Posts mit dem Label 2019 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 2019 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 5. Januar 2022

Cigarettes After Sex – Cry

 





Besetzung:

Greg Gonzalez – vocals, guitar
Randall Miller – bass
Jacob Tomsky – drums
Phillip Tubbs – keyboards




Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Dream Pop


Trackliste:

1. Don‘t Let Me Go (4:22)
2. Kiss It Off Me (4:29)
3. Heavenly (4:46)
4. You‘re The Only Good Thing In My Life (4:35)
5. Touch (4:52)
6. Hentai (4:45)
7. Cry (4:16)
8. Falling In Love (4:05)
9. Pure (4:14)

Gesamtspieldauer: 40:30



„Cry“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Dream Pop Band Cigarettes After Sex. „Cry“ erschien am 25. Oktober 2019 auf dem Plattenlabel Partisan Records. Vorher war bereits die Single „Heavenly“ ausgekoppelt und veröffentlicht worden. In Deutschland erreichte das Album Platz 29 der Charts. In Großbritannien immerhin noch Platz 36 und im Heimatland der Musiker von Cry, in den USA, reichte es bis Platz 152 der US Billboard 200.

Auf „Cry“ hört man sanfte Musik. Sehr sanfte Musik. Zahlreiche Synthesizer-Teppiche legen sich über jeden Titel. Die Rhythmusfraktion aus Bass und Schlagzeug hält sich sehr zurück und auch die Gitarre klingt oftmals fast wie aus dem Hintergrund kommend. Zu all dem passt bestens der Gesang des Greg Gonzalez, der meistens gehaucht klingt, jedoch setzt er seine Stimme auch mal fast flüsternd ein. Das musikalische Genre Dream Pop umschreibt die Musik sehr gut, wobei die Lieder auch unter der Bezeichnung Ambient Pop durchaus zutreffend beschrieben sind.

Das klingt alles eingängig und melodiös, doch zu viel passiert nicht auf „Cry“. Und auch wenn man sanfte Melodien verfolgt, die Lieder stehen nicht im Verdacht einen Ohrwurm zu generieren. Zu sanft und fast schon entrückt klingt das alles. Und damit muss man sich beim Hören auch darauf einstellen, dass die vierzig Minuten Spieldauer des Albums allesamt recht ähnlich klingen. Jeder Titel ist im selben Tempo gehalten und noch schlimmer, da dann doch auch etwas langweilig, jedes Lied verbreitet die absolut gleiche Atmosphäre. Es entsteht an keiner Stelle Spannung oder Abwechslung, von Experimenten braucht man schon gar nicht zu sprechen.

Dementsprechend gestaltet es sich auch sehr schwierig einen Höhepunkt des Albums zu benennen. Alle Lieder klingen sehr ähnlich bis gleich und sind demnach allesamt als Anspieltipps und als Höhepunkt geeignet. Und wenn man diese Art der Musik nicht mag wird man auch kaum einen Titel finden, den man besser oder schlechter als die anderen findet. Die einzelnen Lieder sind wie ein langer Fluss, der sich dahinschlängelt und ergeben ein großes, einheitliches Ganzes. Zum Relaxen und Entspannen ist die Musik klasse. Doch habe ich immer nach dem Hören des Albums das Gefühl aufspringen zu müssen, um irgendetwas etwas zu erleben.

Fazit: Sanften, sehr sanften Dream Pop gibt es auf „Cry“ von Cigarettes After Sex zu hören. Musik zum Entspannen. Aufregend klingt da nichts, melodisch alles. Die Atmosphäre des Albums ist durchwegs getragen und zum Teil deshalb auch langweilig. Irgendwie fehlt die Abwechslung. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Alles



Montag, 13. Dezember 2021

Isildurs Bane & Peter Hammill – In Amazonia

 



Isildurs Bane & Peter Hammill – In Amazonia


Besetzung:

Peter Hammill – vocals
Katrine Amsler – keyboards & electronics
Klas Assarsson – vibraphone, marimba, vives, percussion
Luca Calabrese – trumpet
Axel Croné – bass, clarinets, saxophones, flute, string arrangements, additional electric guitars, additional synthesizers
Samuel Hällkvist – guitars
Mats Johansson – synthesizer & treatments
Liesbeth Lambrecht – violin & viola
Kjell Sverinsson – drums & percussion


Gastmusiker:

Karin Nakagawa – koto & voice
Pat Mastelotto – electronic drums & percussion
Xerxes Andren – drums, percussion
Adam Sass – trumpet
Zhazira Ukeyeva – violin
Mette Gerdle – violin
John Aderberg – backing vocals


Label: Ataraxia


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Before You Know It (7:48)
2. Under The Current (4:48)
3. Aguirre (5:19)
4. This Is Where? (10:09)
5. The Day Is Done (9:07)
6. This Bird Has Flown (3:03)

Gesamtspieldauer: 40:16



„In Amazonia“ heißt die erste Zusammenarbeit der schwedischen Band Isildurs Bane und Peter Hammill, dem Sänger, Gitarristen und Hauptkomponisten von Van der Graaf Generator. Dass sich die schwedische Band und der englische Progressive Rock Pionier gefunden haben, darf man nach dem Hören von „In Amazonia“ mit Sicherheit als Glücksfall bezeichnen. „In Amazonia“ erschien am 10. Mai 2019 auf dem Plattenlabel Ataraxia.

Nun, diese Kollaboration ist dann ein „Glücksfall“ für alle Hörerinnen und Hörer, wenn sie denn auf Musik stehen, die ganz bestimmt nicht in der Dauerschleife im Radio läuft. „In Amazonia“ ist Atmosphäre pur, ein Album, abwechslungsreich, spannend, fordernd und mitunter auch etwas dergestalt unangepasst, dass man es sich erst erarbeiten muss. Und trotzdem ist diese Platte melodisch und eingängig. Es ist eines jener Alben, die sich lohnen öfters gehört zu werden, da sie sich einem mit jedem weiteren Durchlauf noch mehr, noch besser erschließen. Gleich beim ersten Hören geht einem jedoch „Under The Current“ ins Ohr. Diese fast schon mystische, verzauberte Stimmung, die dieses Lied transportiert, packt einen sofort und die Melodie fühlt sich bereits bei diesem ersten Durchgang wie ein „alter Bekannter“ an, obwohl „Under The Current“ nichts kopiert.

„This Is Where?“ erinnert mich durch seine Marimbas sofort an Peter Gabriels „No Self Control“, doch beide Titel haben beim genauen Vergleich gar nicht so viel gemein. Allerdings ist es auch hier die transportierte Atmosphäre, die ähnlich wie schon bei „Under The Current“ zu begeistern weiß. Die restlichen vier Lieder muss man sich dann wahrscheinlich etwas mehr „erarbeiten“, doch auch diese überzeugen mit jedem weiteren Durchlauf mehr. Und auch wenn „This Bird Has Flown“ ganz am Ende von „In Amazonia“ zunächst eher eine Klangkollage, denn ein Lied im eigentlichen Sinne darzustellen scheint, wirken Rhythmus und die schließlich doch vorhandene Melodie wie ein hymnisches Finale dieses tollen Albums.

Fazit: Die Zusammenarbeit zwischen Isildurs Bane und Peter Hammill, welche im Jahr 2017 begann und im Jahr 2019 in diesem ersten gemeinsamen Album mündete, lohnt sich wahrlich gehört zu werden. Progressive Rock gibt es auf „In Amazonia“ zu hören, der ganz im Hier und Jetzt angesiedelt ist und nicht nach den Ursprüngen dieses musikalischen Genres klingt. Damals entstand jene Musik, die ich lieben gelernt habe. Mit diesem Album gibt es auch im Jahr 2019 noch Musik, die ebenso begeistern kann. Für Andershörer. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Under The Current, This Is Where?



Dienstag, 9. November 2021

Rival Sons – Feral Roots

 



Rival Sons – Feral Roots


Besetzung:

Jay Buchanan – vocals, rhythm guitar on tracks 5 and 9
Scott Holiday – guitars
Michael Miley – drums
Dave Beste – bass guitars


Gastmusiker:

Todd Ögren – keyboards on tracks 1-5, 7–11
Kristen Rogers and Whitney Coleman – backing vocals on tracks 1-3, 5, 7, 8 and 9
The Nashville Urban Choir – additional vocals on track 11




Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Rock


Trackliste:

1. Do Your Worst (3:30)
2. Sugar On Tthe Bone (3:02)
3. Back In The Woods (3:32)
4. Look Away (5:19)
5. Feral Roots (5:56)
6. Too Bad (4:44)
7. Stood By Me (4:05)
8. Imperial Joy (4:09)
9. All Directions (4:29)
10. End Of Forever (3:52)
11. Shooting Stars (4:20)

Gesamtspieldauer: 47:03



„Feral Roots“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Rival Sons. Es wurde am 25. Januar 2019 auf dem Plattenlabel Atlantic Records veröffentlicht. Mit den Liedern „Do Your Worst“, „Back In The Woods“, „Feral Roots“, „Look Away“, „Too Bad“ sowie „Shooting Stars“ wurden ganze sechs Titel des Albums als Singles veröffentlicht, wobei die erste Auskopplung, „Do Your Worst“ sogar den ersten Platz der US Billboard Mainstream Rock Songs Charts erklomm.

Auf „Feral Roots“ hört man absolut eingängigen und kraftvollen Rock, der seine Ursprünge durchaus im Blues zu haben scheint, jedoch dabei rockig aus den Boxen quillt. Dazu klingen die elf Titel des Albums unfassbar entspannt und nicht zuletzt der mitreißende Gesang des Jay Buchanan und auch jener der Background-Sängerinnen Kristen Rogers und Whitney Coleman tragen mit zu dieser relaxten Atmosphäre des Albums bei. Die Melodien der Lieder funktionieren unmittelbar und sofort und rocken, sodass man gar nicht umhinkommt an der einen oder anderen Stelle mit zu wippen.

Immer wieder wird das Gehörte aufgelockert. Sei das durch den Einsatz einer Sitar, wie beim sich später zu einem wahren Rocker entwickelnden „Look Away“ oder akustische Auflockerungen, die es im anschließenden Titeltrack zu hören gibt. Und beim letzten Stück ist es gleich ein ganzer Gospel-Chor, der in das Lied einführt. Langeweile kommt da niemals auf, das Zuhören gestaltet sich durchgängig abwechslungsreich und spannend.

Ausfälle findet man auf diesem gelungenen Album keine, dafür jede Menge Höhepunkte. Die beiden gerade erwähnten Lieder „Look Away“ und „Feral Roots“ gehören sicherlich dazu, das kraftvolle „Too Bad“, das mit einem Schlagzeug-Intro startende „Back In The Woods“, was mich etwas an Led Zeppelin erinnert oder „End Of Forever“, bei dem eine Rhythmusmaschine die Einleitung übernimmt. Viel zu hören und zu entdecken gibt es somit auf „Feral Roots“, auf dem sich die Lieder qualitativ kaum unterscheiden.

Fazit: Ein sehr gelungenes Album ist den US-Amerikanern aus Long Beach, Kalifornien mit „Feral Roots“ gelungen. Die Lieder brauchen keine lange Anlaufzeit, um zu überzeugen. Sie rocken sofort und gehen dabei ohne Umwege ins Ohr. Klasse und abwechslungsreiche Musik, die jede und jeden überzeugen dürfte, die eingängigen Rock mit leichten Blues-Einschüben lieben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Feral Roots, End Of Forever



Sonntag, 25. Juli 2021

Coldplay – Everyday Life

 



Coldplay – Everyday Life


Besetzung:

Guy Berryman – bass guitar, percussion
Will Champion – drums and percussion, keyboards, backing vocals, guitar
Jonny Buckland – guitars, keyboards
Chris Martin – lead vocals, guitars, piano, keyboards


Gastmusiker:


Aluna – choir vocal
Garine Antreassian – choir vocal
Jocelyn 'Jozzy' Donald – choir vocal
Nadeen Fanous – choir vocal
Marwa Kreitem – choir vocal
Apple Martin – choir vocal
Moses Martin – choir vocal
Bashar Murad – choir vocal
Ben Oerlemans – choir vocal
Bill Rahko – choir vocal
Norah Shaqur – choir vocal
Stromae – vocals
Omorinmade Anikulapo-Kuti – alto saxophone (track 7)
Babatunde Ankra – trombone (track 7)
Drew Goddard – guitar
Daniel Green – keyboards
Samir Joubran – oud
Wissam Joubran – oud
Adnan Joubran – oud
Femi Kuti – horn
Made Kuti – orchestrionics
Ayoola Magbagbeola – tenor saxophone
Max Martin – keyboards
Gbenga Ogundeji – trumpet
Bill Rahko – keyboards
Davide Rossi – strings
Rik Simpson – keyboards


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Pop


Trackliste:

1. Sunrise (2:31)
2. Church (3:50)
3. Trouble In Town (4:38)
4. Broken (2:30)
5. Daddy (4:58)
6. WOTW / POTP (1:16)
7. Arabesque (5:40)
8. When I Need A Friend (2:35)
9. Guns (1:55)
10. Orphans (3:17)
11. Èkó (2:37)
12. Cry Cry Cry (2:47)
13. Old Friends (2:26)
14. Bani Adam (3:14)
15. Champion Of The World (4:17)
16. Everyday Life (4:18)

Gesamtspieldauer: 53:36



„Everyday Life“ heißt das achte Studioalbum der britischen Band Coldplay. Es wurde am 22. November 2019 auf dem Plattenlabel Parlophone in Europa und auf Atlantic Records in den USA veröffentlicht. Das Album ist in zwei Hälften unterteilt, wobei die erste Hälfte mit „Sunrise“ und die zweite Hälfte mit „Sunset“ betitelt ist. Zwischen beiden Hälften finden sich acht „Lieder“, die lediglich das Läuten von Big Ben wiedergeben, nicht in den Credits des Albums zu finden sind und auf dem Computer als „G“, „O“, „D“, „=“, „L“, „O“, „V“, „E“ erscheinen. Insgesamt dauert dieser Einschub ganze 39 Sekunden. Mit den Liedern „Orphans“, „Arabesque“, „Everyday Life“ und „Champion Of The World“ wurden insgesamt vier Singles zur Unterstützung des Albums ausgekoppelt.

Die musikalischen Stile auf „Everyday Life“ reichen von Pop über Rock zu Soul, Folk, Gospel und sogar klassischen Adaptionen, wie man mit dem Eröffnungslied „Sunrise“ sogleich hören kann. Durch diesen Stilmix kommt man unweigerlich in die Situation, nicht alles auf dieser Platte gut zu finden, soweit man sich nicht in allen genannten Genres zu Hause fühlt. Auf solch Titel wie „Broken“ oder „Cry Cry Cry“ hätte zumindest ich gut verzichten können. Viele der weiteren Stücke klingen ganz nett, ohne dabei jedoch das Potential zu besitzen längerfristig hängenzubleiben. Angenehm zum Anhören, aber das war es dann auch schon.

Ganz anders sieht das beim Lied „Trouble In Town“ aus. Tolle poppig-rockige Nummer mit einer überwiegend sehr düsteren, getragenen Stimmung, die zwischendrin auch mal eskaliert. Davon hätte ich gern mehr auf diesem Album gehört. Ebenfalls noch sehr überzeugend klingen Coldplay beim letzten Stück und gleichzeitig dem Titellied „Everyday Life“. Diese Nummer hätte so auch auf einem der ersten Coldplay Alben enthalten sein können. Schöne, eingängige Melodie dazu der sehnsüchtig klingende Gesang des Chris Martin. Das passt perfekt.

Kommerziell erfolgreich war „Everyday Life“ auf jeden Fall. In Deutschland kletterte das Album zwar „Lediglich“ bis auf Platz 4 der Charts, dafür erreichte es jedoch im Vereinigten Königreich und den USA sogar die Spitze der entsprechenden Album-Hitparaden. In Großbritannien übrigens zum achten Mal, beim achten Album.

Fazit: Nicht alles überzeugt auf „Everyday Life“, dem achten Studioalbum von Coldplay. Doch die Platte besitzt durchaus auch ihre Höhepunkte. Leider hat die Band ihren Stilmix hier ein klein wenig übertrieben, sodass man sich schwer auf die Musik einstellen kann. Ein einmal betretender Pfad wird dabei sofort wieder verlassen. Gewiss, das sorgt für Abwechslung – allerdings auch für etwas Seufzen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Trouble In Town, Everyday Life



Sonntag, 7. März 2021

Half Moon Run – A Blemish In The Great Light

 



Half Moon Run – A Blemish In The Great Light


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Devon Portielje
Dylan Phillips
Isaac Symonds
Conner Molander


Gastmusiker:

Quatuor Esca – string quartet
Colin Stetson – saxophone
Pietro Amato – French horn
Christopher Seligman – French horn
Chœur Des Enfants De Montréal – choir
Rowan Grace Mizerski – additional vocals




Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Then Again (3:19)
2. Favourite Boy (4:02)
3. Flesh And Blood (4:57)
4. Natural Disaster (3:43)
5. Black Diamond (2:59)
6. Yani's Song (2:41)
7. Razorblade (7:26)
8. Undercurrents (2:18)
9. Jello On My Mind (3:52)
10. New Truth (5:08)

Gesamtspieldauer: 40:28



„A Blemish In The Great Light“ heißt das dritte Studioalbum der kanadischen Rock Band Half Moon Run. Es wurde am 1. November 2019 auf dem Plattenlabel Glassnote Records veröffentlicht. Auf dem Album hört man Independent Rock, der erneut mehr in die Richtung des Mainstream Rocks und Pops driftet, wie er bereits auf dem Vorgängeralbum „Sun Leads Me On“ zu hören war.

Und so erklingt auch auf „A Blemish In The Great Light“ sehr eingängiger und melodiöser Rock, der sehr schnell ins Ohr geht und sich dabei auch durchaus abwechslungsreich anhört. Streicher, Bläser und ein Kinderchor lockern die Rockinstrumentierung immer wieder etwas auf, welche dadurch nochmals spannender klingt. Großartige Experimente gehen die Musiker von Half Moon Run dabei nicht ein, alles klingt bereits beim ersten Mal des Hörens auf eine entspannte Art und Weise gut. Und schließlich steigern sich die einzelnen Nummern noch mit den Durchläufen – werden noch vertrauter und damit eingängiger.

Somit ist „A Blemish In The Great Light“ ganz bestimmt keine schlechte Scheibe geworden, wenn man auf die eher sanftere und überaus melodische Ausprägung des Indie-Rocks steht. An die Lieder des Debuts „Dark Eyes“ reichen die Titel jedoch nicht ganz heran. Trotzdem gibt es einige Höhepunkte, die neben den anderen, hörenswerten Stücken noch einen Tick mehr zu überzeugen wissen, als jene restlichen Stücke. Dies wären gleich der Opener „Then Again“, dann das sehr eingängige „Natural Disaster“ sowie die kurze Instrumentalnummer „Undercurrents“.

Fazit: „A Blemish In The Great Light“ ist ein sehr melodisches und eingängiges Independent Rock Album geworden. Alles klingt auf der Platte und geht ins Ohr. Einige Höhepunkte gibt es zudem darauf zu hören, sodass all diejenigen, die auf die eher sanften Töne des Rocks stehen sicherlich Gefallen an diesem Album finden werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Then Again, Natural Disaster, Undercurrents



Dienstag, 23. Februar 2021

Peter Gabriel – Rated PG

 



Peter Gabriel – Rated PG


Besetzung:

Peter Gabriel – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben




Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. That‘ll Do (Schweinchen Babe in der großen Stadt) (3:56)
2. Down To Earth (WALL-E) (5:58)
3. This Is Party Man (Virtuosity) (6:36)
4. The Book Of Love (Darf ich bitten?) (3:38)
5. Taboo (Natural Born Killers) (5:47)
6. Everybird (Birds Like Us) (4:24)
7. Walk Through The Fire (Gegen jede Chance) (4:03)
8. Speak (Bol) (The Reluctant Fundamentalist) (6:33)
9. Nocturnal (Les Morsures de l‘Aube) (3:47)
10. In Your Eyes (Teen Lover) (5:08)

Gesamtspieldauer: 49:53



Peter Gabriel hatte schon immer ein Faible für den Film und damit auch für die Filmmusik. Drei komplette Soundtracks hat er bisher in seiner Karriere zu den Filmen „Birdy“, „Passion“ (Deutscher Titel „Die letzte Versuchung Christi“) und „Rabbit-Proof Fence“ („Deutscher“ Titel: „Long Walk Home“) eingespielt. Im Grunde genommen stellt auch „Ovo“ einen Soundtrack dar, ist es doch die musikalische Untermalung der Millennium Dome Show in London zum Jahrtausendwechsel.

Neben diesen Soundtracks steuerte Peter Gabriel auch immer wieder einzelne Titel zu diversen Filmprojekten bei. Eine nicht vollständige Zusammenstellung dieser Tracks wurde am 13. April 2019 auf dem Label Real World Records unter dem Titel „Rated PG“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich größtenteils um Eigenkompositionen, die speziell für die jeweiligen Filme geschrieben wurden. Ausnahmen sind gleich das erste Lied „That‘ll Do“, welches aus der Feder von Randy Newman stammt sowie der Titel „The Book Of Love“ – auch zu hören auf dem 2010er Album „Sratch My Back“ – ursprünglich geschrieben von Stephin Merritt von der Band The Magnetic Fields. Bei den Liedern „Down To Earth“; „Taboo“ und „This Is Party Man“ hatte Peter Gabriel Co-Autoren. Im letzteren Fall unter anderem Tori Amos. „In Your Eyes“ wurde selbstverständlich auch nicht extra für den Film „Teen Lover“ geschrieben, sondern kennt man bereits viel länger vom Album „So“.

„Rated PG“ klingt insgesamt nicht wie ein Soundtrack-Album, zumeist eher wie eine poppig-rockige Scheibe, die auch wenig mit progressiven Klängen zu tun hat. Schön ist, dass auf „Rated PG“ einige Titel enthalten sind, die man so nicht auf CD erhält. Schade wiederum ist, dass einige Titel fehlen. Ich nehme an aus lizenzrechtlichen Gründen konnten solch Lieder wie das grandiose „Lovetown“ aus „Philadelphia“ oder auch das sehr viel aktuellere Lied „The Veil“ aus dem 2016er Oliver Stone Film „Snowden“ nicht mit auf diese Veröffentlichung gepackt werden – oder demnächst ist ein „Rated PG II“ geplant.

Fazit: Die Kompilation „Rated PG“ ist ganz bestimmt kein essentielles und auch kein typisches Peter Gabriel Album – auch wenn es nicht nach „Soundtrack“ klingt. Die Zusammenstellung ist gelungen, allerdings nicht vollständig. Man hört auf „Rated PG“ definitiv Peter Gabriel Musik, diese ist auch immer als solche zu erkennen. Das Album besitzt mit dem Lied „Taboo“, bei dem Nusrat Fateh Ali Khan nochmals seine Gesangskünste zum Besten gab, seinen Höhepunkt. Von daher sicherlich eine lohnende Anschaffung für Fans, wenn man alles von „seinem“ Lieblingsmusiker besitzen möchte. Acht Punkte.

Anspieltipps: Taboo



Mittwoch, 24. Juni 2020

The Lumineers – III




The Lumineers – III


Besetzung:

Wesley Schultz − vocals, guitar
Jeremiah Fraites − piano, drums, tambourine, guitar, backing vocals, synths, vibraphone, cymbal scrapes


Gastmusiker:

Byron Isaacs − bass, backing vocals
Lauren Jacobson − violin, backing vocals
Simone Felice − maraca, backing vocals
David Baron − synths, keyboards, harmonium
Anneke Schaul-Yoder − cello


Label: Decca Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Independent Rock


Trackliste:

Chapter 1 - Gloria Sparks

1. Donna (3:06)
2. Life In The City (3:51)
3. Gloria (3:36)

Chapter 2 - Junior Sparks

4. It Wasn‘t Easy To Be Happy For You (3:34)
5. Leader Of The Landslide (5:54)
6. Left For Denver (3:16)

Chapter 3 - Jimmy Sparks

7. My Cell (3:16)
8. Jimmy Sparks (5:56)
9. April (0:50)
10. Salt And The Sea (4:30)

Bonus Tracks:

11. Democracy (6:44)
12. Old Lady (4:17)
13. Soundtrack Song (2:03)

Gesamtspieldauer: 50:59



Kurz mit „III“ betitelte die US-amerikanische Indie-Folk-Band The Lumineers ihr drittes Studioalbum, welches gleichzeitig ein Konzeptalbum ist. „III“ wurde am 13. September 2019 auf dem Plattenlabel Decca veröffentlicht. Mit den Liedern „Gloria“, „It Wasn‘t Easy To Be Happy For You“ und „Salt And The Sea“ wurden insgesamt drei Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Die Zahl „3“ spielt noch eine weitere Rolle auf „III“. Das Album ist in drei Kapitel unterteilt, die sich mit Gloria, Junior und Jimmy Sparks beschäftigen. Drei Personen einer Familie, deren Leben durch Süchte und Abhängigkeiten auf unterschiedliche Art und Weise beeinflusst wird. Bis Ende September 2019 hatten Wesley Schultz und Jeremiah Fraites – die beiden Mitglieder der Lumineers – zehn Musikvideos zu den zehn Titel des Albums veröffentlicht. Die restlichen drei Stücke auf „III“ sind Bonustracks, wobei es sich beim Lied „Democracy“ um eine Cover-Version eines Leonard Cohen Titels handelt. In den USA erreichte „III“ Platz zwei der US Billboard 200, in Großbritannien kletterte das Album bis auf Platz 8, in Deutschland auf Platz 40 der Charts.

Auf „III“ hört man zumeist eher sanften Independent Rock, der ab und an auch in den Gefilden des Folks beheimatet ist, jedoch auch etwas Tempo aufnehmen kann. Die Musik der Lumineers auf „III“ ist eingängig, melodiös, melancholisch, traurig, packend. Musik, die mit den Gefühlen spielt, die anfasst. Dieses Album klingt an vielen Stellen ergreifend und man kann wunderschön in diese sanften und doch immer wieder aufwallenden und packenden Melodien eintauchen. Dass es sich vom Inhalt der Geschichte her, die das Album erzählt, um eine eher traurige Erzählung handelt, kann man hören und auf zehn veröffentlichten Musikvideos auch sehen.

„III“ klingt und wirkt und ist gelungen. Dies gilt für alle auf dem Album enthaltenen Stücke. Trotzdem, die Höhepunkte des Albums befinden sich im letzten und dritten Kapitel. „Jimmy Sparks“, „April“ und „Salt And The Sea“ heißen diese und wer auf einfühlsame, melodische und gleichzeitig packende Musik steht, die oder den dürften diese drei Nummern musikalisch sicherlich bereichern. Auch die Bonus-Tracks lohnen gehört zu werden, sodass dem gelungenen Hörerlebnis nichts mehr im Wege steht.

Fazit: Musik kann so wunderschön und einnehmend klingen. Auf die Lumineers und ihr Album „III“ trifft dies definitiv zu. Sanfte Musik, die ab und an anschwillt, dabei jedoch nicht weniger melodisch, sondern nur noch intensiver klingt. „III“ bedeutet Abschalten und Eintauchen in die Welt der packenden Harmonien. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Jimmy Sparks, April, Salt And The Sea



Montag, 15. Juni 2020

Pattern-Seeking Animals – Pattern-Seeking Animals




Pattern-Seeking Animals – Pattern-Seeking Animals


Besetzung:

John Boegehold – synthesizers, programming, acoustic & electric guitars, mandolin, vocals
Ted Leonard – vocals, lead & rhythm guitars
Jimmy Keegan – drums & vocals
Dave Meros – basses


Gastmusiker:

Breana Marin – backing vocals ("Fall Away")
Vesislava – cello ("Fall Away")
Andrew Capra – backing vocals ("We Write The Ghost Stories")
Chris Willows – backing vocals ("Stars Along The Way")
Hunter Groth – backing vocals ("Stars Along The Way")
Clockwork Sessions – strings ("The Same Mistakes Again")
Jonas Petersen – violin & viola ("We Write The Ghost Stories")
Michelle Packman – cello ("We Write The Ghost Stories")


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. No Burden Left To Carry (9:39)
2. The Same Mistakes Again (5:09)
3. Orphans Of The Universe (10:29)
4. No One Ever Died And Made Me King (3:55)
5. Fall Away (4:47)
6. These Are My Things (4:54)
7. We Write The Ghost Stories (3:24)
8. No Land‘s Man (5:39)
9. Stars Along The Way (10:20)

Gesamtspieldauer: 58:20



Die Pattern-Seeking Animals sind eine US-amerikanische Rock Band, welche sich aus aktuellen oder ehemaligen Musikern von Spock’s Beard zusammensetzt. John Boegehold, selbst nie offizieller Musiker von Spock’s Beard, jedoch nach der Demission von Neal Morse Songschreiber für die Band, ist dieses Mal fester Bestandteil der Pattern-Seeking Animals und darf hier sein Gespür für die eingängige Melodie noch besser ausleben. Das selbstbetitelte Debut-Album der Band erschien am 5. Juli 2019 auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Und da wären wir auch schon beim Unterschied zwischen Spock’s Beard und den Pattern-Seeking Animals. Letztere klingen auf ihrem Debutalbum nochmals deutlich eingängiger als Spock’s Beard jemals klangen. Ob das noch Progressive Rock ist? Nun die einzelnen Titel funktionieren zumindest nicht nach dem Schema „Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain“. Auf „Pattern-Seeking Animals“ wird mit den Atmosphären gespielt, Stimmungen werden erzeugt und anschließend wieder aufgelöst, um in andere einzutauchen. Somit spielt ich die Musik der Band auf ihrem Debut irgendwo im Bereich des eingängigen NeoProgs und des Melodic Rocks ab, wobei es auch ab und an mal ein Gitarren- oder Keyboardsolo zu hören gibt. Wenn man auf eingängige Rock Musik steht, dann wird man auf dieser Scheibe sicherlich fündig.

Auf der Platte klingt alles, geht alles ins Ohr. Die Produktion ist perfekt, die Lieder quellen voll und satt aus den Boxen, sehr gut differenziert und abgemischt. Und die Höhepunkte – wie sollte es auch anders sein – sind wieder mal die längeren Stücke des Albums, da sie eben diese Wandlungen in den Titeln selbst, dieses Spiel mit den Atmosphären und die Entwicklung hin zu eingängigen Melodien bestens bedienen. „No Burden Left To Carry“, „Orphans Of The Universe“ sowie „Stars Along The Way“ beinhalten jede Menge Abwechslung und transportieren diesen melodischen NeoProg am intensivsten.

Fazit: Für alle diejenigen, die auf melodischen Rock stehen, der trotzdem keine 08/15 Musik darstellt und auch immer mal wieder progressive Ansätze aufweist, ist dieses Debut der Pattern-Seeking Animals eine feine Sache. Ich kann durchaus gut in diese Musik eintauchen, die keineswegs platt klingt, ebenso keinesfalls kompliziert. Halt nur unverschämt eingängig. Elf Punkte.

Anspieltipps: No Burden Left To Carry, Orphans Of The Universe, Stars Along The Way



Freitag, 29. Mai 2020

Bear’s Den – So That You Might Hear Me




Bear’s Den – So That You Might Hear Me


Besetzung:

Andrew Davie – lead vocals, acoustic guitar, electric guitar, op1, prophet, morse code, programming
Kevin Jones – electric guitar, bass, backing vocals, acoustic and high strung guitar, juno 60, morse code, high strung acoustic, piano, prophet, op1, tr8, percussion, fender rhodes, casio keyboard


Gastmusiker:

Jools Owen – drums, percussion
Christof Van Der Ven – backing vocals, op1, high strung acoustic
Harry Mundy – electric guitar, ebows
Marcus Hamblett – prophet, korg ms20, synthesizers
Seb Philpott – trumpet, flugelhorn
Johnny Abraham – trumpet, flugelhorn
Iain Maxwell – trombone
Paul Frith – horn arrangements


Label: Communion Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Hiding Bottles (4:05)
2. Fossils (3:58)
3. Fuel On The Fire (3:54)
4. Breaker / Keeper (4:31)
5. Not Every River (1:56)
6. Laurel Wreath (4:33)
7 Crow (4:56)
8. Conversations With Ghosts (4:08)
9. Evangeline (4:38)
10. Blankets Of Sorrow (4:28)

Gesamtspieldauer: 41:11




„So That You Might Hear Me“ heißt das dritte Album der englischen Folk Rock Band aus London. „So That You Might Hear Me“ erschien am 26. April 2019 auf dem Plattenlabel Communion Records. Das Album war verkaufstechnisch nicht mehr ganz so erfolgreich wie noch der Vorgänger „Red Earth & Pouring Rain“. In Großbritannien klettere die Platte bis auf Platz 13 der Charts, in Deutschland immerhin noch auf Platz 40.

Auf „So That You Might Hear Me“ hört man einmal mehr sehr eingängigen und melodiösen Folk Rock. Doch gewandelt hat sich die Musik der Briten dabei durchaus. Nicht von den Stimmungen und Atmosphären her, die mit den Liedern transportiert werden. Auch auf „So That You Might Hear Me“ klingt die Musik von Bear’s Den eher melancholisch, nachdenklich bis traurig. Viel ist hier in Moll gehalten und bedingt in Bezug auf die Stimmung eher ein herbstliches Album denn eine „sonnige Frühjahrsplatte“. Sanfte Musik, in die sich herrlich eintauchen lässt.

Der bereits angesprochene Unterschied zu den beiden vorherigen Veröffentlichungen der Band bezieht sich auf die Instrumentierung. Die Musik von Bear’s Den ist Synthesizer-lastiger geworden. Dies passiert ganz klar zu Lasten der akustischen Gitarren, die nicht mehr ganz so sehr die Musik der Engländer dominiert. Doch sie ist immer noch ein zentraler Bestandteil der Lieder von Bear’s Den auf „So That You Might Hear Me“. Diesen vermehrten Synthesizer-Einsatz mag man verteufeln oder gar preisen, er ändert jedoch nichts an der Grundausrichtung der Lieder von Bear’s Den. Diese klingen weiterhin sanft, warm, melancholisch, etwas sentimental und immer eher traurig denn fröhlich.

„So That You Might Hear Me“ ist ein in sich geschlossenes Album geworden. Alle Titel klingen, besitzen diese Qualität, die ein Lied hörenswert macht. Ausfälle gibt es dementsprechend auf dem Album glücklicherweise keine zu beklagen, dafür einige Höhepunkte. Meine sind die Titel „Fossils“, „Breaker / Keeper“, „Crow“ sowie „Evangeline“. Alles wunderschöne melodiöse und irgendwie leise Folk Rock Titel, bei denen manch Bläsereinsatz das jeweilige Lied zu etwas Besonderem werden lässt. Und dieses „leise“ in Verbindung zum Folk Rock bedeutet, dass hier auch kein Lauterstellen der Anlage oder der Kopfhörer etwas atmosphärisch bewirken würde. Natürlich werden die Töne dann lauter, aber die Musik bleibt trotzdem stets warm, sanft, zurückhaltend und eben leise.

Fazit: Auch das dritte Album von Bear’s Den ist eine sehr hörenswerte Platte geworden, wenn man denn die ruhigeren Momente in der Musik zu schätzen weiß. Melodiösität und Eingängigkeit stehen bei diesem Album im Vordergrund. Die Lieder gehen schnell ins Ohr und hallen nach. Schöne Musik für die stillen Momente des Tages, die Aufregung und Stress vergessen lassen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fossils, Breaker / Keeper, Crow, Evangeline



Donnerstag, 6. Februar 2020

Emma Hill – Magnesium Dreams




Emma Hill – Magnesium Dreams


Besetzung:

Emma Hill – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Bryan Daste – vocals, pedal steel guitar, banjo, upright and electric bass, electric and acoustic guitars, percussion, glockenspiel, theremin, saw, string arrangements
Joe Mengis – drums, percussion
Mont Christopher Hubbard – piano
Kyleen King – viola, violin
Emily Dalsfoist


Label: Kuskokwim Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Folk, Country, Pop


Trackliste:

1. Heart On Fire (3:00)
2. Stardust (3:37)
3. Magnesium Dreams (2:14)
4. Choking (4:08)
5. With Time (4:04)
6. Nobody‘s Baby (3:25)
7. The Sun (4:05)
8. Give Up The Ghost (4:07)

Gesamtspieldauer: 28:43



Am 10. Mai 2019 veröffentlichte die in Alaska geborene US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Emma Hill ihre EP „Magnesium Dreams“. Und nun, im Februar 2020, besteht auch im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit Emma Hill live erleben zu können.

Die Musik von Emma Hill steht für eine Mischung aus Folk, Pop mit leichten Country-Anleihen, die hauptsächlich durch den Einsatz der Slide Gitarre vermittelt werden. Sanfte Musik bekommen Hörerin und Hörer auf „Magnesium Dreams“ präsentiert. Musik, die nach Sentimentalität und Melancholie klingt, die ins Ohr geht und einen trifft. Sehnsüchtig klingt die Stimme der Emma Hill, auf ihre Art nachdenklich, jedoch niemals hoffnungslos. All das mündet in einem intensiven Gefühl, in welchem sich einzutauchen lohnt und durch den Einsatz von Streichern noch zusätzlich unterstrichen wird.

Es gibt keine Ausfälle auf dieser EP, mein Favorit heißt „With Time“. Ein Lied, sanft und doch so packend, welches sich gleich beim ersten Mal des Hörens festsetzt.

Fazit: Eine EP, voller intensiver Musik ist „Magnesium Dreams“ von Emma Hill geworden. Kein Marktschreiertum, die sanften Töne sind hier angesagt. Diese treffen einen und machen diese EP zu einem sehr packenden Erlebnis. Schön, diese Musik nun auch live erleben zu können. Neun Punkte.

Anspieltipps: With Time



07/02/2020 - Immendingen - Gloria
08/02/2020 - Sempach - Im Schtei
10/02/2020 - Lübeck - Tonfink
11/02/2020 - Berlin - Bar BaBu
12/02/2020 - Hamburg - Komm Du
13/02/2020 - Kiel - Prinz Willy
14/02/2020 - Bremen - Arberger Hof
15/02/2020 - Köln - Lichtung
16/02/2020 - Gundelfingen - Kulturgewächshaus Birkenried
17/02/2020 - München - Fox Bar
18/02/2020 - Nürnberg - Ludwigs Bar
20/02/2020 - Klagenfurt - Wohnzimmer
23/02/2020 - Berlin - Art Stalker



Samstag, 11. Januar 2020

Damien Jurado – In The Shape Of A Storm




Damien Jurado – In The Shape Of A Storm


Besetzung:

Damien Jurado – acoustic guitar, vocals


Gastmusiker:

Josh Gordon – high-strung guitar


Label: Loose Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Independent Rock, Soft Pop


Trackliste:

1. Lincoln (3:09)
2. Newspaper Gown (2:55)
3. Oh Weather (1:07)
4. South (3:07)
5. Throw Me Now Your Arms (2:27)
6. Where You Want Me to Be (2:10)
7. Silver Ball (2:35)
8. The Shape Of A Storm (2:40)
9. Anchors (2:45)
10. Hands On The Table (4:26)

Gesamtspieldauer: 27:25



In etwa dürfte „In The Shape Of A Storm“ das vierzehnte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Damien Jurado sein. „In etwa“ deshalb, da man sehr leicht den Überblick verliert, denn neben diesen Studioalben wurden Live-Platten, Kompilationen, EPs, Tour-Veröffentlichungen und weitere Platten veröffentlicht, auf denen Damien Jurado mit anderen Musikern zu hören ist. Die Anzahl dieser Veröffentlichungen übersteigt die Zahl 30 bei weitem. Was nun wirklich als Studioalbum zu zählen ist, verschwimmt bei dieser Fülle an Veröffentlichungen ein wenig. „In The Shape Of A Storm“ erschien am 12. April 2019 auf dem Plattenlabel Loose Music.

Die Musik auf dem Album ist relativ einfach zu beschreiben. Man hört auf „In The Shape Of A Storm“ Damien Jurado mit sanfter Stimme zu sanften Klängen der akustischen Gitarre singen. Alles klingt sehr weich, zum Teil fast schon zerbrechlich. Alle Lieder sind im selben Tempo gehalten, dieses ist langsam, die Musik nimmt keine schnellere Fahrt auf. Alle zehn Titel auf „In The Shape Of A Storm“ klingen melodiös und eingängig, gehen ins Ohr, ohne allerdings zu Ohrwürmern zu mutieren. Das klingt nett, jedoch nicht unbedingt begeisternd. Ein großer Nachteil der Scheibe ist zudem die Spieldauer. Alben mit einer Laufzeit von unter dreißig Minuten in der heutigen Zeit noch als Studioalben zu verkaufen bewegt sich irgendwo im Grenzgebiet zwischen „Dreist“ und „in der Vergangenheit stehengeblieben“.

Sanft klingt sie, die Musik des Damien Jurado. Nichts fällt ab, alle Lieder klingen und wirken. Meine Höhepunkte auf „In The Shape Of A Storm“ heißen „Lincoln“ und „South“. Der Ehrlichkeit halber hätte ich an dieser Stelle allerdings wohl aber auch jeden anderen der restlichen acht Nummern aufschreiben können, denn großartig unterscheiden sich die Lieder nicht voneinander. Atmosphärisch überhaupt nicht, musikalisch marginal.

Fazit: Auch das vierzehnte Album des Damien Jurado mit dem Titel „In The Shape Of A Storm“ ist eine sehr ruhige Angelegenheit geworden. Man hört darauf sehr sanfte und weiche Musik, bestehend aus der akustischen Gitarre und dem Gesang des US-Amerikaners. Eingängig klingt das durchaus, allerdings auch wenig unterscheidbar und nach mehreren Durchläufen sehnt man sich irgendwie nach etwas Rhythmus und Tempo. Dazu ist dieses Album wirklich sehr kurz ausgefallen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lincoln, South



Donnerstag, 9. Januar 2020

Neil Young – Colorado




Neil Young & Crazy Horse – Colorado


Besetzung:

Neil Young – lead vocals, guitar, acoustic piano, vibes, harmonica, glass harmonica
Nils Lofgren – guitar, piano, pump organ, taps, vocals
Billy Talbot – bass, vocals
Ralph Molina – drums, vocals


Label: Reprise Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Rock


Trackliste:

1. Think Of Me (3:02)
2. She Showed Me Love (13:37)
3. Olden Days (4:04)
4. Help Me Lose My Mind (4:14)
5. Green Is Blue (3:48)
6. Shut It Down (3:44)
7. Milky Way (5:59)
8. Eternity (2:45)
9. Rainbow Of Colors (3:35)
10. I Do (5:36)

Gesamtspieldauer: 50:28



„Colorado“ heißt das bereits 39. Studioalbum des kanadischen Sängers und Musikers Neil Young. Es ist das erste Album seit dem Jahr 2012, welches er mit seiner langjährigen Begleitband Crazy Horse eingespielt hat. „Colorado“ erschien am 25. Oktober 2019 auf dem Plattenlabel Reprise Records und ist seinem Manager Elliot Roberts gewidmet, der ihn seit dem Jahr 1967 begleitet hat. Elliot Roberts verstarb am 21. Juni 2019 im Alter von 76 Jahren. Zwei Singles wurden mit den Liedern „Milky Way“ und „Rainbow Of Colors“ aus der Platte ausgekoppelt.

Rockig klingt „Colorado“, weniger folkig, auch wenn diese Ansätze in der Musik des Albums ebenfalls vorhanden sind. Ansonsten ist die Musik des Kanadiers, der alle Lieder schrieb und textete, selbstverständlich wieder sehr Gitarren-lastig. Aber so mag man die Musik des Neil Young auch und genauso erwartet man sie auch. Was ein wenig fehlt auf „Colorado“, das sind die ganz besonderen Nummern, die manchmal aus einem Album herausragen. Handwerklich ist die Musik zwar gut gemacht, allerdings nicht unbedingt mehr besonders. Doch wer erwartet mit dem 39. Album auch noch etwas ganz Besonderes?

Sieht man sich die Titelliste an, fällt natürlich sofort der Track „She Showed Me Love“ ins Auge, der eine Laufzeit von über dreizehneinhalb Minuten aufweist. Die Spannung, welche man vielleicht beim ersten Anspielen dieses Stücks hat, verschwindet allerdings sehr schnell wieder. Irgendwie kommt der Titel nicht aus den Puschen und dieses ewige Wiederholen des Titels des Liedes, „She Showed Me Love“, leider nicht nur gefühlt von der Mitte bis zum Ende der Nummer, erzielt nicht die Wirkung, die es vielleicht erzeugen sollte. Kein wirklich schlechtes Lied, aber etwas zu lang geraten, da der Sinn der Verlängerung nie klar wird.

Höhepunkte auf „Colorado“ sind das kurze, sehr melodiöse und vom Piano dominierte „Green Is Blue“, welches an die Musik des Neil Young in seinen Anfangsjahren erinnert. Ebenfalls sehr lohnend zu hören ist die erste Single-Auskopplung der Platte, das Lied „Milky Way“. Darauf klingt Neil Young so wunderbar entspannt, der ganze Titel ein wenig entrückt – bei einem Lied mit dem Titel „Milchstraße“ vielleicht auch nicht weiter verwunderlich. Schlecht ist keine Nummer auf „Colorado“, wenn auch „Think Of Me“ und „Rainbow Of Colors“ sicherlich nie meine Lieblingslieder werden, da sie ein klein wenig Country-angehaucht klingen.

Fazit: „Colorado“, das 39. Studioalbum des Neil Young, ist keine schlechte Platte geworden – wenn auch nicht der Höhepunkt im Schaffen des Kanadiers. Hört man sich in die Musik etwas ein, wachsen die Lieder und werden einem wichtiger. Ansonsten hört man auf dem Album Neil Young, wie man ihn kennt, an manchen Stellen vielleicht ein wenig rockiger als sonst. Neun Punkte.

Anspieltipps: Green Is Blue, Milky Way



Dienstag, 7. Januar 2020

Rammstein – Rammstein




Rammstein – Rammstein


Besetzung:

Till Lindemann – Gesang
Richard Z. Kruspe – Lead Gitarre, Background Gesang (track 1)
Oliver Riedel – Bass
Paul Landers – Rhythmus Gitarre
Christian Lorenz – Keyboards
Christoph Schneider – Schlagzeug


Gastmusiker:

The Academic Choir and the Symphony Orchestra of the National Television and Radio Company of Belarus, Minsk – Streicher, Chor (Lieder 3 und 6)
Meral Al-Mer – Background Gesang (Lied 1 und 10)
Carla Bruhn – Background Gesang (Lied 11)


Label: Universal Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Neue Deutsche Härte


Trackliste:

1. Deutschland (5:23)
2. Radio (4:37)
3. Zeig Dich (4:15)
4. Ausländer (3:51)
5. Sex (3:56)
6. Puppe (4:33)
7. Was Ich Liebe (4:29)
8. Diamant (2:34)
9. Weit Weg (4:20)
10. Tattoo (4:11)
11. Hallomann (4:11)

Gesamtspieldauer: 46:26



Das selbstbetitelte siebte Studioalbum der deutschen Band Rammstein wurde am 17. Mai 2019 auf dem Plattenlabel Universal Music veröffentlicht. Die Platte ist das erste Studioalbum von Rammstein seit zehn Jahren. Das Album kletterte in mehreren Ländern bis auf Platz 1 der Charts und lief auch im englischsprachigen Raum sehr erfolgreich. Gleichzeitig war es das meistverkaufte Album in Deutschland im Jahr 2019. Die Lieder „Deutschland“, „Radio“ und „Ausländer“ wurden als Single ausgekoppelt, wobei „Deutschland“ zum zweiten Nummer-Eins-Titel in Deutschland für Rammstein wurde. Als erste Single hatte dies das Lied „Pussy“ aus dem Vorgängeralbum „Liebe ist für alle da“ geschafft.

Auch das siebte Album reiht sich – trotz der langen Pause zur vorherigen Veröffentlichung – sehr gut in das musikalische Gesamtkonzept von Rammstein ein. Der ausdrucksstarke Gesang des Till Lindemann, dazu ein Gitarrensound, der oftmals im Metal beheimatet ist, Keyboards, die auch mal ein Techno Thema aufgreifen und eine knallharte Rhythmusfraktion. In Verbindung mit den deutschen Texten ist dies schon etwas Besonderes. Noch besser wird die Musik von Rammstein dadurch, dass fast alle Lieder sehr gut ins Ohr gehen und zum Mitwippen animieren. Das kann lediglich der Fuß sein oder man gibt sich gleich dem exzessiven Headbanging hin – beides in Bezug auf Rammstein-Lieder problemlos möglich.

Rammstein sind auch nach zehn Jahren der Pause eine Marke für sich und besitzen diesen besonderen Wiedererkennungswert. Auf dem Album gibt es kein Lied, welches nicht hörenswert wäre. Ein Höhepunkt der Platte ist für mich das wohl bekannteste Stück darauf, die Nummer „Deutschland“. Richtig cool klingt auch „Puppe“. Der Titel beginnt mit einem irgendwie unheimlich klingenden Anfang, leicht schräg und doch sehr melodiös. Dazu singt Till Lindemann sanft und gleichzeitig wie ein Wahnsinniger, bis das Lied quasi explodiert, Till Lindemann sich auch genauso gebiert und es völlig aus ihm herausbricht. Schließlich hat es mir auch noch das kurze „Diamant“ besonders angetan. Keine Ausbrüche mehr, nur sanfte, sehr melodiöse Musik. Ein kleines Liebeslied von Rammstein.

Fazit: Ein Rammstein Album ist schon irgendwie etwas Besonderes. Auch nach zehn Jahren Pause haben es die fünf Musiker nicht verlernt, beherrschen perfekt dieses Spiel aus Härte und sanfter Atmosphäre, gepaart mit der eingängigen Melodie. Ein paar Höhepunkte wird jeder Fan der Band auf dem Album finden und wohl kaum ein Lied, welches es nicht wert ist gehört zu werden. Gute Unterhaltung Elf Punkte.

Anspieltipps: Deutschland, Puppe, Diamant