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Dienstag, 31. Oktober 2017

Rainbow – Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976




Rainbow – Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Ronnie James Dio – lead vocals
Cozy Powell – drums, percussion
Jimmy Bain – bass
Tony Carey – keyboards


Label: AFM Records


Erscheinungsdatum: 2006 (aufgenommen 1976)


Stil: Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Introduction (1:13)
2. Kill The King (4:46)
3. Mistreated (12:51)
4. Sixteenth Century Greensleeves (8:09)
5. Catch The Rainbow (13:20)
6. Man On The Silver Mountain (13:40)


CD2:

1. Stargazer (14:50)
2. Still I'm Sad (17:03)
3. Do You Close Your Eyes (6:42)

Gesamtspieldauer CD1 (54:01) und CD2 (38:37): 1:32:39



„Deutschland Tournee 1976” ist zugegebenermaßen ein etwas seltsam anmutender Titel für ein Live-Album der englischen Band Rainbow. Ergänzt wird diese Überschrift noch durch Ort und das Datum des damaligen Konzertes „Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976”. Insgesamt gibt es diese Veröffentlichung auch noch mit den Konzerten in Köln (25. September 1976) und Düsseldorf (27. September 1976) in identischer, sowie mit ebenfalls fast gleicher Titelauswahl vom 20. Oktober 1977 in München. In Japan wurden die ersten drei genannten Konzerte als sechs CD umfassende Box herausgegeben, in der restlichen Welt erschienen die Alben in Form von Doppelalben. „Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976“ wurde im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Humming Bird veröffentlicht.

Rainbow sind bei diesen Konzerten auf dem Höhepunkt ihrer Schaffensphase und das hört man auch. Die Studioalben „Ritchie Blackmore's Rainbow“ sowie „Rising“ waren bereits veröffentlicht, zur Platte „Long Live Rock 'n' Roll“ lagen die ersten Ideen vor, wie man an der hier enthaltenen Version von „Kill The King“ gut nachhören kann. Die vier Musiker haben auf diesem Konzert eindeutig Spaß an dem, was sie da gerade zelebrieren und halten sich auch kaum an die Vorgaben des ursprünglichen Liedes. Alle Lieder werden stark variiert, sodass sie zwar noch denselben Titel wie die Album-Versionen der entsprechenden Lieder tragen, doch zum Teil fast schon zu eigenständigen Nummern werden. Man hört mitreißende Instrumentalsoli und auch einen Ronnie James Dio in Höchstform.

Dieses Live-Album stellt definitiv eine Bereicherung für jeden Rainbow Fan dar, aber auch Freunde der Rockmusik, die die ursprünglichen Titel noch nicht kennen, dürften an diesen Aufnahmen ihren Spaß haben. Vor allen Dingen das Yardbirds-Cover „Still I'm Sad“, im Original mit einer Laufzeit von 2:57 und in ebenfalls sehr kurzer Version auch auf dem ersten Rainbow Studioalbum vorhanden, wird auf diesem Konzert in einer siebzehnminütigen Version wiedergegeben, die das Herz der Rockfreundin beziehungsweise des Rockfreundes einfach höherschlagen lassen muss. Wahrlich beeindruckend, abwechslungsreich und mitreißend.

Fazit: Für alle Hörerinnen und Hörer, die die Musik von Rainbow, aber auch die von Deep Purple lieben, eine lohnende Anschaffung. Die auf der Doppel-CD enthaltenen Lieder sind in völlig anderen Versionen vorhanden, als die Originalaufnahmen auf den Studioalben. Das Lied „Kill The King“ in einer Version, aus der sich der Titel noch endgültig herausbilden muss, denn das dazugehörige Studioalbum wurde erst im drauffolgenden Jahr veröffentlicht. Auf „Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976“ rockt es, Hard Rock der allerfeinsten Sorte gibt es hier zu hören. Macht einfach Spaß. Für Rock Fans bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Still I'm Sad



Mittwoch, 16. März 2016

Rainbow – Straight Between The Eyes




Rainbow – Straight Between The Eyes


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Roger Glover – bass, producer
Joe Lynn Turner – vocals
Bobby Rondinelli – drums
David Rosenthal – keyboards, orchestral arrangements


Gastmusiker:

Francois Dompierre – orchestra conductor
Raymond Dessaint – orchestra lead


Label: Polydor 


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Hard Rock, Mainmstream


Trackliste:

1. Death Alley Driver (4:42)
2. Stone Cold (5:17)
3. Bring On The Night (Dream Chaser) (4:06)
4. Tite Squeeze (3:15)
5. Tearin' Out My Heart (4:03)
6. Power (4:26)
7. Miss Mistreated (4:27)
8. Rock Fever (3:50)
9. Eyes Of Fire (6:37)

Gesamtspieldauer: 40:58




Rainbow war mal eine richtig gute Band. Innovativ und begeisternd, mit vielen Ideen und beeindruckenden Liedern konnten die Musiker in den 70er Jahren aufwarten. Hard Rock der Extraklasse gab es da zu hören. Dies war vor allen Dingen bei den ersten drei Alben der Fall, als der Sänger noch Ronnie James Dio hieß. Inzwischen heißt der Mann am Mikrophon bei Rainbow Joe Lynn Turner, jedoch kann der wohl gar nicht so viel dazu, dass Rainbow inzwischen zu einer langweiligen Truppe mutierte. Das lag wohl eher an Ritchie Blackmore, den Denker und Lenker und Macher bei Rainbow, ihm scheinen einfach mit der Zeit die Ideen ausgegangen zu sein.

„Straight Between The Eyes” ist das sechste von insgesamt acht Alben, die Rainbow im Laufe ihres Bestehens veröffentlichten. Im Juni 1982 wurde die Platte über das Label Polydor auf den Markt gebracht und enthält im Grunde genommen neun Lieder, die man am Besten in das Genre des Mainstream Rocks einsortiert. Rock ist es allerdings durchaus noch, den man hier zu hören bekommt, Rainbow waren also Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts nicht zu einer New Wave Combo mutiert. Jedochs frönte Ritchie Blackmoore mit seinen Musikern nun leider der extrem langweiligem 08/15-Ausführung des Rocks, bei dem nur noch manchmal, in einem der zugegeben zahlreichen Soli, etwas von seiner Kunst des Gitarrenspiels aufblitzt. Ansonsten ist das Ganze wahrlich nur noch extrem belangloses Geschrammel. Leider.

Selbst ein paar Höhepunkte auf dieser Platte herauszuheben fällt gar nicht mal so leicht, da diese sich im Grunde genommen auch erst nach vielen Durchläufen herauskristallisieren und keinesfalls überragende Songs darstellen. Am ehesten könnte man an dieser Stelle vielleicht noch „Miss Mistreated“ anführen, interessanter Beginn mit Orgel und Keyboard und ein Lied, welches zumindest mit seiner eingängigen Melodie punkten kann. Das Eröffnungslied „Death Alley Driver“ beinhaltet ein tolles Gitarrensolo des Ritchie Blackmoore, bei dem er noch mal alles aus seiner Gitarre herausholt. Und schließlich ist da noch die letzte und längste Nummer des Albums, „Eyes Of Fire“. Hier klingen Rainbow jetzt ein wenig orientalisch, das Lied geht ebenfalls ins Ohr und stellt somit auch klanglich eine angenehme Abwechslung zum Mainstream-Allerlei des Rests dar.

Fazit: Nein, richtig lohnend sind die Platten von Rainbow in den 80er Jahren nicht mehr. „Straight Between The Eyes“ stellt da keine Ausnahme dar, sondern bestätigt den Trend der Band hin zum unspektakulären und ein wenig oberflächlichen Rock einmal mehr. Klar, wenn man auf Mainstream steht, wird man mit dieser Platte jede Menge Spaß haben. Sucht man aber das Besondere in der Musik, dann wird man dies auf „Straight Between The Eyes“ nicht mehr finden. Sicherlich kein schlechtes und auch ein hörbares Album, allerdings auch keine gute Platte mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Death Alley Driver, Miss Mistreated, Eyes Of Fire



Freitag, 28. November 2014

Rainbow – Difficult To Cure




Rainbow – Difficult To Cure


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitars
Don Airey – keyboards
Roger Glover – bass, percussion
Joe Lynn Turner – vocals
Bobby Rondinelli – drums


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. I Surrender (4:05)
2. Spotlight Kid (4:54)
3. No Release (5:37)
4. Magic (4:09)
5. Vielleicht Das Nächste Mal (Maybe Next Time) (3:20)
6. Can't Happen Here (5:00)
7. Freedom Fighter (4:24)
9. Difficult To Cure (5:58)

Gesamtspieldauer: 42:53




„Difficult To Cure” ist das fünfte Album von Rainbow. Es wurde 1981 veröffentlicht und war ein riesiger Schritt der Band hin zum Mainstream Rock, um auch auf dem amerikanischen Musikmarkt endlich punkten zu können. Hatte Ronnie James Dio die Band bereits 1978 aufgrund von Streitigkeiten mit Ritchie Blackmore verlassen, so war der Auftritt Graham Bonnets als Sänger von Rainbow lediglich auf das Album „Down To Earth“ beschränkt. Hier auf „Difficult To Cure” war nun beim Singen Joe Lynn Turner zu hören. Ein Amerikaner, durch den sich Ritchie Blackmore ebenfalls noch einen Schub für den nordamerikanischen Markt erhoffte. Joe Lynn Turner macht seine Sache auf dem Album auch sehr gut, eine außergewöhnliche Stimme besitzt er jedoch nicht.

Mit den ersten Alben von Rainbow hat diese Scheibe hier nicht mehr viel gemein. Alles wirkt sehr geschliffen und irgendwie kantenlos. Eingängiger Hard Rock sollte zu hören sein, der auch Chartplatzierungen aufweisen sollte. Das gelang auch, denn die Nummer „I Surrender“ stieg bis auf Position 3 der britischen Hitparade und bedeutete damit gleichzeitig die höchste Chartposition einer Rainbow-Single überhaupt. Geschrieben worden war das Stück von Russ Ballard, der in dieser Zeit öfters als Songschreiber für Ritchie Blackmore tätig war.

Die Musik ist allgemein sehr massentauglich. Sicherlich befindet sich kein richtig schlechter Titel auf dem Album, herausragend ist das jedoch auch nicht mehr, da im Grunde genommen absolut austauschbar und leider auch ein wenig belanglos. Mit den zwei Instrumentalnummern „Vielleicht Das Nächste Mal (Maybe Next Time)“ und „Difficult To Cure“, in welchem sogar Beethovens Neunte mit verarbeitet wurde, geht die Band zumindest mal etwas andere Wege. Hier beweist Ritchie Blackmore zudem einmal mehr, dass er durchaus immer gewillt war, auch mal über den Tellerrand hinauszusehen. Außerdem kann er hier deutlich zeigen, dass er mit zu den besten Gitarristen seiner Zeit zählte.

Fazit: Ein durchschnittliches Album ist „Difficult To Cure“ geworden. Mit zumeist auch sehr durchschnittlichen Titeln. Klar ist das nicht schlecht, essentiell jedoch auch nicht. Die Platte kann man immer mal wieder auflegen, aber sie wird dabei keine großartigen Spuren hinterlassen. Ganz nett gemachter Mainstream Rock eben. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Surrender, Vielleicht Das Nächste Mal



Freitag, 23. März 2012

Rainbow – Long Live Rock’n‘Roll





Rainbow – Long Live Rock’n‘Roll


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar, bass
Ronnie James Dio – vocals
Cozy Powell – drums
Bob Daisley – bass
David Stone – keyboards


Gastmusiker:

Bavarian String Ensemble – strings on “Gates Of Babylon”
Ferenc Kiss – 1st violin on “Rainbow Eyes”
Nico Nicolic – 2nd violin on “Rainbow Eyes”
Ottmar Machan – viola on “Rainbow Eyes”
Karl Heinz Feit – cello on “Rainbow Eyes”
Rudi Risavy – flute on “Rainbow Eyes”
Max Hecker – recorder on “Rainbow Eyes”


Erscheinungsjahr: 1978


Stil: Rock, Hard Rock


Label: Polydor


Trackliste

1. Long Live Rock N Roll (4:25)
2. Lady Of The Lake (3:39)
3. L.A. Connection (5:02)
4. Gates Of Babylon (6:51)
5. Kill The King (4:31)
6. The Shed (Subtle) (4:48)
7. Sensitive To Light (3:08)
8. Rainbow Eyes (7:27)




Und wieder gab es eine Umbesetzung bei Rainbow. Blackmore und Dio blieben der Band natürlich erhalten und glücklicherweise auch Cozy Powell, der mit seinem Schlagzeug bereits auf „Rising“ Maßstäbe gesetzt hatte. Bass und Keyboard wurden allerdings auch auf „Long Live Rock’n’Roll“ erneut neu besetzt. Dieses Mal durften sich Bob Daisley und David Stone an diesen Instrumenten betätigen. Und festzustellen bleibt: Alle fünf haben ihre Sache richtig gut gemacht, denn mit „Long Live Rock’n’Roll“ schaffte es Rainbow erneut, ein überzeugendes Rock-Album abzuliefern. Ein Album, welches auch heute immer noch Spaß macht gehört zu werden. Und ein Album, welchem man seine, inzwischen 34 Jahre, in keinster Weise anmerkt.

Die Platte beginnt gleich mit dem Titeltrack „Long Live Rock’n’Roll“. Eine kraftvolle und treibende Nummer, die das Herz eines jeden Hard-Rock-Fans höher schlagen lässt. Und da sieht man dann schon mal darüber hinweg, dass das komplette letzte Drittel des Stücks nur noch aus dem immer wieder gesungenen Satz „Long Live Rock’n’Roll“ besteht. Kleiner Schönheitsfehler, es wird allerdings sofort wieder besser mit „Lady Of The Lake“. Hier beweist Ritchie Blackmore einmal mehr sein Gespür für klasse Melodien, die packen und fesseln. Und dies alles im Gewand eines Hard-Rock-Songs.

Auch der nächste Track „L.A. Connection“ weiß zu überzeugen. Die Nummer war ursprünglich die B-Seite der Single mit „Kill The King“ auf der Vorderseite und stellt mit diesem Song die härteste Nummer auf dem Album dar. Und dann kommt er, der Stilbruch. Mit einer Art Keyboardfanfare wird „Gates Of Babylon“ eingeleitet. Schwebend und sphärisch, doch dann rockt auch diese Nummer los. Sicherlich ein Höhepunkt des Albums. Das Lied klingt fast schon ein wenig bombastisch, ohne jedoch in irgendeiner Art und Weise überladen zu wirken. Alles ist hier treibend und packend und mit Hilfe der Streicher wird es sogar, trotz der Härte, richtiggehend symphonisch. Dazu noch das klasse Solo Blackmores - ein absolut toller Song war geboren.

Aber das war nur das Einläuten des Höhepunktes. Denn dieser folgt mit „Kill The King“ sofort im Anschluss. Bei kaum einem anderen Song wird die Bezeichnung „Rock“ in dieser Konsequenz umgesetzt. Hier vibriert alles. Dieses Lied strotzt so was von „dermaßen“ vor Kraft, dass man sich im Bereich des Hard Rock eigentlich keine Steigerung mehr vorstellen kann. Das ist Rock von seiner allerbesten Seite - in Hochgeschwindigkeit. Wahrlich ein Meisterwerk des Hard Rock.

Und so wird es mit „The Shed“ fast schon ein wenig heimelig. Das Lied wird mit einem sehr sphärischen Gitarrensolo Blackmores eingeleitet, bevor es dann an Fahrt aufnimmt und sich auch zu einem guten „Rocker“ entwickelt, der allerdings gegen den Vorgänger deutlich abfällt. Nicht anders ergeht es da „Sensitive To Light“. Eine allzu einfache Melodie macht es zu dem wohl schlechtesten Track auf der Scheibe. Obwohl, schlecht ist das auch nicht, nur eben Durchschnitt und nichts Besonderes.

Das Besondere wartet dann allerdings noch im letzten Titel der Platte auf den Hörer. Da ist sie, die Ballade, die wirklich schön ist. „Schön“ ist tatsächlich das wohl richtige Wort an dieser Stelle. Fast lieblich klingen hier Querflöte und Streicher und man kann es kaum glauben, dass es eine Band schafft, auf ein und dasselbe Album „Kill The King“ und „Rainbow Eyes“ aufzunehmen. Aber Rainbow haben das im Jahre 1978 hinbekommen. Schön.

Fazit: „Long Live Rock’n’Roll“ ist ein richtig gutes Album. Für jeden, der auch etwas mit härterem Rock anfangen kann, besteht fast die Pflicht, dieses Album sein Eigen zu nennen. Auf dieser Platte wird Härte mit tollen Melodien vereint. Und auf dieser Scheibe gibt es den Song „Kill The King“, ein Stück Musik, das man gehört haben sollte. Deutlich zu schnell zum „Headbanging“, lässt es die anderen Körperteile mitzucken. Leider hört man auf „Long Live Rock’n’Roll“ das letzte Mal Ritchie Blackmore und Ronnie James Dio zusammen musizieren. Danach gingen beide getrennte Wege. Schade, denn auf das, auf was wir uns noch hätten einstellen dürfen – ach, wir werden es nie erfahren, denn Blackmore wollte mit Rainbow kommerzieller werden. Und das wurde er auch, wie man leider auf den nächsten Scheiben hören konnte. „Long Live Rock’n’Roll“ erhält elf Punkte.

Anspieltipps: Lady Of The Lake, Gates Of Babylon, Kill The King, Rainbow Eyes



Donnerstag, 16. Februar 2012

Rainbow - Rising





Rainbow - Rising


Besetzung:

Jimmy Bain – bass
Ritchie Blackmore – guitar
Tony Carey – keyboards
Ronnie James Dio – vocals
Cozy Powell – drums


Erscheinungsjahr: 1976


Stil: Rock, Hard Rock


Label: Polydor


Trackliste:

1. Tarot Woman (6:04)
2. Run With The Wolf (3:43)
3. Starstruck (4:08)
4. Do You Close Your Eyes (3:02)
5. Stargazer (8:32)
6. A Light In The Black (8:12)




Nach seinem ersten Ausstieg bei „Deep Purple“ gründete Ritchie Blackmore im Jahr 1975 die Hard Rock Formation „Rainbow“. Dazu bediente er sich vierer Musiker der New Yorker Band „Elf“, die sich gerade aufgelöst hatte. Und einer dieser Musiker war glücklicherweise der Sänger Ronnie James Dio, der mit seiner Stimme auch zum Erfolg der ersten drei „Rainbow-Scheiben“ beitrug. Mit „Rising“ legte die Band 1976 bereits ihr zweites Album vor. Nur Blackmore und Dio waren zu diesem Zeitpunkt noch von der ursprünglichen Formation übrig geblieben. Und diese Platte „Rising“ sollte auch den Höhepunkt im Schaffen von „Ritchie Blackmore’s Rainbow“, wie die Band zunächst hieß, darstellen.

Nun, ganz stimmt das auch nicht. Genauer müsste es heißen: Die ehemals zweite Seite der Platte „Rising“ mit den Titeln „Stargazer“ und „A Light In The Black” stellt den Höhepunkt der Kreativität der Band „Rainbow“ dar. Dies ist damit zu begründen, dass die vier Titel, die ehemals die erste Seite der Schallplatte zierten, zwar wahrlich keine schlechten Nummern sind, jedoch auch nichts absolut Umwerfendes darstellen. Gut gemachter Hard Rock eben, den so oder so ähnlich, allerdings auch andere Bands zu fabrizieren in der Lage gewesen waren und auch heute noch sind.

„Tarot Woman“ beginnt ganz spannend mit einer Keyboardeinleitung, die das ganze Lied zunächst sphärisch erscheinen lässt. Dann entwickelt sich die Nummer zu einem guten Rock-Titel, der groovt, der ins Ohr geht, ein schönes Ritchie Blackmore Solo aufweist und den Höhepunkt auf der ehemaligen ersten Seite darstellt. Und hier muss man ihn gleich loben, den Gesang Ronnie James Dios, der 2010 leider im Alter von 67 Jahren verstorben ist. Es gibt nicht viele Sänger, die den Hard Rock so in der Stimme haben wie er. Sicherlich noch Ian Gillan und wohl ebenfalls noch David Coverdale.

Die folgenden drei Nummern, „Run With The Wolf“, „Starstruck“ und „Do You Close Your Eyes” sind alle drei ebenfalls gut gemachte Hard Rock Nummern, die abrocken, die allerdings nur in geringerem Maße hängenbleiben. Wären alle Titel auf der CD so wie diese, wäre „Rising“ ein vielleicht gerade mal durchschnittliches, härteres Album geworden, welches heute vielleicht sogar als Rarität durchgehen würde, da es schon lange nicht mehr aufgelegt worden wäre.

Aber „Rising“ von Rainbow lebt auch heute noch und die CD gibt es auch heute noch überall zu erwerben. Und „Schuld“ daran sind die beiden Achtminüter „Stargazer” und “A Light In The Black“. Selten, nur ganz selten bekommt man irgendwo anders Hard Rock zu hören, der so kracht, einschlägt, begeistert, packt und gleichzeitig so überaus melodiös, harmonisch, entspannt, bombastisch, episch und eingängig ist. Bei beiden Stücken passt einfach alles. Der kraftvolle, keine Grenzen zu kennende Gesang Ronnie James Dios. Das schnelle, packende und begeisternde Melodien hervorzaubernde Gitarrenspiel Ritchie Blackmores, welches nicht mit mitreißenden Soli geizt. Dieses, dem Sound Fülle und ebenfalls Melodiösität verleihende Keyboard, sowie die treibenden Rhythmusparts von Bass und Schlagzeug, die immer alles auf den Punkt bringen. Und Cozy Powell sticht hier wahrlich als Meister seines Faches heraus. Unübertrieben, zwei Meisterwerke sind den fünf Musikern hier gelungen, die in den Weiten des Hard Rock nur wenig Gleichwertiges um sich herum wissen.

Fazit: Wer auf treibenden Hard Rock steht und nicht überrascht ist, dass diese Musik sowohl melodiös als auch bombastisch sein kann, der wird mit „Rising“ bestens bedient. Ist auf der ehemaligen ersten Seite der Platte noch Durchschnittsware zu hören, so erschließen sich dem geneigten Zuhörer mit den letzten beiden Stücken begeisternde Welten des Rock. Und so gibt es für die ersten vier Songs die Note „befriedigend“, für die letzten beiden die Auszeichnung „absolute Klasse“. Und das macht summa summarum zwölf Punkte.

Anspieltipps: Stargazer, A Light In The Black



Mittwoch, 18. Januar 2012

Rainbow – Rainbow





Rainbow
– Rainbow



Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Ronnie James Dio – vocals
Craig Gruber – bass
Gary Driscoll – drums
Mickey Lee Soule – keyboards


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Rock, Hard Rock


Label: Polydor


Trackliste

1. Man On The Silver Mountain (4:42)
2. Self Portrait (3:17)
3. Black Sheep Of The Family (3:22)
4. Catch The Rainbow (6:39)
5. Snake Charmer (4:33)
6. The Temple Of The King (4:45)
7. If You Don’t Like Rock’n’Roll (2:38)
8. Sixteenth Century Greensleeves (3:31)
9. Still I’m Sad (3:53)




Ganz sicher war sich Ritchie Blackmore wohl nicht, ob das auch mit seiner Solokarriere so funktionieren würde. Deshalb hieß „Rainbow“ zunächst auch „Ritchie Blackmore’s Rainbow“. Sein Name, der Name des Gitarristen von „Deep Purple“, sollte mit dazu beitragen „Rainbow“ in der Rocklandschaft zu etablieren und zum Erfolg zu verhelfen. Und unterstützen sollten ihn dabei vier Musiker der gerade aufgelösten, amerikanischen Band „Elf“, die bereits auf mehreren Tourneen von „Deep Purple“ als Vorband aufgetreten waren. Somit bestand „Ritchie Blackmore’s Rainbow“ zu Beginn aus dem Ex-Deep-Purple-Gitarristen sowie vier Ex-Elf-Musikern, unter denen sich auch der Sänger Ronnie James Dio befand.

Die Musik auf „Ritchie Blackmore’s Rainbow“ ist allerdings noch nicht sehr spektakulär. Das sollte erst mit dem nächsten Album gelingen. Auf der ersten Rainbow Scheibe findet sich hauptsächlich durchschnittlicher Rock bis Hard Rock, der zwar immer wieder seine interessanten Seiten zeigt, allerdings einen auch nicht aus dem Sessel haut.

„Man On The Silver Mountain” ist eine ganz nette Rocknummer mit treibender Rhythmusfraktion und immer wieder eingeschobenen, melodischen Parts. „Self Portrait” funktioniert dann sogar noch einen Tick besser. Das Stück geht sofort ins Ohr und ist bereits ein Fingerzeig auf all das, was in näherer Zukunft von “Rainbow” noch so alles zu hören sein würde. Mit „Black Sheep Of The Family” folgt anschließend sogar noch eine etwas härtere Nummer. Doch auch dieses Lied schafft es noch nicht vollständig zu überzeugen. Irgendetwas fehlt diesen Titeln noch, die sie aus dem großen Pool des „Naja-Ganz-Nett-Rock“ herausragen lassen würden. Es folgt mit „Catch The Rainbow” die obligatorische Ballade so vieler Hard Rock Scheiben. Und „Catch The Rainbow” ist getragen. Sehr getragen sogar. Fast einen Tick zu sehr getragen. Klar, die Nummer hat eine schöne Melodie und Freunde der langsameren Musik werden diesen fast schon symphonischen Track lieben. Es wird allerdings auch nicht wenige Musikfreunde geben, für die sich das Stück am Rande des Schmalzes bewegt. Geschmackssache eben. Was die Nummer allerdings macht, ist, dass sie Abwechslung in das Album bringt, bei dem die ersten drei Lieder doch von der Machart alle sehr ähnlich waren.

Es folgt „Snake Charmer“. Wieder ein härterer Track, der es allerdings nicht vermag Jubelstürme auszulösen. Dies ist eher Rock-Durchschnittskost. Das ändert sich allerdings schlagartig mit dem sechsten Titel der Platte: „The Temple Of The King”. Eine akustische Nummer mit einer tollen Melodie, einer wunderschönen Gitarrenspur, einem eindringlich singenden Ronnie James Dio und einem schönen Text. Der Höhepunkt des Albums und ein Lied, das zum Mitsingen animiert, auch wenn man gegen Ende des Stücks die höheren Stellen nicht mehr erreichen sollte.

Auf den Höhepunkt folgt der Tiefpunkt des Albums: „If You Don’t Like Rock’n’Roll”. Wahrlich ein ganz klassischer Rock’n’Roll. Und man sieht sie fast schon durch die Lüfte fliegen, die Rock’n’Roll Tänzer mit ihrer ganzen Akrobatik. Und dann kommt es in der Mitte des Songs auch noch zu wahren Klatschattacken, wohl um das Stück noch ein wenig rhythmischer werden zu lassen. Und zur Krönung wird das Lied anschließend auch noch mit Geklatsche verabschiedet. Soll dies den Zuhörer etwa von der Klasse des Liedes überzeugen? Nein, da gibt es wahrlich nichts zu applaudieren. Das Stück nervt und langweilt. So etwas möchte man von „Rainbow“ nicht hören. Abwechslung hin oder her.

Mit „Sixteenth Century Greensleeves“ bewegen wir uns dann wieder im Rock bis Hard Rock. Nicht schlecht, allerdings auch wieder keine Offenbarung. Wieder wird Durchschnitt geboten. Und der setzt sich auch im letzten Stück „Still I‘m Sad“ fort. Diese letzte Nummer hat allerdings etwas Außergewöhnliches an sich, denn sie ist ein Instrumentalstück. Allerdings auch hier, wie schon mehrmals bei diesem Album, bleibt zu vermerken: Ganz okay, aber wenn man es nicht gehört hätte, hätte man auch nichts verpasst.

Fazit: Auf dem ersten Album fällt es Ritchie Blackmore mit seiner Band noch schwer, den Stil zu finden, der vor allem die nächsten beiden Alben auszeichnen wird. Hier ist noch vieles Stückwerk. In den Live-Fassungen klingen die Stücke allerdings deutlich frischer und kraftvoller. Diese wurden allerdings mit, bis auf Blackmore und Dio, anderen Musikern eingespielt. Klar, mit „The Temple Of The King” gibt es auch schon eine ganz starke Nummer auf dieser Platte. Ein absolutes Highlight ist allerdings bei neun Titeln deutlich zu wenig. Acht Punkte.

Anspieltipps: Self Portrait, Catch The Rainbow, The Temple Of The King