Sonntag, 14. August 2016

Ludwig Hirsch – Dunkelgraue Lieder




Ludwig Hirsch – Dunkelgraue Lieder


Besetzung:

Ludwig Hirsch – Gesang, keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Die Omama (4:35)
2. I lieg am Ruckn (5:05)
3. Der Herr Haslinger (3:11)
4. Der blade Bua (4:12)
5. Die Spur Im Schnee (3:19)
6. Liebeslied (4:03)
7. Der Dorftrottel (6:26)
8. Der Wolf (5:24)
9. Spuck den Schnuller aus (3:24)
10. Der Zwerg (5:14)
11. Happy End (4:01)

Gesamtspieldauer: 49:00




„Dunkelgraue Lieder“ heißt die erste Platte des österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch. Im Jahr 1978 wurde das Album auf dem Label Polydor veröffentlicht und wie der Name der Scheibe fast schon zum Ausdruck bringt, befinden sich darauf Lieder, die angefüllt sind mit schwarzem Humor. Da verschluckt sich die Omama mit ihrer Vergangenheit im Dritten Reich, an ihrem eigenen Gebiss und der der nette Herr Haslinger mag besonders die kleinen Kinder sehr gern. Sofort beginnen beim Zuhören die Gedanken etwas zu basteln, zu entwickeln. Und das sind nur einige Beispiele und Szenarien, die Ludwig Hirsch in den Köpfen seiner Hörerinnen und Hörer entstehen lässt.

Ganz klar, bei den Platten des Ludwig Hirsch stehen mehr die Texte im Vordergrund, die Musik scheint auf eine gewisse Art und Weise nur schmückendes Beiwerk zu sein. Passend dazu werden noch nicht einmal die entsprechenden Musiker der einzelnen Titel aufgeführt. Und mit der Art des Ludwig Hirsch, mit dessen Auffassung von Humor, muss man umgehen können, denn sonst wird es schwierig beim Lauschen. Sicherlich ist das nicht jedermanns Sache und schon gar nicht jugendfrei, obwohl hier keine sexuellen Praktiken beschrieben werden oder aber ein Stilmittel des Autors Schimpfwörter wären. Bei Ludwig Hirsch wird jedoch gestorben und gemordet und das Kopfkino angeregt, sodass die „bösen“ Szenen letztendlich alle im eigenen Kopf entstehen.

Leider ist die Musik allerdings noch nicht ganz so gelungen, wie auf dem Nachfolger-Album, welches auch musikalisch viel besser überzeugen konnte. Das ist hier, bei „Dunkelgraue Lieder“, nicht ganz so der Fall. Viele Lieder klingen leicht und sogar ein wenig swingend, das Ganze ist eher Bar- oder Big Band-Sound als Pop oder Rockmusik. Dies alleine schon durch die verwendeten Instrumente. An sich eine schöne Abwechslung, allerdings schaffen es diese Melodien leider nicht zu zünden, was den Texten durchaus gelingt, die einem ein Lächeln auf das Gesicht oder Sorgenfalten auf die Stirn zaubern.

Fazit: Liedermacher-Musik mit dunklen Texten. Der schwarze Humor steht bei Ludwig Hirsch ganz klar im Zentrum seiner Kunst, die dann zum Nachdenken oder Schmunzeln anregt. Aber zu einem Lied gehört nicht nur der Text, sondern eben auch die Musik selbst. Und da hat Ludwig Hirsch noch nicht ganz die passenden Töne gefunden. Das klingt zwar nett, aber noch nicht endgültig überzeugend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Die Omama, Der Dorftrottel



Samstag, 13. August 2016

Mark Knopfler – The Ragpicker’s Dream




Mark Knopfler – The Ragpicker’s Dream


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitars


Gastmusiker:

Richard Bennett – guitars
Jim Cox – piano, Hammond organ
Guy Fletcher – keyboards, backing vocals
Glenn Worf – bass
Chad Cromwell – drums
Glen Duncan – violin
Paul Franklin – pedal steel guitar
Mike Henderson – harmonica
Jimmy Nail – backing vocals
Tim Healy – backing vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Rock


Trackliste:

1. Why Aye Man (6:14)
2. Devil Baby (4:05)
3. Hill Farmer's Blues (3:45)
4. A Place Where We Used To Live (4:34)
5. Quality Shoe (3:56)
6. Fare Thee Well Northumberland (6:29)
7. Marbletown (3:33)
8. You Don't Know You're Born (5:21)
9. Coyote (5:56)
10. The Ragpicker's Dream (4:20)
11. Daddy's Gone To Knoxville (2:48)
12. Old Pigweed (4:34)

Gesamtspieldauer: 55:40




„The Ragpicker’s Dream“ heißt das dritte Solo-Werk des Mark Knopfler. Im Jahr 2002, zwei Jahre nach seinem größten Solo-Erfolg mit „Sailing To Philadelphia“, wurde die Platte, genau wie die bereits zuvor entstandenen Alben, auf dem Label Mercury Records veröffentlicht. Leider ist die Scheibe allerdings nicht mehr ganz so überzeugend gelungen, wie der Vorgänger. Ich weiß nicht ob Mark Knopfler mit dem Album vor allen Dingen in den USA einen „Treffer“ landen wollte, doch viel zu oft hört man auf The Ragpicker’s Dream“ Töne, die deutlich in die Richtung Country driften.

Bestes Beispiel für solch einen Country-Song ist die Nummer „Daddy's Gone To Knoxville“. So etwas mag man irgendwie nicht hören, wenn man Mark Knopfler auflegt und passt dann schon deutlich mehr zu Willie Nelson, als zu dem Briten. Auch „Devil Baby“ und „Quality Shoe“ gehen in diese Richtung. Das klingt dann leider noch nicht mal mehr lustig. Und wenn es schließlich mal bewusst relaxt klingen soll, wie beim etwas bluesigen „Fare Thee Well Northumberland“, hört sich das auch alles andere als überzeugend an.

Gelungen sind der Opener „Why Aye Man“, da nach einigen Malen des Hörens ins Ohr geht. Das getragene „Hill Farmer's Blues“ macht dies ebenfalls und klingt dabei wunderschön sanft und zerbrechlich. Und schließlich gibt es da noch das Titellied „The Ragpicker’s Dream“. Ebenfalls sanft, getragen und eingängig und mit Sicherheit einer der Höhepunkte der Platte – obwohl einen hier die Pedal Steel Guitar auch immer wieder in den Wilden Westen entführen möchte. Nun, das war es dann allerdings leider auch schon. Diese drei letztgenannten Lieder stellen die Höhepunkte der Platte dar, ganz bestimmt jedoch nicht die Höhepunkte im Schaffen des Mark Knopfler. Alles andere auf „The Ragpicker’s Dream“ ist dabei eher langweilig als interessant, irgendwie nicht mehr der Rede wert.

Fazit: Ein ziemlich unauffälliges Album ist die dritte Platte des Mark Knopfler mit dem Titel „The Ragpicker’s Dream“ geworden. Man hört den Briten auf diesem Album schon noch heraus, was allerdings mehr an seinem Gesang liegt, weniger jedoch am Klang seiner doch meist so unverwechselbaren Gitarre. Mit den Dire Straits hat dieses Album nur noch wenig gemein und die Musik driftet stilistisch ganz klar in Richtung Nordamerika, was viele Country-Anleihen immer wieder beweisen. Keine schlechte Platte, aber eine, die man sich zumindest öfters anhören muss, um darauf mehr für sich zu entdecken. Acht Punkte.

Anspieltipps: Why Aye Man, Hill Farmer's Blues, The Ragpicker's Dream



Freitag, 12. August 2016

Pete Townshend – Psychoderelict




Pete Townshend – Psychoderelict


Besetzung (Angaben als „Psychoderelict Family”:

Jeremy Allom
Jon Astley
Richard Barnes
Paul Bonnick
Ian Broudie
Mark Brzezicki
John "Rabbit" Bundrick
Chyna
Allan Corduner
Bruce Davies
Barry Diament Audio
Julie Duff of Anne Henderson Casting
Andrew Eccles
Nick Goderson
Linal Haft
Deirdre Harrison
Steve Hill
Peter Hope-Evans
Icon Communications
Nicola Joss
Kick Horns
Roger Knapp
John Labanowski
Jamie Lane
Dee Lewis
Gavin Lewis
Jody Linscott
Jaz Lochrie
Andy Macpherson
Billy Nicholls
Michael Nicholls
Tessa Niles
Phil Palmer
Josh Phillips-Gorse
Bob Pridden
Jan Ravens
Simon Rogers
Adam Seymour
Paul Stevens
Paul Townshend
Simon Townshend
Nigel Walker
Cleveland Watkiss
Suzy Webb
Lee Whitlock
Paul "Tubbs" Williams
Ian Wilson


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Rock


Trackliste:

1. English Boy (5:07)
2. Meher Baba M3 (3:31)
3. Let's Get Pretentious (3:36)
4. Meher Baba M4 (Signal Box) (2:23)
5. Early Morning Dreams (3:54)
6. I Want That Thing (3:58)
7. Dialogue Introduction To "Outlive The Dinosaur" (0:32)
8. Outlive The Dinosaur (3:24)
9. Flame (Demo Version) (1:07)
10. Now And Then (4:25)
11. I Am Afraid (4:34)
12. Don't Try To Make Me Real (2:59)
13. Dialogue Introduction To "Predictable" (0:34)
14. Predictable (2:16)
15. Flame (2:41)
16. Meher Baba M5 (2:35)
17. Fake It (3:29)
18. Dialogue Introduction To "Now And Then (Reprise)" (0:32)
19. Now and Then (Reprise) (2:57)
20. Baba O' Riley (Demo) (1:20)
21. English Boy (Reprise) (7:04)

Gesamtspielauer: 1:03:12




„Psychoderelict” ist ein Konzeptalbum des Pete Townshend, eine sogenannte Rock Oper, die in Form einer Radiosendung gehalten ist. Gleichzeitig ist die Scheibe aus dem Jahr 1993 auch das letzte Solo-Album, welches Pete Townshend aufgenommen hat. Nun und das ist jetzt immerhin schon 23 Jahre her. Allerdings veröffentlichte Pete Townshend noch Platten zu Ehren seines spirituellen Mentors Meher Baba, der hier auch des Öfteren Erwähnung findet sowie, zusammen mit Roger Daltrey, im Jahr 2006 „Endless Wire“, das elfte The Who Studio-Album.

„Psychoderelict“ war als Nachfolger von „The Iron Man“ gedacht. „Normale“ Solo-Alben wollte Pete Townshend zu dieser Zeit anscheinend nicht mehr veröffentlichen, wieder sollte es eine Art Rock-Oper beziehungsweise Musical werden. Und so ist es auch nicht ganz einfach dieser Scheibe zu folgen, auf der die Musik immer wieder von Dialogen unterbrochen wird. Im Zentrum der Geschichte steht Raymond Highsmith, ein Rockstar der 60iger Jahre, dessen Geschichte hier abschnittsweise erzählt wird. Viele Kritiker sahen in diesem Ray High Pete Townshend persönlich, der hier auch wieder Meher Baba, seiner spirituellen Inspiration huldigt.

Nun, die Scheibe wurde nicht sehr erfolgreich, verkaufte sich überall recht schleppend, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass der Fluss der Musik durch die vielen eingestreuten Dialoge einfach verloren geht. Es ist nicht ganz einfach, sich auf diese Scheibe einzulassen. Das sahen der Künstler und sein Management dann wohl auch so und veröffentlichten eine Version der Platte ohne diese Gesprächsfetzen, die allerdings auch nicht erfolgreicher lief. Das wiederum liegt wohl an dem Umstand, dass das enthaltene Liedmaterial eben alles andere als überzeugend klingt. Man kann „Psychoderelict” zwar anhören, ohne dauernd irgendwelche Tasten auf der Fernbedienung drücken zu müssen, allerdings besonders ins Ohr geht hier nichts. Nur auf die Lieder bezogen zieht die Musik einfach so an einem vorbei, ohne großartige, länger anhaltende Eindrücke zu hinterlassen. Die Musik des Pete Townshend war endgültig im Mittelmaß angekommen.

Fazit: Ein seltsames Album ist „Psychoderelict”, das siebte und bisher letzte Solo-Album – rechnet man die fünf Alben für seinen spirituellen Mentor Meher Baba jetzt mal nicht mit –geworden. Irgendwie wirkt die ganze Scheibe eher wie ein Hörspiel, obwohl natürlich auch hier die Musik im Vordergrund steht. Diese kann allerdings nicht mehr ganz so überzeugen, wie auf den vorherigen Platten des Pete Townshends. Wenn diese Scheibe nicht eine von Pete Townshend wäre, fände sie noch weniger Beachtung. Nur etwas für den ausgewiesenen Fan. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Now And Then, I Am Afraid, Don't Try To Make Me Real



Donnerstag, 11. August 2016

The Killers – Battle Born




The Killers – Battle Born


Besetzung:

Brandon Flowers – lead vocals, synthesizers
Dave Keuning – guitar, background vocals
Mark Stoermer – bass guitar, background vocals
Ronnie Vannucci – drums, percussion, background vocals


Gastmusiker:

Stuart Price – keyboards and programming
Damian Taylor – keyboards and programming
Antoinette Bifulco – backing vocals
Elizaveta Polyanskaya – backing vocals
Chiara DeJesus – backing vocals
Susan Easter – backing vocals
Jenna Tracey – backing vocals
Brian Neau – backing vocals
Jeff Stults – backing vocals
Jonathan Baltera – backing vocals
Kaymen Carter – backing vocals
Bob Tracey – backing vocals
Alissa Fleming – violin
Jennifer Eriksson – violin
Nate Kimball – trombone
Isaac Tubb – trumpet


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Alternative Rock, Pop Rock


Trackliste:

1. Flesh And Bone (4:01)
2. Runaways (4:06)
3. The Way It Was (3:54)
4. Here With Me (4:54)
5. A Matter Of Time (4:13)
6. Deadlines And Commitments (4:24)
7. Miss Atomic Bomb (4:54)
8. The Rising Tide (4:20)
9. Heart Of A Girl (4:36)
10. From Here On Out (2:30)
11. Be Still (4:35)
12. Battle Born (5:13)

Gesamtspieldauer: 51:45




Auch mit ihrem vierten Album, „Battle Born“, blieben sich die Musiker der Killers treu und stellten erneut eine Scheibe zusammen, auf der sich zwölf höchst eingängige Stücke befinden. Veröffentlicht wurde das Album im September 2012 bei Island Records und erklomm erneut, wie die drei vorherigen Studio-Alben, Platz 1 der britischen und irischen Charts. Auch bei den Rezensenten wie bei den Fans in anderen Ländern wurde die Scheibe sehr wohlwollend aufgenommen und wurde sogar bei einer Leserumfrage des Rolling Stone Magazines in den USA zum zweitbesten Album des Jahres 2012 gewählt. Mit den Titeln „Runaways", „Miss Atomic Bomb" sowie „Here With Me" wurden drei Singles veröffentlicht, die sich ebenfalls gut in diversen Hitparaden platzieren konnten.

Was die Band aus Nevada hier allerdings ihren Hörerinnen und Hörern bietet, ist weniger Alternative Rock, sondern sehr viel mehr absolut eingängiger Pop Rock. Beginnt die Platte noch mit Geräuschen, die auf ein Synthie-Pop-Album hinweisen, so geht die Musik dann jedoch schnell in einen sehr melodiösen und das Ohr umschmeichelnden Pop-Rock-Stil über. Und es ist dabei auch nicht weiter verwunderlich, dass The Killers gerade in Großbritannien und Irland so erfolgreich sind, denn die Musik der US-Amerikaner klingt insgesamt „very British“.

Ins Ohr geht bei den Killers im Grunde genommen jeder Titel, wenn die Musik auch nicht sonderlich spektakulär ist oder etwas absolut Besonderes darstellt. Muss sie auch nicht, die Band will unterhalten, nicht mehr und nicht weniger und das gelingt ihr mit „Battle Born“ auch ziemlich gut. Selbst einzelne Lieder herauszupicken fällt schwer, denn alles klingt hier. Vielleicht macht es das an manchen Stellen sogar etwas zu weich und lieblich, sodass man das Genre „Alternative Rock“ wahrlich streichen kann. Der Musik ist das allerdings völlig egal und diese bleibt deswegen auch trotzdem immer hörenswert und unterhaltend.

Fazit: Wer auf gut gemachten Pop-Rock steht, die oder der wird mit „Battle Born“ von den Killers auf das Allerbeste bedient werden. Gut gemachte, melodiöse und eingängig komponierte Lieder gibt es hier zu hören, die allesamt ziemlich schnell ins Ohr gehen. Wer etwas Kompliziertes oder aber Anspruchsvolles erwartet, dürfte freilich etwas enttäuscht werden. Doch wer erwartet das schon bei einem Album der Killers? Neun Punkte.

Anspieltipps: Runaways, Miss Atomic Bomb, Battle Born



Mittwoch, 10. August 2016

The Doors – The Best Of The Doors




The Doors – The Best Of The Doors


Besetzung:

John Densmore – drums
Robby Krieger – guitar
Ray Manzarek – organ, piano, keyboards, bass
Jim Morrison – vocals


Gastmusiker:

Douglass Lubahn – occasional bass guitar on the tracks that came from "Strange Days" & "Waiting for the Sun" except disc 2, track 7
Jerry Scheff – occasional bass guitar on the "L.A. Woman" tracks
Ray Neapolitan – bass guitar on disc 1, track 9
Lonnie Mack – bass guitar on disc 2, track 2
John Sebastian – harmonica on disc 2, track 2 (credited as "G. Puglese")
Harvey Brooks – bass guitar on disc 2, track 5
Paul Harris – orchestral arrangements on disc 2, track 5
Curtis Amy – saxophoneosolon disc 2, track 5
Marc Benno – additional guitar on disc 2, track 3
Kerry Magness – bass guitar on disc 2, track 7
Leroy Vinnegar – acoustic bass on disc 2, track 10
Larry Knechtel – bass guitar on disc 1, track 2


Label: Elektra


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Psychedelic Rock, Acid Rock, Blues Rock, Rock


Trackliste:

CD1:

1. Break On Through (To The Other Side) (von "The Doors", 1967) (2:27)
2. Light My Fire (von "The Doors", 1967) (7:06)
3. The Crystal Ship (von "The Doors", 1967) (2:33)
4. People Are Strange (von "Strange Days", 1967) (2:11)
5. Strange Days (von "Strange Days", 1967) (3:07)
6. Love Me Two Times (von "Strange Days", 1967) (3:16)
7. Alabama Song (Whisky Bar) (von "The Doors", 1967) (3:20)
8. Five To One (von "Waiting For The Sun", 1968) (4:26)
9. Waiting For The Sun (von "Morrison Hotel", 1970) (3:59)
10. Spanish Caravan (von "Waiting For The Sun", 1968) (2:58)
11. When the Music's Over (von "Strange Days", 1967) (10:56)


CD2:

1. Hello, I Love You (von "Waiting For The Sun", 1968) (2:14)
2. Roadhouse Blues (von "Morrison Hotel", 1970) (4:03)
3. L.A. Woman (von "L.A. Woman", 1971) (7:49)
4. Riders On The Storm (von "L.A. Woman", 1971) (7:11)
5. Touch Me (von "The Soft Parade" 1969) (3:12)
6. Love Her Madly (von "L.A. Woman", 1971) (3:17)
7. The Unknown Soldier (von "Waiting For The Sun", 1968) (3:23)
8. The End (von "The Doors", 1967) (11:42)

Gesamtspieldauer CD1 (46:22) & CD2 (42:54): 1:29:16




„The Best Of The Doors“ erschien im November des Jahres 1985 auf dem Label Elektra. Auf diesem Kompilationsalbum sind alle sechs Alben vertreten, die zusammen mit Jimmy Morrison aufgenommen wurden. Über die Musik muss ich mich hier nicht sonderlich auslassen, das lässt sich gut auf diesen Seiten bei den einzelnen Studioalben nachlesen. Über die Zusammenstellung dieses Doppelalbums lässt sich, wie immer bei „Best Of…“-Scheiben, jedoch natürlich trefflich streiten, die wichtigsten Nummern in der Bandkarriere sind aber wohl vertreten. Ob sich allerdings auch das jeweilige Lieblingslied der Hörerin beziehungsweise des Hörers unter den neunzehn Titeln befindet, kann nur sie oder er entscheiden.

Die Musik ist über jeden Zweifel erhaben, größtenteils wahrlich beeindruckend. Trotzdem benötigt man diese Platte sicherlich nicht, wenn man die Alben bereits besitzt, da die Lieder hier 1:1, ohne jegliche Variation wiedergegeben werden. Dieses Kompilationsalbum ist also für all jene gedacht, die sich mal einen Überblick über die Musik der Doors machen möchten. Dass dieser bei lediglich neunzehn Titeln aus sechs verschiedenen Alben jedoch nicht komplett sein kann, sollte dabei keineswegs verwundern.

Fazit: Kein Album für Fans, sondern nur für Menschen, die die Musik der Doors noch nicht kennen und erst mal hineinschnuppern möchten, in den Kosmos dieser so genialen Band. Rock Musik, die auch knapp 50 Jahre nach ihrer Entstehung immer noch modern klingt und nichts von ihrem Reiz und ihrer Ausstrahlung verloren hat. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The End und der ganze Rest



Dienstag, 9. August 2016

The Nits – Hat




The Nits – Hat


Besetzung:

Henk Hofstede – vocals, guitar
Rob Kloet – drums
Robert Jan Stips – keyboards
Joke Geraets – double bass


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop, Avantgarde


Trackliste:

1. The Train (4:08)
2. Blue (4:04)
3. The Dream (4:20)
4. The Bauhaus Chair (2:43)
5. The Hat (4:29)
6. The House (3:50)

Gesamtspieldauer: 23:34




Die im Jahr 1988 veröffentlichte EP der niederländischen Band The Nits mit dem Namen „Hat“, hält einige sehr typische Titel für die Musik der Nits parat. Allerdings ist es eher die Pop-Schiene, die dieses Mal für deren Hörerinnen und Hörer bedient wird, sehr viel weniger der avantgardistische Ansatz, der auch regelmäßig auf den Studioalben der Band enthalten ist.

Man hört auf „Hat“ sechs mehr oder wenige eingängige Pop-Nummern, wobei hier besonders das auch als Single veröffentlichte „The Train“ sowie die Nummer „The Bauhaus Chair“ überzeugen können. Die Titel auf „Hat“ können jedoch alle durchaus überzeugen, lassen sich eindeutig der Musik der Nits zuordnen und stellen dadurch eine ganz nette Erweiterung in der Diskographie der Band dar.

Die Mini-LP wurde auf CD wiederveröffentlicht und um zwei Titel erweitert. Da es sich dabei allerdings um Material handelt, was bereits auf der EP vorhanden war („The Dream“ und „The Train“) und dies nur in einer alternativen Version wiedergegeben wird, macht das dieses kurze Album keineswegs kaufenswerter und bedeutet auch keinen Mehrwert.

Fazit: Diese kurze EP, die auch noch jede Menge kostet, ist wohl nur eher was für den ganz großen The Nits Fan. Man hört darauf The Nits-typische Klänge, die eher die Pop-Richtung der Band bedienen und sehr eingängig sein. Die Musik auf „Hat“ ist zwar durchaus hörenswert, jedoch nur sehr kurz und lohnt die teure Anschaffung kaum. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Train, The Bauhaus Chair



Montag, 8. August 2016

Willard Grant Conspiracy – Pilgrim Road




Willard Grant Conspiracy – Pilgrim Road


Besetzung:

Malcom Lindsay – piano, acoustic and electric guitar, vocals, pump organ and assorted keyboards, choir
Robert Fisher – vocals
Josh Hillman – violin and viola
Dennis Cronin – trumpet and vibraphonette
Chris Eckman – Persephone on “Miracle On 8th Street”
David Michael Curry – viola soundscape and singing saw on “Painter Blue”
Eric Van Loo – double bass
Stuart Duffin – fretless electric upright bass on “Miracle On 8th Street”, jerusalem church bells and street sounds
Pete Sutton – fender precision bass on “Miracle On 8th Street”
Paul Tasker – slide guitar on “Great Deceiver”
Iona McDonald – vocals on “The Pugilist” and “Great Deceiver”
Rachel Morley – vocals on “Lost Hours”, choir
Tom King – percussion
Jackie Leven – acoustic guitar, wind whispering and vocals
Avram Gleitsman – background vocals on “Phoebe”
George Murray – trombone
Robert Irvine – cello
Mark Halliday – choir
Mary Halliday – choir
Simon Halliday – choir
Melanie Sims – patience, hospitality and good ears


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Folk, Americana, Alternative Country


Trackliste:

1. Lost Hours (3:13)
2. The Great Deceiver (3:46)
3. Jerusalem Bells (3:45)
4. The Pugilist (2:51)
5. Phoebe (3:09)
6. Miracle On 8th Street (6:02)
7. Painter Blue (5:26)
8. Malpensa (4:28)
9. Water And Roses (3:21)
10. Vespers (2:58)
11. The Great Deceiver Reprise (1:17)

Gesamtspieldauer: 40:21




Die Musik von Willard Grant Conspiracy ist schon eine ganz besondere Musik. So auch auf dem inzwischen schon achten Studioalbum dieses Musikprojekts um den Sänger und Gitarristen Robert Fisher, der auf „Pilgrim Road“ allerdings nur als Sänger zu hören ist. „Pilgrim Road“ wurde im Jahr 2008 auf dem Label Glitterhouse Records veröffentlicht und bietet der Hörerin beziehungsweise dem Hörer elf Kompositionen, für die sich erneut jener Robert Fisher verantwortlich zeigt. Für die Umsetzung seiner Ideen, konnte er wieder einige Musikkollegen gewinnen.

Der Stimmung der Musik auf „Pilgrim Road“ ist eine sehr ruhige, zurückhaltende, mitunter fast schon zerbrechlich wirkende. Alles klingt sanft und ein klein wenig nachdenklich. Der Stil bewegt sich zwischen Folk und Americana. Insgesamt wird die musikalische Ausrichtung von Willard Grant Conspiracy auch immer mit Alternative Country in Verbindung gebracht, jedoch sind irgendwelche, nach Country klingende Klänge auf „Pilgrim Road“ nicht auszumachen. Sehr viel eher kommt man manchmal fast schon in den Bereich des Kammer-Pop, wenn wie beim Titel „Jerusalem Bells“ Streicher, Piano und eine sehnsüchtig dahinschmelzende Trompete in den Vordergrund gerückt werden.

Die Musik auf „Pilgrim Road“ klingt, wie bereits erwähnt, sanft und ist dabei zu jeder Zeit, mit jedem Akkord und Takt, sehr eingängig und melodiös. Am schönsten ausgeprägt ist dies bei dem überragenden Titel „Painter Blue“, der einmal mehr beweist, wie wunderschön auch moderne Musik klingen kann. Gehaucht wirkt hier die Musik, absolut zart, für so manchen Rocker vielleicht sogar zu leicht und sanft. Doch gerade solch ein Lied wie „Painter Blue“, so sanft und dann immer wieder anschwellend, dabei fast schon lieblich klingend, ohne sich aufgesetzt oder schmalzig anzuhören, gerade solch ein Titel ist es, der am Ende hängenbleibt und auf den man sich freut – immer wieder, wenn er beginnt.

Fazit: Sanfte Musik mit vielen Streichern und auch Bläsern bieten Willard Grant Conspiracy ihren Hörerinnen und Hörern. Stilistisch bewegt sich die Musik dabei im Umfeld von Folk und Americana. Alle diejenigen Musikliebhaber, die das Zarte in der Musik mögen, dürften von dieser Scheibe begeistert sein. Die einzelnen Lieder enthalten viele schöne Melodien und lediglich der absolute Rocker dürfte mit der Zerbrechlichkeit, der auf „Pilgrim Road“ vorherrschenden Atmosphäre seine Schwierigkeit haben. Für alle anderen ist das Album absolut empfehlenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Jerusalem Bells, Painter Blue



Sonntag, 7. August 2016

Rome – A Passage To Rhodesia




Rome – A Passage To Rhodesia


Besetzung:

All words and music written, arranged and performed by Jerome Reuter


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Neofolk


Trackliste:

1. Electrocuting An Elephant (3:12)
2. The Ballad Of The Red Flame Lily (4:38)
3. One Fire (3:43)
4. A Farewell To Europe (3:06)
5. The Fever Tree (3:20)
6. Hate Us And See If We Mind (4:21)
7. The River Eternal (3:35)
8. A Country Denied (4:04)
9. Lullaby For Georgie (4:06)
10. In A Wilderness Of Spite (7:58)
11. Bread And Wine (7:06)
12. The Past Is Another Country (2:32)

Gesamtspieldauer: 51:46




Jerome Reuter hat es wieder getan, erneut im Alleingang. Sein bereits zehntes Studioalbum heißt „A Passage To Rhodesia“, erschien im Jahr 2015 auf dem Label Trisol und behandelt inhaltlich die Zeit des Bürgerkrieges in Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, aus Sicht der weißen Siedler. NeoFolk und Dark Folk gibt es auf „A Passage To Rhodesia“ zu hören, Musik, die einen wieder packt, die ins Ohr geht und dort auch verbleibt.

Auf „A Passage To Rhodesia“ kann man erneut so herrlich eintauchen in diesen musikalischen Kosmos des Jerome Reuter alias Rome. Die Melodien umschmeicheln das Ohr, wirken intensiv und warm. Die Platte klingt in ihrer Gesamtheit aus Sprachfetzen und atmosphärischen Einlagen, die sich allesamt schwebend zwischen vielen eingängigen und melodiösen Liedern bewegen. Es ist dabei relativ schwierig, einen oder mehrere Titel besonders herauszuheben. Es ist das Album selbst, was überzeugend wirkt und welches so, in einem Zug, auch durchgehört werden kann und dabei begeistert.

Natürlich klingen dabei solch Titel wie „The Ballad Of The Red Flame Lily“, „A Farewell To Europe“, „A Country Denied“ oder „Bread And Wine“ sehr viel schöner im Ohr, als zum Beispiel ein Klanggebilde wie der Eröffnungstitel „Electrocuting An Elephant“, welches an diese Stelle gesetzt durchaus mutig ist, da es die Stimmung der Platte nicht unbedingt wiedergibt. Genauso wenig wie das etwas schräge Ende des Albums mit „The Past Is Another Country“. Allerdings in Verbindung mit den anderen Liedern, wirkt auch der seltsamste Ton auf „A Passage To Rhodesia“ – und das ist die eigentliche künstlerische Leistung des Jerome Reuter.

Fazit: Rome steht für begeisternde, unaufdringliche NeoFolk-Musik, die ins Ohr geht. Daran hat sich auch nichts auf dem elften Album geändert, welches Jerome Reuter dieses Mal im Alleingang eingespielt hat. Die Melodien klingen und schaffen es einen zu packen. Das meiste auf „A Passage To Rhodesia klingt wunderbar melodiös, manches auch experimentell. Der Verbund dieser Ansätze bildet ein sehr hörenswertes Album, was Freundinnen und Freunde der neueren Folk Musik begeistern dürfte. Elf Punkte.

Anspieltipps: A Farewell To Europe, A Country Denied, Bread And Wine



Samstag, 6. August 2016

Billy Idol – The Very Best Of Billy Idol




Billy Idol – The Very Best Of Billy Idol


Besetzung (ohne weitere Instrumenten- oder Musikerangabe):

Billy Idol – vocals


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Post Punk, New Wave


Trackliste:

1. Dancing With Myself (4:51)
2. Hot In The City (3:33)
3. White Wedding (4:13)
4. Rebel Yell (4:47)
5. Eyes Without A Face (4:58)
6. Flesh For Fantasy (4:38)
7. Catch My Fall (3:42)
8. To Be A Lover (3:53)
9. Don't Need A Gun (5:24)
10. Sweet Sixteen (4:15)
11. Mony Mony (5:00)
12. Cradle Of Love (4:39)
13. L.A. Woman (4:04)
14. Shock To The System (3:37)
15. Speed (4:17)
16. World Comin' Down (3:34)
17. John Wayne (4:15)
18. New Future Weapon (3:56)

Gesamtspieldauer: 1:17:46




Im Jahr 2008 erschien das bereits fünfte „Best Of…“-Album des Billy Idol, welches sich allerdings längst nicht mehr so erfolgreich verkaufte, wie noch die vier Vorgänger. Dies liegt wohl daran, dass irgendwann der Markt an Kompilationsalben gedeckt ist und man diese Karte nicht bis in alle Ewigkeit von Neuem ausreizen kann. Auch brachte es anscheinend keinen zusätzlichen Schub für Billy Idol, dass man auf „The Very Best Of Billy Idol“ – marketingstrategisch clever – sogar zwei neue Titel mit auf das Album presste, die dann natürlich mit einem „Best Of…“ Album jedoch gar nichts mehr zu tun haben.

„John Wayne“ und „New Future Weapon“ heißen diese beiden neuen Nummern, die an das Ende der Platte gepackt wurden. Eigentlich ein plumper Trick des Managements des Billy Idol, in diesem Fall allerdings sogar noch etwas ärgerlicher, dass diese beiden Lieder nicht auf einem „regulären“ Studioalbum auftauchen, denn beide sind wirklich gelungen und klingen richtiggehend mitreißend. Für den Fan natürlich ärgerlich, der bereits alle Alben des Billy Idol besitzt und dann noch mal ein „Best Of…“-Album kaufen soll, was sechzehn Titel enthält, die sie oder er sowieso schon besitzt. Wären die beiden Nummer nur Ausschussware, könnte man gerne darauf verzichten. Jetzt sind sie allerdings gut… sehr ärgerlich.

Nun, über die restliche Musik muss man nicht allzu viele Worte verlieren. Dabei handelt es sich hauptsächlich um gut bis sehr gut gemachten Rock der 80er Jahre. Die Hits des Billy Idol sind alle vertreten und ob dabei auch das ein oder andere Lieblingslied dabei ist, liegt natürlich ganz am Geschmack der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Die erste EP des Billy Idol aus dem Jahr 1981 ist mit dem Cover-Titel „Mony Mony“ vertreten. Schließlich befinden sich auf dem Album, ansonsten in chronologischer Reihenfolge, drei Nummern des ersten Albums „Billy Idol“, vier Stücke von „Rebel Yell“. „Whiplash Smile“ ist dreimal vertreten, „Charmed Life“ noch zweimal und schließlich das Alben „Cyberpunk“, sowie der Soundtrack zum Film „Speed“ und das sechste Album „Devil's Playground“ jeweils einmal. Dazu gesellen sich dann noch die bereits erwähnten zwei neuen Stücke. Alle Nummern bilden dabei eine Mischung aus Post Punk und New Wave, eingängig und meistens auch sehr mitreißend.

Fazit: Wie immer man auch zu Kompilationsalben steht, diese hier von Billy Idol gibt zumindest eine gute Übersicht über das Schaffen des Engländers William Michael Albert Broad, alias Billy Idol. Der Schwerpunkt der Scheibe liegt dabei auf den 80er Jahren, gleichzeitig die Dekade, in der Billy Idol seine größten Erfolge verbuchen konnte. Alle bis zum Jahr 2008 erschienen Alben sind auf „The Very Best Of Billy Idol“ mit zumindest einem Titel vertreten. Die Musik des Billy Idol, diese Mischung aus Punk, Rock, Pop und New Wave hat durchaus was. Elf Punkte.

Anspieltipps: John Wayne, New Future Weapon



Freitag, 5. August 2016

Radiohead – Kid A




Radiohead – Kid A


Besetzung:

Colin Greenwood – bass
Jonny Greenwood – guitars, keyboards
Ed O'Brien – guitars, vocals
Phil Selway – drums
Thom Yorke – vocals, guitars, keyboards


Gastmusiker:

Andy Bush – trumpet
Steve Hamilton – alto saxophone
Martin Hathaway – alto saxophone
Andy Hamilton – tenor saxophone
Mark Lockheart – tenor saxophone
Stan Harrison – baritone saxophone
Liam Kerkman – trombone
Mike Kearsey – bass trombone
Henry Binns – rhythm sampling
Orchestra Of St John's – strings


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Experimental Rock, Electronica, Art Rock


Trackliste:

1. Everything In Its Right Place (4:11)
2. Kid A (4:44)
3. The National Anthem (5:51)
4. How To Disappear Completely (5:56)
5. Treefingers (3:42)
6. Optimistic (5:16)
7. In Limbo (3:31)
8. Idioteque (5:09)
9. Morning Bell (4:35)
10. Motion Picture Soundtrack (6:59)

Gesamtspieldauer: 49:58




„Kid A“, das vierte Studioalbum von Radiohead, gilt allgemeinhin als das Meisterwerk der englischen Band. Im Oktober des Jahres 2000 wurde das Album bei EMI veröffentlicht und viele Kritiker schrieben, dass mit dieser Scheibe die Musik neu erfunden worden wäre beziehungsweise, dass „Kid A“ die Geburtsstunde der „neuen“ Musik darstellen würde, was immer damit auch gemeint sein könnte.

Und wie es manchmal eben so ist, da wird eine Platte in den Himmel gelobt, trotzdem ist diese allerdings sicherlich nichts für den „Massenmarkt“ – obwohl das Album in fast jedem Land Platinstatus erreichte aufgrund seiner Verkaufszahlen. Trotzdem kein Widerspruch, denn auf „Kid A“ hört man Gefühle, nein man spürt sie sogar. Hier gibt es die Verzweiflung, die Wut, die Liebe, die Zufriedenheit, die Trauer. Man ergründet den Wahnsinn, die Orientierungslosigkeit, die Spannung, die Schönheit, den Sanftmut. Dies alles auf einem Album, welches sich der Hörerin oder dem Hörer mit Sicherheit nicht beim ersten Mal des Anhörens erschließen wird. „Kid A“ ist eines jener Alben, die im Ohr, im musikalischen Zentrum des Seins heranreifen muss. Und plötzlich passiert es dann, dass man merkt und sich wundert, warum einem dieses oder jenes Lied nicht vorher schon aufgefallen war.

Der Ehrlichkeitshalber muss man sagen, dass nicht allzu viel auf „Kid A“ eingängig ist oder klingt. Vielleicht später mal, jedoch sicherlich nicht zu Beginn, beim ersten Reinhören – und schließlich dann doch auch nicht nach dem hundertsten Male des Hörens. Melodiösität in der Musik scheint irgendwie maßlos überschätzt zu werden, möchte man fast meinen, wenn dieses Album langsam ausgeklungen ist. Denn hier wirken auch die weniger melodiösen Stücke, die schließlich ebenfalls zu guten Freunden werden können. Am ehesten bekommt man dieses Gefühl der Eingängigkeit noch bei „How To Disappear Completely“ und „Morning Bell“ geboten. Ansonsten klingt hier viel „abgefahren“ oder experimentell. Doch auch diese restlichen Lieder setzen sich irgendwann fest, das eine mehr, das andere weniger. Wie immer eben, reine Geschmackssache.

Fazit: Mit „Kid A“ haben Radiohead definitiv etwas Neues geschaffen. So hatte man Musik bisher noch nicht gehört. Klar ist das nichts für jedermann, wenn auch die Verkaufszahlen etwas anderes suggerieren. In meinem Bekanntenkreis schauen mich 95% der Leute seltsam an, legen den Kopf leicht schräg und fangen an zu denken, wenn „Kid A“ läuft und ich ihnen davon erzähle. Nein, ich möchte auch gar nicht wissen, was sie da denken, aber sie denken und fragen niemals wieder nach, ob ich das nochmals auflegen könnte. Nicht weiter schlimm, so ist das nun mal mit Musik. Ich kann „Kid A“ nur jedem empfehlen und sage gleich dabei, mit einmal Reinhören ist es da leider nicht getan. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The National Anthem, How To Disappear Completely



Donnerstag, 4. August 2016

Barclay James Harvest – The Best Of Barclay James Harvest




Barclay James Harvest – The Best Of Barclay James Harvest


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Ursula (The Swansea Song) (2:49)
2. Brother Thrush (3:04)
3. Poor Wages (2:27)
4. Child Of Man (3:15)
5. The Joker (3:25)
6. Rock And Roll Woman (3:10)
7. Good Love Child (4:58)
8. Mocking Bird (6:35)
9. Galadriel (3:12)
10. Medicine Man (3:45)
11. The Iron Maiden (2:35)
12. Moonwater (6:53)

Gesamtspieldauer: 46:08




„The Best Of Barclay James Harvest“ erschien im Jahr 1977 und ist im Grunde genommen kein reines „Best Of…“-Album. Wie bereits bei dem 1972 erschienenen Kompilationsalbum „Early Morning Onwards“, so handelt es sich auch bei „The Best Of Barclay James Harvest“ um eine Scheibe, auf der sich Klassiker der Band aus den ersten Alben, sowie bis zu diesem Zeitpunkt rares Material befindet.

Vom ersten Album, „Barclay James Harvest“, stammen die Titel „Good Love Child“ und „The Iron Maiden“. Die zweite Platte „Once Again“ ist mit „Mocking Bird“ und „Galadriel“ vertreten. Von Album Nummer 3, „Barclay James Harvest And Other Short Stories“, stammen „Ursula (The Swansea Song)“ und „Medicine Man“. Schließlich findet sich auch noch „Moonwater“ von der Platte Nummer 4, „Baby James Harvest“ auf dieser Zusammenstellung. Bleiben noch drei Titel, nämlich „Brother Thrush“, „Poor Wages“ und „Child Of Man“. Diese waren ursprünglich Singles oder Singles B-Seiten aus den 60er Jahren, noch vor der ersten Albumveröffentlichung der Band. Diese drei Nummern wurden auf LP dann erstmals auf dem bereits erwähnten „Early Morning Onwards“ veröffentlicht und stellen gleichzeitig Bonus Tracks der remasterten CD-Wiederveröffentlichungen von „Barclay James Harvest“ und „Baby James Harvest“ dar. Bleibt schließlich noch die ehemalige Single „Rock And Roll Woman“ und deren B-Seite „The Joker“ aus dem Jahr 1973, die hier zum ersten Mal auf LP gepresst wurden. Diese beiden Titel stellen inzwischen allerdings ebenfalls Bonus-Material der remasterten CD-Wiederveröffentlichung von „Baby James Harvest“ dar.

Was damals, bei Erscheinen dieses „The Best Of Barclay James Harvest“-Albums, eine Rarität war, wird heute in Form von Bonus-Material den ursprünglichen Album-Wiederveröffentlichungen beigemischt. Das wiederum bedeutet, dass diese Platte allenfalls etwas für den Fan darstellt, der Sammler ist und jede Veröffentlichung „seiner“ Band besitzen möchte. Für alle anderen ist „The Best Of Barclay James Harvest“ absolut uninteressant, wenn sie denn die ersten vier Alben in der wiederveröffentlichten Version besitzen. Die ursprünglich noch nicht oder nur auf „Early Morning Onwards“ veröffentlichten Stücke, klingen nach sanftem 60ies Pop, ganz im Stil von Barclay James Harvest in den Anfangsjahren. Als B-Ware, die zu Recht ursprünglich auf keinem regulären Album Platz fand, kann man diese Titel keineswegs ausmachen, sodass Freunde der frühen Musik der Band auch diese Stücke mögen werden.

Fazit: „The Best Of Barclay James Harvest“ ist nur etwas für Fans der Band, die ihre Sammlung mit Veröffentlichungen von Barclay James Harvest komplettieren möchte. Die Platte wurde niemals auf CD veröffentlicht und stellt somit eher ein Sammlerstück dar. Zu hören gibt es darauf unaufgeregte und sehr melodische Pop-Musik, aus den späten 60ern und frühen 70ern. Wer auf das melodiöse in der Musik steht, dem seinen von daher die ersten vier, remasterten Alben von Barclay James Harvest empfohlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ursula und Brother Thrush und…



Mittwoch, 3. August 2016

Pink Turns Blue – The AERDT – Untold Stories




Pink Turns Blue – The AERDT – Untold Stories


Besetzung:

Mic Jogwer – vocals, guitars, piano
Ruebi Walter – bass, keys
Paul Richter – drums


Label: Orden Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Rock, Post Punk. Dark Wave


Trackliste:

1. Something Deep Inside (4:02)
2. Dirt (3:59)
3. Give Me Your Beauty (4:19)
4. The Clown (3:32)
5. Here's To You My Love (3:28)
6. Tomorrow Never Comes (5:28)
7. NYC Breakdown (3:37)
8. Roads (3:33)
9. I Believed (4:19)
10. Devil (3:50)

Gesamtspieldauer: 40:12




Die Kölner Band Pink Turns Blue gibt es jetzt bereits seit 1985, nur zwischen den Jahren 1995 bis 2003 gab es mal eine Auszeit für die Band. In der Zeit ihres Bestehens veröffentlichten Pink Turns Blue insgesamt zehn Studioalben, wobei „The AERDT – Untold Stories“ die bisher letzte Veröffentlichung dieser Reihe darstellt und sich wohl auf die 1991 erschienene Platte „Aerdt“ bezieht. Das Album kam im April 2016 auf dem Label Orden Records auf den Markt.

Das, was es auf „The AERDT – Untold Stories“ zu hören ist, weiß durchaus zu überzeugen. Alle Titel stammen aus der Feder von Gitarrist und Sänger Michael „Mic“ Jogwer und bewegen sich im Dunstkreis von Rock, Post Punk und Dark Wave. Produziert wurde die Scheibe von der Band selbst und dies durchaus geglückt. Auf „The AERDT – Untold Stories“ hört man eine ganze Menge eingängigen bis melodiösen Rock, dessen Stimmung allerdings immer auf der eher gefühlsschweren Seite der musikalischen Atmosphärenskala liegt. Die einzelnen Lieder klingen düster bis traurig, niemals fröhlich und hell. Jedoch gehen die Titel ins Ohr – und zwar allesamt.

Besonders zu erwähnen sind hier das etwas wavige „Dirt“. Schließlich das tolle, fast meditativ angehauchte „Tomorrow Never Comes“, welches auch die Gratwanderung zwischen Pop und Rock allerbestens verkraftet. Tolle Nummer, die sich ganz schnell ins Musikgedächtnis des Gehirns eingräbt. Und schließlich ist da noch der Höhepunkt der Platte, „I Believed“. Mit einem langsamen Pianolauf beginnend, setzt sogleich Mic Jogwer mit seiner immer sehr nuschelnden Stimme ein. Das klingt alles andere als heiter, aber warm. Schließlich steigert sich die Nummer, wird deutlich rockiger, verliert allerdings nichts an ihrer Magie, die manche Lieder zu besonderen Liedern werden lässt.

Fazit: Durchaus gelungen diese Mischung aus Rock und Dark Wave, die die drei Musiker von Pink Turns Blue auf ihrem zehnten Studioalbum „The AERDT – Untold Stories“ darbieten. Die Stimmung ist grau und dunkel, doch die Lieder gehen ins Ohr. Musik die spannend ist und häufig nach November-Wetter klingt, jedoch kann Melancholie auch wahrlich süß sein. Unter den zehn Liedern findet sich auch nichts, was nicht hörbar wäre. Von daher eine gute Wahl für all diejenigen, denen die Dauerschleifen der Radiosender auf den Senkel gehen und die auch mal gut gemachte Musik aus Deutschland hören möchten. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Dirt, Tomorrow Never Come, I Believed



Dienstag, 2. August 2016

D.A.D. – DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK




D.A.D. – DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK


Besetzung:

Jesper Binzer – vocals, guitar
Stig Pedersen – bass, vocals
Jacob Binzer – guitar, background vocals
Laust Sonne – drums, background vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Cargo Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. A New Age Moving In (4:19)
2. I Want What She's Got (4:05)
3. The End (3:48)
4. Fast On Wheels (4:07)
5. The Place Of The Heart (3:41)
6. The Last Time In Neverland (3:53)
7. Breaking Them Heart By Heart (4:26)
8. We All Fall Down (4:59)
9. The Wild Thing In The Woods (4:51)
10. Can't Explain What It Means (3:17)
11. Drag Me To The Curb (3:39)
12. Your Lips Are Sealed (5:33)

Gesamtspieldauer: 50:44




„DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK“ heißt das elfte Studioalbum der dänischen Rockband D.A.D. (oder D-A-D oder D•A•D oder D:A:D), welches im November 2011 auf dem Label Cargo Records veröffentlicht wurde. D.A.D. bedeutet eigentlich „Disneyland After Dark“, doch diesen Namen dürfen die Dänen aus rechtlichen und nicht weiter überraschenden Gründen nicht verwenden. Liegt es daran oder doch daran, dass die Band sich je nach Schaffensphase immer wieder anders schreibt, dass die Dänen nicht gerade einen übermäßigen Bekanntheitsgrad außerhalb Dänemarks erreicht haben? D.A.D. gibt es immerhin schon seit Mitte der 80er Jahre. Ich weiß es nicht, fest steht allerdings, dass die Musik sich sehr lohnt für alle, die auf gut gemachten Hard Rock stehen.

Zu hören gibt es auf „DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK“ harten und eingängigen Rock, der ziemlich konsequent durchgezogen wird. Lediglich die letzte Nummer des Albums, „Your Lips Are Sealed“, weist da deutlich sanftere und nachdenklichere Töne auf. Ansonsten steht auf der Scheibe Hard Rock auf dem Programm. Und dieser klingt niemals platt oder langweilig. Ganz im Gegenteil sogar, die einzelnen Lieder sind in sich selbst abwechslungsreich arrangiert und gehen durchaus auch ins Ohr. Schon der Opener „A New Age Moving In“ zündet sofort und zeigt gleich an, wohin die Reise auf „DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK“ geht.

Unter den zwölf Titeln des Albums befindet sich kein Ausreißer nach unten. Alles klingt und geht ins Ohr. Besonders gelungen, neben dem Eröffnungslied, sind dabei die Nummern „Breaking Them Heart By Heart“, „We All Fall Down“ sowie „The Wild Thing In The Woods“. Alles Stücke, die sich sofort festzusetzen verstehen. Dazu gesellt sich auch immer der unverwechselbare Gesang des Jesper Binzer und fertig ist der eingängige Rock-Titel, der Spaß macht und mit einem hohen Wiedererkennungswert ausgestattet ist.

Fazit: Überraschend und schade, dass D.A.D. nicht einem breiteren Publikum bekannt sind, denn die dänische Band lohnt sich auf jeden Fall für alle Musikliebhaber, die auf gut gemachten Rock stehen. Die einzelnen Lieder sind abwechslungsreich, oftmals hart, jedoch vergessen die vier Musiker dabei nicht die Melodie, die nachzuhallen versteht. Ein gutes Rock-Album ist „DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK“ geworden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A New Age Moving In, Breaking Them Heart By Heart, We All Fall Down, The Wild Thing In The Woods