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Dienstag, 1. Oktober 2013

Black Widow – Black Widow




Black Widow – Black Widow


Besetzung:

Kip Trevor – lead and harmony vocals, maracas, tambourine
Jim Gannon – lead, rhythm, acoustic and twelve-string guitars, harmony vocals
Zoot Taylor – organ, piano
Clive Jones – saxophone, flute
Geoff Griffith – bass guitar, harmony vocals
Romeo Challenger – drums, percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Blues Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Tears And Wine (8:56)
2. The Gypsy (4:31)
3. Bridge Passage (0:30)
4. When My Mind Was Young (5:08)
5. The Journey (5:52)
6. Poser (7:43)
7. Mary Clark (4:06)
8. Wait Until Tomorrow (3:24)
9. An Afterthought (1:10)
10. Legend Of Creation (5:52)

Gesamtspieldauer: 47:12




Was für Musik befindet sich eigentlich auf dem zweiten Album von Black Widow aus dem Jahr 1971, welches seltsamerweise mit dem Bandnamen betitelt wurde, im Gegensatz zur Debut-Platte, die „Sacrifice“ hieß? Nun, so eindeutig lässt sich das nicht beantworten. Von 60ies Pop über Rock, Blues und Jazz-Anleihen hört man auch noch zarte Anleihen in Richtung Progressive Rock, die dieses Mal allerdings deutlich weniger ausgeprägt sind als noch auf dem Erstlingswerk der Briten. Am ehesten bekommt der Hörer diese Stilrichtung noch im Opener „Tears And Wine“ zu Gehör. Rhythmus- und Tempowechsel sind hier genauso vertreten wie Stimmungsvariationen. Einmal ist es ein fetter Orgelsound, der das Stück dominiert, dann steht wieder die rockige Gitarre im Vordergrund und zieht das Tempo an. Sehr gelungen und abwechslungsreich.

„The Gypsy” startet dann mit akustischer Gitarre und ist eine Nummer ganz im Stile der Pop-Musik der 60er. Sehr schön hier der Flöteneinsatz des Clive Jones. In eine ähnliche Richtung geht auch „Mary Clark“. Auch dieses Lied ist eher ein Pop-Song, der ebenfalls durch die Querflöte aufgewertet wird und dabei auch noch eine sehr schöne Melodie aufweist. Wohl der Höhepunkt der gesamten Platte. “When My Mind Was Young” ist dagegen ein eher langweiliges Mid-Tempo-Stück, was sich durch den fast durchgängig eingesetzten, mehrstimmigen Gesang von den anderen Titeln unterscheidet.

„The Journey“ und vor allem „Poser“ sind schließlich Lieder, die sehr in die Richtung Blues-Rock tendieren. Auch fast schon jazzige Abschnitte bekommt man als Hörer hier kredenzt, da wird es dann schon mal etwas atonal. „Wait Until Tomorrow” ist dagegen eine Art Hard Rock Lied, das Tempo wird hier mächtig angezogen, die E-Gitarre steht im Vordergrund und Clive Jones ist jetzt auch mal am Saxophon im Mittelteil zu hören. Blieben noch das kurze und irgendwie lässige „An Afterthought“, welches im Grunde genommen ein Duett aus Gesang und Querflöte darstellt, sowie der Titel „Legend Of Creation“. Letztere Nummer hat man früher wohl „Beat-Musik“ genannt. Dabei sind auch hier mitunter jazzige Anleihen nicht zu überhören.

Fazit: Nun, einheitlich ist das wahrlich nicht, was Black Widow hier dem Hörer auf dem zweiten Album serviert. Die ganzen textlichen Satan-Anspielungen der ersten Platte sind verschwunden, leider auch viele schöne musikalische Einfälle, die auf dem Debut noch zu hören waren. Progressive Rock ist das auch nur noch am Rande und so klingen Black Widow auf Black Widow immer dann am überzeugensten, wenn sie in die Pop-Schiene verfallen, die freilich so überhaupt nichts mit heutiger Pop-Musik gemein hat. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tears And Wine, The Gypsy, Mary Clark



Montag, 25. Februar 2013

Black Widow – Sacrifice




Black Widow – Sacrifice


Besetzung:

Jim Gannon – lead guitar, vibes, spanish guitar
Zoot Taylor – organ, piano
Kip Trevor – vocalist
Clive Jones – flute, saxophone, clarinet
Bob Bond – bass guitar
Clive Box – drums & percussion


Label: Repertoire Records (ursprünglich CBS)


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. In Ancient Days (7:38)
2. Way To Power (3:54)
3. Come To The Sabbath (4:53)
4. Conjuration (5:40)
5. Seduction (5:35)
6. Attack Of The Demon (5:35)
7. Sacrifice (11:11)


Bonus Track:

8. Come To The Sabbath (Single Edit) (3:18)

Gesamtspieldauer: 47:49




1970 brachte die Band Black Widow, die aus der 1967 gegründeten Formation „Pesky Gee!“ hervorgegangen war, ihr erstes Album auf den Markt. Liest man Rezensionen über dieses Album im Internet, so wird die Musik oftmals mit der von Black Sabbath verglichen. Dies trifft jedoch in keinster Weise zu, denn Heavy Metal bekommt der Hörer hier wahrlich nicht geboten. Die Musik erinnert mich ein wenig an eine Fusion von den jeweils frühen Wishbone Ash mit Barclay James Harvest und Jethro Tull. Ähnlichkeiten zu Black Sabbath gibt es allenfalls in Bezug auf die Texte der Band, denn Satanismus ist ein zentrales Thema der Platte.

Richtig gerockt wird auf der Scheibe lediglich beim etwas über elfminütigen „Sacrifice“. Allerdings gibt es hier auch lange Instrumentalparts, bei der Clive Jones sich mit der Querflöte so richtig ausleben darf. Noch sehr viel mehr nach Progressive Rock hört es sich da schon beim Opener „In Ancient Days“ an, dem stärksten Stück der Platte. Eine sehr eingängige und abwechslungsreiche Nummer, bei der sowohl dem Saxophon als auch erneut der Querflöte schöne Parts zugedacht wurden. Stimmungsvoll wird hier eine dichte Atmosphäre geschaffen, die sich zu genießen lohnt.

Auch die anderen Titel haben durchaus ihren ganz eigenen Reiz. Da gibt es zum Beispiel das Lied „Come To The Sabbath“ bei dem die Textzeile „Come To The Sabbath – Satan’s There“ mantraartig wiederholt wird. Bedrohlich wirkt das dabei jedoch nicht, eher irgendwie fast schon fröhlich und erneut sehr eingängig, was nicht zuletzt durch diverse Streicher vermittelt wird, die mal, wie der Name schon sagt, den Bogen streichen, ein anderes Mal die Saiten zupfen. Dieses Lied stellt zudem die Single-Auskopplung des Albums dar. Auch sehr eindringlich und gelungen der Titel „Conjuration“, der eine irgendwie melancholisch geartete Aufbruchsstimmung vermittelt, die sehr melodisch dargeboten wird. Mit Hard Rock hat dies allerdings alles nichts zu tun und noch sehr viel weniger beim Titel „Seduction“, der an vielen Stellen auch die Hintergrundmusik zu einer schmalzigen Szene eines Liebesfilms darstellen könnte. Dann klingt es in dem Song sogar ein klein wenig jazzig, um schließlich wieder in das ursprüngliche Fahrwasser hinüberzugleiten.

Fazit: „Sacrifice“ von Black Widow ist eine richtig gute Platte einer weitgehend unbekannten Band. Progressive Rock kombiniert mit Soft Rock und einer kleinen Brise Jazz, der allerdings immer sehr harmonisch klingt. Die Hammond Orgel sorgt für den Drive, Flöte, Klarinette und Saxophon für sehr viel Abwechslung. Eingängige und weitgefächerte Rockmusik der frühen 70er Jahre, die es lohnt, entdeckt zu werden, wenn man denn mit den seltsamen Texten über den Teufel keine Probleme hat. Elf Punkte.

Anspieltipps: In Ancient Days, Come To The Sabbath, Conjuration, Sacrifice