Posts mit dem Label Fairport Convention werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fairport Convention werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Fairport Convention – Liege & Lief




Fairport Convention – Liege & Lief


Besetzung:

Sandy Denny – vocals
Dave Swarbrick – fiddle, viola
Richard Thompson – electric & acoustic guitars, backing vocals
Simon Nicol – electric, 6-string & 12-string acoustic guitars, backing vocals
Ashley Hutchings – bass guitar, backing vocals
Dave Mattacks – drums, percussion


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Come All Ye (5:03)
2. Reynardine (4:34)
3. Matty Groves (8:09)
4. Farewell, Farewell (2:39)
5. The Deserter (4:24)
6. Medley (4:08)
The Lark In The Morning
Rakish Paddy
Foxhunters' Jig
Toss The Feathers
7. Tam Lin (7:14)
8. Crazy Man Michael (4:46)


Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung:

9. Sir Patrick Spens (4:03)
10. Quiet Joys Of Brotherhood (10:16)

Gesamtspieldauer: 55:21



„Liege & Lief“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Folk Rock Band Fairport Convention. Es ist bereits das dritte Album, welches die Band im Jahr 1969 veröffentlichte und erschien im Dezember dieses Jahres auf dem Plattenlabel Island Records. Nach dem Einspielen und noch vor seiner Veröffentlichung der Platte verließ die Sängerin Sandy Denny bereits wieder die Band, zu der sie Mitte der 70er Jahre, kurz vor ihrem Tod, nochmals zurückkehren sollte.

Alle Titel auf „Liege & Lief“ basieren auf traditionellen englischen und keltischen Musikstücken, die hier allerdings in veränderten Versionen zu hören sind. Sehr stark an diesen Transformationen beteiligt war Sängerin Sandy Denny, die zwar die Band nach der Fertigstellung verließ, damit jedoch den bis heute vorherrschenden Sound der Band maßgeblich mitgestaltete. Das Album kletterte bis auf Platz 17 der UK Album Charts und hielt sich fünfzehn Wochen in diesen. Die Platte wird häufig als die erste reine britische Folk Platte beschrieben und ebnete den Weg für zahlreiche andere Veröffentlichungen dieses Genres. In einer Zuschauerabstimmung der BBC Radio 2 Folk Awards im Jahr 2006 wurde „Liege & Lief“ zum „einflussreichsten Folk Album aller Zeiten“ gewählt.

Schöne und eingängige Folk Musik hört man auf „Liege & Lief“, die sich häufig deutlich von der Musik desselben Genres westlich des Atlantiks unterscheidet. Dies gilt zwar nicht für das Medley in der Mitte der Platte, bestehend aus vier Stücken. Bei diesem Titel steht die Violine im Vordergrund und es ist auch kein Gesang zu hören. Das Lied könnte so ohne Weiteres auch von einer US-amerikanischen Band eingespielt worden sein, es klingt sehr nach den USA und ist keinesfalls typisch für „Liege & Lief“. Ansonsten stehen die bereits erwähnten harmonischen und eingängigen Folk-Titel im Vordergrund, die von Sandy Denny mit ihrer hellen und schönen Stimme dominiert werden. Sehr viele Stücke gehen schnell ins Ohr, melodiös klingt auf „Liege & Lief“ so gut wie alles.

Fazit: Schönen und eingängigen englischen Folk bekommt man auf „Liege & Lief“ zu hören. Die Lieder klingen sanft und entspannt, nie hektisch oder aufgeregt. Nicht „aufgeregt“ bedeutet allerdings auch, nicht besonders aufregend. Gut anzuhören ist das alles, richtiggehend begeistern kann diese Musik allerdings heutzutage nicht mehr. Trotzdem, „Liege & Lief“ ist eine Platte, die gegen die Hektik des Alltags ankämpft. Musik zum Durchschnaufen und zum entspannten Zuhören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Matty Groves, Crazy Man Michael



Sonntag, 8. Oktober 2017

Fairport Convention – Unhalfbricking




Fairport Convention – Unhalfbricking


Besetzung:

Sandy Denny – vocals, harpsichord
Richard Thompson – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, piano accordion, organ, backing vocals
Ashley Hutchings – bass, backing vocals
Simon Nicol – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, backing vocals
Martin Lamble – drums, stacked chair backs on "Si Tu Dois Partir"


Gastmusiker:

Iain Matthews – backing vocals on "Percy's Song"
Dave Swarbrick – fiddle on "Si Tu Dois Partir", "A Sailor's Life", and "Cajun Woman" and Mandolin on "Million Dollar Bash"
Trevor Lucas – triangle on "Si Tu Dois Partir"
Marc Ellington – vocals on "Million Dollar Bash"
Dave Mattacks – drums on "Ballad Of Easy Rider"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Genesis Hall (3:38)
2. Si Su Dois Partir (2:21)
3. Autopsy (4:23)
4. A Sailor's Life (11:11)
5. Cajun Woman (2:45)
6. Who Knows Where The Time Goes? (5:08)
7. Percy's Song (6:49)
8. Million Dollar Bash (2:57)


Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung:

9. Dear Landlord (4:08)
10. Ballad Of Easy Rider (4:55)

Gesamtspieldauer: 48:19



„Unhalfbricking“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Folk Band Fairport Convention. Es ist die zweite Platte, die von Fairport Convention im Jahr 1969 veröffentlicht wurde, sollte allerdings noch nicht die letzte Veröffentlichung für dieses Jahr darstellen. Das Album erschien am 3. Juli 1969 auf dem Plattenlabel Island Records und stellte eine weitere Abkehr der Band vom amerikanischen Folk, hin zu traditionellen englischen Folk-Liedern dar – auch wenn es ab und an sogar noch leichte Country-Anleihen auf „Unhalfbricking“ zu hören gibt.

Neben traditionellen Arrangements hört man auf „Unhalfbricking“ mehrere Cover-Versionen von bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichten Bob Dylan Stücken. Dazu gesellen sich mit „Autopsy“ sowie „Who Knows Where The Time Goes?“ zwei Nummern, die von Sängerin Sandy Denny geschrieben wurden. Letztgenannter Titel sollte zuerst mit den Strawbs veröffentlicht werden, erschien jedoch in der Version dieser Band erst im Jahr 1973. Auf „Unhalfbricking“ hört man die erste veröffentlichte Version von „Who Knows Where The Time Goes?“ in einer sehr verträumten, leicht rockigen Ausstattung. Das Lied wurde noch von zahlreichen anderen Künstlern und Bands in den folgenden Jahren gecovert.

Auf „Unhalfbricking“ klingt es insgesamt sehr folkig. Die Musik hört sich zumeist zart, fast schon zerbrechlich an, was nicht zuletzt am ausdrucksstarken Gesang der Sandy Denny liegt. Nicht immer will dabei alles sofort ins Ohr gehen, wächst jedoch mit den Durchgängen. Am Überzeugendsten für meine Ohren klingt die lange, traditionelle Nummer „A Sailor's Life“. Hier hören sich Fairport Convention fast schon ein wenig psychedelisch bis experimentell an. Die Überarbeitung des traditionellen Materials kitzelte hier ganz neue Facetten eines alten Liedes hervor, welches dadurch sehr viel an Spannung gewinnt. Ansonsten klingt „Unhalfbricking“ deutlich nach den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dabei noch nicht einmal überholt, jedoch eben eindeutig in dieser Zeit verwurzelt.

Auf dem Cover des Albums ist übrigens weder der Bandname noch der Titel des Albums zu lesen. Stattdessen sieht man Sandy Dennys Eltern, Neil und Edna Denny, vor ihrem Anwesen in der Arthur Road, Wimbledon, Süd-London. Durch den Zaum erkennt man die Band im Garten und im Hintergrund die St. Mary Kirche von Wimbledon.

Fazit: Ein ganz „nettes“ Album ist „Unhalfbricking“ der britischen Band Fairport Convention geworden. Nichts Spektakuläres oder Außergewöhnliches. Dafür bekommt man auf dieser Scheibe britischen Folk geboten, in dessen Zentrum die schöne Stimme der Sandy Denny steht. Die Musik ist nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig, wächst allerdings mit den weiteren Durchläufen. So hört man auf „Unhalfbricking“ zumeist sehr sanfte Lieder, wobei nur der Titel „A Sailor's Life“ ein wenig aus der Reihe schlägt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Genesis Hall, A Sailor's Life