Montag, 19. Mai 2014

Gentle Giant – Octopus




Gentle Giant – Octopus


Besetzung:

Gary Green – guitars, percussion
Kerry Minnear – all keyboards, vibraphone, percussion, cello, moog, lead and backing vocals
Derek Shulman – lead vocals, alto saxophone
Philip Shulman – saxophones, trumpet, mellophone, lead and backing vocals
Raymond Shulman – bass, violin, guitar, percussion, vocals
John Weathers – drums, percussion, xylophone


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock, Experimental Rock


Trackliste

1. The Advent Of Panurge (4:45)
2. Raconteur, Troubadour (4:03)
3. A Cry For Everyone (4:06)
4. Knots (4:11)
5. The Boys In The Band (4:34)
6. Dog's Life (3:13)
7. Think Of Me With Kindness (3:31)
8. River (5:53)

Gesamtspieldauer: 34:16




Gentle Giant unterscheiden sich in ihrer Musik zum Teil sehr stark von anderen Progressive Rock Bands. Ihr viertes Album „Octopus“, ist dafür das perfekte Beispiel. Die Band hatte nun ihren Stil gefunden und sollte diesen auch auf den nächsten Veröffentlichungen beibehalten. Wahrlich ist das keine ganz leicht zu verdauende Kost, mitunter klingen die Lieder ein wenig dissonant, sind geprägt durch sehr abwechslungsreiche und ausgetüftelte Gesangspassagen. Dazu gesellen sich Anleihen an die mittelalterliche Musik, die Arrangements sind überaus komplex gehalten und auch die Instrumentierung ist beileibe nicht alltäglich für eine Rockband.

Oftmals scheint es auch so zu sein, als ob die Instrumente und der Gesang unterschiedliche Lieder spielen beziehungsweise singen würden. Die Melodiebögen umspielen sich, um schließlich wieder ineinander zu münden. Das klingt kompliziert und ist es auch, sodass sich diese Musik dem Hörer sicherlich nicht gleich beim ersten Durchlauf eröffnet. Am eingängigsten sind da noch die Titel im zweiten Teil der Platte. „The Boys In The Band” ist eine instrumentale Rocknummer, „Dog's Life” klingt dagegen ein wenig wie Musik aus dem Mittelalter und ist überaus eingängig und melodiös. Sicherlich einer der Höhepunkte der Platte. Und schließlich ist da noch die sanfte Ballade „Think Of Me With Kindness“. Ein Lied welches ebenso schnell ins Ohr geht.

Ganz anders klingt dagegen „Knots“. Hochkomplizierte und verschachtelte Gesangsarrangements, minimalistische und verschoben klingende Instrumentierung mittels des Xylophons und der Violine, immer wieder unterbrochen von „volleren“ Passagen. Das klingt zugegebenermaßen richtiggehend abgefahren. Die restlichen Titel sind zwar alle deutlich mehr instrumentiert, allerdings nicht weniger verschachtelt. Musik, die erarbeitet werden will.

Fazit: Sicherlich nicht die Musik, die jeder uneingeschränkt genießen kann. Die Musik von Gentle Giant ist etwas Spezielles, was man entweder liebt oder aber gar nichts damit anfangen kann. Für alle Hörer, die das Vertrackte, Konstruierte und Schwierige in der Musik suchen, die werden hier fündig. Elf Punkte.

Anspieltipps: Knots, Dog‘s Life



Sonntag, 18. Mai 2014

Annett Louisan – Bohème




Annett Louisan – Bohème


Besetzung:

Annett Louisan – Gesang


Gastmusiker:

Frank Ramond – Schlagwerk, Bass
Jürgen Kumlehn – Gitarre
Hardy Kayser – Mandoline, Gitarre
Matthias Haß – Streicher, Keyboard, Gitarre, Piano
Christoph Buse – Schlagwerk
Olaf Casimir – Kontrabass
Geoff Peacey – Hammond B3
Katie Vitalie – Violine
Rick Vito – Dobro, Slide
Werner Becker – Streicher


Label: 105 Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Swing, Pop


Trackliste:

1. Das Spiel (3:02)
2. Die Lüge (3:30)
3. Die Dinge (2:35)
4. Das Gefühl (2:48)
5. Daddy (4:09)
6. Die Katze (3:03)
7. Der Schöne (4:04)
8. Die Gelegenheit (3:26)
9. Der Blender (3:30)
10. Die Trägheit (3:45)
11. Die Formel (3:43)
12. Das Liebeslied (3:27)
13. Das Spiel (Remix) (3:00)

Gesamtspieldauer: 44:00




Zwei Dinge sollte man zumindest mögen, um etwas mit „Bohème“, dem ersten Album von Annett Louisan aus dem Jahr 2004, anfangen zu können. Zum einen wäre das Swing-Musik, welche hier immer wieder zu hören ist, das andere wäre diese kindlich-süßliche Stimme der Annett Louisan, die das Markenzeichen der Sängerin ist.

Neben dem bereits erwähnten Swing gibt es auf dem Album auch noch leichte und zurückhaltende Pop-Musik zu hören, die in diesem Fall sehr viel eher überzeugen kann, als diese Swing-Nummern. Exemplarisch dafür stehen auch die beiden Single-Veröffentlichungen der Platte „Das Spiel“ und „Das Gefühl“. Ebenfalls in diese Richtung tendiert die Nummer „Das Liebeslied“, welche genau wie die beiden Singles durch eine sehr schöne Melodieführung einnehmend wirkt. Nun, beim Rest der Platte wird es dann schon sehr viel schwieriger. Dieser manchmal bluesige und häufig beswingte Sound kann da schon deutlich weniger überzeugen. Die entsprechenden Titel rauschen irgendwie durch, unaufgeregt und ohne jegliche Nachhaltigkeit.

Überaus gelungen sind allerdings die Texte, für die sich Frank Ramond verantwortlich zeigt. Intelligent und oftmals witzig transportiert Annett Louisan hier nette Geschichten, die sich zwar hauptsächlich um die Liebe drehen, aber eben nicht nur. Diesbezüglich macht das Zuhören dann schon wieder wesentlich mehr Spaß.

Fazit: Nicht so richtig mein Ding, muss ich zugeben. In der Musik von Annett Louisan wird das Kindchenschema von der Optik auf die Akustik übertragen. Alles klingt weich, süßlich, lieblich. Man könnte dieses leichte bis seichte Gesäusel natürlich auch mit „Entspannungsalbum“ umschreiben, was es sicherlich auch ist, doch da gibt es deutlich bessere Alternativen, die nicht so einen zuckrigen Beigeschmack hinterlassen. Trotzdem drei schöne Lieder – ebenfalls überaus süß – gibt es auf der Platte, dazu noch die bereits erwähnten Texte. Es gibt sicherlich schlechtere Musik. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Das Spiel, Das Gefühl, Das Liebeslied



Samstag, 17. Mai 2014

"This man, Hugh Tracey"


Trommeln, Flöten, Zupfinstrumente. Kalebassen, Bambus, verschiedene Holzarten. Und immer wieder ein Singsang, den man als westlicher Zuhörer nicht verstehen kann. Hugh Tracey hat in 50 Jahren Hunderte von Liedern und Rhythmen in Afrika zusammen getragen. Seit Anfang der 30er Jahre fuhr er mit einem umgebauten Kastenwagen durch das südliche und östliche Afrika, von Südafrika hoch bis in den Südsudan. Tausende von Kilometern legte er auf  Straßen, Sandpisten und Steppenboden zurück, um den musikalischen Schatz des Kontinents aufzuzeichnen.

Unterstützt wurde er immer mal wieder von Stiftungen, die seine kulturelle Arbeit wertschätzten. Hugh Tracey gründete in den 50er Jahren die International Library of African Music” ILAM, die noch heute existiert und an der südafrikanischen Universität in Grahamstown angegliedert ist. Dort findet man all seine Acetat Platten und Tonbänder, die er auf seinen Reisen bespielt hat. Dort sind auch die Instrumente gelagert, die Hugh Tracey über die Jahre gesammelt  hat. Dort kann man auch seine Notizen einsehen, die er auf seinen Exkursionen über Musiker, Lieder, Inhalte und Instrumente gemacht hat.

Der Engländer, der schon in den 20er Jahren nach Süd-Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, auswanderte, machte die afrikanische Musik zu seinem Lebenswerk. Ohne Zweifel hat er einen wahren und einmaligen Musikschatz bewahrt. Musik, die heute wohl längst vergessen wäre, wenn er sie nicht unter großen Mühen und Anstrengungen aufgezeichnet hätte, wie Aufnahmen vom Königshof in Ruanda. Doch die Frage muß erlaubt sein, war es das wert? Hugh Tracey veröffentlichte in den 50er Jahren eine eher wissenschaftliche 210 umfassende LP Reihe mit seinen Aufnahmen. Damit richtete er sich an Ethnologen, an Bibliotheken und Universitäten auf der ganzen Welt. Kurz darauf brachte Tracey eine weitere Plattenserie heraus, 20 LPs unter dem Titel “Music of Africa”. Die wissenschaftliche Reihe gab es in einer Kleinstauflage, die eher populär gedachte Serie verkaufte sich im einstelligen Tausenderbereich. Hugh Tracey wurde dadurch etwas bei Jazz Trommlern und Beatniks bekannt.

Doch das war in den 50er Jahren. Der Holländer Michael Baird, geboren in Sambia, hat vor einiger Zeit auf seinem Label SWP Records eine neue Reihe mit Hugh Traceys Aufnahmen veröffenlicht. Er hat die alten Bänder von ILAM ausgewertet und digitalisiert. 22 Cds sind das Ergebnis. Michael Baird ist ein Liebhaber der afrikanischen Musik, er wollte diesen Musikschatz einer neuen Hörerschaft eröffnen, erklärt er. Doch auch er muß zugeben, dass sich jede seiner Cds gerade mal 2000fach verkauft hat.

Hinzu kommt, dass es in Afrika so gut wie keine Archive, Bibliotheken, Sammlungen gibt, die Kultur bewahren. Die jungen Musiker greifen lieber zur Gitarre, spielen Hip Hop, Reggae oder christliche Gospel Musik. Der alte Kram interessiert sie nicht. Die Cds von SWP Records mit Aufnahmen ihrer Vorväter und –mütter kann man in Afrika nicht finden, schon gar nicht kaufen. Ist das bewahren von Musik nur eine westliche Erfindung? Ist Musik vielleicht nur ein vergängliches Kulturgut, dass nach einer bestimmten Zeit vergessen und durch neues ersetzt werden kann?

Ich hoffe es nicht. Musik hat eine besondere Bedeutung im zwischenmenschlichen Leben der Menschen. Egal ob in Afrika, Europa oder sonstwo. Musik ist wohl die einzige globale Sprache, die jeder verstehen kann, der mit offenen Ohren hinhört. Von daher sind Sammlungen, wie die von Hugh Tracey, von größter Bedeutung, denn sie dokumentieren einen Teil Afrikas, der die Menschen in ihrem Alltag zeigt. Es geht nicht um Krisen, Kriege, Korruption, es geht vielmehr in diesen Liedern um die Grundlagen der verschiedenen Kulturen. Um die Gegenwart zu verstehen, um die Zukunft zu meistern, muss man die Vergangenheit bewahren. Musik ist dabei ein kleiner, doch durchaus wichtiger Teil.

Freitag, 16. Mai 2014

UNESCO Sammlung traditioneller Musik


Trommeln, Wasserplätschern, ein Singsang, Kinder lachen. Man hört die Wassertrommeln aus Kamerun. Feldaufnahmen, die in der Sammlung traditioneller Musik der UNESCO auftauchen. Nichts ist beschönigt, bereinigt oder aufgearbeitet. Es klingt so, als wenn man daneben sitzen würde. Irgendwo in Afrika. Solche und viele andere Aufnahmen wurden von der UNESCO seit den 50er Jahren zusammen getragen.
Wie klingt Musik aus der Zentralafrikanischen Republik, wie aus der Mongolei, wie vom kleinen Inselstaat Vanuatu? Musik, die eigentlich kaum beachtet wird, die jedoch zum kulturellen Erbe der Menschheit gehört.

2004 verschickte die UNESCO eine Rundmail, in der es hieß, die Plattenfirma, die bislang diese umfangreiche Sammlung auf Schallplatten herausgebracht hatte, machte im digitalen CD und mp3 Alter keine Gewinne mehr mit diesen Veröffentlichungen. Niemand wollte wohl mehr eine LP mit Liedern der Inuit aus dem Norden Kanadas kaufen.


Diese Mail kam auch auf den Schreibtisch von Atesh Sonneborn, der beim Smithsonian Folkways Plattenlabel in Washington DC für die Programmarbeit zuständig ist. Folkways Recordings ist eine alte Plattenfirma, die 1948 von Moses Asch gegründet wurde. Bis zu seinem Tod 1987 wurden 2168 Alben veröffentlicht. Ethnische und zeitgenössische Musik aus aller Welt, Literatur- und historische Aufnahmen, Dokumentationen, Soundplatten und allerlei andere teils seltsame “Recordings”. Nach dem Tod von Moses Asch stifteten die Erben diese umfangreiche Klang- und Musiksammlung an das Smithsonian Institut für kulturelles Erbe. Einzige Auflage; alle Aufnahmen müssen auch weiterhin einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Smithsonian dürfe sich nicht nur die Kirschen vom Kuchen nehmen, wie z.B. die Aufnahmen von Folksänger Woody Guthrie. Ein Deal, der noch heute besteht.

Als die UNESCO ihren Rundbrief verschickte, brauchten Sonneborn und seine Label Mitarbeiter nicht lange zu überlegen. Sie wollten diese Sammlung veröffentlichen, denn sie passte perfekt zum riesigen Archiv des Labels . “Ich schrieb ihnen zurück und sagte, wir könnten das so ähnlich machen, wie mit unserer eigenen Reihe “Smithsonian Global Sound”, erklärt Atesh Sonnenborn. Das Angebot von Folkways umfasste neben “Streaming”, Download und CD “on demand” auch umfangreiche Informationen über die jeweilige Aufnahme. Und die UNESCO nahm dieses Angebot gerne an.

Es dauerte nahezu zehn Jahre, um all die Rechte an den Aufnahmen zu klären. Doch nun kann es losgehen. Insgesamt warten auf den interessierten Hörer und Sammler 127 Alben, Musik aus 70 Ländern. Seit Ende April werden pro Woche zwei Platten in den verschiedenen Formaten veröffentlicht. “Es ist Musik, die eine ganze Generation noch nie gehört hat. Und wahrscheinlich auch nur wenige davor”, lacht Sonneborn. “Es ist wie ein Spiegel der Menschheit. Ein Spiegel, der uns ein besseres Verständnis der komplizierten Welt vorhält.” Und kompliziert ist auch die Musik selbst. Manches ist eingängig, anderes eher sperrig. Interessant ist hingegen alles. Hier hört man nichts, was auch nur annähernd den Weg in die Hitparaden und Charts der westlichen Welt geschafft hat. Es ist “Roots” Musik, Grundlagen der Weltmusik. Aus Indien, Afghanistan, Russland, Jemen, Kurdistan und vielen anderen Ländern.

Für Atesh Sonneborn ist klar, dass sich auch diese neue Auflage der UNESCO Sammlung nicht groß verkaufen wird. “Leute, wie Du und ich sind einfach zu wenig, um so etwas zu tragen”. Er hoffe deshalb auf die vielen ethnischen Gruppen in den USA und anderswo, die fernab der eigenen Heimat mehr erfahren wollen, über ihre Wurzeln. Mit dieser Reihe werden Grenzen überschritten; geographisch, musikalisch, spielerisch. Man dreht den Globus, hört hin und erkennt, dass die einzige globale Sprache Musik ist. Eine Sprache, die ohne Worte oder ohne entsprechendes Sprachwissen eine emotionale Ebene erreicht. Musik verbindet grenzenlos. 
Soundbeispiele gibt es hier: http://www.folkways.si.edu/radio/unesco/index.html

Donnerstag, 15. Mai 2014

Lou Reed & John Cale – Songs For Drella




Lou Reed & John Cale – Songs For Drella


Besetzung:

John Cale – vocals, keyboards, viola
Lou Reed – vocals, guitar


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Smalltown (2:04)
2. Open House (4:18)
3. Style It Takes (2:54)
4. Work (2:38)
5. Trouble With Classicists (3:41)
6. Starlight (3:28)
7. Faces And Names (4:12)
8. Images (3:31)
9. Slip Away (A Warning) (3:05)
10. It Wasn't Me (3:30)
11. I Believe (3:18)
12. Nobody But You (3:46)
13. A Dream (6:33)
14. Forever Changed (4:52)
15. Hello It's Me (3:03)

Gesamtspieldauer: 54:53




Im Jahr 1987 war Andy Warhol während einer Gallenblasenoperation plötzlich verstorben. Aus Anlass des Gedenkgottesdientes zu seinem Tod trafen sich Lou Reed und John Cale, die beiden kreativen Köpfe von Velvet Underground der ersten Jahre, zum ersten Mal nach langer Zeit wieder und kamen nach vielen Jahren des Streits erneut ins Gespräch. Die beiden beschlossen ihrem ehemaligen Förderer ein Album zu widmen, welches das Leben des Andy Warhol beleuchtet. Zwar schreibt Lou Reed zur Einführung im Booklet der CD: „SONGS FOR DREALLA – A Fiction is a brief musical look at the life of Andy Warhol and is entirely fictitious”, doch behandeln die Lieder Stationen im Leben des Andy Warhol, die sich mit seinem Werdegang, der „Factory“ und auch mit dem Attentat durch Valerie Solanas im Jahr 1968 beschäftigen. Beendet wird das Album mit einem sehr bewegenden, in Form eines Briefes vorgetragenen Liedes, in dem Lou Reed zum Ausdruck bringt, wie sehr es ihm heute leid täte, dass er Andy Warhol in den späteren Jahren quasi links liegen ließ, sich nicht kümmerte und sich wegdrehte, wenn er Warhol noch mal sah.

Musikalisch ist das Album eine breite Mischung verschiedenster Stile. Mal klingt es nach Folk, dann wieder rockiger, ein anderes Mal wiederum ist alles sehr minimalistisch und auch das gesprochene Wort gibt es in Form des Liedes „A Dream“. In diesem erzählt John Cale zu sphärischen Klängen einen fiktiven Traum des Andy Warhol, worin dieser unter anderem seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringt, nicht zur Hochzeit Lou Reeds eingeladen worden zu sein, weil Lou Reed wohl annahm, dass er zu viele Freunde mit zur Hochzeit bringen würde….

Neben sphärischen und experimentellen Ausflügen gibt auch jede Menge tolle Melodien und Harmonien auf der Platte zu entdecken. Stellvertretend hierfür stehen Titel wie „Style It Takes“, „Forever Changed” oder das bereits erwähnte „Hello It's Me“. „Images“ klingt dagegen sehr experimentell und hätte so durchaus auch auf einem der ersten Velvet Underground Platten Platz gefunden. Und ebenfalls soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass alle fünfzehn Titel ohne jegliches Schlagzeug oder andere Perkussion eingespielt wurden, was sicherlich auch nicht alltäglich ist.

Fazit: Ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Album ist „Songs For Drella“ geworden, bei dem sich auch ein Blick auf die Texte durchaus lohnt. Hier gibt es zudem das Experiment, neben dem eingängigen Stück, den minimalistischen Ansatz, neben dem vollen Sound. Dies alles passt trotzdem wunderbar zusammen. Wer das etwas Außergewöhnliche in der Musik sucht, der wird hier fündig werden. Fans des ersten Werks von Velvet Underground sowieso. Elf Punkte.

Anspieltipps: I Believe, Hello It's Me



Mittwoch, 14. Mai 2014

The Who – Who’s Next




The Who
– Who’s Next


Besetzung:

Roger Daltrey – lead and backing vocals, harmonica (I Don't Even Know Myself)
John Entwistle – bass guitar, backing vocals, brass, lead vocals and piano (My Wife)
Keith Moon – drums, percussion
Pete Townshend – guitars, organ, vcs3 and arp synthesizer, backing vocals, piano (Baba O'Riley), lead vocals (Going Mobile), co-lead vocals (Love Ain't For Keeping), Baba O'Riley, Bargain and The Song Is Over)


Gastmusiker:

Dave Arbus – violin (Baba O'Riley)
Nicky Hopkins – piano (The Song Is Over, Getting In Tune)
Al Kooper – organ (alternate version Behind Blue Eyes)
Leslie West – lead guitar (Baby, Don't You Do It)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock


Trackliste:

1. Baba O'Riley (5:10)
2. Bargain (5:34)
3. Love Ain't For Keeping (2:10)
4. My Wife (3:42)
5. The Song Is Over (6:15)
6. Getting In Tune (4:50)
7. Going Mobile (3:43)
8. Behind Blue Eyes (3:42)
9. Won't Get Fooled Again (8:33)


Bonus Tracks:

10. Pure And Easy (4:22)
11. Baby Don't You Do It [feat. Leslie West] (5:15)
12. Naked Eye (The Young Vic Theatre Live Version) (5:31)
13. Water (The Young Vic Theatre Live Version) (6:26)
14. Too Much Of Anything [feat. Nicky Hopkins] (4:25)
15. I Don't Even Know Myself (4:56)
16. Behind Blue Eyes (Alternate Studio Version) [feat. Al Kooper] (3:27)

Gesamtspieldauer: 78:01




„Who’s Next“ ist das fünfte Studioalbum der britischen Band The Who und wurde 1971 veröffentlicht. Umrahmt von den beiden „Rock-Opern“ „Tommy“ und „Quadrophenia“ war auch „Who’s Next“ zunächst, wie diese zwei Platten, als Doppelalbum angedacht worden und sollte den Titel „Lifehouse“ tragen. Pete Townshend schrieb eine ganze Menge Lieder, allerdings wurde dieses Projekt letztendlich doch nicht zu Ende geführt und man entschloss sich mit „Who’s Next“, eine abgespecktere Version des Albums auf den Markt zu bringen. Diejenigen Titel, welche es nicht auf „Who’s Next“ geschafft haben, finden sich zum Teil auf dieser Version des Albums im Bonus-Material, wurden auf der Kompilation „Odds And Sodds“ hinzugefügt oder befinden sich auf einem der Pete Townshend Solo-Alben.

„Who’s Next“ ist sicherlich einer der Höhepunkte in der Diskographie von The Who. Und das Album ist auch ein Höhepunkt in der Geschichte des Rocks allgemein. Selten hat zur damaligen Zeit eine Platte so kraftvoll, aber doch so abwechslungsreich und auch melodisch geklungen wie „Who’s Next“. Hier gibt es Rock zu hören, der gleichberechtigt neben wunderschönen, sehr viel ruhigeren Titeln zu überzeugen weiß. Alles wirkt auf dieser Platte, die mit „Behind Blue Eyes“ und „Won’t Get Fooled Again“ auch zwei der Who-Klassiker schlechthin aufweist.

Bei letztgenanntem Titel wird auch das musikalisch Besondere dieses Albums sofort hörbar. Es ist das Zusammenspiel zwischen E-Gitarre und Synthesizer, was es zu damaligen Zeit bisher so noch nicht gegeben hatte. Und obwohl dies die ersten Versuche dieser Kombination in der Musik waren, klingt „Won’t Get Fooled Again“ unglaublich modern und in keinster Weise nach einem Alter von über 40 Jahren. Bei den Titeln „Baba O’Riley“ und mit Abstrichen auch bei „Bargain“ wurde diese Kombination ebenfalls umgesetzt. Dies hat anscheinend auch den Produzenten der amerikanischen CSI-Serie gefallen, die neben dem 1978 erschienenen „You Are You“ auch „Baba O’Riley“ und „Who’s Next“ von diesem Album als Titelmelodie für ihre drei verschiedenen CSI-Standorte wählten.

Fazit: „Who’s Next“ ist ein tolles Album geworden, welches all das enthält, was ein Rock-Album zu etwas Besonderem werden lässt. Hier gibt es die mitreißenden rockigen Passagen neben den melancholischen und sanfteren Abschnitten. Dazu gesellt sich noch ein wenig Rock-Geschichte bezüglich des Einsatzes eines Synthesizers und fertig ist die Scheibe, die man als Musikfreund unbedingt gehört haben sollte. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Behind Blue Eyes, Won’t Get Fooled Again



Dienstag, 13. Mai 2014

Alex Harvey – The Mafia Stole My Guitar




Alex Harvey – The Mafia Stole My Guitar


Besetzung:

Alex Harvey – lead vocals, lead guitar


Gastmusiker:

Matthew Cang – lead guitar, keyboards, vocals
Simon Charterton – drums, percussion, vocals
Tommy Eyre – keyboards, vocals
Gordon Sellar – bass guitar, vocals
Don Weller – saxophone, horns on "Oh Spartacus!"


Label: Universum Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock


Trackliste:

1. Don's Delight (1:31)
2. Back In The Depot (6:29)
3. Wait For Me Mama (6:59)
4. The Mafia Stole My Guitar (5:11)
5. Shakin' All Over (4:49)
6. The Whalers (Thar She Blows) (7:05)
7. Oh Spartacus! (3:55)
8. Just A Gigolo / I Ain't Got Nobody (5:19)

Gesamtspieldauer: 41:17




Nach „Rock Drill“ war endgültig Schluss mit der Sensational Alex Harvey Band. Die Mitglieder gingen von nun an getrennte Wege. Alex Harvey war im Anschluss daran jedoch nicht untätig, trommelte einige Musiker zusammen und veröffentlichte unter der Überschrift „Alex Harvey - The New Band“ im darauffolgenden Jahr, 1979, das Album „The Mafia Stole My Guitar“.

Die Musik auf diesem Album lässt beim Hörer allerdings ein recht zwiespältiges Gefühl zurück. Einerseits sind darauf noch zwei Titel vertreten, die dem „Godfather Of Punk“, der er jedoch niemals war, durchaus gelungen sind. Allerdings befinden sich darauf auch einige Titel, die sich gerade so anhören, als ob sie auf der Platte wären, weil da noch jede Menge Platz übrig gewesen ist. Gelungen ist sicherlich „Wait For Me Mama”. Ein eingängiger Titel, der eine ganz eigenartige Atmosphäre verströmt, was nicht zuletzt am Saxophon-Spiel des Don Weller liegt, welches der Nummer dieses gewisse Etwas verleiht. Auch der Titeltrack „The Mafia Stole My Guitar” kann durchaus überzeugen. Eine Rock-Nummer, die in sich selbst immer wieder gesteigert wird, um dann wieder in einen ruhigeren Teil zurückzufallen. Ebenfalls sehr eingängig, wenn auch der Gesang des Alex Harvey nicht mehr so kraftvoll wirkt, wie noch wenige Jahre zuvor.

Nun und der Rest? Mit Abstrichen kann man noch dem längsten Titel der Platte „The Whalers (Thar She Blows)“ etwas abgewinnen, auch wenn hier ebenfalls wieder der Gesang des Alex Harvey nicht immer mehr ganz zu passen scheint. Aus mehreren Teilen zusammengesetzt, entsteht bei dieser Nummer zumindest so etwas wie Abwechslung und Spannung. Die übrigen Titel können dagegen nicht mehr überzeugen. Dass Alex Harvey schließlich noch, sicherlich mit einem Augenzwinkern, die Nummern „Just A Gigolo“ und „I Ain't Got Nobody“ interpretiert, hätte auch nicht mehr sein müssen.

Fazit: Einige wenige Ansätze in der Musik des Alex Harvey sind durchaus noch vorhanden, trotzdem lässt sich diese Musik nicht mehr mit der der Sensational Alex Harvey Band vergleichen. Ein paar gute Ansätze genügen nicht, um die Platte zu einer guten werden zu lassen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Wait For Me Mama, The Mafia Stole My Guitar, The Whalers



Montag, 12. Mai 2014

The Beatles – Abbey Road




The Beatles – Abbey Road


Besetzung:

John Lennon – vocals, acoustic (six and twelve-string) and electric guitars, acoustic and electric pianos, hammond organ and moog synthesizer, white noise generator and sound effects, percussion
Paul McCartney – vocals, acoustic, electric and bass guitars, acoustic and electric pianos, hammond organ and moog synthesizer, sound effects, handclaps and percussion
George Harrison – vocals, acoustic, electric and bass guitars, hammond organ, harmonium and moog synthesizer, handclaps and percussion
Ringo Starr – drums, handclaps and percussion, background vocals, lead vocals and piano (on "Octopus's Garden")


Gastmusiker:

George Martin – piano, electric harpsichord, electronic organ, harmonium and percussion
Billy Preston – hammond organ (on "Something" and "I Want You (She's So Heavy)")
Mal Evans – "anvil" (on "Maxwell's Silver Hammer")


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Come Together (4:21)
2. Something (3:03)
3. Maxwell's Silver Hammer (3:27)
4. Oh! Darling (3:27)
5. Octopus's Garden (2:51)
6. I Want You (She's So Heavy) (7:47)
7. Here Comes The Sun (3:06)
8. Because (2:46)
9. You Never Give Me Your Money (4:02)
10. Sun King (2:26)
11. Mean Mr Mustard (1:06)
12. Polythene Pam (1:13)
13. She Came In Through The Bathroom Window (1:58)
14. Golden Slumbers (1:32)
15. Carry That Weight (1:37)
16. The End (2:20)
17. Her Majesty (0:23)

Gesamtspieldauer: 47:24




„Abbey Road“ heißt das elfte Album der Beatles und wurde 1969 veröffentlicht. Die Band befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Auflösungsprozess, die persönlichen und geschäftlichen Differenzen, vor allem zwischen Paul McCartney und John Lennon, waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu überbrücken. „Abbey Road“ ist zwar das elfte veröffentlichte Album der Beatles, eingespielt wurde es allerdings nach der zwölften Veröffentlichung „Let It Be“, welche dann jedoch erst zeitgleich zum gleichnamigen Film, ein Jahr später auf dem Markt erschien. Auf „Abbey Road“ betätigte sich auch wieder George Martin als Produzent, wohingegen diesen Job, beim vorher produzierten und später veröffentlichten „Let It Be“, Phil Spector übernommen hatte.

Musikalisch ist die Platte zweigeteilt. Befanden sich auf der ehemaligen ersten Seite acht Titel, die wiederum einige Klassiker an Beatles-Kompositionen bereithalten, so besteht die ehemalige zweite Seite des Albums aus einem Medley, welches hauptsächlich aus sehr kurzen Titeln zusammensetzt. Auf der ehemaligen ersten Seite ist hierbei das geniale „Come Together“ herauszuheben. Ein Lied, bei dem man den Text einfach nicht verstehen kann, welches allerdings mit einer unverwechselbaren Rhythmusfraktion ausgestattet wurde, die einen absoluten Wiedererkennungswert besitzt und der auch ein Alleinstellungsmerkmal innewohnt. Dann gibt es da natürlich auch noch das wunderschöne „Here Comes The Sun“ aus der Feder George Harrisons. Klasse eingängige Melodie – ein Lied zum Dahinschmelzen.

Sicherlich auch erwähnenswert ist „I Want You (She's So Heavy)“. Der Titel beginnt ein wenig bluesig und wechselt dann immer wieder zwischen dieser Passage und rockigeren Abschnitten hin und her. Schließlich wird die Nummer in einem dreiminütigen, melodiösen und rockigen Teil ausgeblendet. Sehr eindrucksvoll. Das gilt auch für „Because“, dem letzten Lied der ehemaligen ersten Seite. Mit einem, an ein Cembalo erinnernden Sound, wird der Titel eingeleitet und besticht dann durch tolle Gesangsarrangements, die Queen ein paar Jahre später noch weiterentwickeln sollte.

Die zweite Seite beginnt mit dem zunächst verträumten „You Never Give Me Your Money“. Auch hier lassen sich wieder aufwendig gestaltete Gesangspassagen erhören. Der Titel ist im weiteren Verlauf aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut, die mal rockiger, mal poppiger klingen, alle jedoch überaus melodiös. Es folgen eine ganze Reihe relativ kurzer Nummern und man ist überrascht, wie viel Kreativität immer noch in dieser Band steckte, bei der sich vor allem John Lennon und Paul McCartney nicht mehr „grün“ waren. Andere Bands hätten auch aus diesen kurzen Titeln ein ganzes Album gezaubert. Den Beatles genügte es hier jedoch, alles irgendwie nur ganz kurz anzureißen, um dann in einen neuen Rhythmus, eine neue Melodie, ein neues Lied überzugehen.

Fazit: Wirklich beeindruckend, was die Beatles hier, in dieser Situation noch an Ideen hatten und wie sie diese umsetzten. Müßig darüber zu spekulieren, was von dieser Band noch alles gekommen wäre, wenn sie weiterhin freundschaftlich verbunden geblieben wären und weitergemacht hätten. Vielleicht lag allerdings auch genau in dieser angespannten Situation eine treibende Kraft für diese ausdrucksstarke Musik. „Abbey Road“ ist auf jeden Fall ein tolles Album geworden, durch welches man in den Beatles-Kosmos perfekt einsteigen kann. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Come Together, Carry That Weight, Here Comes The Sun



Sonntag, 11. Mai 2014

Travis – The Boy With No Name




Travis – The Boy With No Name


Besetzung:

Fran Healy – lead vocals, guitar, harmonica, piano
Andy Dunlop – guitar
Dougie Payne – bass guitar, backing vocals
Neil Primrose – drums


Gastmusiker:

Julia Stone – backing vocals (“Battleships”)
KT Tunstall – backing vocals (“Under The Moonlight”)
Manon Morris – harp (“Colder”)
Sarah Clarke – clarinet (“New Amsterdam”)
Joby Talbot – string arrangement (“Selfish Jean”)
Chris Worsey – cello (“Selfish Jean”)
Ian Burdge – cello (“Selfish Jean”, “Closer”, “Battleships” and “My Eyes”)
Zoe Martlew – cello (“Selfish Jean”)
Lucy Wilkins – violin (“Selfish Jean”)
Louisa Fuller – violin (“Selfish Jean”)
Helena Wood – violin (“Selfish Jean”)
Rick Koster – violin (“Selfish Jean”)
Richard George – violin (“Selfish Jean”)
Louisa Aldridge – violin (“Selfish Jean”)
Jonathan Hill – violin (“Selfish Jean”)
Darragh Morgan – violin (“Selfish Jean”)
Jeff Moore – violin (“Selfish Jean”)
Natalia Bonner – violin (“Selfish Jean”)
Adrian Smith – viola (“Selfish Jean”)
Reiad Chibah – viola (“Selfish Jean”)
John Metcalfe – viola (“Selfish Jean”, “Closer” and “My Eyes”)
Rachel Robson – viola (“Selfish Jean”)
Sally Herbert – string arrangement and violin (“Closer”, “Battleships” and “My Eyes”)
Everton Nelson – violin (“Closer” and “My Eyes”)
Calina De La Mare – violin (“Battleships”)
Oli Langford – viola (“Battleships”)


Label: Independiente Music Ventures


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Indie Pop


Trackliste:

1. 3 Times And You Lose (4:15)
2. Selfish Jean (4:01)
3. Closer (4:01)
4. Big Chair (4:08)
5. Battleships (4:12)
6. Eyes Wide Open (2:59)
7. My Eyes (4:09)
8. One Night (4:00)
9. Under The Moonlight (4:01)
10. Out In Space (3:36)
11. Colder (4:07)
12. New Amsterdam (2:37)
13. Sailing Away [Hidden Track] (3:31)

Gesamtspieldauer: 49:35




Ursprünglich wurde Travis mal als Brit-Pop-Band gehandelt, dann entwickelte sich die Band ein wenig mehr in die Indie-Pop Richtung. Trotzdem lassen sich die musikalischen Wurzeln der Band auch hier, auf dem fünften Album der Band mit dem Titel „The Boy With No Name” nicht ganz verleugnen.

Sehr eingängigen Indie-Pop bekommt der Hörer auf dem 2007 veröffentlichten Album geboten. Alles ist melodiös, alles klingt harmonisch und die Musik geht gleich beim ersten Anhören, ohne jegliche Umwege, sofort ins Ohr. Dieser Weg wird schon zu Beginn durch den Eingangstitel „3 Times And You Lose“ vorbereitet. Eine tolle, zunächst recht verträumte Nummer, bis der Titel dann ein wenig Fahrt aufnimmt und durch eine wunderschön klingende akustische Gitarre getragen wird. „3 Times And You Lose“ enthält all das, was man sich von einem sehr guten Pop-Song wünscht: Schöne, einnehmende Melodie, alles perfekt arrangiert und durchaus auch spannend umgesetzt.

Weitere Höhepunkte sind das etwas treibendere „Big Chair“. Hier kommt dem Bass eine tragende Rolle zu, der den Song nach vorne schiebt. Und natürlich besitzt auch diese Nummer wieder eine sehr harmonische Melodie. Ebenfalls überaus gelungen ist Titel Nummer 9, „One Night”, selbige Zutaten, gleiches Ergebnis. Das ist Musik zum Entspannen und Genießen. Und dann ist da noch ein Lied, welches auf dem Cover jedoch gar nicht vermerkt ist, da es sich hierbei um einen sogenannten „Hidden Track“ handelt. Diese versteckten Songs nerven eigentlich immer, weil man sich fragt, was das soll. Hier ist das Ganze sogar noch ein wenig ärgerlicher, da „Sailing Away“ wahrlich überaus gelungen ist. Ein fröhliches Lied, welches Gute Laune produziert. Man muss gar nicht extra erwähnen, dass auch hier die Melodie und so weiter…

Fazit: Ein schönes und ruhiges Album ist „The Boy With No Name” geworden. Dem ein oder anderen ist das alles vielleicht ein wenig zu weichgespült, aber sowohl zum Nebenbeihören, als auch zum Genießen mit Kopfhörern auf einem bequemen Sofa bestens geeignet. Ein unaufgeregtes Entspannungsalbum. Zehn Punkte.

Anspieltipps: 3 Times And You Lose, One Night, Sailing Away



Samstag, 10. Mai 2014

X-tal – Everything Crash




X-tal – Everything Crash


Besetzung:

Allison Moseley – vocals, bass
Demetrius Broustis – vocals, guitars, 12-string guitar, lap steel
J. Neo – vocals, guitars, organ, melodica, kaen, tin whistle
Mick Freeman – vocals, drums, vibraslap


Gastmusiker:

Carrie Bradley – violin, toy saxophone
Jonathan Levy – trumpet on “Pacemaker”
Leslie Sullenger – vox on “Pacemaker”
The Moon Tabernacle Choir – vocals on “Utah” and “Fatal Distractions”


Label: Alias Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Folk Rock, Pop


Trackliste:

1. Black Russian (5:22)
2. Easily Impressed (1:39)
3. Stop Torture (3:23)
4. Genesis Hall (3:29)
5. Utah (2:45)
6. Qué Lástima (1:23)
7. Fatal Distractions (4:56)
8. Census (7:08)
9. Help Wanted, Part 2 (2:06)
10. Pacemaker (2:54)
11. Passing (5:38)
12. Long Dark Night (4:58)

Gesamtspieldauer: 45:41




X-tal war eine Rockband aus San Francisco, die in den Jahren zwischen 1983 und 1996 aktiv war und ab 1990 fünf Studioalben veröffentlichte. „Everything Crash” ist dabei die dritte Platte der Band aus dem Jahr 1992. Die Musik von X-tal ist dabei eine Mischung aus Rock, Pop, Folk und auch einige hauchzarte Country-Einflüsse sind herauszuhören.

Diese Mixtur passt allerdings und einige richtig tolle Songs befinden sich auf dem Album. Gleich die erste Nummer „Black Russian” hat es in sich. Ein Titel, bei dem der Violine eine tragende Rolle zugedacht wurde. Klasse eingängige Melodie, perfekt abgestimmte Instrumentierung und ein Rhythmus, der zum Mitwippen animiert. „Fatal Distractions” klingt dagegen zunächst fast ein bisschen düster und weist schließlich ebenfalls einen sehr eingängigen, fast schon symphonischen Refrain auf. Perfekt gelungen ist hier auch das Zusammenspiel des Gesangs mit der Gitarre. Während des Gesangs ist hier ein Gitarrensolo unterlegt, eine Zusammenstellung, die man so auch nicht häufig zu hören bekommt. Einen weiteren Höhepunkt stellt der Titel „Passing“ dar. Sehr melancholisch und sentimental, verfügt auch diese Nummer über das gewisse Etwas, welches dem Lied einen Wiedererkennungswert verleiht, sodass er längerfristig hängenbleibt.

Und auch der Rest der Platte kann überzeugen. Mal ist es ein wenig rockiger, ohne jedoch jemals in die härtere Ecke abzudriften. Die einzelnen Titel sind spannend und gehen ins Ohr. Dabei werden die oben bereits geschriebenen Genres bedient. Dies alles passt jedoch perfekt zusammen und ist eindeutig X-tal zuzuordnen, da diese Stilbrüche das Flair der Musik der Band in sich tragen. Negativ anzumerken sind lediglich zwei Stücke, die jedoch ebenfalls sehr eingängig sind. „Genesis Hall” ist einer davon. Hier singt Allison Moseley und das Ganze wirkt hier jetzt ein wenig zu zuckersüß. Passend dazu ist auch der Text gehalten. Muss man nicht unbedingt haben. Selbiges lässt sich auch zu „Help Wanted, Part 2” anmerken, obwohl hier die Stimme Allison Moseley nur im Hintergrund zu hören ist. Aber auch dieser Titel wirkt so ein klein wenig wie ein ganz glatt geschliffener Folk Song, der einen zwar nicht Reißaus nehmen lässt, trotzdem jedoch nicht überzeugen kann.

Fazit: Ein schönes und unaufgeregtes Album ist „Everything Crash“ geworden. Viele Titel im Mid-Tempo, verschiedene Stile, alles sehr harmonisch und melodiös gehalten. Die Lieder gehen einem meist ziemlich schnell ins Ohr und bleiben dort auch längerfristig haften. Sehr abwechslungsreicher Rock-Pop-Folk eben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Russian, Passing, Fatal Distractions



Freitag, 9. Mai 2014

David Bowie – Low




David Bowie – Low


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar, pump bass, saxophones, xylophones, vibraphones, harmonica, pre-arranged percussion, keyboards: arp synthesiser, piano, chamberlin


Gastmusiker:

Brian Eno – vocals, splinter minimoog, report arp, guitar treatments, piano, keyboards, synthetics, chamberlin, other synthesizers
Carlos Alomar – rhythm guitar
Dennis Davis – percussion
George Murray – bass
Ricky Gardiner – guitar
Roy Young – piano, farfisa organ
Peter and Paul – piano, arp synthesiser
Mary Visconti – backing vocals on "Sound And Vision"
Iggy Pop – backing vocals on "What In The World"
Eduard Meyer – cellos


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Experimental Pop, Elektronische Musik


Trackliste:

1. Speed Of Life (2:47)
2. Breaking Glass (1:53)
3. What In The World (2:23)
4. Sound And Vision (3:03)
5. Always Crashing In The Same Car (3:34)
6. Be My Wife (2:57)
7. A New Career In A New Town (2:53)
8. Warszawa (6:24)
9. Art Decade (3:47)
10. Weeping Wall (3:28)
11. Subterraneans (5:41)

Gesamtspieldauer: 38:51




David Bowie hatte es auf seinem elften Album „Low“ mal wieder geschafft, sich neu zu erfinden. 1977 erschienen, erkennt man hier sehr deutlich die Zusammenarbeit mit Brian Eno. Die Musik auf dem Album ist zwar zum Teil immer noch poppig bis rockig, allerdings sind nun auch Titel vorhanden, die überaus deutlich in die Richtung elektronische Musik driften. Und dieser Umstand ist ganz unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Instrumentalnummer oder einen Titel mit Gesang handelt. David Bowie hatte dem Synthesizer in seiner Musik eine ganz bedeutende Rolle zugedacht.

Stellvertretend für diesen erneuten Stilwechsel stehen hier zwei Titel: „Warszawa“ und „Weeping Wall“. Nun, ich war noch nicht in Warschau, wenn die Stadt allerdings wirklich so düster und wolkenverhangen ist, wie dieses Lied klingt, dann muss man sie sich auch nicht unbedingt geben – den Titel des Albums selbst sollte man allerdings schon mal gehört haben. Eine unglaublich dichte, dunkle und traurig getragene Nummer, bei der Depressionen selbst bei hellem Sonnenschein auf das Gemüt drücken. Allerdings kann man sich mit „Warszawa“ auch bestens der „süßen“ Melancholie hingeben – wahrlich ergreifend.

Ganz anders dagegen „Weeping Walls“. Das Lied, ein Instrumentalstück, außer ein paar Aaahs und Ooohs, wirkt dagegen fast schon überbordend fröhlich. Xylophon-Klänge, die allerdings dem Synthsizer entspringen, machen dieses Lied zu einem sehr eingängigen und melodischen Stück, welches alleine schon durch die sich etwas ungewöhnlich anhörende Instrumentierung diesen gewissen Wiedererkennungswert besitzt. Auch „A New Career In A New Town”, „Art Decade“ und „Subterraneans“ sind überwiegend elektronische Instrumentaltitel, bei denen weitestgehend auf den Gesang verzichtet wurde. Da sich diese beiden Nummern ebenfalls am Ende des Albums befinden, kann man leicht feststellen, dass die Platte zweigeteilt ist, in den etwas poppigeren, ersten Teil und den elektronischen, zweiten Part. Letzterer ist wahrlich sehr gelungen und absolut überraschend, zumindest zu dieser Zeit, für die Musik des David Bowie. Wenn man dem sphärischen und elektronischen Sound allgemein etwas abgewinnen kann, dann ist man hier genau richtig.

Nun, was ist dann mit dem ersten Teil des Albums? Zwar auch elektronisch, aber doch sehr poppig, beginnt dieser mit der Instrumentalnummer „Speed Of Life“. Es folgen einige Pop-Titel, die irgendwie schon ein wenig an „Scary Monsters“ erinnern, obwohl dieses Album erst drei Jahre später erscheinen sollte und dazwischen noch zwei andere Alben veröffentlicht wurden. Bekanntestes Lied der Platte ist „Sound And Vision“. Eine eingängige Pop-Nummer, bei der allerdings auch dieser elektronische Sound nicht zu überhören ist. Auch die weiteren Titel haben durchaus etwas, wenn hier auch natürlich jeder seinen eigenen Favoriten finden wird.

Fazit: Ein der Musiker, die sich immer wieder in neuen Stilrichtungen ausprobiert haben ist David Bowie. Nie kann und konnte man sich sicher sein, was es wohl auf der nächsten Platte zu hören geben würde. Immer konnte ich ihm da auch nicht folgen. Soul und ganz einfallsloser Pop, die gibt es auch in der Diskographie von David Bowie. Muss ich zumindest nicht unbedingt haben. „Low“ allerdings ist schon ein besonderes Album geworden, da dieser Ausflug in ein erneut anders Genre durchaus gelungen ist und den Hörer treffen kann. Und auch die Pop-Songs der ehemaligen ersten Plattenseite sind durchaus gelungen. Zwar kein Meisterwerk mehr wie Anfang der 70er, dennoch eine interessante Scheibe. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Always Crashing In The Same Car, Warszawa, Weeping Wall



Donnerstag, 8. Mai 2014

Van Der Graaf Generator – World Record




Van Der Graaf Generator – World Record


Besetzung:

Hugh Banton – manuals and pedals (manual and his music of pedallos)
Guy Evans – drums, cymbal, percussion & fingerpop
Peter Hammill – vox, meurglys III and wassistderpunktenhacker
David Jackson – alto, tenor and soprano saxophone and accoutrements and flute (all in the grotto)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. When She Comes (8:03)
2. A Place To Survive (10:04)
3. Masks (6:56)
4. Meurglys III (The Songwriter’s Guild) (20:51)
5. Wondering (6:35)

Gesamtspieldauer: 52:29




„World Record“ heißt das siebte Album Van Der Graaf Generators und es ist gleichzeitig die dritte Scheibe der Band, die nach der Wiedervereinigung innerhalb von lediglich dreizehn Monaten veröffentlicht wurde. Lauscht man den drei Platten „Godbluff“, „Still Life“ und „World Record“, die in diesem Zeitraum eingespielt wurden, hintereinander, so wird unüberhörbar, dass die Eingängigkeit in der Musik der Band immer weiter zurückgedrängt wurde, zugunsten eines eher rockigeren und manchmal auch experimentelleren Stils. „World Record“ klingt dabei zum Teil sogar richtiggehend aggressiv, was nicht zuletzt auch am Gesangsstil des Peter Hammill liegt.

Auch die Klanggebilde auf dieser Platte werden deutlich schroffer, sperriger und ein wenig unzugänglicher, als dies noch auf den beiden Vorgängeralben der Fall war. Dies bedeutet nichts anderes, als dass sich der Hörer hier noch mehr Zeit nehmen muss, um in das Universum von Van Der Graaf Generator restlos eintauchen zu können. Eine von zwei Ausnahmen stellt hier – zumindest zu Beginn – die Nummer „Masks“ dar, die fast schon „lieblich“ und durchaus auch eingängig beginnt, um dann im weiteren Verlauf des Stückes ein wenig an Impulsivität zu gewinnen, bis es letztendlich wieder deutlich ruhiger wird.

Besonders erwähnenswert ist sicherlich auch der Titel „Meurglys III (The Songwriter’s Guild)“. Über zwanzig Minuten beinhaltet das Lied eine Ansammlung an verschiedenen Stimmungen und Abschnitten, die mal mehr von der Orgel geprägt sind, häufig steht jedoch auch die Gitarre des Peter Hammill im Vordergrund. Vor allem im letzten Drittel der Nummer wirkt das alles ein wenig skurril und abgefahren. Da hört man einen Reggae-ähnlichen Grundsound, über den Peter Hammill dann eine elektrische Gitarre legt. Das klingt alles überaus schräg und Peter Hammill entlockt hier seinem Saiteninstrument auch Töne, die nicht so ohne weiteres zum Rest des Gespielten passen wollen. Interessant ist das zu Hörende allerdings auf jeden Fall.

Für die letzte Nummer zeichnet sich Hugh Banton als Komponist aus. Peter Hammill steuerte hierzu, anders als sonst üblich, lediglich den Text bei. „Wondering” ist wohl der melodiöseste Titel des Albums. Fast schon symphonisch wirkt das Ganze, mit viel Mellotron unterliegt, entwickelt sich hier ein Lied, welches sehr schnell ins Ohr geht, bei dem Peter Hammill auch deutlich zurückhaltender singt und welches stilistisch gar nicht so recht zum Rest der Platte passen will, allerdings durchaus gelungen ist.

Fazit: Ein sehr viel fordernderes als auch unheitlicheres Album ist „World Record“ geworden, zumindest wenn man es mit den beiden Vorgängern vergleicht. Ein wenig scheint es auch so, dass die Band hier immer wieder experimentiert hat. Bei „Meurglys III (The Songwriter’s Guild)“ trifft das zumindest mit Sicherheit zu. Auch dieser Scheibe sollte man die Zeit zum „Reifen“ einräumen, denn auf „World Record“ lassen sich ebenfalls einige tolle Stellen und Lieder entdecken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: When She Comes



Mittwoch, 7. Mai 2014

Seven Mary Three – American Standard




Seven Mary Three – American Standard


Besetzung:

Jason Ross – lead vocals, guitars
Jason Pollock – lead guitars, vocals
Casey Daniel – bass
Giti Khalsa – drums


Label: Mammoth Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Alternative, Post Grunge


Trackliste:

1. Water's Edge (3:53)
2. Cumbersome (3:59)
3. Roderigo (4:25)
4. Devil Boy (4:25)
5. My My (2:53)
6. Lame (4:52)
7. Headstrong (4:47)
8. Anything (3:41)
9. Margaret (3:42)
10. Punch In Punch Out (2:48)
11. Favorite Dog (6:52)

Gesamtspieldauer: 46:16




Seven Mary Three oder auch 7M3, ist eine amerikanische Rockband aus Virginia, die sich 1992 gegründet hat und bisher sieben Alben veröffentlichte. „American Standard” ist die zweite Scheibe der Musiker und erblickte 1995 das Licht dieser Welt.

Nun, um es vorweg zu nehmen, wer Rock Musik mag, der wird auch sehr viel Gefallen an dieser Platte haben. Kraftvollen und ziemlich geradlinigen Rock gibt es auf „American Standard” zu hören. Musik, die noch nicht einmal eine lange Anlaufzeit benötigt, um das Herz des Rock-Fans zu erobern. Ein klein wenig erinnern die Titel von Seven Mary Three an die von Pearl Jam, die Parallelen sind mal mehr, mal weniger deutlich, aber sie sind eindeutig vorhanden.

Dies liegt nicht zuletzt auch ein bisschen am Gesang des Jason Ross, der nach einer Mischung aus Michael Stipe von R.E.M. und eben Eddie Vedder von Pearl Jam klingt. Dazu gesellt sich eine Gitarren-lastige Rock-Musik, die häufig auch an den Grunge diverser Bands aus Seattle erinnert. Die einzelnen Titel sind melodiös und eingängig, die ruhigeren Nummern stehen dabei nicht so sehr im Fokus, wie die treibenden und rockigen Lieder, die auch über diesen Groove verfügen, der sofort in die Beine geht und diese zum Mitwippen einlädt.

Bekanntestes Lied des Albums ist sicherlich „Cumbersome“. Eine tolle Rock-Nummer, die sich auch noch von den anderen zehn Titeln der Platte abhebt. Hier passt einfach alles. Intelligenter Text, tolle Melodie und ein Rhythmus, der einfach immer weiter und weiter möchte. Dazwischen gibt es noch einen ruhigeren Abschnitt, der schließlich wieder in den packenden Rock-Teil überführt wird. Klasse gemacht. Nun aber auch sonst haben es die Titel auf „American Standard” in sich. Ausfälle gibt es überhaupt nicht zu beklagen. Richtig überzeugend fängt es sofort mit „Water's Edge“ an, ebenfalls ein klasse Rock-Titel, der mal hart, mal sehnsüchtig klingt. Und wer dann eher die leiseren Töne in der Rock-Musik liebt, die oder der wird sicherlich Gefallen an „Lame“ finden. Schön getragen und mittels akustischer Gitarre umgesetzt, kann hier Jason Ross seinen Gesang wunderbar einbringen. Abwechslung ist auch noch in Form des Titels „Punch In Punch Out“ vorhanden. Hier singt Jason Ross zunächst ohne jegliche Begleitung, bis er sich schließlich lediglich vom Schlagzeug unterstützen lässt.

Fazit: Seven Mary Three ist in Deutschland nicht so bekannt. Schade eigentlich, denn die vier Musiker machen Musik, die Freunden des Rocks durchaus zusagen dürfte. Die Band legt dabei eine ganze Menge Wert auf die Melodie, welche mit härteren Riffs unterfüttert wird. Kein Lied gleicht dem anderen und keines ist überflüssig auf dieser Scheibe. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lame, Cumbersome, Water's Edge