Mittwoch, 13. April 2016

Tin Machine – Tin Machine




Tin Machine – Tin Machine


Besetzung:

David Bowie – lead vocals, rhythm guitar
Reeves Gabrels – lead guitar
Tony Sales – bass, backing vocals
Hunt Sales – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Kevin Armstrong – rhythm guitar, hammond organ


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Rock


Trackliste:

1. Heaven's In Here (6:01)
2. Tin Machine (3:34)
3. Prisoner Of Love (4:50)
4. Crack City (4:36)
5. I Can't Read (4:54)
6. Under The God (4:06)
7. Amazing (3:06)
8. Working Class Hero (4:38)
9. Bus Stop (1:41)
10. Pretty Thing (4:39)
11. Video Crime (3:52)
12. Baby Can Dance (4:57)

Gesamtspieldauer: 50:54




David Bowie hatte mit „Never Let Me Down“ im Jahr 1987 sein wohl schlechtestes, uninspiriertestes und einfallslosestes Solo-Album veröffentlicht und schien sich dessen nach der Veröffentlichung wohl auch bewusst zu werden. Nun, neue Wege mussten also beschritten werden und da David Bowie noch niemals in der Konstellation einer festen Band Musik machte, überraschte er alle seine Hörer, indem er 1989 mit der neu gegründeten Band Tin Machine das erste, selbstbetitelte Album veröffentlichte. Das Ganze war ursprünglich überhaupt nicht so geplant gewesen, entwickelte sich allerdings im Laufe der Zeit durch seine Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Reeves Gabrels eben genau hin zur Bildung von Tin Machine. Diese Band veröffentlichte insgesamt zwei Alben, Tin Machine II erschien zwei Jahre später, bis die Musiker wieder alle auf Solo-Pfaden wanderten.

Die Überraschung auf dem Album „Tin Machine“ war, dass es sich hierbei um Rock, durchaus auch manchmal um Rock der etwas härteren Sorte handelte. War auf „Never Let Me Down“ noch Mainstream Pop der üblen Sorte zu hören gewesen, so rockt Tin Machine sehr oft sogar bis in Gebiete des Hard Rock hinein. Hier jedoch gleich von einem reinen Hard Rock Album zu sprechen, wie man es im Internet immer wieder lesen kann, ist dabei allerdings für meine Ohren etwas übertrieben, denn viele der Titel sind im Mid-Tempo angesiedelt. Auch wenn die Lieder sehr rocken, so klingt die Platte trotzdem nach David Bowie, was alleine durch den Gesang zwangsläufig gegeben ist. Dass Tin Machine so eindeutig nach David Bowie klingt, liegt sicherlich jedoch auch daran, dass David Bowie am Songwriting jedes Titels beteiligt war, die meisten davon sogar alleine komponierte. Einzige Ausnahme dabei ist natürlich die John Lennon Cover-Nummer „Working Class Hero“.

Auf „Tin Machine“ von Tin Machine hört man gut gemachten Rock. Die Musiker wollten dabei wieder ein wenig zurück zu den Wurzeln des Rocks, auch klanglich. Somit hört man hier wohltuender Weise keinen Drum Computer und auch sonst wurde auf überbordenden, technischen Schnickschnack verzichtet. David Bowie antwortete auf die Frage, was wohl der größte Kritikpunkt am Album „Tin Machine“ sein könnte, dass seine Fans das Album vielleicht als „nicht zugänglich“ empfinden könnten, da sie von einer David Bowie Platte mehr Melodiösität erwarten würden. Nun, auch wenn „Tin Machine“ nicht mit eingängigen Ohrwürmern überhäuft wurde, so gehen die einzelnen Titel doch ins Ohr und heben sich diesbezüglich sogar sehr angenehm von den beiden jeweiligen Solo-Platten des David Bowie ab, die dieser direkt vor und nach seiner Zeit bei Tin Machine veröffentlichte.

Fazit: Wer David Bowie mal sehr viel rockiger hören möchte, die oder der sollten sich „Tin Machine“ von Tin Machine zu Gemüte führen. Her rockt David Bowie bis in den Hard Rock hinein – und trotzdem ist das Ganze unverwechselbar noch David Bowie Musik. Mit Tin Machine wird zwar der Rock nicht neu erfunden, die Platte klingt jedoch für Ende der 80er Jahre sehr geerdet, ohne Computerspielereien, richtiggehend handgemacht. Von daher zeigt dieses Album eine weitere Seite dieses irgendwie nie ganz fassbaren Musikers David Bowie. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Can’t Read, Baby Can Dance



Dienstag, 12. April 2016

Bob Dylan – Highway 61 Revisted




Bob Dylan – Highway 61 Revisted


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, guitar, harmonica, piano, police car


Gastmusiker:

Mike Bloomfield – electric guitar
Charlie McCoy – guitar
Paul Griffin – piano, organ
Al Kooper – piano, organ
Frank Owens – piano
Harvey Brooks – bass guitar
Russ Savakus – bass guitar
Joe Macho, Jr. – bass guitar
Bobby Gregg, Sam Lay – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Folk Rock, Blues Rock, Rock


Trackliste:

1. Like A Rolling Stone (6:13)
2. Tombstone Blues (6:00)
3. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry (4:09)
4. From A Buick 6 (3:19)
5. Ballad Of A Thin Man (5:58)
6. Queen Jane Approximately (5:31)
7. Highway 61 Revisited (3:30)
8. Just Like Tom Thumb's Blues (5:32)
9. Desolation Row (11:21)

Gesamtspieldauer: 51:26




„Highway 61 Revisited“ heißt das sechste Studioalbum des Bob Dylan und ist wohl auch seine mit Abstand bekannteste Platte. Und nicht nur bei seinen Fans kam diese Scheibe überaus gut an, sondern auch die Kritiker überschlugen sich mit Lob. Das Rolling Stone Magazine führt die Scheibe sogar auf Platz 4 der „500 besten Alben aller Zeiten“. Das auf „Highway 61 Revisited“ enthaltene Lied „Like A Rolling Stone“, wird gar als das beste jemals überhaupt geschriebene Lied geführt und „Desolation Row“ sowie die Titelnummer „Highway 61 Revisited“ belegen in dieser Liste der „500 besten Lieder aller Zeiten“ die Plätze 187 beziehungsweise 373.

Nun, solche Listen sind zwar nicht nur, jedoch zum großen Teil sicherlich sehr subjektiv. Und was sollte das Rolling Stone Magazine auch anderes machen, als das Lied „Like A Rolling Stone“ zum Besten der Besten zu wählen, wenn man sich selbst danach benennt? Gut, für mich ist „Highway 61 Revisited“ natürlich nicht die viertbeste Platte aller Zeiten – da bin ich auch mal wieder sehr subjektiv. Trotzdem ist die Scheibe eine Gute Platte geworden, die unterhält und sehr viel Spaß macht. Man hört auf „Highway 61 Revisited“ sehr eingängigen Folk Rock, stark amerikanisch angehaucht, bei dem Bob Dylan noch gar nicht so sehr nuschelt. Das wiederum hat zur Folge, dass man die tollen Texte des in Duluth, Minnesota geborenen Musikers gut verstehen kann, wenn man auch kein Native Speaker ist. Und diese Texte lohnen sich wahrlich mitzuhören beziehungsweise nachzulesen. Möglichkeiten dazu gibt es auch auf Deutsch auf zahlreichen Internetseiten.

Höhepunkte des Albums sind sicherlich dieser berühmte Titel „Like A Rolling Stone“, den wohl jeder Mensch der westlichen Welt schon mal gehört hat. Wesentlich weniger bekannt, jedoch ebenfalls sehr melodiös und eingängig klingt „Ballad Of A Thin Man“. Die Nummer hört sich trotz ihrer Melodiösität immer wieder auch ein wenig schräg an und das Orgelspiel im Hintergrund hat einfach was. Schließlich wäre da noch das über elfminütige „Desolation Row“. Wenn mich mal jemand fragen würde, wie Folk Rock klingt, würde ich genau dieses Lied auflegen und es bedürfte keinerlei weiterer Erklärungen. Richtig gutes Lied, eingängig und wieder mit einem sehr schönen Text ausgestattet.

Auch die restlichen Titel auf „Highway 61 Revisited“ wirken. Klar wird hier jede und jeder seine ganz eigenen Höhepunkte entdecken beziehungsweise bereits haben, Ausfälle gibt es dabei zum Glück auch nicht zu beklagen. Die Scheibe läuft in einem durch, auf die Skip-Taste kann man hier getrost verzichten und wer wie ich, die Schallplatte besitzt, muss sich nur zum Seitenwechsel erheben.

Fazit: Ein wirklich sehr gelungenes Folk-Rock-Album ist „Highway 61 Revisited“ von Bob Dylan geworden. Damals, Mitte der 60er Jahre, war diese Platte wohl sogar bahnbrechend innovativ, heute ist sie das zwar nicht mehr, jedoch angefüllt mit guten und intelligenten Liedern, die unterhalten und zum Nachdenken anregen. Von daher allen zu empfehlen, die auf spannenden und eingängigen Folk Rock stehen, dem man sein Alter wahrlich nicht anhört. Elf Punkte.

Anspieltipps: Like A Rolling Stone, Ballad Of A Thin Man, Desolation Row



Montag, 11. April 2016

The Waterboys – A Pagan Place




The Waterboys – A Pagan Place


Besetzung:

Mike Scott – vocals, guitar, piano, bass, bellzouki
Anthony Thistlethwaite – saxophone, bass, mandolin
Kevin Wilkinson – drums
Karl Wallinger – piano, organ, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Roddy Lorimer – trumpet
Tim Blanthorn – violin
Barbara Snow – ohne Angabe
Eddi Reader – ohne Angabe
T.V. Smith – ohne Angabe
Ingrid Schroeder – ohne Angabe
Nick Linden – ohne Angabe


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock, Pop, Folk


Trackliste:

1. Church Not Made With Hands (6:05)
2. All The Things She Gave Me (4:34)
3. The Thrill Is Gone (4:33)
4. Rags (5:21)
5. Somebody Might Wave Back (2:43)
6. The Big Music (4:45)
7. Red Army Blues (8:06)
8. A Pagan Place (5:13)

Gesamtspieldauer: 41:03




„A Pagan Place“ heißt das zweite Album der Waterboys. Mike Scott, der auf diesen Seiten bereits mit einem Solo-Werk besprochen wurde, ist die feste Größe, der Songschreiber und Ideengeber der Band, die 1983 gegründet wurde und bis heute auch noch aktiv ist. Karl Wallinger hat auf „A Pagan Place“ seinen ersten Auftritt auf einem Studio-Album bei den Waterboys und sollte 1986 dann die Band World Party gründen. Die Waterboys setzten sich immer aus englischen, walisischen, schottischen und irischen Musikern zusammen, die meistens in ihren Solo-Karrieren erfolgreicher waren als mit den Waterboys selbst. Nun, der Wechsel war stetig bei der Band, sodass diese bis heute achtzig (!) verschiedene Musiker aufweisen kann.

Erfolgreich waren die Waterboys allerdings niemals sonderlich, was im Grunde genommen sehr überraschend ist, wenn man zum Beispiel „A Pagan Place“ auflegt. Die Musik auf der Scheibe klingt alles andere als langweilig oder schlecht. Ganz im Gegenteil sogar, die einzelnen Lieder überzeugen und gehen ins Ohr. Das Genre, welches die Band hier bedient, ist durchaus mit Rock zu umschreiben, der meist im Mid-Tempo angesiedelt ist. Ab und an driften die Lieder auch mal ganz leicht in Richtung Pop ab, wobei hier die Übergänge sehr fließend sind. Die Musik der Waterboys wird manchmal auch gerne mit Celtic Folk umschrieben. Vor allen Dingen am Ende der Platte, nähert sich Mike Scott mit seiner Band auch diesem musikalischen Unter-Genre etwas an.

Einige schöne Nummern gibt es auf „A Pagan Place“ zu hören. Kraftvoll und melodiös klingt die Musik der Waterboys hier. Besonders zu erwähnen ist da das Stück „Somebody Might Wave Back“. Mitreißend und nach vorne preschend, ohne dabei laut oder aufdringlich zu klingen. Die Füße kann man hier beim Hören kaum stillhalten, diese wollen jetzt einfach mitwippen. Etwas ruhiger, jedoch nicht weniger eindringlich, sind dagegen die letzten beiden Nummern der Platte, „Red Army Blues“ und das Titellied selbst, „A Pagan Place“. Klasse und eingängiger Rock, in diesen Fällen auch dem Genre des Folk Rock ein ganzes Stück näher kommend, sind das beides Lieder, die hängenbleiben. Überhaupt gibt es keine Füller oder Ausrutscher nach unten auf „A Pagan Place“ zu beklagen. Alles wirkt und klingt und macht das gesamte Album zu einem lohnenden Erlebnis.

Fazit: Erfolgreich waren die Waterboys nie, aufgegeben hat die Band um Mike Scott allerdings auch nie, denn es gibt sie, mit einer kurzen Unterbrechung, immer noch. Auf „A Pagan Place“ hört man eingängigen Rock bis Pop bis Folk, der ins Ohr geht und gut unterhält. Alles ist melodiös ohne dabei platt, anbiedernd oder langweilig zu klingen. Nichts fällt dabei zudem negativ aus dem Rahmen. Schon seltsam, dass diese Band niemals das Ansehen erlangte, welches ihr im Grunde genommen zustehen würde. Vielleicht ist diese Musik aber auch zu unspektakulär? Nein, auch das ist sie nicht. Für die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts im Grunde genommen grandiose Musik, da endlich mal kein Synthie Pop. Elf Punkte.

Anspieltipps: Somebody Might Wave Back, Red Army Blues, A Pagan Place



Sonntag, 10. April 2016

Pete Townshend – Deep End Live!




Pete Townshend – Deep End Live!


Besetzung:

Pete Townshend – vocals, guitar


Gastmusiker:

David Gilmour – guitar
Simon Phillips – drums
John "Rabbit" Bundrick – keyboards
Jody Linscott – percussion
Peter Hope Evans – harmonica
horn section


Label: ATCO Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock, Live


Trackliste:

1. Barefootin' (3:09)
2. After The Fire (4:36)
3. Behind Blue Eyes (3:40)
4. Stop Hurting People (5:09)
5. I'm One (2:36)
6. I Put A Spell On You (4:03)
7. Save It For Later (4:10)
8. Pinball Wizard (3:00)
9. A Little Is Enough (5:20)
10. Eyesight To The Blind (3:02)

Gesamtspieldauer: 38:45




Am 1. und 2. November 1985 gab Pete Townshend in London, in der Brixton Academy zwei Konzerte, über die ein Konzertfilm gedreht wurde, der anschließend bei Atlantic Video veröffentlicht worden war. Die Platte „Deep End Live!”, die danach schließlich im August 1986 veröffentlicht wurde, enthält Auszüge aus diesem Konzert. Auf der Rückseite der Platte kann man nachlesen, dass Pete Townshend dies nur aufgrund der großen Nachfrage gemacht hätte, da die Platte ursprünglich lediglich für die Radiostationen gedacht gewesen wäre, um das Video mit zu unterstützen.

Auf der Platte hört man eine Mischung aus The Who, Pete Townshend Solo-Liedern und einigen Cover-Songs, die beim Publikum für ordentlich Begeisterung sorgen. Bläser werden unter anderem mit eingebaut, die Platte klingt rockig, jedoch bekommt man hier leider nur eine sehr eingeschränkte Übersicht über das Wirken und Schaffen des Pete Townshend geliefert. Mit den Nummern „Barefootin'“, „I Put A Spell On You“, „Save It For Later“ und „Eyesight To The Blind“ sind gleich vier Cover-Versionen auf der Scheibe enthalten. „After The Fire“ schrieb Pete Townshend für das Live Aid Konzert und wurde auf Roger Daltreys sechstem Solo-Album, „Under A Raging Moon“, veröffentlicht. Dies war 1985, also in dem Jahr, in dem auch das Konzert in der Brixton Academy stattfand.

Bleiben noch „Stop Hurting People“ und „A Little Is Enough“ von seinen Solo-Alben „All The Best Cowboys Have Chinese Eyes“ und „Empty Glass“. Zwei Lieder, bei denen man sich darüber streiten kann, ob sie zu den besten der jeweiligen Alben gehören. Das machen allerdings sicher die drei The Who Lieder „Behind Blue Eyes“, „I'm One“ und „Pinball Wizard“. Hier klingt nun auch die Musik des Pete Townshend am mitreißendsten – und das kann man auch sehr gut an den Reaktionen des Publikums nachvollziehen. Hier macht auch das Zuhören Spaß, was bei den Cover-Versionen, wenn man sie denn nicht live sieht und gleichzeitig hört, nur eingeschränkt der Fall sein kann.

Fazit: „Deep End Live!” ist eine Scheibe für den Pete Townshend Fan oder all jene Leute, die damals dem Konzert beiwohnen durften. Ich glaube dem The Who Gitarristen und Songschreiber gerne, dass er auch Lieder anderer Musiker nachspielen und singen kann, ich muss das allerdings nicht unbedingt auf Platte gepresst hören. Wenn er denn mit seinen zahlreichen Liedern, von mir aus auch einer Mischung aus The Who- und Solo-Titeln ein Live-Album vorstellt, wäre das sicherlich sehr viel interessanter und überzeugender geworden. Das hier, „Deep End Live!”, ist irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Was allerdings nicht als Kritik an dem ganzen Film angesehen werden soll, denn der ist sehr überzeugend, enthält noch deutlich mehr Lieder und transportiert die Stimmung des Konzertes auch sehr viel besser. Acht Punkte.

Anspieltipps: Behind Blue Eyes, I'm One, Pinball Wizard



Samstag, 9. April 2016

Tom Petty And The Heartbreakers – Southern Accents




Tom Petty And The Heartbreakers – Southern Accents


Besetzung:

Tom Petty – vocals, guitars, piano, keyboards, percussion, producer, bass guitar
Mike Campbell – guitar, bass guitar, dobro, keyboards, vocals, producer, slide guitar
Benmont Tench – piano, keyboards, piano (electric), vocals, vibraphone
Stan Lynch – drums, percussion, keyboards, vocals
Howie Epstein – bass guitar, vocals, harmony vocals


Gastmusiker:

William Bergman – horn, sax (tenor), sound effects, vocals (background)
John Berry, Jr. – trumpet, horn, sound effects
Ron Blair – bass
Dick Braun – trumpet, horn, sound effects, vocals (background)
Sharon Celani – vocals
Jim Coile – horn, sax (tenor), sound effects, vocals
Malcolm Duncan – saxophone
Molly Duncan – saxophone
Dean Garcia – bass
Bobbye Hall – percussion
Jerry Hey – horn, horn conductor
Garth Hudson – keyboards
Clydene Jackson – vocals
Phil Jones – percussion
Martin Jourard – saxophone
Jim Keltner – percussion
Richard Manuel – vocals, harmony vocals
Marilyn Martin – vocals
Kurt McGettrick – horn, sound effects, vocals
Jack Nitzsche – string arrangement on "Southern Accents"
Dave Plews – trumpet
Daniel Rothmuller – clarinet, cello
Greg Smith – horn, saxophone, sax (baritone), vocals
Stephanie Spruill – vocals
David A. Stewart – bass, guitar, keyboards, sitar, vocals
Julia Tillman Waters – vocals
Maxine Waters – vocals
Maxine Willard Waters – vocals


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock, Pop, Funk


Trackliste:

1. Rebels (5:21)
2. It Ain't Nothin' To Me (5:12)
3. Don't Come Around Here No More (5:07)
4. Southern Accents (4:44)
5. Make It Better (Forget About Me) (4:23)
6. Spike (3:32)
7. Dogs On The Run (3:40)
8. Mary's New Car (3:47)
9. The Best Of Everything (4:03)

Gesamtspieldauer: 39:54




Das Bild auf dem Cover des sechsten Tom Petty And The Heartbreakers Albums mit dem Titel „Southern Accents”, stammt aus dem Jahr 1865, trägt den Namen „The Veteran In A New Field” und wurde von Winslow Homer gemalt. Sollte dieses Titelbild unter Umständen den Eindruck ermitteln, dass die im März 1985 veröffentlichte Platte etwas konservativ wäre, ähnlich klingen würde wie die Vorgänger „Hard Promises“ und „Long After Dark“, so wird man beim Hören der Scheibe eines Besseren belehrt.

Produzent der Scheibe war unter anderem Dave Stewart, jener andere Teil der Eurythmics, neben Annie Lennox, der sich auch bei drei Titeln am Songwriting beteiligte. Und so hört man auf „Southern Accents” ganz neue Klänge im Repertoire des Tom Petty. Plötzlich gibt es auf solch einem Album auch funkige Töne zu hören, jede Menge Damen, die im Hintergrundchor schmettern und Bläser an Stellen, an denen man vorher allenfalls eine Mundharmonika erwartet hätte.

Angeblich gab es auch unter den Bandmitgliedern schlechte Stimmung, da sich alle nicht mehr über den Sound auf „Southern Accents” einigen konnten. Zudem spielte nun der Synthesizer eine deutlich größere Rolle in der Musik des Tom Petty. Ein herzliches Willkomme in den 80ern also auch für Tom Petty And The Heartbreakers. Tom Petty selbst schien allerdings auch nicht sonderlich froh darüber zu sein, wie das Album klang. Anders kann man sich zumindest kaum erklären, warum er beim Abmischen des Stücks „Rebels“ mit dem Ergebnis so dermaßen unzufrieden war und daraufhin sehr in Rage geriet. Dies hatte wiederum zur Folge, dass er mit der linken Faust so stark gegen eine Wand boxte, dass er sich dabei seine linke Hand ziemlich kompliziert brach. Diese konnte nur durch aufwendige Operationen, in denen jede Menge Draht und Schrauben zum Einsatz kamen, wieder so einigermaßen hergestellt werden.

„Southern Accents” läuft einfach so durch. Es ist eine völlig andere Musik, die Tom Petty And The Heartbreakers hier ihren Fans bieten. Natürlich ist das noch Rock – zumindest zum Teil – jedoch nicht mehr dieser geradlinige und schnörkellose Rock der vorherigen Platten. Jetzt gibt es auf einer Tom Petty Scheibe Chöre, jede Menge Blasinstrumente und Synthesizer zu hören. Dazu fehlen dem Album auch ganz eindeutig die Höhepunkte. Und dieses Mal gibt es mit „It Ain't Nothin' To Me“ auch noch einen schlimmen Ausfall zu beklagen. Funk soll das wohl sein. Die Drums klingen nach Computer und es würde mich nicht wundern, wenn solch eine Soße auch in den Discotheken der damaligen Zeit gelaufen wäre. Natürlich hatte bei diesen Stück auch Dave Stewart mitkomponiert. Es ist allerdings nicht nur diese Nummer, allgemein lässt das Liedmaterial irgendwelche netten Ideen vermissen. Kein Lied ragt heraus, aus dieser kaum zu identifizierenden Suppe.

Fazit: „Southern Accents” ist ein trauriges Album geworden. Dies liegt allerdings keineswegs daran, dass die Musik darauf sentimental oder melancholisch wäre. Nein, diese ist meistens sogar fröhlich gehalten. Traurig ist die Musik deshalb, weil sie einfach nicht mehr gut klingt. Klar, Musiker müssen sich weiterentwickeln, unterliegen auch zu einem nicht unerheblichen Teil oft den äußeren Umständen, dem musikalischen Zeitgeist, der gerade herrscht. Dies bedeutet allerdings nicht, wenn man denn schon auf irgendwelche trendigen Züge aufspringen möchte, dass man diese so uninspiriert umsetzen muss, in einem Sammelsurium von Ansätzen, wie es Tom Petty hier vollzogen hat. „Southern Accents” ist wirklich eine langweilige und uninteressante Platte geworden. Ach ja, das Platten-Cover ist schön. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Southern Accents, The Best Of Everything



Freitag, 8. April 2016

Talking Heads – Stop Making Sense




Talking Heads – Stop Making Sense


Besetzung:

David Byrne – guitar, vocals
Chris Frantz – drums, vocals
Jerry Harrison – guitar, keyboards, vocals
Tina Weymouth – bass guitar, synth bass, guitar, vocals


Gastmusiker:

Bernie Worrell – keyboards
Alex Weir – guitar, vocals
Steve Scales – percussion
Ednah Holt – backing vocals
Lynn Mabry – backing vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: New Wave


Trackliste:

1. Psycho Killer (4:28)
2. Swamp (3:50)
3. Slippery People (3:35)
4. Burning Down The House (4:14)
5. Girlfriend Is Better (3:32)
6. Once In A Lifetime (4:34)
7. What A Day That Was (5:08)
8. Life During Wartime (4:52)
9. Take Me To The River (6:00)

Gesamtspieldauer: 39:37




„Stop Making Sense“ ist die Platte zum gleichnamigen und überaus erfolgreichen Konzertfilm der Talking Heads. Im September 1984 wurde das Album auf dem Label Warner Brothers veröffentlicht, aufgenommen wurde es bereits im Dezember 1983. Die ursprüngliche Schallplatte enthält lediglich neun Titel, die zum Teil sehr stark im Studio be- und überarbeitet wurden. Im Jahr 1999 wurde dann eine sechzehn Titel umfassende Version des Albums veröffentlicht, die als Ausgabe zum fünfzehnjährigen Geburtstag der Scheibe proklamiert war.

Die Platte war überaus erfolgreich und hielt sich zum Beispiel über zwei Jahre in den US-amerikanischen Billboard 200 Charts. Auch in zahlreichen Bestenlisten ist das Album vertreten. So belegt es unter anderem in dem 2003 veröffentlichten Ranking der 500 besten Alben aller Zeiten, die das Rolling Stones Magazine aufstellte, Platz 345. Nun, auf „Stop Making Sense“ hört man auch wirklich gut gemachten New Wave, der ins Ohr geht. Dies vor allen Dingen zu Beginn und in der Mitte der Scheibe, während die Musik dann im zweiten Teil der Platte doch deutlich abflacht. Vom Live-Charakter des Albums ist allerdings nicht viel zu spüren. Dieses beschränkt sich hauptsächlich auf Applaus zu Beginn und Ende der jeweiligen Lieder.

Gerade der Beginn, die erste Seite der Schallplatte, hält vor allen Dingen die Höhepunkte für die Hörerinnen und Hörer parat. „Psycho Killer“, „Slippery People“ und „Burning Down The House“ sind richtig gute und eingängige New Wave Nummern, die ins Ohr gehen und wenn man auf Tanzen steht, auch genau dazu animieren. Auch die beiden folgenden Lieder „Girlfriend Is Better“ sowie „Once In A Lifetime“ sind noch durchaus gelungen, währenddessen die restlichen drei Stücke bei Weitem nicht mehr die Qualität der vorherigen Nummern erreichen. Dieser gelungene New Wave gibt einen ganz guten Eindruck über das Schaffen des David Byrne und seiner Band Talking Heads bis zu diesem Zeitpunkt. Als Live-Album kann die Platte dagegen wenig bis gar nicht punkten, denn von einem solchen Album erwartet man nicht, dass das Publikum quasi ausgeblendet wird, die Musik völlig überarbeitet klingt und die Titel fast genau wie auf den Studio-Alben eingespielt wurden.

Fazit: Als Übersicht über die Musik der Talking Heads eignet sich „Stop Making Sense“ bestens. Wie ein Live-Album klingt es dagegen kaum. Auf der Scheibe sind zum Teil absolut mitreißende New Wave Nummern enthalten, die zeigen, dass dieses musikalische Genre auch seine Stärken hatte und nicht zwangsläufig teilweise auch in den Synthie-Pop abdriften musste. Von daher lohnenswert, wenn man gute und für die 80er Jahre typische Musik hören möchte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Psycho Killer, Slippery People, Burning Down The House



Donnerstag, 7. April 2016

The Stranglers – The Gospel According To The Meninblack




The Stranglers – The Gospel According To The Meninblack


Besetzung:

Hugh Cornwell – guitar, vocals
Dave Greenfield – keyboards, vocals
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals
Jet Black – drums, vocals, percussion


Label: Liberty


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Post Punk, New Wave


Trackliste:

1. Waltzinblack (3:38)
2. Just Like Nothing On Earth (3:55)
3. Second Coming (4:22)
4. Waiting For The Meninblack (3:44)
5. Turn The Centuries, Turn (4:35)
6. Two Sunspots (2:32)
7. Four Horsemen (3:40)
8. Thrown Away (3:30)
9. Manna Machine (3:17)
10. Hallow To Our Men (7:26)

Gesamtspieldauer: 44:07




„The Gospel According To The Meninblack” heißt das fünfte Studio-Album der englischen Post Punk Rock bis New Wave Band The Stranglers. Es war eines der am wenigsten erfolgreichen Platten der Stranglers, blieb wie Blei in den Regalen liegen, was man vom Nachfolger, „La Folie“ mit Sicherheit nicht mehr sagen kann. Dass sich allerdings „The Gospel According To The Meninblack” relativ wenig verkaufte, wundert nicht großartig, wenn man es sich zu Gemüte führt und in Ruhe anhört. Auf „The Gospel According To The Meninblack” hört sich die Musik leider äußerst gewöhnungsbedürftig an, so gar nicht eingängig und möchte auch nach vielen Durchläufen einfach nicht ins Ohr gehen.

Dabei fängt die Scheibe sogar überaus witzig und durchaus auch melodiös an. „Waltzinblack“ ist eine schöne Instrumentalnummer, geht durchaus sofort ins Ohr und ist völlig untypisch für eine ehemalige Punk Band. Allerdings ist es bezeichnend, dass gerade diese Instrumentalnummer zu den Höhepunkten der Platte gehört. Ein weiteres Highlight ist ebenfalls ein Titel ohne Gesang, nämlich „Turn The Centuries, Turn“. Der ganze Rest der Scheibe klingt dagegen allerhöchstens nach atonalem New Wave, ist ansonsten recht gewöhnungsbedürftig und wirkt völlig uninspiriert. Das ist dann schon extrem langweilige Musik, die man im Grunde genommen nicht nebenbei hören kann: Allerdings sollte man diese Platte auch nicht ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit stellen, da sie eben so gar nichts Interessantes hergibt und letztendlich sogar ein wenig nervt.

Stilistisch lässt sich diese Musik unter einem etwas experimentelleren New Wave einordnen, der sich um keinerlei Konventionen kümmert. Etwas Neues auszuprobieren ist immer irgendwie spannend, aber es kann leider, wie in diesem Fall, auch völlig schiefgehen. Genau das passierte nämlich hier offensichtlich und sehr gut hörbar auf „The Gospel According To The Meninblack”.

Fazit: „The Gospel According To The Meninblack” heißt das fünfte Studio-Album der Stranglers und ist eine sehr gewöhnungsbedürftige Scheibe geworden, an die man sich leider nicht gewöhnen kann. Die Instrumentalnummern klingen noch ganz gut, der Rest der Platte ist alles andere als überzeugend. Die Band wollte hier wohl mal was Neues ausprobieren. Hat sie auch gemacht, gebracht hat das allerdings gar nichts. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Waltzinblack



Mittwoch, 6. April 2016

Spandau Ballet – Heart Like A Sky




Spandau Ballet – Heart Like A Sky


Besetzung:

Tony Hadley – vocals
John Keeble – drums, drum programming
Gary Kemp – guitars, backing vocals
Martin Kemp – bass
Steve Norman – saxophone, yamaha wx7, guitar


Gastmusiker:

Tony Chapman – keyboards, keyboard programming, backing vocals
Luis Jardim – live percussion
Debbie Bishop – backing vocals
Tessa Niles – backing vocals
Carol Kenyon – backing vocals
The Phantom Horns – brass
The London Community Gospel Choir – choir


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Sophisti-Pop


Trackliste:

1. Be Free With Your Love (4:39)
2. Crashed Into Love (4:43)
3. Big Feeling (3:47)
4. A Matter Of Time (5:15)
5. Motivator (4:00)
6. Raw (3:46)
7. Empty Spaces (3:57)
8. Windy Town (4:22)
9. A Handful Of Dust (4:54)

Gesamtspieldauer: 39:30




„Sophisti-Pop“ machen Spandau Ballet hier auf ihrem 1989 erschienenen sechsten Album mit dem Titel „Heart Like A Sky“. „Sophisti-Pop“ ist eine Mischung aus Soft Rock, Jazz, New Wave und Soul des weißen Mannes. Auf dieser Platte kommt auch noch eine ganz gehörige Portion Funk hinzu. Genauso wie sich diese Mischung anhört, klingt auch „Heart Like A Sky“: Katastrophal schlecht! Die Scheibe war dann auch absolut unerfolgreich, konnte sich kaum und dann nur sehr kurz, in den Hitparaden Europas platzieren.

Das Album beginnt mit „Be Free With Your Love“ und man ahnt bereits sehr schnell, was hier auf dieser Scheibe auf einen zukommen wird. Dieser Satz „Be Free With Your Love“ wird in dem Lied immer und immer wieder wiederholt, manchmal noch garniert mit einem „Baby“ dahinter. Absolut desaströser Text, unfassbar schlechte Musik. Die Lieder haben allerdings allesamt außergewöhnlich schmalzige Texte, fremdschämen ist hier definitiv angesagt. Dazu gibt es musikalisch absolut nichts, was einen in irgendeiner Art und Weise fesseln könnte. Größtenteils mit jeder Menge Bläser und Background Sängerinnen ausgestattet, spielen die Musiker von Spandau Ballet drauf los, ohne anscheinend auch nur den kleinsten Funken von Gefühl für eine Melodie oder Harmonie zu besitzen.

Es ist alles nicht gut auf „Heart Like A Sky“. Falsch. Man sollte besser sagen: Es ist alles schlecht auf „Heart Like A Sky“. Unter den neun Nummern findet sich mit „Empty Spaces“ lediglich eine, bei der man nicht sofort den Plattenarm weiterheben, beziehungsweise die Skip-Taste der Fernbedienung nutzen möchte. Trotzdem ist die Nummer auch nicht gut, allerdings noch erträglich, was man vom ganzen Rest dieses Synthie-Pop-Soul-Funk-Jazz-Mistes einfach nicht behaupten kann.

Fazit: Diese Schallplatte wurde gemacht, um Menschen beim Abnehmen zu helfen. Gebrauchsanweisung: „Falls Dir ein Titel nicht gefällt, gehe zum Plattenteller und bewege den Plattenarm zum nächsten Lied und setze Dich wieder.“ Man ist echt nur noch unterwegs… Der Erfolg des Gewichtsverlustes wird durchschlagend sein. Durch die Erfindung der CD hatte diese Gebrauchsanweisung allerdings ihren Sinn verloren, damit ging auch die Notwendigkeit verloren, diese Scheibe überhaupt aufzulegen. Musikalisch ist dieser kommerzielle Synthie-Mist absolut reine Zeitverschwendung. Ein Punkt.

Anspieltipps: Be Free With Your Love, Empty Spaces



Dienstag, 5. April 2016

Kasabian – 48:13




Kasabian – 48:13


Besetzung:

Tom Meighan – lead vocals
Sergio Pizzorno – guitar, backing vocals, synthesizers, programming, lead vocals
Chris Edwards – bass guitar
Ian Matthews – drums, percussion


Gastmusiker:


Tim Carter – guitar, additional drum programming
Wilf Dillon – latin reading on "(Mortis)"
Ben Kealey – wurlitzer on "Treat", piano on "Clouds"
Gary Alesbrook – trumpet on "Stevie", "Treat" and "S.P.S."
Trevor Mires – trombone on "Stevie", "Treat" and "S.P.S."
Andrew Kinsman – saxophone on "Stevie", "Treat" and "S.P.S."
Suli Breaks – additional vocals on "Glass"
London Metropolitan Orchestra


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Electronic Rock


Trackliste:

1. (shiva) (1:07)
2. bumblebeee (4:01)
3. stevie (4:45)
4. (mortis) (0:48)
5. doomsday (3:40)
6. treat (6:53)
7. glass (4:48)
8. explodes (4:18)
9. (levitation) (1:19)
10. clouds (4:45)
11. eez-eh (3:00)
12. bow (4:27)
13. s.p.s. (4:22)

Gesamtspieldauer: 48:13




Auch mal ein interessanter Ansatz für einen Album-Titel, den Kasabian hier für ihr fünftes Studioalbum gewählt haben. „48:13“ heißt es und gibt somit die Laufzeit des Albums wieder. Die entsprechenden Liedlaufzeiten werden dann gleich auch noch mit darunter hinterlegt, um angeblich nicht abzulenken, sondern gleich auf das Wesentliche, nämlich die zu erwartende Musik zu fokussieren. Das Ganze wird dann auch noch mit einem schreienden Pink hinterlegt und fertig ist das Aufmerksamkeit erhaschende Album-Cover.

Eines wird beim Hören der Platte auch schnell klar, die Musiker um den Gitarristen Sergio Pizzorno, der erneut alle Titel auf „48:13“ schrieb, wollen eines und das ist unterhalten. Genau diesem Anspruch werden Kasabian dann auch auf dieser fünften Scheibe gerecht. Zu hören gibt es hier sehr eingängigen und melodiösen Pop-Rock, der manches Mal sogar Teile des Hip Hop aufweist. Musik, die über alle dreizehn Titel hinweg fröhlich klingt, sehr schnell ins Ohr geht und dazu wirklich nur sehr wenige Momente des Austestens benötigt.

Gerade in der ersten Hälfte der Scheibe können die vier Musiker besonders gut überzeugen, obwohl auch im weiteren Verlauf der Platte kein großartiger Qualitätsabfall bei den Liedern des Albums festzustellen ist. Allerdings ist dieser Block mit „bumblebeee“, „stevie“, „(mortis)“, „doomsday“ und „treat“ schon sehr überzeugend zusammengestellt. Es ist auch die Abwechslung, die diesem Album innewohnt, welches es zu einem guten und hörenswerten werden lässt. Kein Lied gleicht dem anderen, obwohl der Stil selbstverständlich eindeutig Kasabian zugeschrieben werden kann. Gelungen sind dabei auch die drei kurzen Einsprengsel in Form der Mini-Lieder „(shiva)“, „(mortis)“ und „(levitation)“, die zur besseren Kennzeichnung auch gleich in Klammern angegeben wurden.

Fazit: Ein sehr eingängiges und abwechslungsreiches Electronic Rock Album, angefüllt mit Pop und Rock und etwas Hip Hop, ist „48:13“ geworden. Sehr kurzweilig klingt die Scheibe, enthält jede Menge Lieder, die schnell ins Ohr gehen und macht einfach Spaß. Kasabian haben dabei einen ganz unverwechselbaren Sound, der immer wieder mitreißend klingt. Es schadet allerdings auch nicht, wenn man beim Hören eines Drum-Computers nicht gleich wahnsinnig wird. Und auch wenn dieses Album kein tiefgründiges oder richtungweisendes ist, so schafft es doch, die Hörerin beziehungsweise den Hörer zu unterhalten. Nichts anders soll es wohl auch. Zehn Punkte.

Anspieltipps: stevie, doomsday, bow



Montag, 4. April 2016

David Bowie – Peter And The Wolf




David Bowie – Peter And The Wolf


Besetzung:

David Bowie – narrator, guitar, keyboards, saxophone
Philadelphia Orchestra – all other instruments
Eugene Ormandy – conductor


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Klassische Musik


Trackliste:


Peter And The Wolf, Op. 67.

1. Introduction (2:51)
2. The Story Begins (0:51
3. The Bird Diverts The Wolf (1:33)
4. The Duck, Dialogue With The Bird, Attack Of The Cat (4:13)
5. Grandfather (2:13)
6. The Wolf (2:02)
7. The Duck Is Caught (0:53)
8. The Wolf Stalks The Bird And The Cat (1:42)
9. Peter Prepares To Catch The Wolf (1:06)
10. The Bird Diverts The Wolf (1:50)
11. Peter Catches The Wolf (1:29)
12. The Hunters Arrive (1:18)
13. The Procession To The Zoo (4:56)


The Young Person's Guide to the Orchestra, Op. 34 (Variations and Fugue on a Theme of Purcell): 

14. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Full Orchestra (0:22)
15. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Woodwinds (0:22
16. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Brass (0:18)
17. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Strings (0:17)
18. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Percussion (0:14)
19. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Full Orchestra (0:18)
20. II. Variation A: Presto: Flute, Piccolo (0:35)
21. III. Variation B: Lento: Woodwinds (0:58)
22. IV. Variation C: Moderato: Clarinets (0:37)
23. V. Variation D: Allegro Alla Marcia: Bassoons (0:56)
24. VI. Variation E: Brillante. Alla Pollaca: Violins (0:44)
25. VII. Variation F: Meno Mosso: Violas (1:06)
26. VIII. Variation G: Cellos (1:13)
27. IX. Variation H: Comminciando Lento Ma Poco A Poco Accelerando Al Allegro: Doublebasses (1:02)
28. X. Variation I: Maestoso: Harp (0:45)
29. XI. Variation J: L'istesso Tempo: French Horns (0:39)
30. XII. Variation K: Vivace: Trumpets (0:34)
31. XIII. Variation L: Allegro Pomposo: Trombones & Tuba (1:09)
32. XIV. Variation M: Moderato: Percussion (1:55)
33. XV. Fugue. Allegro Molto: Full Orchestra (2:58)


The Nutcracker Suite.

34. Overture (3:40)
35. March (2:15)
36. Dance Of The Sugar Plum Fairies (2:13)
37. Russian Dance (1:10)
38. Arab Dance (3:36)
39. Chinese Dance (1:10)
40. Dance Of The Merlitons (2:16)
41. Waltz Of The Flowers (7:08)

Gesamtspieldauer: 1:08:01




Selbstverständlich maße ich mir hier nicht an, in irgendeiner Art und Weise klassische Musik zu bewerten. Meine Klassik-Platten werden hier nicht auftauchen, zumal ich sowieso nicht unterscheiden kann, warum dieses Stück mit jenem Orchester und Dirigenten besser klingen soll als jenes mit jenem Orchester und dem anderen Dirigenten.

„Peter And The Wolf“ von Sergei Prokofiev taucht hier auf diesen Seiten auf, da es eine David Bowie Veröffentlichung ist – zumindest ein Teil des Albums. David Bowie erzählt auf dieser Platte die Geschichte von Peter und dem Wolf in sehr schönem Englisch, währenddessen die Orchesterinstrumente eingeführt werden. Eugene Ormandy dirigiert dabei das Philadelphia Orchestra. Angeblich war David Bowie nur die dritte Wahl für die Aufnahme, da Alec Guinness und Peter Ustinov zuvor gefragt wurden, beide jedoch absagten. David Bowie sagte schließlich zu, auch um seinem Sohn Zowie ein Weihnachtsgeschenk zu bereiten.

Auf der Rückseite der LP befindet sich Benjamin Brittens „The Young Person’s Guide To The Orchestra“, welches ebenfalls das Ziel hatte, Kinder an die Instrumente der klassischen Musik heranzuführen. Hier ist David Bowie allerdings nicht mehr zu hören, genauso wenig wie natürlich bei den Auszügen der Nussknacker Suite von Peter Tchaikovsky. Beide letztgenannten Werke wurden wieder unter der Leitung von Eugene Ormandy durch das Philadelphia Orchestra eingespielt.

Fazit: Schön erzählt, schöne Musik. Klassische Musik, die für reine Pop- oder Rockmusik-Interessierte sicherlich nicht großartig interessant ist. Diese Leute nähern sich der Platte eher, weil sie eben alles von David Bowie haben möchten. Ohne Bewertung.



Sonntag, 3. April 2016

Lou Reed – The Blue Mask




Lou Reed – The Blue Mask


Besetzung:

Lou Reed – guitar, vocals


Gastmusiker:

Robert Quine – guitar
Fernando Saunders – bass, backing vocals
Doane Perry – drums


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. My House (5:25)
2. Women (4:57)
3. Underneath The Bottle (2:33)
4. The Gun (3:41)
5. The Blue Mask (5:06)
6. Average Guy (3:12)
7. The Heroine (3:06)
8. Waves Of Fear (4:11)
9. The Day John Kennedy Died (4:08)
10. Heavenly Arms (4:47)

Gesamtspieldauer: 40:30




Es wäre wahrlich vermessen, Lou Reed irgendwelche kommerziellen Interessen vorzuwerfen, die er mit der Veröffentlichung von „The Blue Mask“ verfolgt hätte. Dieses, im Jahr 1982 veröffentlichte Album, gleichzeitig die elfte Solo-Platte des gebürtigen New Yorkers, entzieht sich sehr stark den Anfang der 80er Jahre vorherrschenden Musiktrends. Hier gibt es keine Synthesizer und Keyboards zu hören, keinerlei Synthie Pop, nur Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Zudem wurde die Platte live im Studio eingespielt, was in den 80ern auch kaum mehr praktiziert wurde.

Aber das ist es noch nicht einmal, was diese Scheibe weniger kommerziell werden lassen würde als andere Platten. Es ist die Musik selbst, die einen zu diesem Schluss kommen lässt. Sanft ist sie, überwiegend sehr ruhig gehalten. Doch dann gibt es auch wieder solch Ausbrüche, wie beim Titellied „The Blue Mask“, in dem sich die Musik, wie die Lava bei einem Vulkanausbruch, einfach ihren Weg sucht, brachial, kompromisslos, hart und rau. Dabei klingt das Ganze – egal ob leiser oder lauter Titel – allerdings nicht sehr melodiös, manches Mal sogar fast schon ein wenig atonal, geradezu so, als ob Lou Reed so ein klitzekleines bisschen mit Absicht den Ton nicht so hundertprozentig treffen mochte. Dieser Eindruck relativiert sich zwar etwas mit jedem weiteren Hören des Albums, verschwindet jedoch nie so ganz.

„The Blue Mask“ gilt allgemein als Wendepunkt in der Karriere des Lou Reed, da er nach vorher schwächeren Scheiben nun wieder „bessere“ Musik zu schreiben imstande war. Da hört man ihn im Titel „Women“ immer wieder wiederholen, dass er doch Frauen liebt, um vielleicht homosexuellen Gerüchten Einhalt zu gebieten und andererseits weist er darauf hin, dass er nur ein ganz durchschnittlicher Typ sei, wie man bei „Average Guy“ hört. Durchschnittlich ist die Musik des Lou Reed auf „The Blue Mask“ allerdings sicherlich nicht. Eher passen hier schon die Wörter „besonders“ und „außergewöhnlich“, um die einzelnen Lieder treffender zu umschreiben. Allerdings ist „The Blue Mask“ deshalb noch lange kein Meisterwerk geworden. Dazu ist die Musik des Lou Reed auf dieser Scheibe einfach ein wenig zu sperrig und dann doch nicht innovativ genug. Die Lieder auf dem Album wachsen mit der Zeit. Viele Dinge erschließen sich einem dabei erst nach vielen Durchläufen, ein „Ohrenschmeichler“ wird „The Blue Mask“ deshalb aber trotzdem nie werden.

Fazit: Manche Leute sagen „The Blue Mask“ von Lou Reed sei eine wunderbar eingängige Platte. Das kann ich so nicht bestätigen oder nachvollziehen. „The Blue Mask“ ist allerdings sicherlich eine interessante Platte, die vollgepackt ist mit Musik, die man so nur selten zu hören bekommt. Die Texte sind gut gemacht, spannend und auch nachdenklich, die Musik selbst wird melodiöser, je öfters man sie hört. Aber eingängig? Nun, vielleicht zum Teil, mehr aber sicherlich nicht – und da spielt es auch keine Rolle mehr, wie oft man sich das Album auflegt. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Blue Mask, The Heroine, The Day John Kennedy Died



Samstag, 2. April 2016

Chris Rea – Tennis




Chris Rea – Tennis


Besetzung:

Chris Rea – vocals, guitar, keyboards, piano, synthesizer, slide guitar


Gastmusiker:

Robert Ahwai – guitar
Dave Burton – guitar
Mick Hutchinson – guitar, bass
Bruce Lynch – bass
Eoghan O'Neill – bass
Kevin Leach – keyboards
Max Middleton – keyboards
Graham Watson – keyboards, synthesizer, accordion
Pete Wingfield – keyboards, backing vocals
Geoff Driscoll – saxophone
Raphael Ravenscroft – saxophone
Raoul Gonzales – trombone
Lee Thornburg – trumpet
Dave Mattacks – drums
Norman Nosebait – drums
Adrian Rea – drums
Martin Ditcham – percussion
Mark Rea – percussion
Jimmy Chambers – backing vocals
George Chandler – backing vocals
Stuart Epps – backing vocals
Watsoni – backing vocals


Label: Magnet Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. Tennis (5:18)
2. Sweet Kiss (4:33)
3. Since I Don't See You Anymore (3:41)
4, Dancing Girls (4:02)
5. No Work Today (2:33)
6. Every Time I See You Smile (6:18)
7. For Ever And Ever (4:09)
8. Good News (3:54)
9. Friends Across The Water (3:45)
10. Distant Summers (2:10)
11. Only With You (3:42)
12. Stick It (5:19)

Gesamtspieldauer: 49:19




„Tennis“ heißt das dritte Studio-Album des Engländers Chris Rea, welches 1980 veröffentlicht wurde. Im März dieses Jahres erschien die Scheibe auf dem Label Magnet Records, welches 1988 von Warner Music aufgekauft wurde. Das Album floppte total, obwohl Chris Rea hierfür extra seinen bisherigen Produzenten Gus Dugeon gefeuert hatte und die Platte selbst produzierte. Allerdings daran lag es sicher nicht. Es ist einfach das Liedmaterial, welches sich auf „Tennis“ befindet, welches in Punkto Anspruch und Einfallsreichtum ganz schwer gegen Null tendiert. Ein bisschen fassungslos bleibt man schon zurück, wenn man diese absolut langweilige Zusammenstellung absolut langweiliger Lieder zu hören bekommt. Das ist alles nicht wenig interessant, das ist alles überhaupt nicht mehr interessant.

Auf „Tennis“ gibt es keinen Titel, der irgendwie weniger langweilig wirkt als der andere. Da werden Bläser eingesetzt, mal sind mehr Gitarren, mal mehr Keyboards zu hören. Das Ergebnis ist immer wieder dasselbe. Die Lieder packen einen einfach nicht, gehen nicht ins Ohr, sind äußerst langweilig und belanglos. Chris Rea reiht sich mit „Tennis“ in die Liga jener Musiker ein, der mit einfachen AOR-Liedchen die Charts erobern wollten und auch heutzutage immer noch wollen. Viel mehr gibt es da eigentlich nicht mehr zu sagen. Vielleicht noch, dass es sich um eine Art bluesigen Mainstream Rock handelt, der auch mal soulig klingen kann. Die einzelnen Stücke sind entweder langsam oder maximal im Mid-Tempo gehalten. Auch das trägt mit dazu bei, dass die jeweiligen Lieder sich alle irgendwie ähnlich anhören.

Doch will ich all das relativieren, denn einen, einen guten Titel gibt es doch auf „Tennis“. Dieser ist leider gleichzeitig die kürzeste Nummer des Albums. „Distant Summers“ geht ins Ohr, wirkt wehmütig und man kann am Anfang die Hitze dieses entfernten Sommers fast spüren. Sehr gelungen. Und danach folgt „Only With You“ und man wird grausam aus allen schönen Tagträumen wieder herausgerissen. Mein Gott, kann Musik grausam sein.

Fazit: Freunde des langsamen Mainstream und AOR könnten hiermit vielleicht etwas anzufangen wissen. Oder doch nicht? Denn das Album lag ja schwer wie Blei in den Regalen, wurde kaum gekauft. Nun, wer kommt dann dafür in Frage? Vielleicht alle die, die Musik gerne im Hintergrund hören möchten, denn da liegt sicher eine Stärke von Chris Reas „Tennis“. Das Ganze ist so unauffällig, dass es im Hintergrund abgespielt, garantiert niemanden stört. Man wird es einfach überhören. Vier Punkte.

Anspieltipps: Distant Summers



Freitag, 1. April 2016

Kula Shaker – K2.0




Kula Shaker – K2.0


Besetzung:

Crispian Mills – lead vocals, guitars
Alonza Bevan – bass, backing vocals
Paul Winterhart – drums
Harry Broadbent – keyboards


Gastmusiker:

Olivier Leclerqz – sitar
Stéphanie Gilly – trumpet, french horn
Miss Isabel – additional vocals
Jean-Noël Bastin – trombone
Audrey Evans – backing vocals


Label: Strange F.O.L.K. Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Rock


Trackliste:

1. Infinite Sun (4:37)
2. Holy Flame (3:35)
3. Death Of Democracy (2:54)
4. Love B (With U) (4:04)
5. Here Come My Demons (6:19)
6. 33 Crows (3:04)
7. Oh Mary (3:54)
8. High Noon (3:14)
9. Hari Bol (The Sweetest Sweet) (2:00)
10. Get Right Get Ready (3:56)
11. Mountain Lifter (5:11)

Gesamtspieldauer: 42:54




„K2.0“ nannte die englische Band Kula Shaker ihr fünftes Studio-Album, welches am 12. Februar 2016 auf dem Label StrangeF.O.L.K. veröffentlicht wurde. Zu hören gibt es darauf ziemlich typischen Kula Shaker Sound, wenn auch der indische Hauch in der Musik der Band nun oftmals etwas in den Hintergrund gerückt wurde. Doch auch auf „K2.0“ gibt es diese kulturübergreifenden Klänge noch, die die Musik von Kula Shaker bereits seit den ersten Veröffentlichungen zu etwas Außergewöhnlichem werden lassen.

Insgesamt weiß das Album wahrlich zu überzeugen und hält jede Menge eingängigen Rock für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat. Kula Shaker laufen auch immer unter der Rubrik „Psychedelic Rock“, ein musikalisches Genre, welches sich hier auf „K2.0“ jedoch kaum ausfindig machen lässt. Zu hören gibt es stattdessen sehr abwechslungsreichen Rock, meist im Mid-Tempo gehalten, der äußerst melodiös und eingängig gehalten ist und somit absolut schnell ins Ohr geht. Psychedelisch oder experimentell ist in der Musik von Kula Shaker auf „K2.0“ jedoch kaum etwas – außer man ist natürlich der Meinung, dass die vorhandenen indischen Einflüsse in einigen der Lieder das Ganze zu etwas „Psychedelischem“ werden lassen.

Die Höhepunkte der Scheibe sind breit gesät, sodass es schwerfällt, einzelne Titel herauszuheben. Qualität besitzen diese alle. Sehr lohnenswert, auch zum Anspielen, um diese Musik etwas kennenzulernen, sind die Nummern „Death Of Democracy“ und „Here Comes My Demons“. Beides sind schöne und eingängige Lieder, die man einmal gehört, so schnell nicht mehr vergisst. Und wer dann auch auf diesem Album doch noch das Indien-Feeling etwas geballter erleben möchte, der oder dem sei „Hari Bol (The Sweetest Sweet)“ empfohlen. Wenn auch nur zwei Minuten lang, so gibt es doch auf sehr anschauliche Weise das Spezielle an der Musik von Kula Shaker wieder. Und dann ist da noch die letzte Nummer des Albums, „Mountain Lifter“. Hier zeigen die vier Musiker noch mal eine Symbiose aus europäischen und indischen Klängen in einer wunderbar rockenden Art und Weise. Sehr gelungen.

Fazit: Auch das fünfte Album von Kula Shaker, „K2.0“, weiß zu überzeugen. Diese Mischung aus europäischen und indischen Klängen ist schon eine ganz besondere Ausprägung der Musik. Und dies gibt es so vorgetragen wohl nur von Kula Shaker zu hören. Die Lieder sind melodiös, gehen dabei gut ins Ohr, rocken und bewegen sich nahezu alle im mittleren Tempo-Bereich. Auch auf „K2.0“ ist die Musik von Kula Shaker eine unverwechselbare. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Death Of Democracy, Here Comes My Demons, Hari Bol (The Sweetest Sweet), Mountain Lifter