Dienstag, 11. August 2015

Coldplay – Viva La Vida Or Death And All His Friends




Coldplay – Viva La Vida Or Death And All His Friends


Besetzung:

Chris Martin – vocals, guitar, piano, keyboards
Jonny Buckland – guitar
Guy Berryman – bass
Will Champion – drums, percussion


Gastmusiker:

Mike Kezner – sitar
Davide Rossi – strings


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Life In Technicolor (2:30)
2. Cemeteries Of London (3:21)
3. Lost! (3:55)
4. 42 (3:57)
5. Lovers In Japan / Reign Of Love (6:51)
6. Yes (7:06)
7. Viva La Vida (4:01)
8. Violet Hill (3:42)
9. Strawberry Swing (4:09)
10. Death And All His Friends (6:18)

Gesamtspieldauer: 45:54




„Viva La Vida Or Death And All His Friends“, also „Es lebe das Leben oder der Tod und all‘ seine Freunde“ tauften die Briten von Coldplay ihr viertes Studio-Album, welches im Jahr 2008 veröffentlicht wurde. Auch diese Scheibe, wie praktisch alle Alben der Londoner Band, verkaufte sich im zweistelligen Millionenbereich. Coldplay ist verkaufstechnisch gesehen mit eine der erfolgreichsten Bands des bisherigen Jahrhunderts. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, denn man kann zu dieser Art der Musik sicherlich ein zwiespältiges Gefühl entwickeln, was man den Liedern allerdings kaum absprechen kann ist der Umstand, dass diese einfach unglaublich melodiös sind und sich ziemlich schnell bei der Hörerin, beim Hörer festzusetzen verstehen.

Ein wenig schwer fällt es mir allerdings die Musik von Coldplay mit „Alternative Rock“ zu umschreiben, denn unter dieser musikalischen Überschrift werden die Alben von Coldplay überraschenderweise sehr häufig eingestuft. So verwundert es auch sehr, dass „Viva La Vida Or Death And All His Friends“ bei den Grammy Awards des Jahres 2009 als bestes Rock-Album ausgezeichnet wurde. Rock? Wohl doch wohl eher Pop und zwar jener der sehr weichen Sorte.

Dies sagt allerdings nichts über die Musik selbst aus, denn da verstehen es die vier Musiker von Coldplay durchaus, ihre Hörer zu überzeugen. Bereits beim ersten Hören gehen die Melodien auf „Viva La Vida Or Death And All His Friends“ ins Ohr. Harmonie paart sich mit weiterer Harmonie. Nur ganz selten wird das Tempo mal angezogen, wie vor allem im zweiten Abschnitt von „Yes“. Hier darf man dann zugegebenermaßen getrost auch mal von Rock-Musik sprechen. Ansonsten wirkt die Musik der Band jedoch sanft, weich und auch zerbrechlich, was sicherlich auch durch den gar nicht so männlichen, sondern häufig eher androgynen Gesang des Chris Martin mit unterfüttert wird. Dieser passt jedoch perfekt zur Instrumentierung und der Melodiösitiät der einzelnen Lieder und ergibt mit diesen einen runden und überzeugenden Gesamteindruck.

Inhaltlich befassen sich die einzelnen Titel – bei der Albumüberschrift auch nicht weiter verwunderlich – mit den Themen Leben und Tod, jedoch werden auch die Thematiken Liebe und Krieg mit behandelt. Hier werden auch keine 08/15-Phrasen gedroschen à la „Ich liebe Dich, liebe Du mich doch auch – zumindest ein bisschen“, sodass die Band auch textlich überzeugen kann. Ein gar nicht so häufiges angewandtes Stilmittel verwenden Coldplay hier zusätzlich auf ihrer vierten Scheibe. Sie packen mitunter zwei Titel unter eine Überschrift. Somit ist der oben bereits erwähnte „zweite Abschnitt“ des Titels „Yes“ durchaus etwas, was es öfters auf dieser Platte zu hören gibt: Zwei scheinbar unabhängige Melodieführungen, die hintereinandergeschaltet sind, ergeben einen Titel.

Fazit: Ein sanftes und zartes Album ist „Viva La Vida Or Death And All His Friends“ zum allergrößten Teil geworden. Die Musik geht dabei eher in die Pop- als in die Rockrichtung. Wer auf sehr eingängige Musik steht, die oder der dürfte mit dieser Scheibe sehr viel Spaß bekommen. Musikhörer, die Rock-Musik aufgrund ihres Tempos und ihrer Härte lieben, könnten dagegen hauptsächlich Langeweile auf „Viva La Vida Or Death And All His Friends“ entdecken. Für mich ist diese Platte garantiert kein Meilenstein in der modernen Popular-Musik, jedoch ganz sicher gute Unterhaltung. Elf Punkte.

Anspieltipps: Cemeteries Of London, Viva La Vida, Violet Hill



Montag, 10. August 2015

Edwyn Collins – Gorgeous George




Edwyn Collins – Gorgeous George


Besetzung:

Edwyn Collins – guitar, vocals, bass guitar, sampling


Gastmusiker:

Paul Cook – drums and percussion, vibraphone on “A Girl Like You”
Clare Kenny – bass guitar


Label: Setanta


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. The Campaign For Real Rock (6:36)
2. A Girl Like You (3:59)
3. Low Expectations (3:59)
4. Out Of This World (5:37)
5. If You Could Love Me (5:31)
6. North of Heaven (3:40)
7. Gorgeous George (4:09)
8. It's Right In Front of You (6:27)
9. Make Me Feel Again (4:23)
10. I've Got It Bad (4:41)
11. Subsidence (5:44)
12. This Music Won't Take You Higher (3:26)

Gesamtspieldauer: 58:15




Denkt man an Edwyn Collins – sofern man den schottischen Musiker überhaupt kennt – dann denkt man meistens an das Lied „A Girl Lik You”, welches diesem, im Jahr 1994 erscheinen Album „Gorgeous George” mit enthalten ist. Dieses dritte Solo-Album war gleichzeitig auch das erfolgreichste in der musikalischen Karriere des Edwyn Collins, belegte Chart-Plätze in allen wichtigen Musikmärkten der Erde. Die Vor- beziehungsweise Nachfolger, konnten sich dagegen nur noch in Großbritannien platzieren und dort auch maximal für eine Woche in den Hitparaden halten. Nun, der Erfolg der Platte war sicherlich mit begründet durch diesen einen Hit des Edwyn Collins, das Album jedoch lediglich auf diesen einen Titel zu reduzieren, würde der Platte allerdings überhaupt nicht gerecht werden, denn diese hat durchaus noch mehr zu bieten.

„Gorgeous George“ ist angefüllt mit abwechslungsreichen, spannenden und sehr eingängigen Stücken, die immer wieder Überraschungen für den Hörer bereithalten. Da klingt es manches Mal rockig, dann wieder poppig, plötzlich hört man Folk, der sogar mal Country-Anleihen aufweisen kann, dann klingt es auf einmal wiederum funkig, jedoch wurde auch der Blues mit bedient und eben nicht vergessen. Eine ganz schöne musikalische Breitseite also, die Edwyn Collins hier auf seine Hörer abfeuert – damit muss man erst mal zurechtkommen, denn solch ein musikalischer Stilmix wird sicherlich nicht jeder oder jedem schmecken.

Diesem Einwand kann man sich wirklich nicht ganz verschließen, denn richtig einstellen auf dieses Album, das geht kaum. Zu oft werden hier nicht nur die Stile, sondern auch die Stimmungen gewechselt. Allerdings klingt Edwyn Collins auf „Gorgeous George“ so was von entspannt und relaxt, dass man ihm auch Ausflüge in nicht so ganz beheimatete musikalische Genre verzeiht und sich durchaus darauf einlassen kann und sich zudem sollte. Denn die einzelnen Lieder wachsen deutlich mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe, gewinnen an Größe und auch an Spannung sowie natürlich an Vertrautheit.

Auch wenn alles eine gewisse Qualität aufweist, so liegen die Höhepunkte auf „Gorgeous George“ am Anfang der Platte. Da ist zum Beispiel die Nummer „The Campaign For Real Rock“, die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht. Langsam steigert sich der Titel und ist dabei bis in den letzten Akkord hinein packend und mitreißend. Das klingt zum Teil auch etwas schräg, um sich dann jedoch wieder in Wohlklang aufzulösen. Nun, dann ist da natürlich noch jener, bereits erwähnte Hit „A Girl Like You“, der wirklich sofort ins Ohr geht. Auf diesen folgt die langsame und verträumte Folk Nummer „Low Expectations“. Einfach schön und etwas für die Träumer unter den Hörern.

Fazit: Nein, es ist nicht nur „A Girl Like You”, welches die Platte „Gorgeous George” des Schotten Edwyn Collins hörenswert werden lässt. Noch weitere gute und überzeugende Titel befinden sich auf der Scheibe, die einen sehr großen Stilmix aufweist. Dabei wird nicht jedes angespielte Genre auf uneingeschränkte Freude stoßen, da man häufig auf bestimmte Musikrichtungen festgelegt ist. Allerdings kann man Edwyn Collins mit Sicherheit keine Langeweile auf „Gorgeous George“ vorwerfen. Spannend ist es auf jeden Fall und eben mal mehr, mal weniger überzeugend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Campaign For Real Rock, A Girl Like You, Low Expectations



Sonntag, 9. August 2015

Gerry Rafferty – Baker Street




Gerry Rafferty – Baker Street


Besetzung:

Gerry Rafferty – vocals, guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock


1. Baker Street (6:12)
2. Right Down The Line (4:30)
3. City To City (5:05)
4. Waiting For The Day (5:47)
5. Get It Right Next Time (4:44)
6. Take The Money And Run (5:53)
7. Days Gone Down (6:32)
8. Why Won't You Talk To Me (4:02)
9. The Royal Mile (3:50)
10. Wastin' Away (3:31)
11. Bring It All Home (4:43)
12. Don't Close The Door (3:48)
13. Sleepwalking (3:54)
14. A Change Of Heart (4:10)
15. On The Way (4:22)
16. Night Owl (6:10)

Gesamtspieldauer: 1:17:19




„Baker Street“ ist eines der zahlreichen Kompilationsalben, welche es vom Schotten Gerald "Gerry" Rafferty gibt. Und natürlich eröffnet auch genau dieser Titel den Reigen, an den sich fünfzehn weitere Stücke anschließen, alle „Hits“ des Gerry Rafferty eben. Diese Zusammenstellung entstand im Jahr 1998, danach veröffentlichte Gerry Rafferty im Jahr 2000 nur noch ein weiteres Album, welches jedoch, wie bereits einige zuvor, vom Musikmarkt weitestgehend unbemerkt erschien und bei Konsumenten wie Musikkritikern kaum noch Beachtung fand.

Nun, wenn ich Baker Street höre, dann passiert etwas, was bei manchen Titeln, die ich gut kenne und die mir wichtig sind, der Fall ist. Ich assoziiere die Nummer mit einem bestimmten Ereignis. Im Falle von Gerry Raffertys „Baker Street“ ist das eine nasskalte Winternacht, einen Tag vor Heilig Abend. Da hörte ich das Lied abends im Radio und war sofort fasziniert von diesem unfassbar guten und packenden Saxophon-Solo des Raphael Ravenscroft. Nur sehr selten klang dieses Musik-Instrument bisher besser und überzeugender – wenn überhaupt. Dazu gesellt sich diese etwas mystisch, düstere Stimmung, die diesem Titel mit anhaftet, die für mich zur Faszination von „Baker Street“ beiträgt. Diese Atmosphäre in Kombination mit jener dunklen und langen Dezembernacht, so etwas prägt sich ein und kann ein Lied zu einem lebenslangen Begleiter werden lassen.

Fünfzehn weitere Titel befinden sich auf dieser Platte. Nun, die sind alle wahrlich nicht schlecht, jedoch wird hier auch deutlich, dass Gerry Rafferty nur durch diesen einen Titel berühmt und auch erfolgreich wurde. Das klingt ansonsten alles ganz nett, zugegeben. Jedoch, ob es sich mal eher nach schottischer Weise anhört, poppiger wird oder ob ordentlich gerockt wird. Alles okay, jedoch leider auch ein wenig unspektakulär. Da hat man keinen Grund, den Raum, in dem diese Musik gerade gespielt wird, fluchtartig zu verlassen, nur leider bleibt davon auch fast nichts hängen. So hinterließ „Baker Street“ bei Gerry Rafferty bis zu seinem Tod im Jahr 2011 sicherlich ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits ernährte ihn die Nummer, für die er jedes Jahr 80.000 britische Pfund an Tantiemen überwiesen bekam, andererseits schien sich keiner für seine weiteren Werke zu interessieren. Traurig für den Künstler Gerry Rafferty, wenn man hier allerdings die anderen „Hits“ des Schotten hört, auch nicht weiter verwunderlich.

Fazit: Die Platte „Baker Street“ lebt vom Titel „Baker Street“. Der Rest ist ganz nett gemachter Rock, der jedoch kaum das Zeug dazu hat, irgendjemandes Lieblingsmusik zu werden. Dazu sind die Nummern häufig zu „brav“ und einfach zu konventionell. Und auch das wiederholte Hören ändert kaum etwas an dieser Feststellung. „Baker Street“ jedoch, das Lied mit selbigem Titel, das ist ein absoluter Klassiker, ein Meilenstein in der Musikgeschichte des Rock. Acht Punkte.

Anspieltipps: Baker Street



Samstag, 8. August 2015

Die Prinzen – Das Leben ist grausam




Die Prinzen – Das Leben Ist Grausam


Besetzung:

Sebastian Krumbiegel – Gesang
Tobias Künzel – Gesang
Wolfgang Lenk – Gesang
Henri Schmidt – Gesang
Jens Sembdner – Gesang


Gastmusiker:

Andreas Herbig – Rhythmen
Peter Handtke – Rhythmen


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: A Capella Pop


Trackliste:

1. Millionär (2:39)
2. Mann im Mond (3:17)
3. Gabi und Klaus (3:27)
4. Wer ist der Typ (3:18)
5. Betriebsdirektor (2:52)
6. Ich will dich haben (3:58)
7. Blaues Blut (3:17)
8. Mein Fahrrad (2:27)
9. Die Vögel (3:56)
10. Vierzig Jahre (2:40)
11. Mein bester Freund (2:36)
12. Tschüssi – Macht’s Gut (0:18)

Gesamtspieldauer: 34:51




Ich kann jetzt wahrlich nicht behaupten, dass mir das erste Album der Prinzen überhaupt nicht gefallen würde. Annette Humpe hatte sich der fünf Leipziger angenommen und kurz nach der Wende in Deutschland, im September 1991, veröffentlichten die Prinzen ein A Capella Album, lediglich der Rhythmus wurde hinzugemischt. Das war und ist durchaus nicht gewöhnlich und stellte etwas Besonderes dar.

Jedoch lässt mich diese Platte mit einem sehr zwiespältigen Gefühl zurück – das geht sogar so weit, dass ich glaube, dass ich niemals in Gesellschaft diese Scheibe auflegen würde. Sobald Tobias Künzel nämlich seine Finger, sowohl musikalisch, jedoch vor allem textlich mit im Spiel hat, dann wird es unfassbar peinlich. Solch ein Lied wie „Mann im Mond“ dürfte sicherlich bei den Dreijährigen im Kindergarten für Furore sorgen, ein Fünfjähriger wird das schon anders, differenzierter sehen. Dieses Lied ist glaube ich mit das schlechteste Stück, welches ich überhaupt kenne. Ganz schlimm.

Nun hauptsächlich zeigt sich jedoch Sebastian Krumbiegel für die Kompositionen verantwortlich. Und da sind einige ganz nette Stücke dabei, die klingen und auch textlich durchaus mit Witz aufzuwarten verstehen. Als Beispiel seien hier auch zwei der bekanntesten Lieder der Band genannt, „Millionär“ und „Mein Fahrrad“. Auch sonst gibt es noch so einiges zu entdecken, wenn auch einige Füller mit auf der Platte sind, die man nicht unbedingt immer hören kann.

Fazit: Durchhören, so im Ganzen, nein das schaffe ich nicht. Dazu gibt es dann doch so manche Peinlichkeit, nicht nur den „Mann im Mond“. Andererseits hat diese Platte auch was, etwas Besonderes. Das ist eben die Instrumentierung, die so natürlich schon etwas Außergewöhnliches darstellt. Einige Melodien machen auch viel Laune und eben auch der immer wieder vorhandene Wortwitz. Ja, was macht man dann mit so einem Album? Auf jeden Fall immer die Fernbedienung griffbereit haben. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Millionär, Ich will Dich haben, Mein Fahrrad



Freitag, 7. August 2015

Pearl Jam – Ten




Pearl Jam – Ten


Besetzung:

Mike McCready – lead guitar
Stone Gossard – rhythm guitar
Jeff Ament – bass guitar
Eddie Vedder – vocals
Dave Krusen – drums


Gastmusiker:

Walter Gray – cello
Tim Palmer – fire extinguisher, pepper shaker
Rick Parashar – piano, organ, percussion


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Once (3:51)
2. Even Flow (4:53)
3. Alive (5:41)
4. Why Go (3:19)
5. Black (5:43)
6. Jeremy (5:19)
7. Oceans (2:41)
8. Porch (3:30)
9. Garden (4:59)
10. Deep (4:18)
11. Release (9:06)

Gesamtspieldauer: 53:25




„Ten“ nannten die fünf Musiker aus Seattle, Washington ihr Debut-Album, welches zunächst gar nicht mal so erfolgreich startete. Als dann jedoch der „Grunge-Zug“ Fahrt aufnahm und den Musikmarkt weltweit überrollte, da wurde auch „Ten“ von Pearl Jam zu einem Verkaufsschlager und erreichte über ein Jahr nach dem Erscheinen immerhin Platz 2 der amerikanischen Billboard Charts. Nach der Auflösung ihrer vorherigen Band Mother Love Bone, gründeten Bassist Jeff Ament und Gitarrist Stone Gossard zusammen mit dem Sänger Eddie Vedder, dem Gitarristen Mike McCready und Schlagzeuger Dave Krusen Pearl Jam. Die Lieder auf „Ten“ entstanden dabei meist auf die Art, dass die vier Instrumentalisten darauf los jammten und Eddie Vedder schließlich seine Texte dazu sang, welche von Obdachlosigkeit, Depressionen oder Missbrauch handeln.

Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen beziehungsweise hören lassen. Packende und mitreißende Rock Musik gibt es auf „Ten“ zu genießen. Die Musik bewegt sich dabei gar nicht mal zu sehr in den Gefilden des Grunge, kommt manches Mal auch in der Mitte, im Mainstream an, ohne dass dies hier abwertend gemeint wäre. Die einzelnen Nummern zünden ziemlich schnell und gehen ins Ohr. Höhepunkte sind dabei sicherlich das überragende „Alive“ und das nicht weniger gelungene „Jeremy“. Bei beiden Titeln kommt auch die Stimme des Eddie Vedder so richtig zur Geltung und er spielt mit den Silben und Wörtern auf seine ganz eigene Art, sodass diese sich schnell, in der Kombination mit der Melodie, beim Hörer verankern.

Die Scheibe läuft in einem Guss durch, niemals wird die Musik langweilig, keiner der Titel ist belanglos oder aber langweilig, alles hat seine Qualität. Auf „Ten“ gibt es Rock Musik zu hören, die allerdings niemals in das ganz harte Fach abdriftet. Über allem steht immer die Melodie, die sich in den allermeisten Fällen auch ziemlich zügig beim Konsumenten festzusetzen versteht.

Fazit: Ein wahrlich gelungenes Debut stellt „Ten“ für Pearl Jam dar. Auch wenn der Start des Albums verkaufstechnisch etwas zäh verlief, so ist die Platte heute immer noch ihre erfolgreichste, mit inzwischen bereits über zehn Millionen verkauften Kopien. Sehr eingängigen Grunge bekommt man auf „Ten“ zu hören, dessen einzelne Lieder zu treuen Begleitern werden. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Alive, Jeremy



Donnerstag, 6. August 2015

John Parr – Man With A Vision




John Parr – Man With A Vision


Besetzung:

John Parr – all instruments


Gastmusiker:

Richard Cottle – keyboards on “Wilderness”, saxophone on “Come Out Fightin’”
Paul Hodson – keyboards on “This Time”, “It’s Startin’ All Over Again” and “Everytime”
John Cook – piano on “Bedtime Story”
Dave Lane – piano on “Dirty Lovin’”, organ on “Ghost Driver”
Harold Faltermeyer – keyboards on “Restless Hearts”
Peter Goalby – rhythm guitar on “It’s Startin’ All Over Again” and “Everytime”
Nick Robinson – harmonica on “Dirty Lovin’”


Label: Blue Martin Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Adult Oriented Rock (AOR)


Trackliste:

1. Wilderness Years (1:34)
2. Man With A Vision (3:59)
3. It's Startin’ All Over Again (3:25)
4. Restless Heart (4:36)
5. Ghost Driver (4:10)
6. Bedtime Story (5:03)
7. Come Out Fightin' (5:17)
8. Everytime (4:55)
9. Killer On The Sheets (3:47)
10. Dirty Lovin' (4:42)
11. This Time (5:17)
12. Sarah (4:00)

Gesamtspielzeit: 50:52




Der Engländer John Parr steht für AOR, also Adult Oriented Rock. Musik, die genau auf den nordamerikanischen Mann abzielt und auch abgestimmt ist und mit der damals wie heute immer noch jede Menge Geld zu verdienen ist. AOR bedeutet eingängige Rock-Musik, nicht zu hart, jedoch auch auf keinen Fall verweichlicht. Die Texte drehen sich zum großen Teil um das Thema „Liebe“ und die Melodien müssen gleich beim ersten Mal des Hörens gefallen oder zumindest nicht nerven, dass man als Hörer weiter dabei bleibt.

Dieses dritte Album des John Parr, welches er 1992 unter dem Titel „Man With A Vision“ veröffentlichte, kann man beim Autofahren hören, beim Spazieren gehen, unter der Dusche, relaxt auf dem Sofa, während des Joggens, beim Abwasch, im Aufzug, beim Lesen, bei der Nahrungszubereitung, bei jeglicher Nahrungsaufnahme, beim Segeln, beim Kreuzworträtsellösen, beim Arbeiten am Computer, beim Staubsaugen und beim Apfelpflücken. Die Platte kann im Hintergrund laufen, während man sich unterhält. „Man With A Vision“ enthält jedoch auch Titel, die dann auch mal lauter abgespielt werden können, vielleicht findet sich ja doch die eine oder der andere, die oder der gerne mal tanzt. Diese Musik könnte bei diversen Fluggesellschaften als Teil des Unterhaltungsprogramms an Bord hinterlegt sein, als Kaufhaushintergrundmusik laufen und natürlich bei absolut jedem Radiosender dieser Welt in der Endlosschleife integriert sein – und zwar praktisch jede der zwölf Nummern.

Nun, man könnte natürlich auch sagen, diese Art der Musik ist irgendwie nichtssagend. Das lässt sich alles gut anhören, bleibt allerdings nicht unbedingt länger haften. Die einzelnen Titel ähneln sich auch durchaus ein wenig, großartig experimentiert wird dabei schon mal gar nicht – ein einmal eingeschlagener Weg wird konsequent durchgezogen. Sieht man das Ganze aus jener Perspektive, dass John Parr eben nur unterhalten will, kein Interesse daran hat, mit seiner Musik das Leben komplizierter zu gestalten, dann muss man feststellen, dass der Brite sein Ziel zu 100% erfüllt hat. Möchte man als Hörer allerdings etwas Neues, etwas Interessantes hören, dann ist dieses Album definitiv nicht dafür geeignet. Der Titel, der hier noch am meisten überzeugt, ist „Ghost Driver“, da dieser zumindest mit einer gewissen Atmosphäre und mit einem inhaltlich etwas anderen Text aufwarten kann.

Fazit: Adult Oriented Rock, Stadion Rock oder aber einfach schlicht und ergreifend Mainstream, das zelebriert John Parr auf „Man With A Vision“. Damit war er auch überaus erfolgreich, verkaufte weltweit mehr als zehn Millionen Kopien seiner Platten – diese hier mit eingeschlossen. Mit ist das ehrlich gesagt zu langweilig, die Texte nerven oft mit ihrem Gesülze und irgendwie ist das alles aalglatt. Einfach zu glatt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ghost Driver



Mittwoch, 5. August 2015

The Cure – Standing On A Beach – The Singles




The Cure – Standing On A Beach – The Singles


Besetzung:

Robert Smith – vocals, guitar, keyboards, violin
Michael Dempsey – bass
Lol Tolhurst – drums, drum machine, keyboards
Simon Gallup – bass
Matthieu Hartley – keyboards
Goulding – drums
Phil Thornalley – bass
Andy Anderson – drums
Porl Thompson – keyboards
Boris Williams – drums


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: New Wave, Alternative Rock, Gothic Rock


Trackliste:

1. Killing An Arab (2:22)
2. Boys Don't Cry (2:35)
3. Jumping Someone Else's Train (2:54)
4. A Forest (4:53)
5. Primary (3:33)
6. Charlotte Sometimes (4:13)
7. The Hanging Garden (4:21)
8. Let's Go To Bed" (3:33)
9. The Walk (3:28)
10. The Love Cats (3:38)
11. The Caterpillar (3:38)
12. In Between Days (2:56)
13. Close To Me (3:39)

Gesamtspieldauer: 45:44




Dass sich Kompilationsalben auch lohnen können, bewiest diese, unter dem Namen „Standing On A Beach“, im Jahr 1986 erschienene Zusammenstellung der Singles der britischen Band The Cure. Hierbei werden die Jahre 1978 bis 1985 abgedeckt. Auf „Standing On A Beach“ bekommt man zu hören, wie die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts eben auch klingen konnten. Ist das Gothic Rock, Alternative Rock oder doch New Wave? Vollkommen egal, The Cure klingen hier frisch und spannend, teilweise irgendwie marode sowie immer sehr verspielt. Alle Titel sind dabei überaus eingängig und melodiös und bleiben sofort im Ohr hängen.

Viele, jedoch nicht jeder der Titel wurde auch ein Hit. Hört man die Platte zum ersten Mal, so werden einem viele Nummern bekannt vorkommen, da sie auch heute noch immer wieder mal im Radio gespielt werden. Andere Lieder sind einem dagegen eher unbekannt, wenn man denn nicht schon immer ein The-Cure-Junkie war oder ist und alle Scheiben der Band sein Eigen nennt. Doch auch wenn man eben nicht alle Nummern bereits mehrmals gehört hat, so wird bei deren erstem Hören bereits klar, dass diese sich qualitativ in keinster Weise von den bekannteren Stücken unterscheiden. Kein Lied fällt hier großartig gegenüber dem anderen ab, alles besitzt Qualität und das auf einem, für diese damalige musikalische Epoche, doch überraschenderweise hohem Niveau.

Nicht verwechseln darf man „Standing On A Beach“ übrigens mit der CD-Ausgabe der Platte, die unter dem Titel „Staring At The Sea“ veröffentlicht wurde. Aber man kann diese beiden Ausgaben verwechseln, denn so groß sind die Unterschiede nicht. Dies wiederum bedeutet, dass der Kauf der einen Ausgabe kaum lohnt, wenn man die andere bereits besitzt. Auf der CD-Ausgabe befinden sich vier weitere Titel, die ursprünglich allerdings keine Singles-Auskopplungen darstellten.

Fazit: New Wave bis Rock von seiner besten Seite bekommt man auf “Standing On A Beach“ serviert. Schöne, eingängige Melodien gibt es hier zu hören, kein Titel fällt gegenüber den anderen ab. Da macht es wahrlich Spaß zuzuhören. Leben muss man dabei allerdings mit der Stimme des Robert Smith, die mancher beziehungsweise manchem sicherlich zu weinerlich klingen wird. Allerdings macht diese – so finde zumindest ich – jedoch auch ein wenig der Magie von The Cure aus. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Boys Don’t Cry, Jumping Someone Else's Train, Close To Me



Dienstag, 4. August 2015

Endgames – Natural




Endgames – Natural


Besetzung:

David Rudden – vocals
Willie Gardner – guitar and bass
David Murdoch – keyboards
Brian McGee – drums


Gastmusiker:

Pandit Dinesh – percussion
Mel Gaynor – drums
John McKenzie – bass
John Reid – bass
Winston Blisset – bass
Ann Dudley – strings



Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: New Wave, Synthie Pop, Funk


Trackliste:

1. Shouting Out For Love (4:49)
2. Pressure (3:34)
3. Natural Joy (3:42)
4. Come Back Baby (3:42)
5. Keep On Believing (4:04)
6. I Cried (4:12)
7. Somewhere To Run (4:19)
8. If I Fall (4:18)
9. All My Life (3:54)

Gesamtspieldauer: 36:41




Nach der ersten Platte der Endgames, die den Titel „Building Beauty“ trug, haben sich die Schotten von ihrer Plattenfirma getrennt und es entstand ein Bieterwettbewerb unter den Labels, den schließlich Virgin Records für Europa und MCA für die USA gewann. Das Ergebnis heißt „Natural“, wurde 1985 veröffentlicht und stellt eine unfassbar seichte Mischung aus New Wave gepaart mit Synthie-Pop-Klängen dar, welche immer wieder mal mit funkigen Tönen angereichert wurde.

Es gibt wirklich Musik, die ist reine Zeitverschwendung. Bei den Endgames und ihrer zweiten und auch letzten Platte trifft dies zu hundert Prozent zu. Angeblich gibt es die Band allerdings immer noch. Das bedeutet sicherlich nichts anderes, als dass das dritte Album, was nun nach dreißig Jahren noch immer nicht erschien, wohl geplant und gut durchdacht sein wird... Meine Nerven ist das langweilig, was es hier zu hören gibt. Funkige Synthie-Pop-Klänge, die oftmals zum Fremdschämen einladen, wenn man sich dann auch noch die Mühe macht, die Texte etwas genauer zu studieren. Viel schlimmer geht es nimmer.

Mitunter erinnert das Ganze an einigen Stellen auch an Modern Talking, nicht durchgängig, jedoch gibt es diese Abschnitte. Genauso wie Stellen, die an Boygroups erinnern. Solch ein Titel wie „I Cried“ zielt eindeutig auf elf- bis zwölfjährige Mädchen ab, gesanglich, textlich und musikalisch. Absolut grauenvoll. Auch nach vielen Durchläufen, so fair sollte man sein, wenn man danach etwas darüber schreiben möchte, gibt es hier nicht viel, was auf der positiven Seite hängenbleibt.

Was man den vier Schotten, die hier die „unschottischste“ Musik überhaupt machen, jedoch garantiert nicht vorwerfen kann ist, dass sie allzu komplizierte, verkopfte Titel aufnehmen würden. Alles ist für den schnellen Gebrauch vorbereitet, man benötigt im Grunde genommen nicht viele Anläufe, um sich hier reinzuhören. Und dann gibt es auf „Natural“ auch noch ein Lied, welches man, wenn es mal nicht mit fisteliger Stimme gesungen wird, durchaus gut hören kann. „Somewhere To Run“ schlägt ein wenig aus der Reihe, ist ein Rock-Pop-Lied und funktioniert auch genau so.

Fazit: Definitiv nicht mein Ding, definitiv wohl auch nichts mehr für die heutige Zeit. Eine Nummer ist hörbar, der Rest mal mehr, mal weniger schlimm geraten. Musik für den Moment in den 80er Jahren. Die Musiker waren sich natürlich bewusst, dass sie mit „Natural“ keine Platte für die Ewigkeit schaffen werden. Aber so oberflächlich hätte „Natural“ doch auch nicht unbedingt werden müssen, wie „Somewhere To Run“ beweist. Drei Punkte.

Anspieltipps: Somewhere To Run



Montag, 3. August 2015

Marius Müller-Westernhagen – Lausige Zeiten




Marius Müller-Westernhagen – Lausige Zeiten


Besetzung:

Marius Müller-Westernhagen – Gesang


Gastmusiker:

Lothar Meid – Bass, Linn-Drum, DX-7, PPG Wave 22, Korg DW 8000, Emulator 2, Commodore
Rüdiger Elze – Gitarre, Mandoline
Christian Schneider – Saxophon


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: DeutschRock


Trackliste:

1. Lausige Zeiten (3:05)
2. Wir Sitzen Alle In Einem Boot (4:18)
3. Es Tut Weh (4:11)
4. Berlin (3:30)
5. Mir Ist So Heiss (4:49)
6. Kannst Du Mir Vertrauen (3:07)
7. Kein Gefuehl (6:25)
8. Sonntagskind (2:47)
9. Schrei (3:27)
10. Tanz Mit Mir (5:19)

Gesamtspieldauer: 40:15




„Lausige Zeiten“ ist bereits das zehnte Studioalbum des Marius Müller-Westernhagen und es erschien im Jahr 1986. Nun, dieses Datum sagt schon einiges darüber aus, was man als geneigter Hörer auf diesem Album zu hören bekommt, nämlich Musik, die absolut in ihrer Zeit verhaftet ist. Hier wird dem Drum-Computer gefrönt und der Synthesizer hat seinen großen Auftritt. Herkömmliche Rock-Instrumente treten da ganz, ganz deutlich in den Hintergrund und spielen nur noch am Rande eine Rolle.

Dies ist sicherlich der Grund dafür, dass diese Platte bei vielen Fans des Marius Müller-Westernhagen immer wieder ganz weit vorne landet, wenn es denn um die Krönung des schlechtesten aller Westernhagen-Alben geht. Gut, der Sound wirkt wahrlich steril und schmeckt irgendwie nach Plastik. Trotzdem finden sich jedoch auch ein paar ganz nette Titel auf dieser Platte, die durchaus einen guten Einblick beziehungsweise Hörbeispiele bezüglich des „typischen“ 80er Jahre Sounds vermittelt.

Höhepunkt der Platte ist für mich gleich die zweite Nummer „Wir Sitzen Alle In Einem Boot“. Ein Lied, welches sofort ins Ohr geht und einfach Spaß macht. Überhaupt, so richtige Ausfälle gibt es auf „Lausige Zeiten“ überhaupt nicht. Alles klingt irgendwie – und das gar nicht mal so schlecht. Die Melodien haben es durchaus in sich und wenn die Platte mit herkömmlichen Musikinstrumenten eingespielt worden wäre, dann hätte sie mit Sicherheit auch einen sehr viel höheren Stellenwert bei den Konsumenten. Naja und eine kleine geschichtliche Zeitreise in Bezug auf Deutschland gibt es auch noch, wenn man solch einen Song wie „Berlin“ hört, der sich zwar musikalisch wie textlich unglaublich anbiedert und somit eher zu den schlechteren des Albums zählt, jedoch textlich durchaus auch das damalige westdeutsche Gefühl wiederspiegelt, wenn es um unsere jetzige Hauptstadt geht.

Fazit: Es ist nicht alles schlecht auf „Lausige Zeiten“. Zwar ist auch nichts überragend, aber so mies, wie diese Platte häufig gemacht wird, ist sie dann auch wieder nicht. Okay, die Musik klingt sehr künstlich und ist für die meisten Ohren sicherlich gewöhnungsbedürftig, trotzdem wissen einige der Melodien durchaus zu gefallen. „Lausige Zeiten“ ist der Ehrlichkeit halber jedoch auch kein essentielles Album des Marius Müller-Westernhagen, welches man kennen sollte, um diesen Musiker zu kennen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Wir Sitzen Alle In Einem Boot



Sonntag, 2. August 2015

Judas Priest – Killing Machine




Judas Priest – Killing Machine


Besetzung:

Rob Halford – vocals
K. K. Downing – guitar
Glenn Tipton – guitar
Ian Hill – bass guitar
Les Binks – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Heavy Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Delivering The Goods (4:16)
2. Rock Forever (3:19)
3. Evening Star (4:06)
4. Hell Bent For Leather (2:41)
5. Take On The World (3:00)
6. Burnin' Up (4:07)
7. The Green Manalishi (With The Two-Pronged Crown) (3:23)
8. Killing Machine (3:01)
9. Running Wild (2:58)
10. Before The Dawn (3:23)
11. Evil Fantasies (4:15)

Gesamtspieldauer: 37:34




„Killing Machine“ gilt als eines der Klassiker in der Reihe der Studio-Alben von Judas Priest, obwohl diese Scheibe nie ganz den Kultstatus erzielen konnte, wie der Nachfolger „British Steel“. Dabei ist diese fünfte Platte der Briten, welches 1978 in England und dann Anfang 1979 auch in den USA erschien, angefüllt mit Heavy Metal, welches das Herz des Rock-Fans höher schlagen lassen dürfte.

Auch wenn diese Platte nicht ein einzelnes „Aushängeschild“, den einen Song enthält, der deutlich bekannter ist, als der Rest der Platte, so finden sich auf „Killing Machine“ elf Titel, die sich qualitativ kaum unterscheiden. Manches Mal driftet die Musik zwar bei einzelnen Refrains in eine Art Mitgröllied ab, wie zum Beispiel bei den ansonsten gar nicht schlechten „Evening Star“ oder „Take On The World“, allerdings wird diese kleine „Anbiederei“ auch nicht zu sehr eingesetzt, geschweige denn übertrieben.

Nach bereits wenigen Durchläufen zünden die einzelnen Lieder deutlich besser und haben sich dann auch im Musikzentrum des Hörers festgesetzt. Klar muss man etwas mit den schwereren Gitarren anzufangen wissen, denn verweichlicht klingt so gar nichts auf „Killing Machine“. Mit Ausnahme von „Before The Dawn“, einer wirklich sehr schönen Ballade, wird hier nach bester Heavy Metal Manier gerockt. Neben diesem ruhigen Höhepunkt weiß auch noch das sehr abwechslungsreiche „Burnin‘ Up“ zu gefallen. Sehr futuristisch eingeleitet, rockt auch dieses Stück im weiteren Verlauf perfekt und geht schnell ins Ohr.

Fazit: Judas Priest Fans lieben dieses Album sowieso, wie man in diversen Foren nachlesen kann. Aber auch der Heavy Metal Fan allgemein dürfte an der Scheibe sehr viel Spaß haben. Konsequent und doch abwechslungsreich ist die Musik von Judas Priest hier, als sie sich gerade in einer Schaffensphase befanden, in der die Band ihre besten Alben veröffentlichte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Burnin' Up, Before The Dawn



Samstag, 1. August 2015

Isaac Hayes – Tough Guys




Isaac Hayes – Tough Guys


Besetzung:

Isaac Hayes – performer 
The Movement – rhythm
The Memphis Symphony Orchestra – strings

Keine weiteren Angaben zu den Musikern


Label: Enterprise Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Title Theme (2:32)
2. Randolph & Dearborn (4:24)
3. The Red Rooster (4:04)
4. Joe Bell (4:57)
5. Hung Up On My Baby (6:15)
6. Kidnapped (2:40)
7. Run Fay Run (2:45)
8. Buns O' Plenty (4:37)
9. The End Theme (1:13)

Gesamtspieldauer: 33:28




Isaac Hayes war ein US-amerikanischer Musiker, Schauspieler und Produzent. Beim Film „Three Tough Guys“ spielte er nicht nur eine der Hauptrollen neben Lino Ventura und Fred Willamson, sondern steuerte auch den Soundtrack bei, der unter dem Titel „Tough Guys“ erschien.

Ehrlich gesagt weiß ich überhaupt nicht mehr, wie ich an diese Platte kam, ich besitze sie allerdings schon eine halbe Ewigkeit und habe sie mir jetzt, für diese Seiten hier, wohl zum ersten Mal so richtig angehört. Nun, der Ehrlichkeit halber muss ich zwar zugeben, dass ich dabei nicht zu viel verpasst habe, jedoch schlecht ist das, was man hier zu hören bekommt, wahrlich auch nicht. Auf „Tough“ Guys hört man zumeist funkige bis rockige orchestrale Filmmusik, die absolut – auch ohne den Film zu kennen – zu einem Gangsterstreifen der 70er Jahre gehören muss. Dabei gibt es keinen absolut herausragenden Titel, der sich irgendwie sofort festsetzt, oftmals dient die Musik nämlich lediglich zur Untermalung bestimmter Szenen, so scheint es zumindest.

Beim „Title Theme“ singt Isaac Hayes auch wenige Zeilen, dies ist somit der einzige Titel, der zumindest dadurch etwas hervorsticht. Manchmal ist die Musik allerdings auch ein wenig langweilig, da solch Filmmusik eben ohne die Bilder oftmals nicht ihre ganze Wirkung entfalten kann. Man hört hier eben kein „Pink Panther Theme“ des Henry Mancini und keinen Ennio Morricone, obwohl es sich bei „Three Tough Guys“ sogar um einen italienischen Gangsterfilm handelt, der also gar nicht so weit entfernt ist von den Italo Western, die zu dieser Zeit auch zu Hauff entstanden sind.

Fazit: Die Musik auf „Tough Guys“ klingt funkig, jedoch nicht übertrieben. Das hört sich alles recht lässig an. Doch solch eine Instrumentalplatte – und das ist sie mit nur einer Ausnahme – legt man eben nicht so häufig auf. Möchte man allerdings mal in „Gangster-Stimmung“ geraten, na dann könnte einem diese Scheibe schon deutlich weiterhelfen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Title Theme, The Red Rooster



Freitag, 31. Juli 2015

Kansas – Audio-Visions




Kansas – Audio-Visions


Besetzung:

Phil Ehart – percussion, drums, vocals
Dave Hope – bass guitar, vocals
Kerry Livgren – guitar, percussion, keyboards, vocals
Robby Steinhardt – violin, viola, vocals
Steve Walsh – percussion, keyboards, vocals, vibraphone
Rich Williams – guitar, percussion, vocals


Gastmusiker:

Terry Ehart – vocals
Four Bassmen – vocals, background vocals
Joey Jelf – vocals, background vocals
Victoria Livgren – vocals
Anne Steinhardt – violin, viola, vocals
Lisa White – vocals, background vocals
Donna Williams – vocals, background vocals


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Melodic Rock, AOR


Trackliste:

1. Relentless (4:56)
2. Anything For You (3:58)
3. Hold On (3:53)
4. Loner (2:30)
5. Curtain Of Iron (6:12)
6. Got To Rock On (3:21)
7. Don't Open Your Eyes (4:05)
8. No One Together (6:58)
9. No Room For A Stranger (3:00)
10. Back Door (4:23)

Gesamtspieldauer: 43:16




Im Jahr 1980 war nichts mehr mit Progressive Rock, für den Kansas ja auch einmal standen. Kansas hatten dabei auf ihren ersten Platten eine ganz spezielle Art dieses musikalischen Genres kreiert, die so nur von den US-Amerikanern gespielt wurde. Auf dem siebten Album der Band mit dem Titel „Audio-Visions“ hört man nun mehr AOR, also Adult Oriented Rock, Stadionrock, Mainstream oder wie immer das man auch nennen möchte – progressiv ist da wahrlich nicht mehr viel.

Klar ist der für Kansas so typische Sound durchaus noch vorhanden und das liegt jetzt nicht alleine an der Geige, die hier auch immer wieder ihren Einsatz findet. Es ist der Sound des Rocks in Verbindung mit dem oftmals auch mehrstimmigen Gesang, der diese Platte ganz eindeutig zu einer Kansas-Platte werden lässt. Nur der innovative Teil, das Besondere wurde der Musik von Kansas absolut entzogen. Da hört man nun oftmals eingängigen Allerwelts-Rock, der nur dazu da ist, möglichst schnell zu zünden. Genau dieser Musik wird man jedoch noch schneller auch überdrüssig. Und wenn dann auch noch so schmachtende Texte wie bei „Hold On“ auf den Hörer einprasseln, dann wird es wahrlich schwierig.

Die Musik insgesamt als schlecht zu beschreiben, würde dieser Platte jedoch auch überhaupt nicht gerecht werden. Sie ist lediglich nichts Besonderes mehr. Alles wirkt ganz nett, geht ins Ohr, nur dieser magische Moment, der bestimmter Musik auch manches Mal innewohnt, dieser fehlt auf „Audio-Visions“ leider völlig. Fast völlig. Bei „Don’t Open Your Eyes“ schimmert noch ein wenig die Leidenschaft früherer Kansas-Alben mit durch. Ein wenig hört man dies auch noch beim abwechslungsreichen „Curtain Of Iron“ sowie beim zunächst sehr dynamischen „No One Together“. Der Rest läuft irgendwie so ganz nett mit. Leider nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger.

Fazit: Insgesamt vierzehn Studioalben haben Kansas in den Jahren 1974 bis 2000 veröffentlicht. Mit dieser siebten Platte „Audio-Visions“, ging es nun erst mal deutlich bergab, obwohl diese Scheibe hier für mich noch einigermaßen Qualität besitzt, wenn auch nicht mehr jene früherer Alben. Hören kann man das allerdings noch ganz gut und es gibt wahrlich schlechtere Musik – auch von Kansas. Von daher durchaus hörbar, Mainstream-Freunde dürften sogar begeistert sein. Das bin ich allerdings definitiv nicht mehr. Acht Punkte.

Anspieltipps: Curtain Of Iron, Don't Open Your Eyes, No One Together



Donnerstag, 30. Juli 2015

Eurythmics – Touch




Eurythmics – Touch


Besetzung:

Annie Lennox – vocals, flute, percussion, keyboard
Dave Stewart – vocals, dulcimer, bass, guitar, drum programming, keyboard, xylophone


Gastmusiker:

Dick Cuthell – trumpet, cornet, flugelhorn
Martin Dobson – baritone saxophone
Dean Garcia – bass
Michael Kamen – conductor
British Philharmonic – strings


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

1. Here Comes The Rain Again (4:54)
2. Regrets (4:43)
3. Right By Your Side (4:05)
4. Cool Blue (4:48)
5. Who's That Girl? (4:46)
6. The First Cut (4:44)
7. Aqua (4:36)
8. No Fear, No Hate, No Pain (No Broken Hearts) (5:24)
9. Paint A Rumour (7:30)

Gesamtspieldauer: 45:30




Die Eurythmics waren eine große Nummer, damals in den 80er Jahren. Annie Lennox war Kult und Dave Stewart hielt sich schön im Hintergrund. Viele Lieder der beiden schafften es in die jeweiligen Hitparaden vieler Länder, verkauften sich toll, genau wie die Alben. Dass die LP’s, die es damals ja noch waren, so erfolgreich wurden, das lag eindeutig an den Singleauskopplungen. Auch auf dieser dritten Patte des Musik-Duos aus dem Jahr 1983 gab es zwei sehr erfolgreiche Hits, die da waren „Here Comes The Rain Again“ und „Who's That Girl?“.

Beide Nummern verfügen über diese Eingängigkeit, die ein Lied zu einem Ohrwurm werden lässt. Dabei muss einem diese Musik noch nicht einmal gefallen, jedoch wenn diese Lieder einmal gehört wurden, dann bleiben sie abgespeichert, ob man das jetzt gut findet oder nicht. Steht man der Pop-Musik allerdings aufgeschlossen gegenüber, dann gehören beide besagten Titel ganz bestimmt mit zu den Höhepunkten der Platte. Allerdings sind es leider auch die einzigen beiden Höhepunkt auf „Touch“. Der Rest, ganz egal ob er poppig klingt, ob da Calypso-Klänge mit verarbeitet wurden oder aber im Bereich des Synthie-Pop gefischt wird, dieser Rest, der wirkt einfach nicht, klingt zum Teil belanglos, mitunter auch regelrecht atonal und nervig. Einzige Ausnahmen sind noch „Regrets“ und „Cool Blue“, allerdings benötigt man hier auch schon einige Durchläufe, bis man diesen Nummern ebenfalls etwas abgewinnen kann.

Somit stellt „Touch“ ein Album dar, welches man kaum in einem durchhören kann, da wahrlich einige Titel dabei sind, die einfach wie Füllmaterial klingen. Nach dem großen Erfolg des Vorgängers „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ musste anscheinend schnell ein Nachfolger her, immerhin war das Vorgängeralbum ebenfalls im Jahr 1983 veröffentlicht worden. Für eine entsprechende Platte, fehlten allerdings die Lieder, mit Ausnahme der bereits erwähnten „Hits“. Das Ergebnis ist dann diese, durch anscheinend schnell produziertes Material, doch recht unausgewogene Scheibe.

Fazit: „Touch“ hat durchaus seine Stärken, leider allerdings noch mehr Schwächen. Einige Lieder darauf zerren wahrlich an den Nerven des Hörers, sind weder Fisch noch Fleisch, manchmal langweilig, mitunter allerdings leider auch einfach nur nervend. Auf „Touch“ gibt es einige Nummern die man ganz gut mit dem Wort „Zeitverschwendung“ umschreiben kann. Es gibt so viel tolle Musik auf diesem Planeten, warum dann seine Zeit mit maximal mittelmäßigen Songs verschwenden – und Ausnahmen bestätigen die Regel. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Here Comes The Rain Again, Who's That Girl?



Mittwoch, 29. Juli 2015

Fleetwood Mac – Fleetwood Mac




Fleetwood Mac – Fleetwood Mac


Besetzung:

Lindsey Buckingham – guitar, banjo, vocals
Stevie Nicks – vocals
Christine McVie – keyboards, synthesizer, vocals
John McVie – bass guitar
Mick Fleetwood – drums, percussion


Gastmusiker:

Waddy Wachtel – rhythm guitar on "Sugar Daddy"


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Monday Morning (2:48)
2. Warm Ways (3:54)
3. Blue Letter (2:41)
4. Rhiannon (4:11)
5. Over My Head (3:38)
6. Crystal (5:14)
7. Say You Love Me (4:11)
8. Landslide (3:19)
9. World Turning (4:25)
10. Sugar Daddy (4:10)
11. I'm So Afraid (4:22)

Gesamtspieldauer: 42:12




„Fleetwood Mac“ heißt das zehnte Studioalbum von Fleetwood Mac. Da es eine selbstbetitelte Platte allerdings schon im Rahmen der Debut-Scheibe aus dem Jahr 1968 gab, wurde jenes Debut dann kurzerhand in „Peter Green’s Fleetwood Mac“ umgetauft. Andererseits kursiert dieses zehnte, 1975 entstandene Album bei Fans auch unter dem Titel „The White Album“, um Verwechslungen zu vermeiden.

Es hatte sich etwas getan im Line-Up der Band. Bob Welch hatte Fleetwood Mac Ende 1974 verlassen und Gitarrist und Sänger Lindsey Buckingham sowie Sängerin Stevie Nicks waren zu Fleetwood Mac gestoßen. Das hatte nun auch eine Veränderung im Musikstil der Band zu Folge. Waren die Platten davor noch vom Blues und auch Rock geprägt, so ist es auf „Fleetwood Mac“ eine Mischung aus Rock und Pop, die ganz eindeutig dem Mainstream zugeschrieben werden kann, welche jetzt vorherrscht. Nun, der Erfolg gibt den Musikern natürlich Recht, denn die Scheibe kletterte bis auf Platz 1 der US-amerikanischen Billboard-Charts und verkaufte sich weltweit über fünf Millionen Mal. Der große finanzielle Durchbruch für Fleetwood Mac.

Bekanntestes Lied der Platte ist wohl „Rhiannon“, geschrieben von Steve Nicks. Ein sanfter und verträumter Song, der schnell ins Ohr geht. Diese Singleauskopplung war jedoch nicht die erfolgreichste des Albums. Das war „Over My Head“, ebenfalls von einer Frau, dieses Mal von Christine McVie geschrieben. Die Nummer kletterte in den US-Single-Charts und trug sicherlich zu einem nicht unerheblichen Teil mit zum Erfolg des ganzen Albums bei. Fleetwood Mac klingen hier ebenfalls sanft und das Lied ist fast schon dem Genre Folk zuzuschreiben.

Nun, das waren die beiden erfolgreichsten und wohl auch bekanntesten Nummern der Scheibe. Hörenswert sind außerdem „Crystal“, ebenfalls von Stevie Nicks geschrieben. Lindsey Buckingham singt diese gefühlvolle und ruhige Nummer. „World Turning“ schrieben Lindsey Buckingham und Christine McVie zusammen und jetzt wird es sogar mal ein wenig rockig. Die Nummer groovt, dass man die Füße kaum still halten kann. Den Gesangspart teilen sich hier beide Musiker, bis zu einem Punkt, fast noch in der Mitte des Stücks, ab dem das Lied rhythmisch und groovend ausklingt. Wahrlich überzeugend. Für den Höhepunkt der Platte – zumindest für mich – ist dann allerdings Lindsey Buckingham in Eigenregie verantwortlich. „I'm So Afraid“ ist eine Rock-Nummer, wenn auch nicht die schnellste. Endlich hört man hier jedoch auch mal ein schönes E-Gitarren-Solo und das Lied ist keineswegs mehr so ganz im Mainstream verhaftet, wie eben doch Vieles auf „Fleetwood Mac“. Ein schöner Gegenpunkt.

Fazit: „Fleetwood Mac von Fleetwood Mac gefällt sicher auch deshalb, weil es zum größten Teil eben radiotaugliche Musik ist, die durchaus das Zeug hat, schnell in das Ohr des Hörers einzudringen und sich dort auch zu verfestigen. Mir persönlich gefallen gerade die Titel auf „Fleetwood Mac“ besser, die sich ein Stück von diesem Mainstream entfernen. Dann klingt das für mich auch überzeugend. Der Rest ist für jemanden, der gerne das Außergewöhnliche in der Musik sucht, einfach manchmal zu langweilig. Trotzdem, wahrlich kein schlechtes Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: World Turning, I Am So Afraid