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Samstag, 1. März 2014

Hubert von Goisern – Trad




Hubert von Goisern – Trad


Besetzung:

Hubert von Goisern – Gesang, Gitarren, Ziehharmonika, Maultrommel, Blasinstrumente


Gastmusiker:

Burkhard Frauenlob – Klavier und andere Tasten
Berndt Bechtloff – Schlagwerk, Stimme
Arnulf Lindner – Bässe
Helmuth Punzenberger – Gitarre, Stimme
Hochtraxlecker Sprungschanzenmusi (Neureiter, Mühlegger, Gschwandtner, Obereder) – fast alles beim „Landler“, sowie Chöre bei „Goiserer Jaga“ und „Rote Wand“
Toifl (Hillbrand) Fritz – Zug-Gast bei „Stadltür“
Julian Pölsler – Stimme
Wolfgang Spannberger – Stimme
2. Klasse der Montessori-Hauptschule Salzburg – Stimmen


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Volksmusik


Trackliste:

1. Über D'alma (3:05)
2. Zilln Übern See (3:36)
3. Hahnpfalz (2:02)
4. Von Der Hohen Alm (2:52)
5. Rote Wand (2:55)
6. D'schwoagrin (2:46)
7. Schau, Schau Wias Regna Tuat (1:29)
8. Dirndl Woaßt Nu Den Bam (3:16)
9. Dirndl Mach Auf (3:09)
10. Da Summa Is Aussi (3:34)
11. Stadltür (2:42)
12. A Goiserer Jaga (3:36)
13. Landler (2:58)
14. Wann I Durchgeh Durch's Tal (2:46)

Gesamtspieldauer: 40:46




1995 hat Hubert von Goisern seine Zusammenarbeit mit den Alpinkatzen beendet, da er noch mehr in die traditionelle Richtung der Musik gehen wollte. Daraufhin wurden von ihm auch jede Menge CD’s mit eher traditioneller Volksmusik veröffentlicht. Eine davon ist das hier besprochene Album „Trad“, welches 2001 auf dem Markt erschien.

Wie der Name des Albums bereits aufzeigt, geht es hier um traditionelle Musik, Volksmusik, wenn auch in neuem Gewand. Aber auch das stimmt nicht ganz, denn beim Hören fühlt man sich auf einen Heimatabend in den Alpen versetzt. Das, was man hört ist schon sehr traditionelle Volksmusik. Dies muss man mögen oder hat eben seine Schwierigkeiten damit. Somit ist das auf jeden Fall kein Album für Freunde der Musik des Hubert von Goisern in Verbindung mit den Alpinkatzen. Wohl schon gar keine für Pop- und Rock-Musik-Freunde. Hier wird nicht mehr gerockt und es werden auch keine anderen Einflüsse mehr zugelassen, hier geht es jetzt wirklich um sehr traditionelle Musik aus der Alpenregion. „Holereidulireidulireidulio“ und entsprechende andere Worte gibt es da zu hören und ich kenne auch kein Album, auf denen das Wort Dirndl öfters zu hören ist. Aber das liegt wahrlich nicht an den beiden Titeln, die das Dirndl bereits im Namen tragen. Viele der Geschichten, die hier erzählt werden handeln von Dirndln und damit ist jetzt nicht das Gewand, sondern sind die jungen Frauen gemeint. Meist ist die Musik sehr ruhig gehalten und wirkt etwas getragen, nachdenklich und auch ein kleines bisschen melancholisch. Man hört Kuhglocken und den ein oder anderen Jodler, die Ziehharmonika, die Maultrommel - allerdings auch sehr präsent die akustische Gitarre.

Fazit: Ich gebe gerne zu, dass ich nur sehr schwerlich objektiv sein kann beim Hören von Musik. Musik muss mich packen und begleiten, mir etwas geben, mich berühren. Das schaffte Hubert von Goisern sogar mit seinem Live-Album „Wia die Zeit vergeht…“. Bei „Trad“ wird das schwierig, denn obwohl ich auch bayerischer Volksmusik durchaus etwas abgewinnen kann, schafft es diese Musik hier nicht mich zu fesseln. Und dabei betone ich jetzt noch mal explizit, dass sich auf dem Album keine volkstümliche Musik befindet, sondern „richtige“ Volksmusik, wie ich sie so ähnlich auch schon auf Heimatabenden im Chiemgau gehört habe. Trotzdem war das damals interessanter und packender, vielleicht weil es live war, keine Ahnung. Diese Nummern hier laufen allerdings so ein klein wenig durch, ohne großartige Spuren zu hinterlassen. Jetzt sammele ich Musik und lege mir immer wieder auch Platten auf, die ich bereits länger besitze – bei „Trad“ ist das jedoch nicht so unbedingt der Fall. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Dirndl Woaßt Nu Den Bam, Dirndl Mach Auf



Sonntag, 23. Februar 2014

Hubert von Goisern und die Alpinkatzen – Wia di Zeit vergeht…




Hubert von Goisern und die Alpinkatzen – Wia di Zeit vergeht…


Besetzung:

Hubert von Goisern – Gesang, Ziehharmonika, Gitarre, Cornett und Beefhorn
Sabine Kapfinger – Gesang
Stefan Engel – Bass, Tasteninstrumente, Gesang
Wolfgang Maier – Schlagzeug
Reinhard Stranzinger – Gitarre, Gesang
Evert van der Waal – Perkussion (auf 14, 18, 19)
Hochtraxlecker Sprungschanzenmusi (auf 20)


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Volksmusik, Rock, Blues


Trackliste:

CD1:

1. Solide Alm (5:01)
2. Spinni (5:14)
3. Iawaramoi (Steirer) (3:33)
4. Schleiniger (2:04)
5. Kokain Blues (7:31)
6. Kuahmelcher (3:34)
7. Weit, Weit Weg (6:49)
8. Gott Erhalts (4:48)
9. Kiahsuacha (1:52)
10. Landlertanz (9:35)
11. KGB (Kuhglockenblues) (4:29)


CD2:

12. Da Juchitzer (8:03)
13. Wildschütz-Räp (7:40)
14. Wieder Hoam (5:47)
15. Goisern (5:11)
16. Kren & Speck (10:33)
17. Oben Und Unten (5:15)
18. Koa Hiatamadl (7:45)
19. Heast As Net (7:03)
20. A Ganze Weil (3:20)

Gesamtspieldauer: 1:55:05




Mal wieder was ganz anderes, was sicherlich auch meinem sehr südlichen Wohnort geschuldet ist: Hubert von Goisern mit einer Live-Platte. Nun wie umschreibt man „Wia die Zeit vergeht…“ am besten? Volksmusik ist das sicherlich auch. Allerdings nicht nur. Da wird zwar gejodelt was das Zeug hält, dann gibt es allerdings auf dem Doppelalbum auch bluesige Stücke, die mit bayerischer oder österreichischer Volksmusik nur sehr wenig gemein haben. Oder aber die Lieder rocken, wie bei dem wahrlich gelungenen „Landlertanz“. Ein Stück, welches über ausgedehnte und ausschweifende Rock-Soloeinlagen verfügt, andererseits allerdings auch Jodler für die Hörer parat hält. Hier passt das aber bestens zusammen, sodass der Überbegriff „Alpen-Rock“, der immer wieder bei der Beschreibung der Musik des Hubert von Goisern auftaucht, durchaus treffend zu sein scheint.

Jedoch eben nicht nur. Da gibt es Titel, die eindeutig in die Schiene der Volksmusik einzuordnen sind, jedoch auch überhaupt nichts mit dem oft so unglaublich anstrengenden Genre der volkstümlichen Musik zu tun haben. Oder eben bluesige und rockige Stücke, die dieses Mal die Grundstimmung auch konsequent über den ganzen Titel hinweg durchziehen. Nicht zu vergessen sind auch schlagerartige Ansätze, die unüberhörbar sind. Somit ergibt sich eine relativ breit gefächerte Mixtur aus verschiedenen Musikstilen, die hier auf der Platte jedoch uneingeschränkt zueinander zu gehören scheinen. Hier wird kein Schmalz dargeboten, sondern konsequent Musik des Alpenraums, die in die neuere Zeit katapultiert und entsprechend arrangiert wurde. Dies wiederum hat zur Folge, dass man auch als Hörer, der mit entsprechenden Volksweisen oder Schlagergedünkel nur sehr wenig anzufangen weiß, hier auch den einen oder anderen oder sogar mehrere Titel findet, die sich als durchaus hörenswert herausstellen. Dirndl und Lederhosen können demnach sowohl bei der Band wie bei den Zuhörern vorhanden sein, wie man auf diversen Auftritten der Band im Internet überprüfen kann, müssen jedoch nicht sein. Überraschend oder vielleicht auch gerade nicht ist zudem die Tatsache, dass sich von dieser Art der Musik sowohl Jung wie Alt angesprochen zu fühlen scheinen.

Fazit: Es ist der Stilmix, der die Musik des Hubert von Goisern in den 90er Jahren so interessant machte. Ein Lied, in dem so unterschiedliche Genres so perfekt fusionieren wie bei „Landlertanz“, kenne ich sonst von keinem anderen Künstler oder einer anderen Band. Dazu kommen noch weitere Titel, wie „Koa Hiatamadl” oder das sehr melancholische “Heast As Net”, die dieses Doppel-Live-Album zu etwas Besonderem werden lassen, auch wenn man vielleicht nicht alle Wege mitgehen kann, die einem der Österreicher hier aufzuzeigen versucht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Landlertanz, Heast As Net