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Mittwoch, 25. November 2015

Coppelius – Hertzmaschine




Coppelius – Hertzmaschine


Besetzung:

Nobusama – Schlagzeug
Simon Michael – Percussions, Sprecher
Graf Lindorf – Cello, Gesang, Sprecher, Kontrabass (akustisch)
Max Coppella – Klarinette, Gesang, Cembalo
Le Comte Caspar – Klarinette, Gesang, Klavier
Bastille –Gesang, Sprecher
Baron von Ede – Sprecher
Sissy Voss – Kontrabass (galvanisiert)


Label: F.A.M.E. Recordings


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Kammer Metal


Trackliste:

1. Tragisches Ende Eines Luftpiraten (0:30)
2. Der Luftschiffharpunist (3:31)
3. Moor (3:20)
4. Harmonie (3:25)
5. Herzmaschine (3:41)
6. Sternenstaub (3:12)
7. Reise (4:40)
8. Ein Experiment (2:49)
9. Glad To Be Dead (2:51)
10. Contenance (1:08)
11. Killers (4:38)
12. Es Fiel Ein Himmelstaue (3:02)
13. Des Bettlers Traum (3:09)
14. Black Is The Colour (2:40)
15. Der Musenkuss (4:01)
16. Konzert (2:33)

Gesamtspieldauer: 49:18




„Hertzmaschine“ nannten die Musiker der Berliner Coppelius ihr sechstes Studioalbum, welches im Januar 2015 veröffentlicht wurde. Nun, Coppelius sind schon irgendwie eine ganz besondere Band, was nicht nur an der Instrumentierung ihrer Lieder liegt, auch die Art der Musik ist etwas Besonderes, ebenso wie die Texte, die kleine Geschichten erzählen und soweit von Liebesliedern entfernt sind wie Dieter Bohlen von anspruchsvoller Musik.

Die einzelnen Titel legen die ganze Spannbreite der Musik dar, wenn es zumindest um Geschwindigkeit und Tempo geht. Da wird zum einen gerockt, die Musik kommt tatsächlich dem Metal nahe, wie zum Beispiel beim rasanten „Killers“. Andererseits gibt es auf „Hertzmaschine“ allerdings auch viele langsame Stücke zu bewundern, die ganz eindeutig zum Nachdenken, zum Entspannen, zum Träumen einladen. Ein gutes Beispiel für diese Ausprägung in der Musik von Coppelius wäre der Titel „Sternenstaub“. Das eine Mal möchte man vielleicht sogar tanzen, das andere Mal einfach nur die Augen schließen und zuhören. Allen Titeln ist dabei zu eigen, dass sie melodiös klingen und ins Ohr gehen. Dabei besitzen einzelne Lieder richtiggehenden Ohrwurmcharakter. Und trotz dieser Vielfalt, diesen laut-leise, schnell-langsam Variationen, hört man diese Scheibe gerne in einem durch, wobei die Zusammenstellung mit jedem Durchgang ein passenderes Bild erzeugt.

Allerdings wird diese Platte wahrscheinlich nicht bei jeder Hörerin, bei jedem Hörer Anklang finden. Das wiederum liegt daran, dass die Band hier des Öfteren mit mittelalterlichen Klängen spielt und experimentiert, die schon ein wenig an den Minnegesang längst vergangener Tage erinnern. Ein gutes Beispiel dafür wäre die Nummer „Es Fiel Ein Himmelstaue“. Garantiert nichts für jedermann. Allerdings ist dies nur eine Variation auf dieser „Hertzmaschine“, auf der Rock-Musik in ganz vielen verschiedenen Schattierungen ausgelebt wird.

Fazit: Man muss manchmal öfters beziehungsweise genauer hinhören, um zu entdecken, dass das Gehörte Instrument wirklich keine Gitarre darstellt. Und trotzdem, auch ohne Keyboard und Gitarre rockt es auf „Hertzmaschine“. Dazu gibt es sanfte Klänge und auch mittelalterliche Töne. Das alles zusammen bildet ein überaus gelungenes Potpourri an deutsch und englisch gesungener Musik, die überaus melodiös ins Ohr geht. Spannend ist das und außergewöhnlich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Harmonie, Sternenstaub, Der Musenkuss, Konzert



Sonntag, 15. November 2015

Coppelius – Extrablatt




Coppelius – Extrablatt


Besetzung:

Max Coppella – Klarinette, Gesang
Comte Caspar – Klarinette, Gesang
Nobusama – Schlagzeug, manchmal Gesang
Graf Lindorf – Cello, Gesang
Sissy Voss – Kontrabass
Bstille – Diener, Gesang, Schlagzeug, Erfrischungen, Korrespondenz, Erledigungen des täglichen Lebens


Label: F.A.M.E. Recordings


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Kammer Metal


Trackliste:

1. Spieldose (4:13)
2. Welt im Wahn (3:50)
3. Reichtum (3:17)
4. Bitten Danken Petitieren (3:27)
5. Locked Out (4:13)
6. Butterblume (2:07)
7. Keine Kamera (3:06)
8. I'd Change Everything (3:04)
9. Glanz und Eleganz (3:37)
10. Glaubtet Ihr? (5:33)
11. Mitten ins Herz (3:23)
12. Running Free (3:19)
13. Geschwind (4:05)


Bonus Titel der CD-Ausgabe:

14. Maria (2:41)

Gesamtspieldauer: 50:00




Extrablatt heißt das vierte Studioalbum der Berliner Band Coppelius. „Eigentlich“ muss man aber eigentlich sagen, denn bei den Berlinern läuft diese Scheibe unter der Nummer 5, was wohl daran liegt, dass die ersten drei EP’s der Band, im Jahr 2005, als „Frühe Werke“ veröffentlicht wurden und somit diese Platte für die Band als Ausgangspunkt ihrer Album-Veröffentlichungen gilt. Allerdings vollkommen egal, ob Nummer 4 oder Nummer 5, was zählt ist das Ergebnis und das ist mit „Extrablatt“ überaus gelungen.

Es ist durchaus faszinierend, wie man mit dieser Besetzung – mit dieser Instrumentierung – solch kraftvolle Musik hervorzaubern kann. Das klingt nicht selten richtiggehend mitreißend und begeisternd. Das wiederum bedeutet jedoch keinesfalls, dass die ruhigeren Titel weniger überzeugend ausgefallen wären. Auch hier wissen die sechs Musiker zu überzeugen. Und dies schaffen Coppelius, weil sie das Gespür für die Harmonie, für die eingängige Melodie haben. Sie kreieren auf „Extrablatt“ jede Menge Musik, die ins Ohr geht. Dabei ist es völlig egal, ob das Tempo angezogen oder aber schleifen gelassen wird. Es klingt eben – überraschenderweise bereits beim ersten Durchhören des Albums, welches dann jedoch mit den weiteren Durchgängen noch zu wachsen weiß.

Das Besondere an Coppelius ist allerdings die bereits erwähnte Instrumentierung. Celli, Klarinetten, Kontrabass und Schlagzeug tragen diese Musik, die manches Mal nach Metal klingt, dann wieder den ganz, ganz sanften Auftritt wählt und ein anderes Mal allerdings auch den Touch mittelalterlicher Musik in sich trägt. Eine große Vielfalt erwartet also die Hörerin beziehungsweise den Hörer. Dazu gesellen sich noch verschiedene Sänger, die die Musik von Coppelius nochmals etwas mehr abwechslungsreich gestalten und erscheinen lassen.

Fazit: Menschen, die nur diese Radio-Sender mit den Dauerschleifen hören, verpassen so viel, weil sie niemals über den Tellerrand hinaussehen. Es gibt auch etwas abseits dieses Mainstreams so viel interessante Musik, so viel „andere“ Musik. Da wird dann natürlich auch viel dabei sein, welches den eigenen Musikgeschmack nicht trifft, jedoch auch jede Menge, was durchaus zu begeistern versteht. Letzteres trifft für Coppelius auf all jene Musikhörer zu, die gerne etwas härtere Musik hören, jedoch auf aufgeschlossen den etwas anderen „Tönen“ sind. Hier kann man jetzt eine völlig andere Ausprägung des Begriffs „Metal“ genießen. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Spieldose, Locked Out, Butterblume, Geschwind