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Samstag, 20. Januar 2018

Rheingold – Im Lauf Der Zeit




Rheingold – Im Lauf Der Zeit


Besetzung:

Bodo Staiger – alle Instrumente und Gesang
Brigitte Staiger – Gesang


Label: Lucky Bob Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Elektro Pop


Trackliste:

1. Kraut (3:46)
2. Im Lauf der Zeit (3:59)
3. Sehnsucht (4:17)
4. Stromaufwärts (4:19)
5. Theme ‘84 (5:02)
6. Energie (5:03)
7. Ins Leben zurück (3:42)
8. Weißes Licht (3:43)
9. Paradieshafen (6:11)
10. Sternstaub (4:22)

Gesamtspieldauer: 44:29



Bodo Staiger hat es noch einmal gemacht und Rheingold erneut aufleben lassen. Nach „Rheingold“ (1980), „R.“ (1982), „Dis-Tanz (1984) und dem Coveralbum „Electric City (Düsseldorfer Schule)“ (2007) erschien im Juni 2017 das vierte bis fünfte – je nach Zählweise – Studioalbum der „Band“ mit dem Namen „Im Lauf der Zeit“. Rheingold besteht inzwischen lediglich noch aus Bodo Staiger. Brigitte Kunz an den Keyboards ist nicht mehr Mitglied der Band, dafür unterstütze Bodo Staiger dessen Frau Brigitte zumindest gesanglich beim Einspielen der Platte.

Zum Hören gibt es auf „Im Lauf der Zeit“ eine ganze Menge Elektro-Pop, mal mit, mal ohne Gesang. Das Album ist absolut „retro“, soll heißen, die Musik klingt noch genauso wie zu Beginn der 80er Jahre. Vielleicht klingt der Sound des Synthesizers etwas voller, doch dieses unsägliche Geklapper des Drum-Computers holt einen schnell in die damalige Zeit zurück. Das klang bezüglich des Rhythmus damals schon billig und klingt heute leider noch genauso. Ins Ohr geht die Musik leider gar nicht mehr, klingt sehr viel eher langweilig und sehr gewöhnungsbedürftig. Die Neue Deutsche Welle zeichnete sich vor allem durch tolle und eingängige Melodien aus, weniger durch musikalische Arrangements. Auf „Im Lauf der Zeit“ fehlen diese eingängigen Melodien jedoch.

Nun, wer jedoch schon immer bedingungslos in die synthetischen Klänge der Neuen Deutschen Welle einsteigen konnte, den wird dies mit „Im Lauf der Zeit“ wohl ebenfalls gelingen. Beim Lied „Energie“ wird sogar der Sound aus dem wohl bekanntesten Stück von Rheingold, „Dreiklangsdimensionen“, aufgegriffen. Mehr Zitat geht kaum. Beim unsäglichen Instrumentalstück „Theme ‘84“ nähert sich die Musik von Rheingold schließlich sogar verdächtig nah dem Deutschen Schlager an. Das klingt nach primitiven Dieter Bohlen Sound, über dem nur noch die Stimme von Andrea Berg fehlt. Grausam. Ansonsten klingt das Ganze ab und an noch ganz nett, aufgrund dieses definitiv vorhandenen Nostalgie-Faktors, viel mehr kommt aber leider nicht.

Fazit: Für Fans der damaligen Zeit ganz bestimmt eine lohnende Anschaffung. Auch Freundinnen und Freunde Deutscher Musik in Form des Schlagers könnten hier Spaß haben. Ich jedoch sitze da, schaue auf meine Platten und CDs und überlege, „Was könnte der Grund dafür sein, diese CD einzulegen?“ Es fällt mir keiner ein. Vier Punkte.

Anspieltipps: Kraut, Im Lauf der Zeit



Sonntag, 8. September 2013

Rheingold – Rheingold




Rheingold – Rheingold


Besetzung:

Bodo Staiger – Gesang, Gitarre
Brigitte Kunz – Keyboards


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Elektronische Musik, Neue Deutsche Welle


Trackliste:

1. Rein (1:09)
2. Fluss (4:50)
3. Graffitis (3:44)
4. Himmelgeist (5:02)
5. Dreiklangsdimensionen (5:54)
6. Pirata (4:21)
7. International (3:53)
8. Rendezvous (4:02)
9. Rheingold Extra (4:21)
10. 'Raus (1:30)


Bonus Tracks:

11. River (Englische Version) (4:53)
12. Triad Dimensions (Englische Version) (6:27)
13. Rheingold (Single) (4:09)
14. Staiger Walzer (Single B-Seite) (3:40)
15. Dreiklangsdimensionen (Single) (3:39)

Gesamtspieldauer: 1:01:33




Mit dem Debut-Album der „Band“ Rheingold aus dem Jahre 1980 bewegt man sich im Umfeld der Neuen Deutschen Welle. Wobei das Wort „Band“ deshalb in Anführungsstrichen gehalten ist, da diese Formation hauptsächlich aus Bodo Staiger bestand, der sich auch für alle Kompositionen auszeichnete. Brigitte Kunz unterstützte ihn auf der Veröffentlichung an den Keyboards und Lothar Manteuffel zeigte sich für den überwiegenden Anteil der Texte verantwortlich, ohne jedoch selbst auf dem Album zu hören zu sein.

Was Rheingold ein wenig von anderen Neue Deutsche Welle Bands unterscheidet ist die Tatsache, dass hier durchaus auch mal Instrumentalnummern zu hören sind, wie dies bei „Rein“, „Himmelgeist“, „Pirata“, „Rheingold Extra“ und „‘Raus“ der Fall ist. Dabei handelt es sich zum Teil um recht eingängige Stücke, im Falle von „Pirata“ und „‘Raus“ klingt das Ganze dann jedoch schon sehr synthetisch und kann kaum noch überzeugen. Womit man bei dieser Art der Musik natürlich immer leben muss, ist die Tatsache des Fehlens eines Schlagzeugs. Und dieses synthetische „Geklacke“ der Rhythmusmaschine hat hier, auf dieser Veröffentlichung, immer eine sehr exponierte Stellung. Das kann auf Dauer überaus nervenaufreibend klingen, ist allerdings dem damaligen Zeitgeist in der Musik geschuldet und wirkt heute mitunter äußerst seltsam.

Höhepunkt des Albums ist sicherlich auch der Hit der Scheibe: „Dreiklangsdimensionen“. Das Lied besitzt einen tollen Groove, steigert sich und auch die Melodie ist eine derjenigen, die sich festsetzt und diesen uneingeschränkten Wiedererkennungswert besitzt. Sicherlich einer der Höhepunkte der Neuen Deutschen Welle Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Der Rest der Platte erreicht nicht mehr die Qualität dieses Aushängeschilds von Rheingold. „Fluss“ ist noch eine ganz nette und treibende Nummer, die melodisch auch in die Kategorie „Gelungen“ eingeordnet werden kann. Ein Siegel, welches man für „Graffitis“ kaum noch zu vergeben ist, da es sich, sowohl textlich als auch musikalisch, eher nach einem Kinderlied anhört. Die beiden weiteren mit Text versehenen Titel „International“ und „Rendezvous“ bewegen sich dabei eher im Graubereich der Musik, wobei zweitgenanntes Lied zumindest eine gewisse Eingängigkeit nicht abgesprochen werden kann. Zudem unterscheidet sich dieses Lied durch Mehrsprachigkeit und einen zweistimmigen Gesang - wer die Dame am Mikrophon ist, geht aus den Credits allerdings nicht hervor. Diese Abwechslung lässt das Lied positiv aus den restlichen Synthieklängen hervorstechen.

Auf der remasterten Fassung des Albums gibt es noch fünf Zugaben, wobei es sich um zwei Single-Versionen und zwei englischsprachige Alternativen bereits auf dem Album enthaltener Titel handelt. Komplettiert werden diese Bonus Lieder noch von „Staiger Walzer“, einer schönen eingängigen Nummer, die wohl auch dadurch wächst, dass hier keine Rhythmusmaschine zu hören ist.

Fazit: Der Höhepunkt des Albums ist ganz klar das Lied „Dreiklangsdimensionen“, ein Titel der wirklich gelungen ist. Der ganze Rest der Platte bewegt sich irgendwo zwischen den Bewertungen „ganz nett“ und „das hätte jetzt wirklich nicht mehr sein müssen“. Das liegt zum Teil an der Instrumentierung, die dann doch allzu künstlich klingt oder aber am Fehlen zündender Ideen, die den einen oder anderen Titel äußerst langweilig erscheinen lässt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Himmelgeist, Dreiklangsdimensionen, Rendezvous, Staiger Walzer