Dienstag, 11. Februar 2014

Eagles – On The Border




Eagles – On The Border


Besetzung:

Don Felder – electric guitar, slide guitar on "Already Gone" and "Good Day In Hell"
Glenn Frey – lead vocals, lead guitar, slide guitar, piano
Don Henley – lead vocals, drums, guitar
Bernie Leadon – lead vocals, lead guitar, banjo, steel guitar
Randy Meisner – lead vocals, bass guitar


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Already Gone (4:15)
2. You Never Cry Like A Lover (4:01)
3. Midnight Flyer (3:58)
4. My Man (3:29)
5. On The Border (4:23)
6. James Dean (3:38)
7. Ol' 55 (4:21)
8. Is It True? (3:14)
9. Good Day In Hell (4:25)
10. The Best Of My Love (4:34)

Gesamtspieldauer: 40:29

Das dritte Album der Eagles erschien 1974 unter dem Titel „On The Border“. Und irgendwie hatte die Band auch eine Grenze überschritten, denn der Fokus lag nicht mehr ganz so sehr auf der Country Musik, auch Rock-Songs und Blues-Elemente hatten vermehrt in die Musik, der jetzt fünf Amerikaner Einzug gefunden. Country gibt es noch bei den Titeln „Midnight Flyer“ und etwas zurückhaltender bei „My Man“ sowie dem Tom Waits Cover „Ol‘ 55“ zu hören. Bei den beiden letztgenannten Alben liegt das allerdings vor allem an dem eindringlichen Sound der Slide Gitarre.

Dann gibt es allerdings auch unglaubliche Schmachtfetzen zu hören. Bei solch Titeln wie „The Best Of My Love” muss schon absolut der eigene Musikgeschmack getroffen werden, um mit diesem unglaublichen Schmalz etwas anfangen zu können. Beim Singen solcher Texte werden viele Menschen auch rot. „You Never Cry Like A Lover“ fängt sogar noch durchaus rockig an, man hört zunächst ein eingängiges Piano und dann ertönt die E-Gitarre, um dann allerdings auch hier triefend in irgendeinem Liebesgesäusel zu versinken. Der rockigere Teil wird allerdings immer wieder aufgegriffen und genau da liegt dann auch die Stärke des Stücks.

Nun, was hätten wir denn dann noch? „Already Gone“ ist ein ganz netter und eingängiger Rock’n’Roll, der aber durchaus positiv hervorsticht und diesen gewissen Groove aufweist. Der Titelsong „On The Border“, ehemals der letzte Titel der ersten Seite, ist ein wenig funkig angelegt, hat durchaus seine Stärken, die einem zum Mitwippen animieren und steigert sich auch mit jedem weiteren Hören. Deutlich rockiger wird es dann bei „James Dean“. Zunächst hört man eine richtig rockige Gitarre, dann geht das Lied allerdings wieder in einen Rock’n’Roll über, bei dem vor dem geistigen Augen irgendwelche Damen durch die Luft geschleudert und hoffentlich wieder aufgefangen werden. „Is It True?“ ist dann eher eine etwas verträumtere Nummer, melodiös und eingängig. Über den Text möchte ich allerdings auch hier wieder den Mantel des Schweigens legen. Wahnsinn, was in der Musik so alles verzapft wird. Bliebe schließlich noch „Good Day In Hell“. Hier wird nun richtig gerockt und auch sonst weiß der Titel zu überzeugen, sodass sich hier wohl das beste Lied der Platte präsentiert wird.

Fazit: Ich weiß nicht, was es ist, aber die so erfolgreichen Eagles, die sogar das meistverkaufte „Best Of-Album“ aller Zeiten veröffentlichten, zusammengestellt aus den ersten Platten, zu dieser Band finde ich zu Beginn ihrer Karriere einfach keinen Zugang. Die Platte ist zwar etwas besser, als die beiden Scheiben zuvor, so richtig umhauen kann einen diese Musik aber immer noch nicht – zumindest mich nicht. Soll allerdings nichts heißen, denn wer auf Rock mit leichtem Country-Einschlag steht und wem die Texte auch nicht wirklich wichtig sind, die oder der kann hier vielleicht etwas für sich finden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: On The Border, James Dean, Good Day In Hell



Montag, 10. Februar 2014

CocoRosie – Noah’s Ark




CocoRosie – Noah’s Ark


Besetzung:

Bianca “Coco” Casady – all instruments and vocals
Sierra “Rosie” Casady – all instruments and vocals


Gastmusiker (ohne Instrumentenangabe):

Antony
Devendra Banhart
Greg Regove
Diane Gluck
Jana Hunter
Ardzen
Spleen


Label: Touch And Go Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Post Rock, Art Pop, Freak Folk


Trackliste:

1. K-Hole (4:10)
2. Beautiful Boyz (4:38)
3. South 2nd (4:10)
4. Bear Hides And Buffalo (4:14)
5. Tekno Love Song (3:55)
6. The Sea Is Calm (3:40)
7. Noah's Ark (4:13)
8. Milk (0:35)
9. Armageddon (4:04)
10. Brazilian Sun (4:38)
11. Bisounours (4:07)
12. Honey Or Tar (2:09)

Gesamtspieldauer: 44:32




Erneut ist es eine Reise, auf die die beiden Schwestern Bianca “Coco” und Sierra “Rosie” Casady ihre Hörer schicken. Das Album ist angefüllt mit melancholischer und auch trauriger Musik, die über und über unterfüttert wurde mit zahlreichen Nebengeräuschen. Da gluckert und blubbert es, da wird gemaunzt, gewiehert und gegrunzt, es klingelt und scheppert, man hört dumpfes Stampfen, Gequake, verzerrte Stimmen und Rauschen in vielen Variationen.

Dazu gesellt sich einmal mehr der Gesang der beiden Schwestern, der zwischen opernhaftem Sopran und kindlich naiver Akzentuierung hin- und herwechselt. Dies alles lässt das Hörerlebnis auf dem Album sehr intensiv werden, hinterlässt Eindruck und eine gewisse Faszination. Allerdings darf der Umstand auch nicht unerwähnt bleiben, dass „Noah’s Ark“ kein Album ist, welches sich einem gleich beim ersten Hören uneingeschränkt erschließt. Einige Durchgänge sind hier vonnöten, um diese Klaggebilde zu öffnen, deren Schönheit zu erhören und darin eintauchen zu können.

Dies allerdings vor dem Hintergrund, dass alles überaus melodiös und harmonisch gehalten ist, jedoch in seiner Art und Weise durchaus auch schräg klingt, mitunter überaus ungewöhnlich, manchmal zudem verworren. Neben zahlreichen Loops wird dem Piano häufig eine sehr zentrale Rolle in der Instrumentierung eingeräumt, wodurch die Musik immer weich und warm klingt. Und kommt dieses Instrument einmal nicht zum Einsatz, dann wird diese Position von einer sanft klingenden Akustik-Gitarre übernommen, eine Harfe erklingt oder man hört ein Glockenspiel.

Fazit: Keine einfache Musik präsentieren uns CocoRosie hier auf ihrem zweiten Studioalbum aus dem Jahr 2005. Dies ist eine Art der Musik, die es zu erarbeiten gilt. Das Besondere ist neben der Instrumentierung mit all ihren Soundeffekten und Geräuschen ganz klar der Gesang der beiden Schwestern. Dieser kindliche Gesang in Kombination mit einer Sopran-Stimme ist wohl eine sonst so nirgendwo anzutreffende Kombination. All das macht diese Platte überaus spannend, wobei es sich lohnt, sich viel Zeit und Ruhe für das Hören einzuplanen. Nebenbei konsumieren geht hier einfach nicht. Elf Punkte.

Anspieltipps: South 2nd, Bear Hides And Buffalo



Sonntag, 9. Februar 2014

Zaz – Zaz




Zaz – Zaz


Besetzung:

Isabelle Geffroy – chant, guitar, chœurs


Gastmusiker:

Bruce Cherbit – batterie, tambourine
Manuel Marchès – contrebasse
Germain Guyot – piano, clavier, chœurs
Fred Lafage – guitars acoustiques, harmonium, guitars electrique, ukulele
Antoine Reininger – contrebasse
Alban Satour – guitar electrique, chœurs
Pascal Palisco – accordéon
Toby Dmmit – batterie
Mathieu Verlot – contrebass
Robert Aaron – cuivres
Paris Horns – section cuivres
Christian Martinez – trompette
Denis Leloup – trombone
Thierry Farrugia – saxophone alto, tenor, baryton
Guillaume Juhel – guitar
Henrik André – violin manouche
Raphaël Haroche – guitars acoustique, chœurs


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Chanson


Trackliste:

1. Les Passants (3:33)
2. Je Veux (3:39)
3. Le Long De La Route (3:37)
4. La Fée (2:53)
5. Trop Sensible (4:00)
6. Prends Garde À Ta Langue (3:41)
7. Ni Oui Ni Non (3:32)
8. Port Coton (2:56)
9. J'Aime À Nouveau (3:51)
10. Dans Ma Rue (4:40)
11. Éblouie Par La Nuit (2:41)

Gesamtspieldauer: 39:04




Okay, die erste Platte von Zaz alias Isabelle Geffroy, die auch gleich mit Zaz betitelt wurde. Diese läuft in diversen Foren und Plattenläden überraschender Weise unter dem Genre „Jazz“. Was die Musik der Französin allerdings mit Jazz zu tun haben soll, das erschließt sich mir nicht wirklich. Nein, dieses Album hat im Grunde genommen überhaupt nichts mit Jazz zu tun, denn das, was man hört, ist ganz eindeutig französischer Chanson. Aber sei es drum, ein falsches Genre hat noch nie etwas über die Musik ausgesagt.

Und jetzt oute ich mich wohl nicht allzu überraschend. Das ist im Grunde genommen überhaupt nicht meine Musik, nicht meine Baustelle. Französisches Chanson? Es gibt wohl nicht viel bessere Möglichkeiten sich den Tag zu versauen. Schuld sind daran mit Sicherheit meine Französisch-Lehrer gewesen. Alle zusammen. Okay, italienische Musik mag ich auch nicht so besonders, Adriano Celentano und noch sehr viel schlimmer Eros Ramazzotti und solche Konsorten. Waren das jetzt die Latein-Lehrer? Ne, die waren eigentlich durch die Bank weg sehr nett. Mit englischer Musik kann ich am meisten anfangen, waren die Englisch-Lehrer besser als die Französisch-Lehrer? Auch nicht unbedingt. Vieles Deutsche gefällt mir auch, aber da hatte ich in der Schule auch so ein paar Kandidaten…

Nein, es ist nicht die Prägung durch die Schule, es ist wohl immer die Musik selbst, die einen begeistert oder eben nicht – niemals die Sprache. Zaz langweilt, auch wenn Isabelle Geffroy in vielen Internet-Foren oder Plattenbewertungen über den grünen Klee gelobt wird. Das Besondere finde ich einfach nicht in dieser Musik, die allerdings trotzdem auch für mich an manchen Stellen immer wieder ganz nett klingt. Trotzdem kann ich nur mit sehr wenigen Titeln dieses Albums etwas anfangen. Das sind vor allem „La Fée“, „Port Coton“, „Trop Sensible“ und mit kleinen Abstrichen auch noch die letzte Nummer „Éblouie Par La Nuit“. Hier gelingt es der Sängerin mich zu packen und einzufangen. Hier höre ich Melodiösität und Eingängigkeit, die mich trifft, hier fühle ich mich angesprochen und auch bereichert.

Oftmals nervt der Rest der Platte allerdings, wenn es zum Beispiel bei „Ni Oui Ni Non” solch einen unsäglichen Hintergrund-Chor gibt, der tatsächlich in den Credits so genannt wird, allerdings nur „Non“- oder „Oui“-Geschrei darstellt. Das wirkt dann alles so unglaublich aufgesetzt. Manchmal kann man es auch gar nicht so genau festmachen, woran es eigentlich noch liegt, dass einem eine bestimmte Musik einfach nicht zusagt – bei Zaz geht das aber. Auch wenn „Les Passants” im Grunde genommen eingängig ist, es nervt dieses „Schajananeibobadobabi“, in anderen Liedern heißt es „Dödödödödö“, dann wieder „Dababadibab“. Oder wie wäre es mit „Bobabobadadabäih“? So etwas kann man natürlich mal als Stilmittel einsetzen, um den Swing, den Groove oder was weiß ich zu untermalen. Aber andauernd? Nein, das geht einem mit der Zeit auf den berühmten Zeiger.

Fazit: Irgendetwas hat die Musik von Zaz auf diesem Album. Da gibt es drei wahrlich schöne Titel. Trotzdem ist das kein Album, welches man in einem durchhören kann, da sich darauf auch Lieder befinden, die wahrlich für nicht so Chanson-erfahrene Hörer sehr gewöhnungsbedürftig sind. Diese Wortkreationen nerven zudem überaus. Und wer des Französischen mächtig ist, der sollte sich auch mal durch die Texte lesen. Geistreich ist hier oftmals auch anders. Sechs Punkte.

Anspieltipps: La Fée, Trop Sensible, Port Coton



Samstag, 8. Februar 2014

Yes – The Yes Album




Yes – The Yes Album


Besetzung:

Jon Anderson – vocals, percussion
Chris Squire – bass, vocals
Steve Howe – guitars, laúd (credited as "vachalia") on "Your Move", vocals
Tony Kaye – piano, organ, moog synthesizer
Bill Bruford – drums, percussion


Gastmusiker:

Colin Goldring – recorders on "Your Move"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Yours Is No Disgrace (9:41)
2. The Clap (3:16)
3. Starship Trooper (9:28)
a. Life Seeker
b. Disillusion
c. Würm
4. I've Seen All Good People (6:55)
a. Your Move
b. All Good People
5. A Venture (3:20)
6. Perpetual Change (8:57)

Gesamtspieldauer: 41:44



Mit “The Yes Album” haben die Musiker von Yes endgültig ihren Stil gefunden. Zwar hatten sich noch nicht alle Mitwirkenden der „klassischen“ Phase der Band gefunden, jedoch vollzog Steve Howe hier seinen ersten Auftritt, er hatte Peter Banks an der Gitarre ersetzt. Und das hört man auch gleich, sein Gitarrenspiel wurde zu einem prägenden Stilmittel – auf diesem Album und auch bei den folgenden Veröffentlichungen von Yes. Und das liegt nicht nur an dem Titel „The Clap“, welcher als akustische Gitarren-Nummer so gar nicht typisch ist für diese Scheibe. Zudem ist der Titel sogar ein Druckfehler, der allerdings von Plattencover zu Plattencover und CD-Booklet zu CD-Booklet übertragen wurde. Eigentlich sollte die Nummer nämlich nur „Clap“ heißen, womit der Klaps gemeint war, den Steve Howes Sohn nach der Geburt im Krankenhaus bekommen hat, um ordentlich loszuschreien. Die Nummer ist überraschenderweise live eingespielt worden, denn man hört am Ende das Publikum applaudieren und wurde auch fester Bestandteil eines jeden Yes-Konzerts.


Aber, wie bereits erwähnt, ist dieser sehr gelungene Instrumental-Titel so gar nicht beschreibend für dieses Album, wenn auch die Akustik-Gitarre des Öfteren ihren Einsatz auf der Platte findet. Beim Rest der Platte handelt es sich hauptsächlich um sehr eingängigen und melodiösen Progressive Rock, der auch immer mit Text unterlegt wurde. Dies hört man gleich im ersten Titel „Yours Is No Disgrace“. Rockig und kraftvoll beginnt das Lied, man hört anschließend Anderson, Squire und Howe im Chor singen und es entfaltet sich ein überaus abwechslungsreiches Lied, welches sich aus verschiedenen, manchmal treibenden, dann wieder fast schon schwebenden Abschnitten zusammensetzt. Es gibt einen fetten Hammond-Sound, das Wah-Wah findet seinen Einsatz und auch fast schon sehnsüchtige Abschnitte bekommt man zu erhören, die ein klein wenig an Genesis derselben Zeit erinnern. Schließlich mündet alles in einem wunderschönen Gesangsteil des Jon Anderson, der hauptsächlich wieder mit der akustischen Gitarre untermalt ist, um schließlich wieder in den teibenderen Part zu münden. Auch der dritte Titel „Starship Trooper“ passt perfekt in die Schublade „Progressive Musik“. Aus drei verschiedenen Abschnitten zusammengesetzt sorgt auch dieses Lied für jede Menge Abwechslung, wunderschöne Melodien und viele spannende Momente. Besonders herauszuheben sind dabei der zweite und dritte Teil dieses Liedes. Tolle Harmonien und ein fast vierminütiger Abspann, der sich steigert und steigert und dabei ebenfalls so überaus eingängig ist.

Die ehemalige zweite Seite der Platte startet mit „I've Seen All Good People“. Und auch hier stechen der tolle Gesang und das Gespür der Band für die Melodie hervor. Erneut spielt auch die akustische Gitarre des Steve Howe eine tragende Rolle, es klingt und vereinnahmt den Hörer. Trotzdem ist das natürlich keine Musik, die in den Hitparaden dieser Welt gespielt wird und auch nie gespielt wurde. Dazu sind die Arrangements zu vertrackt, es gibt Stimmungs-, Tempo- und Rhythmuswechsel und man muss sich auf diese Art der Musik einlassen können, in sie eintauchen, um wahrlich darin aufgehen zu können. Die beiden letzten Titel fallen qualitativ ein klein wenig gegenüber den ersten vier Liedern ab. Aber nur wenig. „A Venture“ gebiert sich zunächst fast schon wie ein ganz normales Pop-Lied, um dann in einem jazzigen Part auszuklingen. Bei „Perpetual Change“ wird dagegen schnell wieder klar, dass man sich hier auf dem Gebiet des Progressive Rock bewegt. Wieder einmal wird der Hörer durch verschiedene Stimmungen geführt, wobei in diesem Fall die entsponnen Melodiebögen allerdings nicht ganz so überzeugen können.

Fazit: Die „Yes-Reise“ hatte mit „The Yes Album“ so richtig begonnen. Die britischen Musiker sollten nun einige unglaublich gute Platten veröffentlichen, wobei dieses Album hier den eigentlichen Auftakt darstellte. Wer progressive Rock-Musik mag, wer die frühen Yes liebt, diese Platte jedoch nicht kennt – kaum vorstellbar – die oder der hat etwas verpasst. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Yours Is No Disgrace, Starship Trooper, I've Seen All Good People



Freitag, 7. Februar 2014

Supertramp – Indelibly Stamped




Supertramp – Indelibly Stamped


Besetzung:

Roger Hodgson – acoustic and lead guitar, bass guitar, lead vocals
Rick Davies – harmonica, keyboards, lead vocals
Kevin Currie – percussion, drums
Frank Farrell – bass guitar, piano, electric piano, accordion, backing vocals
Dave Winthrop – flute, saxophone, lead vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Rock’n’Roll


Trackliste:

1. Your Poppa Don't Mind (3:04)
2. Travelled (4:24)
3. Rosie Had Everything Planned (3:01)
4. Remember (4:12)
5. Forever (5:01)
6. Potter (2:24)
7. Coming Home To See You (4:44)
8. Times Have Changed (3:49)
9. Friend In Need (2:08)
10. Aries (7:37)

Gesamtspieldauer: 40:33 




Was liest man da nicht so alles im Netz über dieses zweite Album „Indelibly Stamped“ von Supertramp. „Die Platte klingt deutlich ausgereifter, als noch das Debut“: Nö! „Wem das erste Album von Supertramp gefallen hat, dem wird dieses mit Sicherheit auch sehr gut gefallen.“ Nö! „Wem die späteren Alben von Supertramp gefallen, dem wird dieses Album sicherlich gefallen.“ Nö! „Der spätere Supertramp-Sound ist hier bereits ganz deutlich herauszuhören.“ Echt? Wo ist das deutlich herauszuhören? „Das Album klingt rockiger als der Vorgänger und alle weiteren Alben.“ Okay, da bin ich dabei! „Das ist die beste Platte von Supertramp.“ Nein, ganz bestimmt nicht und sogar ganz im Gegenteil! Es ist die schlechteste Platte von Supertramp – zumindest von denen, an denen Roger Hodgson beteiligt war. Nach seinem Ausscheiden hat die Band unter der Riege Rick Davies‘ zwar noch einige Platten veröffentlicht, die ich ebenfalls gehört habe, die mich allerdings ebenfalls weder interessierten noch begeisterten. Aber wer weiß das schon, bei noch genauerem Hören wäre da vielleicht noch eine Scheibe dabei gewesen, die der Band Supertramp noch weniger gelungen ist als diese hier.

Das liegt alles nicht zuletzt am Umstand, dass hier auf dieser Veröffentlichung Rick Davies fest die Zügel in Händen zu halten schien. Die Musik von Supertramp lebt jedoch von den Ideen und dem Gespür für Melodiösität des Roger Hodgson. Klar hat Rick Davies auch ein paar tolle Songs zum Bandkatalog beigetragen, jedoch deutlich in geringerem Maße als jener zweite Komponist der Band. Es ist mit Sicherheit die raueste und rockigste Platte der Band, bei der auch der Rock’n’Roll immer wieder seinen Auftritt bekommt. Allerdings kann das hier alles nicht begeistern, sondern langweilt eher. Keine Melodie, die einen packt, keine Idee, die einen begeistert, nichts, was einen fesselt. Zwei Ausnahmen gibt es diesbezüglich vielleicht. Da ist zum einen der zweite Titel „Travelled“, bei dem man zum ersten Mal auch das für die Musik von Supertramp so typische Saxophon zu hören bekommt. Hier ist es jetzt allerdings nicht John Helliwell, der die Backen bläht, sondern Dave Winthrop. Dieser war genauso neu zur Band gestoßen wie Kevin Currie und Frank Farrell. Aus dem Quartett der Debut-Platte war ein Quintett geworden, nur Davis und Hodgson waren von der Ur-Besetzung übrig geblieben. Und auch diese Zusammenstellung hielt nur für dieses eine Album, danach scharrten die beiden Songschreiber erneut neue Musiker um sich, um dann mit dem nächsten Album „Crime Of The Century“ den weltweiten Durchbruch zu schaffen.

Nun noch zur zweiten Ausnahme auf dem Album. Das wäre die letzte Nummer „Aries“. Diese klingt mitunter fast schon wie eine Improvisation und nähert sich sogar dem Genre des Progressive Rock ein wenig an. Zwar ist dieser Titel auch nicht zu den besten Liedern der Band zu zählen, er sorgt jedoch für Abwechslung in dieser Reihe von deutlich weniger gelungenen Liedern der Platte. Hervorzuheben ist bei dieser Nummer zusätzlich das tolle Querflötenspiel des Dave Winthrop.

Fazit: „Indelibly Stamped“ hat etwas Besonderes. Und das ist das Album-Cover auf dem man die tätowierten und entblößten Brüste des Modells Marion Hollier bestaunen darf. Mein Gott war das aufregend, dieses Album an seiner Mutter vorbei ins Kinderzimmer zu schmuggeln. Dann ständig mit der Angst lebend, doch mal die Plattenhülle versehentlich nicht wieder gut zwischen die anderen Scheiben zu schieben. Irgendwann musste man sich darum aber nicht mehr sorgen, denn allzu oft fand das Album nicht den Weg auf den Plattenteller, da es einfach die nichtssagendste und langweiligste Musik von Supertramp enthielt – okay, zumindest in der Ära mit Roger Hodgson. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Travelled, Aries



Donnerstag, 6. Februar 2014

The Beatles – With The Beatles




The Beatles – With The Beatles


Besetzung:

George Harrison – lead, harmony and backing vocals, lead and acoustic guitars, handclaps, nylon-string acoustic guitar on "Till There Was You"
John Lennon – lead, harmony and backing vocals, rhythm and acoustic guitars, harmonica and handclaps, nylon-string acoustic guitar on "Till There Was You", hammond organ on "I Wanna Be Your Man" and tambourine on "Don't Bother Me"
Paul McCartney – lead, harmony and backing vocals, bass guitar and handclaps, piano on "Little Child" and claves on "Don't Bother Me"
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, handclaps, lead vocals on "I Wanna Be Your Man" and arabian loose-skin bongo on "Till There Was You" and "Don't Bother Me"


Gastmusiker:

George Martin – piano on "You Really Got A Hold On Me", "Not A Second Time" and "Money (That's What I Want)"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1963


Stil: Pop, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. It Won't Be Long (2:14)
2. All I've Got To Do (2:05)
3. All My Loving (2:10)
4. Don't Bother Me (2:29)
5. Little Child (1:48)
6. Till There Was You (2:17)
7. Please Mister Postman (2:37)
8. Roll Over Beethoven (2:48)
9. Hold Me Tight (2:33)
10. You Really Gotta Hold On Me (3:03)
11. I Wanna Be Your Man (1:59)
12. Devil In Her Heart (2:28)
13. Not A Second Time (2:08)
14. Money (2:48)

Gesamtspieldauer: 32:24





Noch im selben Jahr wie das Debut „Please, Please Me“ veröffentlichten die Fab Four aus Liverpool bereits ihr zweites Studio-Album, welches im November 1963 veröffentlicht wurde. Auch dieses Album hält mit den Titeln „Till There Was You“, „Please Mister Postman“, „Roll Over Beethoven“, „You Really Got To Hold On Me“, “Devil In Her Heart” und “Money” wieder zahlreiche Cover-Versionen anderer Künstler für den Hörer parat. Die bekanntesten Interpretationen dürften hier „Please Mister Postman“ und „Roll Over Beethoven“ sein, wobei erstere Version wirklich gelungen ist, man den anderen fünf Cover-Stücken allerdings deutlich das Alter anhört sowie die Tatsache, dass sie eben nicht von den Beatles stammen. Aber auch etwas Neues gab und gibt es auf dem Album zu hören: George Harrison war hier zum ersten Mal an den Kompositionen beteiligt, das Lied „Don’t Bother Me“ stammt aus seiner Feder und man hört hier bereits das Gespür des George Harrison für die eingängige Melodie, welches später noch ausgeprägter auf die Hörer einwirken sollte.

Die restlichen sieben Titel sind dann schließlich, wie so oft bei den Beatles, Koproduktionen dieses genialen Song-Writer-Paares John Lennon und Paul McCartney. So kann auch gleich der erste Titel „It Won’t Be Long“ überzeugen. Hier klingen die Beatles bereits wie die Beatles und präsentieren einen eingängigen Song im Mid-Tempo, der groovt und auch vom mehrstimmigen Gesang während des Refrains lebt. „All I’ve Got To Do“ ist da schon ein bisschen weniger gelungen. Hier will die Melodie nicht so recht ins Ohr gehen. Schließlich folgt das wohl bekannteste Lied der Platte „All My Loving“. Ebenfalls im mittleren Tempo angesiedelt, gibt es hier wieder die Melodie mit diesem gewissen Ohrwurmcharakter, auch wenn man diesem Lied ebenfalls deutlich das Alter von nun bereits über fünfzig Jahren anhört. Ein wenig klingt die Bezeichnung angestaubt, aber so ein Lied nennt man wohl einen „Evergreen“.

„Little Child“ ist ein kurzer Rock’n’Roll, der von der Mundharmonika dominiert wird und dabei trotzdem nur relativ wenig Wiedererkennungswert besitzt. Nicht viel anders gestaltet sich das Ganze bei „Hold Me Tight“, bei diesem Rock’n’Roll fehlt zwar die Mundharmonika, dafür gibt es jede Menge Geklatsche. Einmal mehr sollte man hier auch nicht auf den Text hören, denn dieses Liebesgesäusel klingt heute schon ein wenig antiquiert, aber das war eben so, in der damaligen Zeit. Gegen Ende ihrer gemeinsamen Karriere gaben die Beatles schließlich keine Konzerte mehr, da es sie nervte, dass sowieso kaum einer mehr die Musik hörte, so laut kreischten die Mädels damals, egal in welchem Land sie auftraten. Nun, den Grundstock dafür haben sie sicherlich auch ein wenig auf den ersten Alben und den dort gesungenen Texten gelegt. „I Wanna Be Your Man“, ebenfalls wieder ein Rock’n’Roll und keine zwei Minuten lang, kann zumindest mit einem schönen Refrain punkten, wohingegen „Not A Second Time“ eher in die Pop-Schiene fällt und auch nicht weiter hängenbleibt.

Fazit: Die Ansätze dieser genialen Band sind hier bereits zu hören, wenn auch eben nur in einigen wenigen Liedern. Der große Rest ist auf diesem zweiten Album der Beatles noch recht typische Ware der damaligen Zeit, ohne den allzu großen Wiedererkennungswert. Trotzdem ist das Album etwas Besonderes, weil es bereits ab und an den Weg aufzeigt, der vor den vier Liverpoolern noch liegen sollte. Musikalisch allerdings noch nicht so ganz überzeugend. Sieben Punkte.

Anspieltipps: It Won't Be Long, All My Loving, Don’t Bother Me




Mittwoch, 5. Februar 2014

Mike Scott – Still Burning




Mike Scott – Still Burning


Besetzung:

Mike Scott – vocals, guitar, piano, harmonium, mellotron, rd500, bellzouki


Gastmusiker:

Chris Bruce – guitar, electric guitar
James Hallawell – hammond organ, wurlitzer
Bill Hawkes – viola
Peter Lale – viola
Preston Heyman – percussion
Steve Holley – drums
Paul Kegg – cello
Jim Keltner – drums, tambourine, shaker
Martin Loveday – cello
Ian McNabb – background vocals, falsetto
Perry Montague-Mason – violin
Will Gibson – violin
Boguslav Kostecki – violin
Pino Palladino – bass guitar
Brian Stanley – bass
Gavyn Wright – violin
Memphis Horns, Kick Horns – horns
Nick Ingham – orchestration
Isobel Griffiths – fixer
Denise Johnston – backing vocals


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Questions (4:51)
2. My Dark Side (3:59)
3. Open (2:56)
4. Love Anyway (6:43)
5. Rare, Precious And Gone (4:06)
6. Dark Man Of My Dreams (4:17)
7. Personal (2:15)
8. Strawberry Man (3:31)
9. Sunrising (5:00)
10. Everlasting Arms (2:54)

Gesamtspieldauer: 40:32




Eine richtig gute Rock-Scheibe gilt es heute vorzustellen. Diese stammt von Mike Scott, seines Zeichens Schotte und Frontman der schottisch-irischen Band „The Waterboys“. „Still Burning“ ist dabei seine zweite und bisher letzte Solo-Platte aus dem Jahr 1997. Diese ist angefüllt mit tollen Rock-Songs, die grooven, rocken und ohne Umschweife ins Ohr gehen und sich dort auch längerfristig festsetzen.

Zehn Lieder befinden sich auf der Platte, die keine Ausfälle beinhaltet. Alles wirkt und klingt. Mal ist das wie bei dem genialen „My Dark Side“ etwas düsterer angelegt, aber was will man schon bei solch einem Lied-Titel auch anderes erwarten? Dunkle und schwere Gitarren erfüllen den Raum und klingen dabei überaus melodiös und eingängig. Klasse gelungen hier auch der Mellotron-Einsatz. Dann wird es akustisch mit „Open“ und erneut klingt das Ganze überaus harmonisch, sodass auch die sanfteren Passagen auf der Platte zu überzeugen wissen.

Dann wiederum wird es sogar fast schon orchestral mit „Love Anyway“. Streicher sind hier bei dieser Nummer allgegenwärtig und wieder bleibt festzuhalten, das Gespür für die eingängige Melodie kann man Mike Scott garantiert nicht absprechen. Weiterer Höhepunkt ist sicherlich das in sich bereits sehr abwechslungsreiche „Strawberry Man“, welches aus rockigeren und dann wieder groovigeren Passagen aufgebaut ist und zudem einen perfekt gesetzten Break aufweist. Einfach gute und mitreißende Musik. Dazu gesellt sich der Umstand der großen Variabilität in der Musik des Schotten allgemein. Obwohl die einzelnen Titel meist im Mid-Tempo angesiedelt sind, kommt hier nie auch nur der Hauch von Langeweile auf, die Lieder unterscheiden sich deutlich voneinander und das verbindende Element ist dabei immer die Stimme des Mike Scott.

Fazit: Eine Platte gegen die Monotonie hat Mike Scott hier mit „Still Burning“ vorgelegt. Irgendwie auch ein „Gute-Laune-Album“, welches einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubert, wenn man auf gut gemachte Rock-Musik steht. Die Platte ist leider nicht allzu bekannt. Schade eigentlich, denn hierfür könnten sich garantiert viele Musikhörer begeistern. Elf Punkte.

Anspieltipps: My Dark Side, Love Anyway, Strawberry Man



Dienstag, 4. Februar 2014

Jars Of Clay – Jars Of Clay




Jars Of Clay – Jars Of Clay


Besetzung:

Dan Haseltine – vocals, drum loops
Matt Odmark – acoustic guitar, drum loops
Stephen Mason – acoustic guitar, bass guitar, mandolin, background vocals, drum loops
Charlie Lowell – organ, keyboards, piano, background vocals, drum loops


Gastmusiker:

Matt Bronleewe – acoustic guitar
Adrian Belew – bass, mandolin
Craig Nelson – bass
Tim Smith – percussion, drums
Ronn Huff – conductor
John Catchings – cello
Carl Gorodetzky – violin
Pamela Sixfin – violin
Noah Evens – violin
Jim Grosjean – viola
Sam Levine – recorder
Bobby G. Taylor – oboe
Jonathan Yudkin – fiddle, mandolin


Label: Brentwood Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Alternative Rock, Folk Rock, Christian Rock


Trackliste:

1. Liquid (3:32)
2. Sinking (3:48)
3. Love Song For A Savior (4:46)
4. Like A Child (4:35)
5. Art In Me (3:58)
6. He (5:20)
7. Boy On A String (3:32)
8. Flood (3:32)
9. World's Apart (5:18)
10. Blind (3:59)
    Four Seven (hidden track) (2:38)
    Strings Studio Session For Blind (hidden track) (20:38)


Gesamtspieldauer: 65:36




„Jars Of Clay“ sind eine Alternative Rock Band aus Nashville, Tennessee, USA, die sich vor allem dadurch von vielen anderen Bands unterscheidet, da die Musiker zu ihren Liedern christliche Texte schreiben. Dass bei der Band die christliche Botschaft im Vordergrund steht, merkt man bereits am Bandnamen, der dem zweiten Paulus-Brief an die Korinther entnommen wurde (2. Korinther 4, Vers 7). Der Name bedeutet so viel wie „Gefäße aus Ton“, andere Quellen übersetzen das Original mit „irdene Gefäße“. „Jars Of Clay“ ist gleichzeitig auch das Debut-Album der vier Amerikaner, dem noch viele weitere Platten folgen sollten und die bis heute noch aktiv sind. Mit Country- und Western-Musik, wie man vielleicht denken könnte - bei der Herkunft der Musiker - hat diese Platte allerdings überhaupt nichts zu tun.

Die Musik der Band auf diesem Erstlingswerk kann man mit einer Mischung aus Alternative Rock und Folk Rock umschreiben, wobei hier allerdings immer die sanfteren und ruhigeren Töne im Vordergrund stehen. „Richtig“ gerockt wird nicht, alles bewegt sich im Mid-Tempo oder aber untermalt die ruhigeren Momente des Lebens. Die Band besitzt auch keinen Drummer, lässt sich diesbezüglich allerdings auf Live-Konzerten durch Gastmusiker unterstützen. Die akustischen Gitarren stehen sehr im Vordergrund in Kombination mit Drum-Loops, für die sich jetzt auch alle Bandmitglieder verantwortlich zeigen. Und dann gibt es auf „Jars Of Clay“ auch noch Streicher satt zu hören, was nicht nur an dem letzten Hidden Track „Strings Studio Session For Blind“ liegt, welcher sich allerdings beim Anhören sowieso nur als das Einspielen der Musiker offenbart, welches durch Studio-Gespräche angereichert wurde.

Ansonsten haben die Streicher allerdings eine große Präsenz auf der Platte, was die Musik der Band immer wieder auch ein wenig lieblich klingen lässt. Recht flott beginnt das Album mit „Liquid“, einer Nummer, in dem auch wieder die akustische Gitarre im Vordergrund steht, allerdings ein fetter Orgelsound dezent im Hintergrund für Fülle sorgt. Dazu gibt es, ab und an eingestreut, eine Art gregorianischen Choral-Gesang, der die Nummer schon sehr unverwechselbar werden lässt. Melodiösität kann man keinem der Titel absprechen, alles wirkt und klingt und geht relativ schnell ins Ohr, der Rock könnte dagegen ruhig ein wenig präsenter sein, denn manches Mal klingt es auch ein wenig zu süß. Dies vor allem an gewissen, einzelnen Stellen in den manchen Liedern, die mit Gesangsarrangements angefüllt sind, die mitunter schwer nach Boy-Group-Geträller klingen.

Aber diese Stellen sind glücklicherweise nur rar gesät. Nun, allerdings ist alles ist in etwa im selben Tempo gehalten und klingt auch von der Machart her ein wenig ähnlich. Eine Nummer muss hier allerdings dann doch noch hervorgehoben werden: „Flood“. Ein mitreißendes Lied, klasse arrangiert und aufgebaut, eingängig mit Ohrwurmcharakter. Ein Lied, wenn man es mal gehört hat, nicht mehr so schnell vergisst. Überaus gelungen auch hier wieder der Orgel-Sound im Hintergrund.

Fazit: Die Musik auf diesem Debut-Album der vier US-Amerikaner ist eingängig und melodiös. Einen richtigen Ausfall gibt es nicht auf der Platte, bei der jedes Lied seine ganz eigene Qualität besitzt. Nachteilig ist allerdings, dass sich die einzelnen Lieder irgendwie ähneln. Aber einen richtig großen Höhepunkt besitzt das Album mit „Flood“ auch, welches deutlich aus dem Kontext hervorsticht. Nun, wenn jemand auf die etwas sanftere und überwiegend akustische Musik steht, die oder der wird viel Gefallen an diesem Album finden, zumindest dann, wenn sie oder er keine Probleme mit christlichen Texten hat. Neun Punkte.

Anspieltipps: Liquid, Like A Child, Flood



Montag, 3. Februar 2014

George Winston – December




George Winston – December


Besetzung:

George Winston – piano


Label: Windham Hill Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: New Age


Trackliste:

1. Thanksgiving (4:08)
2. Jesus, Jesus, Rest Your Head (2:37)
3. Joy (3:16)
4. Prelude (1:16)
5. Carol Of The Bells (4:00)
6. Night - Part One: Snow (1:57)
7. Night - Part 2: Midnight (1:54)
8. Night - Part 3: Minstrels (2:17)
9. Variations On The Kanon By Johann Pachelbel (5:24)
10. The Holly And The Ivy (4:56)
11. Some Children See Him (3:52)
12. Peace (4:02)

Gesamtspieldauer: 39:39



„Legt die CD „December“ von George Winston ein, legt Euch auf das Sofa, schließt die Augen und wartet was passiert!“ Nun, die oder der eine oder andere wird ins Träumen geraten, sich entspannen oder vielleicht eine kleine Gedankenreise beginnen. Wieder andere werden vielleicht auch nur einschlafen, so sehr kann man mit diesem Album George Winstons aus dem Jahr 1982 relaxen – sogar bis in den Schlaf hinein, was hier allerdings nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten soll.


Die Platte enthält traditionelle Arrangements oder Werke, die George Winston inspirierten und die er zu seiner Musik machte, zu ganz sanfter Piano-Musik, die hier so herrlich leicht und schwebend dargeboten wird. Das Album, der dritte Teil einer Trilogie, die sich mit den beiden kälteren Jahreszeiten Herbst und Winter beschäftigt, gilt dabei mit als ein Grundstein des aufkommenden New Age. Und der Umstand der Zugehörigkeit zu diesem Genre, kann der Platte auch vor allem gegen Ende hin wahrlich nicht abgesprochen werden. Hier wird es dann immer sanfter, leiser und auch minimalistischer. Dabei ist es ein wenig überraschend, dass alle Lieder, trotz des Albumnamens „December“, einen religiösen Titel tragen, der allerdings auf den Ursprung der jeweiligen Nummern zurückgeht.

Einige unglaublich schöne Kompositionen hält die CD für den Hörer parat. Das beginnt gleich mit dem melancholischen Eröffnungsstück „Thanksgiving“. Weite Landschaften eröffnen sich hier dem Hörer vor dem geistigen Auge, schneebedeckt und verlassen, alles klingt sehr sehnsüchtig und ein wenig traurig. Ganz anders das Stück „Joy“, welches entsprechend seinem Namen eine gewisse Freude ausstrahlt und Optimismus sowie Aufbruchsstimmung vermittelt. Und dann ist da natürlich noch das „Meisterwerk“ des Albums „Carol Of The Bells“. Wunderschöne, mal fließende, dann wieder perlende Pianoklänge bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers. Musik zum Eintauchen.

Fazit: Wer Musik zum Entspannen sucht, dem sei diese Platte wärmstens empfohlen. Viele schöne Stücke beinhaltet das Album, welches bestens für den Abend geeignet ist, um den Tag nochmals Revue passieren zu lassen. Nicht alles kann dabei zwar durchweg überzeugen, denn wenn es zu minimalistisch wird, kann einen durchaus auch wirklich der Schlaf beim Hören übermannen. Aber das passiert wohl vielen Menschen während einer Meditation – und genau das hört man hier auch, Musik zum Meditieren und Ins-sich-gehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Thanksgiving, Carol Of The Bells



Sonntag, 2. Februar 2014

Yes – Time And A Word




Yes – Time And A Word


Besetzung:

Jon Anderson – vocals, percussion
Peter Banks – electric and acoustic guitars, vocals
Chris Squire – bass guitar, vocals
Tony Kaye – piano, organ
Bill Bruford – drums, percussion


Gastmusiker:

David Foster – vocals on „Sweet Dreams", acoustic guitar on „Time And A Word"


Label: Warner Brothers Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. No Opportunity Necessary, No Experience Needed (4:53)
2. Then (5:50)
3. Everydays (6:12)
4. Sweet Dreams (3:52)
5. The Prophet (6:39)
6. Clear Days (2:09)
7. Astral Traveller (5:57)
8. Time And A Word (4:40)


Bonus Tracks:

9. Dear Father (LP Version) (4:15)
10. No Opportunity Necessary, No Experience Needed (Original Mix) (4:46)
11. Sweet Dreams (Original Mix) (4:21)
12. The Prophet (Single Version) (6:34)

Gesamtspieldauer: 1:00:07




Das zweite Album der britischen progressive Rock-Band Yes unterscheidet sich bereits deutlich vom Vorgänger und zeigt den Weg auf, den die Band mit den nächsten Veröffentlichungen einschlagen sollte: Hin zu einer der einflussreichsten und besten Bands des Genres „Progressive Rock“. Alle Zutaten dazu lassen sich auf „Time And A Word“ bereits entdecken, wobei die Musik hier hauptsächlich aus der Feder Jon Andersons stammt. Allerdings nicht nur, denn zwei Cover-Versionen befinden sich ebenfalls auf dem Album. Zum einen gleich der Opener „No Opportunity Necessary, No Experience Needed” von Richie Havens, sowie der Titel „Everydays“ von Steven Stills. Das erste erwähnte Lied klingt dabei so, als ob er ein ureigener Yes-Song wäre. Rhythmus- und Tempo-Wechsel gibt es hier zu hören und ein überaus kraftvolles Orgelspiel des Tony Kaye. Das Steven Stills Arrangement ist dagegen ein sehr ruhiger und fließender Titel, der leider ein wenig zu sehr mit Streicher-Passagen übergossen wurde, wodurch die Nummer an manchen Stellen etwas zu lieblich und auch mitunter verwässert klingt.

Die restlichen Titel sind, wie bereits erwähnt, alles Eigenkompositionen. Da gibt es das kraftvolle, treibende und eingängige „Then“, bei dem ebenfalls wieder nur der an manchen Stellen auftauchende Streicher-Hintergrund ein klein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. „Sweet Dreams“ ist ein Lied, welches deutlich in die Richtung Pop driftet. Überaus interessant ist die Nummer dabei auch nicht. Das kann man dagegen von „The Prophet“ nun mit Sicherheit nicht behaupten, denn das Lied beginnt spannend mit einem fetten Orgelspiel des Tony Kaye und lebt von den vielen vorhandenen Wechseln zwischen laut und leise und verschiedenen Tempi. Einziger negativer Punkt ist auch hier wieder das Streicher-Arrangement, welches vor allem beim Gesang Jon Andersons einfach zu lieblich wirkt. Trotzdem ein tolles Lied. Auch bei „Clear Days“ gibt es wieder jede Menge Streicher zu hören. Hier passen diese allerdings perfekt, denn sie stellen neben dem Piano die einzige Instrumentierung dar und vervollständigen hier einen wunderschönen und sanften Titel, der sofort ins Ohr geht.

„Astral Traveller” ist erneut ein Lied, welches fest im Genre Progressive Rock verhaftet ist. Genial gelungen hier vor allem der zunächst Keyboard dominierte Instrumentalteil etwa in der Mitte des Liedes. Und auch schön: Keine Streicher! Bliebe noch die ursprünglich letzte Nummer der Platte und gleichzeitig der Titeltrack „Time And A Word“. Hierbei handelt es sich wieder um ein Pop-Lied, welches ein klein wenig Assoziationen zu der Musik David Bowies der damaligen Zeit aufkommen lässt.

Vier Zugaben gibt es auf der remasterten „Rhino-Version“ der Platte. „Dear Father“ ist ein Titel, der ursprünglich nur auf der deutschen Ausgabe der Vinyl-Platte zu hören war. Hier ersetzte er den Titel „Prophet“, welcher auf den Veröffentlichungen im englischsprachigen Raum zu hören war. „Dear Father“ ist ein Pop-Lied, bei dem den Streichern wieder jede Menge Spielraum eingeräumt wird. Die restlichen drei Nummern sind dann Variationen der bereits auf dem Album vorhandenen Songs, die sich nicht allzu großartig von diesen unterscheiden.

Fazit: „Time And A Word“ beinhaltet bereits all jenes, was ein Yes-Album zu etwas Besonderem werden lässt: Abwechslungsreiche und spannende Musik, mal eingängig, dann wieder ein bisschen schräg klingend. Nie wird es hier langweilig, viele tolle Ideen werden generiert, hier allerdings noch nicht unbedingt immer bis zum Ende ausgebaut. Der bereits erwähnte Umstand mit den Streichern stößt dabei allerdings nicht nur manchem Hörer etwas negativ auf. Gitarrist Peter Banks war davon so sehr genervt, dass er nach der Fertigstellung des Albums die Band verließ und von Steve Howe ersetzt wurde. Trotzdem, „Time And A Word“ ist eine richtig gute Scheibe, die sich als Yes- oder Progressive-Rock-Fan unbedingt zu kennen lohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Then, The Prophet, Clear Days



Samstag, 1. Februar 2014

R.E.M. – Automatic For The People




R.E.M. – Automatic For The People


Besetzung:

Bill Berry – drums, percussion, keyboards, bass guitar, backing vocals, melodica
Peter Buck – electric and acoustic guitars, mandolin, bass guitar
Mike Mills – bass guitar, piano, keyboards, backing vocals
Michael Stipe – vocals


Gastmusiker:

Scott Litt – harmonica, clavinet, strings and oboe on „Drive", „The Sidewinder Sleeps Tonight", „Everybody Hurts", and „Nightswimming":
John Paul Jones – orchestral arrangements
George Hanson – conductor
Denise Berginson-Smith, Lommie Ditzen, Patti Gouvas, Sandy Salzinger, Sou-Chun Su, Judy Taylor – violin
Knox Chandler, Kathleen Kee, Daniel Laufee, Elizabeth Murphy – cello
Reid Harris, Paul Murphy, Heidi Nitchie – viola
Deborah Workman – oboe


Label: Warner Bros. Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Alternative / Pop


Trackliste:

1. Drive (4:32)
2. Try Not To Breathe (3:50)
3. Sidewinder Sleeps Tonite (4:09)
4. Everybody Hurts (5:20)
5. New Orleans Instrumental No. 1 (2:16)
6. Sweetness Follows (4:22)
7. Monty Got A Raw Deal (3:18)
8. Ignoreland (4:28)
9. Star Me Kitten (3:16)
10. Man On The Moon (5:14)
11. Nightswimming (4:18)
12. Find The River (3:50)

Gesamtspieldauer: 48:53




„Automatic For The People“ nannten die vier Musiker von R.E.M. ihr achtes Studioalbum, welches 1992 veröffentlicht wurde. Angedacht war, nach dem erfolgreichen „Out Of Time“, eine rockigere Platte zu produzieren. Wenn dies das Ziel der Band war muss man festhalten, dass dies gründlich daneben gegangen ist. Auf „Automatic For The People“ überwiegen bei Weitem die ruhigeren und sanfteren Töne, Rock Musik gibt es nur ab und an zu hören, wie zum Beispiel beim kraftvollen „Ignoreland“. Ansonsten beherrschen Lieder im Mid-Tempo oder noch sehr viel langsamere Stücke das Album.

Die Platte startet gleich mit einem der besten Lieder, welches jemals von R.E.M. geschrieben wurde: „Drive“. Wunderschöne und warme Klänge umspielen hier das Ohr des Hörers. Dazu diese Instrumentierung mit der Akustik-Gitarre, Melodika und jeder Menge Streichern. Einfach genial eindringlich. Es sind ansonsten allerdings nicht die weiteren Hits, die dieses Album zu etwas Besonderem werden lassen. Es sind die etwas unbekannteren Songs, die hier ebenfalls herausstechen. Da gibt es das sphärisch-schwermütige „New Orleans Instrumental No. 1“. Wie der Name schon sagt ein Instrumentalstück, auf seine Art und Weise fast schon ein wenig monoton klingend und gerade daraus seine Stärke ziehend. Oder der nächste Titel „Sweetness Follows“. Wunderschön mit dem Cello untermalt entwickelt sich hier ein ganz sanftes Lied, melancholisch und doch leicht schwebend. Ebenfalls überaus gelungen ist der folgende Titel „Monty Got A Raw Deal“. Die Nummer startet sehr sanft und geht dann in ein etwas flotteres Tempo über. Dabei ist alles so überaus melodisch und eingängig, dass man in dieser Musik einfach versinken kann.

Es findet sich wahrlich kein Ausfall auf dieser Platte, die mit harmonischen Akkorden nur so angefüllt ist. Das Album ist vollgestopft mit Streicher-Sätzen, die jedoch trotz des relativ häufigen Einsatzes in keinster Weise negativ auffallen und die einzelnen Titel dadurch noch ein wenig lieblicher werden lassen, allerdings in einer positiven Art und Weise. Dazu gibt es sehr intelligente und geistreiche Texte zu hören, die sich mitzuverfolgen ebenfalls lohnen.

Fazit: „Automatic For The People“ ist ein wahrlich schönes Album geworden. Alles klingt hier, alles harmoniert. Sicherlich die falsche Platte für eingefleischte Rocker, jedoch genau für diejenigen unter den Musikhörern gedacht, die auf die leiseren Töne in der Musik stehen. Beeindruckend gemacht. Elf Punkte.

Anspieltipps: Drive, Sweetness Follows, Monty Got A Raw Deal



Freitag, 31. Januar 2014

Supertramp – Supertramp




Supertramp – Supertramp


Besetzung:

Rick Davies – organ, harmonica, piano, electric piano, vocals
Roger Hodgson – acoustic guitar, bass guitar, cello, flageolet, vocals
Robert Millar – drums, percussion, harmonica
Richard Palmer – acoustic guitar, balalaika, electric guitar, vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Surely (0:31)
2. It's A Long Road (5:33)
3. Aubade And I Am Not Like Other Birds Of Prey (5:17)
4. Words Unspoken (3:59)
5. Maybe I'm A Beggar (6:44)
6. Home Again (1:10)
7. Nothing To Show (4:53)
8. Shadow Song (4:23)
9. Try Again (12:02)
10. Surely (3:08)

Gesamtspieldauer: 47:50




1970 veröffentlichte die britische Band Supertramp ihr erstes Album unter dem gleichzeitigen Bandnamen. Diese Platte hat relativ wenig mit der Musik zu tun, die die Band später überaus erfolgreich werden ließ und wurde auch in einer anderen Besetzung eingespielt. Roger Hodgson und Rick Davies, die beiden Songschreiber von Supertramp, waren hier zwar bereits „an Bord“, allerdings stießen die restlichen Musiker der erfolgreichsten Phase der Band erst später dazu. Hier, auf dem Debut, vervollständigten Robert Millar und Richard Palmer die Band, die damals somit noch ein Quartett war.

Und diese erste Veröffentlichung ist überaus gelungen, auch wenn sie, wie bereits erwähnt, nur schwerlich mit den späteren Alben der Band zu vergleichen ist. Auf „Supertramp“ hört man klasse eingängige Musik, auf der dieses, den Stil prägende Keyboard noch nicht im Mittelpunkt stand. Hier wird noch experimentiert, es wird deutlich mehr gerockt und manches Mal klingen die Lieder auch ein klein wenig nach Folk. Man hört ausgiebige Instrumentalpassagen, die dann sogar sehr dem Progressive Rock zuzuordnen sind.

Dieses Gespür für die eingängige Melodie belegt Roger Hodgson bereits auf diesem Album. Alles klingt, ist spannend und ist auch von den Texten her sehr überzeugend und vereinnehmend. Alles klingt ein klein wenig sentimental und melancholisch und auch die Instrumentierung mit Flöten, Mundharmonika, Balalaika, Cello, etc. tragen zu dieser Atmosphäre und gleichzeitig zu dieser Wärme der Musik bei. Zu erwähnen ist hier natürlich auch, dass die Musiker die verschiedenen Instrumente alle selbst eingespielt haben, was heute auch nicht mehr selbstverständlich ist.

Fazit: Dieses erste Album überzeugt, unabhängig davon, ob man was mit der späteren Musik von Supertramp anzufangen weiß. Alles auf dieser Debüt-Platte ist spannend und interessant. Zudem überrascht auch die Laufzeit dieses Albums, die mit knapp 48 Minuten damals sehr ungewöhnlich war. Wer der Supertramp-Musik gepaart mit Rock und Progressive Rock mal eine Chance geben will, die oder der sollte hier unbedingt reinhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: Words Unspoken, Maybe I'm A Beggar, Try Again



Donnerstag, 30. Januar 2014

The Beatles – Please Please Me



The Beatles – Please Please Me


Besetzung:

John Lennon – lead vocals, background vocals, rhythm guitar, acoustic guitar, harmonica, hand claps
Paul McCartney – lead vocals, background vocals, bass guitar, hand claps
George Harrison – background vocals, lead vocals on "Chains" and "Do You Want To Know A Secret", lead guitar, acoustic guitar, hand claps
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, hand claps, lead vocals on "Boys"


Gastmusiker:

George Martin – additional arrangements, piano on "Misery", celesta on "Baby It's You"
Andy White – drums on "Love Me Do", percussion on "P.S. I Love You"


Label: Apple (Universal Music Group)


Erscheinungsdatum: 1963


Stil: Pop, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. I Saw Her Standing There (2:55)
2. Misery (1:50)
3. Anna (Go To Him) (2:55)
4. Chains (2:25)
5. Boys (2:25)
6. Ask Me Why (2:25)
7. Please Please Me (2:05)
8. Love Me Do (2:23)
9. P.S. I Love You (2:04)
10. Baby It's You (2:40)
11. Do You Want To Know A Secret (1:59)
12. A Taste Of Honey (2:03)
13. There's A Place (1:51)
14. Twist And Shout (2:37)

Gesamtspieldauer: 32:45



Etwas über die wohl größte und erfolgreichste Band der Welt zu schreiben ist gar nicht so einfach. Vor allen Dingen dann nicht, wenn es sich um ihre frühen Alben handelt. „Please Please Me“ heißt die erste Album-Veröffentlichung der Beatles, die 1963 entstand. Diese Platte sollte die erste von dreizehn Alben sein, die in der Zeit des Bestehens der Band in den Jahren 1963 bis 1970 entstand. Nachdem bereits die Singles „Love Me Do“ und „Please Please Me“ erschienen waren, wobei letzter Titel die Nummer Eins der britischen Charts erklommen hatte, hatte es George Martin eilig, ein vollständiges Album hinterher zu schieben. Diese Platte bestand aus insgesamt vierzehn Titeln – acht Lieder davon sind Eigenkompositionen, sechs Titel sind Cover anderer Künstler.

Nun, die Platte wurde in knapp dreizehn Stunden in den Abbey Road Studios eingespielt, wobei „Twist And Shout“, das wohl bekannteste Cover-Lied der Beatles, erst ganz zum Schluss aufgenommen wurde, da allen Beteiligten klar war, dass John Lennon nach diesem Track nicht mehr würde singen können. Dieses und auch die restlichen Stücke sind dabei – logischerweise – ganz in der Zeit verhaftet, in der sie auch entstanden sind, nämlich in den frühen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals erregte die Platte auch viel Aufsehen, denn das, was die Beatles hier ihrem Publikum darbrachten, gab es so bisher noch nicht. Kraftvoll und mitreißend und irgendwie anders und neu klangen die einzelnen Lieder damals, bei denen die vier Liverpooler auch den Cover-Versionen ihren Stempel aufdrückten. Und man kann auch nicht abstreiten, dass auf „Please Please Me“ bereits ein klein wenig die Genialität des Duos John Lennon und Paul McCartney, welches hier noch in umgekehrter Reihenfolge McCartney/Lennon aufgeführt ist, hervorblitzt.

Jene Songs, die allerdings auf späteren Platten der Fab Four zu finden sind, die auch heutzutage noch genauso überzeugend klingen wie vor fast fünfzig Jahren, die gibt es auf dem Debut noch nicht zu hören – auch wenn dies ein Rock’n’Roll-Fan sehr wohl anders sehen könnte. Die einzelnen Titel klingen zwar nett und waren zur damaligen Zeit sicherlich auch eine Revolution im Musikbusiness, vieles auf der Platte klingt heutzutage jedoch überholt. Allerdings gibt es die Zutaten bereits, die die Beatles nur kurze Zeit später zu dem werden ließen, was sie dann auch waren: eine geniale Band. Da ist zum Beispiel dieser perfekt abgestimmte Gesang und die schönen Melodien, auch wenn sie oft nur einen Teil des jeweiligen Liedes ausmachen sowie die Spielfreude, die die vier Musiker aus Liverpool hier vermitteln. Überraschend aus heutiger Sicht ist dabei auch, dass keiner der Songs die Dreiminutengrenze überschreitet, aber so war das eben, damals zu Beginn der Pop-Musik.

Fazit: Nun, die Musik der Beatles auf „Please Please Me“ klingt wahrlich immer wieder mal mitreißend und interessant, auch wenn die schmalzigen Texte oftmals sehr gewöhnungsbedürftig sind. Andererseits hören sich die Lieder heutzutage auch ein wenig zu harmlos und irgendwie ein klein wenig überholt. Es sollten noch sehr viel interessantere Alben der Beatles folgen, diese Platte war hier nur der Grundstein, der erst mal gelegt werden musste. Bezüglich seiner Wichtigkeit für die moderne Pop- und Rockmusik hätte das Album sicherlich vierzehn Punkte verdient. Bezüglich der Musik aus der Sicht eines Musikhörers im zweiten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts allerdings nur sieben Punkte.

Anspieltipps: Love Me Do, Do You Want To Know A Secret, A Taste Of Honey



Mittwoch, 29. Januar 2014

Donots – Wake The Dogs




Donots – Wake The Dogs


Besetzung:

Ingo Knollmann – Gesang
Guido Knollmann – Gitarre, Gesang
Jan-Dirk Poggemann – Bass
Eike Herwig – Schlagzeug
Alexander Siedenbiedel – Gitarre


Label: Universal Music Group


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Indie Rock


Trackliste:

1. Wake The Dogs (3:14)
2. Into The Grey (2:43)
3. Come Away With Me (3:37)
4. You're So Yesterday (3:10)
5. Don't Ever Look Down (2:23)
6. Born A Wolf (2:27)
7. Control (2:57)
8. Solid Gold (2:35)
9. You Got It (3:21)
10. I Don't Wanna Wake Up (2:48)
11. Chasing The Sky (3:34)
12. All You Ever Wanted (3:24)
13. Manifesto (3:12)
14. So Long (3:51)

Gesamtspieldauer: 43:16




Im Jahr 2012 veröffentlichte die deutsche Indie-Rock-Band „Donots“ bereits ihr neuntes Album mit dem Titel „Wake The Dogs“. Die Band aus Ibbenbüren im Tecklenburger Land in der Nähe von Münster, schafft es auf dieser Veröffentlichung einen sehr eingängigen Indie Rock zu präsentieren, der auch durchaus mit Gute-Laune-Musik schön zu umschreiben ist. Das soll aber nicht bedeuten, dass es sich hierbei um Kirmeszelt-Musik oder dergleichen handelt, obwohl man bei zahlreichen Titeln, zumindest während des Refrains, fast schon animiert wird mitzuschmettern. Dies wiederum liegt an der Eingängigkeit der Titel, die ziemlich schnell ins Ohr gehen und es auch verstehen sich dort festzusetzen.

Bei den „Donots“ kommt man während des Hörens der Platte nicht unbedingt darauf, dass es sich hierbei um eine deutsche Band handelt. Wenn die Formation sich aus Briten oder Amerikanern zusammensetzen würde, wäre wohl kein Hörer, der die fünf Musiker zum ersten Mal hört, überrascht. Alles wirkt, alles ist dabei auch in etwa im selben Stil gehalten. Rock-Musik beinhaltet das Album, welche treibend und groovend dargeboten wird. Hierbei zeigen die Donots deutlich ihr Gespür für die Melodie, die den Hörer zu treffen versteht. Viele der Songs animieren zum Mitwippen, ab und an geht es auch mal in die härtere Richtung und das Genre Punk wird dabei sogar ebenfalls teilweise angekratzt. Kein Wunder von daher, dass bei der Musik der Donots immer auch wieder Vergleiche zu Bands wie Green Day oder aber The Clash gezogen werden.

Wenn man denn etwas Negatives finden möchte auf diesem Album – was allerdings nicht unbedingt sein muss – dann vielleicht der Umstand, dass sich die einzelnen Titeln in ihrer Machart schon sehr ähneln und auch meist im selben Tempo gehalten sind. Das allerdings hat auch seinen Vorteil, denn man legt die Platte auf beziehungsweise die CD ein und los geht die Fahrt, die einen mit lockerer und leichter und rockiger Gute-Laune-Musik unterhält.

Fazit: Wahrlich nicht schlecht, was die Donots hier ihren Hörern bieten. Wenn also jemand auf gut gemachten Indie-Rock steht, der immer ins Ohr geht und es dabei auch noch schafft, einem ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, der kann hier getrost zugreifen. Ich assoziiere dabei eine Fahrt mit Freunden im Cabrio bei strahlendem Sonnenschein durch eine grüne und bergige Gegend, um mein Ziel, den Bergsee zu erreichen. Dabei hören wir laut die Donots. Das Leben kann schön sein. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wake The Dogs, Into The Grey, Solid Gold, So Long