Posts mit dem Label Led Zeppelin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Led Zeppelin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 15. April 2016

Led Zeppelin – The Song Remains The Same




Led Zeppelin – The Song Remains The Same


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – bass guitar, keyboards, mellotron
Jimmy Page – guitars, backing vocals
Robert Plant – vocals


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock


Trackliste:

Platte/CD1:

1. Rock And Roll (4:03)
2. Celebration Day (3:49)
3. The Song Remains The Same (6:00)
4. The Rain Song (8:25)
5. Dazed And Confused (26:53)

Platte/CD1:

1. No Quarter (12:30)
2. Stairway To Heaven (10:58)
3. Moby Dick (12:47)
4. Whole Lotta Love (14:25)

Gesamtspieldauer: 99:45




„The Song Remains The Same” heißt das erste Live-Album von Led Zeppelin und ist gleichzeitig das einzige, welches während des Bestehens der Band entstanden ist. Veröffentlicht wurde diese Doppel-LP ursprünglich am 22. Oktober 1976 auf Swan Song Records. Allerdings gibt dieses Album in der vorliegenden Form der Doppel-Schallplatte nur einen Teil der Konzerte, die am 27., 28. und 29. Juli des Jahres 1973 im Madison Square Garden in New York stattfanden, wieder. Doch auch die später veröffentlichte Doppel-CD enthält zwar sechs weitere Titel dieser Konzerte, jedoch immer noch nicht die vollständige Liste der gespielten Lieder. Der Abschluss der Konzerte fehlt auch auf dieser digitalen Veröffentlichung. Von daher ist der Konzertfilm selbst sehr lohnenswert, den man als Fan oder Rock-Interessierter unbedingt mal gesehen haben sollte.

Die Beurteilung dieser Doppel-LP fiel ganz unterschiedlich aus. Bei Fans bis ins höchste gelobt, bei den Kritikern allerdings äußerst umstritten. Das wiederum liegt an dem Umstand, dass Jimmy Page es ganz besonders gut und vor allen Dingen perfekt machen wollte. Das bedeutet in diesem Fall, dass er die Lieder der drei Konzerte mixte. Er suchte tatsächlich die besten Parts jedes Stücks heraus und setze diese zusammen. Dies wiederum ist der Grund, warum die Titel auf der CD anders klingen, als auf der Plattenfassung, denn auf der CD gibt es die ungeschnittenen Nummern zu hören. Doch auch oder vielleicht gerade weil hier ganz schön „geschummelt“ wurde, klingt die Schallplatten-Version dieser Konzerte schon sehr, sehr eindrucksvoll.

Nun, die Musik ist begeisternd, wenn man auf Blues Rock und härteren Rock steht. Und genau das gibt es hier zu hören. Allerdings bringen die Titel von Led Zeppelin dies auch einfach mit sich, da sie eben begeistern. Die Versionen von „The Rain Song“, „No Quarter”, „Stairway To Heaven” und „Whole Lotta Love“ lohnen sich alle sehr. Das bis in alle Ewigkeit ausgedehnte „Dazed And Confused“ muss man einfach mal gehört haben. So viel Spielfreude… Ein Lied eher wie eine Reise, denn eine kurze Unterhaltungseinheit. Nun und „Moby Dick“ ist im Grunde genommen ein einziges Schlagzeug-Solo des John Bonham, welches bei 1:10 beginnt und bei 12:20 endet. Gibt es sonst auch nicht so oft. Von daher hat es Jimmy Page wirklich begeisternd hinbekommen, seine „Rumschnipselei“, die man erst merkt, wenn man die Lieder hört, wie sie wirklich geklungen haben. Vieles klingt hier auf „The Song Remains The Same” auch durchaus experimentell. Die vier Musiker haben es manchmal einfach laufen lassen, sodass die Lieder mitunter an manchen Stellen nur mehr sehr wenig mit den Originalen gemein haben. Dies macht das Ganze allerdings nochmals deutlich spannender und erhöht das Live-Erlebnis durchaus nochmals.

Fazit: „The Song Remains The Same” gilt bei vielen als das Live-Album schlechthin. Der Klang war für die damalige Zeit auch wirklich begeisternd, nur leider wurde da eben ein wenig getrickst, indem wohl drei Lieder aus drei Konzerten immer zusammengeschnitten wurden. Wenn einen das nicht stört, dann ist dieses Live-Album ein klasse Live-Album geworden, welches Freundinnen und Freunde des Blues Rock sowie des Hard Rock einfach begeistern muss und auch sicherlich wird. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Rain Song, Dazed And Confused, No Quarter



Freitag, 5. Dezember 2014

Led Zeppelin – Coda




Led Zeppelin – Coda


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – bass guitar, piano, keyboards
Jimmy Page – acoustic and electric guitars, electronic treatments, production
Robert Plant – lead vocals, harmonica


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Hard Rock, Blues Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. We're Gonna Groove (2:37)
2. Poor Tom (3:02)
3. I Can't Quit You Baby (4:18)
4. Walter's Walk (4:31)
5. Ozone Baby (3:36)
6. Darlene (5:07)
7. Bonzo's Montreux (4:19)
8. Wearing And Tearing (5:31)

Gesamtspieldauer: 33:02




„Coda“ heißt das neunte und letzte Album Led Zeppelins. Es wurde am 19. November 1982, etwas über zwei Jahre nach dem Tod John Bonhams, veröffentlicht. Die Band war zur damaligen Zeit bereits länger aufgelöst, jedoch bestand die Verpflichtung gegenüber der Plattenfirma, insgesamt fünf Platten auf Swan Song Records herauszubringen. Vier Veröffentlichungen hatte es auf dem Label bereits gegeben und so setzte sich Jimmy Page daran, aus altem Material, welches es bei den diversen vorherigen Plattenveröffentlichungen doch nicht auf die jeweiligen Alben geschafft hatte, zu sichten und mit diesem eine weitere, neunte und letzte Led Zeppelin Platte zu veröffentlichen.

Allzu viel hatte es anscheinend doch nicht mehr gegeben, wie bereits die sehr kurze Laufzeit der Platte von nur dreiunddreißig Minuten zeigt. Leider sind auch die Lieder selbst kaum mehr als Durchschnitt. Es hatte schon seinen Grund gehabt, dass diese nicht veröffentlicht worden waren. Die ersten vier Titel entstammen dabei der Zeit von 1970 bis 1972. „Bonzo’s Montreux“ wurde 1976 im Studio aufgenommen und ist ein Drum-Solo, welches anschließend noch mit einigen Effekten versehen wurde. Die restlich drei Nummern entstammen den Sessions zu „In Through The Out Door“, also dem Vorgängeralbum.

Nun, was man der Scheibe wahrlich nicht absprechen kann ist, dass die Musik nach Led Zeppelin klingt. Eindeutig sogar. Allerdings ist das irgendwie nicht mehr allzu interessant, mitunter sogar relativ langweilig geworden, was man hier zu hören bekommt. Egal, ob es sich dabei um Blues, Rock oder auch ein wenig Pop handelt. Die Nummern laufen so durch, plätschern vor sich hin. Ich nehme auch an, die Scheibe verkaufte sich lediglich dadurch, da es eben die letzte Led Zeppelin Platte darstellt. Mit den darauf enthaltenen Nummern wäre Led Zeppelin keinesfalls der Durchbruch gelungen. Ist allerdings nur eine Vermutung meinerseits.

Fazit: Nun, langweilig und belanglos ist das alles ein wenig geworden. Auch bei den eingefleischten Fans von Led Zeppelin wird diese Platte meistens genannt, wenn es darum geht, die schlechteste Led Zeppelin Scheibe zu benennen. Schlechte Musik ist das allerdings natürlich auch nicht, was man hier zu hören bekommt, allerdings auch keine gute mehr. Langweilige eben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Ozone Baby



Samstag, 29. November 2014

Led Zeppelin – In Through The Out Door




Led Zeppelin – In Through The Out Door


Besetzung:

John Bonham – drums
John Paul Jones – bass guitar, mandolin, keyboards, synthesizer, piano
Jimmy Page – electric & acoustic guitars, gizmotron, production
Robert Plant – lead vocals


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock


Trackliste:

1. In The Evening (6:51)
2. South Bound Saurez (4:14)
3. Fool In The Rain (6:13)
4. Hot Dog (3:17)
5. Carouselambra (10:34)
6. All My Love (5:56)
7. I'm Gonna Crawl (5:30)

Gesamtspieldauer: 42:36




„In Through The Out Door” ist das achte Studioalbum von Led Zeppelin und irgendwie auch das letzte offizielle. Denn „Coda“, die Platte die 1982 noch nachgeschoben wurde, war nur noch eine Pflichterfüllung nach dem Tode John Bonhams, der etwas über ein Jahr nach der Veröffentlichung von „In Through The Out Door” verstarb. Und diese Scheibe ist äußerst umstritten bei den Fans der Band. Meistens belegt diese gerade erwähnte Platte „Coda“ den letzten Platz, wenn es um das schlechteste Led Zeppelin Album geht. Oftmals findet sich dann allerdings auch „In Through The Out Door” auf dem vorletzten Platz.

Nun, was Led Zeppelin hier vielleicht ein wenig übertrieben haben ist die Tatsache, dass auf dieser Platte unglaublich viele verschiedene Musikgenres bedient werden. Rock, Pop, Rock’n’Roll, Country, Blues, Boogie Woogie und was weiß ich nicht noch alles. Ach ja, brasilianischer Samba ist auch dabei, wie man auf „Fool In The Rain“ hören kann. Das ist natürlich eine ganz heftige Mixtur, bei der auch noch zu bedenken ist, dass die Gitarren hier deutlich in den Hintergrund treten und die Platte dieses Mal durchaus vom Keyboard dominiert wird.

Trotzdem ist die Scheibe nicht so schlecht, wie viele sie sehen. Gleich die erste Nummer „In The Evening“ hat es bereits in sich. Ein wirklich guter Rock Song, der sofort ins Ohr geht. Kraftvoll und im Mid-Tempo angesiedelt, wäre die Nummer auch auf früheren Platten ein Höhepunkt gewesen. Weiteres Highlight ist sicherlich der Titel „All My Love”, den Robert Plant für seinen, mit fünf Jahren verstorbenen Sohn geschrieben hat. Bis auf diese doch etwas seltsame Keyboardfanfare in der Mitte des Liedes, eine wirklich gelungene Nummer. Ohrwurmcharakter inklusive.

Nun und der Rest? Da gibt es immer wieder Höhepunkte, wenn auch nicht durchgängig. Und klar, Boogie Woogie oder auch Samba-Töne, mag man von Led Zeppelin irgendwie nicht hören. Von daher ist diese Platte nicht durchgängig uneingeschränkt zu genießen. Allerdings stellt sich bei mehrmaligem Hören durchaus ein Gewöhnungseffekt ein, wie immer man diesen auch werten möchte.

Fazit: Ein paar Höhepunkte, ein paar seltsame Ausflüge und auch eine ganze Menge Mittelmaß kennzeichnen dieses letzte Studioalbum Led Zeppelins, bei dem noch alle vier Musiker unter den Lebenden weilten. Trotzdem bekommt man hier wahrlich keine schlechte Musik geboten, sondern zum Teil eben unbekannte Seiten von Led Zeppelin. Durchaus interessant. Neun Punkte.

Anspieltipps: In The Evening, All My Love



Montag, 17. November 2014

Led Zeppelin – Presence




Led Zeppelin – Presence


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – four and eight-string bass guitars
Jimmy Page – guitars
Robert Plant – lead vocals, harmonica on "Nobody's Fault But Mine"


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Blues Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Achilles Last Stand (10:25)
2. For Your Life (6:24)
3. Royal Orleans (3:00)
4. Nobody's Fault But Mine (6:16)
5. Candy Store Rock (4:12)
6. Hots On For Nowhere (4:44)
7. Tea For One (9:27)

Gesamtspieldauer: 44:28




„Presence“ nannten die vier Musiker von Led Zeppelin ihr siebtes Studioalbum. Im Jahr 1976, also ein Jahr nach dem wirklich gelungenen Doppelalbum „Physical Graffiti“ veröffentlicht, lässt diese Scheibe selbst bei einigen Led Zeppelin Fans ein etwas zwiespältiges Gefühl zurück. Mitunter wird „Presence“ sogar als der Anfang vom Ende der Band bezeichnet. Nun, ganz soweit muss man sicherlich nicht gehen, allerdings ist „Presence“ durchaus anders geworden, als noch die Vorgänger.

Was zunächst einmal auffällt, ist die dieses Mal geänderte Instrumentierung. So hört man auf „Presence“ weder ein Keyboard und auch keine akustische Gitarre mehr. Letzteres weist schon mal auf den Umstand hin, dass hier keine Balladen zu hören sind, von denen Led Zeppelin auf den vorherigen Scheiben einige grandiose Vertreter veröffentlichte. Die Musik auf „Presence“ ist zum Teil sehr viel rockiger, geht oftmals ganz gerade in die Richtung Hard Rock. Und natürlich darf der Blues Rock auch nicht zu kurz kommen. Stellvertretend dafür steht die letzte Nummer der Platte „Tea For One“.

Gut, also härter klingt „Presence“, wieder ein wenig bluesiger vielleicht auch. Und jetzt komme ich zu einem Punkt, der mir auf diesem siebten Led Zeppelin Album sofort auffiel und bis heute auffällt: Es fehlen ein wenig diese Melodien, diese Eingängigkeiten, die ein Lied auch längerfristig im Ohr verweilen lassen. Praktisch völlige Fehlanzeige, die Nummern laufen einfach ein wenig durch, ohne hängenzubleiben. Klar, musikalisch ist das alles perfekt umgesetzt, trotzdem wirken die einzelnen Titel irgendwie nicht so, wie auf früheren Veröffentlichungen. Nun, aber eine Ausnahme gibt es dann doch, ein Titel, der vielleicht doch ein wenig herausragt: der Opener „Achilles Last Stand“. Mit knapp zehneinhalb Minuten ist dieses Lied das drittlängste im Songmaterial von Led Zeppelin und ein richtiger Rocker, der angeblich sogar das Genre Metal streift, was ich hier allerdings nicht ganz so heraushöre. Allerdings ein wirklich gutes und überzeugendes Lied, welches weit aus dem Rest dieser Platte heraussticht.

Fazit: Vielleicht ist es mein nicht vorhandenes Gen den Blues zu spüren, vielleicht meine immer vorhandene Suche nach „der besonderen“ Melodie – ich weiß es nicht. Mit „Presence“ werde ich nicht richtig warm und wurde es auch noch nie und ich befürchte… „Presence“ ist wahrlich kein schlechtes Album und Blues-Fans und auch viele Led Zeppelin Freunde lieben es, für mich ist und bleibt es jedoch eher Durchschnitt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Achilles Last Stand



Mittwoch, 21. Mai 2014

Led Zeppelin – Physical Graffiti




Led Zeppelin – Physical Graffiti


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – bass guitar, organ, acoustic and electric piano, mellotron, guitar, mandolin, vcs3 synthesiser, hohner clavinet, hammond organ, string arrangement
Jimmy Page – electric, acoustic, lap steel and slide guitar, mandolin, production
Robert Plant – lead vocals, harmonica, acoustic guitar on "Boogie With Stu"


Gastmusiker:

Ian Stewart – piano on "Boogie with Stu"


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Custard Pie (4:14)
2. The Rover (5:37)
3. In My Time Of Dying (11:06)
4. Houses Of The Holy (4:02)
5. Trampled Under Foot (5:37)
6. Kashmir (8:29)
7. In The Light (8:47)
8. Bron-Yr-Aur (2:06)
9. Down By The Seaside (5:16)
10. Ten Years Gone (6:33)
11. Night Flight (3:38)
12. The Wanton Song (4:10)
13. Boogie With Stu (3:53)
14. Black Country Woman (4:33)
15. Sick Again (4:43)

Gesamtspieldauer: 1:22:43




„Physical Graffiti“, das sechste Studioalbum von Led Zeppelin aus dem Jahr 1975, ist schon eine besondere Scheibe. Acht Titel stellte die Band für das Album zusammen, um dann festzustellen, dass diese aufgrund ihrer Länge nicht auf eine LP passen würden. Die Band setzte sich nun aber nicht zusammen, um Titel zu kürzen oder zu streichen. Die Musiker komponierten auch keine weiteren Lieder, sondern sie griffen auf früheres Material zurück – auf Songs, die es nicht auf vorherige Alben geschafft hatten und veröffentlichten kurzerhand ein Doppelalbum. So wurden ein „Outtake“ von Led Zeppiln III, drei von Led Zeppelin IV sowie ebenfalls drei nicht veröffentlichte Lieder von „Houses Of The Holy“ der ursprünglichen Doppel-LP beigemischt.

Nicht zuletzt diese Herangehensweise bewirkte, dass die Platte musikalisch gesehen diejenige in der Diskographie der Band ist, welche das breiteste Spektrum an verschiedenen Musikstilen beinhaltet. Hier gibt es harten Rock zu hören, Folk, Blues, Instrumentalmusik, Funk, etwas Progressive Rock sowie das mit Orchester unterlegte „Kashmir“, welches schwierig einem speziellen Musikgenre zuzuordnen ist. Und obwohl diese Zusammenstellung, sowie die Tatsache der Verwendung von ursprünglicher „Ausschussware“ nichts Gutes vermuten lässt, ist „Physical Graffiti“ ein richtig gutes Album geworden.

Höhepunkt der Platte ist sicherlich der Titel „Kashmir“, eine Nummer, die viele Jahre später von Puff Daddy für den Soundtrack zum Film Godzilla gecovert wurde. Allerdings schafft es diese Version in keinster Weise, sich mit dem Original auf „Physical Graffiti“ zu messen. „Kashmir“ von Led Zeppelin ist Kraft und Ausdrucksstärke pur. Ein Lied, welches sofort ins Ohr geht, groovt und auch durch den etwas orientalisch angehauchten Touch eine gewisse Magie verströmt. Ein absoluter Höhepunkt im Schaffen von Led Zeppelin. Doch es gibt noch einiges mehr auf dieser Scheibe zu entdecken. „In The Light” ist zum Beispiel eine überaus abwechslungsreiche Nummer, die schon ein wenig in die Richtung des Progressive Rock driftet. Spannend und eingängig, mal mit etwas sphärischeren Abschnitten versehen, ein anderes Mal rockig, entfaltet sich hier eine wahrlich hörenswerte Nummer, die vollgestopft mit Ideen, auf über acht Minuten immer zu überzeugen weiß.

Das kurze „Bron-Yr-Aur“ ist dagegen eine wunderschöne Gitarren-Akustik-Nummer, die Melancholie aufkommen lässt. Wieder ganz anders klingt „The Rover“. Hier wird jetzt gerockt, wobei vor allem der Refrain sofort ins Ohr geht. Sehr viel ruhiger gestaltet sich dagegen „Ten Years Gone“. Meist sanft und sentimental klingend, wird hier nur ab und an das Tempo ein wenig angezogen. Auch die weiteren Titel haben etwas, was sich durchaus lohnt gehört zu werden und zusätzlich zeigt sich einmal mehr, dass gute Musik mitunter auch Zeit benötigt, um im Ohr des Hörers „reifen“ zu können, denn die Musik auf „Physical Graffiti“ wächst mit jedem weiteren Durchlauf.

Fazit: Klar wird man als Hörer auf dem Album sofort seine Höhepunkte und Favoriten entdecken, was durch die Vielfalt der Stile auch nicht weiter verwunderlich ist. „Kashmir“ hat da schon eine gewisse und besondere Position inne, denn dieser Titel ist ein absoluter Meilenstein in der Musik von Led Zeppelin. Bei vielen anderen Nummern muss man sich ein wenig reinhören und ein bisschen auf Zeit spielen, aber dann entfalten auch diese Songs das gewisse „Etwas“, was Musik zu etwas Besonderem und Hörenswerten werden lässt. Sehr empfehlenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Kashmir, In The Light, Bron-Yr-Aur



Mittwoch, 30. April 2014

Led Zeppelin – Houses Of The Holy




Led Zeppelin – Houses Of The Holy


Besetzung:

John Bonham – drums, backing vocals
John Paul Jones – bass guitar, mellotron, synthesiser, organ, piano, grand piano, harpsichord, synthesiser bass
Jimmy Page – acoustic, electric and pedal steel guitar, theremin on "No Quarter"
Robert Plant – lead vocals


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Song Remains The Same (5:30)
2. The Rain Song (7:39)
3. Over The Hills And Far Away (4:50)
4. The Crunge (3:17)
5. Dancing Days (3:43)
6. D'yer Mak'er (4:23)
7. No Quarter (7:01)
8. The Ocean (4:31)

Gesamtspieldauer: 40:54




Nach ihrem Meisterwerk „IV“ ließen es die Jungs von Led Zeppelin erst mal ein wenig langsamer angehen und veröffentlichten ihr fünftes Studio-Album „Houses Of The Holy“, zwei Jahre nach „IV“ im Jahr 1973. Und sie haben wieder ein wenig experimentiert, so ist der Umstand nicht weiter überraschend, dass sich auf dieser Scheibe nun auch ganz andere, für Led Zeppelin bisher nicht angetestete Musikstile finden lassen.

Einer dieser bisher ungewohnten Stilrichtungen ist so eine Art Funk-Jazz, wie es ihn im Song „The Crunge“ zu hören gibt. Der andere ähnelt dem Reggae und kommt im Titel „D'yer Mak'er“ zum Tragen. Beide Nummern sind bei Fans einigermaßen umstritten, wobei „D'yer Mak'er“ eigentlich sogar richtig gut gelungen ist. Zwar ungewöhnlich für Led Zeppelin, aber die Nummer geht ins Ohr und klingt auf ihre Art und Weise auch witzig. Nein, bei „The Crunge“ ist das anders. Zwar ist das Lied mit knapp über drei Minuten das kürzeste des gesamten Albums, allerdings ist der Titel so unfassbar schlecht, dass man automatisch nach der Fernbedienung sucht, um hier möglichst schnell drüber hinweg zu kommen. Und das wiederum liegt am Gesang, der Gitarren- und der Synthesizer-Linie. Eine Melodie gibt es hier sowieso nicht. Nur John Bonham scheint nichts dafür zu können, denn die Drums klingen zumindest gut und kraftvoll. Allerdings ist er, genau wie seine drei Kollegen, Co-Autor dieses Stücks.

Aber es gibt natürlich auch Höhepunkte auf „Houses Of The Holy“. Da ist zum einen „The Rain Song”, eine sehr abwechslungsreiche Ballade, die das Herz erweicht. Und schließlich gibt es da noch den „Mörder-Song“ des Albums schlechthin und einen der besten Titel, den Jones, Page und Plant jemals geschrieben haben: „No Quarter“. Inspiriert wurde der Text angeblich durch die „Herr der Ringe“-Trilogie. Die Musik ist düster und schwermütig und vor allem John Paul Jones am Piano sowie Jimmy Page an der E-Gitarre sowie am Theremin, tragen viel zu dieser beeindruckenden Atmosphäre bei. Ein Lied, welches so gar nicht in eine Schublade passen möchte, etwas verzerrter Gesang und auch der Gitarren-Sound klingt alles andere als rein. Dazu verschiedene Abschnitte, die mal sehr sphärisch, dann wieder äußerst kraftvoll wirken. Wahrlich klasse gemacht.

Die restlichen vier Titel kommen nicht ganz an diese Höhepunkte heran und stellen gut gemachte Rock-Nummern dar, bei denen jeder Hörer sicherlich ganz andere Favoriten für sich entdecken kann. „The Song Remains The Same” ist dabei einer der Klassiker von Led Zeppelin, der auf keinem Konzert fehlen durfte und sowohl der 1976 veröffentlichte Dokumentarfilm über die Band, sowie der dazugehörige Soundtrack tragen diesen Namen im Titel.

Fazit: An „IV“ kommt „Houses Of The Holy“ nicht heran, das alleine verbietet sich schon durch das Vorhandensein eines so unfassbaren Titel wie „The Crunge”. Auch gibt es auf diesem Album nicht ganz die gleiche Anzahl an Höhepunkten, wie noch auf der Vorgängerscheibe. Trotzdem ist „Houses Of The Holy“ ein gutes Album geworden, welches immer wieder auch begeistern kann und mit „No Quarter“ eine wahre Perle der Rock-Musik aufweist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: No Quarter, D'yer Mak'er, The Rain Song



Freitag, 28. März 2014

Led Zeppelin – IV




Led Zeppelin – IV


Besetzung:

John Bonham – drums
John Paul Jones – bass guitar, electric piano, mandolin, recorders, ems vcs 3, acoustic guitar on "The Battle Of Evermore"
Jimmy Page – acoustic and electric guitar, mandolin
Robert Plant – lead and overdubbed backing vocals, tambourine, harmonica on "When The Levee Breaks"


Gastmusiker:

Sandy Denny – vocals on "The Battle of Evermore"
Ian Stewart – piano on "Rock and Roll"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock


Trackliste:

1. Black Dog (4:57)
2. Rock And Roll (3:41)
3. The Battle Of Evermore (5:52)
4. Stairway To Heaven (8:03)
5. Misty Mountain Hop (4:39)
6. Four Sticks (4:45)
7. Going To California (3:32)
8. When The Levee Breaks (7:08)

Gesamtspieldauer: 42:37




Im Grunde genommen stimmt der Name des Albums „IV“ nicht. Das vierte Album von Led Zeppelin hat nämlich überhaupt keinen Namen, ist unbetitelt und auch den Namen der Band sucht man auf dem Cover vergebens. Angeblich wollte Jimmy Page damit ausprobieren, ob sich die Musik der Band, nach dem großen Erfolg von „III“, auch ohne genaue Angaben verkaufen würde. Tat sie, dieses Album wurde sogar zum erfolgreichsten in der Diskographie von Led Zeppelin, was sicherlich nicht zuletzt an „Staiway To Heaven“ liegt. Für viele Menschen ist dies das Rock-Lied schlechthin. Nun, die Nummer ist jetzt 43 Jahre alt und begeistert zugegebenermaßen immer noch. Dieser sehr getragene Teil mit der Akustik-Gitarre, ein schöner Text und dann der Rock-Part am Ende des Liedes, das hat wahrlich was. Eingängigkeit und Spannung pur.

Aber dieses unbetitelte Album hat noch deutlich mehr zu bieten. Der Opener „Black Dog“ ist ebenfalls ein Klassiker im Repertoire der Band, den man unweigerlich mit Led Zeppelin in Verbindung bringt, selbst wenn man das Lied zum ersten Mal hören würde. „Rock And Roll“ ist der Kracher überhaupt und als Gegensatz dazu schließt sich im Anschluss daran das verspielte und leicht schwebende, akustisch instrumentierte „The Battle Of Evermore” an. Krasser Kontrapunkt, perfekt gelungen.

Und schließlich gibt es da auch noch die letzten beiden Titel „Going To California“ und „When The Levee Breaks“. Ersterer Titel ist eine wunderschöne Akustik-Nummer, die sofort ins Ohr geht und wie „Stairway To Heaven“ Ohrwurmcharakter besitzt. „When The Levee Breaks“ stammt ursprünglich von Memphis Minnie, der wohl ersten weiblichen Blues-Musikerin. Neu arrangiert, gehört auch diese Nummer zu den Höhepunkten der Platte. Die Verbindung der Mundharmonika mit dem Gitarren-Sound lässt eine gewisse Sehnsucht aufkommen und trotz des Umstandes, dass das Lied eine eher ruhigere Richtung einschlägt, groovt der Titel ungemein.

Fazit: „IV“ oder allgemein das vierte Album der Band ist eine klasse Platte. Die einzelnen Stücke sind überaus melodiös und eingängig, mal rockiger, mal ruhiger, manchmal verspielt, dann wieder sehr straight. Dazu gesellt sich diese unglaubliche Abwechslung, die einfach Spaß macht und dazu führt, dass man die Scheibe immer und immer wieder anhören kann. Fast alle Titel können hier überzeugen und hallen nach. Für Rock-Freunde sehr lohnenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Battle Of Evermore, Going To California, When The Levee Breaks (“Stairway…” kennt sowieso jeder)



Freitag, 14. Februar 2014

Led Zeppelin – III




Led Zeppelin – III


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – bass guitar, organ, moog synthesiser, mandolin, double bass in "Bron-Y-Aur Stomp"
Jimmy Page – acoustic, electric and pedal steel guitar, banjo, dulcimer, production, bass guitar on "That's The Way"
Robert Plant – lead vocals, harmonica


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock, Rock


Trackliste:

1. Immigrant Song (2:25)
2. Friends (3:55)
3. Celebration Day (3:29)
4. Since I've Been Loving You (7:24)
5. Out On The Tiles (4:07)
6. Gallows Pole (4:56)
7. Tangerine (3:10)
8. That's The Way (5:37)
9. Bron-Y-Aur Stomp (4:16)
10. Hats Off To (Roy) Harper (3:43)

Gesamtspieldauer: 43:02




Blues und schweren Rock gibt es auf Platte Nummer drei von Led Zeppelin, aus dem Jahr 1970, nur noch wenig zu hören. So hält „III“ zwar auch noch ein wenig Heavy Rock für den Hörer parat, jedoch deutlich weniger als auf dem Vorgängeralbum. Beispiele für die rockigeren Seiten des Albums sind sicherlich der Opener „Immigrant Song“, wohl auch das bekannteste Lied der Platte. Dies liegt wohl nicht zuletzt am zum Teil sehr hohen Gesang in Verbindung mit einigen gekreischten „Aaaaahs“. „Celebration Day“ ist ebenfalls ein Rocker, jedoch schon ein wenig gemäßigter. „Out On The Tiles” gehört darüber hinaus auch noch in die Schublade Hard Rock, richtig überzeugen kann diese Nummer allerdings nicht mehr. Dazu fehlt einfach was. Blues gibt es dagegen beim längsten Titel des Albums „Since I've Been Loving You“ zu hören. Eine sich steigernde Nummer, die durchaus gegen Ende hin auch härtere Rock-Anleihen beinhaltet und gerade dort durch einen fetten Orgelsound zu überzeugen weiß.

Nun und der Rest? Dabei handelt es sich häufig tatsächlich um Folk-Rock, der mal ruhiger, mal etwas flotter vorgetragen wird. Den Anfang macht hier der zweite Titel „Friends“. Eine richtig schöne und lockere Nummer, ein klein wenig orientalisch angehaucht und eines jener Lieder, die gleich beim ersten Hören hängenbleiben. Hier gibt es jetzt auch Streicher, die dem Ganzen diesen etwas „südöstlicheren“ Touch verleihen. Die ehemals zweite Seite der Platte wird mit „Gallows Pole” eingeleitet. Akustischen Folk-Rock gibt es hier jetzt zu hören, nur die Stimme des Robert Plant klingt nun noch nach Rock. „Tangerine“ ist eine noch sehr viel ruhigere Akustiknummer – zumindest zunächst. Sehr eingängig und melodiös, verträumt und etwas melancholisch klingend. Nun, so setzt sich die einmal eingeschlagene Stimmung der Platte fort. „That’s The Way“ fällt in die gleiche Kategorie wie „Tangerine“. Schöner und bisweilen sogar zarter Folk-Rock, der eingängig ist und wirkt. Diesen Akustik-Rock gibt es dann mit „Bron-Y-Aur Stomp” in einer etwas stampfenderen Version. Ein Lied, welches nach einem walisischen Ort benannt ist, in dem sich Page und Plant trafen, um sich über das weitere Vorgehen nach dem erfolgreichen Album „II“ auszutauschen. Die Ergebnisse dieser Überlegungen hört man hier auf „III“: Sehr viel akustische und vor allem auch ruhigere Musik, als noch auf dem Vorgänger. Beschlossen wird die Platte schließlich mit dem, wohl eher als Spaß gemeinten „Hats Off To (Roy) Harper“. Das Lied klingt zwar ein bisschen nach Blues, scheint in dieser Präsentation jedoch als kleines „lustiges“ Experiment gedacht gewesen zu sein.

Fazit: Das Album hat was. Zwar wieder anders als der Vorgänger, aber auch so überzeugen Led Zeppelin – dieses Mal eben mehr mit den eher ruhigen und akustischen Tönen. Die ehemalige Seite 1 ist dabei noch ein wenig rockiger aufgebaut, die zweite LP-Seite wird dagegen deutlich von der Akustikgitarre und den sanfteren Tönen dominiert. Eine schöne Mischung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Friends, Tangerine



Samstag, 25. Januar 2014

Led Zeppelin – II




Led Zeppelin – II


Besetzung:

John Bonham – drums, timpani, backing vocals
John Paul Jones – bass guitar, organ on "Thank You", backing vocals
Jimmy Page – electric and acoustic guitar, backing vocals, theremin on "Whole Lotta Love"
Robert Plant – lead vocals, harmonica on "Bring It On Home"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Whole Lotta Love (5:34)
2. What Is And What Should Never Be (4:46)
3. The Lemon Song (6:20)
4. Thank You (4:50)
5. Heartbreaker (4:14)
6. Living Loving Maid (She's Just A Woman) (2:39)
7. Ramble On (4:24)
8. Moby Dick (4:21)
9. Bring It On Home (4:21)

Gesamtspieldauer: 41:29




Noch im selben Jahr wie das Debut, veröffentlichten Led Zeppelin auch ihr zweites Album, kurz mit „II“ betitelt. Im Oktober 1969 erschien diese Platte, die sowohl in England, wie in den USA, als auch in Deutschland die Nummer 1 der Charts stürmte. Led Zeppelin klangen nun deutlich rockiger, als noch auf ihrem Debut ein dreiviertel Jahr zuvor.

Die Platte beginnt mit einem Klassiker, der auch nie auf einem der Konzerte der Band fehlen durfte: „Whole Lotta Love“. Eine mitreißende Hard Rock Nummer, die auch dadurch zu punkten versteht, dass sie eben nicht in einem durchläuft, sondern diesen grandiosen Mittelteil aufweist, bei denen die Becken des John Bonham den Takt vorgeben und man eine sphärisch bis verstörende Soundkollage hört, in der Robert Plant immer wieder seine Einsätze findet und schließlich alles wieder im härteren Rock mündet.

Auch gibt es auf „II“ zwei wirklich geniale Stücke, die hauptsächlich akustischer Natur sind zu genießen. Da ist zum einen das tolle „Thank You“, ein Titel, der sich sofort im Ohr festsetzt, sehr melodisch und ein wenig getragen daherkommt und an dem man sich absolut nicht überhören kann. Auch bei „Ramble On“ steht die Akustik-Gitarre im Vordergrund. Die Grundstimmung ist hier allerdings deutlich flotter und treibender. Und dann nimmt der Titel auch immer wieder Fahrt auf und rockt im Refrain richtig gut los.

Der Rest der Platte sind Songs, die sich häufig aus einem bluesigen Teil und dann wieder aus straightem Rock zusammensetzen. Das überzeugt mal mehr, manches Mal allerdings auch ein klein wenig weniger. Erwähnenswert dabei auf jeden Fall noch „Moby Dick“, bei dem sich John Bonham an den Drums so richtig austoben darf. Sicherlich etwas Besonderes, denn wo hört man schon mal auf einer Studio-Platte ein Drum-Solo?

Fazit: Viele Musikhörer und Fans finden die zweite Platte Led Zeppelins gelungener als die erste. Bei mir ist das andersrum. Klar, „Whole Lotta Love“ ist ein Mördersong und auch sonst gibt es jede Menge tolle Musik zu entdecken. Dann allerdings auch immer wieder Passagen, die deutlich weniger zu fesseln verstehen – mich zumindest. Neun Punkte.

Anspieltipps: Whole Lotta Love, Thank You, Ramble On



Sonntag, 19. Januar 2014

Led Zeppelin – I




Led Zeppelin – I


Besetzung:

Jimmy Page – acoustic, electric and pedal steel guitar, backing vocals, production
Robert Plant – lead vocals, harmonica, occasional bass
John Bonham – drums, timpani, percussion, backing vocals
John Paul Jones – bass guitar, organ, backing vocals


Gastmusiker:

Viram Jasani – tabla on "Black Mountain Side"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Good Times Bad Times (2:46)
2. Babe I'm Gonna Leave You (6:42)
3. You Shook Me (6:28)
4. Dazed And Confused (6:26)
5. Your Time Is Gonna Come (4:35)
6. Black Mountain Side (2:13)
7. Communication Breakdown (2:30)
8. I Can't Quit You Baby (4:42)
9. How Many More Times (8:29)

Gesamtspieldauer: 44:50




Unbestritten, dieses Album, die erste Platte von Led Zeppelin, welche im Januar 1969 erschien, hat viele andere Bands beeinflusst. Zu neu war damals dieser Mix aus Hard Rock und Blues Rock, so etwas hatte es bis dahin noch nicht gegeben. Wenn man dann als Hörer noch Blues-Fan ist, dann kommt man mit dieser Scheibe auch bestens auf seine Kosten. Das muss man allerdings auch wirklich sein, denn sonst kann es passieren, dass man mit solch Stücken wie „You Shook Me“ oder aber „I Can't Quit You Baby“ so überhaupt nichts anzufangen weiß. Denn hierbei handelt es sich um gitarrenlastigen Blues pur, der mitunter sogar gequält und in keinster Weise melodiös wirkt.

Ganz anders sieht das bei „Babe I'm Gonna Leave You“ aus. In dieses Lied kann man eintauchen, auch wenn man mit diesem Blues-Genre eigentlich nicht so viel anfangen kann. Ein absolut mitreißender Song, der bereits beim ersten Mal des Hörens zündet und einen nicht mehr loslässt. Aber es gibt auch deutlich härtere Töne auf diesem Debut von Led Zeppelin zu hören. Da ist zum Beispiel gleich der Opener „Good Times Bad Times“. Da wird gerockt, was das Zeug hält und dabei jedoch nie die Melodie aus den Augen beziehungsweise aus den Ohren verloren. Auch das kurze „Communication Breakdown“ ist ein Rocker, bei dem es die Band „krachen“ lässt und Robert Plant kann richtig zeigen, dass er ein klasse Rock-Sänger ist.

„Your Time Is Gonna Come” wird sehr pathetisch mit einer Orgel eingeleitet und es entwickelt sich daraus ein wahrlich toller Song. Etwas getragen, überaus eingängig ist dies eine Nummer, die sich sofort im Musikzentrum des Gehirns festsetzt und diesen besonderen Wiedererkennungswert in sich trägt. Das Lied geht ohne Unterbrechung in „Black Mountain Side“ über. Eine kurze aber sehr feine Instrumentalnummer, die Akustik-Gitarre des Jimmy Page steht im Vordergrund und wird nur durch leichte Perkussion untermalt.

Ein Titel soll hier aber auf jeden Fall auch noch Erwähnung finden: „How Many More Times“. Ganz klar der komplexeste Song auf der Platte. Hier finden sich ebenfalls Blues und Hard Rock Anleihen, jedoch tendiert der Titel ganz klar auch in die Richtung Psychedelic Rock. Aus vielen einzelnen Teilen zusammengesetzt entwickelt sich eine musikalische Reise an der es teilzunehmen lohnt. Die Nummer groovt, besticht durch ihren Aufbau, der nie langweilig wird und diese psychedelischen Abschnitte, die hier die Würze darstellen.

Ein Wort muss nun allerdings noch über die Texte verloren werden. Diese sind mitunter unfassbar schmalzig. Deutschen Schlagerbarden würde es sicherlich auch so manche Überwindung kosten, dies hier auf Deutsch zu singen. Wenn einen nicht nur die Musik interessiert sondern auch der Text eine Rolle spielt, dann ist dies ein ganz großer Nachteil des Albums – allerdings hören die meisten da wohl nicht so richtig hin.

Fazit: Dieses Album hält wahrlich begeisternde Stellen und Lieder für die Hörerin oder den Hörer parat. Ich persönlich habe so manches Mal Probleme mit dem Blues, der mich auch hier nicht immer berührt. An anderen Stellen bringen ihn die vier Briten jedoch so begeisternd rüber, dass man sich fragt, ob das nicht doch genau die Musikrichtung wäre, der man unbedingt frönen sollte. Die Hard Rock Passagen funktionieren auf dem Album immer, sind klasse gemacht. Und dann ist da noch die Sache mit den Texten. Dieses Liebesgeschmalze geht einem unglaublich auf den Zeiger, wenn man die Texte denn auch verfolgt. Ich mache das immer und habe genau da dann auch Schwierigkeiten mit Led Zeppelin. Trotzdem ein tolles Album, was man immer wieder gerne hört und auflegt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Babe I'm Gonna Leave You, Your Time Is Gonna Come, How Many More Times