Pink Floyd – Pulse (DVD) Besetzung: David Gilmour – guitar, vocals Richard Wright – keyboards, vocals Nick Mason – drums Gastmusiker: Sam Brown – backing vocals Jon Carin – keyboards Claudia Fontaine – backing vocals Durga McBroom – backing vocals Dick Parry – saxophones Guy Pratt – bass guitars Tim Renwick – guitars Gary Wallis – percussion Label: EMI Erscheinungsdatum: 1995 (2006 auf DVD erschienen) Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock, Rock Trackliste: DVD1: 1. Shine On You Crazy Diamond (Concert Version) 2. Learning To Fly 3. High Hopes 4. Take It Back 5. Coming Back To Life 6. Sorrow 7. Keep Talking 8. Another Brick In The Wall (Part 2) 9. One Of These Days Laufzeit: 1:12:46 Features:
Bootlegging The Bootleggers [“What Do You Want From Me?”, “On The Turning Away”, “Poles Apart”, Marooned” (25:10)]
Screen Films
Videos [“Learning To Fly” (4:43); “Take It Back” (5:01)]
Tour Stuff (Maps, Itinerary, Stage Plans)
Pulse TV AD
DVD2: 1. Speak To Me 2. Breathe 3. On The Run 4. Time 5. The Great Gig In The Sky 6. Money 7. Us And Them 8. Any Colour You Like 9. Brain Damage 10. Eclipse 11. Wish You Were Here 12. Comfortably Numb 13. Run Like Hell Laufzeit: 1:11:27 Features:
Screen Films & alternate Screen Films
Film: Say Goodbye To Life As We Know It (15:38)
Photo Gallery
“Wish You Were Here” with Billy Corgan (10:31)
Cover Art
Mit der Live-DVD „Pulse“ ergänzt sich die entsprechende Live-CD „Pulse“ von Pink Floyd. Die DVD-Ausgabe von „Pulse“ unterscheidet sich leicht von der CD-Ausgabe. Das zentrale Element der Veröffentlichung, die Live-Einspielung des Albums „The Dark Side Of The Moon“, ist allerdings identisch. Jedoch stammen die Aufnahmen zum Konzert nicht von mehreren Shows wie bei der CD, sondern alle vom Konzert während der The Division Bell Tour am 20. Oktober 1994 im Earls Court, London, England.
Als Zugaben gibt es auf der DVD eine Laudatio von Billy Corgan von den Smashing Pumpkins zur Aufnahme von Pink Floyd in die Rock And Roll Hall Of Fame im Jahr 1996. Dazu gehört auch das anschließende gemeinsame Einspielen der Titels „Wish You Were Here“ mit David Gilmour und Rick Wright. Vier Bootlegs zu den Liedern „What Do You Want From Me?”, „On The Turning Away”, „Poles Apart” und „Marooned” sind auf der DVD enthalten genau wie die Videos zu den Liedern „Learning To Fly” und „Take It Back”. Einen TV-Spot zum Album „Pulse“, Karten, die Route der Tour, Bühnenmaterial, einen kurzen Tour-Film mit verschiedenen Eindrücken, die Filme, die im Hintergrund des Konzertes liefen, eine Photogallerie sowie Photos zu den Pink Floyd Platten-Covern kann man sich ebenfalls ansehen.
Über die Musik muss ich hier nicht mehr großartig etwas schreiben. Klangtechnisch ist alles perfekt. Die Musik ist ebenfalls großartig, wie man auch bereits zu der Rezension der CD-Ausgabe dieses Live-Albums nachlesen kann. Natürlich werden hier die massentauglicheren Stücke im Schaffen von Pink Floyd gespielt und jeder Fan hätte sich wahrscheinlich den ein oder anderen Titel auch noch gewünscht. Ob das allerdings überhaupt möglich war, aufgrund des Fehlens von Bassist Roger Waters, steht auf einem ganz anderen Zettel.
Fazit: Für Pink Floyd Fans sicherlich eine schöne Sache. Allerdings kann „Pulse“ auch nur eine Ergänzung sein, denn Bassist Roger Waters fehlt leider. Dafür sieht man hier Rick Wright in Aktion, das wohl am meisten unterschätzte Pink Floyd Mitglied, der leider bereits am 15. September 2008 verstarb. Dass die „Post Waters Ära“ auf dieser Veröffentlichung sehr stark vertreten ist, liegt in den Gegebenheiten der Bandgeschichte begründet und ist nicht zu ändern. Man wird allerdings mit einigen alten Stücken auch beglückt. Elf Punkte.
Pink Floyd – Endless River Besetzung: Richard Wright – hammond organ, synthesizer, keyboards, piano, electric piano, strings, farfisa organ, fender Rhodes, royal albert hall pipe organ David Gilmour – guitars, bass guitars, ebow, vcs3 synthesizer, piano, keyboards, backing vocals, percussion, effects, vocals, hammond organ Nick Mason – drums, rototoms, gong, percussion Gastmusiker: Bob Ezrin – additional keyboards, bass guitar Damon Iddins – additional keyboards Andy Jackson – bass guitar, effects Youth – effects Gilad Atzmon – tenor saxophone, clarinet Guy Pratt – bass guitar Jon Carin – synthesizer, percussion loop Durga McBroom – backing vocals Stephen Hawking – electronic voice sample Anthony Moore – keyboards Louise Marshall – backing vocals Sarah Brown – backing vocals Helen Nash – strings Honor Watson – strings Victoria Lyon – strings Chantal Leverton – strings Label: Parlophone Records Erscheinungsdatum: 2014 Stil: Instrumentalmusik Trackliste: CD: 1. Side 1, Pt. 1: Things Left Unsaid (4:26) 2. Side 1, Pt. 2: It's What We Do (6:17) 3. Side 1, Pt. 3: Ebb And Flow (1:55) 4. Side 2, Pt. 1: Sum (4:48) 5. Side 2, Pt. 2: Skins (2:37) 6. Side 2, Pt. 3: Unsung (1:07) 7. Side 2, Pt. 4: Anisina (3:16) 8. Side 3, Pt. 1: The Lost Art Of Conversation (1:42) 9. Side 3, Pt. 2: On Noodle Street (1:42) 10. Side 3, Pt. 3: Night Light (1:42) 11. Side 3, Pt. 4: Allons-Y (1) (1:57) 12. Side 3, Pt. 5: Autumn '68 (1:35) 13. Side 3, Pt. 6: Allons-Y (2) (1:32) 14. Side 3, Pt. 7: Talkin' Hawkin' (3:29) 15. Side 4, Pt. 1: Calling (3:37) 16. Side 4, Pt. 2: Eyes To Pearls (1:51) 17. Side 4, Pt. 3: Surfacing (2:46) 18. Side 4, Pt. 4: Louder Than Words (6:36) DVD: 1. Side 1, Pt. 1: Things Left Unsaid (s.o.) 2. Side 1, Pt. 2: It's What We Do (s.o.) 3. Side 1, Pt. 3: Ebb And Flow (s.o.) 4. Side 2, Pt. 1: Sum (s.o.) 5. Side 2, Pt. 2: Skins (s.o.) 6. Side 2, Pt. 3: Unsung (s.o.) 7. Side 2, Pt. 4: Anisina (s.o.) 8. Side 3, Pt. 1: The Lost Art Of Conversation (s.o.) 9. Side 3, Pt. 2: On Noodle Street (s.o.) 10. Side 3, Pt. 3: Night Light (s.o.) 11. Side 3, Pt. 4: Allons-Y (1) (s.o.) 12. Side 3, Pt. 5: Autumn '68 (s.o.) 13. Side 3, Pt. 6: Allons-Y (2) (s.o.) 14. Side 3, Pt. 7: Talkin' Hawkin' (s.o.) 15. Side 4, Pt. 1: Calling (s.o.) 16. Side 4, Pt. 2: Eyes To Pearls () 17. Side 4, Pt. 3: Surfacing (s.o.) 18. Side 4, Pt. 4: Louder Than Words (s.o.) 19. Anisina [Video] (2:48) 20. Untitled [Video] (1:20) 21. Evrika (A) [Video] (5:55) 22. Nervana [Video] (5:30) 23. Allons-Y [Video] (5:57) 24. Evrika (B) [Video] (5:31) 25. Tbs9 [Audio] (2:27) 26. Tbs14 [Audio] (4:11) 27. Nervana [Audio] (5:30) Spieldauer CD + Bonusmaterial DVD: 53:03 + 39:09
Morgen, am 7. November, erscheint das neue Pink Floyd Album „Endless River“. Manchmal hat man dann auch das Glück, die Scheibe schon ein paar Tage zuvor in Händen halten zu dürfen. Ich habe mich für die Ausgabe mit der DVD entschieden, da hier nochmals knapp 40 Minuten Bonus-Material hinzugefügt wurde, so lange lief früher ein ganz normales Album…
Nun, als die Ankündigung zu diesem Album kam, war ich zunächst natürlich sofort absolut begeistert, 20 Jahre nach der letzten Veröffentlichung bringen die verbliebenen zwei Musiker David Gilmour und Nick Mason nochmals eine Platte heraus. Hauptsächlich mit Musik, an der Richard Wright, der am 15. September 2008 leider verstorben ist, maßgeblich beteiligt war. Richard Wright, der Held meiner Jugend und das oftmals verkannte wichtige Puzzleteil im Gesamtgebilde Pink Floyd. Irgendwie schien „Endless River“ zu diesem Zeitpunkt auch noch ein Nachfolger von „The Division Bell“ zu sein, denn unter anderem mit den Worten „Endless River“ schloss diese Platte. Und das fünfzehnte Studioalbum sollte nun so heißen. Als dann immer mehr über diese Platte nach außen drang, zum Beispiel, dass es sich hierbei wohl hauptsächlich um Instrumentalmusik handeln wird, da wurde aus der Freude ein wenig Skepsis. Ist das denn dann überhaupt noch ein Pink Floyd Album? Hatte nicht Nick Mason in seinem sehr lesenswerten Buch „Inside Out“ über die Musik von Pink Floyd geschrieben, dass sie so ziemlich jeden kleinen Einfall, jede Idee so lange bearbeiteten, bis sie schließlich auf Platte gepresst werden konnte? Was wird man denn nun zu hören bekommen? Nur noch ehemalige „Abfälle“, die jetzt doch verwertet werden, um noch mal die Gelddruckmaschine anzuschmeißen? Ist das dann wirklich noch ein Pink Floyd Album, wobei man natürlich nach dem Weggang Roger Waters sowieso schon eine ganz andere Band hörte. Die Hardcore-Fans der ersten zwei Jahre bezweifeln dies ja bereits seit dem Weggang von Syd Barrett im Jahr 1968.
Nun, um es gleich vorweg zu nehmen, die Antwort auf die Frage, ob „Endless River“ ein Pink Floyd Album ist, lässt sich ganz leicht mit „Ja und Nein“ beantworten. Man legt die Scheibe ein und was man zu hören bekommt, entstammt eindeutig den Ideen von Rick Wright, David Gilmour, Nick Mason und auch Roger Waters. Mit „Endless River“ begeht man nämlich eine musikalische Zeitreise durch das mittlere bis spätere Werk von Pink Floyd. So ab „The Dark Side Of The Moon“ ist hier alles vertreten, außer – leider – Animals. Nun und so ein Song wie „Skins“ hätte sogar gut auf „Ummagumma“ gepasst, also auch die Frühphase nach Syd Barrett ist vertreten. Diese Zeit in der Bandgeschichte ist jedoch eher die Ausnahme auf „Endless River“. Dagegen ist „Wish You Were Here“ allgegenwärtig. Da scheint Richard Wright noch einige Parts von „Shine On You Crazy Diamond“ in petto gehabt zu haben. „The Dark Side Of The Moon“ hört man heraus, sogar „The Wall“ ist vertreten und natürlich die beiden Alben, die zum Schluss, ohne die Beteiligung von Roger Waters, entstanden sind: „A Momentary Lapse Of Reason“ und „The Division Bell“.
Nun, dies alles spricht für eine Pink Floyd Scheibe, wenn auch nichts wirklich Neues dabei ist. Der Sound, der Gitarrenklang und auch die Atmosphäre, die so nur Pink Floyd zu generieren imstande waren, all das ist vorhanden. Trotzdem ist es aber auch keine Pink Floyd Platte mehr. Naja zumindest keine richtige. Der Gesang fehlt einfach und da genügt es auch nicht, dass auf dem letzten Titel der CD, „Louder Than Words“, David Gilmour singt. Mitunter ist die Musik sogar so sphärisch, dass wenn man gerade kein passendes Beispiel aus vorherigen Pink Floyd Alben findet, die Musik auch Klaus Schulze zuordnen könnte. Auch Mike Oldfield scheint irgendwie manchmal zugegen zu sein. Und dann, ja dann gibt es auch solch einen eigenständigen Höhepunkt wie „Autumn ‘68“, während dem man Richard Wright an der Orgel der Royal Albert Hall lauschen darf. Wirklich grandios, allerdings mit 1:35 Spieldauer um einiges zu kurz geraten. Nun, mehr war wohl nicht mehr vorhanden.
Kurz noch ein paar Bemerkungen zur DVD. Auf den Videos jammen die drei Musiker. Das klingt zwar auch nach Pink Floyd, allerdings auch nicht immer. Jeder der schon mal Musik gemacht hat wird mir bestätigen, manches Mal ist das einfach Proberaum. Die Videos sind dabei in schwarzweiß gehalten. „Anisina“ entstand in diesem Jahr. Allerdings ist hier manches Mal der Hintergrund-Synthesizer so etwas von nervig, sodass die Musik eher an ein misslungenes Lied von Vangelis erinnert, jedoch in keinster Weise an Pink Floyd. Die anderen Videos wurden 1993, wohl zu den Aufnahmen für „The Divison Bell“ mit einer fest installierten Kamera aufgenommen und zeigen die Musiker beim „Ausprobieren“ und Jammen. Und natürlich erkennt man auch hier wieder den ein oder anderen Titel, der dann in etwas abgewandelter Form auf dem Album erschien.
Fazit: Nein, ich kann da gar nicht objektiv sein. Obwohl, vielleicht doch? Nun, wenn jemand vorher noch nie etwas von Pink Floyd gehört hat, kann es durchaus sein, dass er diese Scheibe ganz nett findet – oder auch einfach nur langweilig. Für Pink Floyd Fans ist das schon eine ganz andere Geschichte. Da kommen beim Hören Emotionen und Gefühle hoch. Und interessant ist es durchaus, denn die Lieder erinnern zwar an andere, sind allerdings trotzdem eigenständig. Zeichnen eine Stimmung, eine Atmosphäre noch mal von einer anderen Seite, lassen einen nochmals anders eintauchen in diesen Sound, diese Klanggebilde, die so nur von Pink Floyd erschaffen wurden. Nun und dann noch der Umstand, dass hier mit dieser Scheibe Richard Wright ein wenig geehrt wird. In dem Booklet, welches der CD- und DVD-Ausgabe beiliegt, sind einige Bilder dieses stillen Musikers hinterlegt. Dazu gibt es übrigens auch noch drei Postkarten, eine davon der Art, dass sie ihr Aussehen ändert, je nachdem wie man sie hält. Okay, Pink Floyd oder wohl besser deren Marketing haben auf remasterten Alben auch schon mal Murmeln dazugepackt. Muss man alles nicht unbedingt haben. Trotzdem verkauft sich die Platte auch schon vor der Veröffentlichung durch die Vorbestellungen bestens. Seit vielen Wochen, seit der Ankündigung, belegen die vier verschiedenen Ausgaben des Albums die Spitzen der Verkaufszahlen. Ganz vorne, an erster Stelle CD und Blue Ray. Gefolgt von der „nackten“ CD. Aber auch die Ausgabe der CD mit DVD und auch die Schallplatte sind unter den Top 20 vertreten. Da hat man es natürlich gut, wenn man so viele „ältere“ Fans hat, die raubkopieren nämlich nicht, sondern kaufen sich das Produkt ihrer Begierde, um eben auch im Booklet blättern zu dürfen. So, wie viele Punkte jetzt aber? Wäre die Scheibe nicht von Pink Floyd, würde ich ihr wohl neun Punkte geben. Aber es ist nun mal Pink Floyd, nach zwanzig Jahren wieder und bestimmt das allerletzte Mal. Aber natürlich, wie konnte ich nur überlegen, das sind ganz glasklare elf Punkte.
Anspieltipps: It's What We Do, Sum, Skins, Autumn ‘68
Pink Floyd – Masters Of Rock Besetzung: David Gilmour – lead guitar, vocals Nick Mason – drums Roger Waters – bass guitar, vocals Richard Wright – keyboard, vocals Label: EMI Erscheinungsdatum: 1974 Stil: Psychedelic Rock, Pop Rock Trackliste: 1. Chapter 24 (3:36) 2. Mathilda Mother (3:03) 3. Arnold Layne (2:51) 4. Candy And A Current Bun (2:38) 5. The Scarecrow (2:07) 6. Apples And Oranges (3:01) 7. It Would Be So Nice (3:39) 8. Paint Box (3:27) 9. Julia Dream (2:28) 10. See Emily Play (2:50)
Der Sampler “Masters Of Rock” enthält neben Titeln, die bereits auf “The Piper At The Gates Of Dawn” (“Chapter 24”, “Mathilda Mother” und “The Scarecrow”) veröffentlicht wurden auch Stücke, die es auf die Zusammenstellung “Relics” geschafft haben („Arnold Layne“, „Paint Box”, “Julia Dream” und “See Emily Play“). Bleiben noch drei Titel übrig: „Candy And A Currant Bun“, „Apples And Oranges“ sowie „It Would Be So Nice“. Die ersten beiden Nummern stammen aus der Feder Syd Barretts, „It Would Be So Nice“ wurde von Richard Wright geschrieben. Alle drei Stücke sind B-Seiten von Singles aus den 60er Jahren, von denen „Apples And Oranges“ später noch auf dem Syd Barrett Sampler „An Introduction To Syd Barrett“ veröffentlicht wurde. Musikalisch hört man den Titeln ihren Ursprung bezüglich der Entstehungszeit sehr gut an. Da gibt es bei „Candy And A Currant Bun“ jede Menge „Aaaahs“ und „Uuuuhs“, allerdings auch einen sehr psychedelischen Mittelteil, der an „Interstellar Overdrive“ und „Astronomy Domine“ erinnert. Von dem Stück gibt es übrigens auch eine ziemlich gute Coverversion von „The Mars Volta“. „Apples And Oranges“ ist ein Pop-Lied, absolut typisch für die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Eine ziemlich einfache und eingängige Melodie wurde mit Sätzen wie „I love she, she loves me“ verziert und zusätzlich noch mit einem Refrain versehen, der so oft wiederholt wird, dass er bereits am Ende des Stücks Teil des ganzen bisherigen Lebens des Hörers zu sein scheint. Psychedelisch ist hier allerdings gar nichts. Bliebe noch „It Would Be So Nice“ aus dem Jahr 1968. Als B-Seite der Single „Julia Dream“ schaffte es das Lied ebenfalls nie auf ein offizielles Studioalbum von Pink Floyd. Der Titel ist bezeichnend für die Stücke von Rick Wright am Anfang der Karriere der Band. Ebenfalls nicht gerade psychedelisch, jedoch melodiös, abwechslungsreich und durchaus hörenswert. Fazit: Die Serie “Masters Of Rock” gab es auch von anderen Bands wie Deep Purple oder den Ramones. Auf dem Cover steht zusätzlich noch „Vol. 1“, ein „Vol. 2“ ist meines Wissens nach jedoch nie erschienen. Es gibt allerdings noch zwei weitere Cover-Versionen. Eine ohne diesen Zusatz „Vol. 1“ und eine graue Ausführung, bei der die Musiker in einer Art Kunstdruck wiedergegeben sind und zum Teil keinen Hals haben. Die meisten Stücke der Platte gibt es bereits auf „The Piper At The Gates Of Dawn“ und auf „Relics“. Somit lohnt sich der Erwerb auch nur für eingefleischte Pink Floyd Fans, die wirklich alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Die drei „rareren“ Songs stellen keine Meilensteine im Schaffen von Pink Floyd dar, sind jedoch ganz nett und interessant anzuhören, wenn man weiß, wie die Band sich weiter entwickelte. Neun Punkte. Anspieltipps: Candy And A Current Bun, Apples And Oranges, It Would Be So Nice
Pink Floyd – Pulse Besetzung: David Gilmour – guitar, vocals Richard Wright – keyboards, vocals Nick Mason – drums Gastmusiker: Tim Renwick – guitars, vocals Gary Wallis – percussion, drums Jon Carin – keyboards, synthesizers, vocals Dick Parry – saxophones Guy Pratt – bass guitars, vocals Claudia Fontaine – backing vocals Sam Brown – backing vocals Durga McBroom – backing vocals Label: EMI Erscheinungsdatum: 1995 Stil: Live-Album, Psychedelic Rock, Rock Trackliste: CD 1: 1. Shine On You Crazy Diamond (13:35) 2. Astronomy Domine (4:21) 3. What Do You Want From Me (4:09) 4. Learning To Fly (5:16) 5. Keep Talking (6:53) 6. Coming Back To Life (6:56) 7. Hey You (4:39) 8. A Great Day For Freedom (4:30) 9. Sorrow (10:49) 10. High Hopes (7:52) 11. Another Brick In The Wall (Part Two) (7:07) CD 2: 1. Speak To Me (2:30) 2. Breathe (2:34) 3. On The Run (3:48) 4. Time (6:47) 5. The Great Gig In The Sky (5:52) 6. Money (8:54) 7. Us And Them (6:58) 8. Any Colour You Like (3:21) 9. Brain Damage (3:46) 10. Eclipse (2:38) 11. Wish You Were Here (6:35) 12. Comfortably Numb (9:29) 13. Run Like Hell (8:37)
Mit dem Live-Album „Pulse“ erhält man eine kleine Übersicht über das Gesamtwerk der britischen Band Pink Floyd. Zwar sind hier nicht alle Platten musikalisch vertreten, allerdings spannt sich das Repertoire doch von der ersten Platte mit „Astronomy Domine“ bis hin zu „The Division Bell“, dem letzten Album der Band. Weiter werden Lieder der Platten „The Wall“, „Wish You Were Here“, „A Momentary Lapse Of Reason“, sowie als Höhepunkt, das komplette Album „The Dark Side Of The Moon“ gespielt. Entstanden sind die Aufnahmen auf der Tour 1995, also ein Jahr nach dem Erscheinen dieses letzten Studioalbums. Und aufgenommen wurde die Platte schließlich während der Konzerte in London, Rom, Modena und Hannover. Somit ist es kein Live-Album eines Konzertes, sondern das mehrerer Konzerte. Beim Anhören der CD bemerkt man dies allerdings nicht. Nun, die Musik ist gut bis sehr gut, das kann man auch auf den Rezensionen zu den jeweiligen Studioplatten nachlesen. Und klar ist auch, dass die Lieder drei bis sechs und acht bis zehn der ersten CD andere sind, als die restlichen der Livemitschnitte. Hier kann man die beiden Ären der Band gut nachvollziehen: Die doch deutlich mehr psychedelischen Ansätze der Ära mit Roger Waters und die dann deutlich poppigere Musik - ohne den ursprünglichen Bassisten. Klangtechnisch ist alles perfekt. Der Ehrlichkeit halber muss hier allerdings dann auch erwähnt werden, dass das Album im Studio nachbearbeitet wurde, um „kleinere Verspielfehler“ auszumerzen. Aber der Sound kommt wirklich erstklassig aus den Boxen und die Band hält sich größtenteils auch sehr nahe am Original, von kleineren Variationen einmal abgesehen. Einige Stücke werden dabei um ein etwas längeres Solo oder aber Intro ein wenig verlängert. Und man merkt, was Clare Torry auf dem Original geleistet hat. Denn von Ihr klingt der Gesang auf „The Great Gig In The Sky“ einfach doch noch einen Tick besser, verzweifelter, packender. Aber solch ein Gesang ist wahrscheinlich live, wenn man wirklich nur einen einzigen „Versuch“ hat, sehr schwer umzusetzen. Fazit: Als Pink Floyd Fan muss man dieses Live-Album wohl besitzen. Es ist vollgepackt mit toller Musik, die sicherlich auch jede Menge anderer Musikfreunde begeistern wird. Das „Live-Flair“, dieses Gefühl beim Augenschließen, sich gerade auf dem Konzert zu befinden, das erzeugt „Pulse“ allerdings nur an manchen Stellen. Am ehesten noch bei der Live-Version von „The Dark Side Of The Moon“. Ein Manko ist auch, dass auf CD 1 ein paar nur durchschnittliche Songs der „Post Waters Ära“ vertreten sind. Wer sollte das den restlichen drei Musikern Pink Floyds im Jahr 1995 auch verdenken, nach all diesen gerichtlichen Klagen, die dort zwischen Waters und dem Rest der Band hin- und herflogen. Aber besser werden die Stücke deswegen trotzdem nicht. „Pulse“ ist wahrlich nicht schlecht, ein Geniestreich wie so manch andere Pink Floyd Platte allerdings auch nicht. Neun Punkte. Anspieltipps: Da sollte man sich die Zeit nehmen und alles durchzuhören.
Pink Floyd – Live At Pompeii (The Director’s Cut) [DVD] Besetzung: Roger Waters – bass, percussion, vocals David Gilmour – guitars, harmonica, vocals Richard Wright – keyboards, vocals Nick Mason – drums Label: Universal Erscheinungsdatum: 2003, Originalfilm von 1971 Stil: Psychedelic Rock Trackliste: 1. Echoes Part 1 2. Careful With That Axe, Eugene 3. A Saucerful Of Secrets) 4. (Us And Them) 5. One Of These Days I'm Gonna Cut You Into Little Pieces 6. Set The Controls For The Heart Of The Sun 7. (Brain Damage) 8. Mademoiselle Nobs 9. Echoes Part 2
Der Film “Pink Floyd Live At Pompeii” ist ein Meisterwerk! Und eigentlich könnte ich hier die Rezension schließen, denn damit ist alles Wichtige gesagt. Mache ich aber nicht, denn ich möchte das dann doch auch ein wenig erklären. Wer einmal in die Welt Anfang der 70er Jahre eintauchen möchte, der sollte sich „Pink Floyd Live At Pompeii“ in den DVD-Player legen, sich etwas Leckeres zum Trinken bereitstellen, es sich auf dem Sofa bequem machen, idealerweise den DVD-Player mit der Stereoanlage verbinden, den Startknopf betätigen, sich zurücklehnen und dann genießen. Und beim „Genießen“ beziehe ich mich hier auf den Originalfilm aus dem Jahr 1971, da dieser den Vorteil hat, nicht durch anderweitige Einspielungen in seiner Stimmung unterbrochen zu werden und so einfach mehr wirkt. Eines fällt gleich auf, ein richtiges Live-Video bekommt man hier nicht zu sehen. Klar, die Band spielt „live“, jedoch gibt es kein Publikum, nur ein paar Tontechniker, Kameraleute und Roadies, die mitlauschen. Es geht bei diesem Konzert um die Atmosphäre, die zum einen diese historische Stätte ausstrahlt, in der Wright, Waters, Mason und Gilmour ihre Songs präsentieren. Um diese Atmosphäre in Verbindung mit dieser überaus psychedelischen bis experimentellen Musik von Pink Floyd geht es bei diesem „Konzertfilm“. Und dabei schafft es der Film, eine ganz eindringliche Stimmung zu transportieren, die einen fesselt und in seinen Bann zieht. Und selbst, wenn man mit den früheren Werken der Band weniger anfangen kann, da sie einem vielleicht zu experimentell, zu psychedelisch oder zu abgefahren daherkommen, hier wirkt jedes Lied, jeder Ton in Verbindung mit den Bildern noch einmal ganz anders und kann von daher vielleicht doch auch für Freunde anderer Musik zumindest interessanter werden. Und na klar, ist das reine Selbstdarstellung, welche die vier Musiker hier betreiben. Diese ist jedoch so gut gelungen, dass sie sich durchaus gerne noch länger so hätten darstellen können. Etwas über sechzig Minuten ist der Originalfilm lang. Und dieser versteckt sich in den Extras, genau wie ein zwanzig minütiges Interview mit dem Regisseur Adrian Maben, der auch die Idee zu diesem „Konzert“ hatte. Der Director’s Cut selbst, der eigentliche Hauptfilm der DVD, ist 90 Minuten lang. Er besteht aus dem Originalfilm, der zwischen den einzelnen Titeln um Sequenzen ergänzt wurde, die mal ein Interview mit der Band beinhalten, die Musiker mal in der Abbey Road Kantine oder aber beim Austernessen in Frankreich zeigen. Dokumentarisch noch interessanter sind die Szenen, die die Band in den Abbey Road Studios zeigen - bei ihrer Arbeit am Nachfolgeralbum „The Dark Side Of The Moon“. Daher finden sich auch oben, in der Liederliste, die Titel „Us And Them“ sowie „Brain Damage“, die nicht in Pompeji eingespielt wurden, sondern Aufnahmen aus den Abbey Road Studios darstellen und eben in diesen „Director’s Cut“ mit hineingeschnitten wurden. Allerdings stören diese hineingesetzten Teile, welche immer es auch sind, den Filmablauf. Die Stimmung und Atmosphäre, die beim Originalfilm zu spüren, sehen und hören ist, die geht beim „Director’s Cut“ leider ein wenig verloren. In den Extras gibt es, neben dem bereits erwähnten Interview mit Adrian Maben und dem Original-Konzertfilm, noch einige Fotos anzusehen, eine kurze Geschichte über Pompeji selbst, verschiedene Cover, Zeichnungen, Pressekritiken sowie die Texte zu den einzelnen Titeln. Interessant dabei sind vor allen Dingen die Ausführungen Adrian Mabens über die Entstehung des Films, die Umsetzung der Ideen und die Schwierigkeiten bei den Aufnahmen. Fazit: Der Film spiegelt die Zeit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wieder - als Konzertfilm ohne Publikum. Und dabei ist es ratsam, zuerst den Originalfilm in den Extras anzusehen, da dieser mit einer ganz anderen und ungestörten Atmosphäre aufwarten kann, wie der Director’s Cut. Solch ein Film einer zeitgenössischen Band, egal ob Original oder überarbeitete Version, würde heutzutage wohl belächelt werden. Vor über 40 Jahren allerdings hat es funktioniert, man musste sich nur darauf einlassen können. Jedoch wirkt der Film deutlich besser, wenn man auch etwas mit der Musik Pink Floyds anfangen kann. Wer diese nicht mag, dem wird dieser Film sicherlich auch sehr viel weniger geben. Für alle anderen ist er jedoch dieses bereits erwähnte Meisterwerk, welches 15 Punkte verdient. „Ansehtipps”: Alles
Pink Floyd – The Division Bell Besetzung: David Gilmour –guitars, vocals, bass, keyboards, programming Nick Mason – drums and percussion Ricard Wright – keyboards and vocals Gastmusiker: Jon Carin – programming and additional keyboards Guy Pratt – bass Gary Wallis – played and programmed percussion Tim Renwick – guitars Dick Parry – tenor saxophone Bob Ezrin – keyboards and percussion Sam Brown – backing vocals Durga McBroom – backing vocals Carol Kenyoe – backing vocals Jackie Sheridan – backing vocals Rebecca Leigh-White – backing vocals Michael Kamen – orchestral arrangement Label: EMI Erscheinungsdatum: 1994 / 2011 Stil: Melodic Rock Trackliste: 1. Cluster One (5:59) 2. What Do You Want From Me (4:22) 3. Poles Apart (7:05) 4. Marooned (5:28) 5. A Great Day For Freedom (4:18) 6. Wearing The Inside Out (6:49) 7. Take It Back (6:12) 8. Coming Back To Life (6:19) 9. Keep Talking (6:11) 10. Lost For Words (5:15) 11. High Hopes (8:32)
1994, sieben Jahre nach “A Momentary Lapse Of Reason” erschien mit “The Division Bell” das 15. (wenn man „Relics“ mitrechnet) und letzte Studioalbum der britischen Band Pink Floyd. Und im Gegensatz zum Vorgänger war auf diesem Album auch wieder Richard Wright am kompositorischen Prozess beteiligt. Vier Stücke komponierte er zusammen mit David Gilmour, „Wearing The Inside Out“ stammt sogar, auf die Musik bezogen, komplett von ihm. Dies war seit „The Dark Side Of The Moon“ das erste Mal, dass er selbst als Sänger auftrat und das erste Mal seit „Wish You Were Here, dass er als Komponist in den Credits Erwähnung gefunden hat. David Gilmour ist dagegen, bis auf das erwähnte „Wearing The Inside Out“, an allen weiteren Kompositionen beteiligt, überlässt lediglich das Texten öfters Co-Autoren. Somit trifft das Etikett „David Gilmour Solo Album“ noch auf den Vorgänger, nicht jedoch mehr auf „The Division Bell“ zu. Die Musik auf dieser letzten Pink Floyd Platte klingt eigenständiger, als noch auf dem Vorgängeralbum. Eindeutig handelt es sich hier um Pink Floyd Musik und die Reminiszenzen zu vorherigen Alben der Band, die sind auch wieder nicht zu überhören. Doch klingt es auf „The Division Bell“ doch noch ein wenig losgelöster von den Veröffentlichungen der 70er Jahre. Die Beteiligung Richard Wrights an den Kompositionen scheint der Band gut getan zu haben. Nichtsdestotrotz ist „The Division Bell“ ein reines Pop-Rock-Album geworden. Psychedelische Ansätze oder gar progressive Momente findet man nur an sehr wenigen Stellen. Sphärisch beginnt die Platte mit „Cluster One“. Die Parallelen zum Album „Wish You Were Here“ sind hier kaum zu überhören. „What Do You Want From Me“ klingt dagegen sehr viel eher wie Pink Floyd Musik, die in den 90ern angekommen ist. Bei „Poles Apart“ wird es dann schon sehr poppig, auch wenn hier immer wieder versucht wird, das Ganze mit eingestreuten Geräuschen, wie etwa einem Drehorgel- und Jahrmarkt-Sound, aufzupeppen. Es bleibt trotzdem ein Pop-Lied, sogar ein relativ flaches. „Marooned“ ist im Anschluss eine Instrumentalnummer, die ganz von der Atmosphäre lebt. Und diese weiß das Lied auch zu untermalen. Schön relaxt und sphärisch klingt es hier. Langweilig bis schwülstig wird es anschließend mit „A Great Day For Freedom“. Klingt irgendwie nach 08/15-Ware, die nur durch das Gitarrenspiel David Gilmours etwas an Substanz gewinnt. Deutlich besser wird es schließlich mit dem Stück „Wearing The Inside Out“. Nicht nur der Gesang Richard Wrights lässt hier Erinnerungen an die frühen Tagen der Band aufkommen. Mag mancher dieser Song als langweilig empfinden, so transportiert er doch eine Stimmung, eine unglaublich relaxte Atmosphäre, in die man wunderschön eintauchen und sich darin wälzen kann. Das Stück hat einfach etwas, was sich wohl am besten mit dem „gewissen Etwas“ umschreiben lässt. Poppiger und gleichzeitig wieder etwas uninteressanter wird es anschließend mit „Take It Back“. Das ist so ein Lied, welches man schnell wieder vergisst und es auch nicht vermisst. Nichts Besonderes eben, balladenartig, eingängig, massentauglich – langweilig. Sphärisch schwebend wird es schließlich erneut bei „Coming Bck To Life“. Leider trifft das zu „Take It Back“ Geschriebene allerdings auch auf dieses Stück zu, entbehrlich. Sehr viel interessanter wird es wieder mit „Keep Talking“. Die Computerstimme, die in diesem Stück immer wieder eingestreut wird, stammt dabei vom Physiker Stephen Hawking, der hier mittels seines Sprachcomputers verewigt wurde. Das Stück selbst groovt und strotzt nur so vor Kraft. Klasse auch wieder der Choreinsatz, das Keyboardsolo Rick Wrights und ebenso das komplette Ende des Stücks, welches ein wenig an den Instrumentalteil von „Pigs“ auf „Animals“ erinnert. Ein richtig gutes Lied. Einen qualitativen Schritt zurück geht die Band erneut mit „Lost For Words“. Hierbei handelt es sich wieder um schlichte, unaufgeregte Pop-Musik. Das Stück verfügt allerdings über eine sehr schöne Melodieführung, ist zwar nicht irrsinnig interessant, kann aber trotzdem auf seine Art überzeugen. Nun und dann folgt es, das mit achteinhalb Minuten längste Stück des Albums, „High Hopes“. Okay, wieder Pop- oder Rock-Musik, diese wird hier allerdings auf allerhöchstem Niveau dargeboten. Das Lied ist einfach klasse. Das Zusammenspiel der Glocken mit den restlichen Rhythmusinstrumenten, diese wunderschöne, sofort ins Ohr gehende Melodie, dieser fast schon hymnische Refrain, diese tolle Akustik-Gitarren-Passage, dieser nicht enden wollende Abspann des Stücks - all das macht dieses Lied zu einem begeisternden Stück Musik. Richtig gut! Fazit: Auch wenn “The Division Bell” nicht mehr an die Veröffentlichungen Pink Floyds in den 70er Jahren heranreicht, so ist das Album doch eine Steigerung zum Vorgänger. Alles wirkt hier ein wenig schöner, eingängiger, durchdachter und auch spannender als auf „A Momentary Lapse Of Reason“. Trotzdem ist auch dieses Album bei Pink Floyd Fans umstritten. Das liegt wohl an der Geschichte und den bisherigen Veröffentlichungen der Band selbst. Wäre „The Division Bell“ von einer anderen Band als von Pink Floyd veröffentlicht worden, hätte es wohl sehr viel bessere Kritiken bekommen, denn auf „The Division Bell“ hört man keineswegs schlecht gemachte Pop- bis Rockmusik, sondern Musik, die mit einzelnen Stücken sogar wirklich gefallen kann. Zehn Punkte. Anspieltipps: What Do You Want From Me, Marooned, Wearing The Inside Out, Keep Talking, High Hopes
Pink Floyd – A Momentary Lapse Of Reason Besetzung: David Gilmour – guitars, vocals, keyboards & sequencers Nick Mason – electric & acoustic drums, sound effects Richard Wright – piano, vocals, kurzweil & hammond organ Gastmusiker: Bob Ezrin – keyboards, percussion & sequencers Tony Levin – bass guitar & stick Jim Keltner – drums Steve Forman – percussion Jon Carin – keyboards Tom Scott – alto & soprano saxophone Scott Page – tenor saxophone Carmine Appice – drums Pat Leonard – synthesizers Bill Payne – hammond organ Michael Landau – guitar John Halliwell – saxophone Darlene Koldenhaven – backing vocals Carmen Twillie – backing vocals Phyllis St. James – backing vocals Donnie Gerrard – backing vocals Label: EMI Erscheinungsdatum: 1987 Stil: Rock, Pop Trackliste: 1. Signs Of Life (4:24) 2. Learning To Fly (4:52) 3. The Dogs Of War (6:04) 4. One Ship (5:09) 5. On The Turning Away (5:42) 6. Yet Another Movie (6:13) 7. Round And Around (1:13) 8. A New Machine Part 1 (1:46) 9. Terminal Frost (6:15) 10. A New Machine Part 2 (0:39) 11. Sorrow (8:47)
War das drei Jahre zuvor erschienene Album, “The Final Cut”, fast schon ein Roger Waters Solo Album, so kann man “A Momentary Lapse Of Reason”, nach der Demission des Pink Floyd Bassisten, auch irgendwie als David Gilmour Solo Album auffassen. 1985 hatte Roger Waters Pink Floyd offiziell für aufgelöst und damit zur Geschichte erklärt, doch die beiden verbleibenden Musiker, David Gilmour und Nick Mason, dachten gar nicht daran, dies zu akzeptieren und ließen die Band mit „A Momentary Lapse Of Reason“ neu aufleben. Und auch Richard Wright, der nach den Aufnahmen zu „The Wall“ die Band verlassen hatte, stieß wieder zur Formation hinzu. Er wurde allerdings in den Credits der ursprünglichen LP-Veröffentlichung nur als Gastmusiker aufgeführt, da Gilmour und Mason weitere rechtliche Schwierigkeiten mit Roger Waters befürchteten. Auf den späteren Ausgaben des Albums wird Richard Wright dann allerdings in den Credits doch wieder als vollwertiges Mitglied der Band Pink Floyd genannt. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auf diesem Album Nick Mason und Richard Wright irgendwie doch auch nur Gastmusiker waren. Denn am Prozess des Komponierens waren beide nicht beteiligt. Alle Titel stammen aus der Feder David Gilmours, der sich lediglich auf den ersten sechs Stücken Unterstützung von Co-Autoren holte, während die letzten fünf Stücke komplett von ihm geschrieben wurden. Bezüglich der Musik kann festgestellt werden, dass „A Momentary Lapse Of Reason“ kaum mehr etwas mit den beiden letzten („The Wall“ und „The Final Cut“), absolut von Roger Waters dominierten, Platten zu tun hat. Vielmehr erinnern die Stücke eher an die, Mitte der 70er Jahre entstandenen Werke der Band. Da gibt es diese Hintergrundchöre, zum Beispiel bei „Dogs Of War“, die Erinnerungen an „The Dark Side Of The Moon“ aufkommen lassen. Und da ist dieser „sphärische Sound“ beim Opener „Signs Of Life“, der stark an die Atmosphäre von „Shine On You Crazy Diamond“ auf „Wish You Were Here“ angelehnt ist. Allerdings gibt es auf „A Momentary Lapse Of Reason“ auch so Pop-Songs wie „Learning To Fly“, die nur noch in Ansätzen, vielleicht noch durch die Stimme Gilmours und den Chor, an Pink Floyd erinnern. Auch in diese Pop-Rock-Schiene passt „One Slip“, dessen Zeile, „A Momentary Lapse Of Reason“, es sogar zum Album-Titel geschafft hat. Noch am nähesten der End-Waters-Ära kommt dann „On The Turning Away“, was nicht zuletzt an der Gitarre liegt. Und genau dieses Gitarrenspiel lässt bei „Yet Another Movie“ oder „Sorrow“ wiederum Erinnerungen an „Animals“ aufkommen. Fazit: Es bleibt festzuhalten, dass „A Momentary Lapse Of Reason“ sich ganz stark und eindeutig nach Pink Floyd Musik anhört. Dies ist David Gilmour bestens gelungen. Und diese Musik ist auch nicht schlecht, allerdings ist es überhaupt kein Vergleich mehr zu den „Originalen“. Und damit wird sich wohl kaum ein Pink Floyd Fan finden, der dieses Album als das Beste im Schaffen der Band ansieht. Alles war schon mal besser da und dazu gibt es noch ein paar Pop-Anleihen, die dann zwar erneut irgendwie nach Pink Floyd klingen, allerdings deutlich weniger zu Pink Floyd passen. Aber, auf „A Momentary Lapse Of Reason“ befindet sich keine schlechte Musik, eben nur „gebrauchte“. Das wiederum macht das Album trotzdem nicht zu einem schlechten Album, allerdings auch zu keinem guten, dafür aber zu einem durchschnittlichen Pop-Rock-Album. Acht Punkte. Anspieltipps: Signs Of Life, The Dogs Of War, On The Turning Away, Terminal Frost, Sorrow
Pink Floyd – The Final Cut Besetzung: Roger Waters – bass guitar, guitar, vocals David Gilmour – guitar, vocals Nick Mason – drums Gastmusiker: Michael Kamen – piano harmonium Andy Bown – hammond organ Ray Cooper – percussion Andy Newmark – drums on “Two Suns In The Sunset” Raphael Ravenscroft – tenor sax National Philharmonic Orchestra Label: EMI Erscheinungsdatum: November 1983/ 2004 / 2011 Stil: ArtRock, Melodic Rock Trackliste: 1. The Post War Dream (3:00) 2. Your Possible Pasts (4:26) 3. One Of The Few (1:12) 4. When The Tiger Broke Free (3:17) 5. The Hero's Return (2:43) 6. The Gunners Dream (5:18) 7. Paranoid Eyes (3:41) 8. Get Your Filthy Hands Of My Desert (1:17) 9. The Fletcher Memorial Home (4:12) 10. Southampton Dock (2:11) 11. The Final Cut (4:46) 12. Not Now John (4:56) 13. Two Suns In The Sunset (5:21)
Ist “The Final Cut” aus dem Jahr 1983 eigentlich noch ein richtiges Pink Floyd Album? Richard Wright hatte endgültig die Band verlassen, um erst auf dem nächsten Album, nach Roger Waters‘ Demission, wieder zurückzukehren. Nun, das beantwortet sicherlich nicht die obige Frage. Vielleicht aber der Umstand, dass man in den Credits zu „The Final Cut“ nachlesen kann, dass das Copyright für das Album nicht etwa bei Pink Floyd, sondern bei „Roger Waters Music Overseas Ltd.“ liegt. Und noch etwas aussagekräftiger sind da die ersten beiden Sätze, die im Booklet abgedruckt wurden: „A requiem for the post war dream by Roger Waters. Performed by Pink Floyd“. Dies heißt nichts anderes als, dass die beiden verbliebenen Bandmitglieder Gilmour und Mason anscheinend zu Studiomusikern degradiert wurden, die am schöpferischen Prozess der Kompositionen nicht mehr beteiligt waren. Kein Wunder also, dass dies der endgültige Todesstoß dieser genialen Band, in ihrer bisherigen Zusammensetzung war. Somit handelt es sich also wirklich mehr um ein Roger Waters Soloalbum, als um das zwölfte Studioalbum der Band. Allerdings läuft „The Final Cut“ dann doch noch unter der Überschrift „Pink Floyd“ und stellt damit letztendlich schon noch ein reguläres Album der Band dar. Grund hierfür dürfte auch gewesen sein, dass sich Roger Waters Sorgen über den Erfolg des Albums gemacht hatte. Wäre dieses genauso erfolgreich unter seinem Namen, wie unter dem Markenzeichen „Pink Floyd“? Sicherlich nicht und diese Tatsache sollte durch seine weiteren, dann wirklich folgenden Soloalben bestätigt werden. Zur Musik auf „The Fianl Cut“. Alben von Pink Floyd standen immer in der Tradition, dass sie komplett anders klangen, als die jeweiligen Vorgänger. Ob das die früheren Werke waren oder aber die Sprünge von „The Dark Side Of The Moon“ zu „Wish You Were Here“ zu „Animals“ und dann zu „The Wall“. Pink Floyd haben sich häufig neu erfunden und wussten immer wieder zu überraschen. Diese Kontinuität in der Veränderung wurde mit „The Final Cut“ durchbrochen. Mit wenigen Ausnahmen könnte „The Final Cut“ als dritte Platte von „The Wall“ durchgehen. Zu ähnlich sind hier Atmosphäre und Stimmung der Lieder. Dies trifft gleich auf die ersten sechs Stücke zu, erst mit „Paranoid Eyes“, dem siebten Titel, eröffnet sich dem Hörer da etwas „Neues“, bisher so noch nicht auf „The Wall“ gehörtes. Das Lied ist ein ganz leises und sehr gefühlvolles Stück, sehr traurig und melancholisch, nur äußerst zurückhaltend instrumentiert und ein Höhepunkt des Albums. Unter den ersten sechs Titeln der remasterten Fassung befindet sich übrigens auch das Lied „When The Tiger Broke Free“, eine Nummer, die auf der LP-, wie der ersten CD-Ausgabe, noch nicht enthalten war. Dabei handelt es sich um ein Stück, das bereits in der filmischen Umsetzung zu „The Wall“ zu hören war. Erwähnenswert ist auch das Lied „The Fletcher Memorial Home“, zu dessen Gelingen David Gilmour auch ein klasse Solo hinzusteuern durfte. Eindringlich hierbei der Text, bei dem sich „unheilbare“ Tyrannen und Könige (genannt werden dabei Reagan, Begin, Thatcher, Breschnew, der „Geist“ McCarthys und die „Gedanken“ Nixons) im Fletcher Memorial Home versammeln. Und am Ende des Stücks wird dann nach der Endlösung dieser Versammlung gesucht… Völlig aus der Reihe fällt „Not Now John“. Das schnellste und „lauteste“ Stück des Albums groovt und lädt zum Mitwippen ein. Toll arrangiert dabei der Hintergrundchor, der sogar Erinnerungen an „The Dark Side Of The Moon“ aufkommen lässt. Und auch hier begeistert wieder David Gilmours Gitarrenspiel und weiß einfach zu überzeugen. Fazit: Auf „The Final Cut“ beschäftigen Roger Waters ein weiteres Mal seine Kindheitserlebnisse. „Inspiriert“ durch den Falkland-Krieg verarbeitet der Musiker hier den frühen Tod seines Vaters, der 1944 im Zweiten Weltkrieg gefallen war. Begeisternd und sehr intensiv sind dabei wieder die Texte, die Roger Waters unglaublich packend niederzuschreiben versteht. Die Musik allerdings, die ist zu Beginn des Albums noch zu sehr an „The Wall“ angelegt und wird erst im weiteren Verlauf des Albums eigenständiger. „The Final Cut“ ist ein sehr intensives, ruhiges und melancholisches Album geworden. Musikhörern, denen „The Wall“ gefallen hat, dürfte auch dieses zwölfte Werk der Band zusagen. Irgendwie ergreifend in seiner traurigen Stimmung ist es auf jeden Fall und damit zehn Punkte wert. Anspieltipps: Paranoid Eyes, The Fletcher Memorial Home, Not Now John
Pink Floyd – The Wall Besetzung: Roger Waters – bass guitar, guitar, vocals David Gilmour – guitar, vocals Richard Wright – keyboards, vocals Nick Mason – drums Gastmusiker: Bruce Johnston, Tony Tennille, Joe Chemay, John Joyce, Stan Farber, Jim Maas, Islington Green School – backing vocals Michael Kamen, Bob Ezrin – orchestral arrangement Label: EMI Erscheinungsdatum: November 1979 / 1994 / 2011 Stil: ArtRock, Melodic Rock Trackliste: CD1: 1. In The Flesh? (3:20) 2. The Thin Ice (2:30) 3. Another Brick In The Wall, Part 1 (3:10) 4. The Happiest Days Of Our Lives (1:50) 5. Another Brick In The Wall, Part 2 (3:59) 6. Mother (5:34) 7. Goodbye Blue Sky (2:48) 8. Empty Spaces (2:08) 9. Young Lust (3:31) 10. One Of My Turns (3:37) 11. Don't Leave Me Now (4:16) 12. Another Brick In The Wall, Part 3 (1:15) 13. Goodbye Cruel World (1:14) CD2: 1. Hey You (4:42) 2. Is There Anybody Out There? (2:40) 3. Nobody Home (3:25) 4. Vera (1:33) 5. Bring The Boys Back Home (1:27) 6. Comfortably Numb (6:22) 7. The Show Must Go On (1:36) 8. In The Flesh (4:17) 9. Run Like Hell (4:24) 10. Waiting For The Worms (3:58) 11. Stop (0:30) 12. The Trial (5:20) 13. Outside The Wall (1:43)
Klar ist, dass Pink Floyd an diesem Album zerbrochen ist. Richard Wright wurde von Roger Waters aus der Band gemobbt und war auf den anschließenden Konzerten Pink Floyds zu „The Wall“ nur noch Gastmusiker - bis er anschließend die Band vollständig verließ und erst zurückkehrte, als Roger Waters seinerseits kein Mitglied Pink Floyds mehr war. Hier, bei „The Wall“ hatte Roger Waters allerdings noch das Zepter in der Hand. Hier stand dieser nun fast alleine im Vordergrund, schrieb alle Texte und war bis auf vier Ausnahmen („Young Lust“, „Comfortably Numb“ und „Run Like Hell“ zusammen mit Gilmour, „The Trial“ in Co-Produktion mit Bob Ezrin) der alleinige Komponist der Stücke. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass viele Musikhörer dieses Album eher als ein Roger Waters Solo Album ansehen, als eine Gemeinschaftsproduktion der vier britischen Musiker. Die Namen „Nick Mason“ und „Richard Wright“ sucht man übrigens auf der ersten LP-Veröffentlichung des Albums vergeblich. Da ist zwar noch von „Pink Floyd Music“ die Rede, wer das allerdings ist, das wird nicht mehr detailliert erwähnt. Der Name „Roger Waters“ taucht dagegen mehrfach und immer wieder auf. Die einen lieben dieses Album, halten es für einen Meilenstein in der Geschichte der Rockmusik, für einen der größten Klassiker dieses Genres. Für die anderen war es der Untergang Pink Floyds, nach dem sie nie wieder so werden sollten, wie sie auf “The Dark Side Of The Moon”, “Wish You Were Here” und “Animals” waren. Und auch ich finde, dass „The Wall“ zumindest nicht an „Wish You Were Here“ und „Animals“ heranreicht, genauso wenig wie an „Meddle“ oder „Atom Heart Mother“. Das hat zum einen musikalische Gründe, denn auf „The Wall“ finden sich einige Titel, die man eher unter der Rubrik „ganz nett“ als unter „klasse“ ablegen würde. Des Weiteren ist auch der Inhalt, das Aufarbeiten irgendwelcher jugendlicher Traumata aus Roger Waters Kindertagen, nicht unbedingt das packenste Thema. Allerdings – und hier fängt das Pendel nun an in die positive Richtung auszuschlagen – ist die Umsetzung dieser Thematik perfekt gelungen, was bei den Songtexten Roger Waters‘ auch nicht weiter verwunderlich ist. Das kann er überragend. Und was Roger Waters hier auf „The Wall“ noch beweist ist die Tatsache, dass er Melodien schreiben kann. Melodien für Lieder, die einen einhüllen, in denen man aufgehen kann, die einem schmeicheln, die einen packen können, die einen emporheben, um einen an anderer Stelle wieder ganz sanft abzusetzen. Zwar gelingt ihm dies hier nicht mit bei jeder Nummer, aber einige absolute Perlen wie „Hey You“, „Is There Anybody Out There?“, „Good Bye Blue Sky“ oder etwa „Comfortably Numb“ würden auch jedes andere Album bereichern. Dazu gesellt sich noch die Hymne der später 70er, frühen 80er Jahre. „Another Brick In The Wall, Part 2“. Ein Stück, das so ziemlich jeder kennt, der ab und zu Musik hört. Ein Lied, welches meine Kinder auch heute noch, über dreißig Jahre nach seiner Veröffentlichung, cool finden. Ein Titel, der für eine bestimmte Epoche des letzten Jahrhunderts steht und diesen Platz auch nicht mehr verlassen wird. Richtig schwach ist eigentlich nur das unglaublich zähe „Don’t Leave Me Now“, bei dem Roger Waters‘ Gesang das Lied in einem noch schlechteren Licht erscheinen lässt. Interessant wie ungewöhnlich sind dagegen wieder das orchestrale „Bring The Boys Back Home“ oder das, schon sehr in Richtung Oper gehende, „The Trial“. Die restlichen Stücke haben alle was. Sie sind sicher keine Meilensteine im Liederkatalog der Band, aber sie erzeugen auch diese Stimmung, die dem ganzen Album zugrunde liegt und der man sich auch nicht vollends entziehen kann. Fazit: „The Wall“ ist mit über 30 Millionen Tonträgern das zweiterfolgreichste Album Pink Floyds. Es reicht von seiner musikalischen Klasse trotzdem nicht an manch andere Veröffentlichung Pink Floyds heran. Aber es ist beileibe auch kein schlechtes Album, dafür tummeln sich viel zu viele gute, zum Teil sogar beeindruckend gute Lieder darauf. Ich glaube auch nicht, dass man mit „The Wall“ groß geworden sein muss, um Gefallen daran zu finden, denn die Musik besitzt Qualität und diese setzt sich bekanntlich durch – da spielt das Alter dann keine Rolle. „The Wall“ hat zwölf Punkte verdient. Anspieltipps: Another Brick In The Wall, Part 1-3, The Show Must Go On, Hey You, Is There Anybody Out There?, Comfortably Numb, The Trial
Pink Floyd – The Dark Side Of The Moon Besetzung: David Gilmour – vocals, guitars, VCS3 Nick Mason – percussion, tape effects Richard Wright – keyboards, vocals, VCS3 Roger Waters – bass guitar, vocals, VCS3, tape effects Gastmusiker: Dick Parry – saxophone on “Us And Them” and “Money” Clare Torry – vocals on “The Great Gig In The Sky” Doris Troy, Leslie Duncan, Liza Strike, Barry St. John – backing vocals Label: EMI Erscheinungsdatum: 1973 / 1994 / 2011 Stil: Progressiv Rock, ArtRock Trackliste: 1. Speak To Me / Breathe In The Air (3:58) 2. On The Run (3:35) 3. Time (7:05) 4. The Great Gig In The Sky (4:47) 5. Money (6:22) 6. Us And Them (7:50) 7. Any Colour You Like (3:26) 8. Brain Damage (3:50) 9. Eclipse (2:01)
Mehr als 40 Millionen mal wurde „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd bisher verkauft. Manche Quellen sprechen sogar von über 50 Millionen verkauften Platten und CD’s. In den amerikanischen Billboard Charts war das Album knapp 800 Wochen unter den Top 200 vertreten. Es scheint fast so, als ob ziemlich viel an diesem Album gigantisch wäre. Aber Verkaufszahlen und Chartplatzierungen sagen nicht immer auch etwas über die Qualität der Musik aus, die auf den jeweiligen Alben zu hören ist. Bei „The Dark Side Of The Moon“, aus dem Jahr 1973, bleibt zuerst einmal dieser Sound hängen. Fast unfassbar, dass diese Musik aus den Anfängen der 70er Jahre stammen soll. Und das gilt nicht nur für die Abmischung, die bereits auf der LP-Version bahnbrechend gut war. Hier passt einfach alles. Kein Ton ist zu laut, keiner zu leise. Alles fügt sich perfekt zusammen. Auch die Ideen in Form verschiedener Gimmicks, die sich auf dem Album verstecken, sollen hier Erwähnung finden. Da werden einem immer wieder mal Wortfetzen kredenzt, die sich perfekt in die Musik integrieren, genau wie diverse andere Geräusche, die mit Musik eigentlich kaum in Verbindung gebracht werden können. Die Musik der Platte endet, wie sie beginnt, mit Herzklopf-Geräuschen. Ein Stilmittel, welches Pink Floyd auch auf anderen Alben verwenden sollte. Und hier befindet sich auch ein kleiner Fehler. Oder ist das überhaupt ein Fehler und nicht doch beabsichtigt? Bei den ausklingenden Herztönen am Ende der Platte oder CD, kann man, bei genauem Hinhören, ganz leise Musik hören. Angeblich einer Orchesterversion des Liedes „Ticket To Ride“ von den Beatles. Ein Fehler des Toningenieurs Alan Parsons? Und dann steht beim Sound natürlich auch noch der Einsatz des Synthesizers im Fokus, dem die Musiker hier Töne und Geräusche entlocken, die bis dato so noch nicht zu hören gewesen waren. Und festzuhalten bleibt auf alle Fälle: Auch jetzt, nach fast vierzig Jahren seit der ersten Veröffentlichung, klingt das Album frisch, modern, aktuell und zeitgemäß. „The Dark Side Of The Moon“ hat auch deutlich jenseits des Jahres 2000 weder Staub noch Patina angesetzt. Und die Musik selbst war 1973 ebenfalls bahnbrechend. Wie viele Musiker und Bands wurden nicht durch „The Dark Side Of The Moon“ beeinflusst oder inspiriert? Alles klingt auf diesem Album melodisch und harmonisch, alles fließt, schwebt, treibt, bremst und erfasst den Zuhörer. Da gibt es so bewegende Nummern wie „The Great Gig In The Sky“, zuerst nur instrumentiert durch Richard Wrights Piano und der Stimme Clare Torrys, die lediglich ihre schaurig schönen „Oooohs“ und „Aaaahs“ haucht, schreit, fleht, wimmert und singt. Alles steigert sich dann in einen ekstatischen Part, jetzt mit voller Bandunterstützung, währenddessen der Song samt Sängerin fast explodiert, nur, um danach wieder in den ursprünglichen und ruhigeren Part überzugehen. Absolut packend. Da ist der Titel „Time“, der in seiner etwas über sieben minütigen Länge drei verschiedene Parts aufweist. Mit Weckerticken und anschließendem Geläute und Gebimmel startet das Stück. Schließlich wird die Nummer zu einer spannenden und mitreißenden Klangkollage, die den Begriff „Zeit“ hörbar und irgendwie auch fassbar macht. Nie wurde Zeit in der Musik besser umgesetzt. Und letztendlich, im dritten Teil groovt und rockt die Nummer dann aus den Lautsprechern. Auf „The Dark Side Of The Moon“ gibt es mit „Money“ auch eines der bekanntesten Stücke Pink Floyds zu hören, welches mit Kassenklingeln eingeleitet wird. Und hier hört man mit „Us And Them“ auch eines der entspanntesten Lieder, die jemals auf Platte beziehungsweise CD gepresst wurden. Der Titel ist so was von relaxt, ohne Worte. Allerdings darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass es sich eigentlich gar nicht gehört, aus diesem Album einzelne Titel hervorzuheben, den bei „The Dark Side Of The Moon“ zählt das Gesamtklangerlebnis. Es ist eine jener Platten, die unbedingt im Ganzen durchgehört werden sollten, um diesem Werk auch gerecht werden zu können, um es auch richtig genießen zu können. Fazit: Ohne Frage ist „The Dark Side Of The Moon“ ein Meilenstein in der modernen Musikgeschichte. Das Album hat Geschichte geschrieben durch seinen Klang, seine darauf enthaltenen Ideen, seine Inspiration und seine wunderschönen Lieder. Trotzdem ist das Album für mich nicht perfekt. Der Grund liegt darin, dass es zu perfekt ist. Das ist kein Widerspruch. „The Dark Side Of The Moon“ ist so was von perfekt und glatt, dass mir manchmal die Reibungspunkte fehlen. „The Dark Side Of The Moon“ entwickelt beim Hören nicht genug Hitze, es wird einem nur wohlig warm. Daher auch „nur“ dreizehn Punkte. Wegen seiner Stellung in der Musikgeschichte hätte es natürlich 15 verdient. Anspieltipps: Wie schon erwähnt, muss man durchhören.