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Sonntag, 31. August 2014

ZZ Top – Recycler




ZZ Top – Recycler


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Concrete And Steel (3:49)
2. Lovething (3:25)
3. Penthouse Eyes (3:47)
4. Tell It (4:48)
5. My Head's In Mississippi (4:25)
6. Decision Or Collision (4:02)
7. Give It Up (3:34)
8. 2000 Blues (4:45)
9. Burger Man (3:19)
10. Doubleback (3:57)

Gesamtspieldauer: 39:55




„Recycler“ heißt das zehnte Studio-Album der texanischen Rock-Formation ZZ Top. Ganze fünf Jahre hatte es gedauert, bis dieses Album nach „Afterburner“ veröffentlicht wurde. Der Stil des Sounds war dabei ein wenig überarbeitet worden, denn die drei Musiker wollten weg von diesen Synthesizer-Klängen, die die beiden Vorgängeralben auch mit so erfolgreich werden ließen. Es sollte ein Weg zurück zu den Anfängen eingeschlagen werden. Also: „Back to the roots“!

Nun, der Platte wird auch wieder das Vorhandensein von Blues nachgesagt. Das stimmt zum einen, ist allerdings trotzdem lediglich eine Randerscheinung, ein kurzes Aufflackern dieses einstmals dominierenden ZZ Top-Genres. Blues gibt es auf „Recycler“ beim Titel zu hören, der darauf bereits hinweist: „2000 Blues“. Das war es allerdings auch schon. Der Rest der Platte besteht aus Stücken, die ganz in der Tradition der Vorgängeralben gehalten sind – nur eben ohne jenen Synthesizereinschlag.

Man hört gut gemachten, etwas härteren Rock’n’Roll, der jedoch leider auf die ganz großen Höhepunkte verzichtet. Alles hat seine Qualität, allerdings herausragend ist das nicht mehr. Die Platte verkaufte sich deutlich schlechter als die Vorgänger-Alben und die Zeit von ZZ Top schien irgendwie vorbei zu sein, wie auch die Verkaufszahlen zu den nächsten Alben zeigten. Dies war allerdings glücklicherweise noch niemals ein Qualitätsmerkmal der Musik. Trotzdem muss man festhalten, dass auf „Recycler“ irgendwie das Besondere fehlt. Vielleicht mag das ja auch ein wenig am Album-Titel „Recycler“ liegen: Althergebrachtes wird wieder neu verwendet. Ein klein wenig klingt die Platte tatsächlich so. Diese Herangehensweise ist immer dann empfehlenswert, wenn man vorher den absolut besten Weg für die Umsetzung seiner Musik entdeckt hatte. Dann lohnt es sich vor allem für den Fan, alles beim Alten zu lassen. Dem war hier allerdings leider nicht ganz so, sodass „Recycler“ schon einige Längen aufweist, da es ein bisschen langweilig wirkt.

Fazit: Wer die Musik von ZZ Top liebt, der wird auch mit „Recycler“ sehr gut leben können, denn die Zutaten eines ZZ Top-Albums sind natürlich alle wieder vorhanden. Gitarren-lastige Musik, die in die Richtung Hard Rock driftet. Genau dafür lieben die Fans ZZ Top und ein wenig Blues gibt es sogar noch obendrauf, sodass auch ein wenig sentimentale Gefühle aufsteigen können. Allerdings könnte man das Ganze auch mit „schon gehört“ und „irgendwie langweilig“ abtun. Wie immer liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte. „Recycler“ ist sicherlich kein schlechtes Album geworden, allerdings sicherlich auch nicht ZZ Top’s beste Platte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tell It



Donnerstag, 21. August 2014

ZZ Top – Afterburner




ZZ Top – Afterburner


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Sleeping Bag (4:06)
2. Stages (3:35)
3. Woke Up With Wood (3:49)
4. Rough Boy (4:52)
5. Can't Stop Rockin' (3:04)
6. Planet Of Women (4:06)
7. I Got The Message (3:30)
8. Velcro Fly (3:32)
9. Dipping Low [In The Lap Of Luxury] (3:15)
10. Delirious (3:41)

Gesamtspieldauer: 37:34




„Eliminator“, das Vorgängeralbum, war überaus erfolgreich gewesen. Nun, da musste das weitere Vorgehen von ZZ Top natürlich genauestens überdacht werden. Einiges an diesem Erfolg schrieben die drei Musiker auch dem Einsatz des Synthesizers zu, der ihre Musik noch eingängiger werden ließ. Zwar wollten die drei Texaner ihre Fans aus den Anfangszeiten nicht vor den Kopf stoßen, doch der Erfolg tat natürlich auch sehr gut. So entschloss man sich auf „Afterburner“ dem Synthesizer einen noch größeren Raum einzuräumen, das Wort „Synthesizer“ wurde jedoch in den Credits nicht erwähnt, damit sich die Hörer erst selbst ein Bild machen konnten und nicht gleich abgeschreckt die Platte wieder ins Fach zurückstellen würden. Auf die Idee, dass sich so etwas sowieso herumspricht, kamen die Texaner damals anscheinend nicht.

Um es vorweg zu nehmen, dieser Weg hat sich für ZZ Top trotzdem gelohnt, zumindest finanztechnisch, denn „Afterburner“ verkaufte sich ebenfalls sehr gut. Dass man damit als Konsument auch solch Titel wie „I Got The Message” zu hören bekam, diese Kröte musste man vor allem als Fan der ersten Stunde eben schlucken. So krass wie hier ist es allerdings nur selten bei ZZ Top: „Obersynthieplastik”-Synthesizer trifft auf E-Gitarre. Grauenvoll. Die einzelnen Titel gehen ansonsten durchaus in die Richtung wie jene auf „Eliminator”. Mitunter hat man allerdings ein wenig den Verdacht, dass die besseren Lieder auf dem Vorgänger-Album Verwendung fanden und den Musikern bei „Afterburner“ nicht wirklich etwas Neues eingefallen ist, beziehungsweise die Ideen nicht ganz so breit gefächert waren. Beispiel hierfür ist „Dipping Low [In The Lap Of Luxury]”, welches unweigerlich an „Gimme All Your Lovin'” auf „Eliminator” erinnert. Die Parallelen sind nicht zu überhören.

Aber es gab auch Neues zu entdecken. Eine Ballade hatte es tatsächlich auf eine Scheibe von ZZ Top geschafft: „Rough Boy”. Und dies war wirklich etwas Ungewöhnliches für ZZ Top. Angeblich wurde hier ein etwas härterer Text gewählt, damit das Lied nicht ganz so verweichlicht klingen würde und nach der Synthesizer-Geschichte nochmals die Fans vergraulen könnte. Machte es allerdings nicht, die Nummer wurde neben „Sleeping Bag” der Hit des Albums.

Fazit: Eingängig ist sie geworden, die Musik von ZZ Top. Hard Rock ist das durchaus auch in den meisten Fällen – jetzt eben mal unterlegt mit einem Synthesizer. Blues gibt es erneut so gut wie gar nicht mehr zu hören. „Afterburner“ beinhaltet durchaus ein paar richtig gute Lieder, die auch ein wenig länger nachhallen. Manches ist wiederum etwas gewöhnungsbedürftig – oder man kann sich nie daran gewöhnen. Trotzdem ein Album in der Tradition von „Eliminator“, nur mit den etwas schlechteren Songs über die Gesamtheit gesehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sleeping Bag, Rough Boy, Delirious



Samstag, 9. August 2014

ZZ Top – Eliminator




ZZ Top – Eliminator


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Gimme All Your Lovin' (4:04)
2. Got Me Under Pressure (4:03)
3. Sharp Dressed Man (4:18)
4. I Need You Tonight (6:18)
5. I Got The Six (2:54)
6. Legs (4:33)
7. Thug (4:19)
8. TV Dinners (3:50)
9. Dirty Dog (4:06)
10. If I Could Only Flag Her Down (3:40)
11. Bad Girl (3:19)

Gesamtspieldauer: 45:29




„Eliminator“ heißt das achte Studio-Album von ZZ Top. Irgendwie war nun alles anders geworden. Blues Rock schien von nun an keine allzu große Rolle mehr in der Musik der Texaner zu spielen, der Synthesizer war jetzt integraler Bestandteil der Musik der Band geworden und diese lieferte nun auch Hits. Nicht weiter verwunderlich, dass „Eliminator“ zum erfolgreichsten Album der Band wurde, zumindest bisher. Allein in den USA verkaufte sich die Scheibe über zehn Millionen Mal. „Eliminator“ rangiert beim Rolling Stone Magazin in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten auf Platz 398 und das Gitarren-Solo von Billy Gibbons zu „Sharp Dressed Man” wurde von der Zeitschrift Guitar World auf Platz 43 der „100 Greatest Guitar Solos“ gewählt (Nur zur Info hier die Plätze 1 bis 5: 1. „Stairway To Heaven“, Jimmy Page, Led Zeppelin; 2. „Eruption“, Eddie Van Halen, Van Halen; 3. „Free Bird“, Allen Collins & Gary Rossington, Lynyrd Skynyrd; 4. „Comfortably Numb", David Gilmour, Pink Floyd; 5. „All Along The Watchtower, Jimi Hendrix; – alles wie immer bei der Musik, Geschmackssache eben).

Okay, ZZ Top rocken ordentlich auf „Eliminator“. Der Blues Rock fristete hier nur noch ein Nischen-Dasein, was die alten ZZ Top Fans ein wenig vor den Kopf stieß. Genauso wenig konnten sich viele mit dem Einsatz des Synthesizers in der Musik von ZZ Top anfreunden. Allerdings wird auf diesen lediglich sehr dezent zurückgegriffen. So ein Titel wie „Legs“, bei dem der Synthesizer das bestimmende Element ist, stellt da nicht unbedingt die Regel dar – auch wenn man dieses Gerät nun immer öfters heraushört. „Eliminator“ ist somit ein sehr viel massentauglicheres Album geworden, als all jene Scheiben, die die Texaner zuvor veröffentlicht hatten.

Musikhörer, die auf gut gemachten Rock stehen, der in die Richtung Hard Rock geht, werden hier definitiv etwas für sich finden. Die Titel gehen alle genau in diese Richtung. Die größten Hits der Platte heißen „Gimme All Your Lovin'” und „Sharp Dressed Man”. Beides sehr radiotaugliche Rock-Songs, die diesen gewissen Wiedererkennungswert aufweisen. Allgemein geht die Musik von ZZ Top auf „Eliminator” sehr schnell ins Ohr und die Tanzflächen füllten sich 1983 ebenfalls mit weniger Hard Rock-affinen jedoch tanzfreudigen Menschen, wenn „Sharp Dressed Man“ aufgelegt wurde. 

Fazit: Sicherlich das Album von ZZ Top, welches die größte Hörerschaft erreichte. Die alten Fans waren auch noch so einigermaßen zufriedengestellt, denn rockig ist „Eliminator“ fraglos. Nun, nur auf den Blues musste man weitestgehend verzichten. Die Lieder sind alle sehr eingängig, was zusätzliche Hörerschaften anlockte. ZZ Top waren ganz oben angekommen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Gimme All Your Lovin', Sharp Dressed Man, I Need You Tonight



Mittwoch, 30. Juli 2014

ZZ Top – El Loco




ZZ Top – El Loco


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Blues Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Tube Snake Boogie (3:05)
2. I Wanna Drive You Home (4:49)
3. Ten Foot Pole (4:24)
4. Leila (3:17)
5. Don't Tease Me (4:22)
6. It's So Hard (5:11)
7. Pearl Necklace (4:06)
8. Groovy Little Hippie Pad (2:44)
9. Heaven, Hell Or Houston (2:33)
10. Party On The Patio (2:48)

Gesamtspieldauer: 37:23




„El Loco“ heißt auf Spanisch „der Verrückte“. Und verrückt ist das auch irgendwie, was die drei Bluesrocker aus Texas da dem geneigten Publikum auf ihrer siebten Scheibe aus dem Jahr 1981 vorsetzen. Wahrscheinlich wollten die drei Musiker moderner klingen und mal irgendetwas anders machen. Somit stellt „El Loco“ eine Art Übergangsalbum dar, bei dem nun auf einmal auch Pop-Elemente mit integriert werden.

Somit kommt dann auch ein Titel wie „Leila” zustande, der wahrlich mit „gewöhnungsbedürftig“ ganz gut zu umschreiben ist. Eine sanfte Ballade sollte es werden, herausgekommen ist eine verkitschte Schmalzorgie im Pop-Gewand mit Country-Anleihen. Absolut grauenvoll. Billy Gibbons fand später auch, dass der Song so klingen würde, als ob ZZ Top die Beach Boys treffen würden, was einfach nicht funktionieren könne. Auch beim Titel „It's So Hard” ist ein gewisser Pop-Ansatz nicht zu überhören, dieses Mal jedoch deutlich gelungener, wenn man denn so etwas von ZZ Top hören möchte. Allgemein sind die einzelnen Stücke allerdings längst nicht mehr so gelungen, wie noch viele Lieder auf „Degüello“. Es wirkt alles ein wenig glatter und kantenloser. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass das Songmaterial deutlich schlechter ist, als noch auf dem Vorgänger. Fast scheint es so, als seien ZZ Top ein wenig die Ideen ausgegangen.

Solch einen ganz krassen Pop-Ausflug wie bei „Leila“ findet man glücklicherweise nicht noch einmal auf der Scheibe, hier wird dann doch wieder vermehrt dem Blues-Rock gefrönt. Trotzdem zünden die einzelnen Titel nicht so richtig. Überaus auffällig ist lediglich die Nummer „Heaven, Hell Or Houston”. Dies ist jetzt allerdings auch kein Blues-Rock mehr, sondern fast schon eine Art Experiment, mit Sprechgesang oder ist das eher Genuschel? Dazu ein cooler Groove zum Mitwippen und eine für ZZ Top etwas ungewöhnliche Stimmung. Deswegen macht der Titel wohl auch so Spaß, da er so anders ist.

Fazit: ZZ Top Fans werden dieses Album wohl lieben, denn diesen Boogie-Woogie-Blues-Rock à la ZZ Top gibt es hier auf „El Loco“ natürlich auch noch zu hören. Allerdings ist dieser nicht mehr so überzeugend und mitreißend, wie auf so manch anderer Veröffentlichung der Texaner. Selbst nach sehr vielen Durchläufen scheinen die einzelnen Titel irgendwie nicht vertrauter zu werden, geschweige denn richtig zu zünden. Ganz sicherlich kein Katastrophen-Album, jedoch eines der weniger überzeugenden von ZZ Top. Sechs Punkte.

Anspieltipps: I Wanna Drive You Home, Ten Foot Pole, Heaven, Hell Or Houston



Sonntag, 20. Juli 2014

ZZ Top – Degüello




ZZ Top – Degüello


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Blues Rock, Texas Blues


Trackliste:

1. I Thank You (3:25)
2. She Loves My Automobile (2:24)
3. I'm Bad, I'm Nationwide (4:53)
4. A Fool For Your Stockings (4:17)
5. Manic Mechanic (2:36)
6. Dust My Broom (3:09)
7. Lowdown In The Street (2:50)
8. Hi Fi Mama (2:25)
9. Cheap Sunglasses (4:49)
10. Esther Be The One (3:30)

Gesamtspieldauer: 34:18




„Degüello” heißt das sechste Studioalbum von ZZ Top, welches 1979 veröffentlicht wurde. Und dieses Album ist eine überaus relaxte Platte geworden. „Easy Listening Blues”, falls es diesen Ausdruck geben würde, wäre dafür eine ganz nette Umschreibung. Alles wirkt entspannt und locker, klingt nach Sorglosigkeit und auch nach Freiheit. Und wer jetzt noch das Glück hat ein Cabrio zu besitzen, kann mit diesen Klängen in den Sonnenuntergang fahren und diese Freiheit ganz tief einatmen. Also rein die Scheibe in den CD-Player und die Fahrt kann starten.

Dabei hatte sich auf „Degüello“ musikalisch einiges bei ZZ Top getan. Beim Titel „Cheap Sunglasses“ setzt die Band zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Synthesizer ein. Zwar lediglich sehr sanft und zurückhaltend, aber auch nicht zu überhören. Allerdings bereichert dies den Sound der Band sogar ein wenig. Richtig gut gelungen ist auch gleich der Beginn des Albums. „I Thank You” ist eine Cover-Version von Isaac Hayes und sehr hörenswert. Dies gilt auch und sogar vor allem für „Manic Mechanic”, was im Gitarrenspiel überraschenderweise ein klein wenig an Robert Fripp und seine Band King Crimson erinnert. Ganz ungewöhnliche Töne für ZZ Top. Kein Blues, jetzt mal Progressive Rock, wenn auch nur ganz kurz.

Alles scheint auf „Degüello” im Fluss zu sein. Ein bluesiger Song reiht sich an den nächsten, der dann wiederum durchaus ein kleines bisschen rockiger sein kann. Das Niveau hält sich über die ganze CD hinweg, Ausfälle gibt es keine zu beklagen. Alles groovt und klingt, sodass man zwangsläufig mit den Füßen mitwippen muss.

Fazit: Ein schönes und entspanntes Blues-Album ist „Degüello“ geworden, mit dem sich ZZ Top ganz klar von der gerade grassierenden Punk-Welle distanzierte. Aber es gibt dieses Mal auch neue Töne auf dem Album zu hören, seien das der Einsatz des Synthesizers oder aber ein bisher überhaupt nicht für möglich gehaltenes Genre im Songkatalog von ZZ Top. Das macht die Platte sogar noch ein wenig spannender, die sich allerdings trotzdem hauptsächlich an die Blues-Fans dieser Welt richtet. Neun Punkte.

Anspieltipps: I Thank You, Cheap Sunglasses, Manic Mechanic



Mittwoch, 25. Juni 2014

ZZ Top – Tejas




ZZ Top – Tejas


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals, harp, fiddle
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Blues Rock, Rock


Trackliste:

1. It's Only Love (4:24)
2. Arrested For Driving While Blind (3:07)
3. El Diablo (4:21)
4. Snappy Kakkie (2:58)
5. Enjoy And Get It On (3:25)
6. Ten Dollar Man (3:41)
7. Pan Am Highway Blues (3:15)
8. Avalon Hideaway (3:08)
9. She's A Heartbreaker (3:03)
10. Asleep In The Desert (Instrumental) (3:30)

Gesamtspieldauer: 34:52




„Tejas“ nannten die Musiker von ZZ Top ihr fünftes Studio-Album. In den USA 1976 veröffentlicht ist es angefüllt mit diesem Boogie-Woogie-Blues-Rock, der ein Markenzeichen der Band zur damaligen Zeit war. Nichts ist hier mit Synthesizer- oder Keyboard-Klängen verwässert oder übertüncht worden. Alles wirkt klar und unverfälscht, trotzdem hat sich die Band später ziemlich von diesem Werk distanziert. Auf Live-Konzerten wird kein Titel des Albums mehr gespielt.

Hard Rock findet man auf der Platte kaum, alles ist von diesem gewissen Groove beseelt, für den ZZ Top gerade während ihrer früheren Veröffentlichungen standen. Aber auch solch ein Song wie „El Diablo“ ist auf dem Album zu finden. Dieser ist dann doch fast schon wieder relativ untypisch für ZZ Top, da hier für einen Blues-Song eine fast schon mystische Atmosphäre geschaffen wird. Auch Country-Anleihen sind auf „Tejas“ auszumachen, jedoch werden diese nur sehr spärlich eingesetzt, sodass sich dies auch für den nicht so Country-affinen Mitteleuropäer durchaus genießen lässt.

Das Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Schlagzeug erzeugt jederzeit einen vollen Sound, der Rhythmus ist in den allermeisten Fällen treibend nach vorne gerichtet, ohne dabei zu fordernd zu wirken. Die texte zeugen dagegen einmal mehr nicht wirklich von allzu viel Kreativität, aber ZZ Top scheinen da einfach ganze andere Schwerpunkte setzen zu wollen. Schön gelungen auch – ohne Text, da ein Instrumentallied – die letzte Nummer „Asleep In The Desert“. Verträumt und melancholisch wird hier die spanische Gitarre eingesetzt und erweckt ein Gefühl der Sehnsucht. Ein gut gelungener Kontrapunkt zum Rest des Albums.

Fazit: Blues-Fans werden mit „Tejas“ ihre Freude haben. Hard-Rock-Fans dürften dagegen etwas enttäuscht sein, denn „hart“ klingt hier nichts mehr. Zwei richtige Höhepunktre kann ich auf der Scheibe ausmachen. Der Rest ist sicherlich gut gemachter Boogie-Blues, der bei mir allerdings nicht so richtig zu punkten vermag. Trotzdem sicherlich kein schlechtes Album. Sieben Punkte.

Anspieltipps: El Diablo, Asleep In The Desert



Freitag, 13. Juni 2014

ZZ Top – Fandango!




ZZ Top – Fandango!


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brother Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Thunderbird (4:10)
2. Jailhouse Rock (1:56)
3. Backdoor Medley: Backdoor Love Affair; Mellow Down Easy; Backdoor Love Affair No. 2; Long Distance Boogie (9:52)
4. Nasty Dogs And Funky Kings (2:44)
5. Blue Jeans Blues (4:44)
6. Balinese (2:37)
7. Mexican Blackbird (3:06)
8. Heard It On The X (2:26)
9. Tush (2:17)

Gesamtspieldauer: 33:51




„Fandango!“ heißt das vierte Studioalbum von ZZ Top. Ein reines Studioalbum ist die Platte dabei jedoch nicht, da es sich bei der ehemaligen ersten Seite der Scheibe um einen Konzertmitschnitt handelt, also um ein Live-Album. Auf der zweiten Seite befinden sich dann sechs neue Titel der Band.

ZZ Top ist sicherlich eine klasse Live-Band, das wird aus den Aufnahmen der drei ersten Titel ersichtlich und auch hörbar. Das Publikum wird eingefangen und die drei Musiker rocken mitreißend. Dabei werden die Titel variiert und das Publikum in den Ablauf selbiger immer wieder mit einbezogen. Da groovt es und man muss einfach mitwippen.

Die zweite Seite hält dann auch einige „Schmankerln“ für den Hörer parat. Allen voran natürlich „Tush“, eine zwar viel zu kurze, dennoch unglaublich kraftvolle Nummer, die rockt und groovt und alles in sich trägt, was einen tollen Rock-Song ausmacht. Sicherlich einer der besten Titel von ZZ Top überhaupt und ein fester Bestandteil bei den Konzerten der US-Amerikaner. Auch „Nasty Dogs And Funky Kings” und „Heard It On The X” fallen in die Kategorie des schnellen und eingängigen Rocks. Schnörkellos wird hier das Lied vorangetrieben, zur Freude aller Rock-Fans. „Blue Jeans Blues” und „Mexican Blackbird” sind Blues-Titel, wobei „Blue Jeans Blues” so unfassbar langsam eingespielt wurde, dass man denkt, die Zeit scheine still zu stehen.

Fazit: Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch auf „Fandango!“ jede Menge Blues-Rock von den drei Texanern zu hören. Ganz einheitlich ist die Platte dabei jedoch nicht, denn diese Zusammensetzung aus Live-Aufnahme und Studio-Einspielung wirkt etwas ungewöhnlich und hätte irgendwie zwei verschiedene und ausgedehntere Veröffentlichungen verdient gehabt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tush



Dienstag, 22. April 2014

ZZ Top – Tres Hombres




ZZ Top – Tres Hombres


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals, slide guitar
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Waitin' For The Bus (2:53)
2. Jesus Just Left Chicago (3:30)
3. Beer Drinkers & Hell Raisers (3:26)
4. Master Of Sparks (3:31)
5. Hot, Blue And Righteous (3:17)
6. Move Me On Down The Line (2:31)
7. Precious And Grace (3:10)
8. La Grange (3:53)
9. Sheik (4:06)
10. Have You Heard? (3:14)

Gesamtspieldauer: 33:30




„Tres Hombres“ heißt das dritte Album der texanischen Band ZZ Top, welches 1973 veröffentlicht wurde. Blues Rock pur gibt es hier zu hören, oftmals etwas getragener, allerdings immer wieder auch fordernd und mitreißend gehalten. Und dann befindet sich auf dieser Scheibe zusätzlich noch ein absoluter ZZ Top-Klassiker und eines der wohl bekanntesten Lieder der Band: „La Grange“.

La Grange liegt am Colorado River und ist die Hauptstadt des Fayette Countys in Texas. Inhaltlich handelt das Lied von einem Bordell, vor dem Hintergrund, dass hier Väter ihre bald erwachsenen Söhne hinschleppten, damit diese dort ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen konnten. Legendär an dem Titel ist auch der Beginn mit einem unglaublichen Wiedererkennungswert. Die Sticks des Frank Beard trommeln auf die Umrandung der Snare, dazu gibt es eine akustische Gitarre und sehr breiten Südstaaten-Sprechgesang. Schließlich rockt das Lied los, richtig klasse gemacht. Die Nummer besitzt einen Groove, der dem Hörer Schwierigkeiten bereitet, die Füße still zu halten.

Auch sonst hat die Platte einiges zu bieten, was vor allem die Freunde des Blues-Rock ansprechen dürfte. Hier wird kompromissloser, geradliniger und schnörkelloser Rock in Verbindung mit Blues geboten, der ziemlich schnell ins Ohr geht. Dabei liegt der Schwerpunkt ein klein wenig mehr auf dem rockigen Aspekt, was der Platte sicherlich noch einen größeren Hörerkreis erschließt. „Tres Hombres“ stellt, gar nicht überraschend, auch den Durchbruch der drei Musiker dar.

Fazit: Wer auf gut gemachten Rock steht, der kann hier einiges für sich entdecken. Der Blues steht nicht zu sehr im Vordergrund, sodass die Scheibe auch für den Rock-Freund sehr interessant ist. Dazu gibt es noch mit „La Grange“ diesen einen „Übersong“ auf der Platte, den man einfach kennen sollte, der sich uneingeschränkt lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Beer Drinkers & Hell Raisers, La Grange



Mittwoch, 9. April 2014

ZZ Top – Rio Grande Mud




ZZ Top – Rio Grande Mud


Besetzung:

Frank Beard – drums, percussion
Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Francine (3:34)
2. Just Got Paid (4:28)
3. Mushmouth Shoutin' (3:49)
4. Ko Ko Blue (4:33)
5. Chevrolet (3:21)
6. Apologies To Pearly (2:40)
7. Bar-B-Q (3:26)
8. Sure Got Cold After The Rain Fell (7:21)
9. Whiskey'n Mama (3:21)
10. Down Brownie (2:30)

Gesamtspieldauer: 39:01




Das zweite Album der Texaner von ZZ Top erschien 1972 unter dem Titel „Rio Grande Mud”. Passend dazu sieht man die drei Musiker auf dem Cover – noch relativ bartlos – im Schlamm baden. Dieses zweite Album von ZZ Top fällt dabei in die Kategorie jener Alben, die mehrmals gehört werden wollen, bis man sich in diese Musik hineingehört hat. Und dann, nach mehreren Durchläufen stellt man fest, dass alles doch sehr viel besser klingt, als man beim ersten Antesten gedacht hatte.

Blues-Rock wird dem Hörer auf „Rio Grande Mud” geboten. Dabei liegt hier die Betonung ein wenig mehr auf Rock, denn diese Stilrichtung beeinflusst die Musik auf dem Album zu einem größeren Anteil als der Blues. Dies wiederum bewirkt, dass die Platte auch Rock-Freunden ein Lächeln abgewinnen kann, für die Blues-Musik ansonsten weniger gut zugänglich ist.

Was den drei Musiker auf „Rio Grande Mud” auch sehr gelungen ist, das sind häufig die Ausklänge der Stücke. Bestes Beispiel hierfür ist „Sure Got Cold After The Rain Fell”, mit über sieben Minuten Spieldauer auch der längste Titel der Platte. Bluesig beginnt die Nummer, sehr sehnsüchtig und melancholisch und ruhig gehalten. Nur langsam steigert sich schließlich der Song, langsam aber stetig. Und er endet in einem langen und ausschweifenden Solo, welches zwar immer noch auf dem Blues gründet, jedoch sehr eingängig und fesselnd wirkt. Hier merkt man den Musikern den Spaß an, den sie beim Spielen ihrer Instrumente verspüren. Auch auf „Ko Ko Blue” trifft dieser Ansatz zu, nur das diese Nummer sehr viel rockiger gehalten ist, allerdings ebenfalls wieder in einem tollen Solo mündet. Eine andere richtig gute Rock-Nummer stellt „Just Got Paid” dar. Hier groovt es, der Rhythmus ist mitreißend und dieses Stück geht sogar ziemlich schnell ins Ohr, was ansonsten, wie bereits erwähnt, gar nicht so selbstverständlich für dieses Album ist.

Fazit: Klar hat man es leichter, wenn man auf bluesigen Rock steht. Ist das nicht der Fall, so sollte man der Scheibe einige Durchgänge gestatten und es eröffnen sich viele neue Facetten an dieser Musik, die vorher noch nicht so gehört werden konnten. Mit den wenigen „Voll-Blues-Stücken“ der Platte kann ich persönlich weniger anfangen, allerdings wird ZZ Top auch gerade deshalb von seinen Fans geliebt, für die dieses Album einen Höhepunkt im Schaffen von ZZ Top darstellt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Just Got Paid, Ko Ko Blue, Sure Got Cold After The Rain Fell



Freitag, 30. August 2013

ZZ Top - ZZ Top's First Album




ZZ Top – ZZ Top’s First Album


Besetzung:

Billy Gibons – lead guitar, vocals
Dusty Hull – bass, vocals
Rube Beard – drums


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. (Somebody Else Been) Shaking Your Tree (2:35)
2. Brown Sugar (5:25)
3. Squank (2:49)
4. Goin' Down To Mexico (3:24)
5. Old Man (3:27)
6. Neighbor, Neighbor (2:21)
7. Certified Blues (3:28)
8. Bedroom Thang (4:40)
9. Just Got Back From Baby's (4:10)
10. Backdoor Love Affair (3:20)

Gesamtspieldauer: 35:38




Wer die späteren Werke der „Texas-Boogie-Rocker“ von ZZ Top mag, der muss nicht unbedingt etwas mit diesem Erstlingswerk der drei US Amerikaner aus dem Jahr 1971 etwas anzufangen wissen, denn die Musik auf der Debut-Platte unterscheidet sich noch deutlich von jener, mit der die Band später erfolgreich werden sollte. Von „Texas Boogie“ ist auf „ZZ Top’s First Album” noch nichts zu hören, hier präsentiert die Band eher einen Mix aus Blues und Rock.

Die Lieder klingen dabei unverfälscht, auf ihre Weise noch ein wenig ungeschliffen und roh, was beim Hörer ein leichtes Südstaatenfeeling aufkommen lässt. Man fährt mit dem geöffneten Cabrio durch die Weite Texas’, beschienen von einer heißen Sonne und hört dabei diesen puren blueslastigen Rock, der in diesem Fall das Gefühl der Freiheit noch zu verstärken weiß. Kein Keyboard oder Klavier oder sonst ein anderes Instrument beeinflusst dabei den Sound, der nur durch die drei “Ur-Instrumente” des Rocks – Gitarre, Bass und Schlagzeug – bestimmt wird.

Alle Stücke sind in etwa im selben Tempo gehalten, was der Abwechslung auf dem Album nicht gerade zuträglich ist, jedoch die einmal eingeschlagene Atmosphäre der Platte noch verstärkt. Dabei finden sich auf diesem Album auch keine Titel, die qualitativ nach unten ausschlagen, allerdings auch keine, die deutlich über den anderen stehen, was es schwierig macht, einzelne Songs herauszuheben. Die Platte wirkt homogen und in sich geschlossen und wird all jenen zusasagen, die auf ehrlich gemachten und schnörkellosen Blues Rock stehen.

Fazit: Hörer, die die späteren Alben der Texaner lieben, werden unter Umständen Schwierigkeiten mit diesem Erstlingswerk haben, da hier noch der gitarrenlastige Blues im Vordergrund steht. Auch ausgedehntere Gitarrensoli sind zu hören, die sich allerdings noch deutlich vom Rock der späteren Jahre unterscheiden. Die Musik stellt den musikalischen Kontrapunkt zur damaligen Progressive Rock Welle dar, bei der möglichst viele Instrumente in möglichst vielen Verschachtelungen zum Einsatz kamen. Bei ZZ Top klingt das alles sehr „straight“, pur, rein und absolut unverfälscht. Wer Blues Rock liebt, wird auch diese Scheibe lieben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Goin' Down To Mexico, Just Got Back From Baby's