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Sonntag, 2. Februar 2025

We Mavericks – Heart Of Silver

 



We Mavericks – Heart Of Silver


Besetzung:

Victoria Vigenser – vocals, guitar
Lindsay Martin – vocals, violin, mandolin, guitar, piano


Gastmusiker:

Julia Day – drums, percussion, bass guitar
Rachel Johnston – cello
Trent Arkleysmith – cello
Matt – Nightingale
Ruby Martin – vocals


Erscheinungsjahr: 2024


Stil: Folk, Country


Trackliste:

1. Heart Of Silver (3:49)
2. All This Noise (3:14)
3. The Bed You Made (4:13)
4. Carefree (3:41)
5. Paper Darts (4:18)
6. Ballad Of A Firefly (4:02)
7. Balm In Gilead (4:35)
8. Wildfire (3:25)
9. Hold Me (4:15)
10. The Outro (1:52)

Gesamtspieldauer: 37:28



We Mavericks, das sind Victoria Vigenser und Lindsay Martin. „Heart Of Silver“ heißt das zweite Studioalbum des australisch-neuseeländischen Duos und wurde am 18. Oktober 2024 veröffentlicht.

Auf „Heart Of Silver“ hört man eine Mischung aus Folk und Country, wobei der Schwerpunkt sehr auf den Folk-Liedern liegt. Sanft und gefühlvoll klingt die Musik von We Mavericks, die immer wieder wunderschön durch die Violine oder ein Cello noch eingängiger untermalt wird. Auch der Harmoniegesang der beiden Musiker weiß hier zu überzeugen, wobei der Hauptpart diesbezüglich ganz klar der Neuseeländerin Victoria Vigenser zufällt, die mit ihrer schönen und klaren Stimme durchweg zu überzeugen weiß.

Die Musik auf „Heart Of Silver“ ist vom ersten bis zum letzten Lied hörenswert. Die einzelnen Stücke sind alle in einem eher langsamen Tempo angesiedelt, welches nur marginal variiert wird. Dadurch kann man sich auf eine sanfte Reise einstellen, die mit schönen Melodien und Harmonien überzeugt und bereits beim ersten Durchlauf ins Ohr geht. Perfekt abgerundet wird das Album mit dem Instrumentalstück „The Outro“, welches einen irgendwie melancholisch angefasst in die Realität zurückschickt.

Fazit: Wer auf schönen, sanften und warmen Folk steht, die oder der wird auf „Heart Of Silver“ von We Mavericks viel Musik für sich entdecken können. Die Instrumentierung überzeugt, die Gesänge ebenso und die Melodien gehen ins Ohr. Schöne Musik zum Träumen, Luftholen und Entspannen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hold Me, The Outro



Wer sich von We Mavericks live überzeugen möchte, kann dies dieser Tage auch genießen. We Mavericks spielen an folgenden Tagen und Orten:

2. Februar, Bergneustadt, Schauspielhaus Bergneustadt
4. Februar, Hannover, Hölderlin Eins
5. Februar, Lübeck, Tonfink
6. Februar, Berlin, Artliners
7. Februar, Magdeburg, Volksbad Buckau
8. Februar, Jena, Fiddler’s Green
9. Februar, Zwickau, Kulturzentrum St. Barbara
10. Februar, Chemnitz, Inspire
12. Februar, Wien A, Clash Wien
14. Februar, Offenburg, Spitalkeller
15. Februar, Kreuzlingen CH, Kult-X



Dienstag, 1. März 2022

Midnight Oil – Resist

 



Midnight Oil – Resist


Besetzung:

Peter Garrett – lead vocals
Rob Hirst – drums & vocals
Martin Rotsey – guitar
Jim Moginie – guitar, keyboards & vocals
Bones Hillman – bass & vocals


Gastmusiker:

Warne Livesey – additional keyboards


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Rising Seas (5:50)
2. The Barka-Darling River (6:49)
3. Tarkine (4:20)
4. At The Time Of Writing (4:39)
5. Nobody‘s Child (4:27)
6. To The Ends Of The Earth (5:01)
7. Reef (4:18)
8. We Resist (5:18)
9. Lost At Sea (4:45)
10. Undercover (3:15)
11. We Are Not Afraid (4:29)
12. Last Frontier (6:53)

Gesamtspieldauer: 1:00:09



„Resist“ heißt das dreizehnte Studioalbum der australischen Band Midnight Oil, welches am 18. Februar 2022 auf dem Plattenlabel Sony Music veröffentlicht wurde. Nachdem die Australier von 2003 bis 2016 mit ihrer Band eine lange Pause eingelegt hatten, tourten sie im Jahr 2017 wieder und schrieben zahlreiche neue Lieder. Mit einem Teil dieses Materials wurde im Jahr 2020 das Album „The Makarrata Project“ veröffentlicht. Dies an dem Wochenende, an dem der langjährige Bassist Bones Hillman verstarb. „Resist“ besteht nun aus den restlichen neu geschrieben Liedern, die noch mit Bones Hillman aufgenommen worden waren und soll gleichzeitig nun auch leider das letzte Midnight Oil Album sein.

Auf „Resist“ hört man für Midnight Oil ganz typische Musik. Rock, der ins Ohr geht und der die einprägsame und markante Stimme des Peter Garrett trägt. Ein wenig wehmütig wird man dabei, wenn man daran denkt, dass dieses Album das letzte von Midnight Oil sein soll. Im Grunde genommen klingen die Australier nämlich immer noch wie in den 80er Jahren, ohne sich dabei selbst zu kopieren. Viel mehr stellt dieses neue Album eine Bestätigung beziehungsweise Ausweitung der Musik von Midnight Oil dar. Eingängige Musik mit kritischen Texten bekommt man dementsprechend auch auf „Resist“ zu hören – und die einzelnen Lieder rocken dabei. Doch es gibt auch die sanfteren Stellen auf dem Album, sodass für jede Menge Abwechslung gesorgt ist.

Es gibt keine Ausfälle auf „Resist“. Die Musik von Midnight Oil wirkt und klingt gut bei jedem der zwölf Titel des Albums. Kaum zu glauben, dass die australischen Musiker alle bereits stark auf die 70 zugehen, denn die Musik von Midnight Oil hört sich keineswegs angestaubt oder überholt an. Irgendwie hat man beim Hören das Gefühl, die Zeit scheint stehengeblieben zu sein und man wird Jahrzehnte zurückversetzt. Schön, dass es sowas noch gibt. Umso trauriger, wenn dies tatsächlich das letzte Album von Midnight Oil sein soll.

Fazit: „Resist“ ist ein Album ganz im Stile der früheren Alben von Midnight Oil geworden. Toller Rock mit klasse Texten. Die Musik geht ins Ohr und verbleibt dort auch. Keine schnell gemachten 08/15-Lieder, sondern Stücke mit Tiefgang gibt es auf „Resist“ zu hören. Es ist schön, wenn sich manche Dinge eben nicht ändern. Midnight Oil beweisen das auf „Resist“. Und sollte das wirklich das letzte Album von Midnight Oil sein, dann ist es ein absolut überzeugendes Abschiedsgeschenk geworden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Rising Seas, We Resist, We Are Not Afraid



Dienstag, 11. Januar 2022

Parkway Drive – Reverence

 



Parkway Drive – Reverence


Besetzung:

Winston McCall – lead vocals
Jeff Ling – lead guitar
Luke "Pig" Kilpatrick – rhythm guitar
Jia "Pie" O'Connor – bass
Ben "Gaz" Gordon – drums


Gastmusiker:

Chady Awad – backing vocals
Greg Weeks – string compositions and arrangements, cello
Yolanda Bruno – violin
George Hadji-Christou – string compositions and arrangements, piano




Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Metalcore


Trackliste:

1. Wishing Wells (5:03)
2. Prey (4:15)
3. Absolute Power (3:43)
4. Cemetery Bloom (3:10)
5. The Void (3:53)
6. I Hope You Rot (4:50)
7. Shadow Boxing (3:50)
8. In Blood (4:20)
9. Chronos (6:20)
10. The Colour Of Leaving (3:19)

Gesamtspieldauer: 42:45



„Reverence“ heißt das sechste Studioalbum der australischen Metalcore Band Parkway Drive. Es wurde am 4. Mai 2018 auf dem Plattenlabel Epitaph Records veröffentlicht. Die Lieder „Wishing Wells“, „The Void“, „Prey“ sowie „Shadow Boxing“ wurden als Singles aus dem Album ausgekoppelt. „Reverence“ erreichte in Australien Platz 1 der Charts, in Deutschland immerhin Platz 3. Inhaltlich befasst sich das Album mit Themen wie Religion und Tod. Passend dazu wurde als Coverbild eine restaurierte Fassung des Peter Paul Rubens Bild „Der Höllensturz der Verdammten“ gewählt. Dieses stammt aus dem Jahr 1620, aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und hängt heute in der Alten Pinakothek in München.

Dem Album sagt man nach, dass es eingängiger klingen würde als die vorherigen Veröffentlichungen von Parkway Drive, da Winston McCall nicht mehr nur „schreien“ würde. Wenn man allerdings ein Metalcore-Album bestellt, dann weiß man, was man gewöhnlich erhält. Auch auf „Reverence“ schreit sich Winston McCall die Seele aus dem Leib. Eine Ausnahme ist das Lied „Cemetery Bloom“, bei dem man ihn wirklich nur „normal“ singend oder gar flüsternd zu hören bekommt. Und auch das letzte Lied des Albums, „The Colour Of Leaving“, ist zum einen sowohl sanft gehalten, zum anderen trägt Winston McCall seinen Gesang auch darauf abgestimmt vor. Die Musik des Albums ist allgemein wahrlich eingängig. Hart und brachial zwar ebenso, doch eben auch melodiös. Viele der Lieder gehen sehr schnell ins Ohr und die Melodien verfestigen sich. Manchmal hat man beim Hören das Gefühl, dass mit etwas weniger „Geschrei“ die Band sich noch eine viel größere Fangemeinde erspielen könnte.

Genau das ist mein Problem mit dieser Scheibe. Die Musik klingt und packt. Doch sie wirkt für mich am Überzeugendsten, wenn sie auch mit gesungen Texten dargeboten wird. Immer dann, genau in diesen Abschnitten oder den Instrumentalpassagen klingen Parkway Drive richtiggehend mitreißend. Somit fällt mir meine Wahl des Höhepunktes auch nicht sonderlich schwer. Es sind die beiden bereits erwähnten Stücke „Cemetery Bloom“ und „The Colour Of Leaving“. Bei den anderen Liedern sind es immer wieder Passagen welche begeistern. Jedoch auch Abschnitte, die durch den Gesang deutlich weniger überzeugen.

Fazit: Nun, Metalcore ist so eine Sache, man muss es mögen oder kann eben deutlich weniger damit anfangen. Die Musik auf „Reverence“ ist klasse, der Gesang überzeugt nicht immer. Nur wenige der Stücke des Albums kommen ganz ohne diese Schreierei aus. Mehr davon und das Album wäre noch deutlich hörenswerter geworden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Cemetery Bloom, The Colour Of Leaving



Samstag, 25. Dezember 2021

Nick Cave And The Bad Seeds – Dig, Lazarus, Dig!!!

 



Nick Cave And The Bad Seeds – Dig, Lazarus, Dig!!!


Besetzung:

Nick Cave – vocals (1–11), organ (1,2,6,7), piano (3,8,9), tambourine (3,5,11), sleigh bells (3,11), toms (5), harmonica (5), electric guitar (9), vibra-slap (11)
Martyn P. Casey – bass (1–3,6–11)
Thomas Wydler – brushed snare (1), shaker (2,10), tambourine (2,5,10), drums (4,8,9), hand drums (7)
Warren Ellis – viola (1,6,9,11), loops (1,4,6,7,10,11), fender mandocaster (2–4,7–10), tenor guitar (3,5,8,10), maracas (3) 12 string lute (5), drum machine (6), piano (8), flute (9), mandolin (9)
Mick Harvey – electric guitar (1,4–6,10,11), acoustic guitar (2,5,7–9), bass (4,5), organ (10)
Jim Sclavunos – drums (1–3,5–7,10,11), bongos (1,5), cowbell (1), cuica (3), congas (3,4), finger cymbals (4), shaker (5), maracas (7), tambourine (8,9), sleigh bells (9)
James Johnston – organ (2,5,9), electric guitar (5)




Erscheinungsjahr: 2008


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Dig, Lazarus, Dig!!! (4:11)
2. Today‘s Lesson (4:41)
3. Moonland (3:53)
4. Night Of The Lotus Eaters (4:53)
5. Albert Goes West (3:32)
6. We Call Upon The Author (5:11)
7. Hold On To Yourself (5:50)
8. Lie Down Here (& Be My Girl) (4:57)
9. Jesus Of The Moon (3:22)
10. Midnight Man (5:06)
11. More News From Nowhere (7:58)

Gesamtspieldauer: 53:40



„Dig, Lazarus, Dig!!!“ heißt das vierzehnte Studioalbum des australischen Musikers Nick Cave mit seiner Band The Bad Seeds. Das Album wurde am 3. März 2008 auf dem Plattenlabel Mute Records veröffentlicht. Die Lieder „Dig, Lazarus, Dig!!!“, „Accidents Will Happen“ sowie „More News From Nowhere“ wurden daraus als Singles veröffentlicht. In Australien kletterte das Album bis auf Platz 2, in Großbritannien bis auf Platz vier und in Deutschland bis auf Platz 6 der Charts. „Dig, Lazarus, Dig!!!“ ist das letzte Album mit Gründungsmitglied Mick Harvey, der die Bad Seeds 2009 verließ, und dem Organisten James Johnston, der die Band vor der Support-Tour verließ. Und gleichzeitig ist es die zweite Platte ohne das Gründungsmitglied Blixa Bargeld.

Auf „Dig, Lazarus, Dig!!!“ hört man Alternative Rock, der eher dunkel bis düster daherkommt. Zu viel „Frohsinn“ verbreitet das Album musikalisch gesehen definitiv nicht – auch nicht inhaltlich. Dabei klingen die Lieder zumeist – jedoch nicht durchweg – eingängig. Umso intensiver selbstverständlich, je mehr Zeit man der Platte gibt im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu reifen. Doch es ist auch diese dunkle Stimmung, die das Album verbreitet, welche einen sehr schnell packt – dies nun bereits beim ersten Mal des Hörens. Mitunter ist diese Atmosphäre fast schon hypnotisierend, wie beim experimentell monotonen „Night Of The Lotus Eaters“. Dann klingt alles wieder deutlich rockiger und man muss fast mit dem Fuß mitwippen. Als Beispiel steht hier das sich anschließende „Albert Goes West“.

Die Höhepunkte des Albums heißen „Hold On To Yourself“, „Jesus Of The Moon“ und „Midnight Man“. Tolle, eingängige Melodien, spannender Aufbau und ebenso gelungene Texte. Doch auch bei diesen Titeln überwiegt die Melancholie, die manchmal fast an Trauer erinnert. Aber genau das macht dieses Album auch so intensiv.

Nick Cave schrieb auf der Homepage seiner Band über das Album: „Seit ich mich erinnern kann, als Kind in der Kirche die Lazarus-Geschichte gehört zu haben, hat sie mich beunruhigt und beunruhigt. Ich war sogar traumatisiert. Natürlich haben wir alle Ehrfurcht vor dem größten Wunder Christi - der Auferweckung eines Mannes von den Toten - aber ich konnte nicht anders, als mich zu fragen, wie Lazarus sich dabei fühlte. Als Kind war mir das unheimlich, um ehrlich zu sein. Ich habe Lazarus in New York City angesiedelt, um dem Lied einen hippen, modernen Touch zu geben. Ich habe auch an Harry Houdini gedacht, der einen Großteil seines Lebens damit verbracht hat, die Spiritisten zu entlarven, die mit den Hinterbliebenen Geld machen wollten. Er glaubte daran, dass nach dem Tod nichts weitergeht. Er war der zweitgrößte Entfesselungskünstler, Harry war es, Lazarus war natürlich der größte. Ich wollte eine Art Vehikel, ein Medium, für Houdini schaffen, damit er zu uns sprechen kann, wenn er es wünscht, Sie wissen schon, aus dem Jenseits.“

Fazit: Intensiv klingt das vierzehnte Studioalbum von Nick Cave and The Bad Seeds mit dem Titel „Dig, Lazarus, Dig!!!“. Nick Cave verarbeitet hier ein religiöses Thema und transportiert es in die Jetzt-Zeit. Dunkel klingt dieses Album und dabei auch spannend und packend. Wer auf eher „düstere“ Sounds steht, wird hier nichts falsch machen können. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hold On To Yourself, Jesus Of The Moon, Midnight Man



Sonntag, 3. Oktober 2021

King Gizzard And The Lizard Wizard – Nonagon Infinity

 





Besetzung:

Michael Cavanagh – drum kit, conga
Ambrose Kenny-Smith – harmonica, organ
Stu Mackenzie – vocals, electric guitar, synthesizer, organ, zurna
Joey Walker – electric guitar, setar, synthesizer
Cook Craig – electric guitar, synthesizer
Lucas Skinner – bass guitar
Eric Moore – drum kit




Erscheinungsjahr: 2016


Stil: Psychedelic Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Robot Stop (5:22)
2. Big Fig Wasp (4:54)
3. Gamma Knife (4:21)
4. People-Vultures (4:45)
5. Mr. Beat (4:56)
6. Evil Death Roll (7:14)
7. Invisible Face (3:01)
8. Wah Wah (2:54)
9. Road Train (4:18)

Gesamtspieldauer: 41:48



„Nonagon Infinity“ heißt das achte Studioalbum der australischen Psychedelic-Rock-Band King Gizzard And The Lizard Wizard. Es wurde am 29. April 2016 auf dem Plattenlabel Heavenly Recordings veröffentlicht. „Nonagon Infinity“ stellte den ersten kommerziellen Erfolg der Band dar und platzierte sich sogar in den Top 20 in Australien. Das Besondere an dem Album ist, dass es in einer Endlosschleife laufen könnte. Jedes Lied geht in das nächste Lied über und die letzte Nummer endet, wie die erste startet. Darauf weist auch bereits der Plattentitel „Nonagon Infinity“ hin.

Nun, die Lieder gehen alle ineinander über und dabei klingen sie auch sehr ähnlich. Die Nummern rocken und zu Beginn ist man sich gar nicht mehr sicher, ob das erste Lied so lange läuft oder ob man nicht schon bei Nummer 3 oder 4 angekommen ist. Eine gewisse hypnotisierende Monotonie ist der Musik von King Gizzard And The Lizard Wizard mit Sicherheit nicht abzusprechen. Erst mit „Mr. Beat“ merkt man im Grunde genommen endgültig, dass jetzt doch mal ein neues Lied intoniert wird. Und dies ist keineswegs negativ zu werten. Die Australier schaffen es so, Hörerin und Hörer ganz tief in ihren Sound und damit Bann zu ziehen. King Gizzard And The Lizard Wizard rocken auf „Nonagon Infinity“ und das konsequent und kompromisslos und einfach gut. Hypnotisierender Psychedelic Rock der sehr gelungenen Art.

Klar birgt der Umstand der Ähnlichkeit der Lieder auch die Schwierigkeit in sich, den Höhepunkt der Platte bezeichnen zu können. Irgendwie sind ja alle Nummern die Höhepunkte, da man ein sehr langes Lied zu hören glaubt. Um mich hier doch festzulegen, nenne ich an dieser Stelle das Lied „People-Vultures“. Der Grund dürfte darin liegen, da es zu diesem Lied auch ein wunderbar lustiges Video gibt – denn die anderen Titel klingen wie gesagt sehr ähnlich. Und trotzdem kommt beim Hören eben doch keine Langeweile auf, da die Australier zu rocken verstehen. Klasse.

Fazit: King Gizzard And The Lizard Wizard ist nicht nur ein seltsamer Bandname, die ganze Band ist seltsam. Auf diesem Album befindet sich ein langes Lied, welches irgendwie in neun Lieder unterteilt wurde. Im folgenden Jahr veröffentlichte die Band übrigens ganze fünf Studioalben. Verrückt. Doch zurück zu „Nonagon Infinity“. Das ist eine rockende Scheibe, die bei aller Monotonie niemals Langeweile aufkommen lässt. Das Zuhören macht Spaß und man kann sich ganz tief in die musikalischen Welten von King Gizzard And The Lizard Wizard hinabziehen lassen. Elf Punkte.

Anspieltipps: People-Vultures



Sonntag, 5. September 2021

Hugo Race – Dishee

 



Hugo Race – Dishee


Besetzung:

Hugo Race – all intruments


Gastmusiker:

Virginia Alexander – gong




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Ambient


Trackliste:

1. So Hung (7:35)
2. Iamur (5:43)
3. Foa (4:00)
4. Akaal (15:21)
5. Blue Pearl (9:00)

Gesamtspieldauer: 41:41



Schon klar, diese CoVid-Pandemie hat natürlich unfassbar stark auch die Künstler getroffen, die einfach um ihre Möglichkeiten des Auftritts gebracht wurden. Vom Verkauf der Tonträger können heute sowieso nur noch die wenigsten Musiker leben, wenn man überall alles herunterladen kann. Zum Teil eben auch illegal und kostenlos. Ich sammele Alben. Platten wie CDs. Für mich ist es was Besonderes diese in den Händen zu halten und mir beim Hören Cover, Credits und nach Möglichkeit auch die Texte mit durchzulesen. Nicht mehr weit verbreitet diese Art des Musikhörens, was ich schade finde…. Aber egal, hier geht es jetzt um „Dishee“, dem neuen Album von Hugo Race.

Nun, dieses klingt keineswegs wie andere Hugo Race Scheiben, denn es ist vollgepackt mit sphärischer Musik, dem Ambient sehr nahe. Keine Melodien, keine Takte, nur ganz viel Atmosphäre, die dabei zum Teil auch noch mit der E-Gitarre bearbeitet wird. Dazu gesellen sich ab und an ein paar Sprachfetzen und das war es. Nicht besonders erwähnen muss man von daher, dass es diese Lieder nicht schaffen ins Ohr zu gehen. Sie laufen ganz einfach nebenher oder man hört sie intensiv auf den Kopfhörern. Zu oft wird dies allerdings wohl niemand machen, denn dazu ist diese Musik leider einfach auch zu langweilig.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass das, was man auf „Dishee“ zu hören bekommt schlechte Musik wäre. Aber solch atmosphärische Strömungen lösen eben auch keine Begeisterungsstürme aus, sondern laufen irgendwie so mit, wenn man denn mal wieder die Muße verspürt, die Scheibe aufzulegen. Das war es leider schon, viel mehr gibt es zu dieser zwar stimmungsvoll intensiven Musik nicht zu sagen, die man dann aber trotzdem nicht mehr auflegt.

Fazit: Ambient mit E-Gitarre, so lässt sich dieses neueste Werk des Australiers Hugo Race wohl am besten beschreiben. Keine Melodien, kein Rhythmus. Nicht weiter schlimm, es gibt tolle Alben in diesem Bereich. Doch Hugo Races Musik ist das irgendwie nicht. Und es ist auch nicht „seine“ Musik, denn andere können das besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Akaal



Donnerstag, 7. Januar 2021

Hugo Race And The True Spirit – Starbirth - Stardeath

 



Hugo Race And The True Spirit – Starbirth - Stardeath


Besetzung:

Hugo Race – vocals, piano, guitars, synthesizer, percussion, mellotron, clavinet, prophet v, bass
Nico Mansy – rhodes piano, acoustic piano, processed piano, hammond, wurlitzer, vibes, strings ensemble, synthesizer, octaver guitar, synthchoir, horns, slide guitar, keyboards
Michelangelo Russo – harp, trombone, trumpet, shortwave, minimoog, brass, harmonica
Chris Hughes – guiro, pocket synthesizer, synthesizer, djembe, guitars, ebo guitar
Bryan Colechin – bass, vocals
Brett Poliness – drums, percussion, vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD1 - Starbirth:

1. Can‘t Make This Up (5:09)
2. 2Dead2Feel (3:45)
3. Darkside (3:25)
4. Embryo (5:22)
5. Heavenly Bodies (3:50)
6. Only Money (3:43)
7. Holy Ghost (3:41)
8. Everyday (3:45)
9. United (1:45)
10. Expendable (5:43)
11. The Rapture (4:03)
12. Where Does It End (2:58)

CD2 - Stardeath:

1. Divided (1:46)
2. Love Is The Energy (3:33)
3. Virus Of The Mind (6:16)
4. Angels Whistleblowin' (4:12)
5. All We Have Is Love (5:39)
6. Hungry Ghost (4:32)
7. Only Honey (4:16)
8. Can‘t Make Shit Up (5:16)
9. My Little Wars (3:54)
10. Etheric Bodies (3:19)
11. Gnosis (2:59)
12. Spirale (2:53)

Gesamtspieldauer CD1 (47:14) und CD2 (48:41): 1:35:55



Gleich als Doppelalbum erscheint das fünfzehnte Album des Australiers Hugo Race mit seiner Band True Spirits. „Starbirth“ und „Stardeath“ sind die Titel der beiden Scheiben. Die Musik zur Platte wurde während der verheerenden Buschfeuer in Australien im Jahr 2019 geschrieben. Hugo Race sagte dazu in einem Interview, dass er an einem Abend in Australien einen Stern am Himmel explodieren sah, der für ihn ein Zeichen eines plötzlichen Endes und eines neuen Anfangs gewesen sei, was ihn beim Schreiben der einzelnen Titel zusätzlich beeinflusste. Dann brach während des Abmischens die Covid-19-Pandemie aus, das Album wurde erweitert und nochmals überarbeitet, bis es schließlich am 16. Oktober 2020 auf dem Plattenlabel Gusstaff Records veröffentlicht worden ist.

Auf „Starbirth“ hört man dunklen, fast schon traurig klingenden Alternative Rock, der mit den Atmosphären und Stimmungen spielt. Nachdenklich klingt es, dieses Album, welches sich auch inhaltlich mit solch Themen wie politische Katastrophen, unsere Erde, die Ab- und Anwesenheit von Werten, gebrochene Versprechen, gebrochene Herzen und ob irgendetwas davon überhaupt von Bedeutung ist, befasst. Die Schwere der Themen spiegelt sich auch in der Musik wider, die jederzeit eingängig und melodiös, allerdings eben auch melancholisch, dunkel und traurig klingt. Dabei bleiben die Lieder jedoch noch im Alternative Rock beheimatet.

Auf der zweiten Platte „Stardeath“ verändern sich die Lieder wenig – zumindest nicht atmosphärisch. Diese getragene Stimmung ist auch auf dieser Scheibe allgegenwärtig. Was sich jedoch ändert ist die Musik selbst. Hat sich das gehörte auf „Starbirth“ noch wie bereits geschrieben im Alternative Rock abgespielt, so klingt „Stardeath“ deutlich elektronischer, sphärischer und experimenteller. Die Melodien stehen jetzt nicht mehr immer im Vordergrund, diesen hat endgültig die transportierte Atmosphäre eingenommen. Auf „Stardeath“ entstehen vor dem Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers Klang- sowie Soundkollagen, die bis zu sphärischen Ausflügen in den Ambient-Bereich hineinreichen. Fast schon hypnotisierend werden hier musikalische Themen redundant, Texte deutlich rarer, alles dem atmosphärischen und auch sphärischen Klang untergeordnet.

Fazit: „Starbirth -Stardeath“ ist, wie der Albumtitel bereits zum Ausdruck bringt, eine geteilte Platte. Nicht nur, dass inhaltlich etwas entsteht oder eben vergeht, auch musikalisch hört man auf der ersten Scheibe Alternative Rock, auf der zweiten Scheibe elektronische Musik bis hin zu Psychedelic. Beide Platten sind angefüllt mit viel Melancholie. Erstere noch mit etwas Rock, Zweite mit etwas mehr Experiment. Für mich klingt das sehr gelungen, da es intensiv ist. Intensive Musik, weit weg vom Mainstream. Somit lohnt sich dieses Album für alle, die sich gern Zeit für Musik nehmen, um darin ganz tief einzutauchen und dabei gerade das Atmosphärische zu schätzen wissen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Virus Of The Mind



Sonntag, 15. November 2020

AC/DC – Power Up




AC/DC – Power Up


Besetzung:

Brian Johnson – lead vocals
Phil Rudd – drums
Cliff Williams – bass guitar, backing vocals
Angus Young – lead guitar
Stevie Young – rhythm guitar, backing vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Realize (3:37)
2. Rejection (4:06)
3. Shot In The Dark (3:06)
4. Through The Mists Of Time (3:32)
5. Kick You When You're Down (3:10)
6. Witch‘s Spell (3:42)
7. Demon Fire (3:30)
8. Wild Reputation(2:54)
9. No Man‘s Land(3:39)
10. Systems Down (3:12)
11. Money Shot (3:05)
12. Code Red (3:31)

Gesamtspieldauer: 41:03



„Power Up“ heißt das international sechszehnte Studioalbum der australischen Rockband AC/DC und erscheint am 13. November 2020 auf dem Plattenlabel Columbia Records. „Power Up“ ist dabei durchaus ein besonderes Album geworden, da es die Band im Grunde genommen wieder vereint, nachdem Sänger Brian Johnson, Schlagzeugers Phil Rudd sowie Bassist Cliff Williams AC/DC direkt vor, während oder nach der Tournee zum Vorgängeralbum „Rock Or Bust“ verlassen hatten.

Gleichzeitig ist „Power Up“ auch das erste Album von AC/DC, auf dem Malcolm Young, Mitbegründer, Rhythmusgitarrist sowie Bruder von Angus Young nicht mehr zu hören ist, da er im Jahr 2017 leider verstorben war. Im selben Jahr übrigens, als auch sein Bruder George Redburn Young verstarb, der bei der Band Flash And The Pan aktiv und bei einigen AC/DC-Alben als Produzent tätig war. Malcolm Young wurde auf „Power Up“ an der Rhythmusgitarre von seinem Neffen Stephen Crawford Young Jr. ersetzt, Sohn des bereits im Jahr 1989 verstorbenen Bruders von Angus, Malcolm, George und Alex Young.

Musikalisch gesehen gibt es wohl kaum eine Band, die man so schnell am Klang erkennt wie AC/DC. Dieser Sound der Gitarre des Angus Young, die Stimme des Brian Johnson, die im Chor gesungenen Refrains, der Groove in der Musik, alles unverwechselbar. Und so hört man auch auf „Power Up“ diese typischen AC/DC-Klänge, absolut ohne Überraschungen – positiv wie negativ.

Die eine oder der andere mag das bemängeln, als „Alles schon mal gehört“ abtun. Wieder andere werden seelig in den musikalischen Kosmos der Australier eintauchen, die mit den zwölf Liedern auf „Power Up“ eben ihren musikalischen Katalog einfach nochmals erweitern. Die Wahrheit liegt dabei – wie so meist – irgendwo in der Mitte. Die Musik unterhält durchaus und wer die Musik von AC/DC mag, wie sie bereits auf den letzten Alben der Band zu hören war, die oder der wird sicher auch „Power Up“ mögen. Wer sich wirklich „Neues“ von den Australiern erhofft hatte, dürfte demnach einigermaßen enttäuscht werden beim Hören der zwölf Nummern. Trotzdem bleibt das gut gemachter Hard Rock, der ab und an mal etwas bluesig angehaucht aus den Boxen strömt. AC/DC eben, wie man sie in diesem Jahrtausend kennt.

Fazit: Zum Mitwippen wird auf „Power Up“ jede Menge Grundlage geliefert, sodass „Power Up“ durchaus auch Spaß verströmt. Fans der Band dürfen sich also freuen, dass Angus und Co. immer noch Musik veröffentlichen. Und diese verströmt irgendwie auch eine gewisse Nostalgie. Die Band, die viele Hörerinnen und Hörer bereits ihr ganzes Leben lang begleitet, veröffentlicht immer noch Musik – und zwar jene, weswegen Fans sie lieben. Nichts Neues also, aber Bewährtes. Auch was Gutes. Acht Punkte.

Anspieltipps: Witch‘s Spell



Samstag, 7. November 2020

Kylie Minogue – Disco




Kylie Minogue – Disco


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Disco, Pop


Trackliste:

1. Magic (4:11)
2. Miss A Thing (3:56)
3. Real Groove (3:14)
4. Monday Blues (3:09)
5. Supernova (3:17)
6. Say Something (3:33)
7. Last Chance (3:03)
8. I Love It (3:50)
9. Where Does The DJ Go? (3:01)
10. Dance Floor Darling (3:12)
11. Unstoppable (3:34)
12. Celebrate You (3:41)

Gesamtspieldauer: 41:47



Der Name des 15. Studioalbums der Australierin Kylie Minogue ist dieses Mal Programm. Auf „Disco“ hört man tatsächlich Musik, die immer wieder an die Disco-Musik der 70er Jahre erinnert. Am 6. November erschien „Disco“ auf dem Plattenlabel BMG und ist angefüllt mit insgesamt zwölf Titeln, die stilistisch alle in dieselbe Richtung weisen. Tanzbare und eingängige Musik, die nur darauf wartet auch ausgelebt zu werden. „Say Something“ im Juli und „Magic“ im September heißen die beiden bisher daraus veröffentlichten Singles.

Kylie Minogue wollte nach der Veröffentlichung von „Golden“ im Jahr 2018, welches sich musikalisch zwischen Country-Pop und Dance-Pop bewegte, nun ein Album fertigstellen, das ihrer Aussage nach „direkt zurück auf die Tanzfläche führt“. Alle zwölf Titel hat Kylie Minogue mitgeschrieben und das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen, wenn man auf tanzbare Musik steht, die gleichzeitig auch ein wenig an frühere Zeiten erinnert.

Es ist diese Mischung aus der Disco-Musik der 70er Jahre und moderner Club-Musik, die auf „Disco“ überzeugt. Alle zwölf Nummern sind tanzbar, gehen dabei zudem schnell ins Ohr – auch wenn sich ein richtiger Ohrwurm nicht unter den Liedern befindet. Doch „Disco“ ist auch solch ein Album, welches mit jedem weiteren Durchlauf noch eingängiger und gewinnender zu werden scheint, mehr Spaß macht. Zudem klingen die einzelnen Nummern fröhlich und optimistisch, verbreiten eine gute Stimmung, was in diesen Zeiten ebenfalls alles andere als selbstverständlich ist.

Fazit: „Disco“ ist ein gut gelauntes und tanzbares Album geworden, welches nur darauf wartet, in den Clubs dieser Welt aufgelegt werden zu können. Man hört darauf eine gelungene Mischung aus Disco- und Club-Musik, welche in die Beine geht. Schwierig dies gerade in dieser Zeit umzusetzen, doch „Disco“ erhöht die Freude nochmals auf eine Welt, in der Corona keine Rolle mehr spielt.

Anspieltipps: Supernova



Freitag, 22. Mai 2020

Caligula’s Horse – Rise Radiant




Caligula’s Horse – Rise Radiant


Besetzung:

Jim Grey – lead vocals
Sam Vallen – lead guitar
Adrian Goleby – guitar
Dale Prinsse – bass
Josh Griffin – drums


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock, Progressive Metal


Trackliste:

1. The Tempest (4:48)
2. Slow Violence (4:30)
3. Salt (7:41)
4. Resonate (2:36)
5. Oceanrise (4:33)
6. Valkyrie (5:09)
7. Autumn (7:43)
8. The Ascent (10:42)

Gesamtspieldauer: 47:45



Mit „Rise Radiant“ veröffentlicht die australische Band Caligula’s Horse bereits ihr fünftes Studioalbum, das dritte auf dem Major Label InsideOut Music. Bassist und Gründungsmitglied Dave Couper teilte im Dezember des Jahres 2018 mit, dass er Caligula’s Horse verlassen wird. Als Gründe nannte er hierbei seine Gesundheit, das Finanzielle und weil er nun einfach andere Musik machen wolle. Ziemlich viele Argumente und so hört man auf „Rise Radiant“ zum ersten Mal Dale Prinsse am Bass.

Caligula’s Horse machen Musik, die man intensiv, laut und oft anhören muss, sodass sich einem der ganze musikalische Kosmos der Australier vollends erschließt. Beim ersten Kontakt klingen die Lieder nach gut gemachtem ProgMetal, angereichert mit einer Prise Alternative Rock. Mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe eröffnen sich neue Facetten der Lieder. Melodien werden zu guten Freunden, Liedstrukturen zu spannenden Wendungen, auf welche man sich freut sie erneut zu hören.

Neben einer durchgängigen Eingängigkeit überzeugt „Rise Radiant“ auch mit den stimmlichen Arrangements. Mehrstimmig eingesungene und fein abgestimmte Gesangspassagen, die die Musik von Caligula’s Horse nochmals variabler und abwechslungsreicher erklingen lassen. Bezüglich dieses Abwechslungsreichtums lassen die fünf Musiker auch immer wieder unterschiedliche Stimmungen und Atmosphären in ihre Musik einziehen. Sanfte und härtere Passagen ergänzen sich ganz selbstverständlich zu einem gelungenen Ganzen. Auch beschreitet die Band auf „Rise Radiant“ genreübergreifende Wege. Neben vielen eher im ProgMetal angesiedelten Nummern erklingt plötzlich solch ein Lied wie „Resonate“, welches fast schon Erinnerungen an eine soulige Nummer von Sade aufkommen lässt. „Autumn“ wiederum ist ein eher ruhiger Titel, welcher über seine gesamte Laufzeit von knapp acht Minuten nur ab und an und lediglich zurückhaltend Fahrt aufnimmt, immer zwischen sanfter und Mid-Tempo-Ballade zirkuliert.

Bezüglich der Produktion lässt „Rise Radiant“ ebenfalls keine Wünsche offen. Der Sound klingt voll und fett, jedes Instrument ist perfekt abgemischt, nichts klingt verwaschen oder verschwommen. Gerade in den mehrstimmigen Passagen in Verbindung zu den härteren Gitarrenparts lässt sich dies uneingeschränkt genießen. Meine Höhepunkte auf „Rise Radiant“ heißen „Salt“ und „Valkyrie“. Beides sehr melodiöse und vor allen Dingen abwechslungsreiche ProgMetal Nummern, die begeistern und länger im Ohr nachhallen.

Fazit: Caligula’s Horse können auch auf „Rise Radiant“ überzeugen. Abwechslungsreicher und immer eingängiger ProgMetal, der mit jedem Durchlauf noch besser und mitreißender zu erklingen scheint. „Rise Radiant“ ist ein Album, welches die Fans der Band bestätigen und nicht enttäuschen wird und dabei auch Anhänger von Haken oder Leprous überzeugen dürfte. Elf Punkte.

Anspieltipps: Salt, Valkyrie, Autumn



Donnerstag, 9. April 2020

Nick Cave And The Bad Seeds – Skeleton Tree




Nick Cave And The Bad Seeds – Skeleton Tree


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, wurlitzer, synthesizer, vibraphone, backing vocals
Warren Ellis – synthesizer, loops, wurlitzer, piano, baritone tenor guitar, violin, viola, drum treatments, drum loops, backing vocals
Martyn Casey – bass
Thomas Wydler – drums
Jim Sclavunos – percussion, vibraphone, tubular bells, backing vocals
George Vjestica – acoustic guitar, backing vocals


Gastmusiker:

Else Torp – additional vocals (track 7)
Ellie Wyatt – violin
Charlotte Glason – viola
Joe Giddey – cello


Label: Bad Seeds Limited


Erscheinungsjahr: 2016


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Jesus Alone (5:52)
2. Rings Of Saturn (3:28)
3. Girl In Amber (4:51)
4. Magneto (5:22)
5. Anthrocene (4:34)
6. I Need You (5:58)
7. Distant Sky (5:36)
8. Skeleton Tree (4:03)

Gesamtspieldauer: 39:46




„Skeleton Tree“ heißt das sechzehnte Studioalbum der australischen Rockband Nick Cave And The Bad Seeds. Es wurde am 9. September 2016 auf dem bandeigenen Plattenlabel Bad Seed Limited veröffentlicht. Während der Aufnahmen verstarb Nick Caves 15-jähriger Sohn Arthur. Er stürzte von einer Klippe in Ovingdean, in der Nähe von Brighton, England, und erlag am 14. Juli 2015 seinen Verletzungen. Der Großteil von „Skeleton Tree“ war zum Zeitpunkt des Todes seines Sohnes zwar bereits geschrieben worden, aber einige Texte wurden von Nick Cave während der folgenden Aufnahmen nochmals geändert und beinhalten Themen wie Tod, Verlust und persönliche Trauer.

„Skeleton Tree“ ist ganz bestimmt kein einfaches Album und eines der am wenigsten zugänglichen in der Diskographie der Australier. Die Titel sind sehr synthesizerlastig und zum Teil auch minimalistisch gehalten. Besonders eingängige Melodien sucht man auf „Skeleton Tree“ vergeblich, es ist eine tiefdunkle Atmosphäre, die über dem Album schwebt und alles in eine düstere Stimmung taucht. Intensiv klingt das durchaus, jedoch keineswegs eingängig, an mancher Stelle fast schon atonal. Graue Novembermusik, die manchmal nur ganz weiche Synthesizerklänge aufweist, über die Nick Cave fast schon beschwörend singt. Definitiv keine radiotaugliche Musik, Musik, auf die sich voll konzentriert werden muss, sonst läuft diese Scheibe ins Leere.

Die einzelnen Titel passen nicht nur sehr gut zueinander, sie sind auch allesamt im selben Stil gehalten. Traurig, manchmal gar nicht mehr melancholisch, sondern bereits hoffnungslos. Von daher ist es auch nicht einfach die Höhepunkte dieser Scheibe zu benennen. Der Weg der Musik wird vom ersten bis zum letzten Takt konsequent beschritten, ohne jegliche Ausbrüche in irgendeine andere Richtung zuzulassen. Um an dieser Stelle doch ein Lied zu erwähnen, sei auf den Titel „Girl In Amber“ verwiesen, der in all seiner Traurigkeit auch sehr viel Schönheit verströmt.

Fazit: Ein sehr dunkles Album ist „Skeleton Tree“ von Nick Cave And The Bad Seeds geworden. Kaum zu glauben, dass Nick Cave und Warren Ellis, die zusammen die Musik und alle Texte schrieben, nur einige Lieder nach diesem Schicksalsschlag nochmals überarbeiteten. Das Album klingt so, als ob es von der ersten bis zur letzten Sekunde Trauer widerspiegelt. Intensiv. Neun Punkte.

Anspieltipps: Girl In Amber



Samstag, 14. März 2020

Kingswood – Juveniles




Kingswood – Juveniles


Besetzung:

Fergus Linacre – lead vocals
Alex Laska – lead guitar and vocals
Justin Debrincat – drums and backing vocals
Braiden Michetti – bass and backing vocals


Label: Dew Process


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. You Make It So Easy (3:18)
2. Bittersweet (3:19)
3. Ready Steady (2:51)
4. Say You Remember (4:13)
5. If Only (3:14)
6. Snakepit (5:46)
7. Cigarettes In Bed (3:42)
8. Cross My Heart (4:20)
9. Marilyn (3:19)
10. One More Dance (3:56)
11. Candy Blue (3:13)
12. Young, Charming & Funny (3:42)

Gesamtspieldauer: 44:58



Kingswood ist eine australische Alternative Rock Band aus Melbourne, die im Jahr 2009 gegründet wurde. Am 13. März 2020 erschien das dritte Studioalbum des Quartetts auf dem Plattenlabel Dew Process. „Juveniles“ heißt diese Scheibe und sie ist angefüllt mit Rock Musik, die gleich beim ersten Hören zu überzeugen weiß.

„Juveniles“ rockt. Nicht zu kompliziert, sondern sehr direkt und geradlinig. Die Melodien werden von den Australiern nie sträflich behandelt, sondern spielen immer eine zentrale Rolle auf „Juveniles“. Eingängige Melodien hört man auf dem Album, welche verpackt in rockigen Liedern sofort ins Ohr gehen. Da macht das Zuhören bereits mit dem ersten Takt Spaß.

Die Musik von Kingswood ist Gitarren-dominiert, ohne dabei zu hart zu klingen. Diese Ausgewogenheit machen die Lieder noch leichter zugänglich und beim Solo auf „Say You Remember“ glaubt man fast die Gitarre des Brian May heraushören zu können und nochmals zusätzlich vertraute Harmonien machen sich breit.

In dieser Eingängigkeit und irgendwie herauszuhörenden Vertrautheit liegt auch die Stärke der Musik von Kingswood auf „Juveniles“. Das bezieht sich auf fast alle zwölf Titel der Platte. Lediglich die Nummer „Marilyn“ fällt gegenüber den anderen ab. Irgendwie fühle ich mich da zum Teil an Earth, Wind & Fire erinnert. Mag sein, dass dies Absicht ist, stellvertretend steht dieses Lied für das Album allerdings sicher nicht. Somit kann man das Album vom ersten bis zum letzten Takt wirken und genießen.

Fazit: Auf „Juveniles“ hört man modernen und eingängigen Rock, der einfach Spaß macht. Musik die direkt wirkt, ohne Umwege. Da lohnt das Album für Freundinnen und Freunde guter Rock Musik, welche gleich beim ersten Mal ins Ohr geht und auch nach den „zigten“ Mal des Hörens noch wirkt. Umso schöner, dass Kingswood im Herbst auf Europa-Tour kommen. Die Termine sind angehängt. Lohnt sich.

Anspieltipps: You Make It So Easy, Say You Remember, Candy Blue



Fr 04.09. Viechtach | Altes Spital (DE)
Sa 05.09. Bremen | Schütz`n`Fest (DE)
Fr 11.09. Hartberg | Roter Gugl (AT)
Mo 14.09. Darmstadt | Frischzelle (DE)
Mi 16.09. Hannover | LUX (DE)
Mo 21.09. Mainz | Schick und Schön (DE)
Di 22.09. Salzburg | Academy (AT)
Mi 23.09. Röda | Steyr (AT)
Do 24.09. Ebensee | Kino Ebensee (AT)
Fr 25.09. Klagenfurt | Wohnzimmer (AT)
Mo 28.09. Wien | Haus der Musik (AT)
Di 29.09. Dortmund | Subrosa (DE)
Mi 30.09. Chemnitz | Aaltra (DE)
Do 01.10. Berlin | Sage Club (DE)
Fr 02.10. Jena | Rosenkeller (DE)
Sa 03.10. Weikersheim | ClubW71 (DE)
Mo 05.10. Bamberg | Live Club (DE)
Di 06.10. Braunschweig | Eulenglück (DE)
Mi 07.10. Amsterdam | Melkweg (NL)
Do 08.10. Kaiserslautern | Salon Schmitts (DE)
Fr 09.10. Frankfurt | Lotte Lindenberg (DE)
Sa 10.10. Karlsruhe | Kohi (DE)
Mo 12.10. Bremen | Litfass (DE)
Di 13.10. Hannover | Bürgerverein Kleefeld (DE)
Do 15.10. Odense | Posten (DK)
Sa 17.10. Viborg | Ølluminati (DK)
Mi 21.10. Hamburg | Astra Stube (DE)



Montag, 9. März 2020

Nick Cave And The Bad Seeds – Push The Sky Away




Nick Cave And The Bad Seeds – Push The Sky Away


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, electric piano
Warren Ellis – violin, viola, tenor guitar, flute, synthesizer, electric piano, loops, backing vocals
Martyn P. Casey – bass (1–6, 8), backing vocals
Barry Adamson – bass (7, 9), backing vocals
Conway Savage – vocals, backing vocals
Thomas Wydler – drums, backing vocals
Jim Sclavunos – percussion, backing vocals


Gastmusiker:

George Vjestica – twelve-string guitar (4, 5), backing vocals (5, 8)
Chris Dauray – saxophone (8)
Jessica Neilson – bass clarinet (8)
Ryan Porter – trombone (8)
Antonio Beliveau – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Aya Peard – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Jason Evigan – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Natalie Wilde – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Martha Skye Murphy – backing vocals (1, 3, 7)
Children Of Ecole Saint Martin – backing vocals (4, 8, 9)


Label: Bad Seed Limited


Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. We No Who U R (4:05)
2. Wide Lovely Eyes (3:40)
3. Water’s Edge (3:49)
4. Jubilee Street (6:36)
5. Mermaids (3:49)
6. We Real Cool (4:18)
7. Finishing Jubilee Street (4:28)
8. Higgs Boson Blues (7:50)
9. Push the Sky Away (4:09)

Gesamtspieldauer: 42:47




„Push The Sky Away” nannte der australische Musiker Nick Cave das fünfzehnte Studioalbum, welches er zusammen mit seiner Band The Bad Seeds veröffentlichte. „Push The Sky Away” erschien am 18. Februar 2013 auf dem bandeigenen Plattenlabel Bad Seed Limited. Es ist das erste Album der Band, auf dem Gründungsmitglied Mick Harvey nicht mehr zu hören ist, er verließ die Band im Januar 2009. Dafür kehrte Bassist und ebenfalls Gründungsmitglied Barry Adamson zu den Bad Seeds zurück, der das letzte Mal auf dem 1986er Album „Your Funeral... My Trial“ beteiligt war. Schließlich ist „Push The Sky Away” auch das letzte Album, auf dem Conway Savage zu hören ist, der an einem Hirntumor erkrankte und schließlich 58-jährig am 2. September 2018 daran verstarb.

„Push The Sky Away” ist kein leichtes, gleichsam ein etwas entrücktes Album geworden. Die Stimmung auf der Platte ist dunkel und düster, bisweilen sogar traurig, als ob Nick Cave und Warren Ellis, die erneut die Lieder des Albums schrieben, bereits von bevorstehenden Schicksalsschlägen wussten, die sich spätestens bei der nächsten Platte bereits zum Teil vollzogen hatten. Dabei klingt dieses fünfzehnte Studioalbum der Australier sehr eingängig und stellt eines jener Alben dar, die erst mit dem zweiten, dritten, vierten oder fünften Durchlauf ihre ganze Besonderheit, Schönheit und Melodiösität der Hörerin und dem Hörer freigeben. Definitiv muss man „Push The Sky Away” wirken und einwirken lassen, dann wächst diese Scheibe. In ihrer Verbindung aus in Moll getauchten Akkorden und sehr viel Harmonie gehört diese Platte mit zu den Höhepunkten im Schaffen von Nick Cave & The Bad Seeds.

Ich höre auf „Push The Sky Away” viele wahrlich gelungene Lieder und besondere Momente. Besonders in der ersten Hälfte des Albums sind diese reichlich vorhanden. Stücke wie „We No Who U R“, „Jubilee Street“ oder „Mermaids“ schaffen es, Hörerin und Hörer völlig in den Bann zu ziehen. Diese süße Melancholie bis Sentimentalität, die mit diesen Titeln vermittelt wird, wirkt und wirkt auch länger nach. Dazu erklingen in diesen Stücken wunderschöne mehrstimmige Gesänge in Kombination zu eingängigen, sanften Melodien und fertig sind sie, die Highlights auf „Push The Sky Away”.

Fazit: „Push The Sky Away”, das fünfzehnte Studioalbum von Nick Cave & The Bad Seeds ist ein dunkles, eher trauriges Album geworden, angefüllt mit Musik, die wirkt. In die Lieder der Australier lässt sich bestens eintauchen, auch wenn man ihnen etwas Zeit zum Reifen geben sollte. Schöne, intensive und melodiöse Lieder, die sich zu hören lohnt, nicht nur in der dunklen Jahreszeit. Elf Punkte.

Anspieltipps: We No Who U R, Jubilee Street, Mermaids