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Sonntag, 26. Januar 2025

Alessandro Cortini – Forse Vivo

 



Alessandro Cortini – Forse Vivo


Besetzung:

Alessandro Cortini – buchla music easel




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Forse Vivo (43:03)

Gesamtspieldauer: 43:03



„Forse Vivo“ reiht sich nahtlos an die ersten drei „Forse“-Veröffentlichungen des Alessandro Cortini an und ist lediglich im Rahmen des im Jahr 2021 erschienen Boxsets „Forse“ als vierte CD zu erhalten. Wie der Name des Albums bereits andeutet, wurde dieses Stück live eingespielt. An manchen Stellen sind hier auch Hintergrundgeräusche zu hören und schließlich endet das Stück im Applaus.

Doch das ist zunächst der einzige große Unterschied zu den Veröffentlichungen „Forse 1-3“, denn auch auf dieser Scheibe hört man Ambient Musik, die erneut mittels des Buchla Music Easel Synthesizers erschaffen wurde. Melodien erklingen lediglich ansatzweise, es geht deutlich mehr um die Atmosphäre. Sanfte Melodiebögen aus nur wenigen Akkorden werden sehr redundant wiedergegeben, sodass sich eine Art Trance-Gefühl einstellt. Musik zum Träumen und Abschalten – zumindest zunächst.

Im weiteren Verlauf wird es dann nämlich auch mal etwas schriller, bis sich die Musik zum Teil sogar eher hin zu Geräuschen entwickelt. An diesen Stellen steht dann eher die Rhythmik im Vordergrund, wenn man bei Morsezeichen-ähnlichen Tönen noch von Rhythmus sprechen kann. Schließlich wird es laut und schrill, klingt fast gar übersteuert und eher atonal. Man wird aus der ersten Wohlfühlphase in die Kälte entlassen, bis sich alles wieder, stark gedämpft, beruhigt.

Fazit: Wer die ersten drei Veröffentlichungen mag und schätzt, der wird sicherlich auch von „Forse Vivo“ nicht enttäuscht werden. Allerdings werden dieses Mal die Grenzen des Synthesizers noch weiter ausgereizt. Entspannung entsteht lediglich in der ersten Hälfte des Albums, die zweite Hälfte klingt deutlich fordernder. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Natürlich alles.



(Es ist leider kein Hörbeispiel auf YouTube zu finden.)


Montag, 16. Oktober 2023

Alessandro Cortini – Forse 3

 



Alessandro Cortini – Forse 3


Besetzung:

Alessandro Cortini – buchla music easel




Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Conta (6:07)
2. Rimasta (6:57)
3. Scappa (9:57)
4. Scotta (7:15)
5. Senza + Aria (12:49)
6. Retta (6:54)
7. Macchia (9:25)
8. Ritorna (4:39)
9. Bestia + (Coda) (4:56)

Gesamtspieldauer: 1:09:04



„Forse 3“ ist die letzte Veröffentlichung der Forse-Trilogie des italienischen Musikers Alessandro Cortini. „Forse 3“ erschien zwei Jahre später als die beiden Vorgänger, obwohl alle Stücke zeitlich sehr nah aufeinander aufgenommen worden waren. Wie bei „Forse 1“ und „Forse 2“ wurde die Musik auf dem Buchla Music Easel komponiert und eingespielt, von dem nur 13 Exemplare bekannt sind.

Dazu sagt Alessandro Cortini: „Alle Stücke wurden innerhalb eines Monats auf einem Buchla Music Easel geschrieben und live aufgeführt. Ich fand, dass die begrenzte Auswahl an Modulen, die das Instrument bietet, meine Kreativität anregte. Die meisten Stücke bestehen aus einer sich wiederholenden Akkordfolge, wobei die wirkliche Veränderung auf einer spektralen/dynamischen Ebene stattfindet, im Gegensatz zur harmonischen/akkordischen Ebene. Ich glaube, dass erstere genauso effektiv sind wie letztere, in dem Sinne, dass die klangliche Präsentation (Verzerrung, Filterung, Wellenformung usw.) genauso ausdrucksstark ist wie ein Akkordwechsel oder ein Akkordtyp und oft die besagten Akkordfolgen verstärkt. Von all den Jahren mit Nine Inch Nails ist die Zeit, in der ich das Instrumentalalbum Ghosts I-IV geschrieben und aufgenommen habe, wahrscheinlich diejenige, die meine Herangehensweise an das Musikmachen am meisten verändert hat. Nach dieser Platte begann ich, mich mehr mit der Instrumentalkomposition zu beschäftigen, obwohl ich versuchte, sie auf eine andere Art und Weise anzugehen. Während wir damals eine Vielzahl von Werkzeugen und Instrumenten zur Verfügung hatten, beschloss ich, mich bei meinen Stücken auf ein einziges Instrument zu beschränken, da ich in einem begrenzten kreativen Umfeld entschlussfreudiger war.

Soweit so gut. Auf „Forse 3“ hört man elektronische Musik, die mal sphärisch mal mehr pulsierend aus den Boxen wabert. Laut gehört klingt und wirkt das mitunter fast schon hypnotisierend. Melodien gibt es dabei kaum zu entdecken und die einzelnen Titel entwickeln sich auch nicht. Ein einmal angestimmter Akkord wird konsequent weitergespielt, ohne ihn während des Liedes großartig zu variieren. Das kann mitunter diese bereits erwähnte hypnotisierende Wirkung erzeugen, wenn allerdings die Nebengeräusche zum Beispiel aus einem permanenten Rauschen bestehen, wie beim zweiten Titel „Rimasta“, zerrt die Musik eher an den Nerven.

Fazit: Für Freundinnen und Freunde der elektronischen Musik bestens geeignet, wenn man keinen großen Wert auf Melodien oder Harmonien legt. Die Musik erklingt mal sanft, mal enervierend. Absolut nicht massenkompatibel jedoch bei einzelnen Stückern durchaus besonders. Acht Punkte.

Anspieltipps: Conta



Donnerstag, 24. August 2023

Alessandro Cortini – Forse 2

 



Alessandro Cortini – Forse 2


Besetzung:

Alessandro Cortini – buchla music easel




Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Canta (7:12)
2. Cerca (5:38)
3. Conta (9:08)
4. Grigia (7:28)
5. Lenta (5:48)
6. Luna (5:39)
7. Marcia (6:36)
8. Menta (8:09)
9. Salta (8:18)
10. Strada (3:14)

Gesamtspieldauer: 1:07:11



Lediglich vier Monate nach „Forse 1“ veröffentlichte der italienische Keyboarder Alessandro Cortini mit „Forse 2“ im Jahr 2013 auch den zweiten Teil seiner als Trilogie angelegten „Forse-Reihe.

Auch auf „Forse 2“ bekommt man Synthesizer-Musik serviert, die ebenfalls wieder auf dem „Buchla Music Easel“  eingespielt wurde. Klang die Musik auf „Forse 1“ noch leicht melancholisch bis sentimental, so erklingen die Klanglandschaften auf „Fose 2“ sehr viel rauer und schroffer. Zum Teil klingt das Gehörte sogar schrill bis enervierend, wenn dazu auch noch ein ein dumpfer Rhythmus wie beim Titel „Conta 1“ zu hören ist.

Ganz anders verhält es sich anschließend jedoch wieder beim folgenden Titel „Grigia“. Hier fühlt man sich nun fast an den Soundtrack zu „Interstellar“ von Hans Zimmer erinnert, der ein Jahr später veröffentlicht wurde. Jetzt klingt die Musik deutlich spannender und auch einnehmender. Allerdings ist das bereits beim nächsten Lied „Lenta“ sofort wieder vergessen. Harte, unnachgiebige und aggressive Töne bearbeiten das Ohr, wodurch das Ausklingen des Titels nach knappen sechs Minuten durchaus etwas von einer Erlösung hat.

So changiert die Atmosphäre auf „Forse 2“ insgesamt zwischen Sphäre und Aggressivität hin und her, durchsetzt von einer unablässigen Monotonie, die durchaus auch wieder hypnotisierende Passagen aufweist. Über allem schwebt dabei eine Kälte, wodurch das Herz der Zuhörerin beziehungsweise des Zuhörers durch eben diese Musik kaum erwärmt werden kann.

Fazit: Auf “Forse 2“ muss man sich einlassen können. Kalte, redundante Synthesizer-Klänge, die weder Höhen  noch Tiefen aufweisen und einfach vorbeiziehen. Manches Mal wirkt das aggressiv, dann wieder einfach nur leicht sphärisch. Und was bleibt? Nicht viel, denn manches Mal ist die kurze Pause nach  einem Titel der erholsamste Moment. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Grigia



Sonntag, 19. Februar 2023

Alessandro Cortini – Forse 1

 



Alessandro Cortini – Forse 1


Besetzung:

Alessandro Cortini – buchla music easel




Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Basta (8:26)
2. Carta (5:56)
3. Stella (6:56)
4. Nebbia (6:54)
5. Festa (3:54)
6. Resta (4:54)
7. Gloria (4:51)
8. Manca (6:41)
9. Gira (5:10)
10. Sera (8:08)

Gesamtspieldauer: 1:01:53



Alessandro Cortini kennt man wohl am ehesten von den Nine Inch Nails, für die er von 2005 bis 2008 und seit 2013 wieder vor allem live am Bass, den Keyboards und dem Synthesizer zu hören ist. Ab dem Jahr 2013 veröffentlichte er auch immer wieder Soloalben mit elektronischer Musik.

Den Auftakt machte hier das erste Doppelalbum einer Trilogie, die allesamt auf dem im Jahr 1972 von Don Buchla entwickelten Synthesizer „Buchla Music Easel“ eingespielt worden sind. Anscheinend gibt es lediglich noch dreizehn dieser Synthesizer in ihrer ursprünglichen Form, im Jahr 2021 wurde dann schließlich eine erneuerte Version dieses Synthesizers vorgestellt. „Forse 1“ heißt der erste Teil der bereits erwähnten Trilogie, wobei das italienische Wort „forse“ im Deutschen „vielleicht“ bedeutet.

Auf „Forse 1“ hört man sehr sphärische Musik, bei der in zehn Liedern hauptsächlich eine Akkordfolge immer und immer wiederholt wird. Das Ganze entwickelt einen leicht hypnotisierenden Charakter, da sich außer Sphäre und Atmosphäre kein weiterer Eindruck herausbilden kann. Das klingt durchaus intensiv und packend, wenn man denn in der richtigen Stimmung ist. In dieser sollte man sich auch unbedingt befinden, denn auch wenn sich die einzelnen Lieder kaum bis nicht entwickeln, eignet sich „Forse 1“ keineswegs als Hintergrundmusik.

Insgesamt klingen die Stücke in ihrer Redundanz sogar leicht melancholisch bis sentimental. Die Stimmung ist allgemein eher eine unaufgeregte, entspannte. Manch einzelner Ton und Klang entwickelt sich dabei sogar fast schon enervierend. Umso befreiender ist es dann, wenn dieser sich schließlich doch sanft und harmonisch auflöst. Gerade in diesen Momenten hat Alessandro Cortini mit seinem Buchla Music Easel Besonderes erschaffen.

Fazit: Musik für die ganz persönlichen, ruhigen Momente im Leben hört man auf „Forse 1“. Alessandro Cortini entwickelt mit dem Buchla Music Easel Klangwelten, auf die man sich ganz einlassen muss, damit sie wirken können. Manch eine oder einer wird diese Musik trotzdem auch sehr langweilig finden. Widersprechen könnte man da auch nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Gloria