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Montag, 9. Mai 2022

Al Stewart – Live

 



Al Stewart – Live


Besetzung:

Al Stewart – vocals, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Peter White  keyboards, acoustic guitar, electric guitar, accordion
Adam Yurman – electric guitar, acoustic guitar, backing vocals
Robin Lamble – bass guitar, violin, backing vocals
Krysia Kristianne – keyboards, percussion, tin whistle, backing vocals
Bryan Savage – alto and tenor saxophones, flute


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Pop


Trackliste:

1. Running Man (4:44)
2. Time Passages (6:15)
3. Merlin‘s Time (2:56)
4. If It Doesn‘t Come Naturally, Leave It (4:25)
5. Roads To Moscow (7:52)
6. Nostradamus/World Goes To Riyadh (13:02)
7. Soho (Needless To Say) (3:47)
8. On The Border (4:31)
9. Valentina Way (4:09)
10. Clarence Frogman Henry (1:27)
11. Year Of The Cat (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:00:21



„Live At The Roxy Los Angeles 1981“ heißt das erste Live-Album des schottischen Musikers Al Stewart mit vollem Titel. Es wurde ursprünglich als Doppel-LP mit einer Seite Studioaufnahmen veröffentlicht. Die fünf Studio-Lieder dieser ersten Schallplattenseite wurden später in Form von Bonus-Tracks der Wiederveröffentlichung von „24 Carrots“ angehängt. Das Album wurde mit Al Stewarts Begleitband zur damaligen Zeit „Shot In The Dark“ eingespielt, die ursprünglich auf dem Cover jedoch keine Erwähnung fand. In der Anmoderation des Konzertes werden sie aber vor dem ersten Lied erwähnt. Es ist die zweite und gleichzeitig letzte Zusammenarbeit von Al Stewart und Shot In The Dark.

Auf diesem Live-Album hört man eine Zusammenstellung der bis dahin bekanntesten Titel des Al Stewart. Im Grunde genommen ist dies eine Art „Best-Of-Album“ der 70er Jahre des Musikers. Man hört die sanfte Musik des Al Stewart, dem Saxophon wird eine schöne und größere Rolle eingeräumt und schließlich klingen einzelne Lieder auch ein wenig rockiger als im Original – jedoch nicht zu sehr und nur phasenweise.

Wer die vorherigen Platten des Al Stewart bereits kennt, benötigt diese Ausführungen der Lieder nicht mehr. Das Publikum spielt auf dem Album die Rolle der Applaudierer, ohne sonst weiter großartig in Erscheinung zu treten. Höhepunkte sind die Lieder „Roads To Moscow“ sowie „Year Of The Cat“, was sie auch auf den entsprechenden Studioalben sind. Alles nett und schön anzuhören, ebenso die restlichen neun Titel, wobei Al Stewart bei „Clarence Frogman Henry“ lediglich redet.

Fazit: Wer die Musik des Al Stewart mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Wer alle Lieder bereits kennt, kann sich dies sicherlich sparen, denn es passiert nicht viel Neues. Aber Komplettisten werden hier sicherlich trotzdem zugreifen, wenn sie alles von „ihrem“ Lieblingsmusiker besitzen möchten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Roads To Moscow, Year Of The Cat



Donnerstag, 7. Oktober 2021

Journey – Escape

 



Journey – Escape


Besetzung:

Steve Perry – lead vocals
Neal Schon – lead guitar, backing vocals
Jonathan Cain – keyboards, rhythm guitar, backing vocals
Ross Valory – bass, backing vocals
Steve Smith – drums, percussion, backing vocals




Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Mainstream Rock


Trackliste:

1. Don‘t Stop Believin‘ (4:11)
2. Stone In Love (4:25)
3. Who‘s Crying Now (5:00)
4. Keep On Runnin' (3:39)
5. Still They Ride (3:50)
6. Escape (5:16)
7. Lay It Down (4:13)
8. Dead Or Alive (3:21)
9. Mother, Father (5:29)
10. Open Arms (3:23)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. La Raza Del Sol (B-side of "Still They Ride") (3:26)
12. Don‘t Stop Believin‘ (Live at The Summit, Houston, Texas, November 6, 1981 (4:19)
13. Who‘s Crying Now (Live at The Summit, Houston, Texas, November 6, 1981 (5:43)
14. Open Arms (Live at The Summit, Houston, Texas, November 6, 1981 (3:22)

Gesamtspieldauer: 59:44



„Escape“ nannte die US-amerikanische Rock Band Journey ihr siebtes Studioalbum. „Escape“ erschien am 31. Juli 1981 auf dem Plattenlabel Columbia Records und kletterte bis an die Spitze der amerikanischen Billboard 200 Charts. Unterstützt wurde dieser Erfolg nicht zuletzt auch durch die vier erfolgreichen Single-Auskopplungen der Lieder „Don‘t Stop Believin‘“, „Who‘s Crying Now“, „Still They Ride“ sowie „Open Arms“. „Escape“ ist das erfolgreichste Studioalbum der Band und nach ihrem Greatest Hits Album das zweiterfolgreichste Album insgesamt.

Nun, Journey machen Mainstream Rock, der sich größtenteils immer im selben Tempo abspielt. Natürlich sind die obligatorischen Balladen hier eine Ausnahme. Die Texte behandeln das Thema der Liebe. Mal glücklich, mal traurig, mal euphorisiert, mal verzweifelt. Die einzelnen Lieder gehen mehr oder weniger gut ins Ohr, nichts klingt bei Journey atonal und in keines der einzelnen Stücke muss man sich erst genauer einhören. Journey-Lieder funktionieren bereits beim ersten Hören – das ist auch auf „Escape“ nicht anders.

Und somit gelangt man beim Hören schnell zu der Erkenntnis, dass man ein Journey-Album auch gut nebenbei hören kann. Da tut einem Nichts weh. Zu viel Anspruch an die Texte darf man freilich nicht haben, aber „Nebenbeihören“ bedingt sowieso, dass man auf Inhalte weniger Wert legt. Zu Gute halten muss man den Musikern auf jeden Fall, dass sie es schaffen Lieder zu kreieren, die schnell ins Ohr gehen. Auch das ist sicherlich eine Gabe und im Falle von Journey auch das Erfolgsgeheimnis.

Fazit: Kaum eine Band versteht sich besser darin eingängige „Rocker“ zu schreiben, welche sofort wirken. Auf „Escape“ haben Journey dies formvollendet unter Beweis gestellt. Wer auf Mainstream und AOR steht, die oder der wird mit „Escape“ ganz viel für sich entdecken können. Achtet man allerdings auch auf die Texte und erwartet etwas mehr als „Bum-Tsching-Bum-Tsching-Bum-Tsching“ dann wird „Escape“ zwar noch nicht zu einer schlechten Platte, aber zu einer höchstdurchschnittlichen, über die man sich freut, wenn man das eine oder andere Lied auf der 80er Party hört. Ganz Durchhören ist dagegen langweilig. Acht Punkte.

Anspieltipps: Don‘t Stop Believin‘, Dead Or Alive



Samstag, 7. August 2021

Bob Dylan – Shot Of Love

 



Bob Dylan – Shot Of Love


Besetzung:

Bob Dylan – guitar, harmonica, percussion, piano, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Carolyn Dennis – background vocals
Steve Douglas – saxophone
Tim Drummond – bass guitar
Donald Dunn – bass guitar
Jim Keltner – drums
Ringo Starr – drums on "Heart of Mine"
Clydie King – background vocals
Danny Kortchmar – electric guitar
Regina McCrory – background vocals
Carl Pickhardt – piano
Madelyn Quebec – background vocals
Steve Ripley – guitar
Fred Tackett – guitar
Ronnie Wood – guitar on "Heart Of Mine"
William "Smitty" Smith – Hammond organ
Benmont Tench – keyboards
Monalisa Young – background vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Pop, Rock, Gospel


Trackliste:

1. Shot Of Love (4:21)
2. Heart Of Mine (4:35)
3. Property Of Jesus (4:36)
4. Lenny Bruce (4:35)
5. Watered-Down Love (4:13)
6. The Groom's Still Waiting At The Altar (4:05)
7. Dead Man, Dead Man (4:03)
8. In The Summertime (3:36)
9. Trouble (4:37)
10. Every Grain Of Sand (6:11)

Gesamtspieldauer: 44.57



„Shot Of Love“ heißt das 21. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Bob Dylan. Es wurde am 10. August 1981 ursprünglich auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Es ist die letzte Platte Bob Dylan einer Trilogie mit christlichen Alben. „Slow Train Coming“ aus dem Jahr 1979 sowie „Saved“ im Jahr 1980 waren die beiden anderen Alben mit christlichen Texten. Auf „Shot Of Love“ hört man eine Mischung aus Pop und Rock mit ein paar Gospel-Einsprengseln.

Nun, die Musik auf „Shot Of Love“ klingt durchaus eingängig, geht also ins Ohr. Seine christlichen Botschaften stoßen natürlich nicht überall auf Gegenliebe, doch Bob Dylan versucht mit seinen Texten keinesfalls zu missionieren. Es bewegt ihn eben, von daher alles gut. Doch auch wenn die Musik eingängig und melodiös ist und klingt, so richtig hängenbleiben mag sie nicht. Die absoluten Höhepunkte… falsch. Die Höhepunkte fehlen auf der Platte, die so in einem Rutsch durchläuft ohne zu viele Spuren zu hinterlassen. Mal etwas poppig, dann wieder rockiger, Folk und dann sogar mal ein Rock’n’Roll. Schließlich auch Gospelmusik, Blues oder soll es lieber ein Reggae sein? Nun, all das gibt es auf „Shot Of Love“ zu hören. Meist ganz nett, doch so richtig einfangen kann mich diese Musik nicht. Vielleicht liegt es auch daran, weil Bob Dylan hier eine umfangreiche Reise durch so viele musikalische Genres angetreten ist.

Trotzdem befinden sich auf dem Album einige Titel, die sich lohnen gehört zu werden. Besonders die letzte Nummer des Albums „Every Grain Of Sand“. Mit dieser kann man so wunderschön in die Musik des Bob Dylan eintauchen. Vielleicht, weil sie das längste Lied auf dem Album ist? Nun, nicht nur dies. „Every Grain Of Sand“ erklingt mit schöner Melodie, klingt insgesamt getragen und Bob Dylan an der Mundharmonika war schon immer etwas Besonderes.

Fazit: Absolut überzeugen kann „Shot Of Love“ nicht. Liest man im Internet gehen die Meinungen auseinander. Einige meinen, dass dieses Album unterbewertet wären. Das empfinde ich im Gesamtwerk des Bob Dylan nicht so. „Shot Of Love“ ist kein schlechtes Album. Jedoch ist es auch nicht der Höhepunkt im Schaffen des Bob Dylan. Mich persönlich stören auch die vielen verschiedenen Genres, die hier bedient werden. Trotzdem höre ich einige Lieder sehr gern. Musiker haben es nicht leicht, oder? Neun Punkte.

Anspieltipps: Every Grain Of Sand



Sonntag, 13. Dezember 2020

Ufo – The Wild, The Willing And The Innocent




Ufo – The Wild, The Willing And The Innocent


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Paul Chapman – guitars
Neil Carter – keyboards, guitar, backing vocals, saxophone on "Lonely Heart"
Pete Way – bass guitar
Andy Parker – drums


Gastmusiker:

John Sloman – keyboards (uncredited)
Paul Buckmaster – orchestral arrangements, orchestra conductor


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Rock


Trackliste:

1. Chains Chains (3:28)
2. Long Gone (5:20)
3. The Wild, The Willing And The Innocent (5:02)
4. It’s Killing Me (4:32)
5. Makin’ Moves (4:47)
6. Lonely Heart (5:02)
7. Couldn‘t Get It Right (4:35)
8. Profession Of Violence (4:23)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

9. Long Gone (live) (5:28)
10. Lonely Heart (live) (5:34)
11. Makin‘ Moves (live) (5:41)

Gesamtspieldauer: 53:57




„The Wild, The Willing And The Innocent“ heißt das neunte Studioalbum der englischen Rock Band Ufo. Das Album wurde am 6. Januar 1981 auf dem Plattenlabel Chrysalis Records veröffentlicht. Nachdem auf der vorherigen Platte „No Place To Run“ Paul Chapman Michael Schenker an der Lead Gitarre ersetzt hatte, da dieser die Michael Schenker Group gründete, war es nun Keyboarder Paul Raymond, der durch Neil Carter ersetzt wurde. Paul Raymond war nun ebenfalls in der Michael Schenker Group aktiv. Zwei Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt, diese enthielten die Lieder „Couldn‘t Get It Right“ und „Lonely Heart“.

Im Grunde genommen setzt „The Wild, The Willing And The Innocent“ die Tradition der vorherigen Ufo-Alben fort. Auch auf „The Wild, The Willing And The Innocent“ ist eine Mischung aus rockigen und eingängigen Liedern zu hören, die durch sanftere Nummern ergänzt werden. Allerdings hat sich der Anteil der rockigen Stücke gegenüber den sanfteren Balladen deutlich durchgesetzt. Viele der Titel beginnen zwar noch sanft, mitunter auch durch ein ganzes Orchester eingeleitet, um dann allerdings doch ordentlich zu rocken. So bleibt lediglich die letzte Nummer des Albums, „Profession Of Violence“, die durchgängig mit ruhigeren Tönen aufwartet und aufgrund vieler Streicher noch ein wenig sanfter wirkt. Selbst das schöne und getragene Gitarrensolo unterstreicht diesen Ansatz.

Richtige Ausfälle gibt es auf dem Album nicht. Was da besser oder weniger gefällt, bleibt im Bereich des Geschmacks, nicht im Bereich der Qualität der Lieder. Die Höhepunkte sind das bereits erwähnte „Profession Of Violence“ und das Lied „Long Gone“. Letzterer Titel ist aus mehreren Teilen aufgebaut und rockt in der einen Passage, wirkt verträumt im nächsten Abschnitt. Dazu vollführt der Titel noch einige Wendungen und verliert dabei niemals an Spannung. Und auch den Titeltrack sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, der klassische Rockinstrumente mit denen des Orchesters sehr schön in Einklang bringt.

Fazit: Auch „The Wild, The Willing And The Innocent“ ist ein überzeugendes Ufo-Album geworden. Die einzelnen Lieder gehen ins Ohr und rocken. Auch wenn der sanftere Ansatz in der Musik der Engländer etwas zurückgefahren wurde, so bietet „The Wild, The Willing And The Innocent“ trotzdem immer noch viel Abwechslung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Long Gone, The Wild The Willing And The Innocent, Profession Of Violence



Montag, 9. September 2019

Novalis – Augenblicke




Novalis – Augenblicke


Besetzung:

Detlef Job – Gitarren, Gesang
Fred Mühlböck – Gesang, Gitarren, Querflöte, Variophon „GIG“
Heino Schünzel – Bass
Lutz Rahn – Tasteninstrumente, PPG Wave Computer
Hartwig Biereichel – Gretsch Drums, Paiste Cymbals


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Danmark (3:34)
2. Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben (3:32)
3. Cassandra (3:28)
4. Herbstwind (4:49)
5. Mit den Zugvögeln (3:16)
6. Sphinx (3:26)
7. Als kleiner Junge (5:18)
8. Magie einer Nacht (3:58)
9. Begegnungen (4:48)

Gesamtspieldauer: 36:12




Im Jahr 1981 erschien das siebte Studioalbum der Hamburger Band Novalis. Dieses trägt den Namen „Augenblicke“ und stellt erneut eine Mischung aus Liedern dar, die zum einen instrumental gehalten sind, zum anderen mit sehr poetischen Texten versehen wurden, die nicht aus der Zeit der 80er Jahre zu stammen scheinen.

Vom Progressive Rock hatten sich Novalis inzwischen größtenteils entfernt – wie inzwischen fast alle Bands, die in diesem musikalischen Genre ursprünglich Zuhause waren. Mitunter klingt die Musik auf dem Album durchaus auch geradliniger, nach Deutsch Rock beziehungsweise Deutsch Pop. Als Beispiel hierfür steht solch eine Nummer wie „Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben“. Doch ganz so weit, wie viele Kollegen, hatten sich Novalis noch nicht von ihren Ursprüngen wegentwickelt. Auch auf „Augenblicke“ kann man noch Melodien und Lieder entdecken, die vom herkömmlichen 08/15-Aufbau „Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Refrain“ deutlich abweichen und spannender klingen und auch ins Ohr gehen.

„Danmark“, „Cassandra“, „Mit den Zugvögeln“ und „Sphinx“ sind allesamt Instrumentalstücke. Gerade das Lied „Mit den Zugvögeln“ kann hier am meisten überzeugen. Eine sanfte, irgendwie schwebende Melodie, die sehr sentimental bis melancholisch klingt und den Höhepunkt auf „Augenblicke“ darstellt. Die anderen Lieder ohne Gesang funktionieren ebenfalls gut. Bei den mit Text versehenen Stücken ist dies nicht immer der Fall. Diese leichte Melancholie schwebt zwar über allen Titeln, doch die Texte selbst lassen einen zum Teil etwas ratlos zurück und suhlen sich mitunter in Pathos oder Kitsch. Die Musik überzeugt dabei durchaus noch, die Texte einmal mehr nicht mehr.

Fazit: Wahrlich kein schlechtes Album ist „Augenblicke“ geworden. Die Musik trifft immer noch ins Ohr und unterhält bestens, wenn diese auch etwas rockig-poppiger klingt als noch in den 70er Jahren. Die Texte der Band lassen einen jedoch ab und an Verzweifeln. Diese sind nicht aus der heutigen Zeit, irgendwie jedoch auch nicht aus den 80ern und zum Teil fast peinlich. Trotzdem hat „Augenblicke“ noch einige Stellen zu bieten, die das Album hörenswert werden lassen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mit den Zugvögeln



Dienstag, 2. Juli 2019

Kitaro – Silk Road II




Kitaro – Silk Road II


Besetzung:

Kitaro – korg, roland, yamaha, moog and prophet synthesizers, acoustic guitar, drums and percussion


Label: Gaia Records


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: New Age, Ambient, Elektronische Musik


Trackliste: 

1. Peace (3:41)
2. Takla Makan Desert (3:17)
3. Eternal Spring (5:26)
4. Silver Moon (5:03)
5. Magical Sand Dance (6:06)
6. Year 40080 (4:39)
7. Time Travel (2:39)
8. Reincarnation (4:17)
9. Dawning (3:12)
10. Tienshan (4:43)

Gesamtspieldauer: 43:03




Der zweite Teil des Silk Road Soundtracks erschein ein Jahr nach dem ersten Teil im Jahr 1981 und es handelte sich dementsprechend auch wieder um die Begleitmusik zur gleichnamigen japanischen Fernsehserie. Dieses Mal allerdings logischerweise unter der Überschrift „Silk Road II“.

Die Atmosphäre, die der Musik auch dieses Mal zugrunde liegt, hat sich dabei wenig verändert. Man hört erneut elektronische Klänge, Synthesizer Teppiche, mal luftiger, mal dichter, die um den ein oder anderen fernostasiatisch klingenden Akkord erweitert wurden. Alles klingt und wirkt harmonisch, meist zudem erneut sehr melodiös und eingängig. Gegen Mitte bis Ende der Platte gestalten sich allerdings einige wenige Titel etwas sphärischer, die Melodien stehen nicht mehr immer ganz so sehr im Vordergrund, die Stimmung wird zum Teil einfacher, monotonaler. Alle zehn Titel gehen erneut ineinander über und bilden insgesamt ein großes Ganzes an Wohlfühl-Atmosphäre.

So passen sich die ersten Titel auf „Silk Road II“ sehr dem Vorgängeralbum an, die späteren Stücke der Platte klingen jetzt etwas mehr experimentierfreudig. Die eingängigen Höhepunkte der Scheibe befinden sich von daher mehr zu Beginn des Albums, als am Ende der Platte. Solche Titel wie „Takla Makan Desert“ oder „Eternal Spring“ bleiben dann doch besser und auch intensiver haften, als musikalische Sphäre.

Fazit: Eine schöne Erweiterung zu „Silk Road I“ stellt das Album „Silk Road II“ dar. Auch dieses Mal gilt: Augen schließen und die Traumreise beginnen. Gegen Ende der Platte weisen die Titel zwar nicht mehr durchgängig diese eingängigen Melodien auf, insgesamt klingt allerdings auch „Silk Road II“ sehr überzeugend, wenn man auf sanfte und melodische Synthesizer-Klänge steht, die auch dieses Mal etwas an Jean-Michel Jarre erinnern. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Takla Makan Desert, Eternal Spring



Dienstag, 30. April 2019

The Pretenders – Pretenders II




The Pretenders – Pretenders II


Besetzung:

Chrissie Hynde – rhythm guitar, lead vocals
Pete Farndon – bass guitar, backing vocals
Martin Chambers – drums, backing vocals
James Honeyman-Scott – lead guitar, keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Chris Mercer – tenor saxophone
Henry Lowther – trumpet
Jim Wilson – trumpet
Jeff Bryant – French horn
Chris Thomas – sound effects


Label: Warner Music


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Adultress (3:58)
2. Bad Boys Get Spanked (4:07)
3. Message Of Love (3:28)
4. I Go To Sleep (2:57)
5. Birds Of Paradise (4:16)
6. Talk Of The Town (2:45)
7. Pack It Up (3:52)
8. Waste Not Want Not (3:46)
9. Day After Day (3:47)
10. Jealous Dogs (5:38)
11. The English Roses (4:31)
12. Louie Louie (3:29)

Gesamtspieldauer: 46:40




Schlicht mit „Pretenders II“ betitelte die britisch-amerikanische Band um Chrissie Hynde ihr zweites Studioalbum. Veröffentlicht wurde die Platte ursprünglich auf dem Label Sire Records am 15. August 1981, etwa eineinhalb Jahre nach dem Debut „Pretenders“. Zwischen den beiden Alben erschienen die Singles „Talk Of The Town“ und „Message Of Love“, die sich ebenfalls erfolgreich in den Charts platzieren konnten. Die Musik auf „Pretenders II“ ähnelt sehr der des ersten Albums und kann wohl am besten mit poppigem Rock umschrieben werden.

Auch „Pretenders II“ klingt für heutige Verhältnisse relativ unspektakulär und enthält praktisch keine Lieder, die einem nach dem Hören längerfristig im Ohr hängenbleiben. Alles ist im selben Stil gehalten, bewegt sich im Mid-Tempo und jedes Lied verfügt über eine eingängige, jedoch sehr unspektakuläre Melodie und bewegt sich von daher eher im Bereich „nichtsagend“ bis leider fast schon „belanglos“. Dabei hört man auf „Pretenders II“ noch nicht einmal schlechte Musik, jedoch eben solche, die ohne Spuren zu hinterlassen an einem vorbeizieht und schnell wieder vergessen ist.

Vor diesem Hintergrund gar nicht überraschend ist somit die Tatsache, dass der Höhepunkt der Scheibe eine Cover-Version ist. Das Lied „I Go To Sleep“ stammt von Ray Davies und ist nach „Stop Your Sobbing“ auf dem Debut bereits das zweite Lied, welches die Pretenders von den Kinks covern. Der ganze Rest tut keinem weh, richtiggehende Ausfälle hört man auf der Platte ebenfalls nicht und „Pretenders II“ wurde noch Jahrzehnte später in den USA mit Gold und in Großbritannien mit Silber ausgezeichnet.

Fazit: Auch auf „Pretenders II“ hört man für die Pretenders typische Musik. Rockig, im Mid-Tempo angesiedelt und durchaus eingängig – leider jedoch auch nicht sehr nachhaltig. Poppig-rockige Musik, die sehr unkompliziert und massenkompatibel aus den Boxen quillt, dafür allerdings auch keine Ecken und Kanten aufweist. „Pretenders II“ ist auch das letzte Album, im ursprünglichen Line-Up der Band. Am 14 Juni 1982 wurde Pete Farndon aufgrund seines Drogenkonsums aus der Band gefeuert. Zwei Tage später, am 16 Juni, starb Gitarrist James Honeyman-Scott an durch die Einnahme von Kokain verursachtem Herzversagen. Im folgenden Jahr, am 14. April 1983, ertrank der gefeuerte Pete Farndon in der Badewanne, nachdem er Heroin konsumiert hatte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: I Go To Sleep



Freitag, 11. Januar 2019

U2 – October




U2 – October


Besetzung:

Bono – lead vocals
The Edge – guitar, piano, backing vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums


Gastmusiker:

Vinnie Kilduff – Uileann pipes, bodhrán


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock, Post Punk


Trackliste:

1. Gloria (4:12)
2. I Fall Down (3:39)
3. I Threw A Brick Through A Window (4:54)
4. Rejoice (3:38)
5. Fire (3:52)
6. Tomorrow (4:39)
7. October (2:21)
8. With A Shout (Jerusalem) (4:02)
9. Stranger In A Strange Land (3:56)
10. Scarlet (2:53)
11. Is That All? (3:01)

Gesamtspieldauer: 41:12




„October“ nannte die irische Band U2 ihr zweites Studioalbum. Dieses wurde am 12. Oktober 1981 erneut auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht und von Steve Lillywhite produziert. Das Album wurde lyrisch durch die Mitgliedschaften von Bono, The Edge und Larry Mullen Jr. in einer christlichen Gruppe namens „Shalom Fellowship“ inspiriert und enthält daher spirituelle und religiöse Themen. Im Juli 1981 war bereits die Single „Fire“ veröffentlicht worden. Die zweite Auskopplung „Gloria“ erschien zeitgleich mit der Album-Veröffentlichung. Bei den Kritikern kam „October“ nicht mehr ganz so gut an wie noch der Vorgänger „Boy“. Die Platte kletterte in den britischen Charts allerdings immerhin bis auf Platz 11 und erreichte in den US Billboard 200 Position 104.

„October“ klingt etwas uneinheitlicher als noch der Vorgänger. Neben Rock und Punk-Anleihen gibt es auch bereits poppigere Passagen zu hören, die die Platte schnell etwas eingängiger wirken lassen. Doch wie auch schon beim Debut-Album, so scheinen U2 auf „October“ ebenfalls noch auf der Suche „ihres“ genauen Stils zu sein, der hier deutlich breiter gestreut wurde. Das Album ist keines, welches bei der Hörerin oder beim Hörer einen tiefen Eindruck hinterlässt, wirkt dabei eben doch zu uneinheitlich und nicht eindringlich genug. Und dann ist da noch die Soundqualität, die ich auf diesen Seiten nur selten bemängele. Aber dieses Mal muss es einfach sein, da es wohl keine Veröffentlichung dieses Albums gibt, welches einen soundtechnisch zufrieden stellt. Entweder rauscht es oder ist im Remaster aller Breite beraubt oder klingt dumpf. Schade.

Die Höhepunkte liegen in der Mitte der Platte. Das sehr eindringliche „Tomorrow“, welches Bonos früh verstorbener Mutter gewidmet ist und durch den Einsatz der Uileann Pipes auch sehr irisch und sehnsüchtig klingt ist ein solcher Höhepunkt. Genau wie das sich anschließende, fast schon zerbrechlich klingende Titellied „October“. Beides schöne und ruhige Lieder, die nicht gerade typisch für diese Platte sind, jedoch bereits das Gespür für die schöne Melodie der Musiker unter Beweis stellen.

Fazit: Ein Album, auf dem die zu hörende Musik über mehrere musikalische Genres reicht, ist die zweite Platte von U2 geworden. Dies spricht für Abwechslung, andererseits lässt es diese Scheibe auch einigermaßen uneinheitlich erscheinen. Trotzdem unterhält auch „October“ und besitzt seine Höhepunkte. An die Höhepunkte der Band reicht diese Platte allerdings noch nicht heran. Auch der Sound des Albums lässt einige Wünsche offen. Überzeugend klingt dieser nie. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tomorrow, October



Dienstag, 4. Dezember 2018

The Police – Ghost In The Machine




The Police – Ghost In The Machine


Besetzung:

Sting – bass guitar, lead and backing vocals, double bass, keyboards, saxophone
Andy Summers – guitar, backing vocals, synthesizer, keyboards
Stewart Copeland – drums, backing vocals (5, 11), percussion, keyboards


Gastmusiker:

Jean Alain Roussel – keyboards (2)


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: New Wave, Reggae Rock


Trackliste:

1. Spirits In The Material World (2:59)
2. Every Little Thing She Does Is Magic (4:20)
3. Invisible Sun (3:44)
4. Hungry For You (J'Aurais Toujours Faim De Toi) (2:52)
5. Demolition Man (5:57)
6. Too Much Information (3:42)
7. Rehumanize Yourself (3:10)
8. One World (Not Three)(4:46)
9. Ωmegaman (2:47)
10. Secret Journey (3:33)
11. Darkness (3:13)

Gesamtspieldauer: 41:09



„Ghost In The Machine“ nannte die englische Rockband The Police ihr viertes Studioalbum, welches am 2. Oktober 1981 auf dem Plattenlabel A&M Records veröffentlicht wurde. Das Album erreichte Platz 1 in der UK Album Charts und Platz 2 in den U.S. Billboard 200. In Deutschland kletterte es bis auf Platz 4 der Charts. Die Band veröffentlichte drei Singles aus dem Album: „Every Little Thing She Does Is Magic“, „Invisible Sun“ sowie „Spirits In The Material World“. „Ghost In The Machine“ belegt Platz 323 in der Rolling Stone 500 Greatest Albums Of All Time-Rangliste. Die Lieder auf dem Album stammen einmal mehr hauptsächlich von Sting. „Omegaman“ steuerte Andy Summers bei, „Darkness“ schrieb Stewart Copeland. Das Lied „Rehumanize Yourself“ ist schließlich eine Ko-Produktion aller drei Musiker.

Auch auf „Ghost In The Machine“ gestaltet es sich derart, dass sich auf dem Album einige bekannte und überzeugende Titel befinden und ebenfalls solche, die zum einen langweilig bis hin zu recht gewöhnungsbedürftig klingen. Dieses Mal befinden sich die besseren Lieder zu Beginn und am Ende der Platte, wohingegen man die mittleren Nummern deutlich schwerer ertragen kann. Dort klingt es dann gekünstelt, langatmig, jazzig angehaucht, ohne sich dabei jedoch auch nur ein kleines bisschen innovativ anzuhören. Da geht nichts mehr ins Ohr, wirkt und klingt langatmig und einfach belanglos und längst überholt.

Die Höhepunkte befinden sich – wie bereits erwähnt – eher an den Rändern der Platte, sind jedoch rar gesät. „Spirits In The Material World“ und „Every Little Thing She Does Is Magic“ sind die beiden bekanntesten Lieder der Platte. Gut gemachter, typisch nach The Police klingender Pop-Rock. Beide Lieder hören sich durchaus melodiös und eingängig an. „Invisible Sun“ sowie die letzten beiden Nummern auf „Ghost In The Machine“ klingen ebenfalls noch ganz in Ordnung, der ganze Rest ist Musik, die man nicht braucht.

Fazit: The Police sind Kult. Kult sind sie deshalb, weil die Band um den Hauptkomponisten Sting durchaus einige Ohrwürmer produzierte. Ansatzweise hört man diese auch auf „Ghost In The Machine“ – neben jeder Menge sehr langweiliger Musik. Spaß macht das Hören somit nur in Ausnahmefällen. Von daher ist diese Platte maximal noch Durchschnitt und dies ist bereits wohlwollend betrachtet. Mit ihrem letzten Album sollten die drei Musiker aus England dann aber glücklicherweise noch mal positiv überraschen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Spirits In The Material World, Every Little Thing She Does Is Magic, Invisible Sun



Sonntag, 25. November 2018

The Cure – Faith




The Cure – Faith


Besetzung:

Robert Smith – vocals, guitars, keyboards
Simon Gallup – bass
Lol Tolhurst – drums


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Gothic Rock, New Wave


Trackliste:

1. The Holy Hour (4:26)
2. Primary (3:39)
3. Other Voices (4:23)
4. All Cats Are Grey (5:27)
5. The Funeral Party (4:14)
6. Doubt (3:11)
7. The Drowning Man (4:49)
8. Faith (6:43)

Gesamtspieldauer: 36:57




„Faith“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Gothic Rock- und New Wave Band The Cure, welches am 14. April 1981 auf dem Plattenlabel Fiction Records veröffentlicht wurde. Die Platte wurde ein kommerzieller Erfolg in Großbritannien, erreichte dort Platz 14 der Album-Charts und hielt sich insgesamt acht Wochen in diesen. Sie wurde auch von den Kritikern überwiegend gut aufgenommen. Die zuvor ausgekoppelte Single „Primary“ erreichte Position 25 der Charts.

„Faith“ klingt düster und dunkel, wie bereits der Vorgänger „Seventeen Seconds“. Diese musikalische Atmosphäre sollte auch noch auf dem Nachfolgealbum „Pornography“ im Mittelpunkt stehen. Die etwas marode Stimmung der Musik, die mal mehr von der Gitarre, mal mehr vom Keyboard dominiert wird, wirkt durch den verzweifelt klingenden Gesang des Robert Smith noch ein wenig intensiver, durchdringender und packender. Und diese einmal eingeschlagene Stimmung auf „Faith“ wird vom ersten bis zum letzten Stück konsequent durchgezogen.

Somit kann das Album auch mehr mit Atmosphäre, denn mit eingängigen Liedern punkten. So richtig bleibt von den Stücken auf „Faith“ nämlich nichts hängen, auch wenn diese ganz bestimmt nicht schlecht oder langweilig klingen. Langeweile könnte jemand bezüglich der vorhandenen Atmosphäre empfinden, denn diese ändert sich über die Laufzeit des Albums nicht. Hat man diese allerdings für sich erschlossen, fällt es sehr viel leichter in die Musik einzutauchen. Diese zeigt bei mir mit den Titeln „The Funeral Party“ und vor allen Dingen „The Drowning Man“ ihre Höhepunkte. Doch das wird sicher jede und jeder wieder ganz anders sehen und vor allen Dingen hören.

Fazit: Ein dunkles Album ist „Faith“ von The Cure geworden, randvoll gefüllt mit eher sanftem Gothic Rock, der selten das Tempo anzieht. Die Stimmung auf der Platte bleibt von Anfang bis Ende eine sehr düstere. Dazu der Gesang des Robert Smith und fertig ist die Platte, die so perfekt in die dunkle Jahreszeit passt und nach den 80ern riecht. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Funeral Party, The Drowning Man



Donnerstag, 11. Oktober 2018

Nick Mason – Fictious Sports




Nick Mason – Fictious Sports


Besetzung:

Nick Mason – drums, percussion
Carla Bley – keyboards
Robert Wyatt – vocals (except on "Can‘t Get My Motor To Start")
Karen Kraft – lead vocal on "Can't Get My Motor To Start", duet vocal on "Hot River", backing vocals
Chris Spedding – guitars
Steve Swallow – bass guitar
Michael Mantler – trumpets
Gary Windo – tenor, bass clarinet, flute, additional voices
Gary Valente – trombones, additional voices
Howard Johnson – tuba
Terry Adams – piano on "Boo To You Too", harmonica & clavinet on "Can‘t Get My Motor To Start"
Carlos Ward – additional voices
David Sharpe – additional voices
Vincent Chancey – additional voices
Earl McIntyre – additional voices


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Jazz Rock


Trackliste:

1. Can‘t Get My Motor To Start (3:41)
2. I Was Wrong (4:13)
3. Siam (4:48)
4. Hot River (5:16)
5. Boo To You Too (3:26)
6. Do Ya? (4:37)
7. Wervin‘ (3:59)
8. I‘m A Mineralist (6:20)

Gesamtspieldauer: 36:24



„Fictitious Sports“ heißt das erste Solo-Album von Nick Mason, dem ehemaligen Schlagzeuger von Pink Floyd. Im Jahr Oktober 1979 wurde die Platte aufgenommen, allerdings erst am 3. Mai 1981 in Europa und den USA veröffentlicht. In Europa geschah dies auf dem Plattenlabel Harvest, in den USA auf Columbia Records. Das Album ist die erste musikalische Betätigung von Nick Mason außerhalb von Pink Floyd. Im Grunde genommen ist es auch gar kein „Nick Mason Solo-Album“, denn die Jazz-Pianistin Carla Bley schrieb alle Lieder der Platte. Nick Mason gab später in Interviews zu, dass sie seinen Namen zur Veröffentlichung verwendeten, da es auf diese Weise sicherlich kommerziell erfolgreicher werden würde. Nichtsdestotrotz ist Nick Mason am Schlagzeug zu hören, Robert Wyatt singt die Lieder – bis auf den Opener – ein.

Um es gleich vorweg zu nehmen, nur sehr wenig auf dieser Platte klingt nach Pink Floyd – die Ausnahme ist die Nummer „Hot River“, die durchaus Passagen aufweist, die man mit der Musik von Pink Floyd in Verbindung bringen kann. Ansonsten hört man auf „Fictitious Sports“ Jazz Rock, der mit viel Saxophon angereichert wurde. Die Lieder sind dabei mal etwas eingängiger, mal deutlich verspielter bis hin zu relativ abgefahren. Wenige Stücke sind enthalten, die zum Teil schon sehr experimentell klingen. Spannend hört sich das mitunter durchaus an, von „ins Ohr gehen“ kann man bei den meisten Lidern allerdings kaum bis gar nicht sprechen.

Höhepunkte sind das bereits erwähnte und wohl auch „normalste“ Lied des Albums „Hot River“. Es geht einfach ins Ohr und bleibt hängen. Ebenfalls sehr gelungen, jedoch deutlich schräger klingt der Titel „I‘m A Mineralist“. Dieses Lied ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die gar nicht unbedingt zusammenpassen, jedoch allesamt eine gewisse hypnotische Wirkung ausstrahlen, da bestimmte Parts immer wieder wiederholt werden. Dazu gesellt sich, der irgendwie hilflos und monoton klingende Sprechgesang des Robert Wyatt und fertig ist das besondere Lied.

Fazit: „Fictitious Sports“ ist ein Album, auf dem Nick Mason draufsteht, dieser ist auf der Platte allerdings „nur“ am Schlagzeug zu hören. Mit dem Entstehungsprozess der einzelnen Titel hat er nichts zu tun gehabt. Die Lieder stammen allesamt aus der Feder der US-Amerikanerin Carla Bley. Auf „Fictitious Sports“ gibt es ein paar schöne Stellen zu hören, ein paar zumindest ungewöhnliche Titel und eine ganze Menge Jazz Rock. Es ist eher ein Album für Komplettisten, welche alles von den fünf Pink Floyd Musikern ihr Eigen nennen wollen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hot River, I‘m A Mineralist



Montag, 10. September 2018

Tangerine Dream – Exit




Tangerine Dream – Exit


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards
Chris Franke – keyboards
Johannes Schmoelling – keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Kiew Mission (9:21)
2. Pilots Of Purple Twilight (4:21)
3. Choronzon (4:09)
4. Exit (5:35)
5. Network 23 (4:57)
6. Remote Viewing (8:19)

Gesamtspieldauer: 36:46




„Exit“ heißt das sechzehnte Studioalbum der deutschen Band Tangerine Dream, die wohl wie kaum eine zweite für das Genre elektronische Musik steht. Veröffentlicht wurde die Scheibe im September 1981 auf dem Plattenlabel Virgin Records. Das Album konnte sich in Großbritannien in den Charts platzieren, kletterte dort bis auf Platz 43 und verblieb insgesamt fünf Wochen in diesen.

„Exit“ klingt zum Teil sehr poppig, diese sphärischen und elegischen Atmosphären der früheren Jahre waren fast vollständig aus der Musik der Berliner verschwunden. Der Rhythmus aus dem Synthesizer lädt dabei sogar zum Tanzen ein. Die Lieder gehen dabei durchaus auch manchmal ins Ohr und klingen melodiös. Dabei sind sie nun weitaus kompakter, als auf den früheren Veröffentlichungen von Tangerine Dream.

Beim ersten Titel „Kiew Mission“ hört man sogar eine Frau auf Russisch sprechen, die um den Weltfrieden bittet, der in der Zeit der Entstehung des Albums, also in der Hochzeit des kalten Krieges, durchaus auf dem Spiel stand. Ansonsten handelt es sich wieder um reine Instrumentalstücke, die sehr viel schneller, eine einmal erarbeitete Melodie wieder aufgeben, ohne sie auszuwalzen. Somit kling vieles auf „Exit“ wie Filmmusik, welche eine Szene untermalt und unterstreicht. Richtige Ohrwürmer sind dabei nicht vorhanden, auch wenn fast alles auf „Exit“ durchaus melodiös klingt. Im Falle von zu viel Anbiederei an den Pop, wie bei den Nummern „Choronzon“ und „Network 23“, mag man das jedoch sehr viel weniger gern hören – zumindest wenn einem die Band Tangerine Dream aufgrund der ersten Werke gefällt. Höhepunkt der Scheibe ist das letzte Lied, „Remote Viewing“. Hier klingen Tangerine Dream nochmals sphärisch, der Sequenzer setzt ein, ein zarter Rhythmus entsteht und alles klingt nach grenzenloser Melancholie.

Fazit: Tangerine Dream wurden mit ihren poppigen Alben in den 80er Jahren immer etwas uninteressanter für Leute, die die Band zu Beginn ihrer Karriere liebten. Ein schönes Beispiel für den Übergang zwischen musikalischen Phasen der Band stallt das Album „Exit“ dar. Vom tanzbaren Pop bis hin zu den, schließlich dann doch noch vorhandenen sphärischen Klängen, bekommt man hier einiges geboten. Nur überzeugend klingt das leider nicht mehr immer. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Remote Viewing



Mittwoch, 6. Juni 2018

Toto – Turn Back




Toto – Turn Back


Besetzung:

David Hungate – bass, acoustic guitar on “I Think I Could Stand You Forever“
Bobby Kimball – lead and backing vocals
Steve Lukather – guitars, lead and backing vocals
David Paich – keyboards, synthesizer, backing vocals
Jeff Porcaro – drums, percussion
Steve Porcaro – keyboards, electronics


Gastmusiker:

Joe Porcaro – additional percussion on “If It's The Last Night“


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Soft Rock, Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Gift With A Golden Gun (4:01)
2. English Eyes (6:07)
3. Live For Today (4:01)
4. A Million Miles Away (4:37)
5. Goodbye Elenore (4:54)
6. I Think I Could Stand You Forever (5:20)
7. Turn Back (3:58)
8. If It's The Last Night (4:40)

Gesamtspieldauer: 37:41



Das dritte Album der US-amerikanischen Rock Band Toto heißt „Turn Back“ und erschien im Januar 1981 ursprünglich auf dem Plattenlabel Columbia Records. Der Stil der Band hatte sich etwas gegenüber den beiden Vorgängern geändert. Das Album ist nun angefüllt mit Mainstream Rock, für den US-amerikanischen Markt der 80er Jahre typischen Adult Oriented Rock. Ein eher poppiger Einschlag der Lieder ist nicht mehr zu hören. Die Texte schrammen auf „Turn Back“  oftmals an der Grenze zur Peinlichkeit vorbei und behandeln alle möglichen Auswüchse des Themas der Liebe.

Auf „Turn Back“ hört man hauptsächlich sehr oberflächlichen, massenkompatiblen Rock, der einzig und allein dazu gemacht wurde, häufig im Radio gespielt zu werden und somit die Umsatzzahlen in die Höhe zu treiben – zumindest klingt das so. Die Melodieführungen sind anbiedernd einfach, alles scheint auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt zu sein. Ecken und Kanten besitzen die Lieder keine mehr, die einzelnen Titel wirken bereits beim ersten Mal des Hörens und erschließen sich einem auch ohne Probleme. Nur leider wirken sie dabei kein bisschen nach.

Dies zeigte sich auch in den Verkaufszahlen. Die Rechnung mit der schnellen Eingängigkeit ging nicht auf. Kein ausgekoppeltes Lied konnte sich in den Single-Charts platzieren und auch insgesamt blieb der Erfolg für das Album aus, sodass die Plattenfirma bereits darüber nachdachte, die Band fallen zu lassen. Sie tat es nicht und wurde mit dem Nachfolge-Album „Toto IV“ für die Geduld belohnt. Höhepunkte lassen sich auf „Turn Back“ keine ausmachen, alles klingt ähnlich und ehrlich gesagt überaus langweilig. Dazu noch diese schleimigen und süßlichen Texte und fertig ist eine Platte, die man einfach nicht braucht. Aber das Platten-Cover, das ist wahrlich gerade wegen seiner Einfachheit überaus gelungen und dann doch noch ein Höhepunkt des Albums.

Fazit: Ziemlich eintönigen und langweiligen Mainstream-Rock bekommt man auf dem dritten Album von Toto mit dem Titel „Turn Back“ geboten. Die Scheibe läuft, einmal auf- beziehungsweise eingelegt, einfach so durch, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Alles sehr unspektakulär und ein wenig anbiedernd klingend. Dazu gesellen sich noch süßliche Liebestexte und fertig ist das überflüssige Album, welches zu hören fast schon an Zeitverschwendung grenzt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: I Think I Could Stand You Forever, If It's The Last Night



Sonntag, 3. Juni 2018

Rick Springfield – Working Class Dog




Rick Springfield – Working Class Dog


Besetzung:

Rick Springfield – vocals, guitar, bass, keyboards


Gastmusiker:

Robben Ford – guitar
Neil Giraldo – guitar, bass
Gabriel Katona – keyboards
Jeff Eyrich – bass
Mike Baird – drums
Jack White – drums
Jeremiah Cox – french horn, background vocals
Tom Kelly – background vocals


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop Rock


Trackliste:

1. Love Is Alright Tonite(3:27)
2. Jessie’s Girl (3:14)
3. Hole In My Heart (3:12)
4. Carry Me Away (3:01)
5. I’ve Done Everything For You (3:18)
6. The Light Of Love (2:45)
7. Everybody’s Girl (3:00)
8. Daddy’s Pearl (2:37)
9. Red Hot & Blue Love (2:59)
10. Inside Silvia (4:49)

Bonus Tracks der Jubiläumsausgabe zur 25-jährigen Veröffentlichung

11. Easy To Cry (3:33)
12. Taxi Dancing (Original Version) (3:35)
13. Jessie’s Girl (Demo Version) (3:11)

Gesamtspieldauer: 42:47



„Working Class Dog“ heißt das fünfte Studioalbum des australischen Rockmusikers Rick Springfield. Es wurde am 24. Februar 1981 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Im Jahr 2006 erschien die „25th Anniversary Edition“ des Albums, die drei Bonustracks beinhaltet. Das Album wurde in Amerika mit Platin ausgezeichnet und verkaufte sich alleine in den USA über drei Millionen Mal. „Working Class Dog“ enthält mit dem Titel „Jessie‘s Girl“ auch den größten Hit in der Karriere des Rick Springfield. Dieses, als Single ausgekoppelte Lied, verkaufte sich über eine Million Mal. Im Jahr 1982 wurde Rick Springfield mit dem Grammy Award für die beste männliche „Rock Vocal Performance“ ausgezeichnet.

Es gibt zwei Gründe, warum zumindest ich bestimmte Musik öfters anhöre. Zum einen passiert das, wenn sie mich trifft, ins Ohr geht und dort verweilt. Das muss nicht gleich beim ersten Mal des Hörens geschehen, doch nach dem vierten oder fünften Mal sollte dann schon etwas hängenbleiben. Ein anderer Grund für mich, um Musik öfters zu genießen ist, wenn diese interessant, besonders oder spannend klingt. Manchmal muss man sich ein Album auch erarbeiten und oftmals wird es danach umso wertvoller für einen. Beide Punkte treffen auf „Working Class Dog“ von Rick Springfield leider nicht zu. Bei der Platte handelt es sich um massentauglichen Pop Rock, der kaum über Ecken und Kanten verfügt. Die hier zu hörende Eingängigkeit ist sehr oberflächlich und langweilt bereits nach wenigen Durchläufen des Albums.

„Working Class Dog“ läuft leider einfach nur so durch, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Die Platte ist ein auf die Charts hin produziertes Album, welches beim Hören auf keinen Fall Schwierigkeiten bereiten sollte. Das Ergebnis ist fast schon anbiedernde Pop Rock Fröhlichkeit, die zumeist mit Texten garniert wird, die das Thema der „Liebe“ abhandeln. Die Grundstimmung auf „Working Class Dog“ ist eine beschwingt fröhliche, keine Zeit für Traurigkeit, lediglich der Spaß steht im Vordergrund. Als Höhepunkt kann man lediglich den Hit des Albums anführen. „Jessie’s Girl“ ist ein kleiner Ohrwurm, allerdings wirklich der einzige auf diesem Album, welches sonst eher mit Belanglosigkeiten glänzt, ohne dabei wirklich schlecht zu klingen – allerdings jedoch sehr oberflächlich.

Fazit: „Working Class Dog“ ist ein Pop Rock Album, welches typisch für die 80er Jahre klingt. Die Stimmung auf der Platte ist positiv, die Texte handeln von der Liebe, alle Lieder können im Radio laufen, da die einzelnen Stücke allesamt auf die schnelle Eingängigkeit hin angelegt wurden. Das mag beim ersten Mal des Hörens noch ganz nett klingen, bereits beim zweiten Mal beginnt es bereits ein wenig zu langweilen. Keine schlechte Musik, jedoch zumeist absolut belanglose. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Jessie’s Girl