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Freitag, 27. Oktober 2017

Electric Light Orchestra – Alone In The Universe




Electric Light Orchestra – Alone In The Universe


Besetzung:

Jeff Lynne – lead & backing vocals, guitar, bass, piano, drums, keyboards, vibraphones


Gastmusiker:

Steve Jay – shaker, tambourine
Laura Lynne – backing vocals on „Love And Rain” und „One Step At A Time”


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Pop


Trackliste:

1. When I Was A Boy (3:13)
2. Love And Rain (3:30)
3. Dirty To The Bone (3:06)
4. When The Night Comes (3:22)
5. The Sun Will Shine On You (3:30)
6. Ain't It A Drag (2:36)
7. All My Life (2:51)
8. I'm Leaving You (3:08)
9. One Step At A Time (3:21)
10. Alone In The Universe (3:55)


Bonus Tracks:

11. Fault Line (2:07)
12. Blue (2:35)

Gesamtspieldauer: 37:18




Jeff Lynne hat es also nochmals gemacht. Im Jahr 2015 veröffentlichte der gebürtige Engländer das vierzehnte Album seiner Band Electric Light Orchestra. Dieses Mal spielte er praktisch alle Lieder selbst ein die, wie auch bereits in der Vergangenheit, erneut von ihm alleine komponiert worden sind. Lediglich seine Tochter Laura Lynne ist bei zwei Titeln als Backgroundsängerin zu hören und Toningenieur Steve Jay klappert mit dem Shaker und dem Tamburin. Alles selbst komponiert und selbst eingespielt, da kann man dann auch den Namen der Band gleich entsprechend mit anpassen. Aus dem Electric Light Orchestra ist mit dem Album „Alone In The Dark“ Jeff Lynne’s ELO geworden. Was allerdings auch dem Umstand geschuldet ist, dass sich ehemalige Mitglieder des Electric Light Orchestras auf ihren Touren immer mit dem Namen ELO schmücken und hier Jeff Lynne mal ein Zeichen setzen wollte. Erschienen ist die Scheibe am 13. November 2015 auf dem Plattenlabel Sony Music.

„Alone In The Dark“ enthält noch die Musik, mit der Jeff Lynne und sein Electric Light Orchestra in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts so erfolgreich wurde. Progressive Rock ist das natürlich an keiner Stelle mehr, von Rock kann man hier auch nicht mehr reden, dafür findet sich auf der Platte jede Menge Pop-Musik, mit der Jeff Lynne versucht sich eingängig und melodiös anzuhören, vielleicht nochmals einen Ohrwurm zu generieren. Doch das schafft er leider nicht mehr. „Alone In The Dark“ ist ein eher biederes, manchmal etwas altbackenes Werk geworden, welches nur noch mit Sentimentalitäten in Erinnerung an vergangene Zeiten zu spielen scheint. Trotzdem scheint dies vor allen Dingen in England anzukommen, wo die Platte nach über 300.000 verkauften Kopien mit Platin ausgezeichnet wurde.

Nein, überzeugend klingt das alles nicht mehr, sehr viel eher langweilig und aufgewärmt. Die Lieder hören sich größtenteils genauso an, wie sie bereits auf den erfolgreichen Scheiben des Electric Light Orchestras geklungen haben. Das war damals schon sehr oberflächlicher Pop, daran hat sich nichts mehr geändert. Manche Bands schaffen es mit einer Neuauflage der alten Klänge nach vielen Jahren nochmals zu punkten, indem sie etwas Neues basierend auf Vergangenem entwickeln. Jeff Lynne gelingt das allerdings nicht mehr. Er macht einfach da weiter, wo er schon mal war. Anhören kann man die Lieder größtenteils natürlich gut, doch sie hinterlassen keinen Eindruck mehr, laufen mit und durch. Einzig das zweite Lied der Platte, „Love And Rain“, sticht da ein klein wenig heraus, schafft es deutlicher zu überzeugen. Der Rest ist Pop, einfacher, zwar noch melodiöser, jedoch langweiliger Pop.

Überraschend übrigens auch, warum man bei einer Neuveröffentlichung gleich zwei Bonus Tracks hinzufügt. Der Grund hierfür ist die sogenannte „Deluxe Edition“. Ohne diese zwei Titel, also in der Original-Ausgabe des Albums, hat die Scheibe allerdings auch nur etwas über 32 Minuten Spieldauer. Sehr gelungen ist dagegen das Cover des Albums, welches mit einer 3D-Oberfläche ausgeliefert wurde. Das gibt es sonst auch nicht so häufig und zumindest hier bleibt Jeff Lynne’s ELO in positiver Erinnerung.

Fazit: Nun, wer die Musik der erfolgreichen Zeit des Electric Light Orchestras mag, diesen durchdeklinierten Pop, die oder der wird wohl auch von „Alone In The Dark“ nicht enttäuscht werden. Steht man dagegen auf das Besondere in der Musik, wird man auf diesem Album nicht fündig. Das ist keine Musik, die man verteufeln muss, Begeisterung kommt damit bei Freunden von Rock Musik aber sicherlich nicht auf. Sieben Punkte.

Anspieltipps: When I Was A Boy, Love And Rain, Alone In The Universe



Dienstag, 26. März 2013

Electric Light Orchestra – Eldorado




Electric Light Orchestra – Eldorado


Besetzung:

Jeff Lynne – guitar, vocals, moog, backing vocals
Richard Tandy – piano, moog, guitar, backing vocals
Hugh McDowell – cello
Michael D'Albuquerque – bass
Bev Bevan – drums, percussion
Michael Edwards – cello
Mik Kaminski – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Symphonic Pop


Trackliste:

1. Eldorado Overture (2:13)
2. Can't Get It Out Of My Head (4:22)
3. Boy Blue (5:19)
4. Laredo Tornado (5:30)
5. Poorboy (The Greenwood) (2:58)
6. Mister Kingdom (5:30)
7. Nobody's Child (3:57)
8. Illusions In G Major (2:37)
9. Eldorado (5:18)
10. Eldorado Finale (1:34)


Bonus Tracks:

11. Eldorado Instrumental Medley (Instrumental) (7:57)
12. Dark City (Demo)     (0:47)

Gesamtspieldauer: 48:00




Was auf dem Album Cover mit “A Symphony By The Electric Light Orchestra” bereits angekündigt wird, das manifestiert sich beim Hören des Albums auf das Deutlichste. Jeff Lynne ist mit dem Electric Light Orchestra einen Schritt weiter gegangen. Waren es früher die Bandmitglieder alleine, die mit Violinen, Violas und Cellos diesen „klassischen Touch“ in die Musik von ELO brachten, so ist es jetzt ein ganzes Symphonieorchester - samt Chor. Und das ist nicht die einzige Neuerung beim Electric Light Orchestra. Die Kompositionen wirken nun alle sehr rund und sehr viel angepasster an einen breiten Musikmarkt. Massentauglicher irgendwie. Und das zeigte sich auch in der ersten Goldenen Schallplatte, die ELO in den USA, für dieses Album, verliehen bekam. Allerdings, die Ecken und Kanten, das Experimentelle in der Musik des Electric Light Orchestras, das alles ist auf „Eldorado“ verschwunden. Was allerdings weiterhin zu hören ist, das ist das gute Gespür eines Jeff Lynne für schöne Melodien, denn diese gibt es auch auf „Eldorado“ noch zu entdecken und zu bestaunen.

„Eldorado Overture” beginnt mit gesprochenem Text und symphonischen Streichern und könnte auch gut zur Einführung von “Alice im Wunderland” passen. Natürlich nur von der Musik her, nicht vom Text. Obwohl das Thema auf “Eldorado” ein ähnliches ist. Ein Mensch, der im richtigen Leben nicht so ganz klarkommt, flüchtet sich in Tagträume, die in den einzelnen Stücken beschrieben werden. Und so stimmt einen der erste Song inhaltlich wie musikalisch richtig gut auf die weiteren Stücke des Albums ein: Klassische Musik trifft auf Pop.

„Can't Get It Out Of My Head“, der zweite Titel des Albums, wartet dann gleich mit einer wunderschönen Melodie auf. Durch den Orchester- und Choreinsatz wirkt das Lied ziemlich getragen, allerdings auch nicht zu getragen. Eine richtig schöne Nummer ist da zu hören, die zum Träumen einlädt. Am besten wohl zum Tagträumen. Sicherlich ein Höhepunkt auf der CD.

“Boy Blue” beginnt mit Fanfaren, die an das Mittelalter erinnern. Diese werden immer wieder von Streichersequenzen unterbrochen und schließlich entwickelt sich daraus eine poppige Nummer, die oft vom Orchester getragen, manchmal völlig von ihm dominiert wird. Immer wieder schön dabei anzuhören sind die gezupften Streicherpassagen, wohingegen der Refrain nach mehreren Durchläufen zu nerven beginnt. „Laredo Tornado“ schließt sich an und startet, für dieses Album ganz überraschend, mit einer E-Gitarre. Das Stück soll wohl relaxt, ein wenig „soulig“ und manchmal ein bisschen „bluesig“ klingen. Etwas zu viel reingepackt, denn das Ergebnis ist keineswegs überzeugend, sondern wirkt eher unausgegoren und schafft es nicht unbedingt einen zu begeistern.

Das passiert allerdings wieder bei der nächsten Nummer. „Poorboy (The Greenwood)“ ist ein kurzer und melodiöser Pop-Titel, der wieder schön vom Orchester untermalt ist. Dabei verfügt der Track über eine sehr eingängige Melodie, von der man irgendwie weiß, sie schon sehr, sehr oft gehört zu haben. Und dann passiert bei „Mister Kingdom“ etwas doch sehr Überraschendes. Das Stück klingt bereits nach dem ersten Takt wie „Across The Universe“ von den Beatles. Klar wird das Ganze dann noch ein wenig variiert, allerdings habe ich es selten gehört, dass ein Stück so sehr nach dem Lied einer anderen Band klingt. Und das auch noch bei der zeitlichen Nähe. „Across The Universe“ wurde auf „Let It Be“ veröffentlicht – und die Platte erschien 1970…

„Nobody's Child“ ist anschließend allerdings wieder sehr eigenständig. Wartet zunächst mit mittelalterlichen Klängen auf und entwickelt sich dann zu einer Art Swing. Schön und spannend und keineswegs alltäglich für das Electric Light Orchestra. Es folgt der obligatorische Rock’n’Roll, der anscheinend irgendwie auf jedem Album von ELO auftauchen muss. „Illusions In G Major“ kann dabei zusätzlich mit einem Big Band Sound aufwarten, überzeugender wird das Stück damit jedoch auch nicht.

Das ursprüngliche Album wurde mit den Titeln „Eldorado“ und „Eldorado Finale“ beendet. „Eldorado“ ist dabei eine schöne, ruhige, getragene, symphonische, melancholische und melodiöse Nummer, auf der noch einmal die ganze Wucht des Orchesters, sowie die des Chors, zum Einsatz kommt. Der klassische Ansatz kitzelt bei diesem Titel auch alle vorhandenen Gesangskünste Jeff Lynnes heraus, der hier gerade bei den lang zu haltenden Tönen ungewöhnlich, aber nicht schlecht, singt. Schließlich wird das Thema des ersten Stückes in „Eldorado Finale“ wieder aufgenommen und bombastisch und orchestral zum Ende geführt. Und ganz zum Schluss wird das Album letztendlich wieder durch ein paar gesprochene Worte beschlossen.

Als Bonus Track ist auf der remasterten Fassung von 2001 eine lange Instrumentalversion des Albums „Eldorado“ in Form eines Medleys enthalten. Interessant gemacht, eine schöne Zusammenfassung der gesamten Platte. Dazu gibt es noch die kurze Nummer „Dark City“, die nicht nur wegen ihrer Kürze, sondern auch wegen ihrer Tonqualität nicht weiter erwähnenswert ist.

Fazit: So einfach schafft es Jeff Lynne nicht mehr zu überzeugen. Auf „Eldorado“ ist alles etwas zu fließend und zu glatt. Klar, die schönen Melodien, die gibt es auch noch auf diesem Album und „Eldorado“ ist beileibe keine schlechte Platte. An die drei Vorgänger kommt es allerdings trotzdem nicht ganz heran. Für dieses Werk gibt es neun Punkte.

Anspieltipps: Can't Get It Out Of My Head, Poorboy (The Greenwood), Eldorado





Freitag, 18. Mai 2012

Electric Light Orchestra – Zoom





Electric Light Orchestra
– Zoom



Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, backing vocals, lead guitar, rhythm guitar, piano, keyboards, bass, drums, cello


Gastmusiker:

Rosie Vela – backing vocals
Richard Tandy – electric piano
Ringo Starr – drums
Marc Mann – additional rhythm guitar, string arrangement
Suzie Katayama – cello
Kris Wilkinson – string arrangement
George Harrison – slide guitar
Dave Boruff – saxophone
Laura Lynne – backing vocals
Roger Lebow – cello


Label: Sony Music Entertainment Inc. / Epic


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Pop


Trackliste:

1. Alright (3:13)
2. Moment In Paradise (3:36)
3. State Of Mind (3:05)
4. Just For Love (3:40)
5. Stranger On A Quiet Street (3:41)
6. In My Own Time (3:04)
7. Easy Money (2:51)
8. It Really Doesn't Matter (3:20)
9. Ordinary Dream (3:24)
10. A Long Time Gone (3:16)
11. Melting In The Sun (3:11)
12. All She Wanted (3:14)
13. Lonesome Lullaby (4:02)

Gesamtspieldauer:43:37




15 Jahre nach „Balance Of Power“ veröffentlichte Jeff Lynne im Jahr 2001 mit „Zoom“ ein neues Album des Electric Light Orchestras. Allerdings gab es dazwischen unter den Titeln “Electric Light Orchestra Part Two” (1990) und „Moment of Truth” (1994) noch zwei Veröffentlichungen, die unter der Überschrift “Electric Light Orchestra Part Two” erschienen. Dies war ein Bandprojekt, welches vom langjährigen ELO-Drummer Bev Bevan ins Leben gerufen worden war. Dieses Projekt verursachte jedoch diverse Rechtstreitigkeiten, da Jeff Lynne diese Alben, wohl zu Recht, nicht als solche des Electric Light Orchestra anerkannte – der Mastermind von ELO, der fast alle Titel der Band schrieb, war hier nämlich in keinster Weise beteiligt. Deshalb auch der Anhang „Part Two“ am Bandnamen und deshalb sind diese beiden Veröffentlichungen auch keine des Electric Light Orchestras.

Nun, aber ist „Zoom“ eine solche? Wenn man sich die Liste der Instrumente ansieht, die hier Jeff Lynne selbst einspielt, dann ist das schon beachtlich und es sieht eher nach einem Solo-Album aus, denn Unterstützung holte er sich von diversen Musikern, von einer Band kann da nur noch schwerlich gesprochen werden. Da allerdings auch auf den Veröffentlichungen der späten 70er und 80er Jahre fast schon alle Stücke aus seiner Feder stammten, er eben nur nicht alle Instrumente selbst einspielte, ist „Zoom“ wohl doch das dreizehnte reguläre (wenn man „Xanadu“ mitrechnet) und bisher letzte Album des „richtigen“ Electric Light Orchestras.

Zu hören gibt es auf „Zoom“ sehr eingängigen Pop, der immer wieder mal an die Beatles erinnert. Und das liegt wohl nicht nur unbedingt daran, dass auf dem Album Ringo Starr bei den Titeln „Moment In Paradise“ und „Easy Money“ die Drum-Parts beisteuert. Noch erwähnenswerter ist hier der Auftritt von George Harrison, der auf „A Long Time Gone“ und „All She Wanted“ mit seiner Slide Guitar zu hören ist. George Harrison verstarb am 29. November 2001, also im selben Jahr, in dem „Zoom“ veröffentlicht wurde. Somit sind hier zwei der letzten Aufnahmen des Ex-Beatles zu hören.

Gut, es gibt einige Stücke, die schwer nach den Beatles klingen, was an sich schon mal nichts Schlechtes ist. Dann gibt es mit „Easy Money“ wieder diesen obligatorischen Rock’n’Roll, der irgendwie auf jedem ELO-Album zu finden ist. Nur wird das Stück dadurch leider keinen Deut besser. Auch getragene, fast schon schmalzige Nummern befinden sich auf „Zoom“. Als Beispiel seien dafür „Just For Love“ und „In My Own Time“ angeführt. Hier wird man nur schwer gepackt. Der Opener „Alright“ rockt dagegen. Und dieses Stück wurde auch als Single ausgekoppelt, ist eingängig und sicherlich einer der Höhepunkte des Albums.

Fazit: Das Album passt weder zu den ersten Veröffentlichungen des Electric Light Orchestras in der frühen Siebzigern, noch zu denen der späten siebziger Jahre. Und auch mit den Alben der Achtziger ist es nur schwer zu vergleichen. Auf „Zoom“ ist eingängiger Pop zu hören, ein klein bisschen ist das Ganze retro – nicht umsonst hört man hier die Beatles raus. Begeisterung löst dieses Album allerdings nicht aus. Nicht schlecht, aber auch keine sehr gute Platte, geschweige denn ein Meisterwerk. Aber hier sind Ringo Starr und George Harrison zu hören. Aus Nostalgiegründen lohnt vielleicht deswegen der Kauf. Vom musikalischen her lohnt sich dieser nur eingeschränkt, was letztendlich sieben Punkte auch ausdrücken.

Anspieltipps: Alright, It Really Doesn't Matter, A Long Time Gone, Lonesome Lullaby



Freitag, 11. Mai 2012

Electric Light Orchestra – Balance Of Power





Electric Light Orchestra – Balance Of Power


Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, background vocals, guitars, bass guitars, keyboards, piano
Bev Bevan – drums, percussion
Richard Tandy – keyboards, piano, sequence programming


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, Disco Musik


Trackliste:

1. Heaven Only Knows (2:58)
2. So Serious (2:41)
3. Getting To The Point (4:32)
4. Secret Lives (3:32)
5. Is It Alright (3:26)
6. Sorrow About To Fall (4:06)
7. Without Someone (3:51)
8. Calling America (3:30)
9. Endless Lies (3:00)
10. Send It (3:07)


Bonus Tracks:

11. Opening (0:26)
12. Heaven Only Knows (Alternate Version) (2:32)
13. In For The Kill (3:16)
14. Secret Lives (Alternate Version) (3:26)
15. Sorrow About To Fall (Alternate Mix) (3:50)
16. Caught In A Trap (3:47)
17. Destination Unknown (4:13)

Gesamtspieldauer: 56:17




Eigentlich ist es unglaublich, wenn man sich das Album „Balance Of Power“ von ELO, dem Electric Light Orchestra, anhört. Die Band startete Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts mit einem Musikstil, den man durchaus als progressiv bezeichnen konnte. 16 Jahre später und auf ihrem 12. und bisher vorletzten Album, ist davon nichts, aber auch gar nichts mehr übrig geblieben. Da mag mancher entsetzt gewesen sein, wie sehr sich die Musiker von Genesis in den späteren Jahren von ihren Wurzeln entfernt hatten und wie mainstreammäßig und radiotauglich deren Musik wurde. ELO schafft das ganz mühelos zu toppen. Die Musik auf „Balance Of Power“ ist so was von belanglos, so was von poppig, dass es wahrlich schwer fällt, dafür Worte zu finden.

Die Songs sind gänzlich Schlager-Stücke. Nur der englische Text weist darauf hin, dass diese Lieder in der „Deutschen Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck keine Chance bekommen hätten. Von der Art der Musik her, wären allerdings fast sämtliche Stücke prädestiniert für eine Darbietung in dieser Sendung gewesen. Hier gibt es die seichten Melodien, die nichtssagenden Texte und den Sound des Drum-Computers bis zum Abwinken. Und dann schreibt Jeff Lynne im Booklet zur CD die zwei folgenden Sätze: „This was to be the last ELO album of that century. Even so I think it turned out to be one of the better ones (the album, not the century)”. Kann man sich so sehr täuschen?

Mit ganz viel Mühe, mit gaaanz viel Mühe kann man immerhin noch drei Stücke entdecken, die sich wenigstens ein klitzekleines bisschen aus dieser Tristesse hervorheben. Da ist zum einen „So Serious“ und zum anderen „Endless Lies“. Beide Titel sind in ihrem Aufbau zumindest etwas anspruchsvoller - und besitzen eine Melodie, die wenigstens ein wenig ins Ohr geht. Und auch unter den Bonus Tracks findet sich noch ein ganz netter Titel mit „In For The Kill“. Und auch bei dieser Nummer ist es die Melodie, die gelungen ist, auch wenn einen die Rhythmusmaschine fast in den Wahnsinn treibt. Der Rest der Platte ist unsäglich. Da gibt es solche peinlichen Rock’n’Roll-Stücke wie „Send It“, solche, an Belanglosigkeit kaum zu überbietenden Nummern, wie zum Beispiel „Calling America“. Da hört man solch synthetische Lieder wie „Secret Lives“ oder „Is It Alright“. Allein die Rhythmusfraktion - einfach nur schlecht und plastikmäßig. Schade für die Zeit, die man mit dem Hören verschenkt.

Loben muss man Jeff Lynne bei der wiederaufgelegten CD zumindest für die Anzahl der Bonus Lieder, die er den Hörern mit zur Verfügung stellt. Kennt man diese Stücke allerdings schließlich, so kann man sich auch fragen: „Warum nur will er uns so lange quälen?“ Übrigens auch beim Coverdesign hat das Electric Light Orchestra schon mal mehr Kreativität an den Tag gelegt. Aber das sollte hier vielleicht alles auch nicht sein.

Fazit: Fettigsten und poppigtsen Pop bekommt man auf „Balance Of Power“ zu hören. Das ist Musik ohne jeglichen Anspruch, mit der noch eben schnell ein bisschen Geld verdient werden sollte. So wirkt es zumindest. Doch auch das klappte nicht - „Balance Of Power“ ist und war ein Ladenhüter. Und wenn man sich die Musik anhört, ist man in keinster Weise darüber überrascht. Drei Punkte.

Anspieltipps: So Serious, Endless Lies, In For The Kill







Sonntag, 29. April 2012

Electric Light Orchestra – Secret Messages





Electric Light Orchestra – Secret Messages


Besetzung:

Jeff Lynne – vocals, guitars, synthesizer, bass, piano, percussion
Kelly Groucutt – bass, background vocals
Richard Tandy – synthesizer, piano, harmonica
Bev Bevan – drums


Gastmusiker:

Dave Morgan – background vocals
Mik Kaminski – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

1. Secret Messages (4:44)
2. Loser Gone Wild (5:27)
3. Bluebird (4:13)
4. Take Me On And On (4:58)
5. Time After Time (4:01)
6. Four Little Diamonds (4:05)
7. Stranger (4:27)
8. Danger Ahead (3:52)
9. Letter From Spain (2:51)
10. Train Of Gold (4:21)
11. Rock And Roll Is King (3:49)


Bonus Tracks:

12. No Way Out (3:28)
13. Endless Lies (3:27)
14. After All (2:24)

Gesamtspieldauer: 56:08




1983 brachte das Electric Light Orchestra sein elftes Studioalbum auf den Markt. Secret Messages“ heißt es und hier ist der Name auch Programm. Beim genauen Hinhören gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Rückwärts gesprochene Texte, Morsecodes, Verweise auf ältere Platten von ELO selbst oder zu anderen Bands. Nun und die Musik siedelt sich stilistisch passender Weise zwischen den beiden Alben an, zwischen denen sie auch entstanden ist, also zwischen „Time“ und „Balance Of Power“.

Das Album wird eröffnet durch den Titelsong „Secret Messages“. Ein eingängige Popnummer, bei der auch den Gitarren eine tragende Rolle zugedacht wurde. Wenn man das Stück drei bis viermal gehört hat, ist es zum Ohrwurm mutiert und verlässt einen so schnell nicht mehr. Gut gemachte Pop-Musik eben. Und noch ein Stückchen besser geht es dann mit „Loser Gone Wild“ weiter. Ist das Lied zunächst sehr relaxt, irgendwie schwebend und wird sogar ein wenig soulig gesungen, so wird es mit dem Refrain zum überaus eingängigen Stück, welches mitreißen kann. Und hier braucht man dieses Mal nicht mehrere Durchgänge, die Nummer ist sofort da und verankert sich zügig im Musikzentrum des Gehirns. Das Schreiben eingängiger Stücke hatte Jeff Lynne hier also noch nicht verlernt.

Es folgt mit „Bluebird“ wieder ein Pop-Song in bester ELO-Manier. Das ist einer der Songs, für die man keine Erklärung braucht, den schreibt man automatisch dem Electric Light Orchestra zu, auch wenn man die Nummer gerade zum ersten Mal hört. Das Stück selbst haut einen allerdings nicht weg, aber man hat schon deutlich schlechtere und flachere Stücke von ELO gehört. Mit „Take Me On And On“ wird es dann wieder deutlich ruhiger und bluesiger. Die Gitarre dominiert diesen Song erneut, der allerdings ein bisschen träge und langweilig wirkt.

„Time After Time“ ist dann eine völlig andere Kategorie. Pop-Musik, die wieder mit viel Liebe zum Detail arrangiert ist, wie man es von ELO schon von jeher kennt. Und das Stück klingt sehr viel experimenteller als fast alles zusammen, was man in den letzten Jahren von der Band gehört hatte. Von daher eine schöne Abwechslung. Diese geht mit dem nächsten Titel, „Four Little Diamonds” allerdings sofort wieder verloren. Einen Rock’n’Roll hört man da, der fatal an „Don’t Bring Me Down“ erinnert. Nichts Neues also und leider auch nichts besonders Gutes.

Und langweilig geht es jetzt auch irgendwie weiter. „Stranger“ ist ein langsamer Song, der so gar nicht nach ELO klingt und erneut nichts Besonderes darstellt. Mit „Danger Ahead“ folgt dann im Anschluss daran eine Rock-Pop-Nummer. Das Stück ist eingängig, allerdings belanglos. Auch nicht überzeugen kann „Letter From Spain“. Dieses dauernde „Letter-Gequatsche“ aus dem Hintergrund nervt schon nach kurzer Zeit. Zugute halten muss man der Nummer, dass sie völlig anders als der Rest der Platte ist. Sehr, sehr ruhig und schwebend. Das war es allerdings auch schon, überzeugend ist etwas anderes.

Mit „Train Of Gold“ wird es dann wieder deutlich poppiger. Was zunächst fast funkig beginnt, wird dann ein netter Pop-Song, mit allen Ingredienzien, die das Electric Light Orchestra immer wieder zur Verfügung stellt, wie mehrstimmigen Gesang, Tempo- und Rhythmuswechsel. Dann wird es noch mal schlimm. „Rock And Roll Is King“ heißt die ursprünglich letzte Nummer des Albums. Dieses Stück wurde auch als Single ausgekoppelt. Allerdings war Mitte der 80er Jahre der Rock’n’Roll out. Und wenn man dieses Lied hört, versteht man das auch sehr gut.

Auch dieses Mal gibt es wieder eine nette Zugabe auf der remasterten CD in Form von drei, bisher auf Alben unveröffentlichten Songs. Dies zu Tun gestaltete sich für Jeff Lynne auch nicht besonders schwierig, denn „Secret Messages“ war ursprünglich als Doppelalbum vorgesehen und wurde nur wegen des Vetos der Plattenfirma eine ganz normale Scheibe. Bonusmaterial war also vorhanden und drei dieser Stücke bekommt man hier nun zu hören. „No Way Out“ ist wieder ein wenig bluesig, nervt aber ungemein mit einem Fingergeschnippe, welches konsequent das ganze Lied über durchgezogen wird. „Endless Lies“, im Anschluss daran, ist dann wieder ein Popsong, der wächst. Während der Refrain mit dem pathetischen, fast schon opernhaften Gesang nervt, finden sich in dem Stück jede Menge Abschnitte, die wirklich gefallen können. Eine gute Pop-Nummer. Der Titel sollte dann eine CD später allerdings nochmals, dieses Mal als regulärer Track, auf „Balance Of Power“ erscheinen. Seltsam. Beschlossen wird das Album schließlich durch den Titel „After All“. Ein kurzes Instrumentalstück, sehnsüchtig, melancholisch und sphärisch sind diejenigen Adjektive, die die Nummer wohl am besten umschreiben. Nicht essentiell, aber ganz nett.

Fazit: Auch auf „Secret Messages“ gibt es noch gute Lieder zu entdecken. Diese sind zwar keine „Übersongs“ mehr und deutlich in der Unterzahl, aber es gibt sie eben noch. Für ELO-Fans ist dieses Album wahrscheinlich ein Muss, für diejenigen, die die ersten Veröffentlichungen der Band liebten, ist es entbehrlich. Genauso wie für jene, die den Höhepunkt des Schaffens der Band in den „Out Of The Blue“-, „Discovey“- und „Xanadu“-Platten sahen. Sieben Punkte, wegen der paar Highlights, die wirklich gelungen sind.

Anspieltipps: Secret Messages, Loser Gone Wild, Time After Time, Endless Lies, After All





 

Sonntag, 22. April 2012

Electric Light Orchestra – Time





Electric Light Orchestra – Time


Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, backing vocals, guitars, piano, synthesizer
Bev Bevan – drums, percussion
Richard Tandy – piano, e-piano, synthesizer, guitar
Kelly Groucutt – bass, backing vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop


Trackliste:

1. Prologue (1:16)
2. Twilight (3:42)
3. Yours Truly, 2095 (3:12)
4. Ticket To The Moon (4:07)
5. The Way Life's Meant To Be (4:39)
6. Another Heart Breaks (3:49)
7. Rain Is Falling (3:55)
8. From The End Of The World (3:17)
9. The Lights Go Down (3:33)
10. Here Is The News (3:50)
11. 21st Century Man (4:03)
12. Hold On Tight (3:06)
13. Epilogue (1:36)


Bonus Tracks:

14. The Bouncer (3:15)
15. When Time Stood Still (3:33)
16. Julie Don't Live Here (3:42)

Gesamtspieldauer: 54:36




Nach dem völlig missglückten Soundtrack „Xanadu“ und den ebenfalls nicht berauschenden Platten „Discovery“ und „Out Of The Blue“, war es doch einigermaßen überraschend, dass das Electric Light Orchstra mit „Time“ doch wieder ein Album veröffentlichte, welches zwar ebenfalls Pop-Musik enthielt, aber auch deutlich bessere und schönere Kompositionen, als auf den Vorgängern.

Das Album wird ganz unspektakulär mit „Prologue” eröffnet. Ein kurzes Stück, bei dem am ehesten die Computerstimme hängenbleibt. Es folgt mit „Twilight“ ein Popsong, der zwar nicht die Krone des Schaffens von ELO darstellt, aber es gab schon deutlich schlechtere Lieder. „Yours Truly, 2095” ist dann der erste Höhepunkt des Albums. Beginnt das Stück noch wie eine Synthie-Pop-Nummer, wird es im weteren Verlauf allerdings zu einem richtig guten Popsong mit einer klasse Melodie, flottem Rhythmus und schönen Tempowechseln. Dazu die immer wieder eingestreuten „Gimmicks“ in Form verschiedener Stimmen. Richtig gut gemacht.

Und es geht gleich so weiter. „Ticket To The Moon” ist eine wunderschöne ruhige Nummer. Und bei diesem Song kommt endlich wieder Jeff Lynnes Gespür für geniale Melodien zum Tragen. Dazu noch ein, häufig sehnsüchtig wirkender, Gesang und fertig ist ein Lied, welches ein bisschen melancholisch wirkt und zum Träumen einlädt. Wunderbar getragen das Ganze. Die Nummer 5 auf dem Album, „The Way Life's Meant To Be“ überrascht dann etwas. Das Lied wird mit Synthesizer-Streichern und anschließender Akustikgitarre eingeleitet, klingt dann aber sowas von nach „Living Next Door To Alice“ von Smokie, dass man sich nicht sicher sein kann, ob Jeff Lynne nicht am Ende noch Tantiemen zu diesem Lied abtreten musste. Das gilt allerdings nur für den Beginn des Songs, der sonst durchaus auch gefallen kann. Es ist alles nicht ganz so bombastisch und die Akustik-Gitarre steht der Musik von ELO gar nicht schlecht.

Es folgt „Another Heart Breaks”, eines der wenigen Instrumentalstücke im Schaffen des Electric Light Orchestras. Und auch dieses Stück ist durchaus gelungen. Es transportiert eine entspannte, relaxte Stimmung, die so auf den späteren Alben von ELO überhaupt nicht mehr zu hören war. „Rain Is Falling” beginnt passenderweise mit Regengeräuschen und Donnergrollen. Dazu noch die Synthesizer-Streicher und auch hier ist wieder eine Akustik-Gitarre zu hören. Ein nettes und unaufgeregtes Pop-Lied hat sich so entwickelt.

“From The End Of The World” kommt dann ganz anders, nämlich im Disco-Gewand daher, wohingegen „The Lights Go Down“, nach einer recht witzigen Einleitung, zu einem Popsong mutiert, der für das Electric Light Orchestra typisch ist – ohne dabei allerdings überzeugen zu können. Irgendwie kommen beim Hören des Songs auch Assoziationen zu Jamaika auf. Reggae ist es aber trotzdem nicht.

Dann folgt der absolute Höhepunkt des Albums. „Here Is The News“ ist eines jener Stücke, für die sicherlich nicht wenige Musiker Jeff Lynne Anerkennung zollen. Perfekt arrangiert und versehen mit einer Melodie, die sich bereits nach dem ersten Hören in die Gehirnwindungen brennt und diese nicht mehr verlässt. Ein absoluter Ohrwurm von allererster Güte. So kann auch Pop-Musik richtig begeistern. „21st Century Man“, im Anschluss daran, klingt dann sehr nach den Beatles. Und noch etwas klingt. Nämlich der Gesang, der hört sich seltsamerweise in der Strophe so an, als würde er von einem Kind gesungen werden. Das tut dem Lied aber keinen Abbruch, ein netter Song ist das.

So, dann gibt es noch den größten Hit auf dem Album zu hören. „Hold On Tight“ heißt dieser, ist ein Rock’n’Roll und hätte auch auf einer der drei vorherigen Alben gepasst. Das sagt schon einiges über seine Qualität aus. Aber wie gesagt, das war der größte Hit des Albums, Jeff Lynne hat mal wieder alles richtig gemacht, um Geld zu verdienen. Das ursprüngliche Album wird durch „Epilogue“ beendet. Wieder eine kurze Nummer, ein wenig Sphäre, ein bisschen Gefühl und der Hörer wurde aus diesem Konzeptalbum verabschiedet.

Drei Bonus Tracks haben es auf die remasterte Version des Albums geschafft. „The Bouncer“ ist eine langsame Rock- bis Popnummer, die mit vielen E-Gitarren aufwartet. „When Time Stood Still“ ist dagegen ein trauriges Lied, welches melancholisch aus den Lautsprechern strömt. Eine wirklich nette Zugabe. „Julie Don't Live Here“ ist dagegen deutlich flotter und ganz vom Synthesizer dominiert. Nicht der ganz große Knaller, aber ein Lob hat Jeff Lynne für die drei, auf Alben bisher unveröffentlichten Titel, dann doch verdient.

Fazit: Nach dem Grauen der vorangegangenen Veröffentlichungen endlich wieder ein besseres Pop-Album des Electric Light Orchestras. Die Musik darauf hat zwar auch überhaupt nichts mehr mit den ersten Werken der Band zu tun, schlecht gemacht ist sie allerdings beileibe nicht. Wer auf gut gemachte Pop-Musik steht, kann hier bedenkenlos zugreifen, denn ein paar richtig gute Songs gibt es auf „Time“ zu entdecken. Zwar auch ein paar weniger gute beziehungsweise nichtssagende Titel, allerdings ist das Album allemal neun Punkte wert.

Anspieltipps: Yours Truly, 2095, Ticket To The Moon, Here Is The News, 21st Century Man, When Time Stood Still



Donnerstag, 12. April 2012

Electric Light Orchestra – Discovery





Electric Light Orchestra – Discovery


Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, backing vocals, lead and rhythm guitars, piano and synthesizer
Bev Bevan – drums, roto toms, percussion
Richard Tandy – grand pianos, all synthesizers, electric piano and clavinet
Kelly Groucutt – bass guitar, vocals, backing vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop, Mainstream


Trackliste:

1. Shine A Little Love (4:43)
2. Confusion (3:43)
3. Need Her Love (5:12)
4. The Diary Of Horace Wimp (4:18)
5. Last Train To London (4:31)
6. Midnight Blue (4:19)
7. On The Run (3:56)
8. Wishing (4:14)
9. Don't Bring Me Down (4:06)
10. On The Run (Home Demo) (1:01)
11. Second Time Around (Home Demo) (0:43)
12. Little Town Flirt (Previously Unreleased) (2:54)

Gesamtspieldauer: 43:41




…und das Electric Light Orchestra wurde noch erfolgreicher. Mit dem 1979 erschienenen Album „Discovery“ hatte die britische Combo um Jeff Lynne ihren kommerziellen Höhepunkt erreicht. In etwa mithalten konnte da nur noch, der etwa ein Jahr später veröffentlichte Soundtrack zum Film „Xanadu“ mit Olivia Newton-John.

Nun, erfolgreich war das Electric Light Orchestra jetzt also und die Platte beinhaltet jede Menge Hits, die zur damaligen Zweit die Charts stürmten. Zwar gab es in den wichtigen Märkten keinen Nummer 1 Hit, jedoch verkauften sich die fünf Singleauskopplungen dort ebenfalls, neben dem Album, auch noch millionenfach.

Und da wären wir bei der Musik. Festzustellen ist zunächst, dass Jeff Lynne die Streichersektion der vorherigen Platten gefeuert hatte - wenn es auf „Discovery“ noch so was wie Violine oder Cello zu hören gibt, dann entspringt dies dem Synthesizer. Alles auf diesem Album ist auf radiotaugliche Hits ausgerichtet und zugeschnitten. Und nichts anderes hat Jeff Lynne mit diesem Album auch erreicht: Viel, ganz viel Erfolg. Erfolgreiche Musik muss natürlich in keinster Weise anspruchslos sein, doch hier, auf dem Album Discovery trifft dies absolut zu. Alle Kompositionen sind eingängig – und flach. Discomusik, damals natürlich der Nabel der Zeit, heute unspektakulär, langweilig, nervig.

(Fast) alles auf diesem Album ist glatt, konturenlos und oftmals schmalzig und schleimig. Hier triefen die Songs zum Teil eingängig vor sich hin, zum anderen kann man beim Hören der Stücke und gleichzeitigem Schließen der Augen die Discokugel silbern blitzen sehen. Es ist wirklich schade, was aus dieser Band, die nur wenige Jahre vorher auch für progressive Musik stand, geworden ist. Klar, das war damals absolut radiotaugliche Mucke und wenn ein Sender sich auf die 70er und 80er Jahre spezialisiert hat, dann hört man auch noch ab und zu „Don’t Bring Me Down“, „Confusion“ oder „Midnight Blue“. Allerdings können sich dabei, nach der Discokugel, durchaus solche Gedanken wie: „Mein Gott, war das fies!“, manifestieren.

Alle Kompositionen sind eingängig – und flach? Nein, denn mit einem Höhepunkt kann auch „Discovery“ aufwarten. „The Diary Of Horace Wimp“ ist klasse. Ein spannendes, melodisches und überhaupt nicht alltägliches Lied. Dazu gesellt sich ein netter und witziger Text. Dass Jeff Lynne gute Lieder schreiben kann wusste man ja, leider tat er das auf Discovery nur dieses eine Mal.

Die Bonustracks bestehen aus zwei knapp einminütigen Demos zu bereits vorhandenen Stücken und einem Del Shannon Cover. Einfallslos, aber geschenkt.

Fazit: Wer die ersten Platten des Electric Light Orchestras mag, der sollte bei diesem Werk sein Geld beisammen halten. Da lohnt sich die Anschaffung wirklich nicht. Auf Discovery gibt es mit einer Ausnahme nur discomäßigen Mainstream zu hören, der unglaublich nervig ist, wenn, ja wenn man sich dem Electric Light Orchestra nähert, indem man progressive und anspruchsvolle Musik erwartet. Aber was schreibe ich da, der Erfolg sollte Jeff Lynne ja Recht geben. Oder doch nicht? 2 Punkte.

Anspieltipps: The Diary Of Horace Wimp



Samstag, 7. April 2012

Electric Light Orchestra – Out Of The Blue





Electric Light Orchestra – Out Of The Blue


Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, backing vocals, guitars, wurlitzer, mini-moog, percussion
Richard Tandy – moog, wurlitzer, piano, mellotron, clavinet, guitar
Kelly Groucutt – vocals, backing vocals, guitar, bass, percussion
Bev Bevan – drums, percussion, backing vocals
Mik Kaminski – violin
Hugh McDowell – cello
Melvin Gale – cello


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop, Mainstream


Trackliste:

1. Turn To Stone (3:48)
2. It's Over (4:08)
3. Sweet Talkin' Woman (3:50)
4. Across The Border (3:53)
5. Night In The City (4:02)
6. Starlight (4:28)
7. Jungle (3:52)
8. Believe Me Now (1:21)
9. Steppin' Out (4:40)
10. Standin' In The Rain (4:20)
11. Big Wheels (5:09)
12. Summer And Lightning (4:11)
13. Mr. Blue Sky (5:06)
14. Sweet Is The Night (3:28)
15. The Whale (5:02)
16. Birmingham Blues (4:23)
17. Wild West Hero (4:42)

Gesamtspieldauer: 1:10:23




Das ehemalige Doppelalbum, „Out Of The Blue“, ist das siebte Album der britischen Band Electric Light Orchestra. Und dieses Album hat wirklich überhaupt nichts mehr mit den Alben zu tun, die nur wenige Jahre zuvor entstanden sind. ELO ist mit „Out Of The Blue“ endgültig im Pop angekommen. Was zunächst nicht unbedingt was Schlechtes bedeuten muss. Zudem sind die Stücke alle absolut perfekt arrangiert, das betrifft die Musik genau wie den Gesang. Perfekter geht es wohl kaum.

Und dieses Album war erfolgreich. Es verkaufte sich millionenfach. Nun und wenn man diese Musik in seiner Jugend gehört hat, dann hat man sicherlich auch jede Menge Anknüpfungspunkte, Erinnerungen und Erlebnisse, die man mit diesen Klängen in Verbindung bringt. Ob sich diese allerdings für heutige Ohren auch noch interessant anhören? Irgendwie schwer zu glauben. Denn es ist eben Pop, sehr eingängige Pop Musik, die allerdings leider allzu oft eben nicht hängenbleibt. Stimmt auch nicht ganz, denn auf dem Album sind schon einige Perlen zu finden. Stücke, die sich aus dem restlichen, radiotauglichen, nicht weiter belastenden mainstreamsumpf herausheben.

Da ist zum Beispiel das alles überragende „Mr. Blue Sky“. Ein Popsong wirklich absolut erster Güte. Wenn es Frühling wird, die ersten Sonnenstrahlen treffen den Körper und man hört „Mr. Blue Sky“, dann wird nicht nur die Haut, nein dann wird sogar das Herz erwärmt. Bei diesem Stück wird die Stimmung der Musik 1:1 im Text wiedergegeben. Begeisternd gemacht, mit all den Stilmitteln, den Chören und mehrstimmigen Gesängen. Ein Höhepunkt im Schaffen des Electric Light Orchestras.

Auch das kurze „Believe Me Now” kann überzeugen. Man hört getragene Musik, wunderschöne Streicherarrangements und dann diese Computerstimme, die für ELO der damaligen Zeit so typisch war. Ein guter Track, leider viel zu kurz. Und auch Titel Nummer 10, „Standin' In The Rain“ ist ein tolles Lied. Ganz nett der Gag ziemlich zu Beginn, in dem sich aus einem Donnergrollen eine Stimme entwickelt. Und auch hier gilt wieder: Klasse Melodie, toll arrangiert, Abwechslung fast im 5-Sekunden-Takt. Dazu die Rhythmuswechsel und der mehrstimmige Gesang. Das hat was.

Nun, das war es allerdings auch schon mit der Herrlichkeit. Klar finden sich auf dem Album noch so Lieder wie „Turn To Stone“, „Sweet Talkin' Woman“, „It’s Over“ oder ein poppiger Rock‘n’Roll wie „Across The Border“. Alles dann doch Popsongs, die man, ohne, dass man sie vorher gehört hätte, sofort dem Electric Light Orchestra zuordnen könnte. Absolut typisch in ihrer Machart, vielleicht sogar in einzelnen Abschnitten „ganz nett“. Aber das war es dann auch schon.

Zudem befinden sich auf „Out Of The Blue“ dann auch solch schlechte Disco-Pop-Stücke wie „Night In The City“ oder aber vor Schmalz triefende Nummern wie „Big Wheels“, „Steppin‘ Out“ und „Summer And Lighting“. Ich glaube es gibt überhaupt kein Lied, welches mit der Zeile „I have waited for your love for so long” beginnt und dann doch noch gut ist. Nein, das funktioniert einfach nicht. „Sweet Is The Night“ startet noch ganz nett, geht dann allerdings auch in das Schwülstige über. Ebenso zu dieser Kategorie Lieder gehört „Wild West Hero“. Bei diesem Titel findet sich jedoch noch eine schöne Melodie, die den Track etwas erhebt.

„The Whale“ ist zunächst sphärisch, dann poppig und wieder langweilig. „Bluesig“ wird es bei „Birmingham Blues”, ohne, dass das Lied einen packt. Und ganz peinlich hören sich „Starlight“ und „Jungle“ an. Da wird es dann ganz, ganz schlecht. Ist das Disco? Sollen hier „Earth, Wind and Fire“ imitiert werden? Unsäglich.

Fazit: Nein, auf „Out Of The Blue“ befinden sich nicht nur mäßige Pop-Stückchen, die schnell wieder vergessen sind. Da gibt es auch Highlights. Die sind allerdings so dermaßen in der Unterzahl, sodass der nervige Eindruck irgendwie überwiegt. Und das unterscheidet das Electric Light Orchestra auch von anderen Bands dieser Zeit wie zum Beispiel Queen oder Supertramp. Denn diese Formationen haben es deutlich häufiger geschafft, sehr viel mehr „zeitlose Musik“ auf eine Platte zu pressen, als dies ELO in der zweiten Hälfte der 70er Jahre gelungen ist. Sechs Punkte – hauptsächlich wegen „Mr. Blue Sky“.

Anspieltipps: Believe Me Now, Standin' In The Rain, Mr. Blue Sky



Montag, 26. März 2012

Electric Light Orchestra – A New World Record





Electric Light Orchestra – Face The Music


Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, guitar, e-piano
Richard Tandy – e-piano, piano, moog, mellotron, guitar, backing vocals
Kelly Groucutt – bass, backing vocals
Bev Bevan – drums, percussion, backing vocals
Melvin Gale – cello
Hugh McDowell – cello
Mik Kaminski – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Symphonic Pop, Mainstream


Trackliste:

1. Tightrope (5:06)
2. Telephone Line (4:40)
3. Rockaria! (3:13)
4. Mission (A World Record) (4:26)
5. So Fine (3:55)
6. Livin' Thing (3:32)
7. Above The Clouds (2:17)
8. Do Ya (3:45)
9. Shangri-La (5:40)


Bonus Tracks:

10. Telephone Line (Alternate Vocal) (4:41)
11. Surrender (2:37)
12. Tightrope (Instrumental Early Rough Mix) (4:56)
13. Above The Clouds (Instrumental Rough Mix) (1:15)
14. So Fine (Early Instrumental Rough Mix) (4:16)
15. Telephone Line (Instrumental) (4:51)

Gesamtspieldauer: 59:12




„A New World Record“, die sechste Veröffentlichung des Electric Light Orchestras und kommt ganz in der Tradition seines Vorgängers, „Face The Music“, daher. Eingängige Poplieder, die sich dadurch von anderen Veröffentlichungen anderer Bands unterscheiden, da sie häufig orchestral arrangiert sind. So viel zu den Gemeinsamkeiten, allerdings gibt es auch einen Unterschied zum Vorgänger: Sie Songs sind zum Teil wieder interessanter als noch auf „Face The Music“.

Das Album startet mit „Tightrope“. Was hier zunächst ganz getragen beginnt nimmt dann mit einem schönen Streichereinsatz an Fahrt auf. Dazu gesellt sich ein männlicher Bass-Chor im Hintergrund. Interessanter Beginn. Schließlich wird das Stück zwar poppig, verfügt allerdings über einen treibenden Groove und eine eingängige Melodie. Dazu wird immer wieder das Streicherthema aufgegriffen, ein weiterer Chor wird integriert und alles zusammen ergibt es so ein schönes und abwechslungsreiches Pop-Lied.

Die Nummer zwei des Albums, „Telephone Line“, wurde sogar eine ganz erfolgreiche Singleauskopplung. Und auch hier stimmen die Zutaten für einen guten Pop Song wieder: Eingängige Melodie, die ins Ohr geht, sowie verschiedene Parts, die schön und passend miteinander verbunden sind. Das „Dobedodoah“ nervt zwar ein wenig, trägt aber wohl mit zum Wiedererkennungswert bei. Schließlich noch der mehrstimmige Gesang und man hat den radiotauglichen Song kreiert. „Rockaria!“, Titel Nummer drei, fällt dann dadurch auf, dass es ein Rock’n’Roll ist, der immer wieder mit einer sehr hohen Stimme kombiniert wird. Wenn man an die vielen Rock’n’Roll-Stücke von ELO denkt, so ist dieser hier einer von den besseren Nummern.

„Mission (A World Record)“ ist eine überaus eingängige, hauptsächlich ruhige Nummer. Die Stimmung des Stücks wird durch einen nicht zu knappen Streichereinsatz noch unterstrichen. Das Stück wirkt ein wenig traurig bis melancholisch, hat was und gehört mit zu den Höhepunkten des Albums. „So Fine“ fängt dagegen fast schon fröhlich an. Hier finden sich deutlich treibendere Beats, die die Nummer neben der Melodie zu einem richtigen Mainstream-Stück werden lassen. Musik, die keinem weh tut. Dann gibt es in der Mitte noch einen eingeschobenen rhythmischen Part, der für Auflockerung sorgt, bis es wieder in den Anfangsteil übergeht.

Es folgt „Livin‘ Thing“. Das Stück beginnt mit einer nach Zigeunermusik klingenden Violine und wird dann ebenfalls zu einem Mainstream Popsong. Auch hier gibt es wieder Auflockerungen, die dieses Mal im Gewand der schon erwähnten Violine daherkommen. Dazu gesellt sich noch ein schön arrangierter, mehrstimmiger Gesang – Radiofreund, was willst Du mehr? „Above The Clouds” fällt dagegen ein wenig ab. Das Stück ist trotz seiner Kürze von nur etwas mehr als zwei Minuten irgendwie ein bisschen langweilig - und gleich wieder vergessen.

Die vorletzte Nummer auf der ursprünglichen Platte heißt „Do Ya“ und ist ein Rocktitel. Ziemlich gerade und ohne Schnörkel wird hier durchgerockt. Klar gibt es auch bei diesem Lied wieder ein paar Streichersequenzen und mehrstimmigen Gesang, aber sonst präsentiert sich dieser Track durchaus etwas kraftvoller als die restlichen Songs der Platte. Zum Ende gibt es schließlich noch „Shangri-La“ zu hören. Und hier werden sich die Geister mal wieder scheiden. Die einen werden es als schöne Ballade auffassen, die anderen als allzu schmalziges Werk. Geschmackssache – wie so häufig in der Musik, denn auch dieses Werk kann mit einer eingängigen Melodie aufwarten und es liegt am Ohr des Hörers, wie er diese eingruppiert. Als gelungen kann man allerdings auf jeden Fall das Ende des Stücks bezeichnen. Nicht weil es dann zu Ende ist, sondern eine wirklich gelungene Steigerung aufweist.

Sechs Bonus Tracks gibt es auf der remasterten Fassung zu hören. Eine Version mit alternativer Gesangsspur ist da von „Telephone Line“ zu hören, sowie vier instrumentale Mixe von „Tightrope“, „Above The Clouds“, „So Fine“ und erneut „Telephone Line“. Dazu gesellt sich mit „Surrender“ noch ein völlig neuer Song. „Surrender“ ist ein kurzes Lied, welches sogar ein wenig mehr in die Richtung Rock, als in die Popecke geht. Auf jeden Fall eine Bereicherung für das Album.

Fazit: Auf „A New World Record“ bekommt man Pop Musik zu hören. Nicht mehr und nicht weniger. Unter den Titeln befinden sich allerdings auch Stücke, die richtig gut ins Ohr gehen und somit dieses Album ein wenig über seinen Vorgänger herausheben. Während einer unaufgeregten Autofahrt macht das Album sicher Laune. Aber auch mit Kopfhörern auf dem Sofa gibt es hier einiges zu entdecken. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tightrope, Telephone Line, Mission (A World Record), Livin‘ Thing







Donnerstag, 15. März 2012

Electric Light Orchestra – Face The Music





Electric Light Orchestra – Face The Music

Besetzung:

Jeff Lynne – guitar, vocals
Richard Tandy – piano, moog, clavinet, guitar
Kelly Groucutt – bass, vocals, backing vocals
Bev Bevan – drums, backing vocals
Melvin Gale – cello
Hugh McDowell – cello
Mik Kaminski – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Symphonic Pop, Mainstream


Trackliste:

1. Fire On High (5:32)
2. Waterfall (4:12)
3. Evil Woman (4:30)
4. Nightrider (4:26)
5. Poker (3:32)
6. Strange Magic (4:30)
7. Down Home Town (3:55)
8. One Summer Dream (5:51)


Bonus Tracks:

9. Fire On High (Early Alternate Mix) (3:23)
10. Evil Woman (Stripped Down Mix) (5:00)
11. Strange Magic (Single Edit) (3:28)
12. Waterfall (Instrumental Mix) (4:15)

Gesamtspieldauer: 52:34




Den, mit dem letzten Album eingeschlagenen, poppigeren Weg, geht das Electric Light Orchestra auf seinem fünften Album „Face The Music“ aus dem Jahr 1975 konsequent weiter. Zwar gibt es auf dieser Platte sogar Ausflüge in völlig andere Genres als der Pop-Musik, letztlich bleibt aber die immer noch eingängige, jedoch auch viel unaufgeregtere Musik, die sich auf „Face The Music“ in die Richtung, „Musik-Zum-Nebenbei-Hören“, entwickelt.

Spannend und fast schon mystisch wird das Album mit „Fire On High“ eröffnet. Rückwärts gespielte Musik wie Sprachfetzen, lassen dieses Stück zu Beginn fast gespenstisch erscheinen. Auf „Secret Messages“ sollten diese „Botschaften“ dann einige Jahre später noch intensiviert werden. Es folgen „Halleluja-Gesänge“ und schließlich entwickelt sich ein symphonisches Stück Musik, welches, sobald man sich darauf eingelassen hat, in einen treibenden Part übergeht, der zunächst durch Akustikgitarren, später dann mittels E-Gitarre und Orchester intoniert wird. Und so entwickelt sich ein abwechslungsreiches, rhythmisches und ein wenig bombastisches Stück, welches durchaus überzeugen kann.

Orchestral geht es dann ebenfalls auf „Waterfall“ weiter. Zunächst sehr eingängig, gibt es hier sogar mal ein wenig schrägere Töne zu hören, die allerdings trotzdem nicht verhindern können, dass das Lied irgendwie zu seicht aus den Boxen quillt. Dann folgt der „Hit“ des Albums. „Evil Woman” war ein Charterfolg, der größte, den das Electric Light Orchestra bis dahin vorzuweisen hatte. Und bei diesem Titel wird der einsetzenden Disco-Welle bereits Rechnung getragen, auch wenn die enthaltenen Streicher dies noch ein wenig verdecken.

Lied Nummer 4 auf dem Album heißt “Nightrider”. Wieder ein sehr eingängiges Stück, welches allerdings immer wieder mit Wendungen und interessanten Einschüben glänzt und so nie langweilig wird. Das Lied erinnert dabei schon sehr an die Titel, die ELO nur wenige Jahre später auf „Out Of The Blue“ und „Discovery“ veröffentlichen sollte. Eingängiger, von einem Orchester unterstützter Pop ist hier zu hören. „Poker” im Anschluss daran ist dann ein richtiger Rocker, bei dem die E-Gitarren mal mehr im Vordergrund stehen. Einen weiteren wichtigen Part nimmt bei diesem Stück das Keyboard ein, auf eine orchestrale Instrumentierung wird weitestgehend verzichtet. Nur gegen Ende spielt dies bei diesem Titel dann doch wieder eine Rolle.

“Strange Magic”, Song Nummer 6 auf “Face The Music”, beginnt im Anschluss daran wie eine ruhigere Ballade, die lediglich im Refrain etwas „discomäßig“ Fahrt aufnimmt und dort dann schwer nach den Bee Gees klingt. Leider besteht die zweite Hälfte des Liedes fast ausschließlich aus diesem Part. „Down Home Town” zeigt anschließend wieder eine ganz andere, bisher noch unbekannte Seite der Band. Hier bekommt man nun eine Country Adaptionen zu hören. Beschlossen wurde das Album ursprünglich von „One Summer Dream“. Zunächst eine sehr symphonische Angelegenheit, bis sich der typische ELO-Sound der nun folgenden Jahre entwickelt. Hier gibt es die Rhythmusfraktion gleichberechtigt mit den Streichern zu hören und es entfaltet sich ein Klanggebilde, welches ziemlich schnell ins Ohr geht.

Mit vier Bonus Tracks wurde die remasterte Version des Albums ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine Instrumentalversion von „Waterfall“, sowie drei weiteren Mixen der Stücke „Fire On High“, „Evil Woman“ sowie „Strange Magic“. Alles ganz nett, essentiell ist allerdings nichts davon.

Fazit: Wer die späteren Alben des Electric Light Orchestras mag, der wird auch an “Face The Music” Gefallen finden. Umgekehrt ist das allerdings genauso. Freunde der ersten Platten der Band, werden hier nicht mehr unbedingt das finden, nachdem sie suchen. Mit den ersten drei Platten hat dieses Album nur noch ganz am Rande etwas zu tun. Das Experimentelle fehlt hier, mit Abstrichen findet man dies vielleicht gerade noch auf „Fire On High“. Außer, dass vielleicht mal ein neuer Stil ausprobiert wurde, gibt es auf „Face The Music“ nichts mehr Überraschendes zum Hören. Alles klingt ganz nett, wenn man Pop-Musik mag. Es fehlen auf „Face The Music“ allerdings die, nennen wir sie mal „Übersongs“. Richtige Ausreißer nach unten gibt es zwar auch nicht zu hören, jedoch bleibt auf diesem Album somit nur eine Melange aus fast schon Belanglosigkeiten übrig, was Freunde der späteren Werke allerdings, wie schon erwähnt, ganz anders sehen werden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Fire On High, Nightrider, One Summer Dream, Fire On High (Early Alternate Mix)