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Dienstag, 29. September 2020

Marilyn Manson – We Are Chaos




Marilyn Manson – We Are Chaos


Besetzung:

Marilyn Manson – vocals, instrumentation
Shooter Jennings – instrumentation
Juan Alderete – bass
Jamie Douglass – drums
Ted Russell Kamp – bass
Brandon Pertzborn – drums
Aubrey Richmond – fiddle
John Schreffler – guitars, pedal steel guitar
Paul Wiley – guitars


Label: Loma Vista Recordings


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Red Black And Blue (5:03)
2. We Are Chaos (4:00)
3. Don't Chase The Dead (4:17)
4. Paint You With My Love (4:29)
5. Half-Way & One Step Forward (3:16)
6. Infinite Darkness (4:15)
7. Perfume(3:33)
8. Keep My Head Together (3:49)
9. Solve Coagula (4:22)
10. Broken Needle (5:24)

Gesamtspieldauer: 42:31



„We Are Chaos“ heißt das elfte Studioalbum der US-amerikanischen Band Marilyn Manson, die inzwischen bereits seit fast unglaublichen 31 Jahren besteht. Im Jahr 1989 in Fort Lauderdale, Florida gegründet, wurde das erste Album im Jahr 1994 veröffentlicht. Es hieß „Portrait Of An American Family“ und war angefüllt mit aggressivem und lautem Industrial Metal, der zumeist kompromisslos aus den Boxen hämmerte.

Nun, Zeiten ändern sich, die Musik von Bands häufig ebenso. Wurde damals von den Musikern deutlich weniger Wert auf eine eingängige Melodie gelegt, der Härte vieles untergeordnet, so klingt es auf „We Are Chaos“ anders. Selbst die härteren Titel, die allerdings längst nicht mehr diese Aggressivität vergangener Tage erreichen, gehen ins Ohr. Und solch einen Titel wie „Paint You With My Love“ hätte man sich unmöglich auf einem Marilyn Manson Album der 90er oder 00er Jahre vorstellen können. Das Lied wäre unter damaligen Aspekten einfach nur mit „Kitsch“ abgetan worden, eine „Liebesschnulze“ eben.

Nein, Industrial Metal ist das nicht mehr, was Marilyn Manson ihren Hörerinnen und Hörern darbieten. Auf „We Are Chaos“ hört man eingängigen Alternative Rock, der wirklich gut klingt. Beginnt das Album mit „Red, Black And Blue“ noch so, wie man die Band von früher her kannte, also ein wenig gespenstisch zu Beginn des Liedes und schließlich deutlich härter und sogar ein wenig eskalierend, so hat sich das spätestens mit dem zweiten Lied, dem Namensgeber des Albums relativiert. Das Stück „We Are Chaos“ ist solch eine eingängige Alternative Rock Nummer, die sofort ins Ohr geht. Und so reihen sich Titel an Titel, meist etwas rockiger, ab und an auch etwas sanfter, aber jederzeit und immer eingängig. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, denn „Infinite Darkness“ knallt auch ganz gut und erinnert doch wieder an frühere Zeiten.

Am überzeugendsten klingen für mich gleich dieser harte Opener „Red, Black And Blue“, das für die früheren Marilyn Manson so ungewöhnliche, Piano-lastige und zum Mitwippen animierende „Half-Way & One Step Forward“ sowie das sich immer wieder so wunderschön steigernde „Solve Coagula“, welches durch ziemlich relaxte Abschnitte unterbrochen wird. Schließlich sollte ich an dieser Stelle auch noch den Abschluss des Albums erwähnen, das wunderschöne Lied „Broken Needle“, bei dem zunächst die akustische Gitarre dominiert und welches sich schließlich immer wieder in fast schon mit „hymnisch“ zu umschreibende Phasen entwickelt.

Fazit: Nun, ich mochte die frühen Marilyn Manson auch. Dieses Knallharte und Kompromisslose in der Musik der Band. Aber „We Are Chaos“ hat auch was. Mich überzeugt was ich hier höre und ich höre es gern. Das mag Alternative Rock sein, allerdings Alternative Rock der sehr gelungenen und abwechslungsreichen Sorte. Macht einfach Spaß zuzuhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: Half-Way & One Step Forward



Donnerstag, 29. September 2016

Marilyn Manson – The High End Of Low




Marilyn Manson – The High End Of Low


Besetzung:

Marilyn Manson – vocals, percussion, guitars
Twiggy Ramirez – guitars, bass, keyboards


Gastmusiker:

Chris Vrenna – keyboards, programming, programmed drums
Ginger Fish – piano on "Into the Fire"


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Devour (3:45)
2. Pretty As A Swastika (2:45)
3. Leave A Scar (3:54)
4. Four Rusted Horses (5:00)
5. Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon (3:39)
6. Blank And White (4:27)
7. Running To The Edge Of The World (6:25)
8. I Want To Kill You Like They Do In The Movies (9:01)
9. WOW (4:55)
10. Wight Spider (5:32)
11. Unkillable Monster (3:43)
12. We're From America (5:04)
13. I Have To Look Up Just To See Hell (4:11)
14. Into The Fire (5:14)
15. 15 (4:20)
16. Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon (Teddy Bears Remix - Bonus Track) (3:29)

Gesamtspieldauer: 1:15:33




„The High End Of Low“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Rock Band Marilyn Manson. Im Mai des Jahres 2009 wurde die Platte veröffentlicht und sie war die letzte, die auf dem langjährigen Musiklabel der Band, Interscope Records, erschien. Bassist und Gitarrist Twiggy Ramirez ist zum ersten Mal seit „Holy Wood“ wieder mit von der Partie, der sich zusammen mit Chris Vrenna auch für die musikalischen Kompositionen auszeichnet. Lediglich die Nummer „Wight Spider" wurde von Ramirez, Vrenna und Manson geschrieben. Die Texte stammen alle von Sänger Marilyn Manson.

Es kann sich durchaus sehen oder besser noch hören lassen, was Marilyn Manson hier ihren Hörerinnen und Hörern präsentieren. Guten und überzeugenden Alternative Rock bekommt man auf dieser Scheibe geboten, der mal härter, mal sanfter dargeboten wird. Zum überwiegenden Teil sind die Kompositionen sehr melodiös gehalten und gehen dementsprechend auch schnell ins Ohr. Einzige Ausnahme ist das Lied „Wow“, was wohl eher einen Kontrapunkt auf dieser Scheibe setzen soll, das es zum Teil ziemlich atonal und verschroben aus den Boxen wabert.

Das war es allerdings schon, die anderen Nummern können da durchaus allesamt überzeugen. Die Höhepunkte finden sich dabei in drei sehr ruhigen und langsamen Nummern, für die Marilyn Manson früher gar nicht so standen. Für manche mag das „verweichlicht“ klingen, aber die drei Titel „Four Rusted Horses“, „Running To The Edge Of The World“ und „Into The Fire“ klingen so etwas von harmonisch, dass sie einem einfach gefallen müssen. „Into The Fire“ wirkt dabei sogar fast schon ein wenig hymnisch. Allerdings gibt es auf „The High End Of Low“ natürlich auch die schnelleren und härteren Nummern, sodass die Scheibe eine sehr gelungene Mischung sehr verschiedener Lieder aufweist, die in ihrer Gesamtheit zu überzeugen wissen.

Fazit: Eine abwechslungsreiche und gute Platte ist „The High End Of Low“ von Marilyn Manson geworden. Spannenden Alternative Rock gibt es darauf zu hören, der mal weicher und mal härter klingt, auf den man sich allerdings nie ganz einstellen kann. Und so gleicht die Platte irgendwie einem Spaziergang durch eine fremde Stadt, bei dem man nie weiß, was hinter der nächsten Ecke auf einen wartet – man wird dabei jedoch immer wieder positiv überrascht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Four Rusted Horses, Running To The Edge Of The World, Into The Fire



Freitag, 9. September 2016

Marilyn Manson – Eat Me, Drink Me




Marilyn Manson – Eat Me, Drink Me


Besetzung:

Marilyn Manson – vocals, percussion
Tim Sköld – guitars, bass, keyboards


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. If I Was Your Vampire (5:56)
2. Putting Holes In Happiness (4:31)
3. The Red Carpet Grave (4:05)
4. They Said That Hell's Not Hot (4:17)
5. Just A Car Crash Away (4:55)
6. Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand) (5:05)
7. Evidence (5:19)
8. Are You The Rabbit? (4:14)
9. Mutilation Is The Most Sincere Form Of Flattery (3:52)
10. You And Me And The Devil Makes 3 (4:24)
11. Eat Me, Drink Me (5:40)


Bonus Track:

12. Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand) (Inhuman Remix) (4:07)

Gesamtspieldauer: 56:30




„Eat Me, Drink Me“ ist das sechste Studio-Album der US-amerikanischen Rock Band Marilyn Manson. Auf den Markt kam die Platte im Juni 2007 beim Majorlabel Interscope Records. Aufgenommen wurde das Album durch ein Duo, bestehend aus Sänger Marilyn Manson und Bassist und Gitarrist Tim Sköld, die die Platte auch zusammen produzierten. Zu hören gibt es darauf den altbekannten Marilyn Manson Sound, der durchaus eingängigen Rock bis in die härteren Gefilde aufzuweisen hat, garniert mit der so markanten Stimme des Marilyn Manson, der in einem Interview angab, den größten Teil der Lieder liegend, auf dem Studioboden, mit den Händen auf dem Mikrophon eingespielt zu haben. Dadurch sollte wohl ein ganz besonderer Gesangssound kreiert werden, von dem allerdings wohl nur die oder der etwas hört, wenn sie oder er etwas von dieser Geschichte weiß – ich höre davon nichts. Die Scheibe wurde durchaus von Kritikern und Fans gelobt, konnte jedoch nicht mehr an die Verkaufszahlen früherer Werke anknüpfen.

Spaß macht die Musik allerdings schon auf „Eat Me, Drink Me“. Solch Titel wie „They Said That Hell's Not Hot“ oder „Just A Car Crash Away“ gehen superschnell ins Ohr und verbleiben dort auch durchaus länger. Dies gilt auch ganz besonders für das Titellied „Eat Me, Drink Me“, mit dem die Musiker ein weiteres Mal die Verbindung zwischen dieser etwas mystischen Atmosphäre in einem Lied, der Eingängigkeit der Melodie und dem durchaus etwas härteren Rock perfekt umzusetzen verstehen. Das klingt und wirkt.

Schließlich funktioniert dieses Konzept auch bei den anderen Titeln auf der Scheibe. Allzu viele Durchläufe benötigt man zumindest nicht dafür, um mit der Musik von Marilyn Manson auf „Eat Me, Drink Me“ etwas anfangen zu können – immer unter der Voraussetzung, dass man eben auch mit der Stimme des Marilyn Manson zurechtkommt, die wahrlich so nicht dem Durchschnitt entspricht – unabhängig davon, ob liegend, sitzend oder stehend eingespielt. Neben den bereits genannten drei Höhepunkten, gibt es gegen Ende der Platte zwar einige nicht ganz so gelungene Nummern, bei denen man allerdings noch nicht gleich von „Ausfall“ sprechen kann. Dieser findet sich schließlich jedoch in Form eines Bonus Tracks am Ende der Scheibe. Es ist ein Remix des sowieso etwas schwächeren Stücks „Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand)”, welcher nun den Beinamen „Inhuman Remix” trägt. Und diese Mischung aus New Wave – Techno und Rock klingt wahrlich inhuman und hätte sicher nicht mehr sein müssen.

Fazit: Ein für Marilyn Manson typisches Album ist die sechste Scheibe der Band mit dem Titel „Eat Me, Drink Me“ geworden. Zu hören gibt es darauf die unverwechselbare Stimme des Marilyn Manson gepaart mit zumeist ins Ohr gehendem Rock. Diese Kombination schafft eine unverwechselbare Atmosphäre, die ebenfalls nur dieser Band zuzuschreiben ist. Durchaus gelungen. Neun Punkte.

Anspieltipps: They Said That Hell's Not Hot, Just A Car Crash Away, Eat Me, Drink Me



Montag, 29. August 2016

Marilyn Manson – Mechanical Animals




Marilyn Manson – Mechanical Animals


Besetzung:

Marilyn Manson – vocals, vocoder, electric drums and syncussion, synthesizer, guitar, piano
Zim Zum – guitar, synth-guitar
Twiggy Ramirez – bass, guitar, synth-bass, noises
Ginger Fish – drums, electric drums
M.W. Gacy – keyboards, piano, mellotron, shaker, electric percussion, sampler, synth-bass, electric drums


Gastmusiker:

Dave Navarro – guitar on "I Don't Like The Drugs (But The Drugs Like Me)"
Danny Saber – keyboards, clavinet, strings, programming
Rose McGowan – vocals on "Posthuman"
Alexandra Brown – background vocals on "I Don't Like The Drugs (But The Drugs Like Me)"
Lynn Davis – background vocals on "I Don't Like The Drugs (But The Drugs Like Me)"
Dyanna Lauren – "pornography" on "New Model No.15"
John West – background vocals on "I Don't Like The Drugs (But The Drugs Like Me)"


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock


Trackliste:

1. Great Big White World (5:01)
2. The Dope Show (3:46)
3. Mechanical Animals (4:33)
4. Rock Is Dead (3:09)
5. Disassociative (4:50)
6. The Speed Of Pain (5:30)
7. Posthuman (4:17)
8. I Want To Disappear (2:56)
9. I Don't Like The Drugs (But The Drugs Like Me) (5:03)
10. New Model No. 15 (3:40)
11. User Friendly (4:17)
12. Fundamentally Loathsome (4:49)
13. The Last Day On Earth (5:01)
14. Coma White (5:38)

Gesamtspieldauer: 1:02:37




„Mechanical Animals“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rock Band Marilyn Manson. Veröffentlicht wurde es im September des Jahres 1998 auf dem Label Interscope Records. Wie das Vorgänger-Album, „Antichrist Superstar“, sowie die Nachfolge-Platte „Holy Wood (In The Shadow Of The Valley Of Death)“, so ist auch „Mechanical Animals“ ein Konzeptalbum und als solches ebenfalls Teil einer Trilogie mit den anderen beiden, bereits genannten Werken.

Die Musik darauf erreicht zwar nicht ganz die Klasse des Nachfolgers „Holy Wood (In The Shadow Of The Valley Of Death)“, überzeugt jedoch mehr, als die des Vorgängers „Antichrist Superstar“, was ganz eindeutig an der der Melodiösität der einzelnen Nummern liegt. Diese schaffen es durchaus, sich auch längerfristig festzusetzen. Gerade gegen Ende des Albums, häufen sich sogar die Lieder die ganz – oder zumindest teilweise Stellen aufweisen – die perfekt ins Ohr gehen und dort auch verbleiben. Die Texte sind dabei sicherlich nicht ganz jugendfrei, Hauptthema der Scheibe sind Drogen, die oftmals eine ganz zentrale Rolle im Leben einnehmen. Von einer Verherrlichung derselben kann hier jedoch ganz sicher nicht gesprochen werden, eher das Gegenteil ist der Fall. Aber wer weiß schon, was bei manchem, während des Hörens der einzelnen Stücke, im Kopf vorgeht?

Es wird weit weniger geschrien, als noch auf „Antichrist Superstar“ und solch ein eingängiges Lied wie „Coma White“ findet man dort sowieso nicht. Dieses Lied startet sanft und gemäßigt und entwickelt sich dann zum überzeugenden Rocker. Thema sind dabei natürlich wieder die Drogen. Auch die beiden Nummern davor sind ähnlich aufgebaut. Ein zunächst etwas verhaltenes Lied steigert sich langsam. Dabei bestechen auch diese beiden Stücke durch sehr viel Eingängigkeit, wissen genau damit zu überzeugen. Die Platte klingt allgemein sehr viel melodiöser als noch „Antichrist Superstar“. Ob das wohl auf eine Veränderung in der Besetzung der Band zurückzuführen ist? Daisy Berkowitz hatte Marilyn Manson verlassen und war durch Zim Zum, alias Timothy Michael Linton ersetzt worden, der sich auch in den Entstehungsprozess der Titel mit einbrachte.

Fazit: „Mechanical Animals“ ist eine gute Rock Platte geworden. Die Musik wird nicht bis zum Exzess gesteigert, wirkt bestimmt nicht zu hart und ist doch „harter“ Rock. Die Lieder wurden alle mit Melodien ausgestattet, die ins Ohr gehen und dort zu verbleiben verstehen. Und selbstverständlich wächst auch dieses Album mit jeder Umdrehung, die es vollführt – ohne dass man sich dabei zu schnell an dem Gehörten überhört. Wenn man dann noch die Stimme des Marilyn Manson, der hier lediglich am Entstehungsprozess zweier Titel beteiligt war, mag, dann steht dem Hörgenuss gar nichts mehr im Wege. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fundamentally Loathsome, The Last Day On Earth, Coma White



Donnerstag, 1. Oktober 2015

Marilyn Manson – Antichrist Superstar




Marilyn Manson – Antichrist Superstar


Besetzung:

Marilyn Manson – vocals, guitar and pan flute
Daisy Berkowitz – lead and rhythm guitar
Twiggy Ramirez – lead and rhythm guitar, acoustic guitar, bass
Madonna Wayne Gacy – all keyboards, loops and other original pieces of 16-bit audio information
Ginger Fish – drums, programming


Gastmusiker:

Sean Beavan – guitar (2), guitar synthesizer
Trent Reznor – mellotron (6), guitar (7,9) rhodes piano (16)
Robin Finck – guitar
Danny Lohner – guitar (10,15)
Chris Vrenna – drums (11)


Label: Interscope


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Industrial Metal


Trackliste:

Cycle I: The Heirophant

1. Irresponsible Hate Anthem (4:17)
2. The Beautiful People (3:38)
3. Dried Up, Tied And Dead To The World (4:15)
4. Tourniquet (4:29)

Cycle II: Inauguration Of The Worm

5. Little Horn (2:43)
6. Cryptorchid (2:44)
7. Deformography (4:31)
8. Wormboy (3:56)
9. Mister Superstar (5:04)
10. Angel With The Scabbed Wings (3:52)
11. Kinderfeld (4:51)

Cycle III: Disintegrator Rising

12. Antichrist Superstar (5:14)
13. 1996 (4:01)
14. Minute Of Decay (4:44)
15. The Reflecting God (5:36)
16. Man That You Fear (6:10)
17. None-Musical Silence (0:04)
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.
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97. None-Musical Silence (0:04)
98. None-Musical Silence (0:05)
99. Empty Sounds Of Hate (hidden track) (1:39)

Gesamtspieldauer: 1:21:42




„Antichrist Superstar“ heißt das zweite, offizielle Album der US-amerikanischen Rock Band Marylin Manson. Es erschien 1996 bei Interscope Records und wenn man ganz ehrlich ist, so wird man diese Musik wohl kaum mit dem Attribut „schön“ umschreiben können. Sehr viel Geschrei gibt es auf dieser Scheibe zu hören, die trotzdem in den amerikanischen Billboard Charts bis auf Platz 3 kletterte. Inzwischen wurden von dem Album weltweit über sieben Millionen Kopien abgesetzt und das Rolling Stone Magazin erklärte die Grunge Ära nach dem Erscheinen von „Antichrist Superstar“ für beendet. Ganz schön viel Aufmerksamkeit also für ein Album, angefüllt mit Industrial Metal Music, welches sogar Teil einer Trilogie darstellt. Obwohl zuerst veröffentlicht, bildet es angeblich den letzten Teil einer Trilogie mit den Alben „Mechanical Animals“ aus dem Jahr 1998 und „Holy Wood (In The Shadow Of The Valley Of Death)“ aus dem Jahr 2000. Eine in umgekehrter Reihenfolge veröffentlichte Trilogie? Na, wenn das mal nicht Satan seine Finger mit im Spiel hatte…

Die Musik auf „Antichrist Superstar“ ist natürlich pickelharter Industrial Metal, keineswegs was für Weicheier. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich anscheinend wohl auch etwas in diese Richtung bewege. Ich entdecke hier zwar auch die ein oder andere geniale Stelle, wo mich die Kraft dieser Musik durchaus packt und mitreißt, allerdings finden sich auch immer wieder sehr verstörende Titel auf der Scheibe. Dort kann ich dann zwar die Musik zumindest noch nachvollziehen, beim Gesang wird es allerdings wirklich deutlich schwieriger. Das grenzt dann schon mitunter sehr an Geschrei. Ach was, das ist dann Geschrei. Die Nummer „Little Horn“ wäre hierfür ein ganz nettes Beispiel.

Nun, jedoch gibt es auch einige wirklich sehr überzeugende Stellen auf dieser Scheibe, bei denen sich dann zu dem jetzt gelungenen Gesang, der Geschwindigkeit, der dieser Musik innewohnenden Kraft, auch noch eine wahrlich überzeugende Melodie gesellt. Das macht dann durchaus Laune. Oder so eine Nummer wie „Cryptorchid“, garantiert nicht zufälligerweise der nächste Titel nach „Little Horn“. Hier klingen Marilyn Manson nicht nur sehr ruhig, sondern auch wirklich witzig. Ein bisschen mehr solcher Abwechslung hätte der Scheibe garantiert nicht schlecht getan. 

Fazit: „Antichrist Superstar“ ist Industrial Metal. Ich glaube kaum, dass es viel „männlichere“ Musik auf dieser Welt gibt. Diese Art der Musik könnte das genaue Gegenstück zur Musik von zum Beispiel Enya sein, dazwischen liegen die restlichen Ausprägungen – geschlechtsspezifisch betrachtet – der musikalischen Genres Rock und Pop. Naja zumindest grob gesehen. Auf „Antichrist Superstar“ hört man also knallharten Rock, der gar nicht den Anspruch erhebt, schön zu klingen. Jedoch möchte diese Musik laut klingen und das macht sie auch. Und wenn man dann auch noch die ebenfalls harten und unverblümten Texte mag, dann steht dem Hörgenuss echt nichts mehr im Wege. Für die Harten, die mit dem Garten… Acht Punkte.

Anspieltipps: Cryptorchid, Mister Superstar



Mittwoch, 16. September 2015

Marilyn Manson – Portrait Of An American Family




Marilyn Manson – Portrait Of An American Family


Besetzung:

Daisy Berkowitz – guitars, acoustic guitars
Twiggy Ramirez – base tendencies
Madonna Wayne Gacy – calliope, hammond organ, saxophone, theremin, brass, overdubs, loops
Sara Lee Lucas – drums, sound effects
Mr. Manson – vocals
Gidget Gein – bass


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Industrial Metal


Trackliste:

1. Prelude (The Family Trip) (1:22)
2. Cake And Sodomy (3:53)
3. Lunchbox (4:34)
4. Organ Grinder ((4:22)
5. Cyclops (3:32)
6. Dope Hat (4:20)
7. Get Your Gunn (3:17)
8. Wrapped In Plastic (5:35)
9. Dogma (3:26)
10. Sweet Tooth (5:03)
11. Snake Eyes & Sissies (4:07)
12. My Monkey ((4:31)
13. Misery Machine (Lied endet bei 5:51) (13:09)

Gesamtspieldauer: 1:01:04




Das ist es also, das erste Album der amerikanischen Rocker von Marilyn Manson mit dem, Namen „Portrait Of An American Family“ aus dem Jahr 1994. Marilyn Manson, das ist eine fünfköpfige Band aus Fort Lauderdale, Florida in den USA, bei der sich die einzelnen Mitglieder nach bekannten Serienmördern benannten. Die Scheibe sorgte allerdings nicht nur deshalb beim Erscheinen für allerhand Aufsehen, sondern auch, da Sänger Brian Hugh Warner, alias Marilyn Manson, hier kein Blatt vor den Mund nimmt. „Expicit Lyrics” wurde groß auf die Plattenhülle gedruckt, was sicherlich bei vielen jungen Musikhörern erst recht ein Kaufargument darstellt. In einem Interview sagte Marilyn Manson mal, dass sie hier aussprechen wollten, was Eltern vor ihren Kindern verbergen wollen. Nun, so sind die Texte durchaus kritisch der amerikanischen Gesellschaft gegenüber und prangern einige Themen an, die es durchaus lohnt aufzugreifen. Warum das allerdings immer in einer Fäkalsprache ablaufen muss, das erschließt sich mir nicht ganz.

Die Musik ist äußerst aggressiv, geht aber durchaus nach mehrmaligem Hören ins Ohr. Marilyn Manson spricht dabei seine Worte manchmal, ein anders mal flüstert er sie. Dann wird die Botschaft wieder gesungen und schließlich an anderer Stelle brutal herausgeschrien. Ganz sicherlich keine leichte Kost und eher „männliche“ Musik denn „weibliche“ – so viel ist sicher. Die Nummern rocken durchaus, die Band arbeitet mit Hintergrundgeräuschen, was das Ganze auch durchaus spannender werden lässt. Was diese Scheibe jedoch ganz sicherlich in sich beherbergt, das ist so ein kleines Phänomen, was man öfters in der Musik antrifft. Auch hier wachsen die Lieder mit jedem Durchgang weiter. Was am Anfang noch unmöglich erschließbar klang, wird immer eingängiger – zumindest nach einer gewissen Zeit.

Manche Melodien, manche Riffs zünden auch durchaus, jedoch nicht jede und jeder. Ein Teil dieser Platte schwelgt in der eigenen Härte, die wohl durchaus absichtlich abstoßend klingen soll, um das Extreme darzustellen, das Schlechte, Unschöne, Häßliche. Hier wird es dann schwierig, weil man nicht unbedingt mehr immer einen Zugang dazu finden kann.

Fazit: Ich kann wahrlich nicht behaupten, dass mir diese Scheibe überhaupt nicht gefällt. Ich liebe darauf so manchen Melodiebogen, sei er noch so hart. Ich liebe darauf so manches Riff wegen seiner Eingängigkeit. Und ich liebe auch viele der Soli, die Daisy Berkowitz hier fast schon unwiderstehlich zelebriert. Wären da nur nicht auch die verstörenden Abschnitte, mit denen ich dann weniger anfangen kann, da sie oftmals nur laut klingen. Auch sozialkritische Texte sind wichtig, warum man hierzu jedoch oftmals nur Fäkalwörter benutzen muss? Ich weiß es nicht. Oh weh, bin ich prüde geworden. Hätte ich der Scheibe nach dem ersten Hören Punkte geben sollen, wären es wohl derer fünf geworden. Nach vielen Durchgängen sind es mehr. Wo das nur hinführen mag? Neun Punkte.

Anspieltipps: Lunchbox, Sweet Tooth



Donnerstag, 3. April 2014

Marilyn Manson – Holy Wood




Marilyn Manson – Holy Wood


Besetzung:

Marilyn Manson – arranger, vocals, producer, art direction, concept, syncussion, optigan, mellotron, distorted flute, synth bass, keyboards, piano, electric harpsichord, rhythm guitar
Twiggy Ramirez – bass, guitar (rhythm, lead, leslie, warped), keyboards
John 5 – guitar (lead, rhythm, acoustic, synth, electric, slide, phase)
Madonna Wayne Gacy – synths, ambiance, keyboards, samples, bass synth, synth strings, mellotron, sound effects
Ginger Fish – drums, drum machine, sound effects, keyboards


Gastmusiker:

Bon Harris – synthesizers, programming, organic drum programming, bass, keyboard, synth bass, sleigh bells, electronics, piano
Dave Sardy – synthesizers, drum programming, rhythm guitar
Danny Saber – additional loops
Alex Suttle – backing vocals


Label: Nothing Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Metal


Trackliste:

1. Godeatgod (2:34)
2. The Love Song (3:17)
3. The Fight Song (2:56)
4. Disposable Teens (3:02)
5. Target Audience (Narcissus Narcosis) (4:18)
6. "President Dead" (3:13)
7. In The Shadow Of The Valley Of Death (4:10)
8. Cruci-Fiction In Space (4:56)
9. A Place In The Dirt (3:37)
10. The Nobodies (3:35)
11. The Death Song (3:30)
12. Lamb Of God (4:40)
13. Born Again (3:21)
14. Burning Flag (3:22)
15. Coma Black (5:59)
16. Valentine's Day (3:32)
17. The Fall Of Adam (2:34)
18. King Kill 33 (2:18)
19. Count To Six And Die (The Vacuum Of Infinite Space Encompassing) (3:25)

Gesamtspieldauer: 1:08:19




Marilyn Manson wird immer dann sehr schwierig, wenn es geschmacklos wird. Das betrifft die Zeichnungen und Photos auf den Covern genau wie die Texte, die mitunter offensichtlich nur noch provozieren wollen und das natürlich auch schaffen. Musikalisch ist es meist schon sehr viel einfacher, die Band gut oder schlecht zu finden. Metal gibt es da meist kompromisslos zu hören, Metal in verschiedensten Ausprägungen. Zumindest hier unterscheidet sich jedoch „Holy Wood“ von vielen anderen Scheiben Marilyn Mansons. Dieses Mal experimentiert die Band deutlich mehr und rutscht dabei sogar ab und an in die „Alternative-Schiene“, was das Album deutlich abwechslungsreicher und spannender werden lässt. Auch die Texte sind hier ein klein wenig gezügelter, obwohl das Schwerpunktthema „Gewalt“ ist. Dies lag wohl daran, das zwei Schüler der Columbine High School im Jahr zuvor zwölf Schüler und einen Lehrer erschossen und dabei wohl Marilyn Manson T-Shirts trugen und deren Musik häufig gehört hatten. Ein ziemlich rauer Wind wehte Marilyn Manson daraufhin ins Gesicht und somit beschäftigt sich das Album zwar mit Gewalt, allerdings unter der Fragestellung, wie es dazu überhaupt kommen kann.

Musikalisch gesehen macht es die Mischung, die die Platte zu einer guten Scheibe werden lässt. Die Lieder werden hier nicht nur in Höchstgeschwindigkeit durchgejagt, nein, es gibt auch richtig langsame Nummern, die sehr melodiös uns Ohr gehen. Zudem findet sich auch die Mischung aus beidem in einzelnen Songs, wodurch diese Titel noch zusätzlich an Spannung gewinnen. Und so gibt es auf „Holy Wood“ für den Hörer die Möglichkeit, dem Head Banging zu frönen, schönen und ruhigen Melodien zu lauschen oder nur den Fuß mitwippen zu lassen, bei einem Titel, der dann doch eher im Mid-Tempo angesiedelt ist. Dabei ist es zugegebenermaßen nicht ganz einfach, sich auf eine bestimmte Stimmung einzulassen, denn diese ist spätestens mit dem nächsten Lied bereits wieder überholt.

Und dann ist da natürlich noch die Stimme des Brian Hugh Warner alias Marilyn Manson. Die muss man mögen oder hat seine Schwierigkeiten damit. Gewöhnungsbedürftig ist sie auf alle Fälle. Und wenn er denn schreit oder auch flüstert, dann kann man sich sehr gut vorstellen, dass so wirklich die Stimme des Teufels klingen könnte. Marilyn Manson wollen ganz offensichtlich ein Gesamtpaket abgeben und schaffen das auch.

Fazit: Metal, egal ob jetzt „Industrial“ oder „Heavy“ steht auf „Holy Wood“ zwar auch im Vordergrund, allerdings längst nicht so präsent wie auf vielen anderen Platten der Band. Es lassen sich hier tolle und auch ungewöhnliche Melodien entdecken, die länger hängenbleiben und nachhallen. Eine gute und abwechslungsreiche Rock-Scheibe, auf der man etwas entdecken kann. Elf Punkte.

Anspieltipps: Target Audience, In The Shadow Of The Valley Of Death, Lamb Of God