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Freitag, 22. September 2017

Deine Lakaien – Live In Concert (DVD)




Deine Lakaien – Live In Concert (DVD)


Besetzung:

Alexander Veljanov – vocals
Ernst Horn – keyboards


Gastmusiker:

Be. Deutung – cello
Ivee Leon – violin & backing vocals
Sharifa – violin & backing vocals
Robert Wilcocks – guitar & synthesizers


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Electronica, Dark Wave, Avantgarde


Trackliste:

1. Colour-Ize
2. Generators
3. Kiss The Future
4. In The Chains Of
5. Where You Are
6. Return
7. Wunderbar
8. The Mirror Men
9. Love Me To The End
10. Silence In Your Eyes
11. Manastir Baroue
12. Kiss
13. Don‘t Wake Me Up
14. Overpaid
15. Cupid‘s Disease
16. Rain Dance
17. Dark Star
18. May Be
19. Sometimes

Gesamtspieldauer: 1:55:56


Zusätzliche Features:


  • Extra Live Clip „Reincarnation / Life Is (A Sexually Transmitted Disease)“ (5:15)
  • Band Interview (11:31)





„Live In Concert“ ist eine Live-DVD der deutschen Band Deine Lakaien, die im Rahmen ihrer White Lies Tour im Jahr 2002 im Lindenpark, Potsdam aufgenommen wurde. Auf fast zwei Stunden Spieldauer bekommt man hier hauptsächlich sehr sanfte und eindringliche Musik geboten, die manchmal sehr elektronisch klingt, sich dann wieder fast mittelalterlich bis hin zu klassisch anhört und irgendwo zwischen Avantgarde und Dark Wave pendelt. Es sind dabei weniger die Bilder, die hier überzeugen, sehr viel mehr ist es die Musik selbst.

Eine Live-DVD soll selbstverständlich nicht nur die Musik, sondern auch die Bilder eines Konzertes transportieren und mit diesen begeistern. Nun, das ist Deinen Lakaien jedoch leider nicht ganz so gelungen, denn auf der Bühne passiert in diesen zwei Stunden des Konzertes nicht allzu viel. Oftmals stehen die Protagonisten auch mit dem Rücken zum Publikum. Lediglich Ivee Leon und Sharifa an den Violinen und beim Hintergrund-Gesang geben sich alle Mühe, gut auszusehen und gut zu klingen – was sie auch tun – jedoch viel Abwechslung gibt es da nicht zu beobachten. Be. Deutung am Cello sowie Robert Wilcocks am Synthesizer und der Gitarre sind da schon noch deutlich unspektakulärer. Von den beiden festen Deine Lakaien Mitgliedern sieht man bei Ernst Horn hauptsächlich den Rücken und Sänger Alexander Veljanov ist alles andere als eine Stimmungskanone und überzeugt eher durch den vorherigen Besuch bei einem kreativen Friseur.

Genug kritisiert, denn die Musik auf „Live In Concert“ hat es wahrlich in sich. Hier gibt es wundervolle Melodien zu entdecken ebenso wie experimentelle Abschnitte, die kraftvoll und spannend klingen. In letztgenannten Sequenzen hören sich Deine Lakaien dann weit weniger eingängig an, allerdings bilden diese „Ausflüge“ lediglich Ausnahmen von sehr viel Melodiösität. Hörerinnen und Hörer, die auf „schöne“ Musik stehen, werden hier allerbestens bedient. Kleiner Wermutstropfen ist, auf die komplette Dauer des Konzertes hin gesehen, die Stimme des Alexander Veljanov. Diese klingt bei einzelnen Titeln wahrlich spannend, über die gesamte Laufzeit hinweg dann ab und an jedoch etwas gekünstelt. Dazu gesellen sich etwas unmotivierte oder aber seltsam ausformulierte Ansagen. Allerdings ist das „Jammern auf hohem Niveau“, durchaus auch mal etwas anderes und die Musik von Deine Lakaien kann hier immer wieder begeistern. In einzelnen Stücken sowieso.

Als Zugaben gibt es noch einen weiteren Live-Titel sowie ein kurzes Bandinterview. Das sind auch die Zutaten, die die DVD von der Live-Doppel-CD unterscheiden.

Fazit: Wer auf schöne melodiöse und eindringliche Musik steht, kann mit Deine Lakaien im Grunde genommen nichts falsch machen. Die Lieder der Band klingen durchaus nach Avantgarde, sind manchmal experimentell und ungewöhnlich, zumeist jedoch sehr eingängig. Ob allerdings eine DVD das richtige Medium ist, diese Musik darzustellen und zu transportieren, das wage ich etwas zu bezweifeln. Trotzdem gibt es mit diesen neunzehn Liedern viel Schönes zu entdecken – man kann ja auch nur hinhören, muss nicht hinsehen. Elf Punkte.

Anspieltipps: In The Chains Of, Return, Wunderbar, Cupid‘s Disease



Sonntag, 1. Januar 2017

Deine Lakaien – Kasmodiah




Deine Lakaien – Kasmodiah


Besetzung:

Ernst Horn – keyboards, instruments
Alexander Veljanov – vocals


Gastmusiker:

Michael Popp – guitar
Christian Komorowski – violin


Label: Chrom Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Electronica, Dark Wave


Trackliste:

1. Intro (0:45)
2. Return (4:23)
3. Kiss The Future (4:06)
4. My Shadows (4:38)
5. Into My Arms (5:21)
6. Overpaid (3:42)
7. Venus Man (4:06)
8. The Game (4:23)
9. Kasmodiah (3:51)
10. Lass mich (4:46)
11. Sometimes (4:35)
12. Fight (5:35)
13. Try (6:23)

Gesamtspieldauer: 56:40




„Kasmodiah“ heißt das fünfte Studioalbum des Electronica und Dark Wave Duos „Deine Lakaien“. Die Band wurde bereits im Jahr 1985 vom Komponisten und Multiinstrumentalisten Ernst Horn sowie dem Sänger Alexander Veljanov gegründet. Auf „Kasmodiah“, welches auf dem Musiklabel Chrom Records veröffentlicht wurde, gibt es eine bunte Mischung aus Electronica und Dark Wave, angefüllt mit einer Prise Avantgarde zu hören. Nicht alles kann dabei restlos überzeugen, jedoch enthält die Scheibe durchaus einige Höhepunkte, die zu hören sehr lohnt.

Diese wirklich überzeugenden Nummern schuf Ernst Horn immer dann, wenn er sich mehr dem Dark Wave annähert und die Musik etwas weniger elektronisch und künstlich klingen lässt. Zwar ist das natürlich fast immer elektronische Musik, die man auf „Kasmodiah“ zu hören bekommt, mitunter ist diese jedoch auch so gut „verpackt“, dass auch eine Drum Machine nicht mehr negativ ins Gewicht fällt.

Die Stimmung auf „Kasmodiah“ ist eine eher melancholische bis traurige. Kommt diese Atmosphäre sehr stark zum Tragen, dann können die Lieder der Platte auch am meisten begeistern und Ernst Horn zeigt hier seinen Hörerinnen und Hörern gleichzeitig, welch musikalisches Gefühl er für die eine, ins Ohr gehende Melodie besitzt. Zu diesen tollen Nummern auf „Kasmodiah“ gehören die Single-Auskopplung „Return“, ein etwas mystisch und verwunschen klingendes Lied, welches bereits beim ersten Mal des Hörens überzeugen kann und im Ohr verbleibt. Ebenfalls gut gelungen ist das etwas poppigere „Into My Arms“, was genauso durch seine eingängige Melodie zu überzeugen weiß.

Dann gibt es auf dem Album mit „The Game“ und dem letzten Stück „Try“ noch zwei wunderschöne, hauchzarte Stücke. Beide Lieder sind lediglich sanft instrumentiert und wirken dabei irgendwie zerbrechlich. Gerade hier kommt dann auch der tiefe und ausdrucksstarke Gesang des Alexander Veljanov wunderbar zur Geltung. Wer gerne verträumte und melancholische Musik mag, die oder der wird mit diesen beiden Liedern sicherlich nicht enttäuscht werden. Aber auch unter den restlichen Stücken kann man noch eine ganze Menge Musik entdecken, die ebenfalls überzeugen kann. Einzige Ausnahme ist dabei das einzige in Deutsch eingesungene Stück „Lass Mich“. Dieses Lied vereinigt in sich eine Genre-Mischung aus Synthie Pop, Techno und Neue Deutsche Welle. Diese musikalischen Stile kumulieren hier zu einem Endergebnis, welches eher nervend als gelungen klingt und insgesamt auf „Kasmodiah“ deutlich mehr wie ein Fremdkörper wirkt als ein Lied, welches integraler und wichtiger Bestandteil des Albums wäre.

Fazit: Meistens klingen die Lieder, welche man auf „Kasmodiah“ von Deine Lakaien zu hören bekommt, sehr überzeugend und oftmals einfach schön. Mitunter erinnert die Musik, nicht zuletzt auch durch die Eingängigkeit und den Gesang des Alexander Veljanov, ein wenig an die Band Rome. Am schönsten klingen Deine Lakaien nämlich immer dann, wenn sie sich melancholisch und sentimental anhören, in traurigen Stimmungen unterzugehen scheinen. Dann sind Deine Lakaien auch packend. Das passiert immer wieder auf „Kasmodiah“, allerdings nicht durchgehend. Trotzdem, mir gefällt, was ich da zu hören bekomme. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Return, Into My Arms, The Game, Try