Samstag, 17. November 2012

Mike Oldfield – Earth Moving




Mike Oldfield – Earth Moving


Besetzung:

Mike Oldfield – guitar, keyboards


Gastmusiker:

Adrian Belew – guitar, vocals
Daniel Lazarus – clavinet
Bobby Valentino – violin
Phil Spalding – bass
Raf Ravenscroft – saxophone
Max Bacon – vocals
Mark Williamson – vocals
Anita Hegerland – vocals
Chris Thompson – vocals
Nikki Bentley – vocals
Maggie Reilly – vocals
Carol Kenyon – vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. Holy (4:38)
2. Hostage (4:09)
3. Far Country (4:25)
4. Innocent (3:31)
5. Runaway Son (4:07)
6. See The Light (4:00)
7. Earth Moving (4:04)
8. Blue Night (3:49)
9. Nuthing But / Bridge To Paradise (8:42)

Gesamtspieldauer: 41:25




„Mike Oldfields „Earth Moving“ habe ich noch nicht. Nun die Kritiken sind nicht so toll, aber so schlecht kann das doch gar nicht sein. Mike Oldfield hat „Ommadawn“, „Incantations“ und „Tubular Bells“ erschaffen. Tolle Musik zu machen verlernt man doch nicht! Und die CD gibt es jetzt auch sehr günstig. Also her damit!“

So lief das mit „Earth Moving“ bei mir. Und gute und interessante Musik zu machen, hatte Mike Oldfield auch wirklich nicht verlernt, denn es sollte schon bald mit „Amarok“ wieder ein schönes und spannendes Album folgen. Aber „Earth Moving“? Nein, darauf befindet sich weder gute noch interessante Musik. Wenn nicht ab und zu einer der typischen Mike-Oldfield-Gitarrenklänge zu hören wäre, denn würde man noch nicht einmal auf die Idee kommen, dass man da überhaupt gerade Mike Oldfield hört.

Gut, progressive Musik ist auf „Earth Moving“ schon mal nicht zu hören. Auch keine Instrumentalmusik mehr. Bei jedem Lied gibt irgendeine Sängerin, irgendein Sänger ihren oder seinen Senf dazu. Egal ob dieser Adrian Belew oder ob diese Maggy Reilly heißt, die Lieder macht es keinen Deut besser. Auf „Earth Moving“ hört man Pop-Musik, unglaublicherweise manchmal sogar garniert mit Disco- und Funk-Anleihen. Pop-Musik? Nicht weiter schlimm könnte man meinen, denn die hat Mike Oldfield auch schon ein paar Alben zuvor fabriziert und gar nicht mal so schlecht. Aber dieser Pop hier ist so furchtbar langweilig, so belanglos, leider so überflüssig, dass es an Zeitverschwendung grenzt, diese Platte einzulegen. Hier gibt es keine schönen Melodien und keine interessanten Arrangements mehr. Alles derselbe, dumpfe Brei. Traurig. Pop-Musik hatte der Multiinstrumentalist vorher wahrlich schon deutlich bessere komponiert.

Angeblich drängte die Plattenfirma Virgin Mike Oldfield dazu, noch mehr kommerzielle, radiotaugliche Musik zu produzieren. Und dies vollbrachte er dann auch mit diesem Album. Nach dessen Fertigstellung war der Musiker allerdings auch nicht besonders glücklich über das Ergebnis und wollte wieder weg von dieser „Computer-Musik“ und hin, beziehungsweise zurück zur Musik mit richtigen Musikern und „richtigen“ Instrumenten. Mit „Amarok“ sollte er dieser seiner Vorstellung schließlich auch nachkommen.

Dann ist da noch die Geschichte mit der deutschen Verkehrsdurchsage zu Beginn von „Hostage“. Hintergrund dafür ist die Geiselnahme von Gladbeck, die ein Jahr zuvor stattfand und durch welche sich Mike Oldfield zu diesem Song inspirieren ließ.

Fazit: Der Ehrlichkeit halber sei gesagt, dass es sogar noch schlechtere Pop-Musik gibt - die kommt dann jedoch nicht von Mike Oldfield. Langweilig und belanglos ist „Earth Moving“ zwar schon, aber immerhin noch etwas mehr wert als der absolute Bodensatz. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Innocent, See The Light, Blue Night




Freitag, 16. November 2012

Bright Eyes – Letting Off The Happiness




Bright Eyes – Letting Off The Happiness


Besetzung:

Conor Oberst – singing, acoustic guitar, acoustic drums, electric drums, electric guitar, solo electric guitar, screams, noises, keyboards, piano
Mike Mogis – keyboards, atmospheric noises, electric guitar, pedal steel guitar, country guitar, melodica, air organ, organs, electric drums, piano, chimes, some other stuff
Matt Maginn – bass
Matt Focht – drums, buckets, percussion
Neely Jenkins – background singing
Andy LeMaster – background singing, percussion, bass, electric guitar
Jeremy Barnes – drums, percussion, broken keyboards, accordion
Kevin Barnes – fender rhodes electric piano, background singing
Ted Stevens – drums
Aaron Druery – ebow bass
Robb Nansel – finger cymbals


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Folk, Indie Rock


Trackliste:

1. If Winter Ends (3:26)
2. Padraic My Prince (3:48)
3. Contrast And Compare (3:57)
4. The City Has Sex (2:12)
5. The Difference In The Shades (4:23)
6. Touch (3:43)
7. June On The West Coast (3:34)
8. Pull My Hair (4:10)
9. A Poetic Retelling Of An Unfortunate Seduction (4:24)
10. Tereza And Tomas (25:49)

Gesamtspieldauer: 59:26




Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines zweiten Albums war Conor Oberst gerade mal achtzehn Jahre alt. Bright Eyes ist Conor Oberst. Alle Lieder, sowohl die Musik, als auch der Text wurden von dem jungen Amerikaner aus Omaha, Nebraska geschrieben.

Die Musik auf „Letting Off The Happiness” lässt ein irgendwie zwiespältig geartetes Gefühl zurück. Diese weinerliche Stimme des Conor Oberst zum Beispiel kann man mögen – muss man aber nicht. Einerseits transportiert diese die Melancholie, die vielen der Stücke von Bright Eyes anhaftet perfekt. Andererseits, wenn dieser, oftmals flehende Gesang, dann jedoch in verzweifeltes Geschrei übergeht, kann einem dies schon ganz schön auf den Senkel gehen und ist überaus gewöhnungsbedürftig. Auch diese, immer wieder absichtlich falsch gesetzten Töne, muss man nicht unbedingt haben.

Glücklicherweise gibt es auf „Letting Off The Happiness” jedoch auch diese wunderschönen Melodien, die einen einfangen können und das Lied zu einem Erlebnis werden lassen. Beispielhaft für diese Seite der Musik von Bright Eyes steht hier das überaus traurige „Padraic My Prince“. Jedoch sind diese Momente auf dem Album leider deutlich rarer gesät als auf den Platten, die da noch kommen sollten. Klasse gelungen, wenn auch völlig anders konzipiert, ist auch der Titel „Touch“. Dieser monotone Keyboard-Sound im Hintergrund hat was und zudem wirkt diese Nummer auch ein wenig „heller“ als viele andere Lieder von Bright Eyes.

Immer wieder kommt auch die Pedal Steel Guitar zu Einsatz. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich die Musik in Richtung Country bewegt. Und dem ist auch so, einige Stücke sind hier amerikanisch folkloristisch angehaucht. Wer damit etwas anfangen kann, wird sich mit dem Album auch leichter tun.

Noch eine Anmerkung zu „Tereza And Tomas“. Das Lied ist sehr ruhig und auch getragen und etwas über fünfeinhalb Minuten lang. Dann hört man ein stetiges, elektronisches Brummen, bis nach etwas über 21 Minuten eine weitere Version von „Contrast And Compare“ folgt. Jetzt war die erste Einspielung an Stelle 3 des Albums schon nicht gut, aber das konnte hier leider noch getoppt werden.

Fazit: Bright Eyes wurden mit den nächsten Alben deutlich besser. Beeindruckend an „Letting Off The Happiness“ ist vor allem, dass dies alles ein achtzehnjähriger Junge komponiert hat. Diese verstörenden Töne, Klänge und Schreie machen die Platte etwas anstrengend. Diese schönen Ansätze sind bereits da, kommen aber erst auf späteren Alben so richtig zum Tragen. Daher für „Letting Off The Happiness“ auch erst mal nur sechs Punkte.

Anspieltipps: If Winter Ends, Padraic My Prince, Touch, June On The West Coast, Tereza And Tomas (der Beginn)




Donnerstag, 15. November 2012

Haindling – Zwischenlandung




Haindling – Zwischenlandung


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Flügel, Keyboards, Trompete, Horn, Tuba, Saxophon, Trompetenmundstück (Peking), Ägyptische Percussion, Flamenco Kiste, Gitarre, China Becken, Gesang


Gastmusiker:

Christian Philippi – Spanische Gitarre (7+13), Gesang (13)
Ulrike Böglmüller-Buchner – Percussion (9+14), Gesang (10+13)
Astrid Buchner – Vocals (13)
Elisabeth Enderlein – Percussion (14)
Robert Eisch – Percusssion (9)
Roald Raschner – Keyboards (5+8), Gesang (8)
Heinz-Josef Braun – Tuba und Gesang (8)
Peter Enderlein – Schlagzeug (10)
Matthias Ruckdäschl – Percussion-Arrangement (4)


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Popmusik mit Volksmusikanleihen


Trackliste:

1. Ich liebe Dich (3:26)
2. Peking (3:04)
3. Zwischenlandung (7:35)
4. Ich war ein Nilpferd (4:10)
5. Der Mensch muß auf den Mars (3:59)
6. Das ewige Lied (3:37)
7. Vamos (4:514)
8. Bayern (3:13)
9. Die Tänzerin (2:44)
10. Die Fischverkäuferin (2:43)
11. Das Mädchen aus Toledo (4:44)
12. Traumzeit (3:13)
13. Linie "Gelber Pfeil" (2:58)
14. Der private Kellermeister (1:17)
15. Die Wolfaustreiber (1:27)
16. Aufbruch (1:40)

Gesamtspieldauer: 54:41




„Zwischenlandung“ betitelte Hans Jürgen Buchner das neunte Studioalbum seiner „Band“ Haindling. Die Platte erschien 1998 und wenn man in die Credits sieht, dann ist dort natürlich auch wieder Ulrike Böglmüller, die Lebensgefährtin Hans-Jürgen Buchners mit vertreten. Dieses Mal allerdings als Ulrike Böglmüller-Buchner. Herzlichen Glückwunsch.

Die Musik ist auf „Zwischenlandung“ ein wenig anders geraten, als auf den direkten Vorgängeralben. Deutlich ist hier eine Melancholie in den Titeln zu spüren. Eine gewisse Sentimentalität oder aber eine irgendwie vorhandene Traurigkeit, die an das Album “Muh“ von 1989 erinnert. Sehr gut festmachen lässt sich das an den Instrumentalstücken „Vamos“, „Die Tänzerin“ und „Das Mädchen aus Toledo“. Musiktitel, die auf ihre Art einfach traurig klingen, auch wenn dort spanische Gitarren und Kastagnetten zum Einsatz kommen. Und alle drei Stücke sind auch überaus gelungen und reihen sich in die lange Schlange an Liedern von Haindling ein, in der es Hans-Jürgen Buchner gelungen ist ohne Worte Stimmungen zu erzeugen - Stimmungen die wirken.

Dann gibt es auf „Zwischenlandung“ natürlich auch wieder diese witzigen Titel, die im Falle von „Ich liebe Dich“ auch überaus gelungen sind. Ein klasse Lied, weniger wegen der Melodie, allerdings absolut bezüglich des Textes. Mit „Bayern“ und „Die Fischverkäuferin“ kann ich dagegen nur sehr wenig anfangen. Das erste Stück ist sowas von dumpf, wohl lustig gemeint, allerdings kommt es überaus nervig an. Nun und „Die Fischverkäuferin“ klingt gefährlich wie Deutscher Schlager, muss man nicht haben.
„Peking“ ist ein Instrumentalstück, bei dem die chinesische Tonleiter hoch- und runtergespielt wird. Chinesischer kann Musik einfach nicht klingen. Auch das Titelstück „Zwischenlandung“ ist eine Instrumentalnummer, die mit über siebeneinhalb Minuten auch das mit Abstand längste Lied des Albums darstellt. Nun nachdenklich bis sentimental hört sich auch dieser Titel an, allerdings kann er einen nicht so packen, wie die drei oben bereits erwähnten Lieder. Ganz nett, aber irgendwie fehlt dem Titel etwas.

Bei den nächsten beiden Nummern „Ich war ein Nilpferd“ und „Der Mensch muß auf den Mars“ glaubt man ein wenig die Faszination Hans-Jürgen Buchners bezüglich der Natur und auch der Naturwissenschaft raushören zu können. Wobei bei letzterem Titel natürlich der kritische Ansatz unüberhörbar ist. „Das ewige Lied“ klingt wie eine „Lebensweisheit“ und ist wohl auch als solche gedacht. „Traumzeit“ hat einen Schlagertext und eine sehr schöne Melodie, wohingegen das spanische Thema auf „Linie "Gelber Pfeil" wieder aufgegriffen wird – und das macht richtig Spaß.

Blieben noch die drei kurzen Stücke, die am Ende von „Zwischenlandung“ zu finden sind. Grandios dabei „Der private Kellermeister“. Das Lied hat zunächst gar keine Melodie, es geht nur um den gesprochenen Text und der ist einfach klasse. Und wenn die letzten paar Sekunden doch noch eine kleine Melodie zu hören ist, dann ist diese nur noch Beiwerk. „Die Wolfaustreiber“ sind kein Lied, sondern ein Hördokument eines wohl niederbayerischen Brauchs und das letzte Stück des Albums, „Aufbruch“, ist erneut eine kurze Instrumentalnummer, die die Qualität der anderen jedoch bei weitem nicht erreicht.

Fazit: „Zwischenlandung“ hat jede Menge zu bieten. Da gibt es wieder diese tollen Melodien und auch den Spaß, den Hans-Jürgen Buchner auch immer zu vermitteln weiß. Klar, dafür muss man etwas mit seinem Humor anfangen können. Ich kann’s! Und genau deshalb auch hier zehn Punkte für ein gutes Album.

Anspieltipps: Ich liebe Dich, Der Mensch muß auf den Mars, Vamos, Die Tänzerin, Das Mädchen aus Toledo, Traumzeit, Linie "Gelber Pfeil", Der private Kellermeister




Mittwoch, 14. November 2012

Linkin Park – Meteora




Linkin Park – Meteora


Besetzung:

Chester Bennington – vocals
Mike Shinoda – rap, keyboard, rhythm-guitar, background vocals
Brand Delson – lead guitar
David „Phoenix“ Farrell bass, background vocals
Rob Bourdon – drums
Joseph „Joe“ Hahn - DJ


Erscheinungsdatum: 2003


Label: Warner Brothers Records


Stil: Rap-Rock


Trackliste:

1 Foreword (0:13)
2. Don´t Stay (3:07)
3. Somewhere I Belong (3:36)
4. Lying From You (2:55)
5. Hit The Floor (2:44)
6. Easier To Run (3:24)
7. Faint (2:44)
8. Figure.09 (3:17)
9. Breaking The Habit (3:16)
10. From The Inside (2:55)
11. Nobody´s Listening (2:58)
12. Session (2:23)
13. Numb (3:07)




Linkin Park ist wohl einer der bekanntesten, jetzt noch existierenden Bands der Welt. Eine Band, welche die Musikrichtung Rap-Rock praktiziert, was man an diesem Album sehr gut hören kann.

In dem Lied „Numb“ geht es zum Beispiel darum, dass jemand einfach er selbst sein will und nicht einem anderen etwas vorspielen möchte.

Ich rate jedem der Rap nicht mag oder sogar hasst - deutlich von diesem Album ab, da es nicht nur viele Rap-Passagen besitzt, sondern fast nur noch daraus besteht. Was man aber auch noch dazu sagen muss ist, dass der Rap sich aus irgendeinem Grund trotzdem ganz anders anhört, als zum Beispiel bei jemandem wie dem Rapper Eminem.

Auf jeden Fall würde ich jedem Fan von Linkin Park empfehlen, sich das Album zu kaufen. Als Endscheidungshilfe sollte man sich die Lieder „Numb“, „Figure.09“, „Faint“ und „Breaking The Habit“ anhören. Für alle, die lieber Rap hören, kann ich nur das Lied „Nobody´s Listening“ empfehlen.

Fazit: Nach langem Überlegen bin ich bereit diesem Album dreizehn Punkte zu geben. Aber dieses Album ist WIRKLICH nur eine Empfehlung - wenn man nichts gegen Rap hat.

Anspieltipps: Numb, Figure.09, Faint, Breaking The Habit, Nobody´s Listening




Dienstag, 13. November 2012

America – Hearts




America – Hearts


Besetzung:

Gerry Beckley – vocals, guitar
Dan Peek – vocals, guitar
Dewey Bunnell – vocals, guitar, drums


Gastmusiker:

Willie Leacox – drums and percussion
David Dickey – bass
George Martin – piano


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Folk Rock, Soft Rock, Pop


Trackliste:

1. Daisy Jane (3:07)
2. Half A Man (3:33)
3. Midnight (2:41)
4. Bell Tree (2:32)
5. Old Virginia (3:28)
6. People In The Valley (2:43)
7. Company (3:23)
8. Woman Tonight (2:19)
9. The Story Of A Teenager (3:19)
10. Sister Golden Hair (3:16)
11. Tomorrow (2:48)
12. Seasons (3:00)

Gesamtspieldauer: 36:17




Auch das fünfte Album von America mit dem Titel „Hearts“ wurde erneut von George Martin produziert, der hier auch auf dem Piano zu hören ist. Was allerdings im Gegensatz zum Vorgänger deutlich weniger auf diesem 1975 erschienenen Album zu hören ist, dass ist die Soundnähe zu den Beatles. America klingen hier wieder sehr viel eigenständiger, allerdings auch deutlich weniger eingängig und interessant als noch auf dem Vorgänger.

Diese packenden Melodien, die einen bereits beim ersten Hören packen, die sind auf „Hearts“ deutlich rarer gesät. Zwar befindet sich auf der Platte keine schlechte Musik und alle Stücke sind durchaus hörbar, ohne, dass man dabei ein Bedürfnis verspürt, ein Lied unbedingt wegdrücken zu müssen. Jedoch fehlt dem Album das Besondere, jenes, was klasse Musik ausmacht, damit sie auch länger hängenbleibt.

Schön und gelungen sind immer wieder die Parts mit mehrstimmigem Gesang, die erneut an die Kollegen von Crosby, Stills und Nash erinnern. Dazu gesellen sich sanfte Harmonien, die in jedem Song zu entdecken sind. Völlig unaufgeregt erscheint so diese Musik auf „Hearts“, die jedoch mit jedem weiteren Hören noch zu wachsen in der Lage ist.

Am besten gelungen sind dabei das wunderschön verträumte „Midnight“, bei dem der mehrstimmige Gesang wunderschön zum Tragen kommt. Dann natürlich „Sister Golden Hair“, der größte Single-Hit der Platte. Eingeleitet wird das Lied mit dem George Harrison Gedächtnis Intro à la „My Sweet Lord“. Und schließlich gibt es da auch noch den letzten Titel: „Seasons“. Mit vielen Streichern versehen entwickelt das Stück eine Fülle, die den Hörer in sehr viel Wärme eintauchen lässt.

Fazit: Nun, wem die bisherigen America-Alben gefallen, der wird auch mit “Hearts” keinerlei Schwierigkeiten haben und kann hier durchaus was für sich entdecken. Es ist vielleicht nicht mehr ganz so spannend wie auf einigen der Vorgänger-Platten, jedoch ganz bestimmt auch nicht schlecht. Durchschnitt eben, acht Punkte.

Anspieltipps: Midnight, Sister Golden Hair, Seasons




Montag, 12. November 2012

Peter Heppner – My Heart Of Stone




Peter Heppner – My Heart Of Stone


Besetzung:

Peter Heppner – Gesang


Gastmusiker:

Thommy Hein, Dirk Riegner, Lothar Manteuffel – Programmierung & Instrumente
Thommy Hein – zusätzlicher Gesang “Letter From Africa”
Jule & Carla, Katrin Sommer – Hintergrundgesang “Meine Welt”
Jule & Carla – Gesang „Meine Welt (Kids Edit)“
Katrin Sommer, Peter Heppner – Hintergrundgesang „Meine Welt (Kids Edit)“
Dirk Riegner – zusätzliches Piano
Stefan Pintev & Rodrigo Reichel – Violine & Viola
Boris Matchin – Cello


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Pop


Trackliste:

1. Prologue (0:38)
2. Give Us What We Need (Truth Is Not The Key) (3:39)
3. Meine Welt (3:24)
4. Deserve To Be Alone (3:20)
5. Pénombre Islandaise (1:25)
6. God Smoked (3:47)
7. Whenever I Miss You (4:46)
8. D'Antan (2:06)
9. I Won't Give Up (3:52)
10. A Love Divine (4:06)
11. Letter From Africa (3:59)
12. Au Large (0:46)
13. Noch nicht soweit (4:08)
14. Cry Tonight (3:23)
15. Épilogue (1:08)
16. Alles Klar! - Lied für Wettkämpfe (Bonus Track) (3:17)
17. Meine Welt (Kids Edit) (Bonus Track) (3:26)

Gesamtspieldauer: 51:10




Das zweite Solo-Album des einen Teils von „Wolfsheim“ aus Hamburg, Peter Heppner, erschien im Jahr 2012 und hinterlässt so ein klein wenig ein zwiespältiges Gefühl. Da gibt es zum einen diesen Song „Meine Welt“, der sogar noch mal als Zugabe in Form einer „Kids Edit“ auf dem Album enthalten ist. Dieses Stück ist einfach nur gut. Das Lied hört man und man ist augenblicklich eingefangen in einer Art Traumwelt, bestehend aus Harmonien und Melodiösität. Diese Nummer kann man jedem vorspielen und 95% der Hörer werden bereits nach dem ersten Hören sagen: „Toller Titel“. Absolut gelungen.

Dann gibt es auf „My Heart Of Stone“ allerdings auch diesen „Elektro-Sound“, der manches Mal ein bisschen sehr mechanisch wirkt und damit einzelne Stücke etwas oberflächlich klingen lässt. Dies trotz der Tatsache, dass die Stimme Peter Heppners so etwas von einfühlsam und weich klingt, wodurch von ihm intonierte Musikstücke an sich das genaue Gegenteil auszudrücken scheinen. Kurzum diese allzu elektronischen Tracks werden gerade noch durch den Gesang gehalten, die Musik selbst wirkt da nicht immer.

Dann gibt es da auch noch die Instrumentalstücke. Vier Lieder an der Zahl. „Prologue“ ist eine kleine aber feine Piano-Solo-Nummer, die nachdenklich in das Album einführt. „Pénombre Islandaise“ ist ebenfalls sehr hörenswert, leicht sphärisch angehaucht erfühlt man hier so eine Art grenzenlose Freiheit. „D'Antan“ ist deutlich technischer produziert. Kraftvoller klingt dieses Stück dadurch und ist ebenfalls gelungen. Bliebe von den Instrumentalstücken noch das wieder sehr kurze „Au Large“, ein ebenfalls eingängiger Titel, welcher aber einfach zu kurz geraten ist.

Nun, dann muss man aber noch die Frage klären, was denn jetzt besser passt. Sind es die deutschen oder doch die englischen Texte? Ist natürlich Geschmackssache, wobei ich für meinen Teil doch mehr zu den deutschen Worten tendiere, die dann für mich noch ein wenig eindringlicher klingen. Aber obwohl, der englische Gesang wird von Heppner ebenfalls sehr überzeugend umgesetzt, seine Stimme wirkt hier ebenfalls – nur eben einen ganz kleinen Ticken weniger.

Fazit: Auch wenn dieses elektronische Überproduzieren mitunter ein wenig gewöhnungsbedürftig klingt, so überwiegen doch bei Weitem die schönen Stellen auf diesem Album. Die Stimme Peter Heppners fängt einen ein und wenn sich dazu dann noch so wunderschöne Melodien wie bei „Meine Welt“ gesellen, dann geht einem das Herz auf. Elf Punkte.

Anspieltipps: Prologue, Meine Welt, Pénombre Islandaise, D'Antan, A Love Divine, Noch nicht soweit, Cry Tonight, Meine Welt (Kids Edit)




Sonntag, 11. November 2012

Heather Nova – Storm




Heather Nova – Storm


Besetzung:

Heather Nova – all instruments


Gastmusiker:

Carlos Anthony Molina – bass, piano, hammond b3
Scott Petito – bass
Lenny Kaye – guitar on “Everytime”


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Let's Not Talk About Love (3:21)
2. You Left Me A Song (3:38)
3. Drink It In (2:55)
4. River Of Life (3:24)
5. One Day In June (4:35)
6. Storm (3:15)
7. I Wanna Be Your Light (4:17)
8. Aquamarine (2:53)
9. All I Need (3:36)
10. Everytime (3:08)
11. Fool For You (4:15)

Gesamtspieldauer: 39:16




Es ist November. Draußen ist alles grau in grau, zumindest, wenn man sich auf der Nordhalbkugel in gemäßigteren Breiten befindet. Und dann kommt man auf die Idee die Platte „Storm“ von Heather Nova einzulegen: Gefahr ist im Verzug – zumindest dann, wenn man psychisch nicht absolut auf der Höhe ist. Dieses fünfte Studioalbum der aus Bermuda stammenden Künstlerin ist so etwas von melancholisch, sentimental und auch traurig, dass man sich zwar einerseits der „süßen“ Melancholie hingeben kann, allerdings auch Gefahr läuft, sich ordentlich runterzureißen.

Alles auf „Storm“ aus dem Jahr 2003 ist vorsichtig und ganz dezent instrumentiert. Ein Schlagzeug ist nur immer wieder mal, jedoch nie durchgängig wahrzunehmen. Meist steht die Akustikgitarre, neben dem Gesang“ im Vordergrund. Und wenn es dann doch noch, wie beim Stück „Aquamarine“, eine „kreischende“ E-Gitarre zu hören gibt, dann hat diese absolut nichts mit härterem Rock zu tun, sondern wird sie hier eigesetzt, um die verstörende Stimmung noch zu untermalen.

Ruhige und sanfte Musik steht auf „Storm“ jedoch absolut im Vordergrund. Weg vom hochproduzierten Lied, hin zur deutlich einfacheren Instrumentierung scheint sich Heather Nova beim „Entwickeln“ der einzelnen Stücke gedacht zu haben, die auch alle aus ihrer eigenen Feder stammen. Und so erlebt man als Hörer eine sanfte Melange meist hauchzarter Songs, die niemals „lustig“, jedoch meistens sehr intensiv und eben oft auch sehr schwermütig klingen. Und dabei soll die Stimme Heather Novas nicht unerwähnt bleiben, die perfekt zu dieser verträumten Musik passt, die dieser Musik Leben und manches Mal auch Tod einhaucht.

Fazit: „Storm“ von Heather Nova kann man nicht immer hören. Dazu muss die Zeit reif sein. Wenn man diese findet und man sich darauf einlassen will, dann ist sanftes, in sich gekehrtes Träumen angesagt. Nebenbei hören kann man diese Platte auch, denn die Musik regt nicht auf. Dazu wurde sie aber nicht gemacht, sodass sich ein genaueres Hinhören durchaus lohnen kann. Für „Hard-Rocker“ absolut ungeeignet, für die Träumer dieser Welt jedoch eine lohnende Investition. Kein „Überalbum“, da die absolut mitreißenden Titel fehlen und alles auch ein wenig ähnlich klingt. „Storm“ ist jedoch auch keine schlechte Platte. Acht Punkte.

Anspieltipps: One Day In June, Storm, All I Need, Everytime



Samstag, 10. November 2012

Haindling – Weiss




Haindling
– Haindling


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Gesang, Flügel, singende Säge, Keyboard, Akkordeon, Saxophone, Waldhorn, Basstrompete, Tuba, Althorn, Hühner- und Vogelimitation, Pfeifen, Perkussion, Kristallkugeln, Afrikanisches Bogeninstrument, Waterphone, Meeresmuschel, Geige


Gastmusiker:

Ulrike Böglmüller – Gesang
Roald Raschner – Flügel, Keyboards, Gesang
Heinz-Josef Braun – Bass, Gesang
Michael Braun – Waldhorn
Peter Enderlein – Schlagzeug, Perkussion
Rainer Kürvers – Keyboards, Tenorhorn
Elisabeth Enderlein – Gesang
Johanna Bittenbinder – Gesang
Astrid Buchner – Gesang
Miyabi Sudo – Sprech-Gesang / Japanisch


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Bayerische Popmusik


Trackliste:

1. Mama (4:00)
2. Manchmal (3:58)
3. Drei Polizisten (6:38)
4. Donau Hymne (2:30)
5. Bist du der Oane (3:36)
6. Hühnertechno (3:25)
7. Posaunenintro (0:34)
8. Zahnpastastrang der Deutschen (2:20)
9. I hob di g'seng (1:35)
10. Klavier & Säge (0:28)
11. Tom & Thomas (2:28)
12. Aosis - Ruf der Muschel (3:12)
13. 500 (3:44)
14. Klavierkonzert (5:05)
15. Sonntagsspaziergang (1:39)
16. Es geht nimmer raus (2:58)

Gesamtspieldauer: 48:09




Erneut zwei Jahre dauerte es, bis Haindlings achtes Studioalbum im Jahr 1995 veröffentlicht wurde. Und auch auf dieser Platte gibt es wieder alles, was zu einem richtigen Haindling-Album dazugehört: Da gibt es tolle Melodien zu entdecken, jede Menge Wortwitz, Skurrilitäten und wunderschöne Einfälle.

Musikalisch toll gelungen sind dieses Mal die „Donau Hymne“ und das allerdings sehr kurze “Klavier & Säge“. Bei der „Donau Hymne“ kann man so richtig schön in die Musik eintauchen. Und hier liegt ganz klar auch eine der Stärken des Hans Jürgen Buchner: Von Blasinstrumenten dominierte Musik so unglaublich harmonisch und melodiös zu gestalten, dass es einfach eine Freude für den Hörsinn ist, diese zu genießen. Schließlich gibt es auf der Platte ganz zum Schluss noch das Stück „Es geht nimmer raus“. Was da nicht mehr raus geht, das wird nicht genau geklärt. Der Musik nach zu urteilen ist es eine Depression, eine ganz tief im Menschen sitzende Depression, die beachtet werden will. Wunderschön melancholisch bis tieftraurige Musik.

Vom Text her gesehen gestalten sich die Titel „Mama“ und „Drei Polizisten“ überaus witzig, beides zusätzlich Nummern, die auch musikalisch mit jedem weiteren Hören noch wachsen. In diese Kategorie fällt auch „Hühnertechno“. Wieder mal eine Nummer, bei der man schmunzeln muss und die mit einem klasse eingängigen Refrain versehen wurde.

Etwas seicht geraten ist „Manchmal“, was sich auf die Musik wie auf den Text bezieht. „Du bist der Oane“ fängt klasse mit dem Piano an, verliert dann im weiteren Verlauf allerdings ein wenig seinen Reiz. „Tom & Thomas“ sowie „Klavierkonzert“ können dagegen wieder wegen ihrer schönen Melodie überzeugen. Wieder einmal ist hier wunderbar umgesetzt das Gefühl des Hans Jürgen Buchner für Harmonien und sein Gespür für die Eingängigkeit zu hören.

Und dann gibt es auch wieder so ein „Überraschungslied“. „Zahnpastastrang“ heißt dieses auf „Weiss“. Was uns der Künstler damit allerdings sagen will, wage ich nicht zu beantworten, denn da läge ich sicherlich völlig daneben. Eindeutiger wird dies jedoch bei „Aosis“ und „500“. Das sind sie, die kritischen Songs. Wobei man dies bei „Aosis“ noch gar nicht merkt, da das Lied instrumental gehalten ist und in die Richtung Weltmusik tendiert. Naja, ganz instrumental ist der Song auch nicht gehalten, es wird japanisch geredet und einmal wird auf Englisch „Alliance Of Small Island States“ erwähnt. Auf „500“ wird dann schließlich das Geheimnis auch gelöst, was „AOSIS“ eigentlich bedeutet und was damit gemeint ist, da sich dieses Lied auf den vorherigen Titel bezieht.

Fazit: „Weiss“ hat was. Klar man muss sich da reinhören, aber jemand, der mit der Band „Haindling“ nichts anfangen kann, der wird sich dieses Album wohl auch kaum zulegen. Es gibt tolle Musik zu entdecken, witzige Parts, manchmal auch ein wenig belanglosere Stücke, die einen dann deutlich weniger beschäftigen oder aber begeistern. Allerdings überwiegt das Positive. Das Album steht seinem Vorgänger in nichts nach, deshalb auch hier hochverdiente neun Punkte.

Anspieltipps: Mama, Donau Hymne, Bist du der Oane, Hühnertechno, Klavier & Säge, Tom & Thomas, Klavierkonzert, Es geht nimmer raus




Freitag, 9. November 2012

Birth Control – Plastic People




Birth Control – Plastic People


Besetzung:

Peter Föller – bass, vocals, vibes
Bruno Frenzel – guitars, vocals
Bernd “Zeus B.” Held – keyboards, tenor saxophone, trumpet, vocals
Bernd Noske – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Friedemann Leinert – flute (track 6)
Christoph Noppeney – viola (tracks 3-6)
Jochen von Grumbkow – cello (tracks 3-6)
Ulla, Hanna, Brigitte – chorus (track 6)
Robby – saxophone (track 6)
Otto – trombone (track 6)
Harry – trumpet (track 6)


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Plastic People (9:23)
2. Tiny Flashlights (7:35)
3. My Mind (6:46)
4. Rockin’ Rollin’ Roller (5:44)
5. Trial Trip (6:42)
6. This Song Is Just For You (7:25)

Gesamtspieldauer: 43:35





Auf „Plastic People“ klingen Birth Control wahrlich progressiver als auf den Vorgängern, auch wenn man auf diesen Vorgängeralben durchaus immer schon diese Ansätze entdecken konnte – allerdings sicher weniger. Der Hard-Rock-Faktor wurde ein wenig nach hinten gedrängt, obwohl man hier deutlich keinen sanften Prog, sondern vielmehr äußerst kraftvolle Musik mit Prog-Einflüssen hört.

Und dies beginnt sofort mit dem ersten und gleichzeitig Titelstück „Plastic People“. Wirkt die Nummer zu Beginn noch ein wenig ziellos, so steigert sich das Lied in seinem weiteren Verlauf. Alles wird ein bisschen geordneter und harmonischer und zur Krönung bekommt man dann noch von Herrn Held ein Tony-Banks-Gedächtnis-Keyboard-Spiel serviert. Diese Läufe, die dort zu hören sind, erinnern frappierend an manch eine Stelle auf „Nursery Crime“ und „Selling England By The Pound“ – allerdings ist die Musik selbst natürlich eine völlig andere.

Auch „My Mind“ hat ebenfalls nichts mehr mit straightem Rock zu tun. Vielmehr wurde hier sehr viel Wert auf die Arrangements gelegt. Mit Windgeräuschen eingeleitet entwickelt sich ein äußerst melodisches Stückchen Musik, welches immer wieder Überraschungen in Form von klasse gesetzten Pausen und Streichereinlagen aufweist. Auch der mehrstimmige Gesang gegen Ende des Stücks ist absolut gelungen.

Nun, der Rest rockt mal mehr, mal weniger. Er eröffnet Anleihen zu Kollegen wie Grobschnitt (zweiter Teil von „Trial Trip“) und wartet auch immer wieder mit netten Ideen auf, die im Falle von „This Song Is Just For You“ allerdings vom Gesang und dem Hintergrundgesang völlig zerstört werden. Sonst gefällt mir die Stimme eigentlich ganz gut und ich finde sie passt dann auch.

Fazit: „Plastic People“ ist schon ein Progressive Rock Album. Oder doch ein reines Krautrock Album? Ein Rock Album der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts? Musik kann manchmal so kompliziert sein! „Plastic People“ ist irgendwie alles Erwähnte ein bisschen. Das wiederum ist aber meistens gar nicht schlecht gemacht und wirkt auf seine Weise. Mögen auch die alten, die Fans der ersten Stunde von Birth Control diese Platte verteufeln, gerade weil sie nicht mehr so durchgängig rockt. Als „Proggie“ hat man Spaß daran. Vielleicht nicht an jeder Stelle, aber immer wieder.

Anspieltipps: Plastic People, My Mind, Trial Trip




Donnerstag, 8. November 2012

Madonna – Erotica




Madonna – Erotica


Besetzung:

Madonna – vocals


Gastmusiker:

Shep Pettibone – keyboard, sequencing
André Betts – synthesizer, bass, piano, strings, drums, keyboard, synthesizer strings
Emile Charlap – contractor
Donna De Lory – background vocals
Niki Haris – background vocals
Jerome Dickens – guitar
Glen Dicterow – conductor, concert master
Anton Fig – drums
Mark Goodman – vocals
Joe Moskowitz – drums, keyboard, programming
Dave Murphy – voices
Paul Pesco – guitar
James Preston – piano, keyboard, synthesizer strings
Tony Shimkin – keyboard, background vocals, engineer, sequencing, drum programming, programming
Danny Wilensky – saxophone
Doug Wimbish – bass
Jeremy Lublock – string arrangements


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop, Electronic, R&B, Funk, House


Trackliste:

1. Erotica (5:19)
2. Fever (5:01)
3. Bye Bye Baby (3:56)
4. Deeper And Deeper (5:34)
5. Where Life Begins (5:58)
6. Bad Girl (5:23)
7. Waiting (5:47)
8. Thief Of Hearts (4:51)
9. Words (5:56)
10. Rain (5:25)
11. Why's It So Hard (5:23)
12. In This Life (6:32)
13. Did You Do It? (4:54)
14. Secret Garden (5:32)

Gesamtspieldauer: 75:23




Madonnas fünftes Album erschien 1992 unter dem Titel „Erotica“. Und der Name ist hier Programm. Vieles auf dem Album dreht sich um Sex und Liebe. Genau in dieser Reihenfolge. Dazu gesellt sich ein fast unvorstellbarer Stilmix. Klar, Hard Rock und Metal gibt es hier nicht zu hören, viel mehr andere Musikgenres hat Madonna Louise Ciccone, wie die Künstlerin mit vollem Namen heißt, allerdings nicht wegelassen.

Auf „Erotica“ gibt es Streicher und Scratching. Funk und Pop, Trip Hop-Anleihen und House-Adaptionen. Jede Menge, meist sehr plastikmäßig klingende Drummachine-Sounds, das gesprochene wie das gesungene Wort und Pop in all seinen Schattierungen, Nischen und Ecken.

„Erotica“ war das erste Album Madonnas, welches nach der Veröffentlichung verkaufstechnisch nicht gleich durch die Decke ging. Und wenn man dann mit den ersten Alben schon nur wenig anfangen kann, dann wird es mit dieser Scheibe hier noch mal einen Tick schwerer. Irgendwelche angenehmen Melodien sucht man auf der Platte nämlich vergeblich. Da will aber auch so gar nichts ins Ohr gehen, geschweige denn dort hängenbleiben. Es klingt unglaublich langweilig – von der ersten bis zur letzten Sekunde – durchgängig und ohne Unterbrechung.

Aber okay, es groovt zumindest manches Mal. Immer wieder mal. Jedoch war es das dann auch schon. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es einen Musikhörer auf dieser Welt gibt, der behauptet „Erotica“ von Madonna sei sein allerliebstes Album unter allen Platten dieser Welt. Irgendwie unvorstellbar. Dazu kann einen die Musik einfach nicht packen. Das plätschert so dahin und nervt meist wegen dieser Langeweile, wegen dieser Abwechslungslosigkeit. Der Wiedererkennungswert eines jeden Liedes ist hier einfach irgendwo verloren gegangen, sodass „Erotica“ nur als Episode bleibt, nicht aber als gute Musik.

Fazit: Vielleicht ist es dieser Stilmix, der diese Scheibe zu dem werden lässt, was sie ist: Ein Geduldsspiel. Guter Pop klingt anders. Guter R&B, guter Funk, guter usw. ebenso. Dieser Plastiksound, der sich durch alle Stücke wurstelt ist nur schwer erträglich, wenn man auf gut- und handgemachte Musik steht. Somit ist diese Platte vielleicht was für den knallharten Madonna Fan, für alle anderen wohl deutlich weniger. Ich kann hier gar nichts finden, was mich anspricht. Klar, mein Musikgeschmack ist da eben ein anderer und so bin ich jemand, den diese Musik nur noch nervt. Allerdings schätze ich, dass es in diesem Fall den meisten Menschen so ergeht. Dafür gibt es noch nicht mal einen einzigen Punkt. Null - mehr geht einfach nicht.

Anspieltipps: Da kann man alles antesten, um zu merken, dass das gar nichts ist.




Mittwoch, 7. November 2012

The Byrds – Farther Along




The Byrds – Farther Along


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, banjo, vocals
Clarence White – guitar, mandolin, vocals
Skip Battin – bass, piano, vocals
Gene Parsons – drums, 5 string banjo, rhythm and steel guitar, harmonica, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Country-Rock, Folk-Rock


Trackliste:

1. Tiffany Queen (2:44)
2. Get Down Your Line (3:29)
3. Farther Along (3:00)
4. B.B. Class Road (2:19)
5. Bugler (3:10)
6. America's Great National Pastime (3:01)
7. Antique Sandy (2:15)
8. Precious Kate (3:04)
9. So Fine (2:40)
10. Lazy Waters (3:35)
11. Bristol Steam Convention Blues (2:49)


Bonus Tracks:

12. Lost My Drivin' Wheel (4:59)
13. Born To Rock And Roll (3:01)
14. Bag Full Of Money (5:58)

Gesamtspieldauer: 46:02




Das war es also, das zunächst letzte und elfte Studio-Album der Byrds. „Farther Along“ wurde es „getauft“ und zu Begeisterungsstürmen war bei dieser Veröffentlichung wahrlich kein Anlass mehr gegeben, als es im Jahr 1971 veröffentlicht wurde.

Das Album startet rockig mit „Tiffany Queen“ aus der Feder von Roger McGuinn. Obwohl so ganz kann man das gar nicht glauben, denn das eingängige Riff zu Beginn des Stücks, welches auch im weiteren Verlauf der Nummer immer wieder seinen Auftritt hat, klingt sowas von dermaßen nach „Jumpin‘ Jack Flash“ von den Rolling Stones. Die hatten den Song allerdings schon 1968 geschrieben und veröffentlicht. Zwar ist das Lied nicht zu hundert Prozent abgekupfert – jedoch zumindest sehr stark vom Stones-Song, na sagen wir mal, inspiriert.

„Get Down Your Line“ stammt von Gene Parsons und geht schon wieder sehr in Richtung Country. „Farther Along“, der Titeltrack ist ein traditionelles Lied, welches von Clarence White bearbeitet wurde. Es besitzt einen sehr religiösen Text und bewegt sich in der Grauzone zwischen Folk und Country. Für „B.B. Class Road“ zeichnet sich unter anderem auch wieder Gene Parsons verantwortlich. Das Lied ist ein Rock’n’Roll mit Boogie-Woogie Anleihen und nervt. Mit „Bugler“ wurde die ehemals erste Seite der Platte dann mit einem Country-Cover beendet.

„America's Great National Pastime“ von Skip Battin klingt ein wenig nach Kirmes-Musik. Bei der Entstehung von „Antique Sandy“ waren dann alle Bandmitglieder beteiligt. Jetzt sind wir wieder beim Folk angekommen. dafür klingen die Byrds hier wieder mehr wie in ihren Anfängen. Und dieser Umstand lässt sich auch auf die nächste Nummer „Precious Kate“ übertragen, für die sich unter anderem Skip Battin auszeichnete.

„So Fine“ ist ein Rock’n’Roll-Cover von Johnny Otis. Ebenfalls eine Cover-Version ist „Lazy Waters“. Eine ganz ruhige folkähnliche Nummer, die nur sehr zäh aus den Boxen herauswabert. Beschlossen wurde das ursprüngliche Album vom „Bristol Steam Convention Blues“, einer Instrumental-Country-Nummer von Gene Parsons und Clarence White, die aber ganz nett und auch geglückt ist.

Drei Bonus-Tracks wurden der remasterten Fassung hinzugefügt. Alles drei Stücke, die bisher noch nicht veröffentlicht worden sind. Dabei rockt die Cover-Version „Lost My Drivin' Wheel“ richtig gut. Bei „Born To Rock And Roll“ kann man durchaus nachvollziehen, warum man dieses Lied bisher noch auf keiner Platte gefunden hat und bei „Bag Full Of Money“ handelt sich wieder um solch ein unsägliches Country-Stück. Als Hidden Track gibt es hier noch eine weitere Version des „Bristol Steam Convention Blues“, die ebenfalls durchaus hörenswert ist.

Fazit: Allerhöchstens noch Durchschnittsware präsentieren die Byrds hier auf ihrem letzten Album. Und diese Durchschnittsmusik ist unterfüttert mit einigen sehr schlechten Liedern. Nein, auch dieses Album will nicht mehr zünden. Erfolgreich war es auch nicht, sodass Roger McGuinn beschloss, die Byrds offiziell aufzulösen. Zwei Jahre später gab es dann zwar noch mal ein kurzes Aufleben der Band in Originalbesetzung, aber das ist eine andere Geschichte. „Farther Along“ überzeugt nicht mehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Tiffany Queen, Antique Sandy, Precious Kate, Bristol Steam Convention Blues, Lost My Drivin' Wheel