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Sonntag, 29. März 2020

Pearl Jam – Gigaton




Pearl Jam – Gigaton


Besetzung:

Jeff Ament – bass
Mike McCready – guitar
Stone Gossard – guitar
Eddie Vedder – guitar, vocals
Matt Cameron – drums, percussion


Gastmusiker:

Josh Evans – keyboards
Boom Gaspar – keyboards
Brandon O’Brien – keyboards


Label: Monkeywrench Records


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Who Ever Said (5:11)
2. Superblood Wolfmoon (3:49)
3. Dance Of The Clairvoyants (4:25)
4. Quick Escape (4:46)
5. Alright (3:43)
6. Seven O‘Clock (6:14)
7. Never Destination (4:18)
8. Take The Long Way (3:41)
9. Buckle Up (3:36)
10. Comes Then Goes (6:02)
11. Retrograde (5:22)
12. River Cross (5:54)

Gesamtspieldauer: 57:08



Ich freue mich immer sehr, wenn ich höre, dass von einer Band, die mich schon eine lange Zeit meines Lebens begleitet, wieder ein neues Album erscheint. Nun also Pearl Jam, die 1990 in Seattle gegründet wurden und mit „Gigaton“ am 27. März 2020 ihr elftes Studioalbum veröffentlichen. Dreißig Jahre gibt es die Band nun also schon, mit „Ten“ wurde das erste Album vor 29 Jahren veröffentlicht. Ich kann es kaum glauben! So lange ist das bereits her. Nun, manches Mal lohnt die Vorfreude auf neue Veröffentlichungen, ein anderes Mal wird man vom neuen Werk einer Band ein klein wenig enttäuscht. Und wie sieht es bei Pearl Jam aus, knappe sieben Jahre nach „Lightning Bolt“ aus dem Jahr 2013?

Gespannt legt man die CD ein und was als erstes auffällt ist, dass man sehr viel Abwechslung auf „Gigaton“ zu hören bekommt. Rockige Lieder stehen gleichberechtigt neben deutlich sanfteren Stücken und auch der Mid-Tempo-Bereich wird abgebildet. Insgesamt ist die Atmosphäre auf „Gigaton“ allerdings eine deutlich ruhigere, als noch auf den Alben zu Beginn der Karriere von Pearl Jam. Das ist kein Grunge mehr wie in den 90ern, sehr viel eher abwechslungsreicher Alternative Rock. Was beim Durchhören des Albums ebenfalls sofort deutlich wird ist, dass man „Gigaton“ vom ersten bis zum letzten Takt durchhören kann, ohne verzweifelt nach der Fernbedienung zu suchen, um einen Titel zu überspringen. Ausfälle gibt es keine auf dieser Scheibe zu beklagen. Das Album läuft in einem Zug durch und lässt an mehreren Stellen aufhorchen.

Schließlich fällt weiter auf, dass Pearl Jam auf diesem Album sehr viel Wert auf die eingängige Melodie gelegt haben. Vieles auf „Gigaton“ geht gut ins Ohr, egal ob rockig oder zurückhaltender arrangiert und eingespielt. Eingängige Melodien, die der Gesang des Eddie Vedder wunderschön unterstreicht. Insgesamt verringert sich das Tempo der Stücke gegen Ende der Platte allerdings. Zum Schluss dominieren sehr viel mehr die ruhigeren Momente in der Musik von Pearl Jam.

Und die Höhepunkte? Ganz gewiss Geschmackssache und jede und jeder wird auf „Gigaton“ sicherlich ihre und seine eigenen Favoriten heraushören. In meinem Fall sind dies der Opener „Who Ever Said“, eine rockige Nummer, bei der der Fuß ganz automatisch mitwippen muss – ganz gleich ob er will oder nicht, das Lied groovt. „Alright“ beginnt so wunderschön verwunschen und ist schließlich eines jener sanften Lieder von Pearl Jam, in denen der Gesang des Eddie Vedder wunderschön zur Geltung kommt. „Seven O‘Clock“ ist eine Nummer, die im Mid-Tempo gehalten ist und mir sofort ins Ohr ging. Und schließlich möchte ich an dieser Stelle auch noch „River Cross“ erwähnen, das letzte Lied auf „Gigaton“. Wieder ein eher ruhiges Stück, welches eine ganz besondere Stimmung verbreitet. Diese wird durch eine etwa um 1850 gebaute Orgel vermittelt. „River Cross“ entstand bereits im Jahr 2015 und diese, schon auf dem ursprünglichen Demo zu hörende Orgel, wurde auch für die Endversion des Liedes auf dem Album verwendet.

Positiv möchte ich an dieser Stelle auch noch das Cover-Bild des Fotografen Paul Nicklen und die Aufmachung der CD überhaupt erwähnen. In dem Hardcover befindet sich eingeheftet ein kleines Büchlein, selbstverständlich mit allen Texten, den Credits und einigen künstlerisch gestalteten Bildern. Sehr gelungen.

Fazit: Knappe sieben Jahre hat es gedauert, bis Pearl Jam ihren Fans ein neues Studioalbum präsentieren. Das Warten hat sich gelohnt. „Gigaton“ klingt abwechslungsreich, die Lieder gehen ins Ohr und rocken auch mal. Nicht mehr ganz so viel wie früher auf den ersten Alben, trotzdem überzeugt dieses Album – durch viel Abwechslung und tolle Melodien. Elf Punkte.

Anspieltipps: Who Ever Said, Alright, Seven O’Clock, River Cross



Mittwoch, 23. November 2016

Pearl Jam – Backspacer




Pearl Jam – Backspacer


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar
Matt Cameron – drums, percussion
Stone Gossard – guitar
Mike McCready – guitar
Eddie Vedder – guitar, vocals


Gastmusiker:

Bruce Andrus – horn
Justin Bruns – violin
Richard Deane – horn
Danny Laufer – cello
Cathy Lynn – viola
Brendan O'Brien – backing vocals, piano
Christopher Pulgram – violin
Susan Welty – horn


Label: Monkeywrench Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Gonna See My Friend (2:48)
2. Got Some (3:02)
3. The Fixer (2:57)
4. Johnny Guitar (2:50)
5. Just Breathe (3:35)
6. Amongst The Waves (3:58)
7. Unthought Known (4:08)
8. Supersonic (2:40)
9. Speed Of Sound (3:34)
10. Force Of Nature (4:04)
11. The End (2:57)

Gesamtspieldauer: 36:38




„Backspacer“ heißt das neunte Studio-Album der US-amerikanischen Alternative Rock Band Pearl Jam, welches im September des Jahres 2009 veröffentlicht wurde. Die Platte ist mit weniger als 37 Minuten Laufzeit etwas kurz geraten, die kürzeste in der Diskographie von Pearl Jam. Inhaltlich ist dieses Album allerdings deutlich optimistischer, als so manch andere Scheibe von Pearl Jam. Dies mag wohl an der Entstehungszeit und der Wahl von Barak Obama zum Präsidenten der USA liegen. Die George W. Bush Jahre waren nun vergangen, die Sänger und Texter Eddie Vedder sehr zusetzten. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Lieder von Pearl Jam nun inhaltlich, nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA, zumindest textlich verändern wird. Die Musik, die es auf „Backspacer“ zu hören gibt, ist relativ eingängiger Alternative Rock. Mit Grunge hat das nur noch wenig zu tun. Oder waren Pearl Jam eigentlich jemals so richtig eine Grunge Band? 

Die Musik auf „Backspacer“ klingt durchaus, ist allerdings so ein klein wenig austauschbar. Richtig begeisternd sind hier eher die langsameren Stücke, denn die rockigen Nummern. Pearl Jam biedern sich auf „Backspacer“ garantiert nicht den Radiostationen dieser Welt an, trotzdem klingt das Album irgendwie sehr nach Mainstream. Das Besondere, das fehlt hier einfach in der Musik der Band. Aber diese durchaus vorhandene „Massentauglichkeit“ brachte natürlich auch Erfolg. In den englischsprachigen Ländern USA, Kanada, Australien und Neuseeland belegte die Platte jeweils Platz 1 der Charts.

Die Lieder auf „Backspacer“ sind definitiv keine schlechten Nummern. Besonders gut klingen Pearl Jam dieses Mal, wenn sie eher die sanften Töne anschlagen. Das machen sie bei „Just Breathe“ und „The End“. Zwei wirklich tolle Lieder, die fast schon in den Bereich des Folk Rock hineinreichen. Wunderschön melodiös und von Eddie Vedder mit wirklich guten Texten ausgestattet. Vor allen Dingen „The End“ überzeugt diesbezüglich sehr. Und auch „Unthought Known“ ist eine tolle Nummer. Diese hält für die Hörerin und den Hörer alle Schattierungen der Musik von Pearl Jam parat. Die nachdenklichen, ruhigen Töne, genau wie die rockigen und treibenden Abschnitte. So macht das Album schon viel Spaß.

Fazit: Nicht alles auf „Backspacer“ kann restlos überzeugen, obwohl die Musik und damit die einzelnen Lieder durchaus im Genre des Alternative Rock angesiedelt sind und hier zu den Eingängigen gehören. Aber vielleicht ist es gerade dieser Umstand, warum man „Backspacer“ auflegt, es hört und nur wenig zurückbleibt. Doch die schönen Momente hat die Platte definitiv auch. Diese liegen in den ruhigen, fast schon folkigen Stücken. Da überzeugen Pearl Jam dann sogar sehr und dadurch lohnt sich auch das Auflegen der Platte immer wieder. Acht Punkte.

Anspieltipps: Just Breathe, Unthought Known, The End



Montag, 7. November 2016

Pearl Jam – Binaural




Pearl Jam – Binaural


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar, upright bass
Matt Cameron – drums
Stone Gossard – rhythm guitar
Mike McCready – lead guitar
Eddie Vedder – lead vocals, rhythm guitar, ukulele


Gastmusiker:

April Cameron – viola
Dakota – canine vocal
Justine Foy – cello
Mitchell Froom – keyboard, harmonium
Wendy Melvoin – percussion
Pete Thomas – percussion


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Breakerfall (2:19)
2. Gods' Dice (2:26)
3. Evacuation (2:56)
4. Light Years (5:06)
5. Nothing As It Seems (5:23)
6. Thin Air (3:32)
7. Insignificance (4:28)
8. Of The Girl (5:07)
9. Grievance (3:14)
10. Rival (3:38)
11. Sleight Of Hand (4:47)
12. Soon Forget (1:46)
13. Parting Ways (7:17)

Gesamtspieldauer: 52:05




„Binaural“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock Band Pearl Jam, welches am 16. Mai 2000 auf dem Label Epic Records veröffentlicht wurde. Während des Entstehens der Platte rutschte Eddie Vedder in eine Schreibblockade und Gitarrist Mike McCready musste sich einem Drogenentzug unterziehen. Keine allzu guten Voraussetzungen also, um erneut ein tolles Album auf den Markt zu bringen. Nun, von den Kritikern wurde „Binaural“ durchaus gelobt, von den Käufern allerdings nicht mehr ganz so enthusiastisch aufgenommen. So ist dieses sechste Album von Pearl Jam das erste, welches in den USA nicht mehr Platinstatus erreichte.

Die Atmosphäre auf der Platte ist eher eine düstere bis dunkle, die Texte drehen sich um sozialkritische Themen. Ein absolut herausragender Titel lässt sich auf der Scheibe nicht finden. Die Musik auf dem Album klingt allerdings zu 100 Prozent nach Pearl Jam, dazu trägt nicht nur der Gesang des Eddie Vedder bei. Der Klang und auch diese etwas dunklere Stimmung weisen eindeutig auf die Musik von Pearl Jam hin. Allerdings klingt da alles eben nicht mehr allzu aufregend und schon gar nicht mehr besonders. Ein wenig scheint sich beim Hören von „Binaural“ zu bestätigen, dass während des Entstehungsprozesses des Albums einige Klippen zu umschiffen waren. Die Scheibe ist wahrlich kein schlechtes Album geworden, jedoch eines, welches so ein klein wenig durchläuft, ohne eine Spur zu hinterlassen. Das Ganze klingt schon etwas langweilig, ein Eindruck, den auch die ab und an eingesetzten Streicher nicht mehr retten können.

Stücke besonders herauszuheben fällt da fast schon schwer. Es gibt keine Ausfälle auf „Binaural“, jedoch sind die Höhepunkte auch sehr rar gesät. Am Überzeugendsten klingt das Lied „Nothing As It Seems“. Eine langsame Nummer, die glücklicherweise auch ins Ohr geht. Hier klingen Pearl Jam richtig gut. Das Highlight der Platte schlechthin. Ebenfalls noch gelungen sind die beiden Stücke „Insignificance“ und „Rival“, bei denen ebenfalls so etwas wie ein Wiedererkennungswert auszumachen ist. Aber der ganze Rest? Nicht schlecht, schwimmt aber trotzdem einfach nur so mit und durch. Und dann ist da auch noch die letzte Nummer der Platte, die doch wahrlich auch wieder einen Hidden Track enthält. Dieser schlechte musikalische Scherz zahlreicher Bands in den 90er Jahren wurde von Pearl Jam sogar bis ins neue Jahrtausend hinübergerettet. Hätte auch nicht sein müssen.

Fazit: „Binaural“, das sechste Album von Pearl Jam, ist eher etwas für die eingefleischten Fans der Band geworden. Die Platte besitzt wenige Höhepunkte, dafür allerdings glücklicherweise auch keine Ausfälle. Jedoch klingt das viel auf „Binaural“ irgendwie ähnlich und manches Mal sogar ein klein wenig langweilig. Sicherlich nicht die beste Platte von Pearl Jam, allerdings immer noch angefüllt mit Musik, welche andere Bands nie erreichen werden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Nothing As It Seems, Insignificance, Rival



Mittwoch, 12. Oktober 2016

Pearl Jam – Vs.




Pearl Jam – Vs.


Besetzung:

Dave Abbruzzese – drums
Jeff Ament – bass guitar
Stone Gossard – rhythm guitar
Mike McCready – lead guitar
Eddie Vedder – vocals, rhythm guitar


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock, Hard Rock, Grunge


Trackliste:

1. Go (3:13)
2. Animal (2:49)
3. Daughter (3:55)
4. Glorified G (3:26)
5. Dissident (3:35)
6. W.M.A. (5:59)
7. Blood (2:50)
8. Rearviewmirror (4:44)
9. Rats (4:15)
10. Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town (3:16)
11. Leash (3:09)
12. Indifference (5:02)

Gesamtspieldauer: 46:17




„Vs.“ heißt das zweite Studio-Album der US-amerikanischen Rock- und Grunge-Band Pearl Jam. Veröffentlicht wurde es im Oktober 1993 auf dem Musiklabel Epic Records. Nach einer langen Tour, mit der das 1991er Debut-Album „Ten“ unterstützt werden sollte, gingen die Musiker Anfang 1993 erneut ins Studio, um das Nachfolgealbum einzuspielen und möglichst an dessen Erfolg anzuknüpfen. Herausgekommen ist mit „Vs.“ eine Platte, die deutlich rauer und aggressiver klingt, als noch das Debut-Album.

Es „kracht“ sehr viel mehr auf „Vs.“. Das ist dann auch gar nicht mehr immer Grunge oder Alternative Rock, oftmals driftet die Musik der Band aus Seattle dabei in das Genre des Hard Roch ab. Das kann lässt sich auch alles immer gut anhören, wenn man auf die härteren Töne steht, absolut berauschend oder mitreißend klingt „Vs.“ allerdings trotzdem nur an ausgewählten Stellen. Die hier versammelten Nummern wollen einfach nicht mehr so überzeugen, wie so mancher Titel auf „Ten“. Die Musik geht nicht mehr in dem Maße ins Ohr – benötigt dazu zumindest mehrere Durchläufe. Trotzdem ist „Vs.“ wahrlich keine schlechte Platte geworden, man darf die Lieder darauf nur eben nicht mit dem Erstlingswerk von Pearl Jam vergleichen. Die Musik von Pearl Jam hat sich verändert, ein „Ten 2.0“ wäre wohl auch langweilig geworden.

Die großen, herausragenden Titel fehlen vielleicht auf „Vs.“, trotzdem gibt es hier einiges zu erhören, was sich wahrlich lohnt gehört zu werden. Da ist zum Beispiel die kompromisslose Nummer „Animal“, bei der gerockt wird, wie man es bis dahin von Pearl Jam noch nicht kannte. Dann das schöne und sehr viel sanftere „Daughter“, ein Lied welches gleich beim ersten Mal ins Ohr geht. Sehr viel rockiger wird es schließlich wieder mit „Rearviewmirror“. Das Lied hat den Groove, geht in die Beine und stellt für mich den Höhepunkt der Scheibe dar. Nun, um noch etwas mehr Kontrast darzustellen, sei an dieser Stelle auch noch das Lied „Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town“ erwähnt, welches ein wenig in der Folk-Ecke „wildert“. Mangelnde Abwechslung kann Pearl Jam also niemand auf dieser Scheibe absprechen.

Fazit: Zumeist ist die Musik von Pearl Jam auf „Vs.“ etwas härter geraten, als noch auf dem Debut-Album „Ten“, welches zwei Jahre zuvor veröffentlicht worden war. Grunge ist das hier schon deutlich weniger, sehr viel mehr ist die Musik nun im Alternative Rock angekommen und bedient auch das Genre des Hard Rock mit. Aber auch die sanfteren Stellen gibt es auf dieser Platte, die dadurch zu einer sehr abwechslungsreichen Scheibe wird. Kein überragendes Album, allerdings wahrlich auch keine schlechte Platte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Daughter, Rearviewmirror



Freitag, 7. August 2015

Pearl Jam – Ten




Pearl Jam – Ten


Besetzung:

Mike McCready – lead guitar
Stone Gossard – rhythm guitar
Jeff Ament – bass guitar
Eddie Vedder – vocals
Dave Krusen – drums


Gastmusiker:

Walter Gray – cello
Tim Palmer – fire extinguisher, pepper shaker
Rick Parashar – piano, organ, percussion


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Once (3:51)
2. Even Flow (4:53)
3. Alive (5:41)
4. Why Go (3:19)
5. Black (5:43)
6. Jeremy (5:19)
7. Oceans (2:41)
8. Porch (3:30)
9. Garden (4:59)
10. Deep (4:18)
11. Release (9:06)

Gesamtspieldauer: 53:25




„Ten“ nannten die fünf Musiker aus Seattle, Washington ihr Debut-Album, welches zunächst gar nicht mal so erfolgreich startete. Als dann jedoch der „Grunge-Zug“ Fahrt aufnahm und den Musikmarkt weltweit überrollte, da wurde auch „Ten“ von Pearl Jam zu einem Verkaufsschlager und erreichte über ein Jahr nach dem Erscheinen immerhin Platz 2 der amerikanischen Billboard Charts. Nach der Auflösung ihrer vorherigen Band Mother Love Bone, gründeten Bassist Jeff Ament und Gitarrist Stone Gossard zusammen mit dem Sänger Eddie Vedder, dem Gitarristen Mike McCready und Schlagzeuger Dave Krusen Pearl Jam. Die Lieder auf „Ten“ entstanden dabei meist auf die Art, dass die vier Instrumentalisten darauf los jammten und Eddie Vedder schließlich seine Texte dazu sang, welche von Obdachlosigkeit, Depressionen oder Missbrauch handeln.

Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen beziehungsweise hören lassen. Packende und mitreißende Rock Musik gibt es auf „Ten“ zu genießen. Die Musik bewegt sich dabei gar nicht mal zu sehr in den Gefilden des Grunge, kommt manches Mal auch in der Mitte, im Mainstream an, ohne dass dies hier abwertend gemeint wäre. Die einzelnen Nummern zünden ziemlich schnell und gehen ins Ohr. Höhepunkte sind dabei sicherlich das überragende „Alive“ und das nicht weniger gelungene „Jeremy“. Bei beiden Titeln kommt auch die Stimme des Eddie Vedder so richtig zur Geltung und er spielt mit den Silben und Wörtern auf seine ganz eigene Art, sodass diese sich schnell, in der Kombination mit der Melodie, beim Hörer verankern.

Die Scheibe läuft in einem Guss durch, niemals wird die Musik langweilig, keiner der Titel ist belanglos oder aber langweilig, alles hat seine Qualität. Auf „Ten“ gibt es Rock Musik zu hören, die allerdings niemals in das ganz harte Fach abdriftet. Über allem steht immer die Melodie, die sich in den allermeisten Fällen auch ziemlich zügig beim Konsumenten festzusetzen versteht.

Fazit: Ein wahrlich gelungenes Debut stellt „Ten“ für Pearl Jam dar. Auch wenn der Start des Albums verkaufstechnisch etwas zäh verlief, so ist die Platte heute immer noch ihre erfolgreichste, mit inzwischen bereits über zehn Millionen verkauften Kopien. Sehr eingängigen Grunge bekommt man auf „Ten“ zu hören, dessen einzelne Lieder zu treuen Begleitern werden. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Alive, Jeremy



Donnerstag, 20. November 2014

Pearl Jam – No Code




Pearl Jam – No Code


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar, guitar, chapman, vocals,
Stone Gossard – guitar, vocals, lead vocals on "Mankind"
Jack Irons – drums
Mike McCready – guitar, piano
Eddie Vedder – lead vocals, guitar, harmonica


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – piano


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Alternative Rock, Grunge


Trackliste:

1. Sometimes (2:41)
2. Hail, Hail (3:42)
3. Who You Are (3:50)
4. In My Tree (3:59)
5. Smile (3:52)
6. Off He Goes (6:03)
7. Habit (3:36)
8. Red Mosquito (4:04)
9. Lukin (1:02)
10. Present Tense (5:47)
11. Mankind (3:29)
12. I'm Open (2:58)
13. Around The Bend (4:35)

Gesamtspieldauer: 49:38




No Code” nannten Pearl Jam ihr viertes Album, welches 1996 veröffentlicht wurde. Neben Nirvana wird Pearl Jam mit als Erfinder des Grunge gehandelt, kein Wunder, sie kommen ebenfalls aus Seattle… Inzwischen sind Pearl Jam auch die einzigen, die noch regelmäßig Platten veröffentlichen. Nun, dann legt man „No Code“ in den CD-Spieler ein und denkt sich: „Grunge? Komisch, klingt meistens wie Alternative Rock. Aber die Platte ist doch von 1996, da war Grunge doch noch richtig in.“

Im Grunde genommen egal, wie das hier bediente Musikgenre genannt wird, es geht immer um die Musik selbst, die muss eben gefallen beziehungsweise etwas in sich tragen. Und genau das können die einzelnen Titel auf „No Code“ durchaus. Guter und eingängiger Alternative Rock wird hier zumeist geboten, der auch ohne große Umwege ziemlich schnell ins Ohr geht. Aber es ist natürlich nicht nur Alternative Rock, der hier zu hören ist. Selbstverständlich verwöhnen Pearl Jam die Ohren der Hörer auch mit Grunge, wie bei „Hail, Hail“, „Habit“ oder „Mainkind“. Dann gibt es mit „Lukin“ sogar einen sehr kurzen Punk-Ausflug. Haben Pearl Jam jemals schon einmal härter geklungen? Nun und „I’m Open“ ist fast schon als kleiner Ausflug in die experimentelle Musik zu sehen.

Die Spannbreite ist also enorm auf „No Code“. Und egal in welcher musikalischen Atmosphäre sich die Musiker um Eddie Vedder auch bewegen, die einzelnen Titel wirken immer. Einige wenige Durchläufe genügen da bereits, um die einzelnen Perlen für sich zu entdecken. Genauso breit gefächert wie das Musikgenre ist auch das Tempo der einzelnen Tracks. Hier gibt es den sanften Titel, neben einigen Nummern, die im Mid-Tempo angesiedelt sind und auch laute Kracher, die das Pendel zur sehr rockigen Seite ausschlagen lassen. An der Qualität der Lieder ändert dies jedoch ebenfalls nichts, hörenswert bleibt das alles allemal.

Fazit: Das vierte Album noch Pearl Jam ist ein sehr abwechslungsreiches geworden. Lief der Verkauf dieser Scheibe zunächst noch recht schleppend an, da viele Fans von Pearl Jam Grunge in Reinkultur hören wollten und sonst anscheinend nichts, so wird die Platte inzwischen sogar als Geheimtipp für die Wahl zum besten Pearl Jam Album gehandelt. Sei’s drum, dies bleibt natürlich Geschmackssache, festzuhalten ist auf jeden Fall, dass „No Code“ eine gute und unterhaltsame Platte geworden ist, die über keinerlei Ausfälle verfügt. Macht Spaß, wenn man auf Rock steht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sometimes, Smile, Red Mosquito, I’m Open