Freitag, 5. Mai 2017

Various Artists – Klangbad - First Steps




Various Artists – Klangbad - First Steps


Label: Klangbad


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Experimentelle Musik, elektronische Musik, Rock


Trackliste:

1. Scotch von Circle (7:39)
2. Northern Sky von Circle (2:29)
3. Spiritual Healing von Dälek (3:36)
4. Der Zwiebelfisch von S/T (5:30)
5. Everybody Is Sneaking, Baby von Audiac (4:04)
6. X von Nista Nje Nista (5:38)
7. Emancipazione von Adriano Lanzi & Omar Sodano (5:12)
8. Love Is von Kangaroo Moon (4:48)
9. Museum von Hans Joachim Irmler (4:43)
10. I Can, U 2? von Faust (7:22
11. White Stone (Net Doma) von Ole Lukkoye (9:01)

Gesamtspieldauer: 1:00:06




„Klangbad - First Steps“ ist eine Zusammenstellung verschiedenster Künstler und musikalischer Genres, die an Käufer weitergegeben wurde, welche im Jahr 2002 die 222. Ausgabe des Magazins The Wire erwarben. Inzwischen wird das Album im Internet auch einzeln verkauft. Das deutsche Label Klangbad stellte hiermit ein Kompilationsalbum zusammen, auf dem sich neben experimentellen Klängen auch Hip Hop, sphärische Musik und Rock befindet. Bei dieser musikalischen Breite ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Endergebnis ein wahres Sammelsurium von Klängen, Rhythmen, Atmosphären und Melodien wurde, die manchmal anscheinend gar nichts miteinander zu tun haben wollen.

Diese Kompilation in einem durchzuhören erscheint schwierig, wenn man sich denn auf die Musik konzentrieren möchte. Immer wieder wird man durch Stilbrüche aus einer einmal eingenommenen Stimmung unsanft herausbefördert, weil sich die Atmosphäre im nächsten Titel wieder um 180 Grad gewendet hat. Was man hier allerdings erhören kann, das sind unter Umständen Bands und musikalische Genres, die einen mehr interessieren und für die man vielleicht auch noch ein Ohr auf einer anderen Scheibe riskiert. Die Übersicht ist zumindest gelungen.

Mich überzeugen hier die beiden sphärischen Instrumentalstücke von Circle, wobei vor allen Dingen „Northern Sky“ wirklich wunderschön klingt. „Der Zwiebelfisch“ von S/T ist ebenso sehr gelungen. Dieses Lied verströmt eine sehr seltsame, fast mystische Stimmung, könnte einem Märchen entsprungen sein. Weitere ganz interessante Nummern sind das an Radiohead erinnernde „Everybody Is Sneaking, Baby“ von Audiac, das sehr verschrobene „X“ von Nista Nje Nista, was dieses Mal Vergleiche mit Björk heraufbeschwört, das poppige „Love Is“ von Kangaroo Moon sowie der lange, ungewöhnliche und experimentelle Abschluss mit „White Stone (Net Doma)“ von Ole Lukkoye.

Fazit: Mit „Klangbad - First Steps“ bekommt man neue und oftmals völlig andere Musik vorgestellt. Wenn man dies so sieht du sich der Platte auf diese Weise nähert, kann man einiges auf diesem Album entdecken und findet vielleicht sogar Tipps für musikalische Genres und Bands, die man so bisher noch nicht gehört hat. Natürlich ist das keine Musik die man auflegt, um sich dabei nebenbei zu unterhalten. Etwas Konzentration gehört hier schon dazu. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Northern Sky, Der Zwiebelfisch, Everybody Is Sneaking Baby



Donnerstag, 4. Mai 2017

Fiddler's Green – Wall Of Folk




Fiddler's Green – Wall Of Folk


Besetzung:

Ralf “Albi” Albers – vocals, acoustic guitar, bouzouki, mandolin, banjo
Pat Prziwara – vocals, electric guitars, banjo
Tobias Heindl – violin, vocals
Stefan Klug – accordion, bodhrán
Rainer Schulz – bass
Frank Jooss – drums, percussion


Label: Deaf Shepherd Recordings


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Folk Rock, Speed Folk


Trackliste:

1. Wall Of Folk (3:30)
2. P Stands For Paddy (2:52)
3. Country Of Plenty (3:24)
4. Fields Of Green / Nie zu spät (3:50)
5. Victor And His Demons (3:25)
6. Irish Rover (3:17)
7. Scolding Wife (3:04)
8. Greens And Fellows (4:30)
9. Lost To The Moon (3:52)
10. Tam Lin (2:45)
11. Walking High (3:25)
12. Milk The Damned Cash Cow (3:18)
13. Hangman's Lullaby (3:15)
14. Dirty Old Town (4:42)


Bonus Tracks:

15. Jump (3:36)
16. I Quit (3:28)
17. Tell Me Ma (2:40)
18. Yindy (3:09)
19. Fields Of Green (3:49)
20. Little Monsters (2:00)
21. Scolding Wife Reprise (1:05)

Gesamtspieldauer: 1:09:07




„Wall Of Folk“ heißt das elfte Studioalbum der Erlanger Folk Rock bis Folk Speed Band Fiddler’s Green, welches im Jahr 2011 auf dem Musiklabel Deaf Shepherd Recordings veröffentlicht wurde. Alles so wie gehabt glaubt man zu hören, wenn man die Scheibe einlegt. Und das stimmt auch. Es gibt auch auf „Wall Of Folk“ die sanfteren Lieder, die sehr am Irish Folk angelehnt sind. Dann sind da diese Speed Folk Lieder, bei denen ordentlich gerockt wird. Und schließlich gibt es nun auch – und das ist neu – eine ganze Menge Titel, die anscheinend irgendwie zum Mitgrölen einladen sollen. Diese gab es auch schon auf den vorherigen Veröffentlichungen von Fiddler’s Green, sind nun aber deutlich mehr vertreten.

Am Überzeugendsten klingt die Musik von Fiddler‘s Green allerdings, wenn sie irisch und sanft klingt. Das bedeutet, dass „Wall Of Folk“ immer dann besonders Spaß macht, wenn die Band eher mit Folk als mit Rock ihre Zuhörerinnen beziehungsweise Zuhörer zu begeistern versucht. Gerade die sanfteren Nummern sind es nämlich, die auf diesem Album zu überzeugen wissen. Dagegen wirken die ganzen Lieder, die eher nach Festzelt und Party klingen, deutlich weniger gelungen. Aber halt, so einfach ist das natürlich nicht. Live gespielt, sind es gerade diese rockigen und zum Mitsingen einladenden Stücke, die für die Stimmung sorgen. Allerdings wirkt dies eben deutlich weniger auf einem Album, welches man Zuhause, in den eigenen vier Wänden hört.

Nach diesen Aussagen ist es nicht weiter verwunderlich, dass gerade solche Titel wie „Lost To The Moon“ für mich die Höhepunkte auf „Wall Of Folk“ darstellen. Sanft, überaus eingängig und melodiös gehalten, gehen gerade diese Lieder ins Ohr und vermitteln auch ein wenig die Sehnsucht, die man empfindet, wenn man über die hügelige, wolkenverhangene Landschaft in Irland blickt und ganz viel Zeit im Gepäck hat.

Fazit: Eine Mischung aus schnelleren und sanfteren Titeln gibt es auf „Wall Of Folk“ zu hören. Dabei spielt es keine Rolle, welche Geschwindigkeit das gerade gehörte Lied besitzt, dem irischen Folk sind die Nummern auf jeden Fall immer zuzuordnen. Am schönsten klingt die Musik von Fiddler’s Green auf Platte allerdings, wenn man die sanfteren Töne in dieser Musik genießen kann. Live sieht das natürlich schon wieder ganz anders aus. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lost To The Moon



Mittwoch, 3. Mai 2017

The Sygnet – Children Of The Future




The Sygnet – Children Of The Future


Besetzung:

Michael Bormann – vocals
Alexander Beyrodt – guitars
Michael Müller – bass
Andre Hilgers – drums


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: ZYX Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Face In The Mirror (1:48)
2. Fire In Paradise (5:31)
3. Devil In Disguise (5:21)
4. Unload The Gun (6:20)
5. Insincere (5:56)
6. Solitude (0:43)
7. Children Of The Future (6:55)
8. Tears Of Rage (4:50)
9. Tragedy (6:46)
10. Fortunate Son (5:20)
11. Hero (4:24)
12. Friends Should Be Friends (3:25)

Gesamtspieldauer: 57:26




The Sygnet war eine deutsche Heavy Metal Band, die mit dem Album „Children Of The Future“ ihre erste und gleichzeitig auch einzige Platte veröffentlichte. Diese erschien im Jahr 1998 auf dem Label ZYX Records. Darauf zu hören ist Heavy Metal, der in den einzelnen Titeln durchaus auch mal Variationen aufweist. Das Ganze klingt hart, wird allerdings immer wieder durch kürzere Auflockerungen spannender präsentiert.

Dabei bleibt es allerdings immer Heavy Metal. Dieser geht wie selbstverständlich ohne größere Umwege ins Ohr. Richtig begeistern können die Lieder allerdings trotzdem nicht, denn dazu sind die Melodien nicht dergestalt, dass sie einen so stark einfangen, um auch längerfristig im Ohr zu verbleiben. Nichtsdestotrotz werden hier Heavy Metal Fans jede Menge für sich entdecken können und wenn man sich dann auch noch die „coolen“ zwei Bilder der Band im Booklet ansieht, so erfüllen sie auch äußerlich die Ansprüche, die wohl an eine Heavy Metal Band gestellt werden – zumindest in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Höhepunkte der Scheibe sind für mich die Nummern „Unload The Gun“, „Insincere“, „Tears Of Rage“ sowie das kurze Zwischenspiel „Solitude“. Hier treffen The Sygnet noch am besten dieses Spiel zwischen harten Riffs und kurzen Auflockerungen, die so manchen Song dann spannend und interessant werden lassen. Trotzdem bleibt die Musik an jeder Stelle konsequent und hart.

Fazit: „Children Of The Future“ von The Sygnet ist ein Heavy Metal Album, welches alle Freunde dieses musikalischen Genres sicher erfreuen wird. Die Musik entspricht perfekt diesem Stil ohne auch nur ein wenig damit zu experimentieren. Die vier Musiker erfüllen bezüglich ihrem Blick und ihrer Haarpracht ebenfalls alle Klischees, die man im Bereich dieser Musik erfüllen kann. Von daher ein schönes Album für die Rocker unter den Musikhörern, die harte Musik noch zu schätzen wissen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Unload The Gun, Insincere, Solitude, Tears Of Rage



Dienstag, 2. Mai 2017

Honk – Coach House Live




Honk – Coach House Live


Besetzung:


Beth Fitchet – lead vocals & guitar
Richard Stekol – lead guitar & lead vocals
Steve Wood – keyboards & lead vocals
Craig Buhler – woodwinds
Tris Imboden – drums
Will Brady – bass


Label: Restless Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Funk, Pop, Rock, Blues


Trackliste:

1. Heat Wave (4:19)
2. Hesitation (3:59)
3. Made My Statement (5:44)
4. Coloured Water (4:26)
5. Every Part Of Love (5:33)
6. Move Me (3:54)
7. Summer (6:54)
8. Try To Remember (5:24)
9. Don't Let Your (3:23)
10. Pipeline Sequence (11:43)

Gesamtspieldauer: 55:24




Honk ist eine US-amerikanische Band aus Laguna Beach, Kalifornien. Bekannt wurden Honk, da sie 1972 den Soundtrack zum Dokumentarfilm „Five Summer Stories“ schrieben. 1973 und 1974 erschienen dann noch zwei Studioalben, die überraschenderweise bei „Honk“ hießen, danach löste sich die Band auf. Mit Mitglieder spielten allerdings immer wieder mal zusammen. Im Jahr 1991 wurde dann das Live-Album „Coach House Live“ auf dem Label Restless Records veröffentlicht.

Dabei handelt sich allerdings wohl kaum um den Mitschnitt eines Konzertes, da zwischen den einzelnen Liedern immer sowohl die Musik, wie das Klatschen der Zuschauer vollständig ausgeblendet wird. So werden wohl mehrere Auftritte zur Scheibe beigetragen haben und die entsprechenden Stücke zusammengeschnitten worden sein. Und auch heute noch spielen Honk übrigens ab und zu im Coach House in San Juan Capistrano, Kalifornien, wie man auf Ihrer Bandseite im Internet nachlesen kann.

Nun, auf „Coach House Live“ ist funkiger Blues Rock zu hören, der zumeist mit schmalzigen Texten versehen wurde. Alles sehr langweilig und überhaupt nicht packend. Am ehesten kann da schon das einzige Folk Lied überzeugen, welches den Namen „Coloured Water“ trägt. Ansonsten ist, was man auf dieser Scheibe zu hören bekommt, alles andere als begeisternd. Bei letztem, fast zwölfminütigen Titel „Pipeline Sequence“, kommt zumindest noch mal so etwas wie Abwechslung auf, da es hier verschiedene Abschnitte und auch diverse Soli zu hören gibt, aber überzeugend klingt das dabei auch nicht unbedingt.

Fazit: Es gibt so viel schöne Musik auf der Welt. Und es gibt auch schlechte und dazu auch noch langweilige. In die letzte Kategorie fällt die Scheibe „Coach House Live“ von Honk. Man merkt es irgendwie schon beim Bandnamen, dass hier nichts Umwerfendes zu erwarten ist. Funkiger Blues Rock, absolut nicht eingängig oder auch nur etwas spannend. Ganz wenig ist hier hörenswert, die häufig schmalzigen Texte schon mal ganz besonders nicht. Vier Punkte.

Anspieltipps: Coloured Water



(Kein Video verfügbar)

Montag, 1. Mai 2017

Sensifer – Center Of Oceans




Sensifer – Center Of Oceans


Besetzung:

A. Mitschke – Gitarre
M. Schirmer – Gitarre
J. Hesse – Bass / Keys
L. Kreye – Schlagzeug / Perkussion


Gastmusiker:

David Grupp – spoken words “The Garden”


Label: Sensifer


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Postrock


Trackliste:

1. Reflection (1:44)
2. Treasure's Hidden (10:43)
3. Mant(r)a (7:37)
4. Please, Disturb Me A Little More (6:18)
5. Aembryo (7:52)
6. Bermuda (4:37)
7. The Change (8:06)
8. Between Water And Dust (4:08)
9. Androgyn (12:24)
10. The Garden (8:19)

Gesamtspieldauer: 1:11:53




Sensifer ist eine deutsche Band aus Dresden, die im Jahr 2011 gegründet wurde und im März 2013 ihr erstes Album live im Tonstudio einspielte. „Center Of Oceans“ heißt diese Scheibe, die angefüllt ist mit sehr sphärischer und doch gleichzeitig auch rockiger Musik, welche klingt und ins Ohr geht. Als Inspirationen geben die vier Musiker an verschiedenen Stellen Tool, Sigur Rós, Explosions In The Sky, Caspian, Pink Floyd und andere an. Wahrlich ein sehr breites Spektrum. Die Musik von Sensifer ist eine andere, doch wer etwas mit den oben genannten Bands anzufangen versteht, die oder der sollte auch mal ein Ohr bei Sensifer riskieren.

Auf „Center Of Oceans“ hört man Postrock, zu allermeist in der instrumentalen Version. Ganz falsch würde man sicherlich auch nicht liegen, wenn man die Musik von Sensifer mit „Ambient Rock“ umschreiben würde. Lediglich auf drei Stücken des Albums ist Gesang beziehungsweise eine Erzählstimme zu hören. Der Fokus in der Musik von Sensifer liegt eindeutig auf der Atmosphäre, die hier transportiert werden soll. Die Lieder auf „Center Of Oceans“ klingen dabei voll und kraftvoll. Klangteppiche werden gewoben und Melodien entwickeln sich, getragen sowohl vom Keyboard, der Gitarre, dem Bass sowie dem Schlagzeug, die hier alle gleichberechtigt nebeneinander und doch zusammenspielen und das lohnende und überzeugende Klangerlebnis bewirken.

Auf der Homepage der Band kann man lesen: „Wir freuen uns, euch die Schwere, Tiefe, Weite und Unendlichkeit des Ozeans näherzubringen und tauchen ab in die unzähligen Facetten des Meeres. „Center Of Oceans“ widmet sich ganz und gar in 10 Tracks dem tiefen blauen Reich des Wassers.“ Ihre Interpretationen sind den vier Musikern von Sensifer durchaus gelungen. So lässt sich hier vortrefflich in Klanggebilden schwelgen, die einen einhüllen und tragen, dieses Gefühl der Weite und Tiefe durchaus mitvermitteln. Dabei klingt die Musik von Sensifer immer melodiös, geht ins Ohr. Als Höhepunkte seien hier drei der vier längsten Titel genannt, in denen diese Stimmungen und Atmosphären bestens transportiert werden. Dies wären die Nummern „Treasure's Hidden“, „The Change“ sowie „Androgyn“. Der Ehrlichkeit halber hätte ich an dieser Stelle jedoch auch jeden anderen der insgesamt zehn Lieder aufzählen können, denn alle besitzen Qualität und machen Spaß gehört zu werden.

Fazit: Sehr atmosphärischen Postrock gibt es von Sensifer auf „Center Of Oceans“ zu hören. Stimmungen und Eindrücke in Bezug auf das Meer, den Ozean werden dabei sehr schön umgesetzt, ohne dass man hierfür allzu viel Phantasie benötigt. Die Musik variiert von sphärisch nach rockig und zurück, spielt dazu mit Lautstärken und Intensitäten. Die zehn Lieder gehen allesamt gut ins Ohr und wirken dort auch nach. „Center Of Oceans“ macht viel Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Treasure's Hidden, The Change, Androgyn



Sonntag, 30. April 2017

The Elephant Circus – The Great R 'n' R Swindlers




The Elephant Circus – The Great R 'n' R Swindlers

Besetzung:


Uli Tsitsos – vocals, guitar, harp, mandolin, xylophone, backing vocals
Andi Wunderlich – drums, percussion, backing vocals
Stefan Blanke – lead & rhythm guitars
René la Ruso – piano, fender rhodes, keyboards, guitar, backing vocals
Lutz J. Mays – double bass
Christian “Krispy” Prauschke – double bass, guitar lick


Gastmusiker:

Pam Bressler – backing vocals
Selina Schneider – backing vocals


Label: Apocalyptic Productions


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Folk Rock, Pop


Trackliste:

1. Let's Go California (3:47)
2. Here On The Other Side (4:14)
3. No Hands! (3:10)
4. Bye-Bye Butterfly (4:02)
5. Save My Soul (4:49)
6. Underground (5:20)
7. How Long? (3:58)
8. Heat Up The Gun (4:16)
9. God's Grace (3:44)
10. Lost Valentine (4:06)
11. Christ Illusion (5:06)
12. Jesus, Don't You Leave Us (3:50)

Gesamtspieldauer: 50:27




Die Nürnberger Band The Elephant Circus hat bisher drei Alben veröffentlicht. „The Great R 'n' R Swindlers“ ist das dabei die erste Veröffentlichung dieser noch kurzen Reihe und erschien im Jahr 2008 auf dem Label Apocalyptic Productions. Zu hören gibt es darauf Folk Rock bis Pop, wobei der Folk Rock doch sehr im Vordergrund steht.

Sanft und weich und getragen klingen die Lieder des Uli Tsitsos, der alle Texte schrieb und auch alle Titel komponierte, wobei er bei den Nummern „Here On The Other Side“, „How Long?“, „Heat Up The Gun“ und „Jesus, Don't You Leave Us“ Unterstützung von René la Ruso erhielt. Uli Tsitsos nuschelt durchaus ein klein wenig beim Singen, wodurch auch die Vergleiche zu Bob Dylan unweigerlich aufkommen. Dies passiert allerdings schon alleine beim Hören der fast immer getragenen Stücke, die Melancholie und Sentimentalität verbreiten und von einer etwas traurigen Stimmung umgeben sind.

Die Musik von The Elephant Circus auf „The Great R 'n' R Swindlers“ ist eine sehr melodiöse. Man benötigt nicht viele Durchgänge, um sich die einzelnen Lieder zu erschließen zu können. Alles ist eingängig, klingt hauptsächlich sanft und warm. Die Texte haben oftmals einen christlich religiösen Hintergrund, was auch perfekt zur Art der Musik passt. Am überzeugendsten klingen für mich dabei die Titel „How Long?“ und „Christ Illusion“. Beides Lieder, die nicht nur schnell ins Ohr gehen, sondern dort auch längerfristig verbleiben. Im Grunde genommen unterschieden sich diese beiden Nummern allerdings nicht großartig vom Rest des Albums.

Fazit: Wer mag Folk Musik mit christlichem Inhalt aus Deutschland und in englischer Sprache vorgetragen? Für wen das interessant klingt, die oder der sollte mal bei The Elephant Circus ein Ohr riskieren. Aber man könnte es auch einfacher ausdrücken: Wem Bob Dylan gut gefällt, der oder dem könnte auch „The Great R 'n' R Swindlers“ von The Elephant Circus gut gefallen. Selbstverständlich ist das nicht Bob Dylan, doch ähnlich klingt es. Folk, der ins Ohr geht. Acht Punkte.

Anspieltipps: How Long? Christ Illusion



Samstag, 29. April 2017

Various Artists – Sometimes God Smiles: The Young Persons’ Guide To Discipline Volume II




Various Artists – Sometimes God Smiles: The Young Persons’ Guide To Discipline Volume II


Label: Discipline Global Mobile


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Experimentelle Musik, Progressive Rock


Trackliste:

1. Three Of A Perfect Pair - King Crimson (4:18)
2. Never Enough - Adrian Belew (2:12)
3. Heavy Constructiom - ProjeKct Two (2:11)
4. Shipbuilding - Mr. McFall's Chamber (1:42)
5. Wild Dizzy - Bill Nelson (1:22)
6. Original Sin - Bruford Levin (2:31)
7. Native Of The Rain - Tony Geballe (2:09)
8. Porfaned Sanctuary Of The Human Heart - Bill Nelson (0:42)
9. Nothing Comes - Peter Hammill (2:06)
10. Pie Jesus - Robert Fripp (2:55)
11. Amethyst - Bill Bruford (2:59)
12. Of Bow And Drum - Adrian Belew (3:05)
13. Score With No Film - Adrian Belew (1:19)
14. The Strangest Things, The Strangest Times - Bill Nelson (1:52)
15. Shepard's Song - Gorn, Levin, Marotta (2:39)
16. Sabre Dance - Radical Dance (2:56)
17. On The Approach Of Doubt - Robert Fripp (0:28)
18. Allegro Con Brio, Synphony No. 5 - California Guitar Trio (2:58)
19. Allegretto - Mr. McFall's Chamber (2:44)
20. Prism - King Crimson (1:58)
21. 4 (I) - ProjeKct One (1:41)
22. Space Groove [Part 2] - ProjeKct Two (0:49)
23. Spinning Dizzy On The Dial - Bill Nelson (0:18)
24. Toccata Seconda - Jacob Heringman (6:04)
25. 21st Century Schizoid Man - ProjeKct Two (4:15)
26. Interlude - Bruford Levin (2:34)
27. Easy Money - King Crimson (3:49)
28. Dinosaur - King Crimson (1:56)
29. Lindisfarne - Matt Seattle (1:27)
30. On My Mother's Birthday - Robert Fripp (4:11)

Gesamtspieldauer: 1:12:25




„Sometimes God Smiles: The Young Persons’ Guide To Discipline Volume II“ ist, wie der Name bereits sagt, das zweite Kompilationsalbum von Robert Fripps eigenem Plattenlabel Discipline Global Mobile, auf dem Musiker zu hören sind, die hier veröffentlichen. Erschienen ist diese Zusammenstellung mit insgesamt dreißig Stücken im Jahr 1998.

Neben bekannten King Crinson Stücken, die zum Teil auch Live-Aufnahmen beinhalten und einigen weiteren Titeln, die im Progressive Rock verwurzelt sind, hört man darauf das sehr viel mehr Jazz-inspirierte Projekct Two, welches aus ehemaligen King Crimson Musikern besteht. Dazu gibt es noch ein Stück von Peter Hammill zu hören und weitere aktuelle und ehemalige King Crimson Mitglieder versuchen sich als Solisten oder als Duo. Schließlich hört man auf „Sometimes God Smiles: The Young Persons’ Guide To Discipline Volume II“ noch diverse weitere Musiker, die sich ebenfalls alle auf dem Label von Robert Fripp eingeschrieben hatten. Die Musik ist dabei oftmals ganz so einfach, nicht immer liegt auch die klassische Liedstruktur einem Titel zugrunde. Oftmals wird experimentiert, sodass die einzelnen Lieder weit davon entfernt sind, im Mainstream Radio gehört zu werden.

Häufig klingt das alles durchaus auch sehr spannend, jedoch krankt das Gesamtbild dieser Scheibe doch ein wenig. Dies liegt an der Anzahl der darauf enthaltenen Stücke. Dreißig Nummern auf einer einzigen CD bedeutet automatisch, dass Lieder oftmals nur angespielt, anstatt ausgespielt werden können. Oft kann man sich somit kaum auf einen Titel einstellen, sich auf ihn einlassen, da er dann bereits wieder ausklingt und vorbei ist. Ist dieses Kompilationsalbum einzig und allein dazu gedacht, die Bandbreite der Musik aufzuzeigen, die auf Robert Fripps Label zu hören ist, dann wird dieser Ansatz natürlich bestens erfüllt. Geht es allerdings darum, in diese Musik auch eintauchen zu können, dann wird es schon deutlich schwieriger.

Fazit: Nicht immer ganz leichte Kost gibt es auf „Sometimes God Smiles: The Young Persons’ Guide To Discipline Volume II“, einem Kompilationsalbum mit Musikern zu hören, die alle auf Robert Fripps Label Discipline Global Mobile veröffentlichen. Neben Titeln, die sich im Bereich des Progressive Rock bewegen, gibt es hier auch deutlich experimentellere Titel und auch Lieder zu hören, die sich dem Jazz annähern. Abwechslungsreich ist das auf jeden Fall, jedoch durch diese Vielfalt nicht immer ganz leicht zu hören. Dazu gesellt sich der Umstand, dass viele der Titel einfach etwas zu kurz geraten sind, um besser wirken zu können. Etwas Besonderes ist dieses Album jedoch allemal. Neun Punkte.

Anspieltipps: Three Of A Perfect Pair, Shipbuilding, Shepard's Song, Dinosaur



Freitag, 28. April 2017

Swell – Too Many Days Without Thinking




Swell – Too Many Days Without Thinking


Besetzung:

David Freel – guitar, vocals
Sean Kirkpatrick – drums
Monte Vallier – bass


Gastmusiker:

Clem Waldmann – drums


Label: Beggars Banquet Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Throw The Wine (4:55)
2. What I Always Wanted (4:59)
3. Make Mine You (3:35)
4. Fuck Even Flow (3:54)
5. At Lennies (5:25)
6. When You Come Over (3:42)
7. (I Know) The Trip (4:34)
8. Going Up (To Portland)? (3:50)
9. Bridgette, You Love Me (3:15)
10. Sunshine Everyday (4:53)

Gesamtspieldauer: 43:08




Swell ist eine Band aus San Francisco, Kalifornien, die im Jahr 1989 von David Freel (Gesang und Gitarre) und Sean Kirkpatrick (Schlagzeug) gegründet wurde. Die Musik der Band kann wohl am besten mit Independent Rock umschrieben werden. Seit Ende der 80er Jahre besteht die Formation – mit kurzen Unterbrechungen – bis heute. Das bisher letzte Album von Swell erschien 2014. „Too Many Days Without Thinking“ ist das vierte Studioalbum der Band und wurde im Jahr 1997 auf dem Label Beggars Banquet Records veröffentlicht.

Auf „Too Many Days Without Thinking“ hört man guten und eingängigen Independent Rock, der zwar nicht sonderlich spektakulär klingt, jedoch gut rockt, in die Füße geht und auch mit so manch schöner Melodie überraschen kann. Das Tempo der einzelnen bewegt sich dabei zuallermeist im mittleren Bereich. Die einzelnen Lieder von Swell klingen insgesamt relativ gechillt und fast schon cool. Richtige Wärme wird dabei nicht verbreitet, aber diese Lockerheit, die den einzelnen Stücken innewohnt, macht das ganze Album durchaus interessant.

Qualitativ bewegen sich die zehn Titel auf „Too Many Days Without Thinking“ alle auf etwa demselben Niveau. Ausreißer nach unten gibt es glücklicherweise nicht, Lieder, die weit über die anderen Nummern herausragen allerdings auch nicht – zumindest nicht in Hülle und Fülle. Ein Lied muss hier allerdings definitiv Erwähnung finden und dies ist der zweite Track des Albums: „What I Always Wanted“. Wahrlich ein tolles, ebenfalls sehr relaxtes Lied, welches über einen hohen Wiedererkennungswert verfügt, die auf die hier vorhandene melodische Monotonie des Stücks zurückzuführen ist. Ein Lied mit Ohrwurmcharakter. Weitere sehr gelungene Titel wären „When You Come Over“ und das letzte Stück des Albums „Sunshine Everyday“.

Fazit: Ein schönes und unterhaltsames Independent Rock Album ist „Too Many Days Without Thinking“ von Swell geworden. Die Stimmung darauf ist sicherlich keine warme und weiche. Die Musik von Swell wirkt auf dieser Scheibe eher cool und relaxt. Die Lieder gehen zum Teil gut ins Ohr. Titel, die wie Füllmaterial wirken, gibt es auf dem Album glücklicherweise nicht. Die einzelnen Stücke sind praktisch alle im Mid-Tempo gehalten, was trotzdem nicht langweilig wird und wirkt. Lohnt sich für Freunde des Rock. Neun Punkte.

Anspieltipps: What I Always Wanted, When You Come Over, Sunshine Everyday



Donnerstag, 27. April 2017

Helge Schneider – Es rappelt im Karton!




Helge Schneider – Es rappelt im Karton!


Besetzung:

Helge Schneider – Gesang, Klavier, Gitarre, Alt-, Bariton & Tenor Saxophon, Klarinette, Akkordeon


Gastmusiker:

Charly Weiss – Schlagzeug
Dieter Stein – Bass
Buddy Casino – Orgel
Frank Engel – Trompete
Peter Holl – Trompete
Carlos Boes – Tenor-Saxofon
Sergej Gleithmann – Tenor-Saxofon
Thom Busch – Bariton-Saxofon
Bobby Marlene – Congas
Peter Thoms – Schlagzeug


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Comedy, Jazz, Swing


Trackliste:

1. Musik, Musik, Musik (4:02)
2. Der Sensemann (Eierlikör) (4:03)
3. Hoffnung (3:07)
4. Gitarre (Gerissene Saite) (0:27)
5. Das Rätsel (2:34)
6. We Gotta Rock, We Gotta Roll (3:30)
7. Tropfsteinhöhle (14.10.98) (1:59)
8. Gartenzaun (2:19)
9. Meisenmann (3:04)
10. Wenn Der Abend Kommt (2:39)
11. Blaue Lagune (4:38)
12. Erziehung (2:01)
13. Boogie Woogie (3:15)
14. In Italien (0:35)
15. Scrapple From The Apple (5:46)
16. Sex Machine (1:54)
17. Auf den Spuren Kara Ben Nemsis (5:59)
18. Orientalische Sonate (1:22)
19. Comeback (3:22)
20. Klapperstrauß (7:48)
21. Transatlantic Blues (2:43)

Gesamtspieldauer: 1:07:17




Bei der Musik von Helge Schneider gibt es zumeist nicht mehr als zwei Meinungen, denn man wird sie mögen oder hassen. Viel Spielraum dazwischen gibt es einfach nicht. Nicht viel anders ist es auch bei Helge Schneiders viertem Studioalbum mit dem Namen „Es rappelt im Karton!“, welches im Jahr 1995 bei EMI Electrola erschien. Darauf zu hören gibt es eine Mischung aus dem für Helge Schneider so charakteristischen Humor, der manches Mal mit dem Vorschlaghammer daherkommt, ein anderes Mal sehr verschroben ist sowie einem bunten Potpourri aus Jazz- und Swing-Anleihen.

Die spaßigen Einlagen sind dieses Mal zum Teil mit Klavierklängen unterlegt, die Helge Schneider, unter Verwendung verschiedener Stimmen, alle im Alleingang einspielte beziehungsweise einsprach. Ob das jetzt lustig ist, kann man selbstverständlich nicht so ohne Weiteres beantworten, denn hier gilt noch viel mehr als bei seiner Musik, dass das Gehörte Geschmackssache ist. Hört man allerdings die Lieder, so kann es ganz bestimmt nicht schaden, ein gewisses Faible für den Jazz zu besitzen. Auch der Swing sollte einem nicht ganz fremd sein.

Zwei Cover-Versionen sind auf der Platte enthalten. Dies wäre zum einen das jazzige Stück „Scrapple From The Apple“ von Charlie Parker sowie eine sehr spezielle Version von „Sex Machine“, ein Titel, der ursprünglich natürlich von James Brown stammt. Höhepunkte herauszuheben gestaltet sich einigermaßen schwierig. Festzuhalten bleibt auf jeden Fall, dass das Album ziemlich einheitlich klingt, alles passt zusammen, wirkt rund und konsequent. Helge Schneider ist ein genialer Musiker, ob man hier bei „Es rappelt im Karton!“ auch von guter Musik sprechen kann, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Zumindest ist das Ganze sehr gewöhnungsbedürftig, das Lied „Hoffnung“ klingt schön, aber dann? Ansonsten sind die Lieder und auch Sketche eher sehr schwere Kost, für die man eigene Antennen haben muss, um von diesen gut unterhalten zu werden.

Fazit: Musikalisch gibt es auf „Es rappelt im Karton!“ eine Mischung aus Jazz und Swing zu hören. Garniert wird das Ganze mit zum Teil sehr seltsamen Sketchen und humoristischen Einlagen, die sich allerdings auch immer wieder in den einzelnen Liedern wiederfinden. Nebenbei kann man dieses Album mit Sicherheit schon mal gar nicht hören, man muss sich definitiv darauf konzentrieren. Einmal angehört ist „Es rappelt im Karton!“ auch noch spannend, bei weiteren Durchgängen wird es irgendwie seltsam. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Hoffnung



Mittwoch, 26. April 2017

Zorn – Unfehlbar




Zorn – Unfehlbar


Besetzung:

Herman d’German – Gesang
Michael – Gitarre
Michel – Bass
Matthias – Schlagzeug


Gastmusiker:

Sandra, Lena, Sammy, Chrissi, Noah, Steffi & Tommy Kaub, Heike Karch-Riegel & Doc Pommes – Chöre


Label: Goodlife Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Neue Deutsche Härte, Black Metal


Trackliste:

1. Erwacht (4:49)
2. Krieg (2:56)
3. Unfehlbar (4:20)
4. Kein Gott (4:02)
5. Todesstrafe (3:54)
6. D-Land (3:09)
7. Eisbär (4:18)
8. Zwei gegen den Rest der Welt (3:59)
9. Lass das (3:29)
10. Dicke (4:11)

Gesamtspieldauer: 39:12




Die deutsche Band Zorn hatte sich dem Black Metal verschrieben, war in der Neuen Deutschen Härte beheimatet. Das Album „Unfehlbar“ erschien im Dezember des Jahres 2001 auf dem Label Goodlife Records. Mit „gutem Leben“ hat die Musik auf der Scheibe allerdings nichts zu tun, es kracht ordentlich auf dem Album „Unfehlbar“, dazu wird geschrien und gebrüllt.

Die Texte sind dabei einigermaßen verstörend und oftmals unflätig. Auch politische Ansagen werden getroffen, die nah am rechten Rand zu sein scheinen. Keine Ahnung, ob das gewollt ist, allerdings der Anschein alleine reicht bereits, um nichts mehr mit dieser Musik anfangen zu können.

Mit „Eisbar“ und „Dicke“ sind hier auch zwei Cover-Versionen enthalten, die nicht an die Originale heranreichen. Viel mehr Worte sollte man zu dieser Scheibe irgendwie nicht verlieren.

Fazit: Das Album disqualifiziert sich durch seine Texte. Diese sind zwar nie ganz eindeutig, spielen jedoch mit Grauzonen. Somit spielt die Musik keine Rolle mehr. Viel Geschrei machen das Ganze unhörbar. 0 Punkte.

Anspieltipps: Nichts



(Kein Video)

Dienstag, 25. April 2017

Warpipes – Holes In The Heavens




Warpipes – Holes In The Heavens


Besetzung:

Billy Trudel – lead vocals
Davey Johnstone – guitars, mandolin, banjo & vocals
Guy Babylon – keyboards, additional drum programming
Nigel Olsson – drums & vocals
Bob Birch – bass & sax


Gastmusiker:

Brie Howard – additional background vocals on “Divided Heart”


Label: Artful Balance Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Rock N' Roll Condition (5:41)
2. Mr 2 U (4:36)
3. Tear Jerker (3:57)
4. Son Of A Loaded Gun (3:09)
5. Holes In The Heavens (7:35)
6. Back A' Ma Buick (5:59)
7. Duty To Dance (4:15)
8. Divided Heart (4:52)
9. Satellite City (4:47)
10. Goodbye Kemosabe (6:30)

Gesamtspieldauer: 51:25




Warpipes war eine Band, in der die Elton John Begleitmusiker Nigel Olsson am Schlagzeug und Gitarrist Davey Johnstone aktiv waren. Dazu gesellten sich der Sänger Billy Trudel, Keyboarder Guy Babylon, der ebenfalls bei Elton John aktiv war, sowie Bassist Bob Birch. Wer nun allerdings Musik wie von Elton John erwarten und sich auf diese freuen würde, würde beim Hören von „Holes In The Heavens“ enttäuscht werden. Auf dem Album, welches im Jahr 1991 auf dem Label Artful Balance Records veröffentlicht worden ist, gibt es wenig Pop, sondern eher Rock zu hören. Dieser gliedert sich im Bereich des Mainstreams bis Stadion Rock ein.

Die Warpipes waren mit dem Album weder besonders erfolgreich, noch produzierten sie auf „Holes In The Heavens“ einen Hit. Man hört darauf Mainstream Rock, sehr unspektakulär, der zwar eingängig ist und auch schnell ins Ohr geht, jedoch genauso schnell wieder daraus verschwindet. Genau das ist auch das Problem dieser Art der Musik, wenn sie nicht einen Ohrwurm gebiert. Sie ist dann austauschbar und läuft meist so nebenher mit. Man muss zwar nicht fluchtartig den Raum verlassen, wenn solch eine Platte aufgelegt wird, trotzdem bleibt das immer nur 08/15-Musik, ohne Ecken und Kanten, ohne Besonderheiten, die keinen großartigen Eindruck hinterlässt.

Auf „Holes In The Heavens“ besondere Höhepunkte auszumachen erscheint einigermaßen schwierig, da alles austauschbar klingt. Um an dieser Stelle doch ein paar Nummer zu erwähnen, seien hier die Titel „Son Of A Loaded Gun“, „Holes In The Heavens“, „Divided Heart“ und „Goodbye Kemosabe“ angeführt, die vielleicht ein klein wenig mehr klingen, als der Rest der Platte. Beim Titeltrack „Holes In The Heavens“ stellt sich dabei allerdings wirklich die Frage, ob die Warpipes nicht ein Teil der Einnahmen an Pink Floyd abtreten müssen, denn ein Part daraus ist definitiv aus „Shine On You Crazy Diamond“ abgekupfert. Ansonsten bleibt die Scheibe handwerklich gut gemacht, jedoch eben auch ein wenig langweilig.

Fazit: Mit Mainstream Rock ist das immer so eine Sache. Wenn die Melodie nicht absolut zündet, wird das Ganze ganz schnell sehr langweilig, da alles wirklich sehr glattgeschliffen und fast schon anbiedernd klingt. So ergeht es einem auch mit dem Album „Holes In The Heavens“ der Warpipes. Die Platte kann man gut hören, man hat jedoch auch nichts verpasst, wenn dies niemals geschieht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Son Of A Loaded Gun, Holes In The Heavens, Divided Heart, Goodbye Kemosabe



Montag, 24. April 2017

Various Artists – Hit News 92




Various Artists – Hit News 92


Label: K-Tel


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Disco, Pop


Trackliste:

1. Scorpions - Send Me An Angel (4:33)
2. Snap - Colour Of Love (4:12)
3. Joe Cocker - Night Calls (3:27)
4. Roxette - Spending My Time (4:35)
5. RSF - I'm Too Sexy (2:53)
6. Phil Carmen - Borderline Down (4:10)
7. Foolhouse - Primitive Prima Donna (5:01)
8. Monty Python - Always Look On The Bright Side Of Life (3:30)
9. Montana Sextet feat. Nadiyah - Ride Like The Wind (3:43)
10. Tina Turner - Nutbush City Limits (90's Version) (3:40)
11. Gipsy Kings - Baila Me (3:46)
12. OMD - Pandora's Box (4:07)
13. MDC X-Static - You And Me (In Ecstasy) (5:35)
14. L.A. Style - James Brown Is Dead (3:33)

Gesamtspieldauer: 53:52




Einige „Hits“ des Jahres 1992 sind auf dieser von K-Tel herausgegebenen Zusammenstellung mit dem Namen „Hit News 92“ enthalten. Vierzehn verschiedene Künstler gibt es darauf zu hören, die auf der Scheibe „ihre“ Musik darbieten, deren musikalische Bandbreite bezüglich des bedienten Genres dabei logischerweise genauso weit gefächert ist wie die Qualität der einzelnen Stücke.

So ist es kaum möglich solch ein Kompilationsalbum zu erwerben und darauf nur Titel zu finden, die einem zusagen. Manches ist rockig, anderes wiederum poppig, es wird gerappt, es gibt den Flamenco-Pop der Gipsy Kings und auch Disco-Musik darf da selbstverständlich nicht fehlen. Die Musik ist so breit gefächert, dass einem darauf unmöglich alles anspricht, ganz egal, welchen Musikgeschmack man auch immer hat.

Somit gibt es wohl nur den einzigen Grund, solch eine Scheibe zu erwerben, wenn man mal eine Übersicht der angesagten Musik, zum Beispiel des Jahres 1992 erhalten möchte. Diesen Überblick erhält man hier. Ist es nur ein Lied, welches einen interessiert, ist man mit einem Download sehr viel besser bedient. Legt man für eine 90er Party auf, so wird man hier auch nur vereinzelt fündig, da vieles auf „Hit News 92“ nicht tanzbar ist.

Fazit: Lohnen sich solche Zusammenstellungen? Wohl kaum, außer man ist vielleicht musikalischer Antiquarat, falls es so etwas geben sollte. Die musikalischen Genres auf „Hit News 92“ sind weit gestreut, die Qualität der Lieder ebenso. Nicht alles darauf ist schlecht, es lohnt allerdings trotzdem nicht, solch ein Album zu erwerben. Vier Punkte.

Anspieltipps: Send Me An Angel, Night Calls, Primitive Prima Donna, Always Look On The Bright Side Of Life, James Brown Is Dead



Sonntag, 23. April 2017

Ticks – Sun Shinin On Your Rain




Ticks – Sun Shinin On Your Rain


Besetzung:

Tom Hicks – vocals, lead and rhythm guitars
Erick Hubbard – bass guitars
Eric Fisher – rhythm guitars
Todd Dare – drums


Gastmusiker:

Slim Dunlap – guitars on “My Turn Today”
Jeff Bayless – drums on “Solo”
Richard Agans – rhythm guitar on “Solo”


Label: Medium Cool Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Shake It (3:40)
2. Waiting On You (2:32)
3. Back And Back Again (4:07)
4. Solo (2:50)
5. It Don‘t Mean That Much (3:11)
6. Twistin An Arm (4:19)
7. Dance (2:18)
8. I Got A Notion (3:00)
9. Get It Right (4:46)
10. My Beautiful View (3:13)
11. This Is Nowhere (4:03)
12. My Turn Today (4:04)

Gesamtspieldauer: 42:10




Die Ticks waren eine US-amerikanische Band, die wohl nur dieses eine Album während ihrer Karriere veröffentlichte. „Sun Shinin On Your Rain“ erschien im Jahr 1992 auf dem Label Medium Cool Records und auf der Scheibe hört man Rock Musik, die hauptsächlich im Bereich des Alternative Rock angesiedelt ist.

Das Ganze klingt relativ unspektakulär, allerdings keineswegs schlecht. Die zwölf auf dem Album enthaltenen Lieder gehen durchaus ins Ohr, haben jedoch nicht die Qualität, um zu begeistern oder längerfristig hängenzubleiben. Handwerklich alles gut gemacht, jedoch nicht dazu geschaffen, um zu beeindrucken. Das Album läuft so ein klein wenig durch, ohne dass man aufhorchen muss. Die Musik ist dabei auch mal am etwas härteren Rand angesiedelt, ohne dass man dabei jedoch gleich von Hard Rock sprechen könnte. Die überwiegende Anzahl der Titel ist im Mid-Tempo gehalten.

Alle einzelnen Stücke sind in etwa qualitativ gleich geraten, sodass es gar nicht so einfach ist, hier irgendwelche Höhepunkte herauszuheben. In meinen Ohren klingt noch am besten das etwas sanftere „Solo“ sowie das deutlich rockigere „I Got A Notion“. Da die Unterschiede allerdings wirklich marginal sind, hätte ich an dieser Stelle durchaus auch zwei andere Titel aufzählen können. Ein klein wenig versinkt die Scheibe leider im Mittelmaß und keines der Lieder hinterlässt Spuren.

Fazit: Ein rockiges Album ist „Sun Shinin On Your Rain“ von den Ticks geworden. Allerdings auch eines, welches man nicht unbedingt gehört haben muss, da man sonst irgendetwas verpasst hätte. Die Musik darauf ist nicht schlecht, aber eben auch nicht gut und schon gar nicht schafft sie es zu begeistern. Man kann dem allen gut zuhören, vergisst jedes der zwölf Stücke jedoch auch wieder schnell. Von daher ist „Sun Shinin On Your Rain“ nicht mehr als Mittelmaß und wenn man dann bedenkt, wie viel wunderschöne Musik es gibt… Sechs Punkte.

Anspieltipps: Solo, I Got A Notion



(Kein Video verfügbar)

Samstag, 22. April 2017

Northern Tales – Bloodporn Industries




Northern Tales – Bloodporn Industries


Besetzung:

Nils – bass
Pierre – drums
Jr – guitar
Torsten – guitar
Danyel – vocals


Label: TTS Media Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Trash & Speed Metal, Death Metal


Trackliste:

1. Lost Days (4:36)
2. Meaningless (4:44)
3. Do Me A Favour (3:56)
4. Moment Of Mysterious (4:43)
5. Wasted Fallen Lands (4:19)
6. Let Me Go (4:57)
7. What`s Wrong With You (3:16)
8. In Filth We Crawl (4:45)
9. I Will Remember (Acoustic) (3:46)
10. Bloodporn (5:57)

Gesamtspieldauer: 45:03




Wenn man Musik sammelt, so passiert es unweigerlich, dass sich dabei auch Alben bei einem einfinden, mit denen man so gar nichts anzufangen weiß. Eine davon wäre in meinem Fall „Bloodporn Industries“, das zweite Album der niedersächsischen Band Northern Tales. Diese Band fühlt sich in den Genres Trash & Speed Metal sowie Death Metal zu Hause und stellt für mich wahrlich eine Herausforderung dar. Veröffentlicht wurde die Scheibe 2002 bei TTS Media Music und bis zum Jahr 2004 erschienen noch zwei weitere Platten, dann verliert sich die Spur von Northern Tales.

Ich möchte keinesfalls unfair sein, doch diese Art der Musik hat schon ein wenig den Hang dazu im Lärm zu enden. Nun, der Titel „Trash Metal“ sagt dies natürlich schon ein wenig aus. Fast unhörbar wird die Musik allerdings nicht wegen allzu schneller Riffs oder lauten Gitarren beziehungsweise aggressiven Klängen, fast unhörbar wird das Ganze durch dieses elendige Growling, diesen Gesang, der einem bereits beim ersten Hören gehörig auf den Zeiger geht, mit jedem weiteren Durchlauf dann fast unerträglich zu werden scheint. Wirklich schlimm, wenn Musik nur noch von aggressivem Geschrei lebt.

Somit bleiben auf „Bloodporn Industries“ nur wenig Stellen, die man sich anhören kann, nämlich immer dann, wenn der Gesang „normal“ klingt. Das ist allerdings selten der Fall und in Vollendung auch nur bei dem Lied „I Will Remember“ zu hören, da dies akustisch eingespielt wurde. Das ist aber wirklich die einzige Ausnahme. Gibt es bei anderer Musik, die einem nicht ganz so zusagt, doch immer wieder Stellen, mit denen man sich anfreunden kann, so ist das im Fall von Northern Tales und „Bloodporn Industries“, bis auf diese eine Ausnahme, praktisch unmöglich.

Fazit: Diese Musik kann nur Leuten gefallen, die Death Metal mögen, für alle anderen ist es fast unhörbar und kaum erträglich. Ich finde es toll, dass es viele verschiedene Musikrichtungen gibt und jeder sich darin seine Nische suchen kann. Death Metal von Northern Tales ist dabei aber definitiv nicht meine Nische. Geschrei und Krach in Kombination, das hilft beim Aggressionsaufbau oder -abbau? Zwei Punkte.

Anspieltipps: I Will Remember (Ausnahme), der ganze Rest ist der Standard



(Kein Video verfügbar)

Freitag, 21. April 2017

Fiddler's Green – Sports Day At Killaloe




Fiddler's Green – Sports Day At Killaloe


Besetzung:

Ralf “Albi” Albers – vocals, acoustic guitar, bouzouki, mandolin, banjo
Pat Prziwara – vocals, electric guitars, banjo
Tobias Heindl – violin, vocals
Stefan Klug – accordion, bodhrán
Rainer Schulz – bass
Frank Jooss – drums, percussion


Label: Deaf Shepherd Recordings


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Folk Rock, Speed Folk


Trackliste:

1. Bugger Off (2:31)
2. Bottom Of Our Glass (3:11)
3. Life Full Of Pain (3:17)
4. Sports Day Theme (1:36)
5. Sporting Day (2:27)
6. Empty Pockets, Empty Fridge (2:38)
7. Change (4:31)
8. Down By The Hillside (4:15)
9. Highland Road (2:55)
10. Rose In The Heather (3:46)
11. Bold O'Donahue (2:45)
12. This Old Man (2:40)
13. 7 Drunken Sailors (3:24)
14. Dead End Street (2:58)
15. Mrs. McGrath (2:56)
16. Strike Back (2:58)
17. Friendly Reunion (2:45)
18. Once In A While (2:37)
19. Apology (5:14)

Gesamtspieldauer: 59:33




„Sports Day At Killaloe“ heißt das zehnte Studioalbum der Erlanger Folk Speed Band Fiddler’s Green, welches im Jahr 2009 auf dem Musiklabel Deaf Shepherd Recordings veröffentlicht wurde. Zu hören istdarauf eine knappe Stunde Musik, unterteilt in neunzehn Lieder, die auf dem irischen Folk gründen. Speed Folk ist es immer dann, wenn die Geschwindigkeit der einzelnen Titel deutlich anzieht und die Musik von Fiddler’s Green sehr viel rockiger wird. Man hört auf „Sports Day At Killaloe“ jedoch auch die Nummern, die noch vollständig im Irish Folk verankert sind.

Allerdings geben Fiddler’s Green hier auch immer wieder ordentlich Gas, soll heißen, gerockt wird mitunter sogar so sehr, dass die Musik der Band ab und an sogar beim Punk anzuklopfen scheint. Somit ist das schon etwas Besonderes, Irish Folk mit Rock bis hin zum Punk, diese Mixtur gibt es nicht zu oft zu hören. Dazu immer wieder Einsprengsel, die sonst auch eher selten zu hören sind. Worte werden da schon mal reingeschrien, die das Spielen der Lieder im amerikanischen Radio sofort verbieten würden. Oder es wird eine Nummer falsch angefangen und dann einfach nochmals begonnen. 08/15 ist das alles zumindest nicht.

Was definitiv hilft beim Hören der Scheibe ist, dass man einen ausgeprägten Hang zu dieser Art der Musik hat. Viele graue Bereiche gibt es da nicht, das ist alles eher schwarz oder weiß – man mag es oder man mag es eben nicht. Kaum jemanden wird diese Musik absolut kalt lassen. Mir geht es hier wie so oft bei Fidller’s Green. Am Überzeugendsten klingen die eher langsameren Nummern, denn hier steht die Melodie deutlich mehr im Vordergrund als bei jenen Titeln, die nach vorne preschen und sicherlich eher auf einer Tanzfläche wirken.

Fazit: Auf „Sports Day At Killaloe“ hört man eine Mischung aus Irish Folk und Speed Folk. „Not exactly my cup of tea“, würde da ein Brite sagen, dem diese Mischung nicht ganz so zusagt. Mir geht es leider ebenso. Gerade die schnelleren Nummern gehen völlig an mir vorbei. Doch die sanften Lieder, die haben da schon deutlich mehr und klingen überzeugend. Aber alles wieder mal reine Geschmackssache. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Change, Down By The Hillside und die letzten drei Lieder.