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Dienstag, 24. September 2019

Procol Harum – Procol’s Ninth




Procol Harum – Procol’s Ninth


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano
Mick Grabham – guitar
Chris Copping – organ
Alan Cartwright – bass guitar
B. J. Wilson – drums
Keith Reid – lyrics


Label: Esoteric Records


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Pandora‘s Box (3:37)
2. Fool‘s Gold (4:00)
3. Taking The Time (3:39)
4. The Unquiet Zone (3:40)
5. The Final Thrust (4:37)
6. I Keep Forgetting (3:28)
7. Without A Doubt (4:31)
8. The Piper‘s Tune (4:28)
9. Typewriter Torment (4:29)
10. Eight Days A Week (3:00)

Bonus Tracks:

11. Pandora‘s Box (Raw Instrumental Track) (3:40)
12. Fool‘s Gold (Raw Track) (3:57)
13. Taking The Time (Raw Track) (4:37)
14. The Unquiet Zone (Raw Track) (4:26)
15. The Final Thrust (Raw Version) (4:41)
16. The Poet (Demo Of "Without A Doubt") (4:18)
17. The Piper‘s Tune (Full Length Version) (4:56)
18. Typewriter Torment (Raw Version) (4:36)

CD2:

1. Shine On Brightly (Live at Capitol Theatre, Nj, 1975) (4:27)
2. As Strong As Samson (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (5:37)
3. Conquistador (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (4:38)
4. Pandora‘s Box (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (4:24)
5. The Unquiet Zone (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (5:20)
6. A Salty Dog (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (5:27)
7. A Souvenir Of London (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (4:45)
8. Cerdes (Outside The Gates Of) (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (6:50)
9. I Keep Forgetting (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (4:25)
10. Grand Hotel (Including 'The Blue Danube') (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (13:33)
11. Power Failure (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (7:40)
12. Simple Sister (Live at Capitol Theatre, NJ, 1975) (6:55)

CD3:

1. Shine On Brightly (Live at Leicester University, 1975) (4:30)
2. Whaling Stories (Live at Leicester University, 1975) (9:22)
3. Conquistador (Live at Leicester University, 1975) (4:35)
4. Pandora‘s Box (Live at Leicester University, 1975) (4:18)
5. The Piper‘s Tune (Live at Leicester University, 1975) (5:14)
6. Grand Hotel (Live at Leicester University, 1975) (8:01)
7. Beyond The Pale (Live at Leicester University, 1975) (3:37)
8. A Salty Dog (Live at Leicester University, 1975) (5:49)
9. I Keep Forgetting (Live at Leicester University, 1975) (4:39)
10. The Blue Danube (Live at Leicester University, 1975) (10:00)
11. Be Bop-a-Lula (Live at Leicester University, 1975) (3:49)
12. Old Black Joe (Live at Leicester University, 1975) (4:42)
13. A Whiter Shade Of Pale (Live at Leicester University, 1975) (7:17)

Gesamtspieldauer: CD1 (1:14:49) und CD2 (1:14:07) und CD3 (1:15:58): 3:44:55




„Procol’s Ninth“ heißt das neunte Album der britischen Band Procol Harum. Es ist das achte Studioalbum, da die Band um Gary Brooker zu diesem Albumtitel kam, indem sie das Live-Album „Live In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra“ mitzählte. „Procol’s Ninth“ erschien im September 1975 ursprünglich auf dem Plattenlabel Chrysalis. Auf Repertoire Records wurde das Album wiederveröffentlicht und erschien im Jahr 2018 erneut. Dieses Mal in einer aus drei CDs bestehenden Zusammenstellung auf dem Label Esoteric Records.

Wie bereits auf dem Vorgängeralbum „Exotic Birds And Fruit“, so befindet sich auch auf „Procol’s Ninth“ eine rockig-poppige Mischung, unterfüttert mit etwas Blues, die sich hauptsächlich im Mainstream der populären Musik bewegt. Besonders spannend, innovativ oder sonst irgendwie außergewöhnlich klingt nichts mehr auf dieser Scheibe, die auch nur bei wenigen Fans und Kritikern einen tieferen Eindruck hinterließ. „Procol’s Ninth“ ist zudem die erste Veröffentlichung der Band auf der sich gecoverte Lieder befinden. Mit „Eight Days A Week“ von den Beatles und „I Keep Forgetting“ von Chuck Jackson, aus der Feder des Duos Jerry Leiber und Mike Stoller, wurden zwei bereits veröffentlichte Lieder neu interpretiert. Fast wirkt es ein wenig so, dass diese beiden Lieder in der Kombination mit den restlichen, selbstgeschrieben Titeln von Procol Harum darauf hinweisen, dass Gary Brooker und seinen Mitmusikern Mitte der 70er Jahre die Ideen ausgegangen wären.

Höhepunkte sind die ersten beiden Titel des Albums, die Lieder „Pandora‘s Box“ und „Fool‘s Gold“. Beide Lieder gehen noch am ehesten ins Ohr, erinnern ein wenig an Procol Harum wenige Jahre zuvor und zumindest „Pandora‘s Box“ hat es doch noch geschafft, in den Bereich der „Klassiker“ von Procol Harum aufzusteigen. Und der Rest? Der erreicht zum Teil noch die Güteklasse „ganz nett“. „The Piper‘s Tune“ sticht ebenfalls noch ein klein wenig heraus. Viel mehr bleibt da jedoch nicht.

Die Wiederveröffentlichung in dieser Form auf dem Label Esoteric Records trägt überdies zum Verdruss bei. Zwei zusätzliche CDs mit ganz viel Bonusmaterial in Form von Live-Einspielungen, die sich kaum bis gar nicht musikalisch von den Originalen unterschieden, jedoch soundtechnisch etwas zu wünschen übrig lassen, tragen lediglich dazu bei, dass man das Album nun teuer verkaufen kann. Dauerndes Gebrabbel und das Stimmen der Gitarren macht vielleicht Spaß, wenn man live dabei ist. So aufgenommen und angehängt funktioniert es deutlich schlechter. Einen Mehrwert für die Konsumentinnen und Konsumenten bringt das nämlich nicht mehr.

Fazit: Nein, „Procol’s Ninth“ ist kein völlig missratenes Album geworden. Leider jedoch ein zum größten Teil sehr langweiliges. Nur wenige Höhepunkte gibt es darauf zu hören, der Rest versinkt im nichtssagenden und langweiligen Mainstream. Dazu werden einem zwei Bonus-CDs mitgeliefert, die vielleicht für den absoluten Fan eine gewisse Bedeutung haben, jedoch klangtechnisch oder auch von der Auswahl der Stücke her absolut verzichtbar sind. Schade. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Pandora‘s Box, Fool‘s Gold, The Piper‘s Tune



Samstag, 24. August 2019

Procol Harum – Exotic Birds And Fruit




Procol Harum – Exotic Birds And Fruit


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano
Mick Grabham – guitar
BJ Cole – pedal steel guitar
Chris Copping – organ
Alan Cartwright – bass guitar
B. J. Wilson – drums


Label: Esoteric Recordings


Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Symphonic Rock, Art Pop, Rock


Trackliste:

CD1:

1. Nothing But The Truth (3:13)
2. Beyond The Pale (3:06)
3. As Strong As Samson (5:08)
4. The Idol (6:40)
5. The Thin End Of The Wedge (3:43)
6. Monsieur R. Monde (3:43)
7. Fresh Fruit (3:05)
8. Butterfly Boys (4:25)
9. New Lamps For Old (4:14)

Bonus Tracks:

10. Drunk Again (4:31)
11. As Strong As Samson (Alternative Version) (5:21)


CD2:

1. Conquistador (BBC Radio One In Concert 1974) (6:32)
2. Whaling Stories (BBC Radio One In Concert 1974) (8:51)
3. Bringing Home The Bacon (BBC Radio One In Concert 1974) (4:28)
4. New Lamps For Old (BBC Radio One In Concert 1974) (4:43)
5. Beyond The Pale (BBC Radio One In Concert 1974) (3:22)
6. As Strong As Samson (BBC Radio In Concert 1974) (6:12)
7. Simple Sister (BBC Radio One In Concert 1974) (6:22)
8. The Idol (BBC Radio One In Concert 1974) (7:09)
9. Grand Hotel (BBC Radio One In Concert 1974) (7:05)
10. Butterfly Boys (BBC Radio One In Concert 1974) (5:09)
11. Nothing But The Truth (BBC Radio One In Concert 1974) (3:41)

CD3:

1. Conquistador (Live At Dallas Sound Studio) (5:08)
2. Bringing Home The Bacon (Live At Dallas Sound Studio) (4:25)
3. Long Gone Geek (Live At Dallas Sound Studio) (4:58)
4. Homburg (Live At Dallas Sound Studio) (4:26)
5. Cerdes (Outside The Gates Of) (Live At Dallas Sound Studio) (7:02)
6. Beyond The Pale (Live At Dallas Sound Studio) (3:34)
7. Power Failure (Live At Dallas Sound Studio) (5:31)
8. As Strong As Samson (Live At Dallas Sound Studio) (6:20)
9. The Idol (Live At Dallas Sound Studio) (5:13)
10. Butterfly Boys (Live At Dallas Sound Studio) (5:01)
11. Mabel (Live At Dallas Sound Studio) (2:28)
12. Nothing But The Truth (Live At Dallas Sound Studio) (3:24)
13. New Lamps For Old (Live At Dallas Sound Studio) (4:17)

Gesamtspieldauer: CD1 (47:12) und CD2 (1:03:40) und CD3 (1:01:54): 2:52:47



„Exotic Birds And Fruit“ heißt das siebte Studioalbum der britischen Band Procol Harum. Die Platte erschien ursprünglich im April 1974 auf dem Plattenlabel Chrysalis. Im Juni 2018 wurde das Album schließlich auf Esoteric Records wiederveröffentlicht, wobei das ursprüngliche Album gleich um zwei weitere CDs und damit um sehr viel Bonusmaterial erweitert wurde. Der Titel „Nothing But The Truth“ war vor der Veröffentlichung des eigentlichen Albums bereits als Single erschienen. Das Cover-Artwork für das Album stammt von Jakob Bogdani (1658 – 1724), einem ungarischen Künstler, dessen Gemälde häufig exotische Vögel und Früchte zieren.

„Exotic Birds And Fruit“ war musikalisch gesehen deutlich anders strukturiert und angelegt als noch die Vorgängerplatten. Laut Gary Brooker hatte die Band, nach den zwei stark vom Orchester dominierten Platten „In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra“ und „Grand Hotel“ erst mal genug von dieser aufwendigen Instrumentierung und die Musiker erklärten „Exotic Birds And Fruit“ zu einer „Zurück zu den Wurzeln“-Angelegenheit. Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Platte sehr unspektakulär wie ein Mainstream-Rock-Pop-Album klingt. Ganz sicher ist „Exotic Birds And Fruit“ dabei nicht das Album geworden, welches Procol Harum auf dem Höhepunkt ihres Schaffens zeigt. Die Platte beinhaltet wenige Höhepunkte, dazu einige, fast schon nichtssagende Titel und leider auch ein bis zwei Ausfälle.

So gar nicht überzeugen können die beiden Stücke „The Thin End Of The Wedge“ und das fast schon nervige „Fresh Fruit“. Richtig gelungen sind dagegen die beiden Nummern „As Strong As Samson“ und „The Idol“. Zwei wahrlich gelungene poppig-rockige Lieder, die eben nicht gleich nach dem Aushallen wieder vergessen sind, sondern deutlich länger nachhallen. Die restlichen fünf Titel des Originalalbums bewegen sich dagegen eher im Bereich von „ganz nett“ bis „nichtssagend“.

Die Wiederveröffentlichung im Juni 2018 hinterlässt leider einen sehr faden Beigeschmack. Natürlich wurden hier noch zwei CDs hinzugefügt und man kann sich damit fast drei Stunden lang mit Procol Harum Musik berieseln lassen. Und freilich ist solch ein Lied wie zum Beispiel „Conquistador“ ein klasse Titel, einer der Höhepunkte im Schaffen von Procol Harum. Doch all dieses zusätzliche Material hat wohl nur den Zweck, den Preis für das ursprüngliche Album in die Höhe zu treiben. Einen Mehrwert gibt es dadurch nämlich kaum bis gar nicht. Die Lieder von „Exotic Birds And Fruit“ stehen weder beim „BBC Radio One In Concert 1974“ (CD2) noch bei „Live At Dallas Sound Studio“ (CD3) im absoluten Fokus und alle Nummern werden fast 1:1 wie die Studioversionen wiedergegeben. Doch wie viele fast identische Wiederholungen von „Conquistador“ oder „As Strong As Samson“ muss man sich anhören, um festzustellen, dass es gute und überzeugende Stücke sind? In meinem Fall reicht eine Studio-Version oder auch mal eine abgewandelte Live-Ausführung – doch genau dies gibt es auf den Zusatz-Scheiben nicht zu hören. Beide zusätzlichen CDs sind angefüllt mit Wiederholungen. Schade.

Fazit: „Exotic Birds And Fruit“ ist ein Mainstream-Pop-Rock-Album von Procol Harum geworden, welches in dieser Veröffentlichung durch quasi aufgezwungenes Bonus-Material einen faden Beigeschmack hinterlässt, da man das Album inzwischen nur noch in dieser Ausführung erwerben kann. „Exotic Birds And Fruit“ ist ganz bestimmt kein Höhepunkt in der Diskographie der Band, eher Durchschnitt, besitzt trotzdem noch hörenswerte Titel, die aus dem Allerlei des Mittelmaßes herausragen. Mainstream bleibt das Ganze jedoch leider immer. Acht Punkte.

Anspieltipps: As Strong As Samson, The Idol



Donnerstag, 8. August 2019

Procol Harum Novum




Procol Harum – Novum


Besetzung:

Gary Brooker – piano, accordion, vocals
Josh Phillips – organ, vocals
Geoff Whitehorn – guitar
Matt Pegg – bass guitar
Geoff Dunn – drums


Label: Eagle Records


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Rock


Trackliste:

1. I Told On You (5:33)
2. Last Chance Motel (4:48)
3. Image Of The Beast (4:56)
4. Soldier (5:28)
5. Don’t Get Caught (5:12)
6. Neighbour (2:46)
7. Sunday Morning (5:28)
8. Businessman (4:45)
9. Can’t Say That (7:13)
10.The Only One (6:10)
11. Somewhen (3:47)

Gesamtspieldauer: 50:38




„Novum“ heißt das zwölfte Studioalbum von Procol Harum, es wurde am 21. April 2017 veröffentlicht. Es ist das erste Album von Procol Harum seit 14 Jahren und ebenso die erste Platte, die keine Texte von Keith Reid enthält. Die Musik stammt größtenteils aus der kompositorischen Zusammenarbeit von Gary Brooker und Organist Josh Phillips. Beim Titel „Image Of The Beast“ ist neben Gary Brooker und Josh Phillips noch Gitarrist Geoff Whitehorn beteiligt. Die Texte stammen von Peter Ronald Brown, der durch seine Zusammenarbeit mit Cream und Jack Bruce Bekanntheit erlangte. Die Lyrics zu den Liedern „Soldier“ und „Somewhen“ schrieb Gary Brooker, das einzige verbliebene Bandmitglied aus den ersten Tagen von Procol Harum, in Eigenregie.

Vierzehn Jahre nach der letzten Scheibe nochmals ein Album zu veröffentlichen ist bestimmt mutig, denn es birgt die Gefahr in sich, viele Fans der ersten Alben zu enttäuschen, wenn die Musik dann doch anders als gewohnt klingt. Doch Musik entwickelt sich weiter und was damals funktionierte, muss heute nicht mehr passen. Procol Harum haben auf „Novum“ ihre Musik an die heutige Zeit angepasst. An die ersten Alben der Band erinnert lediglich noch der Gesang des Gary Brooker, der beim Erscheinen der Scheibe immerhin bereits 72 Jahre alt war und seine Sache bezüglich des Gesangs wirklich überzeugend macht. Das ist es allerdings schon, was an Sentimentalität aufploppt, wenn man „Novum“ hört. Die Musik von Procol Harum wurde in die heutige Zeit transferiert und somit hört man auf dem Album eine Mischung aus Rock, Pop und Blues, die ohne die Überschrift „Procol Harum“ und der doch vorhandenen Sentimentalität der alten Fans wohl kaum mehr Konsumenten gefunden hätte. Das klingt alles ganz nett auf „Novum“, aber im Grunde genommen auch langweilig und zudem leider häufig belanglos.

Die einmal eingeschlagene Richtung der musikalischen Ausrichtung wird auf „Novum“ vom ersten bis zum letzten Takt konsequent durchgezogen. Unaufgeregter Rock, der dafür allerdings in allen elf Titeln wirkt. Schlecht klingt das nie, nur unglücklicherweise auch nicht mehr spannend. Mein Höhepunkt auf „Novum“ ist das Lied „Businessman“. Zwar ragt diese Nummer musikalisch auch nicht sehr weit aus den übrigen Titeln heraus, klingt durch seine unterschiedlichen Passagen allerdings zumindest abwechslungsreicher, spannender und geht mir auch besser ins Ohr. Großartige Unterschied zu den anderen Liedern des Albums gibt es allerdings trotzdem nicht.

Fazit: Gary Brooker wollte es nochmal mit seiner Band Procol Harum wissen. Vierzehn Jahre nach dem elften Studioalbum erschien schließlich „Novum“, die zwölfte Studio-Platte. Man hört darauf bluesig angehauchten Rock, der zumeist an einem vorbeiläuft, ohne großartige Spuren zu hinterlassen. Nicht schlecht, irgendwie „ganz nett“ aber mehr ist auf „Novum“ leider nicht zu hören. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Businessman



Sonntag, 11. November 2018

Procol Harum – Procol Harum




Procol Harum – Procol Harum


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano
Robin Trower – guitar
Matthew Fisher – organ
Dave Knights – bass
B.J. Wilson – drums
Ray Royer – guitar
Keith Reid – lyrics


Label: Esoteric Recordings (ursprünglich: Regal Zonophone)


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Pop, Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD1:

1. Conquistador (2:40)
2. She Wandered Through The Garden Fence (3:24)
3. Something Following Me (3:37)
4. Mabel (1:54)
5. Cerdes (Outside The Gates Of) (5:03)
6. A Christmas Camel (4:49)
7. Kaleidoscope (2:54)
8. Salad Days (Are Here Again) (3:40)
9. Good Captain Clack (1:31)
10. Repent Walpurgis (5:05)

Bonus Tracks:

11. A Whiter Shade Of Pale (Single Version) (4:08)
12. Lime Street Blues (Single Version) (2:52)
13. Homburg (Single Version) (3:57)
14. Good Captain Clack (Single Version) (1:29)
15. Alpha (Previously Unreleased) (3:50)
16. Salad Days (Are Here Again) (4:12)
17. Understandably Blue (Previously Unreleased) (2:59)
18. Pandora's Box (Previously Unreleased Instrumental) (3:05)
19. Cerdes (Outside The Gates Of) (Alternate Mono Mix) (4:45)
20. Something Following Me (Alternate Mono Mix) (3:38)

CD2:

1. A Whiter Shade Of Pale (Extended Early Version - March 1967) (6:04)
2. Homburg (Extended Stereo Version) (5:33)
3. Repent Walpurgis (Extended Stereo Version - August 1967) (7:27)
4. Conquistador (1971 Stereo Mix) (2:39)
5. She Wandered Through The Garden Fence (1971 Stereo Mix) (3:27)
6. Something Following Me (Stereo Mix) (3:47)
7. Mabel (Undubbed Stereo Mix) (1:55)
8. Kaleidoscope (Stereo Mix) (3:08)
9. Cerdes (Outside The Gates Of) (Stereo Mix) (5:23)
10. Homburg (1971 Stereo Mix) (3:56)
11. Morning Dew - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (3:12)
12. A Whiter Shade Of Pale - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (5:12)
13. Mabel - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (1:37)
14. Homburg - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (3:50)
15. Good Captain Clack - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (1:17)
16. She Wandered Through The Garden Fence - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (3:12)
17. Kaleidoscope - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (2:27)

Gesamtspieldauer CD1 (1:09:42) und CD2 (1:04:14): 2:13:56




Mit ihrem Namen „Procol Harum“ betitelte die englische Rockband Procol Harum ihr Debut-Album, welches im September 1967 auf dem Plattenlabel Regal Zonophone in Europa und auf Deram in den USA veröffentlicht wurde. Der Name „Procol Harum“ stammt angeblich von der burmesischen Katze des Produzenten Gus Dudgeon, welche Procol Harun gerufen wurde. Ein Übermittlungsfehler machte schließlich aus einem „n“ ein „m“ und fertig war der außergewöhnliche Name, die viel Spielraum für Spekulationen um seine Herkunft ließ. Überraschenderweise enthält die ursprüngliche britische beziehungsweise europäische Ausgabe des Albums nicht das Lied „A Whiter Shade Of Pale“, welches vorab als Single veröffentlicht worden war und sich bisher über zehn Millionen Mal verkauft hat. Auf der US-Ausgabe des Albums war der Titel enthalten, dafür fehlte dort die Nummer „Good Captain Clack“ und die Lieder „Kaleidoscope“ und „Salad Days (Are Here Again)“ waren zu einem Titel zusammengefasst worden.

Auf „Procol Harum“ hört man Pop, Rock und Blues-Musik, die noch eine gewisse Verbindung zur Klassik besitzt. Immer wieder schimmern diese Ansätze durch, was beim ursprünglich letzten Titel des Albums, „Repent Walpurgis“, dann nochmals deutlicher wird, da in diesen Titel ein Bach-Zitat mit eingeschlossen wurde. Diese Nummer als Abschluss sowie der Opener „Conquistador“ stellen auch die beiden Höhepunkte der Platte dar. Tendiert das Instrumentalstück „Repent Walpurgis“ genremäßig bereits in Richtung des Prog, so stellt „Conquistador“ einen kleinen poppig-rockigen Ohrwurm dar, der auch längerfristig hängenbleibt. Auch sonst gibt es nichts zu mäkeln am Debut der Briten. Neun weitere, manchmal sehr kurze Titel, die zum Teil bereits Vorstufen des Progressive Rocks markieren. Der Sound der Lieder wurde auf der vorliegenden, remasterten Version des Albums aufgefrischt. Klangen die einzelnen Titel bisher von ihrer Machart her schon deutlich frischer, moderner und zukunftsweisender, als viele Lieder anderer Bands der damaligen Zeit, so gilt dies nun auch für den Klang. Dieser erklingt allerdings selbstverständlich auf dem „ursprünglichen“ Album, also den Liedern 1 bis 10 dieser Ausgabe, immer noch in Mono.

Dafür gibt es mit der erweiterten und remasterten Version des Albums gleich 27 Zugaben. Neue Abmischungen – auch in Stereo. Bisher unveröffentlichtes Material, nicht nur in Form variierter Einspielungen sondern auch Lieder, die bisher noch gar nicht auf CD erschienen sind. Dazu enthält das Album ein Booklet mit zahlreichen Informationen über die Band und die Entstehung des Albums und dabei speziell auch über das Lied „A Whiter Shade Of Pale“. Schließlich kann man das Cover der LP noch in Originalgröße entfalten. Für den Fan wird hier jede Menge geboten. Und genau dafür ist sind diese Zugaben auch gedacht, denn als „normaler“ Hörer braucht man bestimmt nicht vier verschiedene Varianten zum Beispiel des Titels „Homburg“. Für alle anderen ist es die neue Abmischung, die diese Veröffentlichung besonders lohnend werden lässt.

Fazit: Das erste, selbstbetitelte Album der englischen Band „Procol Harum“ klingt sehr viel weniger nach Pop und Rock der 60er Jahre, als viele andere Bands zur damaligen Zeit. Procol Harum läuteten den Progressive Rock mit ein, auch wenn es diesen, in seiner ausgeprägten Form, auf diesem Album noch nicht zu hören gibt. Spannend klingt das jedoch allemal und nun auch klanglich schön aufbereitet, sodass der Kauf des Albums auch lohnt, wenn man die ursprüngliche Platte bereits besitzen sollte. Dazu gibt es jede Menge an Zusatzmaterial, was das Herz des Fans – trotz zahlreicher Wiederholungen – höherschlagen lassen dürfte. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Conquistador, Repent Walpurgis



Dienstag, 12. September 2017

Procol Harum – Portfolio




Procol Harum – Portfolio


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1988 (Musik von 1972 bis 1977)


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. Conquistador (4:12)
2. A Salty Dog (4:47)
3. A Souvenir Of London (3:21)
4. Bringing Home The Bacon (5:04)
5. Grand Hotel (6:08)

Seite 2:

1. Pandora’s Box (3:34)
2. Nothing But The Truth (3:10)
3. As Strong As Samson (5:03)
4. Wizard Man (2:37)
5. Something Magic (4:23)

Gesamtspieldauer: 42:19




„Portfolio“ ist eine weitere, der schier endlos scheinenden Veröffentlichungen von „Best Of…-Alben“ der britischen Band Procol Harum. Der musikalische Schwerpunkt liegt bei diesem Kompilationsalbum auf den frühen 70er bis Mitte der 70er Jahre. Zwar sind hier auch die Titel „Conquistador“ und „A Salty Dog“ enthalten, die bereits in den 60ern entstanden sind, diese sind allerdings in einer Version vertreten, die live mit dem Edmonton Symphony Orchestra eingespielt wurde und aus dem Jahr 1972 stammt. Veröffentlicht wurde „Portfolio“ im Jahr 1988 auf dem Plattenlabel Chrysalis.

Außer diesen beiden Live-Einspielungen, die auf der Platte „Live In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra“ enthalten sind, ist das 1973er Album „Grand Hotel“ mit den Titeln „A Souvenir Of London“, „Bringing Home The Bacon“ und „Grand Hotel“ vertreten. Vom 1974er Album „Exotic Birds And Fruit“ stammen die Lieder „Nothing But The Truth” und „As Strong As Samson”; von der 1975er Platte „Procol's Ninth“ das Lied „Pandora’s Box“ und schließlich von der 1977er Veröffentlichung „Something Magic“, die beiden Titel „Wizard Man“ sowie das Titellied „Something Magic“.

Nun, ob man mit dieser Zusammenstellung einverstanden ist, liegt wie immer bei Kompilationsalben ganz am eigenen Musikgeschmack. Mit Portfolio erhält man zumindest eine Übersicht über die Musik von Procol Harum Anfang bis Mitte der 70er Jahre. Diese ist nicht mehr ganz so interessant, wie noch in den 60ern, geht allerdings durchaus noch ins Ohr und grenzt sich dabei zumindest zumeist positiv von zu poppigem Gedudel diverser Radiostationen ab. Wer hier allerdings sehr innovative und besondere Musik erwartet, die oder der wird mit „Portfolio“ enttäuscht werden. Die Musik von Procol Harum ist Anfang der 70er Jahre sehr viel angepasster geworden, als jene, so manch anderer Band dieser Zeit, die sich noch ausprobieren wollte.

Fazit: Keinen 08/15-Pop und Rock, jedoch auch keine zu komplizierte oder innovative Musk produzierten Procol Harum zu Beginn bis Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Alles auf diesem Kompilationsalbum mit dem Titel „Portfolio“ lässt sich gut anhören ist größtenteils auch sehr melodiös und eingängig gehalten. Nur richtige Ohrwürmer oder Lieblingslieder, die findet man hier nicht mehr. Acht Punkte.

Anspieltipps: Pandora’s Box, Something Magic



Samstag, 26. August 2017

Procol Harum – Starportrait




Procol Harum – Starportrait


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Cube Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. A Whiter Shade Of Pale (4:02)
2. A Salty Dog (4:35)
3. Your Own Choice (4:07)
4. Repent Walburgis (5:04)
5. Nothing That I Didn't Know (3:39)
6.Shine On Brightly (3:28)

Seite 2:

1. Conquistador (2:36)
2. Quite Rightly So (3:33)
3. Barnyard Story (2:45)
4. Mabel (1:52)
5. Still There Be More (4:30)
6. Too Much Between Us (3:39)

Seite 3:

1. Homburg (3:40)
2. Skip Softly (My Moonbeams) (3:42)
3. Piggy Pig Pig (5:27)
4. Kaleidoscope (2:53)
5. Salad Days (Are Here Again) (3:39)
6. The Devil Came From Kansas (4:31)

Seite 4:

1. Whisky Train (4:28)
2. She Wandered Through The Garden Fence (3:22)
3. Cerdes (Outside The Gates Of) (5:01)
4. The Dead Man's Dream (4:45)
5. The Milk Of Human Kindness (3:40)
6. Juicy John Pink (2:04)

Gesamtspieldauer: 1:31:02




„Starportrait“ ist eines von 63 (!) mir bekannten Kompilationsalben der britischen Band Procol Harum. Der Schwerpunkt dieser Veröffentlichung liegt auf den ersten Jahren der Band und umfasst die vier Alben „Procol Harum“ (1967), „Shine On Brightly“ (1968), „A Salty Dog“ (1969) sowie „Home“ (1970), wobei das Debut-Album und die Platte „Home“ am stärksten vertreten sind. Veröffentlicht wurde das Doppelalbum im Jahr 1974 auf dem Plattenlabel Cube Records.

Natürlich liegt es wieder ganz am eigenen Musikgeschmack, ob man mit der hier getroffenen Auswahl zufrieden ist oder ob der eigene Favorit auf „Starportrait“ vielleicht fehlt. Das Lied „In Held 'Twas In I“ von der Platte „Shine On Brightly“ ist zumindest schon mal leider nicht vorhanden und ist einer der Höhepunkte im Schaffen von Procol Harum. Aber sei es drum, mit diesem Kompilationsalbum erhält man trotzdem einen guten Überblick über das Schaffen der englischen Band zu Beginn ihrer Karriere. Und das war der Zeitpunkt, als Procol Harum noch am interessantesten klang.

Eine Mischung aus Art Pop und Art Rock bekommt man hier geboten, die meist sehr melodisch ins Ohr geht. Viele Lieder der Band sind Klassiker, allen voran natürlich das bekannteste Lied von Procol Harum „A Whiter Shade Of Pale“. Die Musik ist sehr abwechslungsreich, hin und wieder hört man ihr auch das Alter an, jedoch nicht durchgängig. Die Lieder von Procol Harum haben in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nie nach einfachem 60ies Pop geklungen und deswegen hören sie sich auch heutzutage noch interessant und haben relativ wenig Patina angesetzt.

Fazit: „Starportrait“, ist eines von vielen, vielen Kompilationsalben der Band Procol Harum. Der Beginn der Karriere der Band wird auf diesem Doppelalbum zusammengefasst. Gerade die über eineinhalbstündige Laufzeit des Albums bewirkt, dass man hier einen sehr guten Überblick über die Musik von Procol Harum in den 60er Jahren erhält. Man muss dieses Album allerdings natürlich nicht besitzen, wenn man schon die Studio-Platten sein Eigen nennt, da die Lieder hier originalgetreu wiedergegeben werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Skip Softly (My Moonbeams)



Dienstag, 1. August 2017

Procol Harum – Home




Procol Harum – Home


Besetzung:

Chris Copping – organ, bass guitar
B.J. Wilson – drums
Robin Trower – guitar
Gary Brooker – piano and vocals
Keith Reid – lyrics


Label: Cube Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Art Pop, Art Rock, Blues


Trackliste:

1. Whisky Train (4:28)
2. Your Own Choice (4:07)
3. Still There'll Be More (4:30)
4. Nothing That I Didn't Know (3:39)
5. About To Die (3:40)
6. Barnyard Story (2:45)
7. Piggy Pig Pig (5:27)
8. Whaling Stories (7:08)
9. The Dead Man's Dream (4:45)

Gesamtspieldauer: 35:29




„Home“ nannte die englische Band Procol Harum ihr viertes Studioalbum, welches am 5. Juni 1970 bei Cube Records veröffentlicht wurde. Organist Matthew Fisher und Bassist David Knights hatten die Band nach dem letzten Album verlassen und Chris Copping übernahm nun sowohl das Orgel- wie auch das Bassspiel. Diesen kannten die verbleibenden Musiker Gary Brooker, B.J. Wilson und Robin Trower bereits von der Band The Paramounts, in der sie mit Chris Copping bereits vor der Entstehung von Procol Harum zusammenspielten. The Paramounts waren eher im Blues beheimatet, sodass es nicht weiter überrascht, dass auch „Home“ bluesiger klingt, als die Procol Harum Vorgängeralben.

Aber auch der typische, etwas bombastische Procol Harum Sound ist hier durchaus noch zu hören. Insgesamt klingt das Album sehr düster bis dunkel, worauf bereits solch Titel wie „About To Die“ oder „The Dead Man's Dream“ hinweisen. Richtiggehend fröhlich hört keiner der Titel auf „Home“ an, was man bei diesem fast schon grellen Albumcover kaum vermuten würde. Doch sind die einzelnen Titel in ein tiefes und dunkles Grau getaucht, welches vor allen Dingen Traurigkeit und Melancholie verströmt.

Mit solch einem Blues Stück wie „Whisky Train“ kann ich nicht allzu viel anfangen. Das bekommen andere Bands besser hin als Procol Harum. Sehr viel gelungener klingt die Musik der Band bei dem sehr düsteren „Nothing That I Didn't Know“. Ein sanfter, ruhiger Titel der schnell ins Ohr geht und Traurigkeit verbreitet. Keine Musik für die labilen Momente des Lebens. Das bereits erwähnte „About To Die“, stammt wie die Blues-Nummer „Whisky Train“, aus der Feder von Gitarrist Robin Trower und kann, da eher ein Rock Lied, sehr viel mehr überzeugen als noch das Blues Stück. Der Procol Harum Klassiker „Whaling Stories“ ist ebenfalls auf „Home“ enthalten und sicherlich mit ein, wenn nicht sogar der Höhepunkt der Platte. Das längste Lied des Albums setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, die mal sanfter, mal rockiger gehalten sind und dabei perfekt miteinander verwoben wurden. Klingt immer wieder spannend und ist sehr abwechslungsreich.

Fazit: „Home“, das vierte Album von Procol Harum, hat ganz gewiss seine Höhepunkte. Diese kommen immer dann zum Vorschein, wenn Procol Harum wie Procol Harum klingen. Klingt es jedoch zu sehr nach Blues – was zugegebenermaßen nicht zu oft passiert – dann ist „Home“ eine eher gewöhnungsbedürftige Scheibe. Ein klein wenig vermisst man auch das satte Orgelspiel des Matthew Fisher, der vor der Entstehung des Albums ausgestiegen war. Trotzdem hält „Home“ schöne Momente parat, die sich lohnen gehört zu werden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Nothing That I Didn't Know, About To Die, Whaling Stories



Sonntag, 27. November 2016

Procol Harum – Shine On Brightly




Procol Harum – Shine On Brightly


Besetzung:

Gary Brooker – lead vocals (1-7b, 7d), piano (all but 7e)
Robin Trower – guitar, co-lead vocals (4)
Matthew Fisher – organ, lead vocals (7c), piano (7e)
Dave Knights – bass guitar
B.J. Wilson – drums
Keith Reid – lyrics


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Quite Rightly So (3:40)
2. Shine On Brightly (3:32)
3. Skip Softly (My Moonbeams) (3:47)
4. Wish Me Well (3:18)
5. Rambling On (4:31)
6. Magdalene (My Regal Zonophone) (2:50)
7. In Held 'Twas In I (17:31)
     a) Glimpses Of Nirvana
     b) 'Twas Teatime At The Circus
     c) In the Autumn Of My Madness
     d) Look To Your Soul
     e) Grand Finale

Gesamtspieldauer: 39:09




„Shine On Brightly“ heißt das zweite Studio-Album der britischen Band Procol Harum. Es erschien im September des Jahres 1968, auf den beiden Musiklabels „Regal Zonophone“ und „A&M Records“. Weltweit bekannt geworden sind Procol Harum durch das Stück „A Whiter Shade Of Pale“, welches noch vor der ersten Langspielplatte als Single veröffentlicht worden war. „Shine On Brightly“, das zweite Album, enthält nun ein Lied, welches ebenfalls ein ganz besonderer Titel ist. Mit „In Held 'Twas In I“ legten die Briten so etwas wie den Grundstein für den späteren Progressive Rock. Proto Progressive Rock könnte man fast sagen.

Als die Platte entstand, da erklangen viele Pop-Lieder noch nicht einmal drei Minuten lang. Länger war noch nicht „in“. Und plötzlich hört man solch eine Nummer wie „In Held 'Twas In I“ auf „Shine On Brightly“, klassische klingende Elemente zusammen mit eindeutig dem Rock zugehörigen Passagen. Ein Lied aufgebaut aus vielen unterschiedlichen Teilen, auch das gab es so, in dieser Form noch nicht so häufig. „In Held 'Twas In I“ ist eine tolle und abwechslungsreiche Nummer geworden, eine kleine musikalische Reise, die nur so überquillt vor Ideen. Alles klingt hier, ist melodiös, die Atmosphäre mal fordernder, mal nachdenklicher und dazu gibt es hier einen leicht ironischen Text zu hören, der die Sinnfrage des Lebens ein wenig genauer beleuchtet. Wirklich überzeugend, über die ganzen siebzehneinhalb Minuten hinweg.

Auch die weiteren Lieder auf „In Held 'Twas In I“ lohnen gehört zu werden. Dieses Zusammenspiel der Orgel des Matthew Fisher, der bluesigen Gitarre Robin Trowers und des unverwechselbaren Gesangs Gary Brookers bildet dabei dieses, für Procol Harum so typische Gesamtbild. Auch die weiteren Stücke der Platte gehen gut ins Ohr, immer sehr melodiös gehalten und so gar nicht vergleichbar mit dem Pop, der ansonsten zur damaligen Zeit gespielt wurde. Lediglich „Wish Me Well“ ist eine reine Blues-Nummer und will auch irgendwie gar nicht richtig zum Rest des Albums passen, welches übrigens neben dem bereits erwähnten „In Held 'Twas In I“ mit „Skip Softly (My Moonbeams)“ seinen weiteren Höhepunkt hat. Auch hier ist es die Eingängigkeit, gepaart mit verschiedenen Teilen, die selbst bei diesem relativ kurzen Lied jede Menge Spannung und Abwechslung aufkommen lassen.

Fazit: Sehr überzeugend und sehr spannend klingt „Shine On Brightly“ das zweite Studio-Album von Procol Harum. Hier, auf diesem Album, entwickelt sich ein Lied zum ersten Mal in die Richtung des Progressive Rock. Die Zutaten sind alle vorhanden. Viele der weiteren Titel gehen dabei zudem gut ins Ohr, sind ebenfalls überaus melodiös. Procol Harum klingen auf „Shine On Brightly“ in keiner Weise so, wie viele andere Bands zu damaligen Zeit. Macht Spaß, viel Spaß. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Skip Softly (My Moonbeams), Rambling On, In Held 'Twas In I



Sonntag, 20. September 2015

Procol Harum – Grand Hotel




Procol Harum – Grand Hotel


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano
Mick Grabham – guitar
Chris Copping – organ
Alan Cartwright – bass guitar
B.J. Wilson – drums


Gastmusiker:

Christiane Legrand – vocals (8)


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Grand Hotel (6:10)
2. Toujours L'Amour (3:31)
3. A Rum Tale (3:20)
4. TV Caesar (5:52)
5. A Souvenir Of London (3:23)
6. Bringing Home The Bacon (4:21)
7. For Liquorice John (4:27)
8. Fires (Which Burnt Brightly) (5:10)
9. Robert’s Box (4:45)

Gesamtspieldauer: 41:09




„Grand Hotel“ heißt das sechste Studio-Album der englischen Band Procol Harum und wurde im März des Jahres 1973 auf dem Label Chrysalis Records veröffentlicht. Es hatte einige Änderungen in der Besetzung der Band gegeben, die sich auch auf den musikalischen Stil von Procol Harum auswirkten. Mick Grabham kam als neuer Gitarrist hinzu und ersetzte den ausgeschiedenen Gitarristen Robin Trower. Dazu hatte die Band nun mit Alan Cartwright wieder einen festen Bassisten und da der neue Gitarrist Mick Grabham sich musikalisch etwas zurückhielt und Chris Copping sich wieder ausschließlich um den Klang seiner Orgel kümmern konnte, klingt „Grand Hotel“ wieder deutlich weniger Gitarren-lastig, als noch die Alben unmittelbar davor. Gary Brooker hatte die musikalische Leitung bei Procol Harum wieder fest übernommen.

Die Platte erreichte Platz 21 der US-amerikanischen Billboard Charts und hatte ihren größten Erfolg in Dänemark, wo sie bis auf Platz 4 der Charts kletterte. Damals war die Welt noch etwas prüder als heute, was sich daran zeigt, dass die BBC die Single „A Souvenir Of London“ boykottierte, da sie einen Bezug zu Geschlechtskrankheiten in dem Text feststellte. Texter Keith Reid behauptete jedoch – unabhängig von jedweder Interpretation – dass die Nummer durch einen Besuch in einem Souvenir-Laden nahe George Martins Air Studios inspiriert worden wäre. Das Lied selbst ist eher so eine Art „Spaß-Lied“, mit stampfendem Rhythmus und sehr einfacher Melodie. Völlig untypisch für Procol Harum und auch wahrlich kein Höhepunkt im Werk der Band.

Ansonsten weiß einiges auf dieser Scheibe zu gefallen. Das ist der Opener und gleichzeitig das Titellied „Grand Hotel“, mit dem Procol Harum einmal mehr die Symbiose aus Orchester und Rock gelingt. Das hört sich dabei nie aufgesetzt, sondern durchaus stimmig an. Die sehr symphonisch-orchestrale Melodie der Strophe wechselt sich mit einem walzerartigen Refrain ab, hinzu gesellt sich ein an Zirkusmusik erinnernder Zwischenteil, sowie ein schönes Gitarrensolo. Mit „Toujours L'Amour“ bekommt man dann sogar einen ganz netten Rocker geboten, der ebenfalls ins Ohr geht. Mit „A Rum Tale“ folgt im Anschluss daran eine eher melancholische und doch flotte Piano-Nummer. Noch ein wenig melodischer wird es schließlich mit „TV Caesar“. Hier kommt nun auch wieder das ganze Orchester zum Einsatz. Das Lied klingt sehr eingängig und wirkt durch die breite Instrumentierung auch dementsprechend symphonisch.

„A Souvenir Of London“ ist das bereits erwähnte Spaß-Lied, das darauf folgende „Bringing Home The Bacon“ fällt am ehesten durch den etwas schrägen und versetzten Rhythmus auf. „For Liquorice John“ klingt dagegen so wunderschön melancholisch und traurig, allerdings schön traurig. Dies trifft in gewisser Weise auch auf „Fires (Which Burnt Brightly)“ zu. Eine sehr schöne Melodie und der wie immer ausdrucksstarke Gesang des Gary Broker wird hier von glockenhellen „Ahs“ und „Ohs“ der Christiane Legrand begleitet. Das geht sehr gut ins Ohr. Beendet wird das Album dann eher unspektakulär mit der Nummer „Robert’s Box“.

Fazit: Eine Platte mit einigen Höhepunkten ist „Grand Hotel“ geworden. Die einzelnen Titel wirken dabei noch nicht gleich beim ersten Mal des Hörens, ein paar mehr Durchläufe bedarf es da durchaus. Dann allerdings wachsen so einige Titel auf „Grand Hotel“, was das Album schließlich zu einem sehr hörenswerten Art Pop- beziehungsweise Art Rock-Album werden lässt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Grand Hotel, For Liquorice John, Fires (Which Burnt Brightly)



Donnerstag, 25. Dezember 2014

Procol Harum – Live In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra




Procol Harum – Live In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra


Besetzung:

Chris Copping – organ
Alan Cartwright – bass guitar
B.J. Wilson – drums
Dave Ball – guitar
Gary Brooker – piano and vocals
Keith Reid – lyrics


Gastmusiker:

The Edmonton Symphony Orchestra
The Da Camera Singers


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Art Rock, Progressive Rock, Symphonic Rock


Trackliste:

1. Conquistador (5:02)
2. Whaling Stories (7:41)
3. A Salty Dog (5:34)
4. All This And More (4:22)
5. In Held 'Twas In I (19:00)
a) Glimpses Of Nirvana
b) 'Twas Teatime At The Circus
c) In The Autumn Of My Madness
d) Look To Your Soul
e) Grand Finale

Gesamtspieldauer: 41:39




„Procol Harum Live In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra“ ist das erste Live-Album der britischen Band Procol Harum und ihre sechste Veröffentlichung überhaupt. Die Platte stellt verkaufstechnisch das erfolgreichste Album von Procol Harum dar – und dies völlig zu Recht. Wer auf symphonischen und eingängigen Rock steht, die oder der wird diese Platte lieben. Alles hierauf ist melodiös und harmonisch gestaltet. Es werden Geschichten erzählt, die kraftvoll und ausgereift und wohl überlegt klingen. Die Musik geht dabei sehr schnell ins Ohr und vermag dort auch über viele Jahre zu verbleiben. Ohrwurmcharakter also durchaus gegeben.

Ein Orchester passt sehr gut zur Musik von Procol Harum, obwohl ich zum Beispiel mit „verklassischten“ Rock-Stücken überhaupt nichts anzufangen weiß. Hier, auf „Procol Harum Live In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra“ bietet die Verbindung aus Rock-Instrumenten und all den Streichern und Bläsern des klassischen Orchesters jedoch eine nahezu perfekte Einheit. Jeder Titel wirkt geradezu so, als ob er extra dafür geschrieben worden wäre, in genau dieser Kombination aufgenommen und dargeboten zu werden. Dazu gesellt sich auch noch der sehr überzeugende Einsatz des Chores, der das Ergebnis noch ein wenig voller und runder glänzen lässt.

Einzelne Titel hier herauszuheben ist fast nicht möglich, da die Platte über überhaupt keine Ausfälle verfügt. Egal, ob man das unglaublich eingängige „Conquistador“, den Ohrwurm „A Salty Dog“ oder das epische, wie eine kleine Reise anmutende „In Held 'Twas In I” hört, überzeugen kann das alles. 

Fazit: Im Grunde genommen habe ich die Zusammenfassung bereits oben geschrieben: Wer auf symphonischen und eingängigen Rock steht, die oder der wird diese Platte lieben. Der Live-Charakter des Albums kommt zwar nur am Beginn und am Ende der jeweiligen Songs zum Tragen, dafür sich die Musik jedoch perfekt abgemischt und klingt, wie im Studio aufgenommen. Sehr hörenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Conquistador, In Held 'Twas In I



Freitag, 24. Oktober 2014

Procol Harum – A Salty Dog




Procol Harum – A Salty Dog


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano, celeste, three stringed guitar, bells, harmonica, recorder, wood
Robin Trower – lead guitar, vocals (track 9), acoustic guitar, sleigh tambourine
Dave Knights – bass guitar
B.J. Wilson – drums, conga drums, tabla
Matthew Fisher – organ, vocals (tracks 5, 7, 10), marimba, acoustic guitar, piano, recorder, rhythm guitar
Kellogs – bosun's whistle, refreshments
Keith Reid – words
Orchestral arrangements – Gary Brooker (tracks 1, 8), Matthew Fisher (track 7)


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. A Salty Dog (4:41)
2. The Milk Of Human Kindness (3:47)
3. Too Much Between Us (3:45)
4. The Devil Came From Kansas (4:38)
5. Boredom (4:34)
6. Juicy John Pink (2:08)
7. Wreck Of The Hesperus (3:49)
8. All This And More (3:52)
9. Crucifiction Lane (5:03)
10. Pilgrim's Progress (4:32)

Gesamtspieldauer: 40:18




„A Salty Dog“ ist das dritte Album der britischen Band Procol Harum und erschien im Jahr 1969. Bei vielen Hörern gilt es als das beste Album der Band, was einigermaßen überrascht, wenn man auch die anderen Platten von Procol Harum kennt. Ganz klar, das Titelstück „A Salty Dog“ ist mit seiner irgendwie düster bis fast schon maroden Stimmung ein absolutes Meisterwerk. Eine der besten Nummer, die Gary Brooker jemals geschrieben hat. Sehr beeindruckend, perfekt arrangiert und so etwas von eingängig. Ganz klar der Höhepunkt der Platte.

„Too Much Between Us“ ist ebenfalls sehr gelungen. Sehr melodiös und harmonisch gehalten, geht diese Nummer allerdings fast schon in Richtung Folk Musik. Durchaus auch Spaß gewinnt man beim Hören von „Wreck Of The Hesperus“, was nicht zuletzt an diesem Pianolauf liegt, der sich das ganze Lied über hindurchzieht. Schließlich wird es auch wieder ein wenig orchestral und bei diesen Arrangements hatten Procol Harum schon immer ihre Stärken. Auch nicht unerwähnt möchte ich hier die Nummer „All This And More“ lassen. Ein richtig überzeugender Titel, der stilistisch irgendwo zwischen Rock und Pop angesiedelt ist und ziemlich schnell ins Ohr geht.

Nun gut, da bleiben allerdings noch sechs weitere Lieder übrig, die dann jedoch nicht mehr so einhundertprozentig überzeugen können. Zum Teil noch ganz okay, mitunter allerdings etwas sehr gewöhnungsbedürftig, wie „Juicy John Pink“, was einen langsamen Blues darstellt. So etwas Ähnliches gibt es zwar auch noch mal zum Abschluss des Albums, dort ist das dann auch gelungener, aber hier will es so gar nicht zum Rest der Platte passen. Ein richtiger Stilbruch aus Gesang, Gitarre, Gestampfe und Mundharmonika, der einen völlig aus den einmal eingeschlagenen Stimmungen reißt. Etwas sehr ähnliches passiert bei dem Titel davor, „Boredom”, der ein wenig nach Calypso klingt und das wohl auch soll. Schwierig bei diesem Stilmix, sich richtig auf das Album einlassen zu können.

Fazit: Man könnte nun natürlich sagen: „Wow, was für eine Abwechslung auf diesem Album“, aber nein, das stimmt nicht, denn diese Richtungswechsel zerstören die einmal aufgebaute Atmosphäre ziemlich radikal. Die tollen Songs gibt es natürlich auf der Platte, die selbstverständlich auch ihre starken Seiten besitzt – allerdings leider immer nur abschnittsweise. Etwas schade ist das schon. Neun Punkte.

Anspieltipps: A Salty Dog, Too Much Between Us, Wreck Of The Hesperus