Mittwoch, 8. Februar 2017

Dynamite Hack – Superfast




Dynamite Hack – Superfast


Besetzung:

Mark Morris – guitar, piano, vocals
Mike Vlahakis – guitars
Chad Robinson – bass, vocals
Chase Texas – drums, percussion


Gastmusiker:

Willy Paisano – keyboards on "Blue Sky"
William Snell – slide guitar on "Marie..."
Emily Kate – additional vocals on "Anyway (Piano Version)"
Christophe "Robitussin" – drums on "Blue Sky" and "Slice Of Heaven"
Jon Dishongh – additional keyboards and electronic beats / sequencing


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Switcheroo (3:12)
2. Anyway (2:33)
3. Alvin (2:41)
4. Dear Kate, (2:51)
5. G-Force (3:00)
6. Wussypuff (3:02)
7. Blue Sky (3:47)
8. Slice Of Heaven (2:42)
9. Granola (2:04)
10. Boyz-N-The-Hood (3:04)
11. Pick Up Lines (3:12)
12. Marie... (2:44)
13. Just Another Day, Baby (0:25)
14. Laughter (2:16)
15. Anyway (Mellow Version) (4:00)

Gesamtspieldauer: 41:45




Dynamite Hack ist eine Post-Grunge Band, die sich im Jahr 1997 in Austin, Texas gründete. Das Album „Superfast“ wurde im Mai des Jahres 2000 auf dem Label Universal Music veröffentlicht und stellt gleichzeitig das zweite Studio-Album der Band dar. Allzu viel hört man von dieser Band nicht, die aber anscheinend immer noch aktiv ist und das nächste, vollständige Studio-Album erst im Jahr 2011 veröffentlichte.

Auf „Superfast“ befindet sich auch das wohl bekannteste Stück von der Dynamite Hack, das Lied „Boyz-N-The-Hood“. Diese Nummer ist eine Cover-Version des gleichnamigen Rap-Songs von Eazy-E aus dem Jahr 1987. Mit Rap hat das Stück in dieser Version allerdings so überhaupt nichts mehr zu tun. „Boyz-N-The-Hood“ ist bei Dynamite Hack zu einem sanften und melodischen Alternative Rock Lied mutiert, welches fast schon weich ins Ohr geht. Die Nummer war gleichzeitig auch die erste Single-Veröffentlichung der Band und kletterte immerhin bis auf Platz 12 der US-amerikanischen Billboard Modern Rock Tracks Charts.

Ansonsten wechseln sich rockigere mit eher sanften Stücken auf „Superfast“ ab. Weltbewegend ist das alles nicht, was man hier zu hören bekommt, allerdings auch nicht schlecht. Neben dem bereits erwähnten „Boyz-N-The-Hood“ können dabei am meisten noch das ebenfalls sehr eingängige „Blue Sky“ und die Piano-Version „Anyway“ überzeugen. Dieses Stück wurde dem Album ganz an dessen Ende ein zweites Mal hinzugefügt, jetzt gesungen von Emily Kate in einer sehr warmen und anrührenden Version.

Fazit: Gerockt wird auf „Superfast“ und auch die leiseren Töne kommen nicht zu kurz auf dem zweiten Album von Dynamite Hack. Einige der Lieder gehen gut ins Ohr und auch für Freundinnen und Freunde der härteren Takte ist auf der Platte einiges geboten. Kein Überalbum, doch es gibt da draußen deutlich schlechtere Scheiben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Blue Sky, Boyz-N-The-Hood, Anyway (Mellow Version)



Dienstag, 7. Februar 2017

The Pineapple Thief – One Three Seven




The Pineapple Thief – One Three Seven


Besetzung:

Bruce Scoord – guitars, vocals, keyboards, samples, programming, strings arrangements
Adrian Scoord – mellotron, keyboards, piano, misc synths
Nick Lang – drums, percussion, backing vocals
Mark Harris – bass guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: New Art Rock, Alternative Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Lay On The Tracks (4:45)
2. Perpetual Night Shift (5:25)
3. Kid Chameleon (7:01)
4. Incubate (3:25)
5. Doppler (7:32)
6. Ster (4:00)
7. Release The Tether (5:04)
8. How Did We Find Our Way? (3:57)
9. 137 (5:02)
10. Preserve (5:20)
11. Warm Me (3:25)
12. PVS (11:42)
13. MD One (3:56)

Gesamtspieldauer: 1:10:39




„One Three Seven“ oder ganz kurz „137“ heißt das zweite Studioalbum der englischen Rock- bis Progressive Rockband The Pineapple Thief. „One Three Seven“ erschien im März des Jahres 2002 auf dem Musiklabel Kscope und beinhaltet noch nicht ganz die Musik, für die The Pineapple Thief auf ihren späteren Veröffentlichungen stehen sollten. Dieser progressive Rock-Ansatz ist auf „One Three Seven“ nämlich nur ganz zart ausgeprägt, sehr viel mehr hört man auf der Scheibe Alternative Rock der bis in das Genre des New Art Rock hineinrecht.

Dies sagt allerdings natürlich noch nichts über die Musik des Albums aus, denn die ist durchaus hörenswert. Eingängige Melodien gibt es da zu genießen, die auch schnell ins Ohr gehen. Die Lieder auf „One Three Seven“ klingen dabei nicht zu melancholisch, wie es auf anderen Scheibe von The Pineapple Thief durchaus immer wieder mal der Fall ist. Die einzelnen Titel sind dabei etwas einfacher aufgebaut, auch das Stilmittel der immer wiederkehrenden Wiederholung einzelner Passagen, um einen fast schon hypnotisierenden Effekt zu erreichen, gibt es hier nur vereinzelt zu hören. Dieses – und das ist sicherlich nicht weiter überraschend – hört man am ehesten in den drei längeren Stücken „Kid Chameleon“, „Doppler“ sowie „PVS“. In diesen drei Titeln kommt auch ganz gut das Genre New Art Rock zum Tragen, was die Nummern deutlich interessanter werden lässt.

Diese drei Lieder stellen für mich auch gleichzeitig die Höhepunkte auf „One Three Seven“ dar, da sie eben noch ein wenig spannender geraten sind, als der Rest des Albums. Dieser Rest in Form von zehn weiteren Liedern enthält allerdings durchaus auch überzeugende Musik, dann allerdings jedoch eben eher im Rock bis manchmal sogar hin zum Pop angesiedelten Segment. Hören kann man das trotzdem gut.

Fazit: Auf dem zweiten Album der englischen Band The Pineapple Thief mit dem Namen „One Three Seven“ hört man noch nicht ganz die Musik, die die Band um den Sänger, Gitarristen und Komponisten Bruce Scoord auf späteren Veröffentlichungen so unverwechselbar werden ließ. Parallelen und Ähnlichkeiten zu Porcupine Tree sind auf „One Three Seven“ durchaus vorhanden, denn gerockt wird auf der Scheibe ebenfalls ordentlich. Das Spezielle, Überraschende oder Besondere in der Musik von The Pineapple Thief ist hier allerdings noch nicht so ausgeprägt vorhanden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Kid Chameleon, Doppler, PVS



Montag, 6. Februar 2017

BAP – Ahl Männer, Aalglatt




BAP – Ahl Männer, Aalglatt


Besetzung:

Manfred Boecker – Percussion, Gesang
Steve Borg – Bass
Alexander Büchel – Keyboards
Jan Dix – Schlagzeug
Klaus Heuser – Gitarre, Gesang
Wolfgang Niedecken – Gesang, Gitarre


Gastmusiker:

Curt Cress – Schlagzeug


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Kölsch-Rock


Trackliste:

CD1:

1. Ahl Männer, Aalglatt (4:10)
2. Endlich Allein (4:05)
3. Lisa (4:20)
4. Globus (4:28)
5. Breef Ahn Üch Zwei (4:36)
6. Bunte Trümmer (4:18)
7. Time Is Cash, Time Is Money (5:21)
8. Halt Mich Fest (4:55)
9. Almanya (5:17)


CD2: (Remasterte Wiederveröffentlichung im August 2006 mit einer zweiten CD mit Bonusmaterial)

1. Time Is Cash, Time Is Money (Bläck Fööss & Fründe, live, Köln, 1989) (5:44)
2. Denn Sie Brauchen Keinen Führer (Udo Lindenberg & BAP, live, Wackersdorf, 1986) (5:14)
3. Das Kann Man Ja Auch Mal So Sehen (Udo Lindenberg & BAP, live, Wackersdorf, 1986) (4:28)
4. Lisa (live, Wackersdorf, 1986) (4:31)
5. Vatter (live, Köln, 1988) (7:06)
6. Ahl Männer, Aalglatt (vom Album "Affrocke", live, 1991) (3:56)
7. Like A Rolling Stone (BAP mit A. Haigis, W. Ambros, K. Coyne, live, Wackersdorf, 1986) (6:38)
8. Nemm Mich Mit (live, Wackersdorf, 1986) (6:42)

Gesamtspieldauer CD1 (41:33) und CD2 (44:23): 1:25:27




„Ahl Männer, Aalglatt“ heißt das sechste Studio-Album der Kölner Rockband BAP. Es erschien im Januar des Jahres 1986 bei EMI Electrola und belegte vom 14. Februar bis zum 3. April 1986 den ersten Platz der deutschen Albumcharts. Die Mischung auf diesem Album ist immer noch jene, die BAP in den letzten Jahren so viel Erfolg eingebracht hatte: Flotte Rock-Titel und sanfte Balladen gibt es auch auf „Ahl Männer, Aalglatt“ zu hören. Die meisten Nummern gehen dabei erneut wieder ziemlich schnell ins Ohr.

Das Verhältnis hatte sich nun jedoch etwas verschoben. Vielleicht lag es daran, dass BAP mit Reinhold Mack zum ersten Mal auf die Dienste eines professionellen Produzenten zurückgriffen hat, das Ergebnis gestaltete sich auf jeden Fall so, dass die rockigeren Lieder nun etwas die Überhand gewonnen hatten. Das macht allerdings nichts, denn gerade diese Lieder wissen auf „Ahl Männer, Aalglatt“ zu überzeugen. Das Titellied „Ahl Männer, Aalglatt“, „Endlich Allein“, „Globus“ sowie „Bunte Trümmer“ sind die Höhepunkte der Scheibe. Gerade „Bunte Trümmer“ ist dabei ein Lied, welches sofort, beim ersten Mal des Hörens, hängenbleibt. Eine tolle Rock-Nummer, zunächst fast schon etwas schräg und versetzt klingend, sich dann zu einem sehr melodiösen und abwechslungsreichen Titel entwickelnd.

Von den eher sanfteren Stücken überzeugt am meisten noch „Lisa“. Auch hier beweist einmal mehr Klaus Heuser sein Gespür für die eingängige Melodie. Und wer solch Stücke wie „Bahnhofskino“, „Sendeschluss“, „Jraaduss“ oder „Jupp“ von vorherigen Platten mag, die oder der wird auch „Lisa“ sehr mögen. Nur an einem Lied ist Klaus Heuser kompositorisch nicht beteiligt. Dieses heißt „Time Is Cash, Time Is Money“, wurde vom Produzenten Reinhold Mack zusammen mit Wolfgang Niedecken geschrieben, hat einen leichten Einschlag hin zum Reggae und ist das am wenigsten gelungene Lied auf diesem Album geworden.

Auf der remasterten CD-Ausgabe aus dem Jahr 2006 werden einem erneut Zugaben in Form einer zweiten CD geboten. Hierauf befinden sich Live-Aufnahmen, die zum größten Teil aus dem Jahr 1986 und dem Festival in Wackersdorf stammen. Ganz nett, aber nicht unbedingt ein Mehrwert. Die meiste Abwechslung bietet hier Udo Lindenbergs „Denn Sie Brauchen Keinen Führer“.

Fazit: Rockiger und schneller als die Vorgängeralben ist „Ahl Männer, Aalglatt“ geworden. Einige Höhepunkte lassen sich auch auf diesem Album finden und zwar gerade in diesen, rockigeren Nummern. Hier passen die Melodien, gehen ins Ohr und man wippt gerne mit. Die Texte des Wolfgang Niedecken sind einmal mehr kritisch und regen oft zum Nachdenken an, sind auch nach mehr als drei Jahrzehnten noch aktuell. Alles, Text wie Musik, durchaus auch heute noch überzeugend und hörenswert. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ahl Männer Aalglatt, Endlich Allein, Globus, Bunte Trümmer



Sonntag, 5. Februar 2017

Mahavishnu Orchestra – Unreleased Tracks From Between Nothingness & Eternity




Mahavishnu Orchestra – Unreleased Tracks From Between Nothingness & Eternity


Besetzung:

John McLaughlin – guitar
Jan Hammer – keyboards
Jerry Goodman – violin
Rick Laird – bass
Billy Cobham – percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2011 (Musik aufgenommen 1973)


Stil: Jazz Fusion (live)


Trackliste:

1. Hope (1:47)
2. Awakening (14:08)
3. You Know, You Know (7:12)
4. One Word (18:30)
5. Stepping Tones (2:01)
6. Vital Transformation (6:16)
7. The Dance Of Maya (14:03)

Gesamtspieldauer: 1:04:01




„Unreleased Tracks From Between Nothingness & Eternity“ ist ein Live Album des Mahavishnu Orchestras, welches im Jahr 2011 veröffentlicht wurde. Wie der Titel der Platte bereits nahelegt, handelt es sich dabei um weitere Aufnahmen, eines bereits veröffentlichten Konzerts. Drei Nummern zweier Konzerte, die das Mahavishnu Orchestra im August 1973 im Central Park New York gab, waren bereits 1973 unter dem Namen „Between Nothingness & Eternity“ veröffentlicht worden. Hier jetzt also sieben weitere Titel aus diesen beiden Konzerten, wobei die Lieder 3, 4 und 7 am 17. August und die restlichen am 18. August 1973 eingespielt worden waren.

Ist man live bei solch einem Konzert anwesend, mag das Ganze vielleicht sehr überzeugend und mitreißend klingen. Lauscht man solch einem Konzert allerdings auf Platte oder Compact Disc, so klingt die Musik des Mahavishnu Orchestras schon einigermaßen verwirrend – um es freundlich auszudrücken. Einfach ist das alles ganz bestimmt nicht, ins Ohr möchte hier auch nichts gehen, vielmehr lauscht man den Musikern, wie sie alles aus ihren Instrumenten herausholen. Dem ist mitunter schwer zu folgen, da jedes Lied bis zu einer gewissen Aggressivität gesteigert wird, die eine Nervosität bei der Hörerin oder dem Hörern heraufzubeschwören imstande ist.

Leider klingt hier häufig das, was auf dem Studioalbum noch interessant klang, allzu selbstverliebt, losgelöst von allen Konventionen und damit leider auch etwas entfernt vom Aufnahmevermögen der Konsumenten. Nun, wie gesagt, live mag das durchaus zu genießen sein, in Form einer musikalischen Retorte ist es oftmals nur schwer zu verarbeiten, da musikalisch völlig los- und aufgelöst. Klar, Melodien sind nicht alles, können manchmal aber auch ganz schön sein.

Fazit: Man muss definitiv Jazz-Freund sein, um mit diesem Konzert etwas anfangen zu können. Alle Musiker des Mahavishnu Orchestras sind Meister ihrer Instrumente, das lassen sie auch jede und jeden hören. Manchmal klingt das allerdings eher nach Selbstdarstellung denn nach Unterhaltung – zumindest in den Ohren derjenigen, die im Jazz nicht so zu Hause sind und diese Art der Musik garantiert nicht fair beurteilen können. Fünf Punkte.

Anspieltipps: One Word



Samstag, 4. Februar 2017

Depeche Mode – The Singles 81>85




Depeche Mode – The Singles 81>85


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Synthie Pop, New Wave


Trackliste:

1. Dreaming Of Me (3:46)
2. New Life (3:45)
3. Just Can't Get Enough (3:44)
4. See You (3:57)
5. The Meaning Of Love (3:05)
6. Leave In Silence (4:02)
7. Get The Balance Right! (3:15)
8. Everything Counts (3:59)
9. Love, In Itself (4:00)
10. People Are People (3:46)
11. Master And Servant (3:47)
12. Blasphemous Rumours (5:09)
13. Somebody (4:22)
14. Shake The Disease (4:49)
15. It's Called A Heart (3:51)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

16. Photographic (Some Bizzare Version) (3:13)
17. Just Can't Get Enough (Schizo Mix) (6:46)

Gesamtspieldauer: 1:09:24




Man sollte definitiv ein großer Fan des Synthie Pops sein, wenn man dieser Zusammenstellung mit Genuss und Freude lauschen möchte. Auf „The Singles 81>85“ sind die Single-Veröffentlichungen von Depeche Mode in den Jahren 1981 bis 1985 zusammengestellt. Dazu gesellen sich noch ein paar Zugaben. Im Oktober des Jahres 1985 erschien das Album bei Mute Records.

Auf der Scheibe wurden die Single-Veröffentlichungen in zeitlich korrekter Form angeordnet. Die ersten drei Nummern stammen vom Debut-Album von Depeche Mode, „Speak & Spell“, aus dem Jahr 1981. Die Titel drei bis sechs waren auf dem zweiten Album „A Broken Frame“ aus dem Jahr 1982 vertreten. Lied Nummer 7, „Leave In Silence“, ist gleichzeitig die siebte Single-Veröffentlichung der Band und war nicht auf einem Album enthalten. Die Lieder Nummer acht und neun entstammen dem 1983er Album „Construction Time Again“ und schließlich ist auch das vierte Album, „Some Great Reward“, aus dem Jahr 1984 vertreten und zwar mit den Nummern zehn bis dreizehn. Die folgenden Lieder, „Shake The Disease“ und „It's Called A Heart“, sind keine Singles, sondern bisher unveröffentlichte Lieder. Auf der remasterten Albumfassung gibt es dann schließlich noch zwei Zugaben in Form spezieller Abmischungen.

Wenn man die einzelnen Titel nicht aus seiner Jugend kennt, so ist es in der heutigen Zeit durchaus schwer, sich darin hineinzuhören. Vor allen Dingen der Beginn der Platte klingt so unfassbar synthetisch und der Drum-Computer langweilt bereits nach dem zweiten Takt. Die Lieder gehen dabei auch nicht ins Ohr, schöne Melodien sind keine zu entdecken. Ab und an lässt sich eine Nummer auch ohne Seufzen durchhalten, überzeugend klingt das dann allerdings bei Weitem noch nicht. Zu sehr hört man der Musik auch das Alter an, da Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts viele Bands möglichst synthetisch klingen wollten. Synthie Pop eben. Depeche Mode haben das perfekt umgesetzt.

Das 84er Album „Some Great Reward“ brachte für Depeche Mode den ganz großen Durchbruch. Von dieser Scheibe stammen auch die bekanntesten Stücke des Albums: „People Are People“, „Master And Servant“ sowie „Blasphemous Rumours“. Hier wird nun der Sound deutlich interessanter, auch wenn diesen Liedern ebenfalls die Synthetik anhängt, so werden doch die Melodien sehr viel eingängiger. Gerade letztgenannter Titel, „Blasphemous Rumours“, besitzt dann sogar so etwas wie Atmosphäre, klingt melodisch und ist wohl der beste Titel aus der ersten Schaffensphase von Depeche Mode.

Fazit: Zum großen Teil hört sich die Musik von Depeche Mode auf diesem Kompilationsalbum einfach zu synthetisch für einen Freund der Rock Musik an. Das alleine wäre allerdings gar nicht mal so schlimm, wenn die Band hier die Titel zumindest mit tollen Melodien untermalt beziehungsweise ausgestattet hätte. Hat sie aber auch nicht, sodass so richtig nur „Blasphemous Rumours“ auf „The Singles 81>85“ überzeugen kann. Aber Depeche Mode sollten sich ja steigern. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Blasphemous Rumours



Freitag, 3. Februar 2017

Renegades Of Jazz – Moyo Wangu




Renegades Of Jazz – Moyo Wangu


Besetzung:

Unterschiedlich und durch diverse Abkürzungen nicht nachzuvollziehen


Label: Agogo Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Weltmusik, Jazz, Breakbeat


Trackliste:

1. Afro Cookie (4:14)
2. Moto Moto (4:55)
3. Beneath This African Blue (5:06)
4. Harambee (4:21)
5. Moyo Wangu (5:06)
6. Them Who Walk Slow (4:25)
7. Karibu Tena (4:12)
8. Zebra Talk (4:21)
9. Jamboree (3:23)
10. Majirani Yako Kelele (4:59)
11. Jazz Makossa (4:21)
12. Prison Island (3:56)

Gesamtspieldauer: 53:24




Renegades Of Jazz ist das Projekt des David Hanke. Dieser schrieb alle Titel auf dem Album „Moyo Wangu“, lediglich bei den Nummern „Moyo Wangu“ und „Zebra Talk“ bekam er Unterstützung von Hugo Kant beziehungsweise Ingo Möll. „Moyo Wangu“ ist bereits das dritte Album der Renegades Of Jazz und es wurde im September des Jahres 2016 auf dem Label Agogo Records veröffentlicht. Darauf zu hören bekommt man eine Art Fusion von afrikanischen Klängen, Breakbeat, Jazz und einer Prise Funk, welche dazu gedacht ist, die Tanzflächen dieser Welt zu füllen.

Viele Bläser klingen einem dabei in den Ohren und die Musik scheint wahrlich am ehesten für die Tanzfläche geeignet zu sein. Alles vibriert im Rhythmus und man kommt gar nicht umhin, an der ein oder anderen Stelle mitzuwippen, auch wenn es sich bei dieser Musik nicht um die eigene Lieblingsmusik handelt. Nun, diese Verbindung aus rhythmischen, elektronischen Beats, afrikanischer Musik, jazzigen Bläsern und Funk muss man von vorne herein mögen, um damit auch etwas anfangen zu können – das dachte ich zumindest, denn Renegades Of Jazz spielen auf einer absolut anderen musikalischen Baustelle, auf der ich mich bewege.

Doch hört man sich ein wenig in diese Takte, diese Akkorde, diese Beats hinein, findet sich auch der ein oder andere Titel, der plötzlich ganz interessant klingt. Mit jedem Durchlauf der Scheibe wird das ein wenig deutlicher und noch überzeugender. Man merkt den Musikern einfach an, dass sie Spaß an ihrer Musik haben und genau so klingt es dann auch, irgendwie fröhlich.

Fazit: Nun, die Musik groovt wahrlich. Leute, die gerne auf harten Beats abtanzen, werden die Scheibe sicherlich lieben, wenn sie auch noch ein offenes Ohr für afrikanische Klänge haben. Mit Rock Musik hat das natürlich nur am Rande zu tun, doch mich begeistert es immer, wenn man hört, mit wie viel Leidenschaft Menschen ihr Projekt verfolgen, ihre Musik darbieten. Das meine ich auf „Moyo Wangu“ von Renegades Of Jazz heraushören zu können. Nicht meine Musik, trotzdem sieben Punkte.

Anspieltipps: Afro Cookie, Beneath This African Blue, Moyo Wangu, Zebra Talk, Jazz Makossa



Donnerstag, 2. Februar 2017

Barclay James Harvest – Live Tapes




Barclay James Harvest – Live Tapes


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Pop, Soft Rock


Trackliste:

1. Child Of The Universe (6:47)
2. Rock 'n Roll Star (5:25)
3. Poor Man's Moody Blues (7:30)
4. Mockingbird (7:29)
5. Hard Hearted Woman (4:47)
6. One Night (6:35)
7. Taking Me Higher (4:41)
8. Suicide (6:46)
9. Crazy City (4:42)
10. Jonathan (6:03)
11. For No One (6:28)
12. Polk Street Rag (5:41)
13. Hymn (6:00)

Gesamtspieldauer: 1:18:55




Wer die Musik von Barclay James Harvest von deren Anfängen bis kurz vor Ende der 70er Jahre mag, die oder der wird auch „Live Tapes“ sehr mögen, denn die Lieder darauf können auch in ihren Live-Versionen absolut überzeugen. 1978 ist das Doppelalbum bei Polydor erschienen und machte aus Barclay James Harvest eine der angesagtesten Bands in Deutschland, da hier dieser Soft Rock wohl den allermeisten Zuspruch fand und sich das Album auch in den Charts platzieren konnte.

Nun, wenn man auf melodischen Rock steht, der nie zu hart wirkt und immer die eingängige Melodie an vorderster Stelle präsentiert, dann ist „Live Tapes“ das Album für die- oder denjenigen Musikhörer. Alles klingt hier melodiös, geht ins Ohr. Manch einem mag das dann vielleicht sogar ein klein wenig zu soft klingen, denn Soft Rock bis Pop – und genau den gibt es hier zu hören – ist nun mal nicht jedermanns Sache. „Live Tapes“ bietet dabei jedoch auch eine schöne Übersicht über das Schaffen von Barclay James Harvest in der ersten Bandphase, bevor sie noch mal deutlich kommerzieller wurden und klangen.

Höhepunkte des Doppelalbums sind die erste LP-Seite mit den Titeln „Child Of The Universe“, „Rock 'n Roll Star“ sowie „Poor Man's Moody Blues“. Und nicht vergessen zu erwähnen darf man an dieser Stelle auch das letzte Lied des Albums, „Hymn“, was hier noch ein wenig kraftvoller und eingängiger als in der Studioversion wirkt. Da sämtliche Lieder auf „Live Tapes“ allerdings einem ganz bestimmten Schema entsprechen, dem der Eingängigkeit, hätte ich an dieser Stelle sicherlich auch fast jeden anderen der insgesamt dreizehn Nummern als Höhepunkt betiteln können. Wer das Album kennt, wird hier ihre oder seine ganz eigenen Highlights finden – oder es verteufeln.

Fazit: Man bekommt mit „Live Tapes“ einen sehr guten Überblick über die Musik von Barclay James Harvest, von ihren Anfängen bis zum Album „Gone To Earth“. Dazu werden den Hörerinnen und Hörern auf dem Album dreizehn Lieder präsentiert, die sich darum streiten, welches am stärksten und nachhaltigsten ins Ohr geht. Das ist weicher Soft Rock, den man mag oder eben nicht. Melodisch klingt es auch jeden Fall, experimentell, hart oder schräg an keiner Stelle. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Child Of The Universe, Poor Man's Moody Blues, Hymn



Mittwoch, 1. Februar 2017

Eric Burdon & The Animals – Good Times




Eric Burdon & The Animals – Good Times


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Label: Polystar


Erscheinungsdatum: 1990 (Aufnahmen von 1964 bis 1968)


Stil: Rock, Pop, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. House Of The Rising Sun (4:29)
2. Good Times (2:55)
3. Hey Gyp (3:50)
4. When I Was Young (3:00)
5. I'm An Animal (5:34)
6. Ring Of Fire (4:43)
7. See See Rider (4:03)
8. San Franciscan Nights (3:22)
9. To Love Somebody (7:20)
10. Don't Let Me Be Misunderstood (2:20)
11. Winds Of Change (3:54)
12. Sky Pilot (7:31)
13. Don't Bring Me Down (3:18)
14. We Gotta Get Out Of This Place (3:15)
15. Paint It Black (6:09)
16. River Deep Mountain High (7:23)
17. It's My Life (3:07)
18. Closer To The Truth (4:24)

Gesamtspieldauer: 1:27:42




Eric Burdon hat ein Solowerk veröffentlicht, was dementsprechend unter seinem Namen, „Eric Burdon“, erschien. Dann gab es auch noch drei Veröffentlichungen unter dem Namen „The Eric Burdon Band“. Eine unter „Eric Burdon & Jimmy Witherspoon“, drei weitere unter der Überschrift „Eric Burdon & War“. Und schließlich veröffentlichte Eric Burdon in den Jahren 1964 bis 1968 insgesamt sechs Studioalben mit „Eric Burdon & The Animals“. Dort divergierte der Bandname auch etwas und in den USA wurden aus diesen sechs Studio-Platten gleich ganze zehn Scheiben, aber das spielt hier keine sonderliche Rolle. „Good Times“ ist eines der ebenfalls zahlreichen „Best Of-Alben“, die mit der Musik des Eric Burdon erschienen sind – in diesem Fall eben aus seinen Veröffentlichungen mit den Animals.

Diese Zusammenstellung, die bei der Veröffentlichung eine Doppel-LP war und aufgrund der technischen Begrenzung der Gesamtspieldauer in der CD-Form den Titel „To Love Somebody“ nicht enthält, zeigt eine schöne Übersicht über das Schaffen des Eric Burdon zu Beginn seiner Karriere. Auf „Good Times“ hört man jede Menge verschiedene musikalische Stile. Da erklingt an manchen Stellen dieser typische 60ies Pop, dem man heutzutage sein Alter ganz eindeutig anhört. Dann finden sich auf diesem Kompilations-Album einige Rock-Stücke, die zum Teil bis in das Genre des Psychedelic Rock hineinreichen und auch heutzutage noch jung, frisch und spannend klingen.

Viele der Nummern sind Cover-Versionen anderer Künstler und Bands. So hört man hier unter anderem Interpretationen der Titel von Donovan (Hey Gyp), Johnny Cash (Ring Of Fire), den Bee Gees (To Love Somebody) oder den Rolling Stones (Paint It Black). Ganz speziell bei solchen Kompilationsalben liegt es natürlich immer am Geschmack der Hörerin oder des Hörers, ob hier auch die eigenen Favoriten der Band mit enthalten sind. Einen ganz guten Überblick erhält man auf jeden Fall. Die Höhepunkte der Scheibe sind für meinen Musikgeschmack die Eigenkompositionen „When I Was Young“, sowie das wunderschöne „San Franciscan Nights“. Natürlich darf hier auch das allseits bekannte „House Of The Rising Sun“ nicht fehlen, genauso wenig wie „Don't Let Me Be Misunderstood“, welches Bennie Benjamin, Gloria Caldwell und Sol Marcus 1964 ursprünglich für die Jazz Sängerin und Pianistin Nina Simone geschrieben hatten. Allerdings wurde der Titel erst durch die Version von Eric Burdon und den Animals zu einem Hit.

Fazit: Möchte man sich eine musikalische Übersicht über die Band Eric Burdon & The Animals verschaffen und gleichzeitig eintauchen, in die nicht immer radiotaugliche und manchmal bereits etwas experimentelle Musik der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, dann eignet sich „Good Times – The Best Of Eric Burdon & The Animals“ bestens dazu. Viele der Nummern lohnen sich auch heute noch und klingen wesentlich weniger antiquiert als so manche Scheibe aus dem Jahr 2016. Zehn Punkte.

Anspieltipps: House Of The Rising Sun, When I Was Young, San Franciscan Nights, Don't Let Me Be Misunderstood, Paint It Black



Dienstag, 31. Januar 2017

Prince – Ultimate




Prince – Ultimate


Besetzung:

Prince – string arrangements, various instruments, vocals


Gastmusiker:

Nur vereinzelte Angaben bei manchen Liedern

Annette Atkinson – standup bass
Tommy Barbarella – sampling
Timothy Barr – standup bass
Atlanta Bliss – brass, trumpet, vocals
Bonnie Boyer – hammond organ, vocals
Denyse Buffum – viola
David Daoud Coleman – cello
Lisa Coleman – keyboards, vocals
Damon Dickson – percussion, background vocals
Dr. Fink – keyboards
Shelia E – vocals
Sheena Easton – vocals
Rosie Gaines – organ, sampling, vocals, background vocals
Suzie Katayama – cello
Eric Leeds – brass, flute, saxophone, vocals
Tony M. – rap, background vocals
Wendy Melvoin – guitar, vocals
Michael B. – drums
New Power Generation – vocals
Novi Novog – viola, violin
Sid Page – violin
Levi Seacer, Jr. – bass, rhythm guitar, vocals, background vocals
Sheila E. – drums, percussion, vocals
Shiela E – drums, percussion
Sonny T. – bass, background vocals
Laury Woods – viola
Bobby Z – percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: R&B, Funk, Pop


Trackliste:

CD1:

1. I Wanna Be Your Lover (Single Edit) (2:57)
2. Uptown (Single Edit) (4:09)
3. Controversy (7:15)
4. 1999 (Single Edit) (3:37)
5. Delirious (Single Edit) (2:38)
6. When Doves Cry (Single Edit) (3:47)
7. I Would Die 4 U (Single Version) (2:56)
8. Purple Rain (8:40)
9. Sign O' The Times (Single Edit) (3:42)
10. I Could Never Take The Place Of Your Man (Single Edit) (3:39)
11. Alphabet St. (5:38)
12. Diamonds And Pearls (Single Edit) (4:19)
13. Gett Off (4:31)
14. Money Don't Matter 2 Night (4:47)
15. 7 (5:08)
16. Nothing Compares 2 U (Live) (4:57)
17. My Name Is Prince (Single Edit) (4:03)


CD2:

1. Let's Go Crazy (Special Dance Mix) (7:36)
2. Little Red Corvette (Dance Remix) (8:22)
3. Let's Work (Dance Remix) (8:02)
4. Pop Life (Fresh Dance Mix) (6:18)
5. She's Always In My Hair (12" Version) (6:31)
6. Raspberry Beret (12" Version) (6:34)
7. Kiss (Extended Version) (7:16)
8. U Got the Look (Long Look) (6:40)
9. Hot Thing (Extended Remix) (8:30)
10. Thieves In The Temple (Remix) (8:08)
11. Cream (N.P.G. Mix) (4:50)

Gesamtspieldauer CD1 (1:17:24) und CD2 (1:19:10): 2:36:24




Prince veröffentlichte neununddreißig (!) Studio-Alben, fünf Soundtracks, vier Live-Alben, sieben Kompilations-Platten, sieben Video-Alben und noch eine ganze Menge mehr. „Ultimate“ ist dabei eines der Kompilations-Alben, welches im Jahr 2006 auf Warner Music veröffentlicht wurde. Das Besondere daran ist, dass sich darauf hauptsächlich verschiedene Mixe und Extended Versions von zahlreichen Liedern befinden. Das Ganze ausgedehnt auf ein Doppel-Album.

Was man dann hier zu hören bekommt ist schon schwer verdaulich, wenn man denn ein „Best Of…“-Album erwartet. Durch die ganze Mixerei werden viele der Nummern zu sehr nervigen Angelegenheiten, die oftmals an manchen Stellen nur noch rudimentär an das Original erinnern. Definitiv klingt hier alles funky und supy-dupy flippy. Für jemanden, die oder der sich einen Überblick über das Schaffen von Prince verschaffen möchte, garantiert nicht geeignet. Wobei hier natürlich festzuhalten ist, dass ein einziges Doppelalbum dies, bei dem Output von Prince, auch niemals leisten können wird.

Fazit: Man weiß nicht, was man mit dieser Scheibe anfangen soll. Die Lieder sind zum größten Teil in völlig anderen Versionen vorhanden und somit ist dieses Album eher etwas für Fans, die gerne auch jeden alternativen Mix ihres Helden hören möchten. Für mich ist das eines der sinnlosesten Alben überhaupt und hat absolut nichts mit „Ultimate“ zu tun. Jedes Wort ist hier zu viel. Drei Punkte.

Anspieltipps: Purple Rain



Montag, 30. Januar 2017

Gary Numan – Warriors




Gary Numan – Warriors


Besetzung:

Gary Numan – vocals, keyboards, guitar, percussion


Gastmusiker:

Joe Hubbard – bass
Cedric Sharpley – drums, percussion
Bill Nelson – guitar, keyboards, chorus on “Poetry And Power”
Russell Bell – guitar
Chris Payne – keyboards, viola
John Webb – keyboards, percussion
Dick Morrissey – saxophone
Tracey Ackerman – backing vocals
Terry Martin – keyboards on “The Tick Tock Man”


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: New Wave, Experimental Music, Synthie Pop


Trackliste:

1. Warriors (5:53)
2. I Am Render (5:03)
3. The Iceman Comes (4:25)
4. This Prison Moon (3:16)
5. My Centurion (5:22)
6. Sister Surprise (8:31)
7. The Tick Tock Man (4:24)
8. Love Is Like Clock Law (4:05)
9. The Rhythm Of The Evening (5:57)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

10. Poetry And Power („Sister Surprise“ B-Side) (4:31)
11. My Car Slides (1) („Warriors“ B-Side) (3:01)
12. My Car Slides (2) („Warriors“ B-Side) (4:43)
13. Nameless And Forgotten (4:54)
14. Sister Surprise (Single Version) (5:03)
15. Warriors (Full-Length Version) (7:30)

Gesamtspieldauer: 1:16:43




„Warriors“ heißt das siebte Studio-Album des Engländers Gary Numan. Veröffentlicht wurde die Platte im September 1983 auf dem Musiklabel Beggars Banquet Records. Gleichzeitig war es die letzte Scheibe, die Gary Numan auf diesem Label herausbrachte. Die Plattenfirma hatte Gary Numan vorgeschlagen, dass dieser nun, zum ersten Mal in seiner Karriere, zusammen mit einem Co-Produzenten an seiner Seite das Album einspielen sollte. Bill Nelson wurde Gary Numan schließlich an die Seite gestellt, den dieser bereits als Gitarristen verpflichtet hatte. Nur leider war die Zusammenarbeit alles andere als einfach, da die beiden Musiker sich nicht auf den Sound des Albums einigen konnten und so mehr stritten, denn zusammen arbeiteten. Das Ganze gipfelte darin, dass Nelson Gary Numan am Schluss bat, nicht mehr als Co-Produzent in den Credits erwähnt zu werden. Erst Jahre später würdigte Gary Numan den Beitrag Bill Nelsons in mehreren Interviews.

„Warriors“ klingt ein wenig poppiger und etwas eingängiger als noch das Vorgänger-Album „I, Assassin“. Die Platte verkaufte sich allerdings fast auch nur, genau wie das Album zuvor, in Großbritannien. Richtig melodiös klingt die Musik des Gary Numan hier auch noch nicht, allerdings schon etwas gefälliger. So wird zum Beispiel mit solch einer Nummer wie „My Centurion“ sogar mal ein wenig gerockt. „This Prison Moon“ klingt dagegen absolut poppig und schon wieder eher so, dass es auch in einem Radio zur besseren Sendezeit würde laufen können.

Allerdings so richtig gelungen klingt das alles immer noch nicht. Auch nicht besonders melodiös. Am Interessantesten hört sich da noch „Sister Surprise“ an, da die lange Nummer aus mehreren Teilen besteht und mit ihren verschiedenen Parts zumindest immer wieder mal ansatzweise ins Ohr zu gehen versteht. Funkig klingt das zum Teil sogar, dazu gesellen sich längere Instrumentalpassagen, die den Titel abwechslungsreicher klingen lassen. Am Schönsten hört sich für mich „Love Is Like Clock Law“ an, da hier auch mal eine ganz nette Melodie zu erkennen ist. Aufregend sind die restlichen Lieder auf „Warriors“ allerdings wahrlich nicht. Die Platte läuft so durch, ohne große Spuren zu hinterlassen. Das gilt auch für die sechs Zugaben, die der remasterten Album-Fassung hinzugefügt wurden.

Fazit: Gary Numan hatte im Laufe der 80er Jahre diese geheimnisvolle Atmosphäre verloren, die immer wieder seinen Liedern innewohnte. Auf „Warriors“ fand er diese Stimmung auch nicht wieder. Die Platte klingt poppig, ohne dass die Lieder dabei großartig melodiös sind, eingängig wären oder ins Ohr gehen würden. Von daher ist Vieles auf „Warriors“ eher langweilig denn spannend geworden. Nicht alles, allerdings viel. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sister Surprise, Love Is Like Clock Law



Sonntag, 29. Januar 2017

Rainhard Fendrich – Wien bei Nacht




Rainhard Fendrich – Wien bei Nacht


Besetzung:

Rainhard Fendrich – Gesang


Gastmusiker:

Kristian Kolonovits – Klavier und Synthesizer, Chor
Christian Felke – Saxophon, Chor
Johann Daansen – Gitarren
Jürgen Zöller – Schlagzeug
Hartmut Pfannmüller – Schlagzeug
Harald Fendrich – Bass
Wiener Studio Orchester – Streicher
Etienne Cop – Bläser
Guiseppe Solera – Bläser
Eva Maria Klinger – Sprechstimme


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Liedermacher, Austro Pop


Trackliste:

1. Intro (1:05)
2. Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh'n (3:38)
3. Vü schöner is des G'fühl (4:17)
4. Immer weiter (3:39)
5. Manchmal denk i no an di (3:37)
6. Wasdwaswawannidatscheawa (3:41)
7. A jeder is' zum Hab'n (2:56)
8. Frühling in Berlin (3:57)
9. Es is scho alls vorbei (3:59)
10. Wart bis hamlich wird und stü (2:36)
11. Rattenfänger (4:16)

Gesamtspieldauer: 37:46




Im Jahr 1985 erschien das fünfte Studio-Album des Österreichers Rainhard Fendrich unter dem Titel „Wien bei Nacht“. Veröffentlicht wurde die Scheibe auf dem Musiklabel Polydor und stellt eine der erfolgreichsten Veröffentlichungen des österreichischen Musikers dar. Zu hören gibt es auf „Wien bei Nacht“ eine breite Mischung diverser musikalischer Stile. Da ist mal Pop zu hören, dann wieder eher Musik, wie man sie von Liedermachern kennt. Es gibt Lieder, die mit einem Big Band Sound eingespielt wurden, geswingt wird ebenfalls du manches erinnert auch ein wenig an den Schlager.

Nun, wenn die Lieder auf „Wien bei Nacht“ zu sehr in Richtung Schlager und Pop abdriften, dann wird es immer ein wenig schwierig, da nicht alle diese Titel auch in diesen Metiers überzeugen können. Ist man ein Freund von Rock und gut gemachtem Pop, kann es durchaus passieren, dass man sich öfters zum Plattenspieler aufmachen muss, um den Tonarm weiter zu heben. Aber das hält sicherlich schlank. Doch solche Titel wie „Wasdwaswawannidatscheawa“ schmerzen fast schon im Ohr und man kommt gar nicht umhin, sich hier sportlich zu betätigen – wenn es in diesem Fall auch nur ein Sprint zur Stereoanlage ist.

Doch die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und drei richtig gute Lieder befinden sich auch auf der Scheibe. Da ist zum einen das Titellied, „Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh'n“, eine rockige Pop-Nummer, die gut ins Ohr geht. Einen weiteren Höhepunkt stellt „Frühling in Berlin“ dar. Tolle Melodie und ein Text, der viele Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer immer noch wirkt. Und schließlich folgt ganz zum Schluss noch der Höhepunkt des ganzen Albums. Das Lied „Rattenfänger“ ist eine der schönsten Nummern, die Rainhard Fendrich je geschrieben hat. Irgendwo zwischen Liedermacher Musik und Pop angesiedelt, verfügt das Lied über eine sehr eingängige Melodie, steigert sich im weiteren Verlauf und bleibt bereits nach dem ersten Mal des Hörens hängen und verliert auch nichts von seiner Ausdrucksstärke, die auch im Text zu finden ist, nach vielen, vielen Durchläufen. Streicher, Keyboard und E-Gitarre sind hier perfekt aufeinander abgestimmt und ergänzen sich zu einem wunderschönen Lied. 

Fazit: „Wien bei Nacht“ ist kein einfaches Album geworden. Das liegt daran, da hier schlagereske Pop-Lieder auf sehr viel anspruchsvollere Stücke stoßen. Von daher kann beim Genuss von „Wien bei Nacht“ einer Hörerin oder einem Hörer kaum alles gefallen, außer vielleicht man ist die oder der Rainhard Fendrich Fan schlechthin. Für diese drei genannten Stücke hat sich für mich der Kauf der Scheibe gelohnt, den großen Rest blende ich dann ganz gerne aus. Acht Punkte.

Anspieltipps: Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh'n, Frühling in Berlin, Rattenfänger



Samstag, 28. Januar 2017

The Lost – The Lost




The Lost – The Lost


Besetzung:

Lukas Janklow – lead & rhythm guitars, vocals
Gerry Stanek – bass guitar
Frank Araneo – drums
Nate Schrock – rhythm guitar, background vocals


Gastmusiker:

Bobby Chouinard – drums
John Popper – harmonica
Michael Ramos – piano, organ
Joan Jett – rhythm guitar on “Touch My Bones”
Dan Zanes – rhythm guitar on “For What It’s Worth” & “Pretty Girl”, background vocals
Elyse Steinman – background vocals
Greg Strzempka – background vocals
Michael Imperiale – background vocals


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Mindblower (4:49)
2. Bijou Dreams (4:02)
3. For What It's Worth (3:19)
4. Dance With Me (3:45)
5. Laughing Boy (3:42)
6. Touch My Bones (2:53)
7. Cat Got Your Tongue (3:08)
8. Pretty Girl (3:46)
9. All Fall Down (5:34)
10. Liar (3:48)
11. Solid Body (2:22)
12. I Want Some Fun (4:14)
13. Untitled (4:28)

Gesamtspieldauer: 49:53




Gibt man den Bandnamen „The Lost“ im Internet ein, so ist das Ergebnis, wie nicht anders zu erwarten, hoffnungslos. Auch weitere Spezifizierungen helfen da kaum. Auf Wikipedia erscheint, wenn man dort diesen Namen eingibt, der Verweis auf eine italienische Pop-Rock-Band, die mit dieser Rockband hier allerdings überhaupt nichts zu tun hat. Anscheinend war „The Lost“ von The Lost das Debut-Album und gleichzeitig auch die einzige Veröffentlichung dieser Band.

Hört man sich das Album an, so ist das einerseits verwunderlich, andererseits allerdings auch nicht so ganz. Verwunderlich von daher, da die Band hier gar nicht mal so schlechten Rock bis Blues Rock darbietet. Es gibt unzählige Bands, die das nicht so überzeugend hinbekommen. Zu hören ist auf „The Lost“ ziemlich geradliniger Rock, nicht zu hart, ab und an zwar das Tempo und die Lautstärke anziehend, dann allerdings auch wieder eher bluesig und mehr zurückhaltend klingend.

Andererseits ist das, was The Lost hier ihren Hörerinnen und Hörern bieten, zwar gut gemacht, jedoch absolut unaufgeregt und schon gar nichts mehr Besonderes. Die Platte läuft so durch, man wippt vielleicht mal mit, aber zum Aufhorchen, zum Interesse wecken, dazu reicht die Musik der Band leider nicht. Joan Jett spielt sogar beim Stück „Touch My Bones” die Rhythmusgitarre, allerdings ist dieser Titel wahrlich kein Höhepunkt der Platte. Diesen findet man aber in der Nummer „For What It's Worth“. Ein guter Rocktitel, der ins Ohr geht. Das schaffen auch noch mit Abstrichen das Lied „All Fall Down“ und die Instrumentalnummer „Solid Body“. Das war es dann aber auch schon. Der Rest ist einfach ganz netter Rock, überhaupt nichts Besonderes, allenfalls noch Durchschnitt. Wenn man dann allerdings auch noch so Mitgröl-Lieder wie „I Want Some Fun“ hört, dann ist man gegen Ende der Scheibe sogar irgendwie gar nicht so unglücklich, dass diese nun ausgelaufen ist und man nun endlich wieder seine Lieblingsmusik auflegen kann.

Fazit: Eine sehr unauffällige Rock-Scheibe mit einem kleinen Blues-Einschlag haben The Lost her als ihr Debut vorgelegt. Mehr Alben wurden danach anscheinend nicht mehr veröffentlicht, da das Besondere in der Musik von The Lost irgendwie zu fehlen scheint und sich deshalb wohl auch nicht allzu gut verkaufte. Die Musik von The Lost klingt zumindest zumeist ganz nett, aber das war es dann auch schon. Sicherlich kein schlechtes Album, jedoch insgesamt lediglich Durchschnitt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: For What It's Worth, All Fall Down, Solid Body



Freitag, 27. Januar 2017

The Pineapple Thief – All The Wars




The Pineapple Thief – All The Wars


Besetzung:

Bruce Soord – guitars, vocals
Jon Sykes – bass guitars, backing vocals
Steve Kitch – keyboards
Keith Harrison – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Guavadona Singers – choir
Prague Philharmonic Orchestra


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Alternative Rock, New Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Burning Pieces (4:11)
2. Warm Seas (3:57)
3. Last Man Standing (5:11)
4. All The Wars (3:46)
5. Build A World (3:57)
6. Give It Back (7:01)
7. Someone Pull Me Out (4:00)
8. One More Step Away (3:10)
9. Reaching Out (9:49)

Gesamtspieldauer: 45:06




„All The Wars“ heißt das neunte Studio-Album der britischen Rock Band The Pineapple Thief, die im Jahr 1999 von Bruce Soord in Somerset, England, gegründet wurde. „All The Wars“ selbst erschien im September 2012 auf dem Label Kscope. Die Musik auf der Platte hat im Grunde genommen nur noch etwas am Rande mit Progressive Rock zu tun und auch das Genre New Art Rock wird nicht durchgängig bedient, denn zuerst hört man auf „All The Wars“ zumeist Alternative Rock.

Dieser Alternative Rock ist allerdings einer von der guten Sorte. Immer wieder klingt es begeisternd, wenn die Band um Sänger, Gitarrist und Komponist Bruce Soord losrockt. Und sind es zu Beginn der Platte auch hauptsächlich Alternative Rock Stücke, so ändert sich die Atmosphäre des Albums doch im weiteren Verlauf. So ist das Titellied nun deutlich ruhiger geraten, als noch die Stücke davor, geht auch noch ein wenig besser ins Ohr. Mit dem folgenden Stück, „Build A World“, bewegen sich The Pineapple Thief dann wieder durchaus auf dem Gebiet des New Art Rock. Die Musik ist sehr melodiös, es wird gerockt und auch die Streicher tragen ihren Teil zur Eingängigkeit des Stücks bei.

Noch etwas härter, jedoch auch abwechslungsreicher wird es dann beim über siebenminütigen Lied „Give It Back“. In diesem Stück gibt es sogar Phasen, in denen auch die Headbanging-Fraktion auf ihre Kosten kommen würde. Und plötzlich klingt es wieder weich und sanft, um sich dann erneut rockig zu steigern. Dazu gesellt sich mehrstimmiger Gesang und es fällt noch leichter, in die Musik von The Pineapple Thief einzutauchen. Gerade solche Abschnitte in den Liedern dieser Band, machen die Musik von The Pineapple Thief oftmals erst so interessant. Das beste Stück der Scheibe hat sich die Band allerdings für ganz zum Schluss aufgespart. „Reaching Out“ kratzt an der Zehn-Minuten-Grenze und ist der Höhepunkt des Albums. Das Lied verfügt über eine sehr eingängige Melodie, die sich sofort im Ohr festsetzt. Dazu steigert sich der Titel erneut, verfügt über einen kleinen akustischen Mittelteil, in dem alles zu vibrieren scheint, obwohl die Musik doch gerade hier sehr weich erklingt. Die Streicher sowie der Chor sorgen schließlich für die eigentliche Steigerung in dem Lied und mit „Reaching Out“ wird das Album fast schon episch beendet.

Fazit: Viel falsch machen kann man einfach nicht mit einem Album von The Pineapple Thief. Egal ob die Musik mal rockiger oder mal verspielter und auch etwas schräger klingt, ins Ohr geht das fast immer. Allerdings würden die rockigen Stücke „All The Wars“ lediglich zu einem durchschnittlichen Album machen. Es sind die Nummern, die aufwendiger und eher im New Art Rock beheimatet sind, die die Platte zu einer wirklich guten Scheibe werden lassen. Für alle diejenigen geeignet, die irgendetwas zwischen „zu kommerziell“ und „zu abgefahren“ suchen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: All The Wars, Build A World, Give It Back, Reaching Out