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Montag, 4. September 2023

Amplifier – Trippin' With Dr. Faustus

 



Amplifier – Trippin' With Dr. Faustus


Besetzung:

Sel Balamir – guitar, vocals
Matt Brobin – drums
Steve Durose – guitar, vocals
Alex Redhead – bass, vocals


Gastmusiker:

Beth Bishop – vocals


Label: Rockosmos


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Rainbow Machine (6:27)
2. Freakzone (8:22)
3. Kosmos (Grooves Of Triumph) (6:42)
4. The Commotion (Big Time Party Maker) (6:09)
5. Big Daddy (5:14)
6. Horse (6:40)
7. Anubis (3:45)
8. Supernova (4:34)
9. Silvio (5:20)
10. Old Blue Eyes (6:09)

Gesamtspieldauer: 59:27



„Trippin' With Dr. Faustus“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Rockband Amplifier“. Veröffentlicht wurde das Album auf dem neu gegründeten, bandeigenen Plattenlabel Rockosmos. „Trippin' With Dr. Faustus“ wurde am 7. Juli 2017 veröffentlicht.

Auf ihrem sechsten Album präsentieren Amplifier ihren Hörerinnen und Hörern kraftvollen und eingängigen Alternative Rock. Die Gitarren rocken, der Groove ist jederzeit spürbar. Hier und da wird es auch mal ein wenig vertrackter, schräger, doch niemals zu kompliziert. Die meisten Stücke auf „Trippin' With Dr. Faustus“ funktionieren zwar nicht nach der Devise Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Refrain-Und-Aus, doch das macht sie trotzdem nicht kompliziert, sondern eher abwechslungsreicher und spannender als herkömmlichen, nach obiger Formel funktionierender Rock.

Die einzelnen Stücke gehen allesamt gut ins Ohr und das bereits beim ersten Mal des Hörens. Man legt das Album auf und kann es sehr schnell genießen, ohne sich dabei noch großartig einzelne Titel erschließen zu müssen. Und dies passt auf alle zehn Nummern der Platte, die eine überzeugende Einheit bilden, wenn man auf gut gemachten Alternative Rock steht, der eben nicht einfach austauschbar klingt.

Es gibt keinen Ausfall auf „Trippin' With Dr. Faustus“. Höhepunkt ist allerdings, wie könnte es anders sein bei der Lauflänge von über acht Minuten, das Stück „Trippin' With Dr. Faustus“. Bei dieser Nummer klingen Amplifier noch ein wenig abwechslungsreicher und mitreißender. Sehr schön auch die folkige Nummer „Anubis”.  Akustische Gitarre und mehrstimmiger Gesang, fast könnte man hier an Crosby, Stills & Nash erinnert werden. Fast.

Fazit: „Trippin' With Dr. Faustus“ ist ein überzeugendes Album geworden, wenn man auf gut gemachten und abwechslungsreichen Alternative Rock steht. Nichts auf diesem Album klingt zu vertrackt oder frickelig, doch es rockt und die einzelnen Lieder gehen gut ins Ohr. Neun Punkte.

Anspieltipps: Freakzone, Anubis



Sonntag, 17. Februar 2019

Amplifier – Mystoria




Amplifier – Mystoria


Besetzung:

Sel Balamir – guitar and singing
Matt Brobin – drums
Steve Durose – guitar
Alex Redhead – bass


Label: Superball Music


Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Magic Carpet (3:41)
2. Black Rainbow (3:20)
3. Named After Rocky (5:01)
4. Cat’s Cradle (5:03)
5. Bride (3:56)
6. Open Up (6:16)
7. Meld (Summer Of Love) (5:41)
8. OMG (6:27)
9. The Meaning Of If (2:53)
10. Darth Vader (6:39)
11. Crystal Mountain (4:29)
12. Crystal Anthem (4:15)

Gesamtspieldauer: 57:46




„Mystoria“ heißt das fünfte Studioalbum, welches von der englischen Rockband aus Manchester, Amplifier, im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Das Album erschien auf dem Plattenlabel Superball Music und unterscheidet sich doch sehr stark zu den letzten beiden Veröffentlichungen von Amplifier. Auf „Mystoria“ klingt wenig bis nichts nach Art Rock oder gar Progressive Rock, die Engländer haben sich auf diesem Album ganz dem Alternative Rock verschrieben.

Diesen Alternative Rock wissen die vier Engländer dabei durchaus zu präsentieren und zu inszenieren. Die Musik von Amplifier auf „Mystoria“ klingt kraftvoll und sehr rockig, „mystisch“ oder außergewöhnlich allerdings sicherlich nicht, auch wenn man durch den Album-Titel solche Assoziationen entwickeln könnte. Man hört auf der Platte eingängigen und melodiösen, zumeist härteren Alternative Rock, der durchaus zu überzeugen und begeistern versteht, jedoch in einem Gewässer fischt, in dem sich auch viele andere Bands tummeln. Von daher ist auch „Mystoria“ von Amplifier durchaus hörenswert, erreicht jedoch nicht mehr die Klasse der beiden Vorgängeralben, da das Besondere in der Musik der Engländer ein wenig verlorengegangen ist.

Die Höhepunkte des Albums sind das geniale und „schwere“ „Open Up“ sowie das Lied „Crystal Mountain“. „Open Up“ rockt klasse, geht ins Ohr und in die Beine und steht irgendwie stellvertretend für viele, der auf dem Album enthaltenden Titel. „Crystal Mountain“ klingt anders als der Rest der Platte, setzt einen schönen Kontrast. Das Lied ist ruhiger gehalten, von einer Basslinie dominiert und hört sich leicht psychedelisch an. Eine schöne Auflockerung des Gesamteindrucks der Scheibe.

Fazit: „Mystoria“ von Amplifier ist ein Album geworden, auf dem die Musiker von allen Fesseln und Limitierungen befreit zu rocken scheinen. Man kann die Spielfreude fast heraushören, das Zuhören macht einfach Spaß, wenn man etwas härteren Alternative Rock mag. Die einzelnen Lieder gehen gut ins Ohr und es gibt auf „Mystoria“ auch keinen Ausfall zu beklagen. Für alle Freundinnen und Freunde des Alternative Rocks wärmstens zu empfehlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Open Up, Crystal Mountain



Mittwoch, 7. März 2018

Amplifier – Echo Street




Amplifier – Echo Street


Besetzung:

Sel Balamir – guitar, vocals
Matt Brobin – drums
Steve Durose – guitar, vocals
Alexander Redhead – bass, vocals


Gastmusiker:

Charlie Barnes – keyboards, piano (4, 5)
Ben Evans – backing vocals (4)


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Alternative Rock, New Artrock, Psychedelic Rock, Space Rock


Trackliste:

1. Matmos (8:12)
2. The Wheel (7:10)
3. Extra Vehicular (12:11)
4. Where The River Goes (6:32)
5. Paris In The Spring (8:34)
6. Between Today And Yesterday (4:55)
7. Echo Street (5:56)
8. Mary Rose (7:16)

Gesamtspieldauer: 1:00:50




Amplifier ist eine englische Rock Band, die ihre Ursprünge in Manchester hat. Bis heute haben Amplifier sechs Studioalben veröffentlicht. „Echo Street“ heißt die vierte Scheibe dieser Reihe und erschien am 15. März 2013 auf dem Plattenlabel KScope. In ihrem Heimatland konnte sich das Album nicht in den Charts platzieren, in Deutschland erreichte die Platte jedoch immerhin Platz 90 der Album-Charts. Sehr seltsam, dass die Engländer hier nicht zugriffen.

Die Musik von Amplifier auf „Echo Street“ klingt kraftvoll, fett und packend. Mitreißende Rock Musik, die sehr stark im Alternative Rock verhaftet ist, jedoch durchaus auch Elemente des Psychedelic Rocks und des Space Rocks aufweist. Dicht und dunkel klingt es zumeist, dabei reichen die musikalischen Stimmungen von zart bis hart. Ist der Titel „Where The River Goes“ zunächst fast schon im Folk angesiedelt und beeindruckt auch durch mehrstimmigen Gesang, so entwickelt er sich im weiteren Verlauf zu einer kraftvollen Space Rock Nummer. „Between Today And Yesterday“ verbleibt hingegen in der folkigen Atmosphäre und weiß ebenfalls mit gelungenem mehrstimmigen Gesang zu überzeugen. „The Wheel“ wiederum beginnt mit ein paar spacigen Tönen und startet schließlich unvermittelt und relativ redundant monoton durch. Dunkel, sehr kraftvoll und mitreißend. Klasse Nummer.

Doch dies gilt ebenso für „Extra Vehicular“, bei dem die Band mit den Atmosphären spielt. Laut und leise, sanft und hart, melodiös oder hämmernd. In diesem Titel ist alles drin, was spannende Musik ausmacht – und speziell auch die von Amplifier. Abwechslung pur, die mitreißt und ins Ohr geht. Allzu viele Bands bekommen dies nicht auf diese Art und Weise bewerkstelligt. Ebenso kann an dieser Stelle „Paris In The Spring“ angeführt werden. Diese Nummer startet sanft mit Klängen der akustischen Gitarre und entwickelt sich zu einem sanften Rock-Lied, welches sehr melodiös aufgebaut ist und schnell ins Ohr geht. Jetzt klingen Amplifier ein wenig wie Porcupine Tree, während einer derer sanfteren Stücke. Das Titellied „Echo Street“ ist dagegen eine eher sehr sphärische Angelegenheit, nicht sehr melodiös ist und sehr viel mehr mit dem Adjektiv „experimentell“ zu umschreiben ist. Mit dem düsteren, zu Beginn fast schon mystisch klingenden Lied „Mary Rose“, bei dem Sel Balamir den Gesang an mancher Stelle fast flüstert, bis es sich letztendlich ebenfalls zu einem kraftvollen Rock-Lied entwickelt, endet schließlich dieses sehr überzeugende und abwechslungsreiche Album.

Fazit: Steht man auf Alternative Rock mit den Zutaten Psychedelic Rock und Space Rock, so wird man dieses Album lieben. „Echo Street“ ist eine überaus abwechslungsreiche Platte geworden, die an jeder Stelle Spaß macht und keinerlei Hänger aufweist. Die Lieder gehen ins Ohr, klingen abwechslungsreich, spannend und packend. Es gibt auf „Echo Street“ die sanften Passagen, wie die härteren Abschnitte. Dazu gibt es immer wieder schöne Gesangsarrangements und auch kleinere Experimente zu hören. Rock Fan, was willst Du mehr? Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Wheel, Extra Vehicular, Where The River Goes, Paris In The Spring, Between Today And Yesterday



Sonntag, 25. Februar 2018

Amplifier – The Octopus




Amplifier – The Octopus


Besetzung:

Sel Balamir – guitar, vocals
Matt Brobin – drums
Neil Mahony – bass


Gastmusiker:

Charlie Barnes – piano
Mike Vennart – backing vocals
Claire Lemmon – backing vocals
Rose Kemp – vocals in „The Sick Rose“ & „Golden Ratio“
Denise Johnson – backing vocals
Kemal L. Freaktide – voice of Satan
Tom Knott – trumpets


Label: Ampcorp Industries


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Art Rock, Progressive Rock, Progressive Metal, Alternative Rock, Space Rock


Trackliste:

CD 1:

1. The Runner (3:38)
2. Minion’s Song (5:51)
3. Interglacial Spell (6:25)
4. The Wave (6:58)
5. The Octopus (9:19)
6. Planet Of Insects (5:49)
7. White Horses At Sea // Utopian Daydream (8:55)
8. Trading Dark Matter On The Stock Exchange (11:33)

CD 2:

1. The Sick Rose (8:58)
2. Interstellar (10:17)
3. The Emperor (6:38)
4. Golden Ratio (5:13)
5. Fall Of The Empire (8:29)
6. Bloodtest (5:15)
7. Oscar Night // Embryo (7:44)
8. Forever And More (9:19)

Gesamtspieldauer CD1 (58:32) und CD2 (1:01:58): 2:00:30



„The Octopus“ heißt das dritte Album der englischen Band Amplifier. Es wurde am 11. Januar 2011 in Form eines Doppelalbums auf dem bandeigenen Label Ampcorp Industries veröffentlicht. Da die Band zunächst bei keiner Plattenfirma mehr unter Vertrag stand, musste sie alles selbst organisieren und managen, wodurch sich die Veröffentlichung des Albums über Jahre hinzog. Doch auch die Aufnahmen zu „The Octopus“ entstanden nicht in einem Schritt, sondern in mehreren Etappen, nämlich im November 2008, Mai 2009 und Mai 2010. Das Ergebnis ist eine wahre Lawine an zum Teil absolut mitreißender Musik, die das Herz des Art Rock bis hin zum Progressive Rock Fan höherschlagen lässt.

„The Octopus“ ist wahrlich ein musikalisches Brett, auf dem die Hörerin beziehungsweise der Hörer auf über zwei Stunden kraftvollen, zumeist harten, mitunter geradlinigen, dann allerdings auch wieder sehr verschnörkelten Rock zu hören bekommt. Das macht sehr viel Laune, da die Musik dabei auch jederzeit sehr melodiös klingt und ins Ohr geht. Auf „The Octopus“ hört man Musik zum Eintauchen. Hier werden musikalische Klangwelten erbaut, in die man hineingezogen wird. Diese „Welten“ entwickeln sich auch mal etwas verstörender, um einen schließlich später wieder in Form von wunderbarer Harmonie zu erlösen. Egal ob mal eher sphärisch oder sehr viel geerdeter, die Musik klingt und wirkt in jedem Moment. Dabei ist „The Octopus“ keine Platte, die gleich beim ersten Mal des Hörens vollständig und durchgängig packt. Dies ist bei einer Laufzweit von über zwei Stunden auch kaum möglich. Doch Amplifier haben mit diesem Album eine Platte geschaffen, die definitiv wächst und reift. Die Melodien zünden immer mehr, Vieles entdeckt man erst beim dritten, vierten … oder zehnten Mal des Hörens. Sehr spannend. Gibt man dieser Musik die Zeit, so packt einen das schließlich auch über die Gesamtlaufzeit des Doppelalbums.

Aus diesem Werk einzelne Lieder herauszuheben ist einigermaßen schwierig, da „The Octopus“ gerade in seinem Gesamtkonzept am Überzeugendsten wirkt. Man möchte nach dem einen Lied auch unbedingt noch den nächsten Titel hören und den übernächsten und so weiter. Um hier doch ein paar Lieder zu nennen, seien an dieser Stelle gleich die ersten vier Nummern auf CD1 angeführt. „The Runner“, „Minion‘s Song“, „Interglacial Spell“ sowie „The Wave“ spiegeln die Musik und auch die Atmosphäre der Platte perfekt wieder. Hier gibt es all die Feinheiten in der Musik von Amplifier zu hören, die diese ausmachen. Verschiedene Stimmungen, Rhythmen, Tempi und alles verpackt in sehr eingängige Melodien. Mich begeistern weiter auch sehr die Titel „White Horses At Sea // Utopian Daydream“, „Interstellar“ sowie „The Emperor“. Ich hätte an dieser Stelle allerdings wohl auch jeden anderen Titel anführen können, denn die Musik überzeugt in ihrer Gesamtheit – und eine schlechte Nummer gibt es nicht auf „The Octopus“.

Fazit: Mitreißenden Art Rock und Progressive Rock gibt es auf „The Octopus“, dem dritten Album der Band Amplifier aus Manchester zu hören. Die Musiker reizen alles, was ihnen zur Verfügung steht aus und variieren dies. Egal ob Rhythmik, Tempo, Melodiösität oder Atmosphäre, alles ist auf diesem Doppelalbum im Fluss. Genau das macht „The Octopus“ so spannend und hörenswert. Dabei benötigt das Album zunächst allerdings ein paar Durchlaufe, um nach dem ersten positiven Eindruck mit lediglich einigen gefühlten Höhepunkten noch sehr viel tiefer gehen zu können. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Runner, Minion‘s Song, The Emperor