Mittwoch, 30. August 2023

The Dead South – Good Company

 



The Dead South – Good Company


Besetzung:

Nate Hilts – lead vocals, guitar, mandolin
Scott Pringle – guitar, mandolin, vocals
Colton Crawford – banjo
Danny Kenyon – cello, vocals




Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Bluegrass, Folk, Country


Trackliste:

1. Long Gone (2:17)
2. Achilles (2:24)
3. The Recap (4:15)
4. In Hell I'll Be In Good Company (4:03)
5. Manly Way (1:46)
6. Travellin' Man (3:41)
7. Honey You (3:03)
8. Ballad For Janoski (5:14)
9. Down That Road (3:19)
10. The Dead South (2:38)
11. That Bastard Son (3:52)
12. Deep When The River's High (4:59)
13. Into The Valley (6:10)

Gesamtspieldauer: 47:46



The Dead South ist eine Folk-Bluegrass-Band aus Regina, Saskatchewan, Kanada, die im Jahr 2012 gegründet wurde. „Good Company“ heißt ihr  erstes vollständiges Album und wurde am 26. April 2014 auf dem deutschen Plattenlabel Devil Duck Records veröffentlicht. Vielen Musikinteressierten wurde die Band allerdings erst richtig bekannt, als sie im Oktober 2016 das Video zum Titel „In Hell I'll Be In Good Company“ veröffentlichten. Das Video wurde, Stand August 2023, bereits 374 Millionen mal angesehen – und das lohnt sich auch. 

Doch auf „Good Company“ gibt es noch eine ganze Menge mehr gute Titel zu entdecken. Bluegrass, Folk und Country werden auf dem Album perfekt vereint und die Lieder gehen ohne große Anläufe wunderbar ins Ohr. Sehr eingängige Melodien entwickeln die vier Musiker, die dazu ihre Geschichten erzählen, sodass es sich auch lohnt die Texte genauer zu verfolgen.

Beherrschendes Instrument der Musik von The Dead South auf „Good Company“ ist das Banjo, welches mitreißend eingesetzt wird. Auf ein Schlagzeug verzichtet die Band völlig,  der Takt wird durch den Bass bestimmt. Und all dies in Verbindung mit dem mehrstimmigen Gesang verbreitet einfach gute Stimmung und macht Spaß gehört zu werden.

Neben dem bereits erwähnten „In Hell I'll Be In Good Company“ lohnen sich viele weitere Titel. „The Recap“, „Ballad For Janoski“, „Down That Road“, „Deep When The River's High“ oder „Into The Valley“, alles tolle Nummern. Und da sich ansonsten auch kein Ausfall auf diesem Album befindet, lohnt es sich die Platte vom ersten bis zum letzten Titel in einem durch zu hören. „Skippen“ muss man hier nirgends.

Fazit: Wenn Bluegrass und Country so klingen, dann mach es selbst Mitteleuropäern, die eher Rock hören, Spaß der Musik zu lauschen. Das  Debut-Album der Kanadier von The Dead South lohnt nicht nur wegen des klasse Titels „In Hell I'll Be In Good Company“. Auch sonst findet man viele schöne Lieder auf dieser Platte. Musik, die ins Ohr geht und die Geschichten erzählt. Zwölf Punkte. 

Anspieltipps: In Hell I'll Be In Good Company, Into The Valley



Montag, 28. August 2023

Balmorhea – Clear Language

 



Balmorhea – Clear Language


Besetzung:

Michael Muller – guitar, piano
Rob Lowe – banjo, guitar, piano, melodica
Aisha Burns – violin, viola


Gastmusiker:

Ephraim Owens – trumpet
Wim Coppers – drums




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Post Rock, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Clear Language (3:13)
2. Sky Could Undress (4:08)
3. Dreamt (3:59)
4. Slow Stone (6:36)
5. Ecco (2:15)
6. Behind The World (4:06)
7. Waiting Itself (3:34)
8. 55 (3:52)
9. All Flowers (2:23)
10. First Light (3:45)

Gesamtspieldauer: 37:54



„Clear Language“ heißt das bereits siebte Studioalbum der texanischen Post Rock Band Balmorhea. Das Album wurde am 22. September 2017 auf dem Plattenlabel Western Vinyl in Form von Vinyl und Compact Disc veröffentlicht.

Balmorhea klingen, nachdem bereits fünf Jahre seit dem vorherigen Album „Stranger“ vergangen waren, vom Sound her wieder deutlich minimalistischer. Die Atmosphäre der ersten Alben wurde wieder aufgenommen und so klingt die Musik auf „Clear Language“ sanft und leise, zumeist auf das Wesentliche reduziert.

Die einzelnen Lieder erklingen eingängig und melodisch. Das kurze „Ecco“ bildet hier eine Ausnahme in seiner Atonalität. Häufig steht das Piano im Vordergrund, dann wieder die akustische Gitarre. Unterfüttert werden die Lieder von sanften Keyboard-Klängen. Dem Schlagzeug werden nur sehr spärliche Rollen zugedacht. Die Lieder sind relativ kompakt gehalten und bis auf „Slow Stone“ kürzer oder nur unwesentlich länger als vier Minuten. Das ganze Album klingt absolut verträumt und entspannt. Lediglich das bereits erwähnte „Ecco“ reißt einen ein wenig aus zu viel Träumerei.

Bei aller Harmonie schaffen es die einzelnen Stücke allerdings nicht  einen längeren und tieferen Eindruck zu hinterlassen. Natürlich klingt „Clear  Language“ einnehmend, aber ohne großartige Höhepunkte und Variationen auch ein klein wenig langweilig.

Fazit:  Auf „Clear Language“ hört man sanfte Musik, die ins Ohr geht, jedoch sich nicht unbedingt darin festsetzt. Für den Moment und zum Träumen, ist das allerdings sehr schön anzuhören. Unaufgeregte, sanfte Musik. Manche werden dabei einschlafen, andere entspannen  und wieder andere können mit diesen Liedern ihrer Melancholie freien Lauf lassen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Clear Language, Behind The World, Waiting Itself



Samstag, 26. August 2023

Bent Knee – Frosting

 



Bent Knee – Frosting


Besetzung:

Courtney Swain – lead vocals, keyboards
Ben Levin – guitar, backing vocals
Jessica Kion – bass, vocals, backing vocals
Gavin Wallace-Ailsworth – drums
Chris Baum – violin, vocals, backing vocals
Vince Welch – synthesizer, guitar, sound




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Invest In Breakfast (3:24)
2. Baby In The Bush (4:11)
3. Casper (2:16)
4. Fighting All My Life (3:24)
5. The Upward Spiral (4:20)
6. Set It Off (4:56)
7. Pause (0:34)
8. Have It All (3:41)
9. Queer Gods (4:12)
10. Rib Woman (2:43)
11. Ermine (0:46)
12. The Floor Is Lava (5:50)
13. Cake Party (3:18)
14. OMG (2:47)
15. Not This Time (5:33)

Gesamtspieldauer: 52:04



Das ist wahrlich überraschend. Legt man „Frosting“ der US-amerikanischen Band Bent Knee auf, glaubt man seinen Ohren nicht mehr trauen zu können. Habe ich mich vertan und anstatt Bent Knee die dänische Band Aqua aufgelegt, die 1997 mal einen Hit mit „Barbie Girl“ hatte? Schnell nachgesehen, doch alles ist richtig, ich höre Bent Knee. Nein, gar nichts ist mehr richtig, ich höre tatsächlich Bent Knee, die wie Aqua aus den 90ern klingen. Verrückt.

Überraschenderweise haben sich Bent Knee mit diesem Album in Richtung Synthie Pop aufgemacht. Eine Barbie-Stimme und ebensolche Klänge. Das klingt zu Beginn des Albums einfach nur unfassbar schlecht. Einen sehr radikalen musikalischen Schritt haben Bent Knee mit diesem Album vollzogen. Nicht nur Synthie Pop gibt es darauf zu hören, auch HipHop wird mal geboten. Das alles mit null überzeugenden Melodien und fehlender Eingängigkeit. Und wenn ein Lied dann mal wirr am Rande einer Kakophonie endet, hat das kaum etwas mit progressiven Tönen zu tun, sondern kling eher nach noch größerer Orientierungslosigkeit.

„Frosting“ ist ein extrem langweiliges Album geworden, was weder ins Ohr geht, noch sonst irgendwie überzeugt. Zwar wird die Musik im zweiten Teil des Albums etwas besser und klingt dann weniger nach Synthie Pop, eben nur noch nach Pop-Rock, doch das rettet diese Platte eben auch nicht mehr. Ein schönes Lied gilt es allerdings doch hervorzuheben. „The Floor Is Lava“ hätte so auch auf einem früheren Album der US-Amerikaner stattfinden können. Sanft, etwas verwunschen klingend und eingängig. Sehr schön. Es ist leider der einzige Höhepunkt dieses ansonsten wahrlich verlorenen Albums.

Fazit: Es gibt Alben, die legt man auf und hört sie und weiß in dem Moment zum einen, dass es verschenkte Zeit ist und es so viel schöne Musik auf der Welt gibt, die sich mehr lohnt gehört zu werden. Zum anderen weiß man, dass man diese Platte nicht mehr auflegen wird. Beides trifft leider auf Bent Knees Werk „Frosting“ zu. Damit ist alles gesagt. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Floor Is Lava



Donnerstag, 24. August 2023

Alessandro Cortini – Forse 2

 



Alessandro Cortini – Forse 2


Besetzung:

Alessandro Cortini – buchla music easel




Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Canta (7:12)
2. Cerca (5:38)
3. Conta (9:08)
4. Grigia (7:28)
5. Lenta (5:48)
6. Luna (5:39)
7. Marcia (6:36)
8. Menta (8:09)
9. Salta (8:18)
10. Strada (3:14)

Gesamtspieldauer: 1:07:11



Lediglich vier Monate nach „Forse 1“ veröffentlichte der italienische Keyboarder Alessandro Cortini mit „Forse 2“ im Jahr 2013 auch den zweiten Teil seiner als Trilogie angelegten „Forse-Reihe.

Auch auf „Forse 2“ bekommt man Synthesizer-Musik serviert, die ebenfalls wieder auf dem „Buchla Music Easel“  eingespielt wurde. Klang die Musik auf „Forse 1“ noch leicht melancholisch bis sentimental, so erklingen die Klanglandschaften auf „Fose 2“ sehr viel rauer und schroffer. Zum Teil klingt das Gehörte sogar schrill bis enervierend, wenn dazu auch noch ein ein dumpfer Rhythmus wie beim Titel „Conta 1“ zu hören ist.

Ganz anders verhält es sich anschließend jedoch wieder beim folgenden Titel „Grigia“. Hier fühlt man sich nun fast an den Soundtrack zu „Interstellar“ von Hans Zimmer erinnert, der ein Jahr später veröffentlicht wurde. Jetzt klingt die Musik deutlich spannender und auch einnehmender. Allerdings ist das bereits beim nächsten Lied „Lenta“ sofort wieder vergessen. Harte, unnachgiebige und aggressive Töne bearbeiten das Ohr, wodurch das Ausklingen des Titels nach knappen sechs Minuten durchaus etwas von einer Erlösung hat.

So changiert die Atmosphäre auf „Forse 2“ insgesamt zwischen Sphäre und Aggressivität hin und her, durchsetzt von einer unablässigen Monotonie, die durchaus auch wieder hypnotisierende Passagen aufweist. Über allem schwebt dabei eine Kälte, wodurch das Herz der Zuhörerin beziehungsweise des Zuhörers durch eben diese Musik kaum erwärmt werden kann.

Fazit: Auf “Forse 2“ muss man sich einlassen können. Kalte, redundante Synthesizer-Klänge, die weder Höhen  noch Tiefen aufweisen und einfach vorbeiziehen. Manches Mal wirkt das aggressiv, dann wieder einfach nur leicht sphärisch. Und was bleibt? Nicht viel, denn manches Mal ist die kurze Pause nach  einem Titel der erholsamste Moment. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Grigia



Dienstag, 22. August 2023

Motorpsycho – Yay!

 



Motorpsycho – Yay!


Besetzung:

Tomas Järmyr
Hans Magnus Ryan
Bent Sæther




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Cold & Bored (4:00)
2. Sentinels (4:18)
3. Patterns (5:08)
4. Dank State (3:14)
5. W.C.A. (4:15)
6. Real Again (Norway Shrugs And Stays At Home) (3:02)
7. Loch Meaninglessness & The Mull Of Dull (2:52)
8. Hotel Daedalus (7:45)
9. Scaredcrow (1:43)
10. The Rapture (5:25)

Gesamtspieldauer: 41:49



Die norwegische Band Motorpsycho war schon immer sehr fleißig, wenn es um ein neues Album geht. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen die Musiker Jahr für Jahr eine neue Platte. Nicht weiter verwunderlich also, dass im Jahr 2023 das bereits sechsundzwanzigste Studioalbum von Motorpsycho erschien. Alles also wie immer? Nein, dieses Mal nicht, denn so einfach ist „Yay!“  gar nicht als ein Werk von Motorpsycho erkennbar. Dieses Mal klingt die Band anders.

Durch die  Pandemie und deren Folgen unsicher, ob die Band unter diesen Umständen überhaupt überleben könne, wurde der Probenraum kurzerhand in ein provisorisches Studio verwandelt. Auf der Homepage der Band kann man nachlesen: „Fast zwei Monate lang nahmen wir so viele der kürzeren, weniger opulent arrangierten, weniger improvisierten, weniger progressiven und entschieden weniger epischen Songideen auf, die wir in den vergangenen Jahren gesammelt hatten: Akustikgitarren überwogen. Auch Handpercussion und Congas kamen zum Einsatz“. Unsicher darüber, ob dies ein neues Album werden könne, wurde dann erst mal eine mehrmonatige Pause eingelegt, anschließend das Material erneut überarbeitet. Und auch wenn schnell klar war, dass dies kein „normales“ Motorpsycho-Album werden würde, waren sich die Musiker dann doch sicher, die Lieder als neues Album veröffentlichen zu wollen und zu können.

Nun, auf „Yay!“ klingt tatsächlich vieles anders, als auf den Scheiben zuvor. Die sanfteren Töne sind angesagt und statt ein Lied manches Mal aus eskalieren zu lassen, bewegen sich die einzelnen Stücke auf „Yay!“ auf eher gewöhnlichen Pop- bis Rock-Pfaden. Die Musik geht ins Ohr und das sehr schnell. Sanfte Melodien breiten sich aus und auch wenn die Lieder im weiteren Verlauf des Albums an Intensität gewinnen, so umschmeicheln sie trotzdem weiterhin das Ohr. Die Musiker selbst bezeichneten „Yay!“ als „Morgen-“ oder „Frühlingsalbum“. Kann man von der Stimmung her wahrlich so sehen. Klingen Motorpsycho  sonst häufig „dunkel“, so wirkt „Yay!“ deutlich „heller“, positiver, nach Aufbruchstimmung.

Dabei erinnert mich die Musik zum Teil an die Beatles aber auch Verweise an die ganz frühen Pink Floyd glaube ich herauszuhören. Beides gilt eher für den Beginn des Albums, welches im weiteren Verlauf dann doch rockiger erklingt, ohne an eingängigen Melodien einzubüßen. Höhepunkte gibt es einige auf diesem Album. Wer nach Eingängigkeit in der Musik Ausschau hält, wird auf „Yay!“ ganz sicher fündig. Die fast schon folkigen Stücke zu Beginn begeistern genauso wie das an Filmmusik erinnernde „Hotel Daedalus“, welches opulent mit Streicher-Arrangements ausgestattet wurde.

Nach der Veröffentlichung wurde von Hans Magnus Ryan und Bent Sæther bekannt gegeben, dass Schlagzeuger Tomas Järmyr die Band verlassen hat. Auf dem Album ist er allerdings noch zu hören. Man darf also gespannt sein, wie es  mit Motorsycho weitergehen wird. Wird dieser neu eingeschlagene musikalische Weg weiter beschritten oder kehrt die Band doch eher wieder zu dem experimentierfreudigen Progressive Rock der letzten Alben zurück? Spannend bleibt es auf jeden Fall bei Motorpsycho.

Fazit: „Yay!“ ist ein Album geworden, welches es so im musikalischen Universum von Moorpsycho noch nicht gab. Viele, eher ruhigere Töne, Lieder, die sich zumeist im Bereich des Pop und Rock abspielen. Keine Experimente, viele akustische Passagen und deutlich zurückgedrehte Arrangements. Doch auch das klingt bei Motorpsycho.  „Yay!“ ist ein Album für ein größeres Publikum, was sich trotzdem nicht anbiedert. Auch hier überzeugen Motorpsycho. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sentinels, Hotel Daedalus



Sonntag, 20. August 2023

Crippled Black Phoenix – Banefyre

 





Besetzung:

Justin Greaves
Belinda Kordic
Helen Stanley
Andy Taylor
Joel Segerstedt


Gastmusiker:

Matt Crawford
Chrissie Caulfield
Shane Bugbee
Rene Misje
Frode Kilvik
Juggio Wall
Jacob Bannon
Kurt Ballou
Lucy Marshall
Andy Marshall




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

Act 1:

1. Incantation For The Different (2:48)
2. Wyches And Basterdz (4:56)
3. Ghostland (5:43)
4. The Reckoning (6:48)
5. Bonefire (4:36)
6. Rose Of Jericho (13:46)

Act 2:

1. Blackout '77 (7:36)
2. Down The Rabbit Hole (10:32)
3. Everything Is Beautiful But Us (4:36)
4. The Pilgrim (6:19)
5. I'm Ok, Just Not Alright (10:05)
6. The Scene Is A False Prophet (15:12)

Gesamtspieldauer CD1 (38:39) & CD2 (54:21): 1:33:00



„Banefyre“, das inzwischen bereits dreizehnte Studioalbum der englischen Band Crippled Black Phoenix, wird man wohl lediglich entweder lieben oder eben hassen. Viel dazwischen  gibt es kaum, wenn einem die Band um Justin Greaves auf 93 ausufernden Minuten Stimmungen, Gefühle, Klangbilder, Melodien, Geschichten und durchaus auch eine Menge Abwechslung präsentieren. Doch all dies muss nicht unbedingt jedermann überzeugen, denn „Banefyre“ bleibt eben auch eine sehr lange „Angelegenheit“, die sich beim ersten Hören auch mal zu verzetteln scheint.

Mit einem Mal des Hörens ist es bei „Banefyre“ also definitiv nicht getan. Das Album ist so umfassend gestaltet, dass zunächst viele - zum Teil wunderschöne – Melodien die Aufmerksamkeit erregen, an dieser Stelle etwas Pathos durchscheint, an anderer eine völlig unaufgeregte Klangkollage das Ohr umschwirrt und schließlich kurz danach ein schräges Klanggewitter an den Nerven zu zerren scheint. Doch wie dies alles zusammenpasst, lässt sich erst mit dem wieder und wiederholten Mal des Hörens einordnen.

Auf „Banefyre“ hört man das Debut des neuesten Mitglieds der Band Joel Segerstedt beim Gesang und an der Gitarre. Dies trägt sehr schön zur Abwechslung bei, wenn der Schwede sich mit Sängerin Belinda Kordic den Part am Mikrofon teilt. Eröffnet wird das Album jedoch mit dem Stück "Incantation For The Different", geschrieben und vorgetragen von dem in Chicago lebenden Künstler, Autor und Okkultisten Shane Bugbee. Dieser leitet in das Album ein, in dem es inhaltlich unter anderem um die Ausgrenzung von Minderheiten und menschliche Abgründe geht.

“Banefyre” ist musikalisch gesehen Abwechslung pur. Einmal mehr, wie so häufig bei einem Crippled Black Phoenix Album, scheint über allem ein Hauch von Melancholie bis Tragödie zu liegen. “Fröhlich” klingt definitiv anders. Doch diese eher traurige Stimmung wird so abwechslungs- und variantenreich dargeboten, dass es einfach Spaß macht hier zu lauschen und sich auf diese Musik einzulassen, denn Langeweile kommt hier definitiv nie auf.

Und ist das Album nun zu lang geraten? Wenn  man sich auf die Musik einlassen kann, dann hört man hier keinen Akkord zu viel. Ob im letzten Titel “The Scene Is A False Prophet” Simon & Garfunkel und sogar Celine Dion noch unbedingt “Erwähnung” finden mussten, sei mal so dahingestellt. Doch macht es dieses Album keineswegs schlechter. Wer es allerdings kurz und knapp und auf den Punkt kommend mag, die oder der wird wahrscheinlich große Schwierigkeiten mit “Banefyre” haben.

Fazit: Lang und länger erklingt „Banefyre“ von Crippled Black Phoenix beim ersten Hören. Doch die Musik packt einen sofort, auch wenn sich einem dieses Album nicht sofort vollends erschließt. Ein paar Durchläufe benötigt man dann schon, um diese Musik in seiner Gesamtheit zu verinnerlichen. Doch mit jedem weiteren Auflegen wird man ein wenig mehr belohnt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Das komplette Album



Freitag, 18. August 2023

Neil Young – Chrome Dreams

 



Neil Young – Chrome Dreams


Besetzung:

Neil Young – guitar, vocals, organ, piano, vibraphone, drums, harmonica, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Ben Keith – dobro, vocals
Tim Drummond – bass
Karl T. Himmel – drums
Emmylou Harris – vocals
Frank “Poncho” Sampedro – stringman, vocals, mandolin, guitar, vocals
Billy Talbot – bass, vocals
Ralph Molina – drums, vocals




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Rock, Folk, Country


Trackliste:

1. Pocahontas (3:23)
2. Will To Love (7:11)
3. Star Of Bethlehem (2:42)
4. Like A Hurricane (8:20)
5. Too Far Gone (2:44)
6. Hold Back The Tears (5:15)
7. Homegrown (2:22)
8. Captain Kennedy (2:54)
9. Stringman (3:31)
10. Sedan Delivery (5:21)
11. Powderfinger (3:22)
12. Look Out For My Love (4:00)

Gesamtspieldauer: 51:11



„Chrome Dreams“ wird als das 44. Album von Neil Young gezählt, welches am 11. August 2023 veröffentlicht wurde. Das kann man sicherlich so sehen, muss man aber nicht unbedingt. Alle Lieder dieses Albums wurden bereits veröffentlicht, wenn auch nicht immer in denselben Instrumentierungen, den exakt selben Texten oder Spiellängen. Doch findet man die einzelnen Stücke eben bereits auf vorher veröffentlichten Alben. Hier eine Übersicht über die jeweiligen Alben mit den Erstveröffentlichungen der Lieder:

• „American Stars 'n Bars“ von 1977 mit den Liedern "Will To Love", "Star Of Bethlehem", "Like A Hurricane", "Hold Back The Tears" und "Homegrown"
• „Comes A Time“ von 1978 mit dem Lied "Look Out For My Love"
• „Rust Never Sleeps“ von 1979 mit den Liedern "Pocahontas", "Sedan Delivery" und "Powderfinger"
• „Hawks & Doves“ von 1980 mit dem Lied "Captain Kennedy"
• „Freedom“ von 1989 mit dem Lied "Too Far Gone" und schließlich
• „Unplugged“ von 1993 mit dem Lied "Stringman"

„Chrome Dreams“ wurde ursprünglich erstmals im Frühjahr 1977 zusammengestellt und ist eine Auswahl von Stücken, die Neil Young in den vorangegangenen zwei Jahren aufgenommen hatte. Die zwölf enthaltenen Lieder sind in verschiedenen Sessions und mit unterschiedlichen Musikern entstanden. Stilistisch passen die einzelnen Titel sehr gut zusammen. Man legt das Album auf und findet sich musikalisch in den 70er Jahren des Neil Young wieder.

Es ist schon sehr seltsam, welche Veröffentlichungsstrategie Neil Young damals und auch noch später verfolgte. Die Veröffentlichungen von „Hitchhiker“ (2017), „Homegrown“ (2020) sowie „Toast“ (2021) stellten ebenfalls Veröffentlichungen von „verlorenen Alben“ dar, welche zum Teil weit vor ihren Erscheinungsdaten entstanden sind. Auch diese lohnten sich gehört zu werden und es war und ist schwer zu verstehen, warum sie nicht bereits zum Zeitpunkt des Entstehens veröffentlicht worden waren. Nicht anders verhält es sich mit „Chrome Dreams“.

Zugegeben, besitzt man alle Alben des Neil Young, so kennt man die auf „Chrome Dreams“ enthaltenen Titel bereits alle – wenn auch nicht unbedingt in diesen Versionen. Hier, auf diesem Album und in dieser Reihenfolge zusammengestellt, bekommt man allerdings die Möglichkeit in die Zeit der 70er Jahre in Form der Musik von Neil Young einzutauchen. Und das lohnt sich sehr, denn rein musikalisch betrachtet ist „Chrome Dreams“ ein absolut überzeugendes Album geworden, welches einfach Spaß macht gehört zu werden. Die Lieder klingen, gehen ins Ohr und der unverwechselbare Gesang des Neil Young verleiht diesen Stücken einmal mehr das gewisse Etwas.

Fazit: „Chrome Dreams“ ist ein absolut überzeugendes Album geworden. Ein weitere sehr gute Platte des Neil Young aus den 70er Jahren. Und auch wenn man als Fan viele, wenn nicht alle dieser Titel bereits kennt, so werden sie hier zumindest zum Teil etwas variiert und wirken nun in der Art und Weise, wie es ursprünglich vorgesehen war. Lohnt sich irgendwie doch. Elf Punkte.

Anspieltipps: Will To Love, Like A Hurricane, Captain Kennedy, Look Out For My Love



Mittwoch, 16. August 2023

Bombadil – In Color

 



Bombadil – In Color


Besetzung:

Daniel Michalak
James Phillips


Gastmusiker:

Skylar Gudasz – vocals, flute
Nick Vandenberg – vocals, guitar, bass, keyboards
MK Rodenbough – vocals, sequencer, emotional support




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: IndiePop, ArtPop, Folk


Trackliste:

1. Brown Pennies (3:34)
2. Yellow Clouds (2:36)
3. Orange Planets (3:16)
4. Green Feelings (2:31)
5. Gray Space (1:53)
6. Purple Architecture (2:42)
7. Red Feelings (1:13)
8. Blue And Dark Blue (3:40)
9. Black Undercloud (3:13)
10. Indigo Seamstress (3:17)
11. Orange Meteors (1:12)
12. White Light (3:38)

Gesamtspieldauer: 32:51



Das Album „In Color“ der US-amerikanischen Band Bombadil erklingt herrlich entspannt. Völlig unaufgeregte Musik bekommt man auf der Scheibe zu hören, die dazu noch mit wunderschönen und eingängigen Melodien zu überzeugen weiß.

„In Color“ erschien im Juni 2023 auf dem Plattenlabel Ramseur Records und ist – und dies ist ein wenig schade – mit knapp über einer halben Stunde Spielzeit ein wenig kurz geraten. Nichtsdestotrotz lohnt sich das Album uneingeschränkt gehört zu werden, wenn man auf schöne und eingängige Melodien steht. Dazu gibt es sehr variabel arrangierten, mehrstimmigen Gesang zu hören, der das Gehörte zusätzlich interessanter erklingen lässt und die Musik perfekt abrundet.

Die Musik von Bombadil klingt ein wenig verträumt, an mancher Stelle gar verwunschen und stellt alles andere als den Mainstream der Pop-Musik dar. Die Instrumentierung ist spärlich gewählt, da wird gepfiffen, die Flöte kommt häufig zum Einsatz und zwischen elektronischen und akustischen Instrumenten wird sehr überzeugend hin- und her changiert. Doch es sind diese Melodien, die man in Verbindung zur Instrumentierung auch in die 70er Jahre verorten könnte, die den Reiz des Albums ausmachen.

Fazit: Mit „In Color“ ist Bombadil ein außergewöhnliches und sehr hörenswertes Album gelungen. Schöne Melodien, die sich im Ohr festsetzen und sich lohnen gehört zu werden. Im November und Dezember sind die Musiker in Deutschland in diversen Clubs auf Tour. Das lohnt gehört zu werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Brown Pennies, Indigo Seamstress



Montag, 14. August 2023

Sally Grayson – The Darkness In Me

 



Sally Grayson – The Darkness In Me


Besetzung:

Sally Grayson – vocals, guitar, keyboards, synthesizers, field recordings


Gastmusiker:

Gabriel Sullivan – guitar, vocals, synthesizers, baritone guitar, percussion, bass, programming
Winston Watson – drums
Thøger Lund – bass
Brian Lopez – guitar, vocals
David Arzt – guitar
Anna Illenberger – background vocals, synthesizers
Connor Gallaher – pedalsteel, guitar, lap steel
Ben Nisbet – whistle
Ryan Alfred – bass, synthesizers, sampler
Nick Dehmlow – guitar
Kat Jones – background vocals
Ralv Milberg – keyboards, synthesizers
Mazen Mohsen – background vocals
Stella Merkle – background vocals




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Darkness In Me (4:53)
2. Life Heist (4:20)
3. Waiting For You (4:52)
4. Sand (4:33)
5. Melt Into Your Arms (4:36)
6. Intercede (4:05)
7. God Forbid (3:53)
8. Dig (3:40)
9. Bonneville (4:25)
10. The Golden Hour (6:35)

Gesamtspieldauer: 45:58



„The Darkness In Me“ heißt das Debutalbum der in Deutschland lebenden US-Amerikanerin Sally Grayson. Zum ersten Mal aufmerksam wurde man auf die Musikerin durch die Show „Voice Of Germany“, an deren sechster Staffel sie teilnahm. Auf „The Darkness In Me“ interpretiert Sally Grayson jedoch nicht, sondern hat, bis auf ein Lee Hazelwood-Cover, alle Lieder selbst geschrieben.

„The Darkness In Me“ ist ein sehr kurzweiliges, spannendes und entspanntes Album geworden. Unbedingt überzeugend klingt die Stimme der Sally Grayson, die sehr wandlungsfähig ist. Und wenn sie zusammen mit dem Produzenten des Albums, Gabriel Sullivan, im Duett zu hören ist, wie beim bereits erwähnten Lee Hazelwood-Cover „Sand“, dem grandiosen Opener und Titellied „The Darkness In Me“ oder „Intercede“, dann lockert dies den Gesamteindruck des Albums nochmals auf.

Wer beim Musikhören auf starke Melodien steht, die ins Ohr gehen und sich dort auch festsetzen, die oder der wird mit diesem Album viel Spaß haben, welches musikalisch im Bereich des Genres Americana angesiedelt ist. Kurze Ausflüge mit Country-Klängen runden das Gesamthörerlebnis ab. Gerockt wird durchaus auch und wenn es dabei sogar mal aufgrund der Instrumentierung leicht „schräg“ und fordernd klingt, wie beim Rocker „Dig“, wertet dies das Gesamthörerlebnis zusätzlich auf. Man legt das Album auf beziehungsweise ein und hört auf über einer Dreiviertelstunde Spieldauer zehn Titel, von denen sich keiner als „Füller“ herausstellt. Alles klingt und wirkt und macht Spaß gehört zu werden.

Fazit: „The Darkness In Me“ ist ein schönes und melodiöses Album geworden und ein sehr gutes Debut. Einlegen und genießen heißt es da und sich zurücklehnen. Americana, Rock und Country gibt es zu hören. Genres, die Sally Grayson auf „The Darkness In Me“ alle klasse miteinander verbindet. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Darkness In Me, Melt Into Your Arms



Samstag, 12. August 2023

Kira Skov – My Heart Is A Mountain

 



Kira Skov – My Heart Is A Mountain


Besetzung:

Kira Skov – vocals


Gastmusiker:

Silas Tinglef – acoustic and electric guitars, piano, keyboards, drums, percussion
John Parish – electric guitar, keyboards, space sounds, marimba, drums, backing vocals
Billy Fuller – electric bass, backing vocals
Maria Jagd – strings
Ned Ferm – saxophone
Oliver Hoiness – electric guitar
Anders (AC) Christensen – electric bass
Mette Lindberg – vocals




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Pop


Trackliste:

1. My Heart Is A Mountain (1:38)
2. Girls (3:38)
3. Something's Missing (3:10)
4. Debbie (3:00)
5. Fantasy (3:51)
6. Rocks (1:54)
7. Conspiracy (4:48)
8. Possibilities (3:56)
9. Unsteady (3:22)
10. Oppressive Consensus (3:16)
11. If Not The Sun (3:50)

Gesamtspieldauer: 36:28



Kira Skov ist eine dänische Sängerin, die Musikinteressierten wohl am ehesten als Leadsängerin der Rockband Kira & The Kindred Spirits bekannt sein dürfte. Mit „My Heart Is A Mountain“ veröffentlichte die Musikerin im Juli nun ihr bereits fünftes Soloalbum. „My Heart Is A Mountain“ erschien auf dem Plattenlabel Stunt Records.

Auf dem Album gibt es sanfte und jederzeit eingängige Pop- bis ArtPop-Titel zu hören. Beeindruckend dabei ist die stimmliche Variabilität der Dänin, deren Stimme jederzeit eindringlich klingt und Hörerin wie Hörer einfängt und mitnimmt. Ganz egal, ob rockig oder doch eher sanft und in höheren Lagen, Kira Skov weiß ihren Gesang sehr überzeugend einzusetzen.

Die Lieder hinterlassen durch die Verbindung von Instrumentierung, Melodie und Gesang einen leicht mystischen bis verwunschenen Eindruck, in den man perfekt eintauchen kann, möchte man sich dem eigenen Blues hingeben. Lieder die packen und bewegen, bei denen sich auch ein genaues Zuhören lohnt, da auch die Texte keineswegs einem einfachen Schema entsprechen und zum millionsten Mal da Thema „Liebe“ abarbeiten. Die Texte sind zum Mitlesen im Booklet hinterlegt, wobei die „Verpackung“ der CD wie ein kleines Buch gehalten ist. Sehr schön gemacht.

Auf dem Album befinden sich keine Ausfälle, die Lieder gehen vom ersten bis zum letzten Akkord ins Ohr und hallen auch nach. Klasse dabei auch die beiden kurzen Stücke „My Heart Is A Mountain“ sowie „Rocks“, die man sich gerne auch in längeren Versionen angehört hätte. Sehr zu empfehlen ist auch das letzte Lied des Albums „If Not The Sun“, welches atmosphärisch Freude und Trauer in sich zu vereinen scheint.

Fazit: Mit „My Heart Is A Mountain“ ist Kira Skov ein wunderschönes, nachdenkliches und sanftes Album gelungen. Wer auf die eher ruhigen Töne in der Musik steht, die oder der kann mit dieser Veröffentlichung kaum etwas falsch machen. Mit etwas über 36 Minuten ist das Album etwas kurz geraten, doch musikalisch lohnt es sich insgesamt sehr. Elf Punkte.

Anspieltipps: My Heart Is A Mountain, Rocks, If Not The Sun



Donnerstag, 10. August 2023

Pat – The Album

 




Pat – The Album


Label: Oversey Records


Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Pop


Trackliste:

1. Work It Out (3:21)
2. Alive (3:04)
3. Wasted (3:23)
4. Fallin' In Love (3:29)
5. Mexico (2:58)
6. Low (2:49)
7. Rolling Backwards (2:39)
8. A Moment... (0:55)
9. Keep Your Head Up (2:49)
10. Mother Home (3:08)
11. Sunshine (3:08)
12. Days Like These (2:45)

Gesamtspieldauer: 34:35



Pat Burgener werden Sportinteressierte wahrscheinlich eher als erfolgreichen Snowboarder kennen, denn genau hier feierte der Schweizer seine ersten großen Erfolge. Dass er allerdings auch noch weitere Talente besitzt, nämliche musikalische Talente, das beweist Pat Burgener auf dem Album mit dem passenden Titel „The Album“.

Eingängigen und zumeist schwerelosen Pop bekommt man zu Beginn auf „The Album“ zu hören. Das klingt bei den ersten Liedern völlig unaufgeregt, nach guter Laune und frei von Sorgen. Hier und da mal eine kurze Bläsereinlage, um das Gehörte noch ein wenig aufzulockern und fertig sind die eingängigen Popsongs, die gut unterhalten.

Interessanter klingt die Musik des Pat Burgener dann allerdings ab etwa Mitte des Albums, wenn sich die Musik etwas vom „Gute-Laune-Sound“ entfernt, zum Teil sogar etwas folkig angehaucht aus den Boxen strömt. Das überzeugt dann mehr und wirkt interessanter und hallt länger nach. Gegen Ende des Albums wird dann der poppige Anstrich wieder verstärkt und „The Album“ klingt aus, wie es begann, als Scheibe für sonnige und sorgenfreie Tage.

Fazit: „The Album“ von Pat Burgener klingt dann besonders gut, wenn sich die Musik vom Après-Ski- und Strand-Feeling entfernt und nachdenklicher erklingt. Die Lieder berühren etwas mehr und gehen ebenfalls ins Ohr. Doch auch der Rest des Albums macht Spaß gehört zu werden, sodass man gespannt sein darf, in welche musikalische Richtung sich Pat Burgener in Zukunft weiterentwickeln wird. Acht Punkte.

Anspieltipps: Mother Home