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Samstag, 4. Oktober 2025

The Stranglers – Dark Matters

 



The Stranglers – Dark Matters


Besetzung:

Jean-Jacques Burnel – bass, lead (1, 3, 8, 10, 11) and backing vocals, acoustic guitar (6)
Dave Greenfield – keyboards, backing vocals
Baz Warne – guitar, lead (2–7, 9) and backing vocals
Jim Macaulay – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Louie Nicastro – additional keyboards
Matthew Bourne-Jones – trumpet (4)


Label: Coursegood Limited


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock


Trackliste:

1. Water (4:49)
2. This Song (3:22)
3. And If You Should See Dave... (3:37)
4. If Something's Gonna Kill Me (It Might As Well Be Love) (4:58)
5. No Man‘s Land (2:28)
6. The Lines (1:39)
7. Payday (3:06)
8. Down (3:04)
9. The Last Men On The Moon (5:37)
10. White Stallion (4:47)
11. Breathe (5:51)

Gesamtspieldauer: 43:21



„Dark Matters“ heißt das achtzehnte Studioalbum der britischen Rockband The Stranglers. Das Album wurde am 10. September 2021 auf dem Plattenlabel Coursegood Limited veröffentlicht. Auf acht der elf Titel von „Dark Matters“ ist noch der im Jahr 2020 an Covid-19 verstorbene Keyboarder und Gründungsmitglied der Stranglers Dave Greenfield zu hören. Gleichzeitig ist die Platte das erste Studioalbum, welches ebenfalls ohne Gründungsmitglied und Schlagzeuger Jet Black aufgenommen wurde, der sich 2015 aus gesundheitlichen Gründen aus der Band zurückzogen hatte und im Jahr 2022 verstarb.

„Dark Matters“ stieg auf Platz 4 in die offiziellen britischen Albumcharts ein und ist damit das höchstplatzierte Studioalbum der Stranglers seit Feline aus dem Jahr 1983. Es wurde vom Magazin Vive Le Rock in seiner Ausgabe vom Dezember 2021 als „Album des Jahres“ ausgezeichnet. Die Lieder „And If You Should See Dave...“, „If Something‘s Gonna Kill Me (It Might As Well Be Love)“ sowie „This Song“ waren vorab als Singles veröffentlicht worden.

Das Album ist eine Mischung aus New Wave-angehauchten Rocktiteln mit sanfteren Nummern. Dabei ist der so typische Klang der Stranglers immer noch deutlich herauszuhören. Und natürlich spielt auch der Tod von Dave Greenfield eine inhaltliche Rolle. Dies wird besonders deutlich bei den Titeln „And If You Should See Dave...“ und „If Something‘s Gonna Kill Me (It Might As Well Be Love)“. Bei letztgenanntem Titel kommt auch die „New Wave-Vergangenheit“ der Band am stärksten zum Tragen.

Allerdings nicht nur bei dieser Nummer wissen die Stranglers erneut mit tollen Melodien zu überzeugen, die sofort ins Ohr gehen und schnell zu guten Freunden werden. Auf „Dark Matters“ findet sich kein Füllmaterial, jedes der elf Stücke wirkt und klingt. Somit wird das achtzehnte Studioalbum der Englänger zu einem eingängigen und auch abwechslungsreichen Erlebnis, das man gerne auflegt. New Wave, Rock und im Falle des sanften „The Lines“ sogar Folk passen auf dieser Platte perfekt zusammen.

Fazit: Neun Jahre nach „Giants“ veröffentlichen die Stranglers wieder ein Album und dieses überzeugt und macht Spaß zu hören. Die Trauer über den Tod Dave Greenfields ist auf dem Album präsent, trotzdem verliert sich die Platte nicht in einer Moll-Orgie. Es sind die Melodien, die Ideen und die Abwechslung, die dieses Album zu einem sehr hörenswerten werden lassen. Elf Punkte.

Anspieltipps: If Something's Gonna Kill Me, The Lines, Down, White Stallion, Breathe



Donnerstag, 20. Februar 2025

Danger Dan – Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

 



Danger Dan – Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt


Besetzung:

Daniel Pongratz – Gesang, Klavier


Gastmusiker:

Tobias Pongratz – Gepfeife, Geschrei
Michaela Danner – Violine & Viola
Daniel Hassbecker – Cello
Charlotte Brandt – Akkordeon




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Lauf davon (4:11)
2. Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt (3:48)
3. Trotzdem (2:36)
4. Ich verprügelte die Sextouristen in Bangkok (2:40)
5. Das schreckliche Buch (3:23)
6. Ingloria Victoria (3:00)
7. Topf und Deckel (3:06)
8. Ode an den Mord (2:05)
9. Eine gute Nachricht (3:20)
10. Tesafilm (3:15)
11. Beginne jeden Tag mit einem Lächeln (2:40)

Gesamtspieldauer: 34:09



Im Jahr 2021, mitten in der Corona-Pandemie, veröffentlichte Daniel Pongratz alias Danger Dan sein Solo-Album „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt”. Und wenn man diese Platte auflegt, dann findet man sofort den letzten Titel des Albums „Beginne jeden Tag mit einem Lächeln“ sehr passend. Denn auch das Hören von „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt” zaubert einem ein Lächeln auf das Gesicht. Für dieses letzte Lied des Albums gilt das jedoch kurioserweise nicht, denn „Beginne jeden Tag mit einem Lächeln“ endet in einem kakophonischen Geschrei und entlässt einen etwas genervt aus diesem Album. Doch dieses Lied stellt eine Ausnahme dar.

Denn dies gilt musikalisch absolut nicht für die anderen zehn Lieder, die es davor zu hören gibt. Das Klavier und die Stimme des Daniel Pongratz stehen durchgängig im Vordergrund. Die Musik klingt dabei melancholisch und nachdenklich und sanft und geht wunderschön ins Ohr. Musik zum Träumen und für die stillen Stunden des Tages bestens geeignet. Violine, Viola und Cello runden dabei die sanften Klänge perfekt ab.

Und dann sind da natürlich noch die Texte des Danger Dan. Einige Situationen seines Lebens arbeitet er hier auf und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Bei mancher Aussage muss man einfach schmunzeln, anderes regt dabei eher zum Nachdenken an. Langweilig klingen die kleinen Geschichten nie und lohnen definitiv genau gehört zu werden – auch wenn man nicht immer alles nachvollziehen kann.

Fazit: Ein sehr schönes Album ist „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt” geworden. Sanfter Musik, die völlig unaufgeregt das Ohr umschwirrt, abgesehen vom letzten Stück. Dazu noch hörenswerte Texte, die in Verbindung mit der Musik erst so richtig wirken. Möchte man noch etwas negativ anführen, dann vielleicht die sehr kurze Laufzeit von lediglich etwas über einer halben Stunde. Da hätte man sich noch mehr gewünscht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt, Ingloria Victoria, Tesafilm



Sonntag, 26. Januar 2025

Alessandro Cortini – Forse Vivo

 



Alessandro Cortini – Forse Vivo


Besetzung:

Alessandro Cortini – buchla music easel




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Forse Vivo (43:03)

Gesamtspieldauer: 43:03



„Forse Vivo“ reiht sich nahtlos an die ersten drei „Forse“-Veröffentlichungen des Alessandro Cortini an und ist lediglich im Rahmen des im Jahr 2021 erschienen Boxsets „Forse“ als vierte CD zu erhalten. Wie der Name des Albums bereits andeutet, wurde dieses Stück live eingespielt. An manchen Stellen sind hier auch Hintergrundgeräusche zu hören und schließlich endet das Stück im Applaus.

Doch das ist zunächst der einzige große Unterschied zu den Veröffentlichungen „Forse 1-3“, denn auch auf dieser Scheibe hört man Ambient Musik, die erneut mittels des Buchla Music Easel Synthesizers erschaffen wurde. Melodien erklingen lediglich ansatzweise, es geht deutlich mehr um die Atmosphäre. Sanfte Melodiebögen aus nur wenigen Akkorden werden sehr redundant wiedergegeben, sodass sich eine Art Trance-Gefühl einstellt. Musik zum Träumen und Abschalten – zumindest zunächst.

Im weiteren Verlauf wird es dann nämlich auch mal etwas schriller, bis sich die Musik zum Teil sogar eher hin zu Geräuschen entwickelt. An diesen Stellen steht dann eher die Rhythmik im Vordergrund, wenn man bei Morsezeichen-ähnlichen Tönen noch von Rhythmus sprechen kann. Schließlich wird es laut und schrill, klingt fast gar übersteuert und eher atonal. Man wird aus der ersten Wohlfühlphase in die Kälte entlassen, bis sich alles wieder, stark gedämpft, beruhigt.

Fazit: Wer die ersten drei Veröffentlichungen mag und schätzt, der wird sicherlich auch von „Forse Vivo“ nicht enttäuscht werden. Allerdings werden dieses Mal die Grenzen des Synthesizers noch weiter ausgereizt. Entspannung entsteht lediglich in der ersten Hälfte des Albums, die zweite Hälfte klingt deutlich fordernder. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Natürlich alles.



(Es ist leider kein Hörbeispiel auf YouTube zu finden.)


Dienstag, 10. Oktober 2023

Balmorhea – The Wind

 



Balmorhea – The Wind


Besetzung:

Rob Lowe – guitar, piano
Michael Muller – guitar, bass guitar


Gastmusiker:

Jonathan Sielaff – bass clarinet
Clarice Jensen – cello
Sam Pankey – double bass
Alex Browne – double bass
James Suter – double bass
Morris Kliphuis – french horn
Jason Treuting – percussion
Lili Cuzor – spoken word
Lisa Morgenstern – vocals
Jesy Fortino – vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Post Rock


Trackliste:

1. Day Dawns In Your Right Eye (4:24)
2. Rose In Abstract (4:58)
3. La Vagabonde (5:16)
4. Landlessness (5:01)
5. Evening (2:37)
6. The Myth (3:41)
7. V (4:23)
8. Ne Plus Ultra (3:16)
9. Nos (1:21)
10. Vent Pontian (0:50)
11. The Crush (4:07)
12. Night Falls In Your Left (6:13)

Gesamtspieldauer: 46:13



„The Wind“ heißt das achte Studioalbum der inzwischen wieder zum Duo geschrumpften US-amerikanischen Band Balmorhea. Es erschien im Jahr 2021 auf dem Plattenlabel Deutsche Grammophon und ist insofern etwas Besonders, weil man im ersten und letzten Stück auch wieder Sprache hört. Zwar nicht gesungen, sondern gesprochen und auch nicht auf Englisch, wie man vermuten könnte, sondern auf Französisch.

Ansonsten gilt auch dieses Mal: ruhig, ruhiger, Balmorhea. Sanft und zart erklingt wieder einmal die Musik des texanischen Duos, bestehend aus Rob Lowe und Michael Muller. An mancher Stelle erklingt die Musik sogar fast schon zerbrechlich. Und auch wenn hier und da ein paar experimentellere Töne eingebaut wurden, die dann eher kurze Klanglandschaften darstellen, so sind es doch meistens sehr harmonische und melodische Melodiebögen, die man auf „The Wind“ zu hören bekommt.

„The Wind“ wurde laut Aussage der Musiker durch Meditationen über die natürliche Welt und ihre Zerbrechlichkeit, einer alten Geschichte über einen Heiligen, der den Wind in ein luftleeres französisches Tal trug, und Gedanken der Klimaaktivistin Greta Thunberg, die den Atlantik auf dem Katamaran „La Vagabonde“ überquerte, inspiriert. Die Musik erklingt wunderschön und harmonisch und scheint einem jegliche Hektik zu nehmen und nach einem langen Arbeitstag für absolute Entspannung zu sorgen. Zu viel „passiert“ allerdings nicht auf „The Wind“, sodass Leute, die dem Post Rock eher wenig abgewinnen können, vermutlich auch Langeweile aus diesen Akkorden heraushören. Doch lässt man sich ganz auf diese Musik ein wirkt sie bereichernd und definitiv entspannend.

Fazit: Schöne und warme Klänge gibt es einmal mehr auf einem Balmorhea-Album zu hören. Wer genau nach solcher Musik sucht, Musik zum Träumen und Entspannen, die oder der wird auf „The Wind“ fündig. Unaufgeregte Klänge, die nicht überraschenderweise zum Teil von Meditationen inspiriert wurden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: La Vagabonde, V



Samstag, 26. August 2023

Bent Knee – Frosting

 



Bent Knee – Frosting


Besetzung:

Courtney Swain – lead vocals, keyboards
Ben Levin – guitar, backing vocals
Jessica Kion – bass, vocals, backing vocals
Gavin Wallace-Ailsworth – drums
Chris Baum – violin, vocals, backing vocals
Vince Welch – synthesizer, guitar, sound




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Invest In Breakfast (3:24)
2. Baby In The Bush (4:11)
3. Casper (2:16)
4. Fighting All My Life (3:24)
5. The Upward Spiral (4:20)
6. Set It Off (4:56)
7. Pause (0:34)
8. Have It All (3:41)
9. Queer Gods (4:12)
10. Rib Woman (2:43)
11. Ermine (0:46)
12. The Floor Is Lava (5:50)
13. Cake Party (3:18)
14. OMG (2:47)
15. Not This Time (5:33)

Gesamtspieldauer: 52:04



Das ist wahrlich überraschend. Legt man „Frosting“ der US-amerikanischen Band Bent Knee auf, glaubt man seinen Ohren nicht mehr trauen zu können. Habe ich mich vertan und anstatt Bent Knee die dänische Band Aqua aufgelegt, die 1997 mal einen Hit mit „Barbie Girl“ hatte? Schnell nachgesehen, doch alles ist richtig, ich höre Bent Knee. Nein, gar nichts ist mehr richtig, ich höre tatsächlich Bent Knee, die wie Aqua aus den 90ern klingen. Verrückt.

Überraschenderweise haben sich Bent Knee mit diesem Album in Richtung Synthie Pop aufgemacht. Eine Barbie-Stimme und ebensolche Klänge. Das klingt zu Beginn des Albums einfach nur unfassbar schlecht. Einen sehr radikalen musikalischen Schritt haben Bent Knee mit diesem Album vollzogen. Nicht nur Synthie Pop gibt es darauf zu hören, auch HipHop wird mal geboten. Das alles mit null überzeugenden Melodien und fehlender Eingängigkeit. Und wenn ein Lied dann mal wirr am Rande einer Kakophonie endet, hat das kaum etwas mit progressiven Tönen zu tun, sondern kling eher nach noch größerer Orientierungslosigkeit.

„Frosting“ ist ein extrem langweiliges Album geworden, was weder ins Ohr geht, noch sonst irgendwie überzeugt. Zwar wird die Musik im zweiten Teil des Albums etwas besser und klingt dann weniger nach Synthie Pop, eben nur noch nach Pop-Rock, doch das rettet diese Platte eben auch nicht mehr. Ein schönes Lied gilt es allerdings doch hervorzuheben. „The Floor Is Lava“ hätte so auch auf einem früheren Album der US-Amerikaner stattfinden können. Sanft, etwas verwunschen klingend und eingängig. Sehr schön. Es ist leider der einzige Höhepunkt dieses ansonsten wahrlich verlorenen Albums.

Fazit: Es gibt Alben, die legt man auf und hört sie und weiß in dem Moment zum einen, dass es verschenkte Zeit ist und es so viel schöne Musik auf der Welt gibt, die sich mehr lohnt gehört zu werden. Zum anderen weiß man, dass man diese Platte nicht mehr auflegen wird. Beides trifft leider auf Bent Knees Werk „Frosting“ zu. Damit ist alles gesagt. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Floor Is Lava



Sonntag, 13. März 2022

Laughing Stock – Zero Acts 1 & 2

 



Laughing Stock – Zero Acts 1 & 2


Besetzung:

Jan Mikael Sørensen – vocals, guitar, bass, drums, keyboards
Håvard Enge – vocals, keyboards, flute
Jan Erik Kirkevold Nilsen – vocals, guitar


Gastmusiker:

Samantha Preis – vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Art Rock


Trackliste: 

1. Welcome (2:27)
2. When Darkness Comes (4:38)
3. Nighttime (6:24)
4. Imaginary Friend (4:06)
5. School (3:33)
6. Child (4:12)
7. Leave Me Alone (4:44)
8. My Love Pt 1 (4:04)
9. My Love Pt 2 (4:13)
10. Last Supper (3:32)
11. Zero (4:31)
12. Curtain Falls (1:48)

Gesamtspieldauer: 48:17



Nachdem das norwegische Trio Laughing Stock die ersten Jahrzehnte seines Bestehens – in der Besetzung spielen die Musiker seit 1994 zusammen – kein Album veröffentlichten, so folgen diese ab dem Jahr 2018 in schöner Regelmäßigkeit. „Zero Acts 1 & 2“ heißt das dritte Album der Band und wurde im Jahr 2021 auf dem Plattenlabel Apollon Records veröffentlicht.

Nun, die Band benannte sich nach dem letzten Talk Talk Album und wer die Stimmung dieser Platte kennt, ist nicht überrascht auf auch „Zero Acts 1 & 2“ Musik zu hören, die zwar nicht ganz so radikal im Post Rock des besagten Namensgeberalbums verhaftet ist, trotzdem sehr sanft und mitunter auch fast ein wenig entrückt aus den Boxen quillt.

Erzählt wird auf diesem Konzeptalbum die Geschichte eines Jungen mit dem Namen „Zero“. Unscheinbar ist dieser, keiner nimmt Notiz von ihm und trotzdem kennen wir alle irgendwie in unserer näheren Umgebung genau solch einen Typen, der einfach nicht weiter auffällt. Die Musik auf „Zero Acts 1 & 2“ klingt eingängig und wirkt bereits mit dem ersten Akkord. Definitiv ist dies keine Musik zum „Nebenbeihören“, sondern „Zero Acts 1 & 2“ besteht aus Liedern, denen man sich genauer widmen sollte und deren Texte das Hörerlebnis sehr schön ergänzen.

Alles erklingt zudem sanft auf diesem Album. Etwas verwunschen zum Teil. Ausfälle gibt es dabei keine zu beklagen, mit den Liedern „Imaginary Friend“ und „Last Supper“ dafür zwei wunderschön eingängige Höhepunkte. Ganz sicher ist dies ein Album für Melancholiker, Träumer, Leute, die nah am Wasser gebaut haben oder sonst auch gerne ihren ganz persönlichen Blues pflegen.

Fazit: Ein schönes und eingängiges, sanftes und sehr melodiöses Album ist dem norwegischen Trio Laughing Stock mit „Zero Acts 1 & 2“ gelungen. Musik zum langsamen Ausklingen des Tages, Musik zum Träumen und sich darin Fallenlassen. Für Rocker und Menschen, die es gerne frickelig lieben ist diese Platte dagegen überhaupt nicht geeignet. Elf Punkte.

Anspieltipps: Imaginary Friend, Last Supper



Donnerstag, 27. Januar 2022

Malady – Ainavihantaa

 



Malady – Ainavihantaa


Besetzung:

Taavi Heikkilä – saxophones, clarinet
Babak Issabeigloo – guitars, voice
Juuso Jylhänlehto – drums, synthesizers
Ville Rohiola – hammond, mellotron, wurlitzer, minimoog, piano, voice
Jonni Tanskanen – bass


Gastmusiker:

Leevi Limingoja – trombone
Gabriel Korjonen – trumpet




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Alava Vaara (6:43)
2. Vapaa Ja Autio (6:21)
3. Sisävesien Rannat (6:41)
4. Dyadi (7:07)
5. Haavan Väri (3:43)
6. Ainavihantaa (7:01)

Gesamtspieldauer: 37:38



„Ainavihantaa“ heißt das dritte Album der finnischen Progressive Rock Band Malady. „Ainavihantaa“ erschien am 17. Dezember 2021 auf dem Plattenlabel Svart Records und beinhaltet Musik, die an frühere, aus dem letzten Jahrhundert stammende Progressive Rock Veröffentlichungen erinnert, welche mit leichten Jazz-Elementen angereichert wurden.

Insgesamt klingt die Musik der Finnen auf „Ainavihantaa“ sehr abwechslungsreich. Sphärische Abschnitte wechseln sich mit rockigeren Passagen ab. Sehr eingängige Melodien werden von leicht jazzigen Anleihen abgelöst. Nicht zuletzt der Einsatz von Saxophon, Querflöte und Klarinette tragen immer wieder zu diesem jazzigen Eindruck aber auch zur Eingängigkeit bei, je nachdem wie sie eingebracht werden. Und genau das macht auch die Musik von Malady auf „Ainavihantaa“ aus, die hier so herrlich unvorhersehbar klingt und immer wieder spannende Wendungen aufweist.

Dabei ist dieses Album eine jener Platten, die sich definitiv öfters gehört gehören. Viele der Melodiebögen erschließen sich einem nicht beim ersten, sondern erst mit dem dritten, vierten oder gar fünften Mal des Hörens – doch dann wirken sie umso eingängiger und überzeugender. Die Lieder „Vapaa Ja Autio“ und „Haavan Väri“ sind übrigens reine Instrumentalnummern. Doch das fällt im Gesamterlebnis des Albums kaum weiter auf, denn da die anderen Titel auf Finnisch eingesungen werden, wirkt der Gesang bei den genannten Liedern eher wie ein zusätzliches Instrument, welches das Hörerlebnis noch erweitert.

Schwierig ist es bei diesem Album einen Höhepunkt herauszuheben. Es überzeugt jeder der sechs Titel. Gerne nenne ich an dieser Stelle jedoch die beiden ersten Nummern „Alava Vaara“ sowie „Vapaa Ja Autio“, da sie zum einen der Hörerin wie dem Hörer einen sehr schönen Gesamteindruck des Albums vermitteln. Einmal mit Gesang, einmal ohne. Zum anderen sind es auch Lieder, die bereits nach dem ersten bis zweiten Durchlauf hängenbleiben und die man auch später sofort mit Malady in Verbindung bringen wird.

Fazit: Progressive Rock mit leichten retro und leichten jazzigen Ansätzen bekommt man auf „Ainavihantaa“ von Malady zu hören. Alles klingt sehr abwechslungsreich, mitunter auch sehr melodiös, dann wieder ein klein wenig „verwinkelter“. Spaß macht das Zuhören für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks definitiv und wenn man dem Album eines vorwerfen muss, dann ist es die doch etwas knapp bemessene Laufzeit von etwas über 37 Minuten. Elf Punkte.

Anspieltipps: Alava Vaara, Vapaa Ja Autio



Mittwoch, 19. Januar 2022

Meer – Playing House

 



Meer – Playing House


Besetzung:

Johanne-Margrete Kippersund Nesdal – lead vocals
Knut Kippersund Nesdal – lead vocals and keyboards
Eivind Strømstad – electric and acoustic guitars, electric baritone guitar, 12-string acoustic guitar, mandolin, keyboards, programming and backing vocals
Åsa Ree – violin, percussion and backing vocals
Ingvild Nordstoga Eide – viola and backing vocals
Ole Gjøstøl – acoustic grand piano, keyboards, programming, electric organ, glockenspiel and backing vocals
Morten Strypet – electric bass and backing vocals
Mats Lillehaug – drums, percussion and backing vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Picking Up The Pieces (6:15)
2. Beehive (4:37)
3. All At Sea (5:04)
4. Songs Of Us (4:31)
5. Child (4:22)
6. You Were A Drum (3:25)
7. Honey (5:49)
8. Across The Ocean (4:43)
9. She Goes (4:16)
10. Where Do We Go From Here (4:53)
11. Lay It Down (6:43)

Gesamtspieldauer: 54:43



Meer ist eine norwegische Band, die sich im Jahr 2008 – ursprünglich als Duo – gegründet hat. Im Jahr 2012 erschien eine erste EP, 2016 dann das erste vollständige Album „Night By Day“. Am 29. Januar 2021 wurde schließlich das zweite Album der Band mit dem Titel „Playing House“ auf dem Plattenlabel Karisma Records veröffentlicht.

Auf ihrer Internetseite beschreiben die Musiker ihre Musik als eine Mischung aus orchestralem Pop, klassischer Musik und progressivem Rock. Das ist eine ganz zutreffende Umschreibung der Musik der Norweger, wenn es auch die klassische Musik nur sehr am Rande und mit viel Fantasie zu hören gibt. Auf „Playing House“ hört man reich instrumentierten, oftmals schwelgerischen Pop, der durchaus auch progressive Ansätze aufweist. Gerade zu Beginn des Albums bekommt man wunderschöne Melodien zu hören, die dann auch überraschende Wendungen vollführen.

Im weiteren Verlauf des Albums klingt es dann noch etwas poppiger und die Melodien verstehen nicht mehr ganz so zu packen. Teilweise wird dabei atmosphärisch durch Chöre und einen orchestralen Ansatz sogar das Genre des Musicals angekratzt. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Die Höhepunkte des Albums sind für mich die ersten beiden Lieder „Picking Up The Pieces“ und „Beehive“ sowie das ebenfalls sehr schöne „Child“. Doch auch die anderen Titel wissen größtenteils zu gefallen, auch wenn sie nicht ganz an diese Nummern heranreichen, da weniger eingängig oder dann doch zu überbordend orchestriert und produziert. Doch Hörerinnen und Hörer, die auch bombastische, an das Musical heranreichende Musik mögen, werden dies sicherlich ganz anders bewerten.

Fazit: Ein schönes und hörenswertes Album ist „Playing House“ der norwegischen Band Meer geworden. Dass auch die poppige Variante progressiver Musik überzeugen kann, beweisen die acht norwegischen Musiker auf diesem Album. Manchmal geht es zwar ein wenig weit in Richtung Musical-Musik, doch insgesamt überwiegt ein sehr positiver Eindruck dieses eingängigen Albums. Elf Punkte.

Anspieltipps: Picking Up The Pieces, Beehive, Child



Freitag, 31. Dezember 2021

Musa Dagh – Musa Dagh

 



Musa Dagh – Musa Dagh


Besetzung:

Aydo Abay – vocals
Aren Emirze – guitar
Thomas Götz – drums


Gastmusiker:

Friedrich Paravicini – string arrangements




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock


Trackliste:

1. Coin Bank (2:04)
2. Superhuman Gift Shop (3:56)
3. Less Morphine (3:24)
4. Halo (3:24)
5. Plural Me (4:04)
6. I‘m Fine, Thanks (3:07)
7. Like / Love (2:58)
8. Life Fucked Balance (2:37)
9. Kool Aid (3:04)
10. Musa Dagh (4:26)

Gesamtspieldauer: 33:09



Musa Dagh ist nicht nur ein 1355 m hoher Berg der im Nurgebirge im Süden der Türkei liegt. Nach diesem benannte sich auch die deutsche Band um Aydo Abay, Thomas Götz und Aren Emirze. Am 26. November 2021 erschien ihr Debutalbum auf dem Plattenlabel Cargo Records.

Den Gesang von Aydo Abay hatte ich bereits auf der Veröffentlichung „Love And Distortion“ kennen und schätzen gelernt. Musa Dagh stehen für Independent Rock mit progressiven Einschüben, für Heavy Rock, der nicht nur auf Härte setzt, sondern trotzdem auch mit wunderschönen Melodien aufwartet. Vieles dieser Eingängigkeit bewirkt jener Aydo Abay, der mit seiner Stimme so unfassbar gut ins Ohr geht und den Liedern das gewisse Etwas, das Besondere verleiht. Thomas Götz und Aren Emirze treiben die Lieder voran, rhythmisch perfekt abgestimmt und mit einem Groove versehen, der die Füße ganz automatisch zum Mitwippen bewegt. Coole Musik, die hoffentlich viele Hörerinnen und Hörer findet.

Dabei wirkt die Musik vom ersten bis zum letzten Akkord. Ausfälle hört man auf dem selbstbetitelten Album keine und es endet ganz untypisch mit dem Titellied „Musa Dagh“. Die einzige Instrumentalnummer des Albums, die brachial beginnt und schließlich sanft mit Streichern endet. Und davor gibt es jede Menge weitere Höhepunkte, oftmals hart und düster, doch trotzdem immer eingängig. Die Höhepunkte mögen Freundinnen und Freunde des Rocks dabei genug für sich finden. Meiner heißt neben dem Titellied das kurze „Like / Love“. Apropos „kurz“. Das ist das einzige Manko, was man der band etwas ankreiden könnte. Mit 33 Minuten ist die Laufzeit nicht gerade üppig ausgefallen. Doch diese 33 Minuten haben es in sich. Lohnt sich.

Fazit: Spannenden und abwechslungsreichen Rock bekommt man auf dem selbstbetitelten Debut von Musa Dagh zu hören. Die Lieder rocken, knallen zum Teil richtiggehend aus den Boxen und gehen dabei doch auch immer ins Ohr. Man kann nur hoffen, dass dieses Album von vielen gehört wird. Verdient hätte es die Band allemal. Elf Punkte.

Anspieltipps: Like / Love, Musa Dagh



Mittwoch, 29. Dezember 2021

Jason Sharp – The Turning Centre Of A Still World

 



Jason Sharp – The Turning Centre Of A Still World


Besetzung:

Jason Sharp – amplified heartbeat & breath, baritone & bass saxophone, modular synthesizer, lyra 8, theravox, moog bass, acoustic preparations




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Elektronische Musik, Ambient, Avantgarde


Trackliste:

1. Intro (0:53)
2. Unwinding Surrender (5:41)
3. Velocity Of Being (7:47)
4. Blossoming Rest (8:19)
5. Upwelling Hope (8:03)
6. Humility Of Pain (6:59)
7. Everything Is Waiting For You (6:15)
8. Outro (1:13)

Gesamtspieldauer: 45:14



Das dritte Album des Montréaler Saxophonisten und elektroakustischen Komponisten Jason Sharp heißt „The Turning Centre Of A Still World“. Das Album erschien am 27. August 2021 auf dem Plattenlabel Constellation. Zum ersten Mal hat Jason Sharp eine Platte völlig allein eingespielt und auf Gastmusiker verzichtet. So kann man auf dem Album nachlesen, dass dieses „composed, arranged and performed by Jason Sharp“ ist.

Liest man weiter den Begleittext zur Veröffentlichung so „erforscht Jason Sharp mit diesem Album klanglich die Mensch-Maschine-Kalibrierung, deren Interaktion, Ausdruck und Biofeedback“. Sein Atem fließt in die Musik mit ein genau wie sein Puls, der über einen Herzmonitor in den Liedern umgesetzt wird. Dazu gesellt sich sein manchmal digital bearbeitetes, manches Mal akustisch zu hörendes Saxophon-Spiel und ergibt eine klangliche Melange aus akustischen und digitalen Sounds, die insgesamt – außer beim Intro und Outro – immer sehr elektronisch gehalten sind.

Das alles klingt durchaus interessant, mündet manchmal allerdings auch in eher unspektakulären Ambient-Sounds. Selbstverständlich darf man hier keine eingängigen Melodien erwarten, es ist eine Atmosphäre, die hier transportiert wird. Diese ist zumeist sehnsüchtig, frei, auch unspektakulär. Trotzdem wirkt diese Musik, wenn man solch elektronische Sounds mag. Ich höre hier am Rande ein paar Parallelen zu Klaus Schulze und Tangerine Dream.

Am Überzeugendsten klingt die Musik des Jason Sharp immer dann, wenn er es schafft diese in einem Lied zu steigern. Von daher ist es nur zu verständlich, dass „Velocity Of Being“ den Höhepunkt auf „The Turning Centre Of A Still World“ darstellt. Ein auch wieder sehnsüchtig beginnendes Lied, welches sich dann immer weiter steigert und dadurch seinen Reiz gewinnt. Doch diese Nummer ist eine Ausnahme auf dem Album, genau wie die akustisch gehaltenen Ein- und Ausstiege.

Fazit: Ambient, Avantgarde, elektronische Musik, und Saxophon? Wer auf diese Verschmelzung gespannt ist und vor allen Dingen der elektronischen Musik offen gegenübersteht, die oder der wird an diesem Album Gefallen finden. Man hört hier wenig „Atem“ und „Puls“. Etwas mehr Saxophon, jedoch auch zumeist verfremdet. Ambient-Fans werden es lieben. Neun Punkte.

Anspieltipps: Velocity Of Being



Dienstag, 21. Dezember 2021

Boundaries – Maidan

 



Boundaries – Maidan


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Jacob Brøndlund
Emil Sylvester
Mads Grene
Morten Christian Brock Danielsen


Label: Eigenverlag


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Post Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Erosion (3:59)
2. Mirror's Image (3:33)
3. Through The Reeds (3:29)
4. Separation Song (4:29)
5. A Song On The End Of The World (3:10)
6. Rites Of Passage (4:17)
7. Tusk (Revised) (3:04)
8. Indefinite Hours (3:23)
9. Witness (5:17)
10. Harness (6:00)

Gesamtspieldauer: 40:46



„Maidan“ nannte die dänische Band Boundaries ihr erstes Studioalbum, welches am 16. April 2021 im Eigenverlag erschien. Darauf zu hören ist tiefdunkler Post Rock bis Alternative Rock, der intensiv und zumeist düster aus den Boxen strömt.

Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, die Boundaries mit ihrem Erstlingswerk verströmt. Diese transportierte, dunkle Stimmung wird durch zahlreiche, im Rock weniger beheimatete Instrumente noch vertieft. Mandoline, Cello und das chinesische Instrument Guzheng machen diese Musik noch spannender. Fröhlich klingt es an keiner Stelle auf „Maidan“. Rockig manchmal, psychedelisch immer wieder und eben traurig, dunkel und auf eine bestimmte Weise neblig grau.

Und dann bedienen sich die vier Musiker zusätzlich noch des Stilmittels der Redundanz. Parts werden Mantra-ähnlich wiederholt und entwickeln dabei eine fast schon hypnotisierende Wirkung. Sehr cool.

Über die Dauer des Albums von etwas über vierzig Minuten kann man wunderbar in diese Musik einsteigen und sich fallen lassen. Alle Lieder erklingen mit derselben Attitude und nichts rettet einen vor diesem dunklen Eindruck, den die Platte intensiv verströmt und schließlich auch hinterlässt. Von daher gibt es keine Ausfälle auf „Maidan“. Die Höhepunkte wird jede und jeder dagegen für sich selbst finden. In meinem Fall sind es die beiden Titel „Separation Song“ und „Witness“. Ich hätte an dieser Stelle allerdings auch jedes andere Lied des Albums anführen können.

Fazit: Post und Alternative Rock gibt es auf „Maidan“ von der dänischen Band Boundaries zu hören. Jederzeit klingt die Musik der vier Musiker intensiv und packend – und eben auch düster bis dunkel. Irgendwie hört sich das alles sehr besonders an, fällt aus dem Rahmen, ist weit davon entfernt Mainstream zu sein. Wer also „besondere“ Musik mag, die oder der wird hier fündig. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Separation Song, Witness



Freitag, 17. Dezember 2021

Sigrid & Marina – A Weihnacht wie‘s früher war

 



Sigrid & Marina – A Weihnacht wie‘s früher war


Besetzung:

Sigrid Hutterer – Gesang
Marina Hutterer – Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Volkstümlicher Schlager, weihnachtliche Volksmusik


Trackliste:

CD 1:

1. A Weihnacht wie’s früher war (2:58)
2. Zünd ma a Kerzerl an (3:24)
3. Aber heidschi bumbeidschi (2:53)
4. Heimatgefühle zur Weihnachtszeit (3:05)
5. Herrgottsjodler (3:30)
6. Da drinnen im Stalle (3:11)
7. Kalenderlied (3:24)
8. Boid is Weihnacht (3:18)
9. Wenn ich ein Glöcklein wär (2:50)
10. Winterzeit (2:52)
11. An Jodler für’s Christkind (2:52)
12. Santa Lucia (3:17)
13. Werst mei Liacht ume sein (2:45)
14. Sterne der Heiligen Nacht (3:15)
15. Andachtsjodler (2:54)

CD 2:

1. Danke für die stille Zeit (3:35)
2. Des Jahr macht langsam zua (2:59)
3. Traditionelles Weihnachtsliedermedley (5:45)
4. Es ist Winterzeit (3:18)
5. Steht’s auf ihr Hirten (3:19)
6. Christrose (3:52)
7. Sankt Josef (2:33)
8. Weihnachten is nimmer weit (3:25)
9. Misteln vom Bam (3:06)
10. Wenn es weiße Sterne schneit (2:55)
11. Die stillste Zeit in unsren Bergen (3:21)
12. Auf der ganzen Welt ist Weihnacht (3:19)
13. Jetzt ist sie da (2:21)
14. Wie groß bist Du (3:27)
15. Stille Nacht, Heilige Nacht (3:28)

Gesamtspieldauer CD1 (46:34) und CD2 (50:49): 1:37:23



Sigrid und Marina klingen immer dann in Ordnung, wenn sie sich an traditionelle Stücke heranwagen. Volkstümlicher Schlager mit Schlagzeug-Computer klingt dagegen auch bei den beiden Schwestern deutlich weniger erträglich – außer man befindet sich vielleicht auf einer Kirchweih im Bierzelt.

Nun und entsprechend klingen auch die Lieder auf diesem Weihnachtsalbum. Sind es traditionelle Lieder so vermitteln diese durchaus ein entsprechendes Weihnachtsgefühl. Verstecken sich in den Liedern allerdings volkstümliche Schlagerweisen, die auf Weihnacht hingetrimmt wurden, ist es entsprechend schwer dem Ganzen zu lauschen.

Somit hinterlässt „A Weihnacht wie‘s früher war“ einen durchwachsenen Eindruck, zumal viele der Lieder bereits auf früheren Weihnachtsalben der beiden Schwestern zu hören waren. Und ein paar Veränderungen an den Arrangements machen die Titel da auch nicht zu neu eingespielten Stücken.

Fazit: Wenn es traditionell klingt, dann ist „A Weihnacht wie‘s früher war“ ein schönes Weihnachtsalbum geworden. Wenn es nach volkstümlichem Schlager klingt, deutlich weniger. Schade auch, dass viele Lieder bereits veröffentlicht wurden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Traditionelles Weihnachtsliedermedley, Aber heidschi bumbeidschi



Samstag, 11. Dezember 2021

Neil Young – Barn




Neil Young – Barn


Besetzung:

Neil Young – guitar, harmonica, piano, vocals


Gastmusiker:

Nils Lofgren – accordion, piano, guitar, vocals
Billy Talbot – bass, vocals
Ralph Molina – drums, vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Folk, Rock


Trackliste:

1. Song Of The Seasons (6:04)
2. Heading West (3:22)
3. Change Ain’t Never Gonna (2:53)
4. Canerican (3:12)
5. Shape Of You (2:55)
6. They Might Be Lost (4:32)
7. Human Race (4:14)
8. Tumblin‘ Thru the Years (3:19)
9. Welcome Back (8:28)
10. Don‘t Forget Love (3:48)

Gesamtspieldauer: 42:50



Mit „Barn“ betitelte Neil Young sein bereits 41. Studioalbum und es ist seine 14. Platte, die er zusammen mit der Band Crazy Horse einspielte. Das Album wurde am 10. Dezember 2021 auf dem Plattenlabel Reprise Records veröffentlicht. Auf was man sich mit dem Album freuen kann, das konnte man bereits im Oktober und Anfang Dezember mit den Liedern „Song Of The Seasons“ und „Welcome Back“ hören, denn diese beiden Stücke waren bereits vorher veröffentlicht worden.

Jetzt höre ich bereits so lange Musik. Immer wieder freut man sich, wenn Musik von Bands, Musikerinnen oder Musikern veröffentlicht wird, die einen bereits eine lange Zeit durch das Leben begleiten. Neil Young gehört als Musiker in meinem Falle definitiv dazu. Und wie es so ist, nicht immer klingt das, was man dann zu hören bekommt, letztendlich auch wirklich überzeugend. Manches Mal hört man einem Musiker beim „Sich-Weiterentwickeln“ zu und merkt, dass diese Entwicklung – zumindest für einen selber – in eine Richtung geht, bei der man nicht mehr mitgenommen wird und nicht mehr mitgehen kann. Sprich, die Musik packt einen nicht mehr. Immer Schade.

Doch glücklicherweise fällt Neil Young mit „Barn“ im Jahr 2021 nicht in diese Kategorie. Und da wird es sicherlich nicht nur mir so gehen, sondern auch anderen, die auch die früheren Alben des gebürtigen Kanadiers kennen und sehr mögen. Auf „Barn“ klingt Neil Young nach Neil Young. Es ist diese Mischung aus Folk, leichten Blueseinflüssen und Rock, die schon immer seine Musik prägte. Und genau das bekommt man auch auf „Barn“ zu hören.

Viel Gitarre, ab und an die Mundharmonika und dazu eine zerbrechlich und unverwechselbar klingende Stimme, das sind die Zutaten, die es auch auf diesem neuen Neil Young Album zu hören gibt. Beim ersten Mal des Hörens gefiel mir das Album gut, bereits nach dem vierten Durchlauf fand ich es klasse. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich manche Melodien erst entwickeln und dann, ganz schnell zu Vertrauten werden. So erging es zumindest mir, als ich mir diese Platte nun mehrmals intensiv angehört habe.

Meine Favoriten des Albums sind selbstverständlich reine Geschmackssache. Gleich mit dem Einstieg in das Album, dem Lied „Song Of The Seasons“ fühle ich mich um Jahrzehnte, zu den ersten Veröffentlichungen des Neil Young zurückversetzt. Ebenso ergeht es mir beim Hören von „They Might Be Lost“. Das nachfolgende „Human Race“ ist dagegen eine eingängige Rocknummer, allerdings ebenso mit einer Melodie ausgestattet, die schnell ins Ohr geht. Und dann mochte ich auf früheren Veröffentlichungen auch immer die längeren Stücke von Neil Young. „Cowgirl In The Sand“ aus dem Jahr 1970, „“Cortez The Killer“ von 1975, aber auch spätere Longtracks wie „Change Your Mind“ aus dem Jahr 1994 wären hier Beispiele. Und mit dem Lied „Welcome Back“ gibt es auch auf „Barn“ wieder ein über acht-minütiges Lied zu hören. „Welcome Back“ ist eine wunderschöne, atmosphärisch dichte Nummer, in die man immer weiter eintauchen kann. Völlig unaufgeregt und mit ganz viel Zeit ausgestattet bekommt dieses Lied die Möglichkeit zu wirken. Tolle Musik. Und da auch die nun nicht extra erwähnten Lieder zu überzeugen wissen, ist „Barn“ ein weiteres hörenswertes Neil Young Album geworden.

Fazit: Mit „Barn“ ist Neil Young ein sehr schönes Album gelungen. Die Zutaten früherer, überzeugender Veröffentlichungen sind auch auf dieser Platte vorhanden, sodass auch Fans der ersten Alben des Musikers hier auf ihre Kosten kommen dürften. Mich überzeugt „Barn“ auf jeden Fall, mir gefällt die Musik gut, die mich oftmals an frühere Zeiten erinnert, ohne dabei lediglich eine Kopie darzustellen. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Song Of The Seasons, Human Race, Welcome Back



Montag, 29. November 2021

Adele – 30

 



Adele – 30


Besetzung:

Adele – vocals (all tracks), background vocals (3), tambourine (5), clapping (6, 12)


Gastmusiker:

Ludwig Göransson – bass, keyboards, melodica, piano, synthesizer (1)
David Campbell – strings (1, 3, 7, 10, 12)
Serena Göransson – strings (1)
Greg Kurstin – bass, piano (2–5, 7); drum machine (2), melodica (3, 4, 7), steel guitar (3), clapping (4, 5), guitar (4), organ (4, 5, 7), drums, keyboards, percussion (5, 7); synthesizer (7)
Angelo – background vocals (3)
Chris Dave – drums (3–5, 9), percussion (3, 9, 12), bongos, vibraslap (4)
Max Martin – background vocals, keyboards, piano, programming, whistles (6)
Shellback – bass, clapping, drums, guitar, keyboards, percussion, programming (6)
Joey Pecoraro – drums, piano, trumpet, violin (8)
Erroll Garner – piano (8)
Inflo – bass, guitar (9, 10, 12); drums, organ, percussion, piano (10, 12); clapping (12)
Tobias Jesso Jr. – piano (11)




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop


Trackliste:

1. Strangers By Nature (3:02)
2. Easy On Me (3:44)
3. My Little Love (6:29)
4. Cry Your Heart Out (4:15)
5. Oh My God (3:45)
6. Can I Get It (3:30)
7. I Drink Wine (6:16)
8. All Night Parking (2:41)
9. Woman Like Me (5:00)
10. Hold On (6:06)
11. To Be Loved (6:43)
12. Love Is A Game (6:43)

Gesamtspieldauer: 58:18



Im Alter von dreißig Jahren hat Adele mit dem Schreiben zu ihrem neuen Album begonnen. Inzwischen ist sie 33 Jahre alt und in schöner Tradition wurde demnach auch ihr viertes Album nach jenem Alter benannt, in dem sie mit der Arbeit zur neuen Veröffentlichung begann, also mit „30“.

Adele Adkins hat eine klasse Stimme, das ist sicherlich nichts Neues, doch auf „30“ setzt sie diese fast noch facettenreicher ein, als auf den vorherigen Veröffentlichungen. Man hört sie beim Sprechgesang, einfühlsam singend, flehend, groovend und einnehmend. Die Musik selbst erstreckt sich dabei von Pop über relativ synthetische Klänge zum Musicalsound bis hin zu Liedern, die an Filmmusik erinnern. Das zusammenhaltende Element ist dabei immer die Stimme der Engländerin.

Doch hier setzt nun auch meine Kritik an. Wahrlich ist es schön, wenn man ein Album hört, welches abwechslungsreich und nicht langweilig klingt. Beides kann man Adele auf „30“ attestieren, doch gelungen klingt solch eine Zusammenstellung eben auch nicht immer. Dieses Wechseln zwischen den musikalischen Stilen kann sich eben auch anstrengend anhören, einen beim Hören immer wieder aus Stimmungen herausreißen. Und die Kombination von warmherzigen Balladen in Verbindung zu synthetischen Klängen, wie zum Beispiel beim Lied „Cry Your Heart Out“, klingt eben nicht zwangsläufig überzeugend – außer ich möchte wirklich ein Album herausbringen, auf dem sich jede und jeder irgendwie wiederfindet. Das zumindest ist Adele jedoch gelungen. Irgendetwas ist auf „30“ für jeden dabei.

„30“ hält natürlich auch für mich seine schönen Seiten parat und diese finde ich vermehrt gegen Ende des Albums. Dort befinden sich mehrere sanfte Balladen, in denen die Stimme der Adele noch intensiver zu klingen scheint und die mir persönlich wesentlich besser zusagen. Wenig Instrumentierung, nur der Gesang der Adele und sanfte Melodien, die ins Ohr gehen. Dies gilt auch für das wunderschöne „Easy On Me“, welches an frühere musikalische Höhepunkte von Adele erinnert. Nur leider ist dies auf „30“ eher die Ausnahme, denn die Regel. Schade.

Fazit: Auch „30“ wird sich sicherlich wieder millionenfach verkaufen. Ganz verstehen kann ich diesen „Hype“ allerdings nicht. Zwar gibt es diese musikalischen Höhepunkte auf dem Album, doch insgesamt ist die Musik einfach zu breit gefächert und nicht alles sagt einem da zwangsläufig zu. Zwölf Titel, die sich mit dem Thema der Liebe beschäftigen und leider nicht durchgängig ins Ohr gehen und mich packen. Geschmackssache sicherlich. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Easy On Me, Can I Get It