Donnerstag, 15. September 2016

New Model Army – Winter




New Model Army – Winter


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitars, keyboards
Michael Dean – drums, percussion, backing vocals
Dean White – keyboards, guitars, backing vocals
Marshall Gill – guitars, harmonica, backing vocals
Ceri Monger – bass, guitars, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Henning Nugel – violins and arrangements on “Winter” and “Drifts”
Tobias Unterberg – cellos and arrangements on “Devil” and “Weak And Strong”
Anna Watkins – backing vocals on “Part The Waters” and “Echo November”
Laura Shackleton – backing vocals on “Part The Waters” and “Echo November”


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Beginning (6:53)
2. Burn The Castle (3:10)
3. Winter (4:20)
4. Part The Waters (4:25)
5. Eyes Get Used To The Darkness (4:40)
6. Drifts (4:28)
7. Born Feral (6:28)
8. Die Trying (3:36)
9. Devil (4:33)
10. Strogoula (4:09)
11. Echo November (3:01)
12. Weak And Strong (4:19)
13. After Something (4:01)

Gesamtspieldauer: 58:10




Ihr vierzehntes Studioalbum nannte die Band New Model Army „Winter“ und dieses wurde im September 2016 auf Attack Attack Records veröffentlicht. Die Platte reiht sich dabei nahtlos in die bisherigen überzeugenden Veröffentlichungen der Band um Justin Sullivan ein. Vom ersten bis zum letzten Takt weiß die Musik auf „Winter“ zu überzeugen und ist eindeutig der Musik, der ursprünglich in Bradford gegründeten New Model Army zuzuordnen. Es ist dabei nicht nur der Gesang des Justin Sullivan, der so unverwechselbar mit der Musik der Briten verwoben ist, es ist der Klang der Gitarre und es ist vor allen Dingen auch die Atmosphäre, die solch einem Album von New Model Army innewohnt, die die Musik dieser Band so unverwechselbar werden lässt.

Nun könnte man sagen: „Alles schon gehabt, irgendwie nichts Neues mehr von New Model Army.“ Und ganz so falsch ist diese Aussage wahrlich nicht. Die Musik der Band ist bekannt und auf „Winter“ werden auch keine Experimente unternommen oder irgendwelche neuartigen Wege gegangen. Trotzdem ist „Winter“ ein gutes und niemals langweiliges Album geworden. Und das liegt an der Qualität der einzelnen Stücke. Jede Menge Nummern auf „Winter“ wissen zu überzeugen, irgendwelches Füllmaterial lässt sich schon gar nicht auf dieser Scheibe ausmachen. Egal, ob die Lieder „Winter“, „Drifts“, „Born Feral“, „Die Trying“, „Strogoula“, „Echo November“ oder irgendwie anders heißen – ich hätte hier jetzt wahrlich alle dreizehn Lieder aufzählen können – die Musik von New Model Army auf „Winter“ wirkt einfach. Die einzelnen Stücke sind zumeist im Mid-Tempo angesiedelt, gehen ins Ohr und benötigen dafür nicht allzu viele Durchläufe, um sich endgültig bei der Hörerin beziehungsweise beim Hörer festzusetzen.

Neben den überzeugenden Melodien hält die Platte einmal mehr auch gute und interessante Texte für die Musikhörer parat, die sich lohnen mit verfolgt beziehungsweise nachgelesen zu werden. Und auch bei der Gestaltung des Albums selbst haben sich New Model Army wieder viel Mühe gegeben. Dieses gibt es in Form eines kleinen Buches. Die Texte sind auf kunstvoll, in dunklen Farben gehaltenen Seiten abgedruckt. Diese einem, auf diese Art und Weise vermittelte, etwas düstere Stimmung, setzt sich dabei durchaus auch musikalisch fort. Ein „helles“ Album ist „Winter“ mit Sicherheit nicht geworden, die hier transportierte Atmosphäre ist ein eher dunkle – aber was soll man bei diesem Album-Titel auch anderes erwarten.

Fazit: Wer New Model Army mag, wird auch dieses Album mögen. Wer diese Band liebt, dem wird es mit „Winter“ genau so gehen. New Model Army besinnen sich bei „Winter“ auf ihre Stärken. Und diese sind eingängiger Alternative Rock, eher im Mid-Tempo angesiedelt, atmosphärisch sehr dicht gestaltet und dabei immer absolut eingängig und melodiös. Gute Texte und eine schöne Aufmachung des Albums runden das Gesamtbild der Scheibe ab. Sehr überzeugend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Winter, Born Feral, Strogoula



Mittwoch, 14. September 2016

Limp Bizkit – Greatest Hitz




Limp Bizkit – Greatest Hitz


Besetzung:

Titel 1–11

Fred Durst – vocals
Wes Borland – guitars
Sam Rivers – bass
John Otto – drums, percussion
DJ Lethal – turntables, samples, keyboards, programming, sound development


Tracks 12–17

Fred Durst – vocals, guitar, banjo
Mike Smith – guitar
Brian Welch – guitar on "Build a Bridge"
Sam Rivers – bass
John Otto – drums, percussion
DJ Lethal –turntables, keyboards, samples, programming, sound development


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Rap Metal, Nu Metal, Rock


Trackliste:

1. Counterfeit (4:48)
2. Faith (2:26)
3. Nookie (4:26)
4. Break Stuff (2:46)
5. Re-Arranged (5:54)
6. N 2 Gether Now (3:55)
7. Take A Look Around (5:19)
8. My Generation (3:41)
9. Rollin' (Air Raid Vehicle) (3:33)
10. My Way (4:33)
11. Boiler (5:44)
12. Eat You Alive (3:57)
13. Behind Blue Eyes (4:29)
14. Build A Bridge (3:56)
15. Why (4:05)
16. Lean On Me (4:27)
17. Home Sweet Home / Bittersweet Symphony (3:51)

Gesamtspieldauer: 1:11:59




Auf „Greatest Hitz“ von Limp Bizkit hört man eine Mischung aus Rap Matal und Nu Metal. Das Album stammt aus dem Jahr 205 und wurde auf dem Musiklabel Geffen Records veröffentlicht. Aber „Mischung aus Rap Matal und Nu Metal“? Nun, das stimmt doch auch nicht ganz genau, denn gerade jene Titel, die diesem Kompilationsalbum hinzugefügt wurden, die letzten drei der Scheibe, „Why“, „Lean On Me“ sowie „Home Sweet Home / Bittersweet Symphony“, gehören eher in die Rubrik Rock eingruppiert. Es ist natürlich eine Unsitte, einem „Best Of…“-Album neue Titel hinzuzufügen, damit der geneigte Fan auch dieses noch käuflich erwirbt. Besitzt man allerdings noch nichts von der Band, kann dies durchaus einen gewissen Mehrwert darstellen. Zumal, wenn – wie in diesem Fall – die Lieder dann sogar mit zu den Höhepunkten der Scheibe gehören. Gut gemachter Rock bis Pop ist das und die Verbindung von „Home Sweet Home“ der Mötley Crüe und „Bittersweet Symphony“ von The Verve ist dabei überaus gelungen.

Ansonsten gibt es jede Menge Abwechslung auf „Greatest Hitz“ zu hören. Da hört man krass abgefahrenen und explodierenden Nu Metal, genau wie Hard Core Rap. Und dazwischen betten Limp Bizkit immer wieder Lieder ein, wie das tolle „Re-Arranged“, die ebenfalls eher im Genre des Rock beheimatet sind, denn im Bereich des Nu Metal. Und natürlich darf auf dieser Zusammenstellung auch nicht „Take A Look Around“ vom 2000er Studioalbum „Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water“ fehlen, sicherlich eines der besten Stücke von Limp Bizkit überhaupt. Zentrales Element dieses Liedes ist das Riff, welches den meisten Hörerinnen und Hörern vom Film „Mission Impossible II“ bekannt sein dürfte und welches vom argentinischen Pianisten und Dirigenten Lalo Schifrin komponiert wurde. In dieser Version von Limp Bizkit ein absolut kraftvolles Stück, was begeistern kann und jederzeit und ohne Umwege ins Ohr geht.

Neben einigen guten Eigenkompositionen haben es Limp Bizkit auch immer geschafft, gut gemachte Cover-Versionen zu generieren. Eine weitere davon ist mit „Behind Blue Eyes“ von The Who ebenfalls auf dieser Scheibe vorhanden. Auch diese Version klingt sehr überzeugend, wenn sie auch nicht ganz die Wirkung des Originals erreicht. Ebenfalls noch sehr gelungen, dieses Mal allerdings eine Eigenkomposition, ist die Nummer „Build A Bridge“ vom Album „Results May Vary“. Und wer es mal so richtig krachen hören möchte, dem sei das Lied „Nookie“ der Platte „Significant Other“ empfohlen.

Fazit: Die Abwechslung wird groß geschrieben, auf dieser Scheibe der US-amerikanischen Band Limp Bizkit aus Jacksonville, Florida. Zu hören gibt es Nu Metal, Rock, Rap und auch Pop. Einige der Lieder knallen, andere überzeugen mit einer wirklich eingängigen Melodie. Und selbst diese Mischung aus New Metal und Rap kann da sogar manches Mal den Rock Freund überzeugen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Re-Arranged, Take A Look Around, Behind Blue Eyes, Build A Bridge



Dienstag, 13. September 2016

Lynyrd Skynyrd – Southern Knights




Lynyrd Skynyrd – Southern Knights


Besetzung:

Garry Rossington – guitar
Ed King – guitar
Johnny Van Zant – vocals
Leon Wilkeson – bass
Mike Estes – guitar
Owen Hale – drums


Gastmusiker:

Dale Krantz-Rossington – backing vocals
Bebbie Davis-Estes – backing vocals


Label: CBH Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Southern Rock


Trackliste:

CD1:

1. Workin' For MCA (5:23)
2. I Ain't The One (4:10)
3. Saturday Night Special (5:46)
4. Down South Jukin' (2:46)
5. Double Trouble (4:18)
6. Devil In The Bottle (3:55)
7. T for Texas (8:39)
8. What's Your Name? (4:04)
9. That Smell (7:25)


CD2:

1. Simple Man (7:55)
2. Gimme Three Steps (6:17)
3. Sweet Home Alabama (7:48)
4. Free Bird (13:45)

Gesamtspieldauer: 1:22:17




„Southern Knights“ heißt das dritte Live-Album der US-amerikanischen Southern Rock Band Lynyrd Skynyrd. Veröffentlicht wurde das Doppelalbum im Jahr 1996 auf dem Label CBH Records. Auf „Southern Knights“ befindet sich allerdings nicht die Aufnahme eines einzelnen Auftritts, sondern die Platte besteht aus dem Zusammenschnitt sechs verschiedener Auftritte, wie im Booklet nachgelesen werden kann. Der Sound der Platte ist brillant, was auf sehr viel Nachbearbeitung im Studio hinweist. Da auch das grölende Publikum als breite dumpfe und immer gleichklingende Masse eingeblendet wird, welches anscheinend manchmal auch während der Lieder jubelt, hat die Musik auf der Scheibe nur noch sehr wenig mit der einer Live-Platte zu tun.

Nun, man muss diesen Südstaaten Blues lieben, um etwas für sich auf dieser Scheibe zu entdecken. Davon ausgenommen sind natürlich jene drei Lieder auf CD2, die mit zu den bekanntesten Stücken von Lynyrd Skynyrd gehören. „Simple Man“, „Sweet Home Alabama“ und „Free Bird“ sind absolute Klassiker der Band. Fehlt nur noch „Tuesday Gone“ und die vier besten Lieder von Lynyrd Skynyrd wären „live“ auf „Southern Knights“ vereint gewesen.

Auf der ersten Scheibe befinden sich zur knappen Hälfte Stücke, von dem zwei Jahre zuvor entstandenen, achten Studioalbum der Band, „Endangered Species“, stammen. Hier kommt dieser südliche und weiße Blues Rock am besten zum Tragen. Southern Rock in Reinkultur. Dies ist durchaus eine ganz spezielle Art der Musik, welche das Herz fast eines jeden Gitarristen höherschlagen lässt. Da gibt es lange Gitarrenläufe, immer Musik zum Mitwippen und wenn dann auch noch an der Boogie-Woogie Schraube gedreht wird, wird das Ganze sogar noch fröhlich. Muss man einfach mögen – oder man steigt eben aus.

Fazit: Ein klein wenig selbstverliebt klingen sie immer, die Südstaatenrocker, wenn sie alles in einer bluesigen Art und Weise aus ihrer Gitarre herauszuholen versuchen. Mit Platte 1 des Albums kann ich daher ein wenig weniger anfangen. Wohingegen Platte 2 die Höhepunkte von Lynyrd Synyrd für mich parat hält, die auch mich zu begeistern verstehen. Während die erste Scheibe nicht so ins Ohr geht, schafft dies die zweite Platte spielend. Alles eben reine Geschmackssache. Wegen dem fehlenden „Live-Feeling“ gibt es allerdings auf jeden Fall Abzüge. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Simple Man, Sweet Home Alabama, Free Bird


Die hier verlinkte Version von "Free Bird" ist nicht die, der Platte)

Montag, 12. September 2016

Bob Marley – 28 Great Songs




Bob Marley – 28 Great Songs


Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: San Juan Music Group


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Reggae (Kompilationsalbum)


Trackliste:

CD1:

1. Duppy Conquerer (3:29)
2. Lively Up Yourself (2:44)
3. Can't You See (2:43)
4. Chances Are (3:24)
5. Hammer (2:56)
6. Mellow Mood (2:37)
7. Memphis (2:56)
8. Mr. Brown (3:21)
9. Rainbow Country (5:46)
10.Reaction (2:42)
11. Soon Come (2:16)
12. Sun Is Shining (2:03)
13. There She Goes (2:36)
14. Touch Me (2:46)


CD2:

1. 400 Years (2:24)
2. Corner Stone (2:16)
3. Do It Twice (2:41)
4. African Herbsman (2:22)
5. Back Out (2:11)
6. Natural Mystic (5:43)
7. No Symphathy (1:36)
8. No Water (2:03)
9. Rebel's Shop (2:32)
10. Small Axe (3:46)
11. Soul Captive (2:02)
12. Soul Shakedown Party (2:58)
13. Treat You Right (2:17)
14. Try Me (2:46)

Gesamtspieldauer CD1 (42:26) und CD2 (37:44): 1:20:10




Wenn man Platten sammelt, dann nennt man zwangsläufig auch mal etwas sein Eigen, was mit dem eigenen Musikgeschmack nicht mehr so ganz zur Deckung gebracht werden kann. Dies ist bei mir der Fall, wenn es zum Beispiel um Reggae geht. Nicht ganz mein Ding, aber für mich gibt es definitiv Schlimmeres. Trotzdem, eine Übersicht über das Wirken von Bob Marley und seinem Werk sollte man schon ein wenig haben. Nun und auch wenn man dem Reggae nicht ganz so zugetan ist, solch Klassiker wie „Is This Love“, „No Woman, No Cry“, „Could You Be Loved“, „Get Up, Stand Up“, „Redemption Song“ oder „I Shot The Sheriff“ können auch einem eher Rock-orientierten Musikhörer gefallen. Also wird eine CD mit dem Titel „28 Great Songs“ bestellt.

Dieses Kompilationsalbum „28 Great Songs“ wurde im Jahr 1993 durch die San Juan Music Group veröffentlicht, zwölf Jahre nach dem viel zu frühen Tod des jamaikanischen Musikers. Die Scheibe ist keine „Best Of…“- Platte, was zunächst mal bedeutet, dass hierauf auch keiner der oben erwähnten Titel vorhanden ist. Das wäre allerdings noch gar nicht mal so schlimm. Die Titelauswahl ist jedoch dermaßen schlecht, dass man nicht selten am Zweifeln ist, ob das wirklich Werke dieses großartigen Musikers sein können. Nun, sie sind es, jedoch größtenteils B-Ware. Zudem sind viele der Lieder in seltsamen Fassungen vorhanden und dazu noch gekürzt worden – vielleicht ist dies auch ein Grund, warum sie nicht überzeugen können.

Nun, aber auch das wäre noch nicht einmal das Schlimmste an diesem Doppel-Album. Die Unverschämtheit schlechthin ist diese miese Qualität, die die darauf enthaltenen Titel aufweisen. Die Lieder klingen verwaschen, zum Teil sehr dumpf, alles wirkt meist matschig, ist oftmals ein einziger Brei. Nein, so macht Musikhören definitiv keinen Spaß. Genauso mies wie die Soundqualität der Lieder ist übrigens die Aufmachung der Compact Disc selber. Keinerlei Informationen gibt es in dem Booklet nachzulesen, was lediglich aus dem Cover-Bild mit weißer, unbedruckter Rückseite besteht. Wie konnte ich da nur von Booklet sprechen?

Fazit: Es sind nicht „28 Great Songs“, sondern die eher schlechteren Nummern des Bob Marley, die hier auf diesem Kompilationsalbum zu hören sind. Diese sind in einer unglaublich schlechten Qualität auf die CD gepresst worden, die die Qualität der Songs in den Hintergrund rutschen lässt. Dazu keinerlei Informationen in Form eines Booklets. Alles in allem unfassbar lieblos zusammengestellt. Nein, so etwas braucht man nicht. Drei Punkte.

Anspieltipps: Sun Is Shining


Die hier zu hörende Musik spiegelt nicht die Qualität der Musik auf der CD wider. Die Qualität auf der CD ist um ein Vielfaches schlechter.

Sonntag, 11. September 2016

Merlons – Sinn Licht




Merlons – Sinn Licht


Besetzung:

Ani,
P.G. Andreas Haensel,
Fritz Schmitz,
Peter Henrici,
Der Frank


Instrumente: Schalmeyen, Drehleyer, Gitarren, Laute, Bombarde, Violine, Fiedel, Flöte, Bass, Schlagzeug, Percussion, Samples


Gastmusiker:

Phillip Schachinger – Cello
Dana Koppen – 2 Gesang


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Pop, Rock, Mittelalterrock


Trackliste:

1. Angst (4:34)
2. Insomnia (3:27)
3. Hass (4:05)
4. Gold (3:51)
5. Licht (5:16)
6. Wüsten. Kopf (5:58)
7. Nie wieder (4:18)
8. Feuertanz (3:03)
9. Blinder Blick (3:57)
10. Ihr. Sinn (4:47)
11. Rühr' mich nicht an (3:43)
12. Deswegesweise (3:59)
13. Salamandrina (3:46)
14. Mondenschein (2:02)

Gesamtspieldauer: 56:50




Die Merlons, die auch mal „Merlons Of Nehemiah“, „The Merlons“ oder „Merlons Lichter“ hießen, waren eine Band aus Erlangen, die sich dem Mittelalterrock verschrieben hatten. Dieser typische Klang des Mittelalters, ist zumindest auf der hier vorliegenden Scheibe „Sinn Licht“, jedoch nicht allzu stark ausgeprägt. „Sinn Licht“ wurde im Jahr 1998 auf dem Label BMG veröffentlicht und stellt gleichzeitig das siebte Studio-Album der Band da. Bis zum Jahr 2005 sollte diese Liste noch auf elf Platten anwachsen. Seitdem sind die Merlons allerdings nicht mehr großartig aktiv. Der letzte Eintrag unter den News der Bandhomepage, stammt aus dem April 2009. Die letzten Konzerte haben wohl im Jahr 2007 stattgefunden.

Auf „Sinn Licht“ hört man keinen Mittelalter-Rock mehr im herkömmlichen Sinne. Zwar kommen noch entsprechende, für diese Musik typische Instrumente zum Einsatz, jedoch ist die Musik auf dieser Scheibe sehr viel eher eine Mischung aus Pop und Rock. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass neben diesen Mittelalterinstrumenten sehr viel Computersound zu hören ist, der so gar nichts mehr mit dem Mittelalter zu tun hat. Die Samples sind ein fester Bestandteil der Musik der Merlons auf „Sinn Licht“. Die Platte wurde so zu einem Pop-Album. Der erhoffte Erfolg ließ dabei jedoch auf sich warten, sodass schließlich Sängerin Ani, die eigentlich Antje heißt, ein Jahr nach Fertigstellung der Platte die Band enttäuscht wieder verließ.

Nun, die Musik auf „Sinn Licht“ ist sicherlich nicht die Neuerfindung des Pop, doch gibt es da eine ganze Menge sehr viel unspektakulärerer Bands, die mit deutlich schlechteren Liedern weit mehr Erfolg haben. Die Lieder auf dieser Platte der Merlons gehen durchaus ins Ohr, klingen abwechslungsreich und auch die Texte sind sehr viel geistreicher und interessanter, als so manches Liebesgesülze. Es gibt die schnelleren Nummern neben den langsameren und man hört Einflüsse der modernen westlichen Pop-Musik genauso heraus, wie orientalische, indische, indianisch angehauchte und mittelalterliche.

Fazit: Ein durchaus interessantes und abwechslungsreiches Album ist „Sinn Licht“ von den Merlons geworden. Verschiedene musikalische Stilrichtungen werden hier miteinander verbunden, von einer Mittalalter-Rockband kann man bei den Merlons auf „Sinn Licht“ mit Sicherheit nicht mehr sprechen. Neben eingängigen Melodien hört man keine Texte vom Reißbrett, sondern durchaus intelligente und durchdachte Lyrics. Zwar fehlt der geniale Ausschlag nach oben, den nach unten sucht man allerdings auch vergeblich. Von daher ein Album, was sich gut hören lässt und mit interessantem Popunterhält. Neun Punkte.

Anspieltipps: Certain People I Know, I Know It's Gonna Happen Someday



Samstag, 10. September 2016

Morrissey – Your Arsenal




Morrissey – Your Arsenal


Besetzung:

Morrissey – vocals
Alain Whyte – guitars
Boz Boorer – guitars
Gary Day – bass guitar
Spencer Cobrin – drums


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. You're Gonna Need Someone On Your Side (3:37)
2. Glamorous Glue (4:01)
3. We'll Let You Know (5:17)
4. The National Front Disco (4:23)
5. Certain People I Know (3:12)
6. We Hate It When Our Friends Become Successful (2:30)
7. You're The One For Me, Fatty (2:57)
8. Seasick, Yet Still Docked (5:07)
9. I Know It's Gonna Happen Someday (4:20)
10. Tomorrow (4:06)

Gesamtspieldauer: 39:35




„Your Arsenal“ heißt das dritte offizielle Studioalbum des Ex-The Smiths‘ Sängers Morrissey. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Sommer des Jahres 1992 auf dem Label Sire Records. Für die Texte auf der Platte zeichnet sich Morrissey selbst aus, die Musik stammt, bis auf zwei Ausnahmen, von seinem Hauptsongschreiber und Gitarristen der Jahre 1991 bis 2004, Alain Gordon Whyte.

Nun, das Album hört sich ganz okay an. Viel mehr allerdings leider auch nicht. Es ist rockig, dabei jedoch nicht großartig abwechslungsreich. Kein Titel lässt einen spontan zur Fernbedienung greifen, allerdings läuft die Scheibe schon so ein wenig durch, etwas nebenher. Irgendetwas Aufregendes? Leider nein, Fehlanzeige! Am ehesten überzeugen kann mich noch „I Know It's Gonna Happen Someday“. Hier ist es die Steigerung in dem Lied, die überzeugt. Das Stück beginnt langsam und gerade zum Ende hin, dann ohne Gesang, wird es kraftvoll, redundant und gerade daher mitreißend.

Der ganze Rest jedoch, kann irgendwie nicht mehr so ganz überzeugen. Klar, Morrissey schreibt gut Texte und die Musik klingt auch rockig, aber dieses gewisse Etwas, das fehlt allen diesen Liedern. Man legt die Platte auf und lässt sie laufen und plötzlich herrscht wieder Stille. War da gerade was? Da dies auch noch nach sehr viele Durchläufen der Fall ist, macht dieser Umstand die Scheibe nicht mehr zu einer guten Platte.

Fazit: Es gibt so Musik, die regt einen weder positiv wie negativ auf. Ganz genau in diese Kategorie fällt „Your Arsenal“ von Morrissey. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Pop und Rock, mal etwas weicher, öfters etwas härter, dabei nie zu hart. Ganz nett, aber es bleibt leider nichts hängen, geht nicht so ins Ohr, wie es Musik manchmal macht, wenn sie gut klingt. Leider langweilig. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Certain People I Know, I Know It's Gonna Happen Someday



Freitag, 9. September 2016

Marilyn Manson – Eat Me, Drink Me




Marilyn Manson – Eat Me, Drink Me


Besetzung:

Marilyn Manson – vocals, percussion
Tim Sköld – guitars, bass, keyboards


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. If I Was Your Vampire (5:56)
2. Putting Holes In Happiness (4:31)
3. The Red Carpet Grave (4:05)
4. They Said That Hell's Not Hot (4:17)
5. Just A Car Crash Away (4:55)
6. Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand) (5:05)
7. Evidence (5:19)
8. Are You The Rabbit? (4:14)
9. Mutilation Is The Most Sincere Form Of Flattery (3:52)
10. You And Me And The Devil Makes 3 (4:24)
11. Eat Me, Drink Me (5:40)


Bonus Track:

12. Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand) (Inhuman Remix) (4:07)

Gesamtspieldauer: 56:30




„Eat Me, Drink Me“ ist das sechste Studio-Album der US-amerikanischen Rock Band Marilyn Manson. Auf den Markt kam die Platte im Juni 2007 beim Majorlabel Interscope Records. Aufgenommen wurde das Album durch ein Duo, bestehend aus Sänger Marilyn Manson und Bassist und Gitarrist Tim Sköld, die die Platte auch zusammen produzierten. Zu hören gibt es darauf den altbekannten Marilyn Manson Sound, der durchaus eingängigen Rock bis in die härteren Gefilde aufzuweisen hat, garniert mit der so markanten Stimme des Marilyn Manson, der in einem Interview angab, den größten Teil der Lieder liegend, auf dem Studioboden, mit den Händen auf dem Mikrophon eingespielt zu haben. Dadurch sollte wohl ein ganz besonderer Gesangssound kreiert werden, von dem allerdings wohl nur die oder der etwas hört, wenn sie oder er etwas von dieser Geschichte weiß – ich höre davon nichts. Die Scheibe wurde durchaus von Kritikern und Fans gelobt, konnte jedoch nicht mehr an die Verkaufszahlen früherer Werke anknüpfen.

Spaß macht die Musik allerdings schon auf „Eat Me, Drink Me“. Solch Titel wie „They Said That Hell's Not Hot“ oder „Just A Car Crash Away“ gehen superschnell ins Ohr und verbleiben dort auch durchaus länger. Dies gilt auch ganz besonders für das Titellied „Eat Me, Drink Me“, mit dem die Musiker ein weiteres Mal die Verbindung zwischen dieser etwas mystischen Atmosphäre in einem Lied, der Eingängigkeit der Melodie und dem durchaus etwas härteren Rock perfekt umzusetzen verstehen. Das klingt und wirkt.

Schließlich funktioniert dieses Konzept auch bei den anderen Titeln auf der Scheibe. Allzu viele Durchläufe benötigt man zumindest nicht dafür, um mit der Musik von Marilyn Manson auf „Eat Me, Drink Me“ etwas anfangen zu können – immer unter der Voraussetzung, dass man eben auch mit der Stimme des Marilyn Manson zurechtkommt, die wahrlich so nicht dem Durchschnitt entspricht – unabhängig davon, ob liegend, sitzend oder stehend eingespielt. Neben den bereits genannten drei Höhepunkten, gibt es gegen Ende der Platte zwar einige nicht ganz so gelungene Nummern, bei denen man allerdings noch nicht gleich von „Ausfall“ sprechen kann. Dieser findet sich schließlich jedoch in Form eines Bonus Tracks am Ende der Scheibe. Es ist ein Remix des sowieso etwas schwächeren Stücks „Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand)”, welcher nun den Beinamen „Inhuman Remix” trägt. Und diese Mischung aus New Wave – Techno und Rock klingt wahrlich inhuman und hätte sicher nicht mehr sein müssen.

Fazit: Ein für Marilyn Manson typisches Album ist die sechste Scheibe der Band mit dem Titel „Eat Me, Drink Me“ geworden. Zu hören gibt es darauf die unverwechselbare Stimme des Marilyn Manson gepaart mit zumeist ins Ohr gehendem Rock. Diese Kombination schafft eine unverwechselbare Atmosphäre, die ebenfalls nur dieser Band zuzuschreiben ist. Durchaus gelungen. Neun Punkte.

Anspieltipps: They Said That Hell's Not Hot, Just A Car Crash Away, Eat Me, Drink Me



Donnerstag, 8. September 2016

Mahavishnu Orchestra – Birds Of Fire




Mahavishnu Orchestra – Birds Of Fire


Besetzung:

John McLaughlin – guitars
Rick Laird – Bass
Billy Cobham – drums, cymbals, percussion
Jan Hammer – keyboards, moog synthesizer
Jerry Goodman – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Jazz Fusion


Trackliste:

1. Birds Of Fire (5:46)
2. Miles Beyond (Miles Davis) (4:42)
3. Celestial Terrestrial Commuters (2:52)
4. Sapphire Bullets Of Pure Love (0:23)
5. Thousand Island Park (3:22)
6. Hope (1:58)
7. One Word (9:56)
8. Sanctuary (5:05)
9. Open Country Joy (3:56)
10. Resolution (2:08)

Gesamtspieldauer: 40:14




Eines habe ich inzwischen mit Sicherheit gelernt, einiger Musik muss man ordentlich Zeit zum Reifen einräumen. So manches entwickelt sich erst nach einer gewissen Zeit und nach einigen eingelegten Pausen. Ein sehr gutes Beispiel ist für mich da das Mahavishnu Orchestra um John McLaughlin, dessen Musik sich in meinen Ohren erst entwickeln musste und überhaupt nicht von Anfang an überzeugen konnte. Genau so ging es mir auch beim Hören des zweiten Albums des Mahavishnu Orchestras mit dem Titel „Birds Of Fire“, welches im März des Jahres 1973 zuerst auf dem Musiklabel Columbia Records veröffentlicht wurde. Zu hören gibt es darauf Jazz Fusion, mit kleinen eingesprenkelten Anleihen des Progressive Rock.

Diese Art der Musik kann fürchterlich wilde Ausprägungen annehmen. Dann, wenn man überhaupt nicht mehr auf eine Melodie stößt, geschweige denn von einer solchen sprechen kann, dann wird es oftmals schwierig. Auch diese Phasen gibt es auf „Birds Of Fire“. Jedoch werden auf dieser Platte auch mal die langsameren, leiseren Phasen des Fusion Jazz bedient, die dann auch schöne und eingängige Melodien aufweisen können. Zu hören hier bei „Thousand Island Park“ oder „Sanctuary“. Auch gibt es auf der Scheibe solch einen Titel wie „Resolution“, mit dem die Platte zum Abschluss kommt. Dieses Lied hätte auch gut und gerne von King Crimson in dieser Art und Weise aufgenommen werden können. Diese Steigerung in der Nummer ist einfach grandios.

Aber auch das Hauptstück der Platte, „One Word“, weiß zu überzeugen. Nicht beim ersten Mal des Hörens, zumindest, wenn man sich dem Jazz nicht verschrieben hat. Auch nicht beim zweiten, dritten oder vierten Mal. Doch plötzlich ist sie dann irgendwie da, diese Vertrautheit zu dem Stück, die einen plötzlich mitreißende Stellen erkennen lässt, die vorher noch nicht so dagewesen zu sein schienen. Wahrlich überraschend und faszinierend dieses Musikhören. Trotzdem bleibt die Scheibe eine eher schwer zugängliche, für Freunde der Hitradiosender wohl kaum erträglich. Und auch, wenn man der etwas experimentelleren Musik durchaus aufgeschlossen gegenübersteht, so werden hier doch Grenzen berührt und zum Teil sogar überschritten, die einen dann doch manchmal eher ratlos zurücklassen.

Fazit: Durchaus denkbar, dass sich „Birds Of Fire“ nur denen erschließt, die zumindest was mit Emerson, Lake and Palmer oder King Crimson anzufangen wissen. Allerdings stellt das Mahavishnu Orchestra nochmals eine deutliche Steigerung dieser Bands dar, wenn es um musikalische Experimentierfreude geht. Nun, Jazz-Freunde werden auf jeden Fall damit ihren Spaß haben. Die Musik ist nicht einfach, sie ist aggressiv und treibend, selten melodiös. Doch ist sie auch immer wieder mitreißend. Und wenn man ihr eine gewisse Reifezeit einräumt, kann sie auch als Ganzes begeistern. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Thousand Island Park, One Word, Sanctuary, Resolution



Mittwoch, 7. September 2016

Monks Of Doom – Meridian




Monks Of Doom – Meridian


Besetzung:

David Immerglück – guitar, mandolin, harmonica, organ, vocals
Victor Krummenacher – basses, organ, accordion, vocals
Greg Lisher – guitars, vocals
Chris Pedersen – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Edwin DeShazo – backing vocals
Mike Marshall – violin


Label: Baited Breath


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Folk


Trackliste:

1. Cherry Blossom Baptism (6:17)
2. Riverbed (3:06)
3. Turn It On Himself (4:34)
4. Geode I (2:24)
5. Door To Success (4:11)
6. The Traveler (5:19)
7. Interlude (0:21)
8. Argentine Dilema (2:29)
9. The Better Angels Of Our Nature (3:20)
10. Going South (5:44)
11. Follow The Queen (2:34)
12. Hieroglyphic (3:02)
13. The Harbor Incident (4:41)
14. Miracle Mile (5:28)
15. Geode II (1:30)
16. Circassian Beauty (6:51)

Gesamtspieldauer: 1:01:58




Die „Monks Of Doom“ sind eine US-amerikanische Alternative Rock Band, die sich 1986 in Kalifornien gründete. Die Band formierte sich bereits insgesamt drei Mal und löste sich zwei Mal wieder auf. Seit dem Jahr 2003 spielen die vier Musiker wieder ohne Unterbrechung zusammen, seitdem gab es allerdings nur noch eine Veröffentlichung in Form eines Studio-Albums – und das war im Jahr 2006. Bei „Meridian“ handelt es sich um das dritte Studio-Album der Monks Of Doom, welches im Jahr 1991 auf dem Label Baited Breath veröffentlicht wurde. Die Monks Of Doom sind ein Nebenprodukt der Band Camper Van Beethoven, an der ebenfalls alle Musiker beteiligt sind.

Die Musik auf „Meridian“ ist relativ unspektakulär. Groß überraschend ist es nicht, dass der Erfolg der Monks Of Doom sich einigermaßen in Grenzen hielt und auch noch hält. Das liegt zum einen ganz sicher an der Qualität der Lieder, die einfach nicht dafür geschaffen sind, Hörerinnen und Hörer mitzureißen. Allerhöchstens ist das Durchschnitt, der sich phasenweise ganz nett anhören lässt – allerdings auch nicht immer. Solch Lieder wie „Riverbed“, „Hieroglyphic“ und „Circassian Beauty“ setzen jede Menge musikalische Toleranz bei den Konsumenten voraus. Dass die vier Musiker es auch besser können, beweisen sie mit Titeln wie „The Traveler“, „Going South“, „The Harbor Incident“ oder „Miracle Mile“, die zumindest noch einigermaßen interessant klingen, ohne dabei jedoch restlos überzeugen zu können.

Allerdings ist es nicht nur alleine die Qualität der Lieder, die „Meridian“ von den Monks Of Doom zu einer etwas zwiespältigen Angelegenheit werden lässt. Es ist auch die Qualität der Aufnahmen, die mitunter an die einer Schüler-Band erinnern, die ihren ersten Titel „live“ mit einem Mikrophon einzuspielen versuchen. Ganz deutlich wird das gleich beim ersten Titel „Cherry Blossom Baptism“, der noch ganz nett startet, dann mit dem einsetzenden Gesang allerdings so etwas von amateurhaft abgemischt klingt, dass man Absicht dahinter einfach nicht mehr vermuten mag. Dass die Musiker allerdings gute Aufnahmen tätigen können, beweist zumindest Gitarrist David Immerglück, der zeitweise sogar festes Mitglied bei den Counting Crows war.

Fazit: Manche Ansätze auf „Meridian“ von den Monks Of Doom klingen gar nicht mal so schlecht. Manche Stücke auf dieser Scheibe klingen allerdings qualitativ – in Bezug auf das Songwriting wie auf die Aufnahmequalität – schon sehr gewöhnungsbedürftig. Alternative Rock ist das durchaus. Allerdings ein nur selten überzeugender Alternative Rock. So bleibt leider nur die Feststellung, dass man nicht so viel verpasst, wenn einem die Musik auf „Meridian“ im Leben nie über den Weg lauft. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Traveler, Going South, The Harbor Incident, Miracle Mile



Dienstag, 6. September 2016

Peter Mulvey – Kitchen Radio




Peter Mulvey – Kitchen Radio


Besetzung:

Peter Mulvey – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Kris Delmhorst – vocals
David "Goody" Goodrich – guitar
Mike Piehl – drums
Anita Suhanin – vocals
Paul Cebar – vocals
Lou Ulrich – bass


Label: Signature Sounds


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Folk


Trackliste:

1. Road To Mallow (3:08)
2. Shirt (3:10)
3. 29 Cent Head (3:38)
4. Falling (3:48)
5. Charlie (3:09)
6. Denver, 6 A.M. (4:05)
7. Rise (3:15)
8. Bloomington (3:40)
9. Me & Albert (2:56)
10. You (4:08)
11. Thirty (3:37)
12. Toad (3:31)
13. Sad, Sad, Sad, Sad (And Faraway From Home) (2:48)

Gesamtspieldauer: 44:58




„Kitchen Radio“ nannte der US-amerikanisache Folk Sänger und Songwriter Peter Mulvey aus Milwaukee, Wisconsin sein sechstes Studio-Album. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Jahr 2004 auf dem Musiklabel Signature Sounds. Zu hören gibt es darauf zu allermeist sanften und nachdenklichen Folk, Ausflüge in eher rockige Gefilde, wie beim Stück „29 Cent Head“, bilden da eher die Ausnahme.

Auf „Kitchen Radio“ findet man „November-Musik“. Sanft sind die Lieder des Peter Mulvey und sie klingen zum allergrößten Teil auch melancholisch bis traurig. Seine Stimme und die diese begleitende Gitarre, stehen dabei immer im Zentrum der Musik, die zumeist sehr melodiös klingt, ohne dabei jede Menge Ohrwürmer für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat zu haben. Es sind die Stimmungen, die Peter Mulvey zu erzeugen versteht, die diese Platte so einnehmend machen. Sanfte und eingängige Musik, um sich fallen zu lassen, den Tag ausklingen zu lassen, Musik zum Träumen.

Und genau da liegt auch die Stärke des Peter Mulvey. Solch Lieder wie „Road To Mallow“, „Falling“ oder „Me & Albert“ überzeugen gerade wegen ihre Sanftheit und Unaufgeregtheit. Diese Nummern scheinen auch mit jedem weiteren Male des Hörens noch zu wachsen, werden zu Vertrauten, zu Freunden, die einen an bestimmten Stellen, zu bestimmten Zeiten, gerne begleiten. Nicht jedes Lied auf „Kitchen Radio“ kann dabei allerdings gleich gut überzeugen, was logischerweise am eigenen Musikgeschmack liegt. Solch ein Titel wie „You“ klingt aber nun mal auch nicht ganz so eingängig. Doch ganz gleich, ob melodiös und eher weniger, die Atmosphäre, die hier transportiert wird, bleibt die gleiche, ruhige, entspannte. Ganz leise Country-Klänge sind auch immer wieder zu hören, stehen jedoch nie im Vordergrund.

Fazit: Für Freunde der sanften Folk Musik bestens geeignet. Viele der Lieder gehen gut ins Ohr. Zumeist ist die Stimmungen, auf diesem sechsten Album des Peter Mulvey, eine ruhige bis sanfte. Absolut herausstechende Titel finden sich zwar nicht auf „Kitchen Radio“, doch die Platte wirkt durchaus insgesamt. Man legt sie nach einem anstrengenden Tag auf, hört die Titel Eins bis Dreizehn durch und ist entweder eingeschlafen oder tiefenentspannt – auf jeden Fall beruhigt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Road To Mallow, Falling, Me & Albert



Montag, 5. September 2016

Alannah Myles – Alannah Myles




Alannah Myles – Alannah Myles


Besetzung:

Alannah Myles – lead and backing vocals


Gastmusiker:

Kurt Schefter – guitars
David Tyson – keyboards, bass, backing vocals on "Still Got This Thing"
Steve Webster – bass on all songs except for "Black Velvet"
Jørn Andersen – drums
David Wipper – acoustic guitar, mandolin
John Johnson – saxophone
Rick Waychesko – trumpet
Michael Sloski – percussion
Roberto Bartolucci – guitar overdubs on "Just One Kiss" and "Lover of Mine"
Scott Humphrey – keyboard programming
Gary Craig – drums on "Who Loves You"
Lisa Dalbello – backing vocals on "Just One Kiss" and "Kick Start My Heart"
Peter Fredette – backing vocals on "Kick Start My Heart" "Rock This Joint" and "If You Want To"
Dean McTaggart – backing vocals on "Kick Start My Heart" and "Rock This Joint"
Jackie Richardson – backing vocals on "Still Got This Thing"
Christopher Ward – backing vocals on "Love Is" and "Still Got This Thing"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop Rock, Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. Still Got This Thing (4:37)
2. Love Is (3:40)
3. Black Velvet (4:49)
4. Rock This Joint (4:02)
5. Lover Of Mine (4:42)
6. Kick Start My Heart (3:42)
7. If You Want To (4:13)
8. Just One Kiss (3:35)
9. Who Loves You (3:37)
10. Hurry Make Love (2:16)

Gesamtspieldauer: 39:17




„Alannah Myles“ heißt das selbstbetitelte Debut-Album der kanadischen Sängerin Alannah Myles. Veröffentlicht wurde die Platte im März des Jahres 1989 auf dem Label Atlantic Records. Die Scheibe enthält die Hitsingle „Black Velvet“, die weltweit die Charts eroberte und sicherlich ein Grund dafür war, dass die Platte so erfolgreich lief und sich weltweit über sechs Millionen Mal verkauft. Das war es allerdings auch fast schon mit dem Erfolg der Alannah Myles, denn die nachfolgenden Scheiben konnten – insgesamt wurden bisher sechs Studioalben veröffentlicht – bei weitem nicht mehr diese Verkaufszahlen erzielen, außerhalb Kanadas lief der Absatz eher schleppend, die späteren Veröffentlichungen wurden selbst in Kanada nicht mehr wahrgenommen.

Auf dem Debut-Album der Alannah Myles gibt es Mainstream Rock oder Adult Oriented Rock zu hören, der von diversen Songschreibern für Alannah Myles komponiert wurde. Nun, das Lied der Platte ist ganz klar die Nummer „Black Velvet“, welche durchaus auch einen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist und selbst heutzutage noch, bald dreißig Jahre nach der Entstehung, immer wieder im Radio zu hören ist. Viel mehr Interessantes oder Hörenswertes lässt sich auf der Scheibe allerdings leider nicht mehr finden. Der ganze Rest der Platte ist Mainstream Rock, der eben nicht mehr diesen Wiedererkennungswert aufweist und einfach so durchläuft, etwas dahinplätschert, ohne auch nur den Hauch einer Spur zu hinterlassen. Manchmal klingt das Album fast so, als ob dieser eine Hit „Black Velvet“ eben gerade dagewesen wäre und man nun noch schnell ein paar weitere Lieder dazu komponieren musste, um die Platte voll zu bekommen.

Das wiederum bedeutet nichts Anderes als, dass sich auf der Scheibe zehn Lieder befinden, von denen eines wirklich gelungen ist und überzeugt, der Rest jedoch eher in Langeweile erstirbt. Und das gilt sowohl für die Musik selbst, als auch für die Texte. Die Musik auf „Alannah Myles“ von Alannah Myles nervt noch nicht einmal, aber sie langweilt eben.

Fazit: Alle diejenigen Musikhörerinnen und Musikhörer, die auf einfache und radiotaugliche Musik stehen, werden sicherlich auch mit dem Debut-Album der Alannah Myles ihre Freude haben. Diejenigen Hörerinnen und Hörer, die allerdings das Besondere in der Musik suchen, werden hier nicht fündig werden. Die Platte enthält ein Lied mit Ohrwurmcharakter, und zwar die Nummer „Black Velvet“. Das war es dann aber leider auch schon, der Rest ist eher zum Vergessen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Black Velvet, Who Loves You



Sonntag, 4. September 2016

Muscadine – The Ballad Of Hope Nicholls




Muscadine – The Ballad Of Hope Nicholls


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Malcolm Walker
Benji Hughes
Stacey Leazer
Jonathan Wilson


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1 Alice In Indieland (5:30)
2. Popsicles For Mummy (6:19)
3. Southern Belle (3:05)
4. Mon Petit Chou (2:11)
5. Analexis Dakota (4:06)
6. She Doesn't Want Me (2:41)
7. Saltwater Suntan (3:21)
8. Mr. Music (4:42)
9. Wind Up Doll (3:48)
10. Well (5:28)
11. Dignity (10:51)

Gesamtspieldauer: 52:06




Im Jahr 1995 gründeten die beiden Musiker Jonathan Wilson und Benji Hughes die Band Muscadine. Viel lässt sich über diese Formation nicht mehr herausfinden. „The Ballad Of Hope Nicholls“ war aber ihr erstes und wohl auch letztes Album und wurde im Jahr 1997 auf dem Label Sire Records veröffentlicht. Jonathan Wilson und Benji Hughes veröffentlichten nach ihrer Zeit mit Muscadine allerdings fleißig Solo-Alben.

Zu hören gibt es auf „The Ballad Of Hope Nicholls“ gut gemachten Gitarren-Rock, der im Bereich des Alternative Rock angesiedelt ist. Viele der Lieder gehen gut ins Ohr, am allerbesten dabei die sanfte Nummer „Well“, die auch längerfristig hängenbleibt und den Höhepunkt der Scheibe darstellt. Etwas experimentierfreudiger waren die vier Musiker beim letzten Stück, beim allerletzten, welches sich ziemlich zügig an „Dignity“ in Form eines Hidden Tracks anschließt. Die Pause zwischen beiden Nummern ist nicht sehr lange, nur wenige Sekunden und dann beginnt sie, die Kakophonie der schrägen Töne, die so gar nicht zum Rest der Platte passen will und sich deutlich von den eher melodischen Tönen absetzt.

Ansonsten sind die Lieder auf dem Album gut gemachte Stücke, die allerdings nicht allzu sehr aus dem Rahmen fallen. Mal klingt die Gitarre etwas schwerer, ein anderes Mal sind die Töne deutlich weicher gehalten. Melodiös und eingängig ist das fast immer, ohne dabei jedoch restlos zu überzeugen. Dazu sind die Lieder auf „The Ballad Of Hope Nicholls“ einfach zu sehr im Allgemeinen und Unspektakulären verwurzelt.

Fazit: Ein unaufgeregtes., mit ein paar Höhepunkten versehenes Album ist „The Ballad Of Hope Nicholls“ von Muscadine geworden. Freunde des Alternative Rock werden sicherlich Spaß an der Scheibe haben, die manchmal sehr überzeugt, manchmal allerdings einfach so an einem vorbeiläuft. Trotzdem, ganz sicher kein schlechtes Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Alice In Indieland, Well



Samstag, 3. September 2016

Muse – Black Holes And Revelations




Muse – Black Holes And Revelations


Besetzung:

Matthew Bellamy – lead vocals, lead and rhythm guitars, piano, synthesizers
Christopher Wolstenholme – bass, backing vocals, double bass on “Soldier's Poem”, some synthesizers on “Map Of The Problematique” and “Hoodoo”
Dominic Howard – drums, percussion, brief vocals and electronic drums on "Supermassive Black Hole", buchla 200e on “Take A Bow”


Gastmusiker:

Edoardo de Angelis – first violin on "Take a Bow", "City Of Delusion", "Hoodoo" and "Knights Of Cydonia"
Around Art – strings on "Take A Bow", "City Of Delusion", "Hoodoo" and "Knights Of Cydonia"
Marco Brioschi – trumpet on "City Of Delusion" and "Knights Of Cydonia"


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Take A Bow (4:35)
2. Starlight (3:59)
3. Supermassive Black Hole (3:29)
4. Map Of The Problematique (4:18)
5. Soldier's Poem (2:03)
6. Invincible (5:00)
7. Assassin (3:31)
8. Exo-Politics (3:53)
9. City Of Delusion (4:48)
10. Hoodoo (3:43)
11. Knights Of Cydonia (6:06)

Gesamtspieldauer: 45:31




„Black Holes And Revelations“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Band Muse, bei der Sänger und Gitarrist Matt Bellamy einmal mehr für die Kompositionen inklusive der Texte zuständig war. Veröffentlicht wurde „Black Holes And Revelations“ im Juli 2006 auf dem Musiklabel von Warner Brothers und wurde von den Fans der Band überwiegend begeistert aufgenommen. Die Platte erreichte in Australien, Irland, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich den Spitzenplatz der Charts und konnte sich in fast allen westlichen Ländern in den Top Ten der jeweiligen Hitparaden platzieren.

Nun, was man auf der Scheibe zu hören bekommt, das ist Musik, die ganz eindeutig von Muse stammt, zu unverwechselbar sind einfach der Gesang des Matt Bellamy und mitunter auch mal das bombastische Element, welches der Musik der Engländer auch immer wieder mal anhaftet. Viele der Nummern auf „Black Holes And Revelations“ gehen durchaus ins Ohr, auch wenn man dafür sicherlich ein paar Durchläufe der Scheibe benötigt. Der Sound ist toll, wirklich gut abgemischt, jedem Instrument wird ein passender Auftritt zugestanden. Mal klingt die Musik indisch, mal mexikanisch, mal etwas orientalisch angehaucht. Viele musikalische Stile verwenden Muse auf „Black Holes And Revelations“, trotzdem bleibt das immer Rock, der mitunter richtiggehend mitreißend ist. Und beim kurzen Titel „Soldier's Poem“ klingt dann das Gesangsarrangement schon sehr nach Queen, denen hier wohl auch noch eine musikalische Reminiszenz gewidmet ist.

So weiß die Musik auf „Black Holes And Revelations“ durchaus zu überzeugen. Vor allem aber wohl, wenn man eingefleischter Muse-Fan ist. Die richtig herausragenden Lieder, die auf anderen Platten von Muse immer wieder vorhanden sind, fehlen hier nämlich. Trotzdem überzeugt das Album durchaus. Alles klingt, alles wirkt. Die Musik nähert sich oftmals durchaus dem etwas härteren Rock an, wirkt aufgrund des Gesangs und der eingesetzten Instrumente dann jedoch sehr viel weicher und sanfter.

Fazit: Wer Muse liebt wird auch dieses Album lieben. Die Band um Sänger, Gitarrist und Songschreiber Matthew Bellamy unternimmt hier keine Experimente. Der einmal von Muse eingeschlagene Weg wird konsequent fortgesetzt. Die Musik bewegt sich nahe des Hard Rock, ist dabei sehr melodiös und wirkt durch den Gesang ganz speziell. Sicherlich keine Mainstream-Musik. Spannend sind Muse irgendwie immer. Neun Punkte.

Anspieltipps: Take A Bow, Map Of The Problematique, Assassin