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Dienstag, 3. Mai 2022

Rammstein – Zeit

 



Rammstein – Zeit


Besetzung:

Christoph Doom Schneider – Schlagzeug, Percussion
Oliver Riedel – Bass
Doktor Christian Lorenz – Keyboards, Samples, Synthesizer, Trompete, Programmierung
Paul Landers – Rhythmus Gitarre, Hintergrundgesang
Richard Z. Kruspe – Lead Gitarre, Hintergrundgesang
Till Lindemann – Gesang, Harmonika


Gastmusiker:

J.J Duvêt – Hintergrundgesang
Konzertchor Dresden – Chor
Academic Choir Of The National Television And Radio Company of Belarus, Minsk – Chor
Sächsische Staatskapelle Dresden – Orchester
Bernd Schober – Oboe
Wolfram Grosse – Klarinette




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock, Industrial Rock


Trackliste:

1. Armee der Tristen (3:25)
2. Zeit (5:21)
3. Schwarz (4:18)
4. Giftig (3:08)
5. Zick Zack (4:04)
6. OK (4:03)
7. Meine Tränen (3:57)
8. Angst (3:44)
9. Dicke Titten (3:38)
10. Lügen (3:49)
11. Adieu (4:39)

Gesamtspieldauer: 44:11



Einiges deutet darauf hin, dass „Zeit“ nicht nur das achte Studioalbum von Rammstein ist, sondern auch das letzte Album der Band, die 1995 mit „Herzeleid“ ihre erste Platte veröffentlichte. „Zeit“ erschien jetzt am 29. April 2022 auf dem Plattenlabel Universal Music. Das Album war ursprünglich gar nicht so geplant. Doch durch das Ausfallen der letzten Tour hatten die Musiker jede Menge noch nicht verplante Zeit zur Verfügung und trugen Ideen zusammen, aus denen sich dann dieses achte Studioalbum entwickelte.

Auf „Zeit“ hört man deutlich weniger härtere Töne als noch zu Beginn der Karriere von Rammstein. Auch die Texte sind weniger provozierend gehalten, als auf manch früherer Veröffentlichung. Natürlich wird dadurch das Album sehr viel massentauglicher und eröffnet sich einen noch größeren Markt an Konsumenten. Nun jedoch gleich davon zu sprechen, dass Rammstein langweilig und kommerziell geworden wären, würde dem Album dennoch nicht gerecht werden, denn die Zutaten, die ein gutes Rammstein-Album ausmachen, die findet man auch auf „Zeit“.

Das Gespür für die eingängige Melodie haben Rammstein auch dieses Mal nicht verloren. Die Lieder wirken und klingen allesamt und gehen schnell ins Ohr. Dann dieses Spiel mit den Atmosphären. Mal knallhart rockig, dann wieder sanft und verspielt und schließlich fast schon sphärisch. Alles geht ineinander über, zum Teil in den einzelnen Titeln selbst. Das fesselt und es macht Spaß hier zuzuhören. Keine Frage „Zeit“ unterhält bestens und ist eine klasse Scheibe geworden, die vielleicht etwas gemäßigter klingt, deswegen allerdings keineswegs langweiliger oder gar schlechter.

Und ist es nun das letzte Album von Rammstein? Im genialen Titellied singt Till Lindemann davon, dass man dem Ende entgegentreibt und „Wenn unsere Zeit gekommen ist; Dann ist es Zeit zu gehen; Aufhören, wenn‘s am Schönsten ist; Die Uhren bleiben stehen“. Und mit dem letzten Lied „Adieu“ verabschiedet sich die Band und es wirkt so, als ob dies nicht nur für das Album gelten würde. „Adieu, goodbye, auf Wiederseh‘n; Den letzten Weg musst du alleine geh‘n; Ein letztes Lied, ein letzter Kuss; Kein Wunder wird gescheh‘n; Adieu, goodbye, auf Wiederseh‘n; Die Zeit mit dir war schön“ Man wird beim Hören durchaus etwas melancholisch. Doch vielleicht sind das alles lediglich Metapher für etwas ganz anderes. Rammstein werden es uns sicherlich bald wissen lassen.

Fazit: „Zeit“ klingt eingängig. Das Album hört sich weniger brachial als einiges aus der Vergangenheit der Band an. Trotzdem überzeugt die Musik und ist weit davon entfernt anbiedernd zu klingen. Und falls es wirklich das letzte Album der Band sein sollte, dann war es ein gelungener Abschied. Aber das möchte ich jetzt mal nicht hoffen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Zeit, Adieu



Dienstag, 7. Januar 2020

Rammstein – Rammstein




Rammstein – Rammstein


Besetzung:

Till Lindemann – Gesang
Richard Z. Kruspe – Lead Gitarre, Background Gesang (track 1)
Oliver Riedel – Bass
Paul Landers – Rhythmus Gitarre
Christian Lorenz – Keyboards
Christoph Schneider – Schlagzeug


Gastmusiker:

The Academic Choir and the Symphony Orchestra of the National Television and Radio Company of Belarus, Minsk – Streicher, Chor (Lieder 3 und 6)
Meral Al-Mer – Background Gesang (Lied 1 und 10)
Carla Bruhn – Background Gesang (Lied 11)


Label: Universal Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Neue Deutsche Härte


Trackliste:

1. Deutschland (5:23)
2. Radio (4:37)
3. Zeig Dich (4:15)
4. Ausländer (3:51)
5. Sex (3:56)
6. Puppe (4:33)
7. Was Ich Liebe (4:29)
8. Diamant (2:34)
9. Weit Weg (4:20)
10. Tattoo (4:11)
11. Hallomann (4:11)

Gesamtspieldauer: 46:26



Das selbstbetitelte siebte Studioalbum der deutschen Band Rammstein wurde am 17. Mai 2019 auf dem Plattenlabel Universal Music veröffentlicht. Die Platte ist das erste Studioalbum von Rammstein seit zehn Jahren. Das Album kletterte in mehreren Ländern bis auf Platz 1 der Charts und lief auch im englischsprachigen Raum sehr erfolgreich. Gleichzeitig war es das meistverkaufte Album in Deutschland im Jahr 2019. Die Lieder „Deutschland“, „Radio“ und „Ausländer“ wurden als Single ausgekoppelt, wobei „Deutschland“ zum zweiten Nummer-Eins-Titel in Deutschland für Rammstein wurde. Als erste Single hatte dies das Lied „Pussy“ aus dem Vorgängeralbum „Liebe ist für alle da“ geschafft.

Auch das siebte Album reiht sich – trotz der langen Pause zur vorherigen Veröffentlichung – sehr gut in das musikalische Gesamtkonzept von Rammstein ein. Der ausdrucksstarke Gesang des Till Lindemann, dazu ein Gitarrensound, der oftmals im Metal beheimatet ist, Keyboards, die auch mal ein Techno Thema aufgreifen und eine knallharte Rhythmusfraktion. In Verbindung mit den deutschen Texten ist dies schon etwas Besonderes. Noch besser wird die Musik von Rammstein dadurch, dass fast alle Lieder sehr gut ins Ohr gehen und zum Mitwippen animieren. Das kann lediglich der Fuß sein oder man gibt sich gleich dem exzessiven Headbanging hin – beides in Bezug auf Rammstein-Lieder problemlos möglich.

Rammstein sind auch nach zehn Jahren der Pause eine Marke für sich und besitzen diesen besonderen Wiedererkennungswert. Auf dem Album gibt es kein Lied, welches nicht hörenswert wäre. Ein Höhepunkt der Platte ist für mich das wohl bekannteste Stück darauf, die Nummer „Deutschland“. Richtig cool klingt auch „Puppe“. Der Titel beginnt mit einem irgendwie unheimlich klingenden Anfang, leicht schräg und doch sehr melodiös. Dazu singt Till Lindemann sanft und gleichzeitig wie ein Wahnsinniger, bis das Lied quasi explodiert, Till Lindemann sich auch genauso gebiert und es völlig aus ihm herausbricht. Schließlich hat es mir auch noch das kurze „Diamant“ besonders angetan. Keine Ausbrüche mehr, nur sanfte, sehr melodiöse Musik. Ein kleines Liebeslied von Rammstein.

Fazit: Ein Rammstein Album ist schon irgendwie etwas Besonderes. Auch nach zehn Jahren Pause haben es die fünf Musiker nicht verlernt, beherrschen perfekt dieses Spiel aus Härte und sanfter Atmosphäre, gepaart mit der eingängigen Melodie. Ein paar Höhepunkte wird jeder Fan der Band auf dem Album finden und wohl kaum ein Lied, welches es nicht wert ist gehört zu werden. Gute Unterhaltung Elf Punkte.

Anspieltipps: Deutschland, Puppe, Diamant



Donnerstag, 1. Juni 2017

Rammstein – Mutter




Rammstein – Mutter


Besetzung:

Till Lindemann – vocals
Richard Z. Kruspe – electric guitar
Paul H. Landers – electric guitar
Oliver "Ollie" Riedel – bass guitar
Christoph "Doom" Schneider – drums
Christian "Flake" Lorenz – keyboards


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Neue Deutsche Härte, Industrial Metal


Trackliste:

1. Mein Herz brennt (4:39)
2. Links 2-3-4 (3:36)
3. Sonne (4:33)
4. Ich will (3:37)
5. Feuer frei! (3:11)
6. Mutter (4:32)
7. Spieluhr (4:46)
8. Zwitter (4:17)
9. Rein raus (3:10)
10. Adios (3:50)
11. Nebel (4:54)

Gesamtspieldauer: 45:09




„Mutter“ heißt das dritte Studioalbum der deutschen Band Rammstein. Es erschien im April des Jahres 2001 auf dem Label Motor Music, einer Tochter von Universal Music. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum ist die Musik auf „Mutter“ sehr viel eingängiger geworden und einen weiteren Unterschied gibt es auch bei den Texten festzustellen. Diese sind nicht mehr ganz so provokativ geraten, wie noch auf der Vorgängerscheibe und damit auch für jüngere Musikhörerinnen und Musikhörer gut hörbar.

Der Stil der Neuen Deutschen Härte ist auf „Mutter“ zwar durchaus noch vorhanden, doch deutlich mehr Stücke sind auf diesem Album sanfter und nachdenklicher gehalten, haben mitunter gar balladeske Züge. Lieder wie „Mutter“, „Spieluhr“ und „Nebel“ zeigen auf dem Album die eher musikalisch sanfte Seite der Band. Über die Inhalte der Texte, die alle einigermaßen Spekulationsspielraum übrig lassen, gibt es ganz unterschiedliche Deutungsversuche. Aussagen in irgendeine Richtung werden dabei von der Band zumeist nicht weiter kommentiert.

Gerade diese eher ruhigen Stücke gehen gut ins Ohr und hallen dort auch nach. Doch auch die härteren Nummern können dieses Mal überzeugen. „Sonne“, was ursprünglich als Einlauflied für die Klitschko-Brüder gedacht war, spielt ebenso mit Tempi, Rhythmen und Stilen wie „Ich will“. Dabei sind die beiden Stücke allerdings immer melodiös und eingängig – auch in den sehr rockigen Abschnitten. Im Grunde genommen kann man dies allerdings auf fast jedes Lied auf „Mutter“ übertragen, sodass eine Heraushebung sicherlich eine reine Geschmackssache ist. Festzuhalten bleibt dabei jedoch immer, dass Rammstein hier elf Lieder auf das Album gepackt haben, die wirklich fast ausnahmslos wirken und auch mit den weiteren Durchläufen noch an Eingängigkeit gewinnen.

Fazit: „Mutter“ von Rammstein macht Spaß. Dies gilt nicht nur für Freunde der Neuen Deutschen Härte, denn auf dem Album befinden sich auch Nummern, die im eingängigen Rock verwurzelt sind. Die Musik auf „Mutter“ ist abwechslungsreich und geht fast durchgängig ins Ohr. Dazu übertreibt es Till Lindemann dieses Mal auch nicht mit seinem Gesang, der zwar häufig noch martialisch klingt, jedoch auf „Mutter“ in einer durchaus akzeptablen Art und Weise. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sonne, Mutter, Spieluhr, Nebel



Dienstag, 23. Mai 2017

Rammstein – Sehnsucht




Rammstein – Sehnsucht


Besetzung:

Till Lindemann – vocals
Richard Z. Kruspe – lead guitar, backing vocals
Paul Landers – rhythm guitar, backing vocals
Oliver Riedel – bass guitar, backing vocals (track 1)
Christoph Schneider – drums
Christian "Flake" Lorenz – keyboards


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Neue Deutsche Härte, Industrial Metal


Trackliste:

1. Sehnsucht (4:04)
2. Engel (4:24)
3. Tier (3:47)
4. Bestrafe mich (3:38)
5. Du hast (3:55)
6. Bück dich (3:22)
7. Spiel mit mir (4:46)
8. Klavier (4:24)
9. Alter Mann (4:24)
10. Eifersucht (3:37)
11. Küss mich (Fellfrosch) (3:30)

Gesamtspieldauer: 43:51




„Sehnsucht“ heißt das zweite Studioalbum der deutschen Band Rammstein. Es erschien am 22. August 1997 auf dem Label Universal Music. Das Album wurde mit sechs verschiedenen Covern ausgestattet, die man durch ein speziell gefaltetes Booklet auswählen kann. Der österreichische Maler und Fotograf Gottfried Helnwein schminkte alle sechs Mitglieder der Gruppe und versah sie mit einzelnen Drahtgestellen, bei denen es sich um medizinische Originalinstrumente des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch handelte.

Auf der Scheibe zu hören ist dieser für Rammstein so typische Sound der neuen deutschen Härte, geprägt meist durch den tiefen, sonoren und mit einem rollenden „R“ ausgestatteten Gesang des Till Lindemann. Die Scheibe brachte für Rammstein den internationalen Durchbruch. In Deutschland, Österreich und auch den USA wurde das Album aufgrund der Verkaufszahlen mit Platin ausgezeichnet.

Man kann diese Musik unmöglich ohne die dazugehörigen Texte bewerten. Und diese handeln von BDSM, Inzest, Kannibalismus, Analverkehr und was nicht noch alles. Das Ganze ist dabei natürlich bewusst provokativ gehalten und klingt auch genau so, um eben Aufsehen zu erregen. Um an solchen Texten Gefallen zu finden, darf man aber wohl noch nicht dem Teenager-Alter entwachsen sein. Mit jedem weiteren Lebensjahr setzt dann immer mehr der Trieb zum Fremdschämen ein.

Leider schafft es hier auch die Musik oftmals nicht, so richtig zu überzeugen. Neue Deutsche Härte gemischt mit Synthesizer-Klängen, die allerdings oftmals leider eben nicht ins Ohr gehen, hört man zu allermeist auf „Sehnsucht“. Begeisternd klingt das zumeist jedoch nicht. Die Höhepunkte sind von daher schnell aufgezählt. „Engel“ platzierte sich in Deutschland in den Charts, war ein Hit und kletterte dort bis auf Platz 3. Die Nummer hat auch was und besitzt sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter. Ansonsten ist an dieser Stelle im Grunde genommen nur noch die Nummer „Klavier“ zu erwähnen. Auch diese geht ins Ohr, der Stil des Liedes ist auch ein völlig anderer, als jener der anderen auf der Scheibe enthaltenen Lieder. Sanft klingt hier die Stimme des Till Lindemann, genau wie auch die Stimmung des Liedes eine eher sanfte ist, um den dunklen Hintergrund des Titels gut zu unterstreichen. Das klingt hier auch wirklich sehr gelungen. Ansonsten kann man die Titel „Du hast“, „Spiel mit mir“ und „Alter Mann“ noch gut hören.

Fazit: Beim zweiten Studioalbum der Band Rammstein mit dem Titel „Sehnsucht“ nerven leider manchmal die Texte sehr und auch der Gesang des Till Lindemann geht einem mitunter auf die Nerven. Doch es gibt auch schöne Momente auf dieser Scheibe und zwar in Form der Titel „Engel“ und „Klavier“. Irgendwie überwiegen auf „Sehnsucht“ allerdings noch die eher negativen bis langweiligen Momente. Das machten Rammstein später noch deutlich besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Engel, Klavier