

Broilers – Noir




Broilers – Noir


Besetzung:

Christian Kubczak – Orgel, Piano, Keyboard
Ronald Hübner – Gitarre
Ines Maybaum – Bass
Andi Brügge – Schlagzeug und Perkusssion
Sammy Amara – Gesang & Gesang


Gastmusiker:

Julius Schmitter – Saxophon & Mandoline
Jon Boutin – Trompete
Tobias Weidinger – Trompete
Denis Gäbel – Saxophon
Werner Munk – Posaune


Label: Century Media Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Ist Da Jemand? (4:14)
2. Zurück In Schwarz (3:07)
3. Wo Es Hingeht (2:34)
4. Nur nach Vorne Gehen (5:03)
5. Ich Hol' Dich Da Raus (3:22)
6. Die Hoffnung Stirbt Nie (3:09)
7. Wo Bist Du (Du Fehlst)? (2:21)
8. Ich Brenn' (2:34)
9. Nanana (Ich Krieg' Das Hin) (2:32)
10. Ich Will Hier Nicht Sein (3:30)
11. Die Letzten (An Der Bar) (3:50)
12. Grau, Grau, Grau (2:59)
13. Der Rest Und Ich (3:15)
14. Irgendwo Dazwischen (2:58)
15. Das Da Oben (Nur In Dir) (3:17)
16. Gutes Leben (3:22)

Gesamtspieldauer: 52:15




Die Broilers kommen ursprünglich aus der Punk-Szene, haben sich von diesem Musik-Genre jedoch mit ihrem inzwischen sechsten Studioalbum „Noir“ meilenweit entfernt. Auf diesem Album, welches 2014 veröffentlicht wurde, gibt es ganz eingängigen Mainstream zu hören. Die fünf Düsseldörfer sind inzwischen ein großer Act in der Deutschen Musikszene geworden und dies erreicht man eben hauptsächlich mit sehr massenkompatibler Musik. Viel Experimentieren darf man da nicht mehr.

Nun, das ist auch der Grund dafür, dass dieses Album bei den Fans sehr zwiespältig aufgenommen wurde. Viele Anhänger der ersten Stunde, können mit dieser Scheibe so gar nichts mehr anfangen, da die Rauheit der ersten Jahre einfach verloren gegangen ist. Alles ist geradegebügelt und eben auf den Massenmarkt zugeschnitten. Und ein Lied wie „Ich Hol‘ Dich Da Raus“ schrammt zum Beispiel ganz knapp am Deutschen Schlager vorbei. Ganz knapp – berührt wird dieses Genre dann jedoch glücklicherweise doch nicht ganz.

Nun, was hört man also auf „Noir“? Zumeist ziemlich eingängigen Rock, der durchaus auch zum Abtanzen taugt. Die Lieder sind alle sehr eingängig und melodiös. Richtig stören kann man sich an dieser Musik echt nicht, außer man ist eben ein Fan von den Anfängen der Band. Die meisten Lieder sind im Mid-Tempo gehalten, obwohl auch ab und an das Tempo mal angezogen wird. Den umgekehrten Fall gibt es durchaus auch. Schöne Musik zum Autofahren, Joggen und auch zum Teil zum Tanzen auf einer Party. Irgendwie scheint alles auf „Noir“ in die Mitte gerückt zu sein.

Fazit: Die Musik ist wahrlich nicht schlecht, geht schnell ins Ohr und lässt sich fast zu allen Anlässen hören. Was Besonders ist es aber auch nicht. Mainstream eben, der schnell zünden will, was er auch durchaus schafft. Über Ecken und Kanten und etwas besonders Spannendes brauchen wir dann hier natürlich auch nicht zu reden. Muss und kann ja auch nicht immer sein. Acht Punkte.

Anspieltipps: Ist Da Jemand?



Sonntag, 4. Januar 2015

Marcus Wiebusch – Konfetti




Marcus Wiebusch – Konfetti


Besetzung:

Marcus Wiebusch – Gesang, Gitarre


Gastmusiker:

Philipp Steinke – Gitarre, Gitarre
Tim Neuhaus – Schlagzeug
Felix Weigt – Bass
Helgi Jonsson – Posaune
Stefan Jon Bernhardsson – Waldhorn
Eirikur Orn Palsson – Tompete
Friedrich Strömer – Bass
Andi Fins – Piano
Stefan Ulrich – Posaune
Sebastian Borkowski – Saxophon
Daniel Oberto – Trompete
Christoph Bernewitz – Gitarre
Tobias Siebert – Piano, Harmonium
Alvaro Artunedo – Waldhorn
Lukas Fröhlich –Trompete
Dorit Jakobs – Hintergrundgesang
Matthias Mania – Gitarre, Cello
Tim Hansen – Schlagzeug
Anne Müller – Cello
Jan Burkamp – Schlagzeug
Jochen Naaf – Gitarre, Bass
Florian Holoubek – Schlagzeug


Label: Grand Hotel Van Cleef


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, HipHop


Trackliste:

1. Off (4:05)
2. Der Tag wird kommen (7:03)
3. Nur einmal rächen (4:21)
4. Jede Zeit hat ihre Pest (3:33)
5. Was wir tun werden (3:13)
6. Haters Gonna Hate (4:40)
7. Der Fernsehturm liebt den Mond (4:04)
8. Das Böse besiegen (Der Exorzismus des David R.) (4:03)
9. Wir waren eine Gang (3:31)
10. Springen (3:11)
11. Schwarzes Konfetti (4:08)

Gesamtspieldauer: 45:57




Marcus Wiebusch kennt man als Frontmann der Band Kettcar. Nun, das ist jedoch nicht alles. Er ist auch Mitgründer des Labels „Grand Hotel Van Cleef“, zudem gilt er als der Entdecker von Thees Uhlmann und Olli Schulz, zwei Musiker, die auf diesen Seiten ebenfalls bereits Erwähnung fanden. So, nun wandelt Marcus Wiebusch also auch noch auf Solopfaden und veröffentlichte mit „Konfetti“ im Jahr 2014 sein erstes Solo-Album, welches sowohl von der Presse als auch den Fans gefeiert wird.

Die Musik darauf bewegt sich häufig im Grenzbereich zwischen Pop und HopHop. Den auch immer wieder im Zusammenhang mit dem Album erwähnten Rock, kann ich darauf nicht entdecken beziehungsweiser hören. Die einzelnen Titel sind melodiös und wurden vor allem im Mid-Tempo eingespielt. Viele der Nummern gehen sehr schnell ins Ohr und haben auch das Potenzial dort länger zu verbleiben. Am ehesten gelingt dies allerdings ganz klar beim Titel „Der Tag wird kommen“. Ein richtig überzeugendes und mit seiner Botschaft durchaus auch wichtiges Lied. Das dazugehörige Video, welches sich unten auch angehängt habe, wurde mittels Crowdfunding realisiert. Ganz klar ist genau diese Nummer der Höhepunkt der Scheibe.

Nun präsentiert Marcus Wiebusch hier seinen Zuhörern keinen „extremen“ HipHop, dieser bewegt sich eher in den Grenzbereichen zum Pop, sodass selbst ich damit etwas anzufangen weiß. Ein kleiner Nachteil ist vielleicht, dass die einzelnen Titel sehr einheitlich sind. Soll heißen, dass von der Stimmung her nur wenige Nummern voneinander abweichen. Das birgt einerseits eine Geschlossenheit in sich, andererseits jedoch auch die Gefahr des Überhörens. Dies gilt übrigens auch für die Texte, die alle eher im nachdenklichen bis destruktiven Bereich angesiedelt sind. Fröhliche Musik sucht man auf „Konfetti“ vergeblich.

Fazit: Ich kann auch mal Anwandlungen des HipHop anhören, ich bin begeistert. Begeisternd ist auch die Nummer „Der Tag wird kommen“. Ebenfalls sehr gelungen sind „Nur einmal rächen“, „Was wir tun werden“, „Haters Gonna Hate“ und der Abschluss „Schwarzes Konfetti“, welches sich auch stilistisch ein wenig vom Rest der Scheibe abhebt. So gibt es diese schönen Lieder, jedoch auch einige, die irgendwie so mitlaufen, da sie alles, Musik, Stimmung und textlichen Inhalt genau so transportieren, wie einige andere Lieder auch auf dem Album. Trotzdem macht die Platte aber Spaß und dürfte vor allem bei Mainstream-Radiohörern sehr gut ankommen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Der Tag wird kommen, Schwarzes Konfetti



Samstag, 3. Januar 2015

Beatsteaks – Limbo Messiah




Beatsteaks – Limbo Messiah


Besetzung:

Arnim Teutoburg-Weiß – lead vocals
Bernd Kurtzke – guitar, background vocals
Peter Baumann – bass, guitar, background vocals
Torsten Scholz – bass
Thomas Götz – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Punk, Alternative


Trackliste:

1. As I Please (2:35)
2. Jane Became Insane (2:45)
3. Sharp, Cool & Collected (2:12)
4. Meantime (2:30)
5. Demons Galore (2:51)
6. Cut Off The Top (3:13)
7. Bad Brain (2:38)
8. She Was Great (2:46)
9. Soljanka (3:54)
10. Hail To The Freaks (3:13)
11. E-G-O (2:43)

Gesamtspieldauer: 31:24




„Limbo Messiah“ nannten die fünf Berliner Musiker von den Beatsteaks ihr fünftes Album, welches 2007 veröffentlicht wurde. So eine Mischung aus Punk und Alternative Rock präsentieren die Beatsteaks hier ihren Hörern. Dabei geht es durchaus auch mal handfester zur Sache, was dem geneigten Rock-Freund jedoch sicherlich nicht die Schweißperlen des Entsetzens auf die Stirne treiben wird. Genau für diese Hörer ist die Platte wohl auch prädestiniert, denn so ein Song wie „She Was Great“, der hier eine ganz andere, fast schon swingend funkige Stimmung aufweist, bildet da die Ausnahme – und wirkt in diesem Kontext auch ein wenig wie ein Fremdkörper. Jemand anderes mag dazu vielleicht auch Auflockerung sagen.

Die Beatsteaks sind eine tolle Live-Band und da mag diese Musik noch sehr viel mehr zünden. Die Rhythmen ziehen einen förmlich mit, der Groove steckt in jedem Takt. Zum Ausflippen also bestens geeignet. Die Melodie spielt dabei zunächst erst Mal nicht die ganz große Rolle und wird einem erst gewahr, wenn man die Scheibe einige Male durchgehört hat. Alles wird deutlich vertrauter und wirkt dann auch – unabhängig von der zum Teil vorhandenen Härte beziehungsweise Schnelligkeit – sogar sehr melodiös. Ein großes Manko hat die Platte allerdings. Wieder mal, muss man ja fast schon sagen. Im letzten Jahrtausend war es durchaus Usus, Alben zu veröffentlichen, die eine Laufzeit zwischen dreißig und vierzig Minuten besaßen. Das lag an den technischen Voraussetzungen. Viel mehr passte auf eine Schallplatte eben nicht drauf. Nun sind wir allerdings im 21. Jahrhundert angekommen – und das schon eine ganz schön lange Zeit. Im Jahre 2007 eine Platte zu veröffentlichen, die gerade eine Laufzeit von etwas über dreißig Minuten aufweist, finde ich gelinde gesagt „gewagt“. Dies könnte man allerdings auch noch anders umschreiben…

Fazit: Punk- und Rock-Freunde werden dieses Album lieben. Auf „Limbo Messiah” befindet sich alles, was das Herz dieser Musikhörer höher schlagen lässt. Die Musik der Beatsteaks wirkt noch ein wenig besser, wenn sie live gespielt wird. Aber auch mit Kopfhörern beim Joggen bewirkt sie, dass man noch mal alles aus seinem Körper herausholt – und sei der Berg noch so steil, die Beatsteaks treiben einen an. Trotzdem keine gute, sondern nur eine durchschnittliche Bewertung, da die Laufzeit wirklich viel zu kurz ausgefallen ist. Acht Punkte.

Anspieltipps: Jane Became Insane, Cut Off The Top, E-G-O



Freitag, 2. Januar 2015

New Model Army – Between Wine And Blood




New Model Army – Between Wine And Blood


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar, keyboards, harmonium
Michael Dean – drums, percussion and backing vocals
Dean White – keyboards, guitar, percussion, backing vocals
Marshall Gill – guitar, backing vocals
Ceri Monger – bass, additional drums, percussion, hammer dulcimer, steel pan, backing vocals


Gastmusiker (Studioalbum & Livealbum):

Ed Alleyne Johnson – violins
Tobias Unterberg – cellos
Stuart Eastham – bowed bass


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Alternative


Trackliste:

CD1:

1. According To You (3:52)
2. Angry Planet (5:25)
3. Guessing (3:30)
4. Happy To Be Here (6:02)
5. Devil's Bargain (5:29)
6. Sunrise (4:58)

Laufzeit: 29:18


CD2:

7. Storm Clouds (Live) (4:11)
8. March In September (Live) (4:33)
9. Did You Make It Safe? (Live) (3:43)
10. I Need More Time (Live) (5:08)
11. Pull The Sun (Live) (5:26)
12. Lean Back and Fall (Live) (5:09)
13. Seven Times (Live) (3:48)
14. Between Dog and Wolf (Live) (6:04)
15. Summer Moors (Live) (5:13)
16. Knievel (Live) (3:29)
17. Horsemen (Live) (4:47)

Laufzeit: 51:36

Gesamtspieldauer (CD1 & CD2): 1:20:54




Ist jetzt „Between Wine And Blood“ eigentlich wirklich das dreizehnte Studioalbum von New Model Army? Ein paar Zweifel bleiben da schon, denn die sechs Titel, die hier wirklich neu sind, haben gerade mal eine Gesamtlaufzeit von knapp dreißig Minuten. Also wohl doch eher eine EP? Hinzu kommt, dass der geneigte Musikfreund zusätzlich dazu verdonnert, noch ein Live-Album mit zu erwerben, welches er vielleicht gar nicht möchte. Nun diese Strategie gibt es natürlich schon seit längerem, man denke nur an Genesis‘ „Three Sides Live“. Habe ich mir damals bewusst nie gekauft, weil ich mich über solch Marketingstrategien immer ein wenig aufregen könnte. Nun, „Between Wine And Blood” besitze ich jetzt aber doch. War ja auch gerade Weihnachten. Und die Scheibe wurde mir auch mit bestem Wissen und Gewissen von einem mir nicht ganz unbekannten Christkind geschenkt, der sich hier auch regelmäßig verewigt. So, da wären wir jetzt endlich bei der Musik dieses dreizehnten (also, geht doch) Studioalbums von New Model Army angelangt – und die ist wieder mal absolut klasse.

„Between Wine And Blood” ist musikalisch gesehen – und das wundert jetzt wirklich nicht bei dem Titel – eine Fortsetzung oder sollte man besser sagen, eine Erweiterung von „Between Dog And Wolf“. Stilistisch ist die Musik auf CD1 zumindest genau dort angesiedelt. Bei CD2 überrascht das dann auch nicht sonderlich, denn all diese Lieder stammen von „Between Dog And Wolf“. Und vielleicht kann ich mich auch damit trösten, dass ich beim Applaus zu hören bin, denn die Live-Aufnahmen entstammen der Tournee vom November und Dezember 2013. Da war ich zumindest bei einem Konzert dabei. Leider wird allerdings in den Credits nicht erwähnt, von welchen Konzerten die Aufnahmen entnommen wurden.

Es gibt kaum eine Band, die ihr Niveau über so viele Jahre gehalten hat wie New Model Army. Man hört auf „Between Wine And Blood” Alternative Rock der Extraklasse. Dies gilt für beide CD’s des Albums. Nun, auf die CD2 bin ich schon am 30. September 2013 eingegangen, also noch ein paar Worte zur Studioscheibe. Solch ein Titel wie „Angry Planet” schafft es nicht nur durch seinen treibenden Rhythmus und dem damit verbundenen Groove zu überzeugen, sondern auch durch seine Melodie. So etwas ist durchaus nicht immer selbstverständlich. Wie schrieb mir vor gar nicht allzu langer Zeit ein Leser: „Was willst‘e denn? Rocken oder schwelgen?“ Es geht durchaus beides zusammen in einem Lied. Und wenn man es dann doch mal ruhiger braucht, dann präsentiert uns New Model Army solch einen Titel wie „Happy To Be Here“. Sehr eindringlich und irgendwie einfühlsam. Die anderen vier Nummern stehen diesen beiden Titeln jedoch in nichts nach, sodass sich das Anhören wahrlich lohnt und jeder Rock-Freund auf seine Kosten kommen wird.

Fazit: „Between Wine And Blood” wäre als dreizehntes Studioalbum noch sehr viel überzeugender, wenn es aus einer CD oder Platte bestehen würde, bei denen sich zu den bereits vorhandenen sechs Titel noch drei oder vier andere gesellen würden, die die vorhandene Qualität einfach fortführen und so die Scheibe auf eine Laufzeit von 45 Minuten bringen würden. CD2 ist im Grunde genommen auch nur ein verkürztes „Between Dog And Wolf“. Klar hört man da am Ende der Lieder Applaus, allerdings halten sich die Titel sehr an das Original. Die erste Scheibe ist auch klasse. Alle New Model Army Fans werden sie lieben und auch Rock-Hörern, denen die Band bisher noch nicht bekannt war, wird das hier Gebotene sehr gefallen. Im Grunde genommen hätte die Musik auf „Between Wine And Blood” sogar mehr Punkte verdient. Aber das Gesamtkonzept verbietet das ein wenig. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Angry Planet, Happy To Be Here



Donnerstag, 1. Januar 2015

Social Distortion – Hard Times And Nursery Rhymes




Social Distortion – Hard Times And Nursery Rhymes


Besetzung:

Mike Ness – lead vocals, guitar
Jonny Wickersham – guitar
Brent Harding – bass guitar
Dave Hidalgo Jr. – drums, percussion


Gastmusiker:

Josh Freese – drums
Danny McGough – hammond organ, piano
Danny Frankel – additional percussion
Kandace Lindsey – backup vocals
Ijeoma Njaka – backup vocals


Label: Epitaph


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Rock


Trackliste:

1. Road Zombie (2:21)
2. California (Hustle And Flow) (4:59)
3. Gimme The Sweet And Lowdown (3:22)
4. Diamond In The Rough (4:34)
5. Machine Gun Blues (3:33)
6. Bakersfield (6:24)
7. Far Side Of Nowhere (3:28)
8. Alone And Forsaken (4:02)
9. Writing On The Wall (5:01)
10. Can't Take it with You (5:01)
11. Still Alive (4:04)

Gesamtspieldauer: 46:55




Wer auf gut gemachten, „ehrlichen“ Rock steht, der oder dem sei das siebte Album von Social Distortion „Hard Times And Nursery Rhymes“ wärmstens ans Herz gelegt. Hier bekommt man sehr geradlinigen Rock zu hören, der schnörkellos aus den Boxen quillt. Die Musik ist dabei nicht zu hart, jedoch handelt es sich bei der Platte um alles andere als ein Soft Rock Album. Gitarrenorientierten Rock gibt es hier zu hören, meistens etwas flotter und durchaus auch mit eingängigen Melodien versehen, jedoch eben keinen Hard Rock.

Eröffnet wird die Platte sogar mit der Instrumentalnummer „Road Zombie“. Überaus ungewöhnlich für ein Rock-Album. Der Titel hat es allerdings gleich ins sich und bereitet den Hörer schon mal auf den weiteren Verlauf der Scheibe vor. Richtig schön treibend, eingängig und zum Mitwippen animierend. Nicht unerwähnt bleiben darf hier natürlich auch die fünfte Nummer „Machine Gun Blues“, eines der bekanntesten Lieder von Social Distortion. Ein wirklich tolles Rock-Lied, absolut mitreißend. Dazu empfehle ich auch das dazugehörige lange Video. Sehr überzeugend gemacht, wenn auch etwas brutal.

Ebenso überaus hörenswert ist das Stück „Alone And Forsaken“. Auch diese Nummer setzt sich unverzüglich im Ohr des Hörers fest und groovt und verbleibt dort dementsprechend lange. Macht einfach Laune. Auch die restlichen Lieder können sich durchaus hören lassen, einen Ausfall gibt es da nicht zu beklagen. Alles hat seine Qualität und wirkt immer auf dieselbe Art: Lass es rocken.

Fazit: Es ist sicherlich kein frickeliger oder vertrackter Rock, den Social Distortion ihren Hörern hier bieten. Die Lieder zünden sofort, ohne lange Anlaufphase. Genau das macht dieses Album auch zu einer guten Scheibe. Einlegen und gute Laune bekommen. Ein wenig mitwippen, an den geeigneten Stellen mitsingen und das im Auto oder in der Badewanne oder auf dem Sofa liegend. Egal wo, „Hard Times And Nursery Rhymes” von Socail Distortion wirkt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Road Zombie, Machine Gun Blues, Alone And Forsaken



Mittwoch, 31. Dezember 2014

Eloy – Planets




Eloy – Planets


Besetzung:

Frank Bornemann – lead vocals, guitars
Klaus Peter Matziol – bass guitar, vocals
Hannes Arkona – guitars, keyboards
Hannes Folberth – keyboards
Jim McGillivray – drums, percussion


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Introduction (1:58)
2. On The Verge Of Darkening Lights (5:38)
3. Point Of No Return (5:43)
4. Mysterious Monolith (7:42)
5. Queen Of The Night (5:22)
6. At The Gates Of Dawn (4:17)
7. Sphinx (6:45)
8. Carried By Cosmic Winds (4:42)


Bonus Track der remasterten Fassung:

9. On The Verge Of Darkening Lights (Live 1983) (4:10)

Gesamtspieldauer: 46:21




Im Grunde genommen müsste man als Progressive Rock-Fan Eloy ein Denkmal bauen. Da geht dieses Genre Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre völlig vor die Hunde, soll heißen, ist nicht mehr existent, da veröffentlichen Eloy 1981 solch eine Scheibe, die nahtlos an ihre früheren Werke Mitte der 70er Jahre anknüpfen kann. „Planets“ ist das neunte Studioalbum von Eloy und bildet mit der Nachfolger-Platte „Time To Turn“ so ein Art Doppel-Konzept-Album. Die auf „Planets“ begonnene Geschichte wird auf „Time To Turn“ zu Ende geführt. Hierbei geht es um den Planeten "Salta", der sich im Zeitalter des Chaos befindet. Der Held der Geschichte, „Ion", versucht sich gegen den Untergang seiner Welt zu stellen, um die Gesellschaft vor weiterem Unheil zu schützen. So versucht er alte, aber derzeit auf "Salta" in Vergessenheit geratene Tugenden und Werte wieder aufleben zu lassen, um seinen Planeten zu retten.

Nun ja, Fantasy ist natürlich nicht jedermanns Sache. Worüber sich der Prog-Freund jedoch sicherlich nicht beschweren wird, das ist die Musik auf „Planets“. War der Vorgänger „Colours“ noch sehr viel rockiger und Gitarren-lastiger geraten, so stehen hier nun wieder ganz klar die Keyboards im Vordergrund. Dass die Band um Frank Bornemann schon immer ein Gespür für die eingängige Melodie besaß, dies können sie hier einmal mehr unter Beweis stellen. Alles wirkt und klingt, geht schnell ins Ohr und stellt – wie so häufig bei Eloy – den symphonischen Arm des Progressive Rock in den Vordergrund.

Irgendwie opulent wirkt das Ganze und für die damalige Zeit sicherlich nicht mehr zeitgemäß, aber genau das macht diese Scheibe zu etwas Besonderem. Wenn einem hier fette Synthesizer- und Keyboardklänge um die Ohren fliegen, dann wirkt das wahrlich oft bombastisch, jedoch in keinster Weise aufgesetzt. Die Musiker schwelgen in ihrem Sound, alles ist perfekt arrangiert, klingt voll und sehr überzeugend. Vielleicht zünden die Melodien nicht mehr ganz so stark und schnell wie in den 70ern, aber sie brennen immer noch ein Feuerwerk ab.

Weniger gelungen ist da schon die Zugabe, wobei man nicht genau weiß, warum so etwas als Bonus mitveröffentlicht wird. Die Live-Version von „On The Verge Of Darkening Lights” klingt tontechnisch sehr flach und warum man dann beim Übergang zum folgenden „Point Of No Return“ einfach ausblendet, das wird wohl für immer das Geheimnis irgendeines Managers der Plattenfirma bleiben, der mit solcher Art der Musik so überhaupt nichts anzufangen weiß.

Fazit: „Planets” macht Spaß. Das Album wirkt wie eine Reise in eine Traumwelt – nun und wenn man den Inhalt der transportierten Botschaften bedenkt, dann ist es das auch wohl. Wirklich toll abgemischt und arrangiert, wird man von einem fetten Sound eingehüllt, der zur damaligen Zeit wie Musik von einem anderen Stern geklungen haben muss. 1981 war immerhin auch der Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle. „Planets“ ist sicherlich nicht das beste Eloy-Album, jedoch ein gute und interessante Platte. Wer den Sound der Band in den 70ern liebte, der wird auch sehr viel Gefallen an „Planets“ finden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Queen Of The Night, At The Gates Of Dawn



Dienstag, 30. Dezember 2014

The Police – Synchronicity




The Police – Synchronicity


Besetzung:

Sting – bass guitar, keyboards, lead and backing vocals, oboe, drum machine on "Synchronicity I", saxophone on "O My God"
Andy Summers – electric guitar, backing vocals, keyboards, lead vocals on "Mother"
Stewart Copeland – drums, xylophone, miscellaneous percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Rock


Trackliste:

1. Synchronicity I (3:23)
2. Walking In Your Footsteps (3:36)
3. O My God (4:02)
4. Mother (3:05)
5. Miss Gradenko (2:00)
6. Synchronicity II (5:00)
7. Every Breath You Take (4:13)
8. King Of Pain (4:59)
9. Wrapped Around Your Finger (5:13)
10. Tea In The Sahara (4:19)

Gesamtspieldauer: 44:32




„Synchronicity“ nannten The Police ihr fünftes Album aus dem Jahr 1983. Danach war dann erst mal Sendepause, denn vor allem Sting, der bei Police für die allermeisten Kompositionen zuständig war, wollte nun seine Solo-Karriere voranbringen. Hier auf „Synchronicity“ stammen erneut acht der zehn Lieder aus der Feder Stings. Die Nummer „Mother“ kommt von Andy Summers und Stuart Copeland zeichnet sich für „Miss Gradenko“ verantwortlich.

Nun, „Synchronicity“ ist das wohl poppigste Album von Police geworden, obwohl viele Käufer der Scheibe gerade mit der ehemaligen ersten Plattenseite nur sehr wenig anfangen konnten. Die reichte von „Synchronicity I“ bis „Synchronicity II“ und war vielen Leuten dann zu langweilig, zu punkig oder was weiß ich. Aber genau diese erste Seite macht auch viel von dem Flair der Platte aus. Knallt „Synchronicity I“ noch und streift sogar ein wenig die Punk-Wurzeln der Band, so lebt „Walking In Your Footsteps“ vom Rhythmus, kommt ziemlich ohne Melodie aus und ist fast schon ein wenig experimentell. Noch herauszuheben, auf dieser ehemaligen ersten Seite, ist das bereits erwähnte „Mother“. Eine witzige, treibende und wohl nicht ganz ernst gemeinte Nummer – aber irgendwie gut. Mit „Synchronicity II“ folgt schließlich eine tolle Rock-Nummer, die einfach Spaß macht. Für mich sogar der Höhepunkt der ganzen Platte. Eingängiger und treibender Rock, Musikfreund, was willst Du mehr?

Die ehemalige zweite Seite startet nun mit einem der bekanntesten Lieder von The Police: „Every Breath You Take”. Ein wahrlich tolles Lied, eine der entspanntesten Nummern, die ich kenne. Klar, absoluter Ohrwurm. Bei „King Of Pain” klingen Police dann noch mal so wie auf den vorherigen Alben. Unverwechselbarer Sound und ebenfalls sehr melodiös. Gleiches gilt für „Wrapped Around Your Finger“. Und jetzt ist es auch kein Wunder mehr, dass diese ehemalige zweite Seite des Albums bei den Fans besser ankam.

Fazit: Eine schöne und spannende Platte ist „Synchronicity” geworden. Entsetzen herrschte bei den Fans, als die Band nach der anschließenden Tournee verkündete, dass sie als Musiker erst mal eine Auszeit von Police nehmen wollten. Wirklich schade, denn auch „Synchronicity” lohnt sich und wer weiß, was da noch gekommen wäre. Zwar ist der Stil der Band deutlich kommerzieller geworden, jedoch sind die Musik und der Sound weiterhin unverwechselbar der von Police. Viele der Titel gehen schnell ins Ohr und auch die Füße wollen laufend mitwippen. Leider blieb es bei dieser fünften und letzten Platte, auch wenn die drei Musiker sich nochmals für eine Tournee in den Jahren 2007 und 2008 gemeinsam auf die Bühne stellten – danach jedoch die Band endgültig auflösten. Elf Punkte.

Anspieltipps: Synchronicity II, Every Breath You Take