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Sonntag, 28. September 2014

The Beatles – Past Masters




The Beatles – Past Masters


Besetzung:

John Lennon –vocals, guitars, piano
Paul McCartney –vocals, bass, piano
George Harrison –vocals, guitars
Ringo Starr – drums, percussion


Gastmusiker:

Jede Menge, jedoch nicht einzeln aufgeführt

Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

Past Masters, Volume One

1. Love Me Do (from 5 October 1962 A-side, the original single version on Parlophone, recorded on 4 September 1962, featuring Ringo Starr on drums; mono) (2:24)
2. From Me To You (from 11 April 1963 A-side; mono, stereo on 2009 remasters) (1:58)
3. Thank You Girl (from 11 April 1963 B-side; mono, stereo on 2009 remasters) (2:04)
4. She Loves You (from 23 August 1963 A-side; mono) (2:21)
5. I'll Get You (from 23 August 1963 B-side; mono) (2:06)
6. I Want To Hold Your Hand (from 29 November 1963 A-side) (2:27)
7. This Boy (from 29 November 1963 B-side) (2:16)
8. Komm, Gib Mir Deine Hand (from 5 March 1964 German single; very narrow stereo, wider stereo on 2009 remasters) (2:27)
9. Sie Liebt Dich (from 5 March 1964 German single; very narrow stereo, wider stereo on 2009 remasters) (2:20)
10. Long Tall Sally (from 19 June 1964 Long Tall Sally EP) (2:03)
11. I Call Your Name (from Long Tall Sally EP) (2:09)
12. Slow Down (Larry Williams) (from Long Tall Sally EP) (2:56)
13. Matchbox (Carl Perkins) (from Long Tall Sally EP) Ringo Starr (1:59)
14. I Feel Fine (from 27 November 1964 A-side) (2:20)
15. She's A Woman (from 27 November 1964 B-side) (3:03)
16. Bad Boy (Williams) (from 14 June 1965 US album Beatles VI, 10 December 1966 UK album A Collection of Beatles Oldies) (2:21)
17. Yes It Is (from 9 April 1965 B-side of "Ticket to Ride") (2:43)
18. I'm Down (from 23 July 1965 B-side of "Help!") (2:32)

Spieldauer CD1: 42:29


Past Masters, Volume Two

1. Day Tripper (from 3 December 1965 double A-side) (2:50)
2. We Can Work It Out (from 3 December 1965 double A-side) (2:16)
3. Paperback Writer (from 10 June 1966 A-side) (2:19)
4. Rain (from 10 June 1966 B-side) (3:02)
5. Lady Madonna (from 15 March 1968 A-side) (2:18)
6. The Inner Light (15 March 1968 B-side) (2:37)
7. Hey Jude (from 30 August 1968 A-side) (7:08)
8. Revolution (from 30 August 1968 single version B-side) (3:25)
9. Get Back (from 11 April 1969 single version A-side) (3:15)
10. Don't Let Me Down (from 11 April 1969 B-side) (3:35)
11. The Ballad Of John And Yoko (from 30 May 1969 A-side) (3:00)
12. Old Brown Shoe (Harrison) (30 May 1969 B-side) (3:18)
13. Across The Universe (12 December 1969 "Wildlife" version from the charity album No One's Gonna Change Our World) (3:49)
14. Let It Be (from 6 March 1970 single version A-side) (3:51)
15. You Know My Name (Look Up The Number) (from 6 March 1970 B-side; mono) (4:19)

Spieldauer CD2: 50:59

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:33:28




1988 wurden zum ersten Mal die Platten der Beatles auf CD veröffentlicht. Alle darauf nicht enthaltenen Stücke, die B-Seiten oder Lieder, die sonstige Raritäten darstellten, wurde separat auf zwei CD’s, „Past Masters Volume One“ und „Past Masters Volume Two“, veröffentlicht. Im Jahr 2009 gab es dann eine remasterte Fassung dieser beiden Veröffentlichungen, die jetzt zu einer Doppel-CD zusammengefast wurden und die zum Teil ursprünglich in Mono eingespielten Titel nun in Stereo-Versionen enthielten. CD1 enthält dabei Lieder, die zwischen 1962 und 1965 entstanden sind. Bei CD2 sind es dann jene aus den Jahren 1965 bis 1970. Alles also chronologisch angeordnet.

Gut, die Musik kennt man größtenteils, da es sich hierbei häufig lediglich um etwas alternative Versionen handelt. Interessant natürlich für uns hier in Deutschland, die beiden Deutsch eingesungenen Titel „Komm, Gib Mir Deine Hand“ und „Sie Liebt Dich“. Beide Nummern wirken sogar sehr gelungen, obwohl man sich in den englischen Fassungen natürlich doch ein wenig mehr zu Hause fühlt.

Die Qualität der Aufnahmen ist nicht ganz einheitlich, was auch nicht weiter überrascht, da die Nummern auch über einen längeren Zeitraum eingespielt wurden. Ansonsten laufen die CD’s so durch, richtig umhauen können einen die Stücke nicht so ganz. Zudem kennt man sie bereits von den Originalalben.

Fazit: Eher was für die Hardcore-Fans. Die Beatles kennenlernen kann man mit diesem Album nicht richtig, da bieten sich sehr viel eher die Original Alben an oder, wenn es denn sein muss, auch noch das Rote Album und sein Pendant, das Blaue Album. Ansonsten ganz nett, aber sicherlich nichts Weltbewegendes. Für Fans jedoch selbstverständlich ein Muss. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Komm, Gib Mir Deine Hand, Sie Liebt Dich



Freitag, 4. Juli 2014

The Beatles – 1967 – 1970




The Beatles – 1967 – 1970


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitars, etc.
Paul McCartney – vocals, bass, etc.
George Harrison – guitars, etc.
Ringo Starr – drums


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD 1:

1. Strawberry Fields Forever (4:10)
2. Penny Lane (3:03)
3. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (2:02)
4. With A Little Help From My Friends (2:44)
5. Lucy In The Sky With Diamonds (3:28)
6. A Day In The Life (5:06)
7. All You Need Is Love (3:48)
8. I Am The Walrus (4:37)
9. Hello, Goodbye (3:31)
10. The Fool On The Hill (3:00)
11. Magical Mystery Tour (2:51)
12. Lady Madonna (2:17)
13. Hey Jude (7:08)
14. Revolution (3:21)


CD 2:

1. Back In The U.S.S.R. (2:45)
2. While My Guitar Gently Weeps (4:45)
3. Ob-La-Di, Ob-La-Da (3:05)
4. Get Back (3:14)
5. Don't Let Me Down (3:33)
6. The Ballad Of John And Yoko (2:59)
7. Old Brown Shoe (3:18)
8. Here Comes The Sun (3:05)
9. Come Together (4:20)
10. Something (3:03)
11. Octopus's Garden (2:51)
12. Let It Be (3:52)
13. Across The Universe (3:48)
14. The Long And Winding Road (3:38)

Gesamtspieldauer: 99:34




Bei „1967 – 1970“, in Fankreisen auch „Blaues Album“ genannt, handelt es sich um eine Kompilationen von Beatles-Liedern, die in diesem Zeitraum geschrieben wurden. Sowohl das „Rote-“ (1963 – 1966) wie auch das „Blaue Album“ wurden dabei zeitgleich am 2. April 1973 in den USA beziehungsweise am 19. April 1973 in Europa veröffentlicht.

26 der 28 Stücke kann man dabei bereits auf den Studio-Alben der Beatles hören, wenn auch mitunter in etwas anderer Abmischung. Lediglich die Nummern „The Ballad Of John And Yoko” und „Old Brown Shoe” sind dort nicht zu finden. „The Ballad Of John And Yoko” ist ein John Lennon Titel, den dieser zusammen mit Paul McCartney einspielte – und zwar ohne George Harrison und Ringo Starr. John Lennon hatte die Idee für den Song und wollte ihn sofort aufnehmen. Da sich George Harrison jedoch gerade im Urlaub befand und Ringo Starr bei Dreharbeiten zum Film „The Magic Christian“ weilte, spielten die zwei Musiker diese Nummer alleine ein und betätigten auch sämtliche Instrumente selbst. Das Lied wurde als Single veröffentlicht und stellte gleichzeitig den 17. und letzten Nummer 1 Hit der Beatles in Großbritannien dar. Auf der B-Seite der Single befindet sich das bereits erwähnte und ebenfalls nicht auf einem Studioalbum vorhandene „Old Brown Shoe“, welches George Harrison schrieb. Beides sind Lieder, mit einem etwas flotteren Rhythmus, die jedoch von der Melodiösität her nicht an viele der anderen Beatles-Nummern heranreichen.

Noch kurz ein paar Worte zum Cover der beiden Alben. Das Titelbild von „1963-1966“ entstammt der Photosession zur Aufnahme des Titelbilds für das erste Beatles-Album „Please, Please Me“. 1969 fragten die Beatles schließlich beim damaligen Photograph Angus McBean nach, ob er diese Aufnahme nicht noch einmal wiederholen könnte, was dieser auch tat. Dieses Bild sollte jetzt für das 1969 geplante Album „Get Back“ verwendet werden. Das erschien jedoch erst ein Jahr später unter dem endgültigen Titel „Let It Be“ und zudem mit einem dann doch anderen Album-Cover. So wurde schließlich ein Photo der 1969er Aufnahmen ausgewählt, um dem zweiten Teil der Kompilation ein Gesicht zu geben.

Fazit: Was für „1963 – 1966“ galt, gilt ebenso für „1967 – 1970“: Diese Anschaffung lohnt sich nur für die ganz „harten“ Beatles-Fans oder eben für jene Sammler, die alles von einer Band besitzen möchten. Die beiden hier zusätzlich vorhandenen Titel sind auch auf zahlreichen anderen Best Of-Alben oder Zusammenstellungen vorhanden und wegen diesen beiden Liedern, die wahrlich nicht zu den Höhepunkten im Schaffen der Beatles gehören, lohnt sich der Kauf wahrlich nicht. Allerdings erhält man auch hier, sollte man noch nichts von den Beatles haben, einen guten Einblick in die zweite Schaffensphase der Band. Elf Punkte.

Anspieltipps: Siehe Studioalben




Donnerstag, 3. Juli 2014

The Beatles – 1962 – 1966




The Beatles – 1962 – 1966


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitars, etc.
Paul McCartney – vocals, bass, etc.
George Harrison – guitars, etc.
Ringo Starr – drums



Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD 1:

1. Love Me Do (2:23)
2. Please Please Me (2:03)
3. From Me To You (1:57)
4. She Loves You (2:22)
5. I Want To Hold Your Hand (2:26)
6. All My Loving (2:08)
7. Can't Buy Me Love (2:13)
8. A Hard Day's Night (2:34)
9. And I Love Her (2:31)
10. Eight Days A Week (2:45)
11. I Feel Fine (2:19)
12. Ticket To Ride (3:10)
13. Yesterday (2:05)


CD 2:

1. Help! (2:19)
2. You've Got To Hide Your Love Away (2:11)
3. We Can Work It Out (2:16)
4. Day Tripper (2:49)
5. Drive My Car (2:27)
6. Norwegian Wood (This Bird Has Flown) (2:05)
7. Nowhere Man (2:44)
8. Michelle (2:42)
9. In My Life (2:27)
10. Girl (2:31)
11. Paperback Writer (2:31)
12. Eleanor Rigby (2:08)
13. Yellow Submarine (2:37)

Gesamtspieldauer: 63:00





Kompilationen sind von den Beatles jede Menge veröffentlicht worden. Die beiden bekanntesten und erfolgreichsten „Best Of-Werke“ sind dabei die am 2. April 1973 in den USA beziehungsweise am 19. April 1973 in Europa veröffentlichten Alben „1962 – 1966“ und „1967 – 1970“, besser bekannt als „Rotes-“ und „Blaues Album“.

Vor der Veröffentlichung der beiden Alben, gab es jedoch noch kein „Best Of-Album“ der Beatles in den USA. Dem musste also abgeholfen werden und beide Platten wurden am selben Tag veröffentlicht. Die Besonderheit beim „Roten Album“ liegt dabei auf der Tatsache, dass für diese Zusammenstellung lediglich Lieder von John Lennon und Paul McCartney verwendet wurden – auf George Harrisons Kompositionen wurde völlig verzichtet. Ringo Starr, der auf den meisten Platten der Beatles ein Lied einsingen durfte, ist jodoch auch hier mit einem Titel („Yellow Submarine“) vertreten. Zudem setzt sich „1962 – 1966“ aus Kompositionen zusammen, die hauptsächlich die Hitsingles der Beatles in den entsprechenden Jahren darstellen. Zusätzlich wurden noch einige weitere Lieder der diversen Platten hinzugefügt. Jedoch nicht alle Hits finden sich auf dem Doppelalbum beziehungsweise der Doppel-CD wieder, denn auch auf Cover-Versionen, wie zum Beispiel „Twist And Shout“, verzichtete Allen Klein, der damalige Beatles-Manager, der sich für die Zusammensetzung der Titel verantwortlich zeigt.

Auf die Musik der Platte möchte ich hier nicht weiter eingehen, da die einzelnen Stücke bereits bei den entsprechenden Alben (von „Please, Please Me“ bis „Revolver“) hier, auf diesen Seiten besprochen werden. Dies trifft jedoch nicht auf „I Feel Fine“ zu, da dieser Titel die achte britische Single-Veröffentlichung der Beatles darstellt, jedoch auf keinem regulären Studio Album der Band vertreten ist. Die Nummer ist ein rockiges Lied aus der Feder John Lennons und ganz in der damaligen Zeit verwurzelt. Treibender Rhythmus, schöne Melodie, schmachtender Text und man hört der Nummer deutlich ihr Alter an – trotzdem sehr gelungen, wenn man es mit vielen früheren Kompositionen der Beatles vergleicht.

Fazit: Falls man bereits die Studio-Platten der Beatles sein Eigen nennt, dann lohnt die Anschaffung dieser Zusammenstellung nicht, auch wenn diese mitunter Titel aufweist, die leicht anders abgemischt sind, als auf den entsprechenden Studio-Alben. Der Kauf lohnt sich ebenfalls nicht wegen dieses einen neuen Titels „I Feel Fine“, der auf keinem anderen regulären Album vertreten ist. Beim Durchhören kann man jedoch schön der musikalischen Entwicklung der Beatles lauschen, wobei die Höhepunkte des Doppelalbums meist auf der zweiten Platte liegen. Alle in allem sicher zum Teil sehr schöne Musik, in dieser Form jedoch eher etwas für Komplettisten. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Siehe Studioalben



Dienstag, 20. Mai 2014

The Beatles – Let It Be


 


The Beatles – Let It Be


Besetzung:

George Harrison – lead and rhythm guitars, acoustic guitar on "For You Blue" and "I Me Mine", tambura on "Across The Universe", tuned-down six-string electric guitar on "Two Of Us" and "Maggie Mae", lead vocals on "I Me Mine" and "For You Blue", backing vocals
John Lennon – lead and backing vocals, rhythm guitar, lead guitar on "Get Back", lap steel guitar on "For You Blue", acoustic guitar on "Two Of Us", "Across The Universe" and "Maggie Mae", six-string bass guitar on "Dig It", "Let It Be" and "The Long And Winding Road", whistling on "Two Of Us"
Paul McCartney – lead and backing vocals, bass guitar, acoustic guitar on "Two Of Us" and "Maggie Mae", piano on "Dig It", "Across The Universe", "Let It Be", "The Long And Winding Road", and "For You Blue", hammond organ and electric piano on "I Me Mine", maracas on "Let It Be"
Ringo Starr – drums, percussion on "Across The Universe"


Gastmusiker:

Richard Anthony Hewson – string and brass arrangements on "I Me Mine" and "The Long And Winding Road"
John Barham – choral arrangements on "Across The Universe", "I Me Mine" and "The Long And Winding Road"
George Martin – shaker on "Dig It", string and brass arrangements on "Let It Be"
Linda McCartney – backing vocals on "Let It Be"
Billy Preston – electric piano on "Dig A Pony", "I've Got A Feeling", "One After 909", "The Long And Winding Road" and "Get Back", hammond organ on "Dig It" and "Let It Be"
Brian Rogers – string and brass arrangements on "Across the Universe"


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Two Of Us (3:37)
2. Dig A Pony (3:55)
3. Across The Universe (3:49)
4. I Me Mine (2:26)
5. Dig It (0:50)
6. Let It Be (4:03)
7. Maggie Mae (0:41)
8. I've Got A Feeling (3:38)
9. One After 909 (2:56)
10. The Long And Winding Road (3:38)
11. For You Blue (2:33)
12. Get Back (3:07)

Gesamtspieldauer: 35:13
 



„Let It Be“ nannten die Beatles ihr zwölftes und letztes Studioalbum. Zumindest ist es das zuletzt veröffentlichte Album, denn größtenteils waren die Lieder bereits vor „Abbey Road“ eingespielt worden, welches im September 1969 veröffentlicht worden war. Für „Let It Be“, das zunächst den Arbeitstitel „Get Back“ trug, war zunächst ein Konzertfilm geplant. Die ständigen Querelen in Band vereitelten aber diesen Vorschlag von Paul McCartney. Schließlich einigte man sich auf eine Dokumentation über den Entstehungsprozess eines Beatles-Album. Diesen Film gibt es auch unter dem Titel „Let It Be“. Sehr sehenswert. Die Fertigstellung des Albums selbst brachte allerdings noch so einige Schwierigkeiten mit sich. So hatte George Harrison zwischenzeitlich sogar schon mal den Austritt aus der Band erklärt, kehrte allerdings ein paar Tage später wieder zurück und John Lennon schien sowieso jeglichen Spaß an der Band verloren zu haben. Zwei verschiedene Versionen der Platte wurden als Doppelalbum produziert, das Ergebnis überzeugte die Musiker allerdings nicht und so wurden diese Versionen wieder verworfen. Schließlich übergab man das ganze Material im März 1970 an Phil Spector, der daraus endlich ein Album zaubern sollte.

Was bei dieser, von Phil Spector als Produzent bearbeiteten Platte auffällt, ist zweierlei. Zum Teil sind die Lieder manchmal durch diverse, oftmals sinnfreie Aussagen John Lennons miteinander verbunden, die dieser während der Aufnahmen zum Film oder beim legendären und letzten Auftritt der Beatles auf dem Dach der Abbey Road Studios tätigte. Das verleiht dem Album ein wenig Live-Studioatmosphäre. Die zweite Auffälligkeit liegt in der Tatsache begründet, dass es Spector mit seiner orchestralen Untermalung einzelner Songs mitunter ein wenig übertrieb. Sehr deutlich wird dies vor allem bei den Titeln „Across The Universe“ und „The Long And Winding Road“. Beides tolle Nummern, erstere von John Lennon, die zweite von Paul McCartney. Sehr gefühlvolle und eingängige Lieder, bei denen nur eben die orchestrale Untermalung ein bisschen zu dick aufgetragen wurde, was Paul McCartney später auch immer wieder bemängelte.

Nun, dieses Album ist bei Fans oftmals ziemlich umstritten, da man angeblich bereits heraushört, dass sich die vier Musiker nicht mehr viel zu sagen hatten. Keine Ahnung ob man das heraushören kann, ich zumindest höre da nichts. Der Produktionsprozess war zwar ziemlich chaotisch, was die Beatles auf „Let It Be“ allerdings an Ideen, Melodien und intelligenten Texten ablieferten, wirkt in keinster Weise so, dass sie hier „ihr Pulver verschossen“ zu haben schienen und diese Platte musikalisch nichts mehr zu bieten hätte. Neben den beiden schon erwähnten und beeindruckenden Nummern ist sicherlich auch der Titelsong „Let It Be“ zu nennen, den Paul McCartney schrieb. Dieser gehört mit zu den bekanntesten Stücken der Band und stellt durchaus auch einen Höhepunkt im Songkatalog der Beatles dar. Tolle melodiöse Nummer, die einen bewegt. Auch der Harrison-Titel „I Me Mine” ist ein sehr überzeugendes, etwas rockigeres Lied geworden. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll hier „I’ve Got A Feeling“, welches Paul McCartney und John Lennon wieder mal zusammen schrieben und bei dem beide auch gemeinsam beim Gesang zu hören sind. Die rockigste Nummer des Albums und ein schöne Abwechslung.

Fazit: „Let It Be“ ist längst nicht so schlecht, wie es häufig gemacht wird. Die Platte enthält einige richtig tolle Nummern, die durchaus zu den Höhepunkten im Schaffen der Beatles gehören. Zwar ist nicht alles durchweg überzeugend, denn so ein Titel wie zum Beispiel „One After 909“ klingt ganz schwer nach den Anfängen der Band - Anfang der 60er. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck dieser Platte gut. Es macht Spaß das Album einzulegen und ihm zu lauschen. Dazu gesellt sich auf ein wenig Wehmut, dass dies das letzte offizielle Studioalbum der Band war. Elf Punkte.

Anspieltipps: Across The Universe, I Me Mine, Let It Be, The Long And Winding Road



Montag, 12. Mai 2014

The Beatles – Abbey Road




The Beatles – Abbey Road


Besetzung:

John Lennon – vocals, acoustic (six and twelve-string) and electric guitars, acoustic and electric pianos, hammond organ and moog synthesizer, white noise generator and sound effects, percussion
Paul McCartney – vocals, acoustic, electric and bass guitars, acoustic and electric pianos, hammond organ and moog synthesizer, sound effects, handclaps and percussion
George Harrison – vocals, acoustic, electric and bass guitars, hammond organ, harmonium and moog synthesizer, handclaps and percussion
Ringo Starr – drums, handclaps and percussion, background vocals, lead vocals and piano (on "Octopus's Garden")


Gastmusiker:

George Martin – piano, electric harpsichord, electronic organ, harmonium and percussion
Billy Preston – hammond organ (on "Something" and "I Want You (She's So Heavy)")
Mal Evans – "anvil" (on "Maxwell's Silver Hammer")


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Come Together (4:21)
2. Something (3:03)
3. Maxwell's Silver Hammer (3:27)
4. Oh! Darling (3:27)
5. Octopus's Garden (2:51)
6. I Want You (She's So Heavy) (7:47)
7. Here Comes The Sun (3:06)
8. Because (2:46)
9. You Never Give Me Your Money (4:02)
10. Sun King (2:26)
11. Mean Mr Mustard (1:06)
12. Polythene Pam (1:13)
13. She Came In Through The Bathroom Window (1:58)
14. Golden Slumbers (1:32)
15. Carry That Weight (1:37)
16. The End (2:20)
17. Her Majesty (0:23)

Gesamtspieldauer: 47:24




„Abbey Road“ heißt das elfte Album der Beatles und wurde 1969 veröffentlicht. Die Band befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Auflösungsprozess, die persönlichen und geschäftlichen Differenzen, vor allem zwischen Paul McCartney und John Lennon, waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu überbrücken. „Abbey Road“ ist zwar das elfte veröffentlichte Album der Beatles, eingespielt wurde es allerdings nach der zwölften Veröffentlichung „Let It Be“, welche dann jedoch erst zeitgleich zum gleichnamigen Film, ein Jahr später auf dem Markt erschien. Auf „Abbey Road“ betätigte sich auch wieder George Martin als Produzent, wohingegen diesen Job, beim vorher produzierten und später veröffentlichten „Let It Be“, Phil Spector übernommen hatte.

Musikalisch ist die Platte zweigeteilt. Befanden sich auf der ehemaligen ersten Seite acht Titel, die wiederum einige Klassiker an Beatles-Kompositionen bereithalten, so besteht die ehemalige zweite Seite des Albums aus einem Medley, welches hauptsächlich aus sehr kurzen Titeln zusammensetzt. Auf der ehemaligen ersten Seite ist hierbei das geniale „Come Together“ herauszuheben. Ein Lied, bei dem man den Text einfach nicht verstehen kann, welches allerdings mit einer unverwechselbaren Rhythmusfraktion ausgestattet wurde, die einen absoluten Wiedererkennungswert besitzt und der auch ein Alleinstellungsmerkmal innewohnt. Dann gibt es da natürlich auch noch das wunderschöne „Here Comes The Sun“ aus der Feder George Harrisons. Klasse eingängige Melodie – ein Lied zum Dahinschmelzen.

Sicherlich auch erwähnenswert ist „I Want You (She's So Heavy)“. Der Titel beginnt ein wenig bluesig und wechselt dann immer wieder zwischen dieser Passage und rockigeren Abschnitten hin und her. Schließlich wird die Nummer in einem dreiminütigen, melodiösen und rockigen Teil ausgeblendet. Sehr eindrucksvoll. Das gilt auch für „Because“, dem letzten Lied der ehemaligen ersten Seite. Mit einem, an ein Cembalo erinnernden Sound, wird der Titel eingeleitet und besticht dann durch tolle Gesangsarrangements, die Queen ein paar Jahre später noch weiterentwickeln sollte.

Die zweite Seite beginnt mit dem zunächst verträumten „You Never Give Me Your Money“. Auch hier lassen sich wieder aufwendig gestaltete Gesangspassagen erhören. Der Titel ist im weiteren Verlauf aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut, die mal rockiger, mal poppiger klingen, alle jedoch überaus melodiös. Es folgen eine ganze Reihe relativ kurzer Nummern und man ist überrascht, wie viel Kreativität immer noch in dieser Band steckte, bei der sich vor allem John Lennon und Paul McCartney nicht mehr „grün“ waren. Andere Bands hätten auch aus diesen kurzen Titeln ein ganzes Album gezaubert. Den Beatles genügte es hier jedoch, alles irgendwie nur ganz kurz anzureißen, um dann in einen neuen Rhythmus, eine neue Melodie, ein neues Lied überzugehen.

Fazit: Wirklich beeindruckend, was die Beatles hier, in dieser Situation noch an Ideen hatten und wie sie diese umsetzten. Müßig darüber zu spekulieren, was von dieser Band noch alles gekommen wäre, wenn sie weiterhin freundschaftlich verbunden geblieben wären und weitergemacht hätten. Vielleicht lag allerdings auch genau in dieser angespannten Situation eine treibende Kraft für diese ausdrucksstarke Musik. „Abbey Road“ ist auf jeden Fall ein tolles Album geworden, durch welches man in den Beatles-Kosmos perfekt einsteigen kann. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Come Together, Carry That Weight, Here Comes The Sun



Montag, 5. Mai 2014

The Beatles – Yellow Submarine




The Beatles – Yellow Submarine


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitars, keyboards
Paul McCartney – vocals, bass guitars, keyboards
George Harrison – vocals, acoustic, guitars, organ
Ringo Starr – vocals, drums and percussion


Gastmusiker:

George Martin Orchestra


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Pop, moderne Klassik, Soundtrack


Trackliste:

1. Yellow Submarine (2:43)
2. Only A Northern Song (3:28)
3. All Together Now (2:14)
4. Hey Bulldog (3:14)
5. It's All Too Much (6:28)
6. All You Need Is Love (3:53)
7. Pepperland (2:24)
8. Sea Of Time (3:00)
9. Sea Of Holes (2:21)
10. Sea Of Monsters (3:40)
11. March Of The Meanies (2:22)
12. Pepperland Laid Waste (2:15)
13. Yellow Submarine In Pepperland (2:11)

Gesamtspieldauer: 40:13




Nun, was soll man von diesem zehnten Studioalbum der Beatles halten? Das Wort „Studioalbum“ ist dabei schon falsch gewählt, denn es handelt sich um den Soundtrack des ein Jahr zuvor veröffentlichten Zeichentrickfilms „Yellow Submarine“. Das Besondere dabei ist, dass die Beatles sieben der dreizehn Lieder weder geschrieben haben, noch irgendwelche Instrumente dazu auf der Platte spielen. Die ehemalige Seite 2 der LP, die auf der CD ab Lied Nummer 7 beginnt, stammt von George Martin, der diese Titel schrieb und mit seinem George Martin Orchestra auch umsetzte. Hierbei handelt es sich um Orchestermusik im klassischen Gewand. Gesungen wird dementsprechend natürlich auch nicht, wobei die einzelnen Titel – allen voran „March Of The Meanies“ – durchaus überzeugend klingen, im Verbund mit dem Film jedoch natürlich deutlich besser wirken können. Der allerletzte Titel „Yellow Submarine In Pepperland”, greift immer wieder das Thema aus dem Lied „Yellow Submarine“ der Beatles auf. Erneut wird er lediglich von Orchester-Musikern instrumentiert und umgesetzt, ist so gesehen jedoch eine Koproduktion der Beatles und George Martin.

Die ersten sechs Stücke, also die ehemalige Seite 1 des Albums, beinhalten dann jedoch Beatles-Titel. Allerdings trifft man hier auch auf Altbekanntes. Der Titelsong „Yellow Submarine“ war bereits knapp drei Jahre zuvor auf „Revolver“ veröffentlicht worden und „All You Need Is Love“ kennt man natürlich vom 1967 erschienenen Album „Magical Mystery Tour“. Lediglich vier neue und bisher unveröffentlichte Lieder zieren das Album. Zwei davon stammen aus der Feder George Harrisons, zwei waren eine Gemeinschaftsproduktion des Duos John Lennon und Paul McCartney.

„Only A Northern Song”, die erste Nummer von George Harrison, ist dabei der beste Titel dieses Materials. Ein wenig psychedelisch angehaucht, kann das Lied durchaus überzeugen. Eine schöne und eingängige Melodie verleihen diesem Stück den gewissen Wiedererkennungswert. „It's All Too Much“ klingt deutlich rockiger, besitzt ebenfalls einen psychedelischen Touch und weist eine etwas seltsame Perkussion auf. Die beiden Lennon / Mc Cartney Titel unterscheiden sich dagegen sehr. „All Together Now“ klingt in etwa so wie eines der Lieder, die Kindergartentanten mit ihren drei- bis vierjährigen Schützlingen einstudieren, um diese bei Laune zu halten. „Hey Bulldog” ist da schon deutlich besser gelungen. Ein rockiger Titel, der so auch auf einem anderen Album der Beatles der damaligen Zeit hätte Platz finden können, ohne großartig gegen den Rest abzufallen.

Fazit: „Yellow Submarine“ war eines der wenigen Alben der Beatles, welche es weder in England, noch in den USA schafften, Platz 1 der Charts zu erobern. Sehr verwunderlich ist das nicht, denn dazu hat die Musik darauf zu wenig mit den Beatles zu tun (die komplette zweite Seite), war bereits bekannt oder kann nicht restlos überzeugen. Durch die vier neuen Beatles-Titel lohnt sich der Erwerb des Albums natürlich für Beatles-Fans oder aber Komplettisten. Für alle anderen ist diese Scheibe deutlich weniger interessant. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Only A Northern Song, March Of The Meanies



Sonntag, 20. April 2014

The Beatles – The Beatles




The Beatles – The Beatles


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and background vocals; acoustic, lead, bass and rhythm guitars, keyboards (electric and acoustic pianos, hammond organ, harmonium and mellotron), extra drums and assorted percussion (tambourine, maracas, cymbals, thumping on the back of an acoustic guitar, handclaps and vocal percussion), harmonica, whistling and saxophone; tapes, tape loops and sound effects (electronic and home-made)
Paul McCartney – lead, harmony and background vocals, acoustic, lead, rhythm and bass guitars, keyboards (electric and acoustic pianos and hammond organ), assorted percussion (timpani, tambourine, cowbell, hand shake bell, handclaps, foot taps and vocal percussion), drums (on "Back In The U.S.S.R.", "Dear Prudence", "Wild Honey Pie", and "Martha My Dear"), recorder and flugelhorn, sound effects
George Harrison – lead, harmony and background vocals, acoustic, rhythm, bass and lead guitars, hammond organ, extra drums and assorted percussion (tambourine, handclaps and vocal percussion) and sound effects
Ringo Starr – drums and assorted percussion (tambourine, bongos, cymbals, maracas and vocal percussion), electric piano and sleigh bell (on "Don't Pass Me By"), lead vocals (on "Don't Pass Me By" and "Good Night") and backing vocals ("The Continuing Story Of Bungalow Bill")


Gastmusiker:

Eric Clapton – lead guitar on "While My Guitar Gently Weeps"
Mal Evans – backing vocals and handclaps on "Dear Prudence", handclaps on "Birthday", trumpet on "Helter Skelter"
Jack Fallon – violin on "Don't Pass Me By"
Grant Mansell – drums on "Martha My Dear"
Pattie Harrison – backing vocals on "Birthday"
Jackie Lomax – backing vocals and handclaps on "Dear Prudence"
Maureen Starkey – backing vocals on "The Continuing Story of Bungalow Bill"
Yoko Ono – backing vocals, brief lead vocals and handclaps on "The Continuing Story of Bungalow Bill", backing vocals on "Birthday", speech, tapes and sound effects on "Revolution 9"
Ted Barker – trombone on "Martha My Dear"
Leon Calvert – trumpet and flugelhorn on "Martha My Dear"
Henry Datyner, Eric Bowie, Norman Lederman and Ronald Thomas – violin on "Glass Onion"
Bernard Miller, Dennis McConnell, Lou Soufier and Les Maddox – violin on "Martha My Dear"
Reginald Kilby – cello on "Glass Onion" and "Martha My Dear"
Eldon Fox  – cello on "Glass Onion"
Frederick Alexander  – cello on "Martha My Dear"
Harry Klein – saxophone on "Savoy Truffle" and "Honey Pie"
Dennis Walton, Ronald Chamberlain, Jim Chest and Rex Morris – saxophone on "Honey Pie"
Raymond Newman and David Smith – clarinet on "Honey Pie"
Art Ellefson, Danny Moss, and Derek Collins – tenor sax on "Savoy Truffle"
Ronnie Ross and Bernard George – baritone sax on "Savoy Truffle"
Alf Reece – tuba on "Martha My Dear"
The Mike Sammes Singers – backing vocals on "Good Night"
Stanley Reynolds and Ronnie Hughes – trumpet on "Martha My Dear"
Tony Tunstall – French horn on "Martha My Dear"
John Underwood and Keith Cummings – viola on "Glass Onion"
Leo Birnbaum and Henry Myerscough – viola on "Martha My Dear"


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock


Trackliste:

Disk: 1

1. Back In The U.S.S.R. (2:43)
2. Dear Prudence (3:57)
3. Glass Onion (2:18)
4. Ob-La-Di, Ob-La-Da (3:09)
5. Wild Honey Pie (1:01)
6. The Continuing Story Of Bungalow Bill (3:06)
7. While My Guitar Gently Weeps (4:45)
8. Happiness Is A Warm Gun (2:44)
9. Martha My Dear (2:29)
10. I'm So Tired (2:03)
11. Blackbird (2:18)
12. Piggies (2:04)
13. Rocky Raccoon (3:41)
14. Don't Pass Me By (3:42)
15. Why Don't We Do It In The Road? (1:42)
16. I Will (1:46)
17. Julia (2:54)


Disk: 2

1. Birthday (2:43)
2. Yer Blues (4:01)
3. Mother Nature's Son (2:48)
4. Everybody's Got Something To Hide Except Me And... (2:25)
5. Sexy Sadie (3:15)
6. Helter Skelter (4:30)
7. Long, Long, Long (3:04)
8. Revolution 1 (4:16)
9. Honey Pie (2:41)
10. Savoy Truffle (2:55)
11. Cry Baby Cry (3:11)
12. Revolution 9 (8:13)
13. Good Night (3:12)

Gesamtspieldauer: 1:33:37




Das neunte Album der Beatles, kurz nur mit „The Beatles“ betitelt und in Fankreisen auch als „The White Album“ bezeichnet, stellt in vielerlei Hinsicht in der Diskographie der Beatles etwas Besonderes dar. Da ist zum einen mal die Lauflänge von über anderthalb Stunden, des im Jahr 1968 veröffentlichten Albums, welches die Platte zu einem Doppelalbum werden ließ. Das einzige Studio-Album der Beatles mit einer solch langen Laufzeit. George Martin war dies jedoch überhaupt nicht recht, der in vielen Liedern nicht das Potenzial sah und lieber ein Album mit etwa der Hälfte der Lieder veröffentlicht hätte, wobei sich die vier Musiker dann auf die besten Titel hätten konzentrieren können. Als er die Beatles davon jedoch nicht überzeugen konnte, zog er sich häufiger zurück und überließ das Produzieren Chris Thomas.

Ebenfalls eine Besonderheit besteht darin, dass hier Paul McCartney auch bei manchen Songs am Schlagzeug zu hören ist. Das wiederum lag daran, dass sich Ringo Starr in seiner Rolle nicht mehr wohlfühlte und nach Sardinien flüchtete. Der Aufnahmeprozess hatte jedoch bereits begonnen und so spielte Paul McCartney einige Titel an den Drums selbst ein. Die restlichen Band-Mitglieder konnten Ringo Starr dann jedoch mit vielen netten Worten zu einer Rückkehr überreden. Trotzdem „krachte“ es in der Band weiter, da nun Yoko Ono an der Seite von John Lennon immer zugegen war und hier auch bei zwei Titeln beim Gesang zu hören ist, was wiederum Pal McCartney nicht wirklich erfreute. Das Ende der Beatles schien zu nahen, was bereits ein Jahr zuvor, durch den plötzlichen Tod ihres Managers Brian Epstein, eingeleitet worden war.

Das Besondere an „The Beatles“ ist neben der Lauflänge und den Umständen seiner Entstehung auch die Musik auf der Platte. Bei diesen dreißig Titeln versuchten sich die vier Musiker an jeder Menge unterschiedlicher Musik-Genres. So gibt es hier neben Pop und Rock auch psychedelische Musik zu hören, genauso wie Rock’n’Roll, Folk, Balladen, Dance-House-Music- und Kammermusik-Anleihen, Blues, Soundkollagen und es werden noch weitere Stile in der Literatur zu diesem Album angeführt, die sich allerdings dann in einem sehr rudimentären Zustand darbieten.

Dieses weite Feld an Musik macht auch den sehr interessanten Moment dieses Albums aus. Fast möchte man George Martin widersprechen und den Beatles zu ihrer Entscheidung beglückwünschen, doch alle Titel auf dem Album zu verewigen. Bei dreißig Nummern, die auch noch in relativ kurzer Zeit entstanden, kommt es zwar fast schon zwangsweise dazu, dass sich auch schwächere Stücke auf „The Beatles“ einschlichen, beziehungsweise solche, mit den man je nach Musikgeschmack deutlich weniger anzufangen weiß, jedoch überwiegen ganz eindeutig die gelungenen Lieder. Zudem befinden sich auf den beiden Scheiben auch Nummern, die einem als „Nicht-Beatles-Kenner“ vielleicht noch gar „über den Weg gelaufen“ sind, denn nicht alle hier vorhandenen Lieder laufen in den diversen Radiostationen oder bei Dokumentationen über die Band, sodass „The Beatles“ in gewisser Weise auch eine kleine Wundertüte darstellt, bei der der Hörer jede Menge neue Facetten in der Musik der Beatles entdecken kann.

Fazit: „The Beatles“ ist ein sehr abwechslungsreiches, spannendes und ein Album geworden, welches für den Hörer einige Überraschungen bereithält. Man kann sich bei dieser Scheibe nie auf eine bestimmte Musik einstellen, alles ist im Wandel und vieles scheint hier neu erfunden worden zu sein. Das macht das Album zu etwas ganz Besonderem und Einzigartigen, welches nur, falls noch nicht geschehen, auf seine Entdeckung wartet. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Dear Prudence, While My Guitar Gently Weeps, Piggies, Cry Baby Cry



Freitag, 4. April 2014

The Beatles – Magical Mystery Tour




The Beatles – Magical Mystery Tour


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitar, keyboards (acoustic and electric pianos, mellotron, organ, clavioline), harmonica on "The Fool On The Hill"
Paul McCartney – vocals, bass, piano, mellotron, recorder on "The Fool On The Hill "
George Harrison – vocals, guitar, organ, harmonica on "The Fool On The Hill "
Ringo Starr – drums and percussion


Gastmusiker:

Mal Evens – percussion ("Magical Mystery Tour", "Strawberry Fields Forever")
Neil Aspinall – percussion ("Magical Mystery Tour")
David Mason – trumpet ("Magical Mystery Tour")
Elgar Howarth – trumpet ("Magical Mystery Tour")
Roy Copestake – trumpet ("Magical Mystery Tour")
John Wilbraham – trumpet ("Magical Mystery Tour")
Christoper Taylor – flute ("The Fool On The Hill")
Richard Taylor – flute ("The Fool On The Hill")
Jack Ellory – flute ("The Fool On The Hill")
Sidney Sax – violin ("I Am The Walrus")
Jack Rothstein – violin ("I Am The Walrus")
Ralph Elman – violin ("I Am The Walrus")
Andrew McGee – violin ("I Am The Walrus")
Jack Greene – violin ("I Am The Walrus")
Louis Stevens – violin ("I Am The Walrus")
John Jezzard – violin ("I Am The Walrus")
Jack Richards – violin ("I Am The Walrus")
Lionel Ross – cello ("I Am The Walrus")
Eldon Fox – cello ("I Am The Walrus")
Brian Martin – cello ("I Am The Walrus", "All You Need Is Love")
Terry Weil – cello ("I Am The Walrus")
Neill Sanders – horn ("I Am The Walrus")
Tony Tunstall – horn ("I Am The Walrus")
Morris Miller – horn ("I Am The Walrus")
Peggie Allen, Wendy Horan, Pat Whitmore, Jill Utting, June Day, Sylvia King, Irene King, G. Mallen, Fred Lucas, Mike Redway, John O'Neill, F. Dachtler, Allan Grant, D. Griffiths, J. Smith and J. Fraser - backing vocals ("I Am The Walrus")
Ken Essex – viola ("Hello, Goodbye")
Leo Birnbaum – viola ("Hello, Goodbye")
Tony Fisher – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
Greg Bowen – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
Derek Watkins – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
Stanley Roderick – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
John Hall – cello ("Strawberry Fields Forever")
Derek Simpson – cello ("Strawberry Fields Forever")
Norman Jones – cello ("Strawberry Fields Forever")
Ray Swinfield – flute ("Penny Lane")
P. Goody – flute ("Penny Lane")
Manny Winters – flute ("Penny Lane")
Dennis Walton – flute ("Penny Lane")
Leon Calvert – trumpet ("Penny Lane")
Freddy Clayton – trumpet ("Penny Lane")
Bert Courtley – trumpet ("Penny Lane")
Duncan Campbell – trumpet ("Penny Lane"), trumpet ("All You Need Is Love")
Dick Morgan – english horn ("Penny Lane")
Mike Winfield – english horn ("Penny Lane")
Frank Clarke – double bass ("Penny Lane")
David Mason – piccolo trumpet ("Penny Lane")
Eddie Kramer – vibraphone ("Baby, You're A Rich Man") 
George Martin – piano ("All You Need Is Love")
Mick Jagger, Keith Richards, Marianne Faithfull, Keith Moon, Eric Clapton, Pattie Boyd Harrison, Jane Asher, Mike McCartney, Maureen Starkey, Graham Nash and wife Rose Eccles Nash, Gary Leeds and Hunter Davies – backing vocals ("All You Need Is Love")
Sidney Sax – violin ("All You Need Is Love")
Patrick Halling – violin ("All You Need Is Love")
Eric Bowie – violin ("All You Need Is Love")
Jack Holmes – violin ("All You Need Is Love")
Rex Morris – saxophone ("All You Need Is Love")
Don Honeywill – saxophone ("All You Need Is Love")
Stanley Woods – trumpet ("All You Need Is Love")
Evan Watkins – horn ("All You Need Is Love")
Henry Spain – horn ("All You Need Is Love")
Jack Emblow – accordion ("All You Need Is Love")


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Psychedelic Rock, Pop


Trackliste:

1. Magical Mystery Tour (2:52)
2. The Fool On The Hill (3:00)
3. Flying (2:17)
4. Blue Jay Way (3:57)
5. Your Mother Should Know (2:30)
6. I Am The Walrus (4:37)
7. Hello, Goodbye (3:32)
8. Strawberry Fields Forever (4:11)
9. Penny Lane (3:03)
10. Baby, You're A Rich Man (3:04)
11. All You Need Is Love (3:48)

Gesamtspieldauer: 36:50




„Magical Mystery Tour” ist bereits das neunte Studioalbum der Beatles und erschien 1967, also im selben Jahr wie „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band”. Wenn man irgendwelche Menschen danach fragt, sie sollen ein Beatles-Album nennen, dann werden das bereits erwähnte „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band”, „Abbey Road“, „Let It Be“, “White Album” und auch noch „Help“ und „Rubber Soul“ genannt. Ziemlich überraschend, denn es gibt wohl keine Platte der Beatles, die eingängiger ist als „Magical Mystery Tour“. Hierauf befinden sich solche „Klassiker“ wie „The Fool On The Hill”, „I Am The Walrus”, „Strawberry Fields Forever”, „Penny Lane”, „All You Need Is Love” und noch jede Menge mehr, denn im Grunde genommen hätte man hier fast jedes Lied nennen können.

Die Musik der Platte ist ein Soundtrack zum gleichnamigen Film und wurde in Großbritannien auf zwei EP’s veröffentlicht, in den USA erschien er sofort als Album. Der Film selbst handelt von einer sehr skurrilen Busreise und bekam allgemein sehr schlechte Kritiken, die Musik selbst wurde von den Kritikern in den höchsten Tönen gelobt. Überschattet wurden die Entstehung des Films und des Albums allerdings durch den Tod des Beatles Managers Brian Epstein am 27. August 1967. Die vier Musiker trafen sich am 1. September und beratschlagten das weitere Vorgehen und auch die Zukunft der Beatles. Das Ergebnis dieser Unterredung war, sowohl den Film voranzutreiben und auch als Band weiterzumachen. In Fachkreisen gilt jedoch der Tod Brian Epsteins als Einstieg in das Ende der Band.

Nun, wenn jemand noch kein Beatles-Album besitzt und sich mit der Band mal beschäftigen möchte, ist „Magical Mystery Tour“ ein sehr guter Einstieg. Hier gibt es alles zu hören, was diese Band zu dem werden ließ, für was sie bis heute steht: eingängige Melodien, wunderschöne Harmonien, tolle Ideen und auch eine gewisse Experimentierfreude. Zwar ist der indische Einfluss in der Musik weitestgehend verschwunden, experimentiert wird allerdings auf dem Album immer wieder, sodass das Genre „Psychedelic Rock“ nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Der überwiegende Teil der Platte ist allerdings sehr gut gemachter Pop, der ins Ohr geht. Und wo gibt es schon mal eine Scheibe, bei der sich der Hintergrundchor aus Musikern wie Mick Jagger, Keith Richards, Marianne Faithfull, Keith Moon und Eric Clapton zusammensetzt? Den Unterschied zu anderen Pop-Bands der 60er Jahre sieht man auch an der sehr aufwendigen Instrumentierung mit sehr vielen unterschiedlichen Instrumenten und noch zahlreicheren Musikern. Der Aufwand und auch der Anspruch hatten endgültig Einzug in die Pop-Musik gehalten.

Paul McCartney äußerte mal in einem Interview, dass das Lied, welches ihn am meisten an John Lennon erinnern würde und welches auch am deutlichsten nach ihm klingen würde „Strawberry Fields Forever“ wäre. „Strawberry Field“ war der Name eines Waisenhauses, in dessen Nähe John Lennon aufwuchs. Der Text ist wieder mal sehr metaphorisch, die Musik bei aller Eingängigkeit sehr vertrackt und hier trifft das Genre „Psychedelic Rock“ dann schon sehr gut zu. Dies allerdings auch noch im Nachhinein aus einem anderen Grund. 1969 verbreitete eine US-amerikanische Campus-Zeitung der University of Michigan aus Spaß das Gerücht, Paul McCartney sei 1966 bei einem Autounfall getötet worden und die Beatles würden nun mit einem Doppelgänger weitermachen. Ein Radiomoderator griff dies auf und plötzlich kursierte diese Meldung. Ein angeblicher Beweis für diesen Umstand – neben vielen anderen – sei, dass John Lennon am Ende von „Strawberry Fields Forever“ in das Mikrofon flüstern würde „I buried Paul“. Wenn man aber die Lautsprecher aufdreht, kommt da eher „Cranberry Sauce” heraus.

Fazit: Ein tolles Album der Beatles. Melodiös, eingängig, experimentell psychedelisch und sehr innovativ. Wenn man bedenkt, dass dieses Album nur sehr kurze Zeit nach „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band” entstand, überschattet war vom Tod des Managers Brian Epstein und im Grunde genommen ein Soundtrack ist, dann ist das schon sehr, sehr beeindruckend. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Blue Jay Way, Strawberry Fields Forever



Mittwoch, 26. März 2014

The Beatles – Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band




The Beatles – Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and background vocals, lead, rhythm and acoustic guitars, piano and hammond organ, harmonica, tape loops, sound effects and comb and tissue paper, handclaps, tambourine and maracas
Paul McCartney – lead, harmony and background vocals, lead and bass guitars, piano, lowrey and hammond organs, handclaps, vocalisations, tape loops, sound effects and comb and tissue paper
George Harrison – lead, rhythm and acoustic guitars, sitar, lead, harmony and background vocals, tamboura, harmonica and kazoo, handclaps and maracas
Ringo Starr – drums, congas, tambourine, maracas, handclaps and tubular bells, lead vocals, harmonica, final piano e chord


Gastmusiker:

Neil Aspinall – tamboura and harmonica
Geoff Emerick – tape loops and sound effects
Mal Evans – counting, bass harmonica, alarm clock and final piano e chord
Matthew Deyell – tambourine
George Martin – tape loops and sound effects, harpsichord on "Fixing A Hole", harmonium, lowrey organ and glockenspiel on "Being For the Benefit of Mr. Kite!", hammond organ on "With A Little Help From My Friends", piano on "Getting Better" and the solo in "Lovely Rita", final harmonium chord
Neil Sanders – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
James W. Buck – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
John Burden – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
Tony Randall – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
und jede Menge andere, nicht extra aufgeführte Session-Musiker


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Psychedelic Rock, Pop


Trackliste:

1. Sgt. Pepper Lonely Hearts Club Band (2:02)
2. With A Little Help From My Friends (2:44)
3. Lucy In The Sky With Diamonds (3:28)
4. Getting Better (2:48)
5. Fixing A Hole (2:37)
6. She's Leaving Home (3:35)
7. Being For The Benefit Of Mr. Kite! (2:37)
8. Within You Without You (5:05)
9. When I'm Sixty-Four (2:38)
10. Lovely Rita (2:42)
11. Good Morning Good Morning (2:41)
12. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Reprise) (1:19)
13. A Day In The Life (5:34)

Gesamtspieldauer: 39:51




„Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band” ist das achte Studio-Album der Beatles und gilt für viele Musik-Kenner als „das” Pop-Album schlechthin. Nicht umsonst wurde es von der amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone auch in der Liste der „500 Greatest Albums Of All Time“ an die erste Stelle gesetzt. Nun, was macht diese Platte jetzt aber zu so etwas Besonderem? Wenn heute jemand diese Scheibe hört, der noch nie etwas von den Beatles gehört hat – wenn es solche Menschen denn geben sollte – dann wird dieser Hörer mit Sicherheit feststellen, dass sich auf der Scheibe jede Menge melodiöse und eingängige Titel befinden, neben Nummern, die für die Pop-Musik auch heute noch reichlich ungewöhnlich sind. Gut gemachte Pop-Musik der sechziger Jahre mit experimentellen Ansätzen.

Aber das ist es eben nicht nur – okay, vielleicht für jemanden, der die Beatles nicht kennt und schon gar nichts von deren Bedeutung weiß. Denn genau darin liegt auch das Besondere dieses Albums. Nicht nur, dass es eines der ersten Konzeptalben der Pop-Musik war – hier geht es um die fiktive Band des Sergeant Pepper, der den Beatles danach alle Türen in Bezug auf freies Schaffen eröffnen sollte – auch die Tatsache, dass es sehr viel umfangreicher arrangiert wurde, als alle Alben diverser Bands davor, trägt zu seiner Ausnahmestellung bei. Hier gibt es Pop-Musik zu hören, orchestral untermalte populäre Musik, psychedelische Musik und auch indisch angehauchte Musik. Somit ein ganz breites Spektrum an verschiedenen Einflüssen, die diese Platte zu einer außergewöhnlichen Reise werden lassen. Zumindest für die damalige Zeit.

Die Musik auf dem Album ist gut, wenn auch nicht überragend. Jedoch finden sich hier viele Titel, die das Spektrum der Herangehensweise an das Komponieren von Pop-Musik sehr erweiterten und damit ganze Generationen von Musikern stark beeinflussten. Und natürlich beinhaltet die Platte auch einige Klassiker im Songkatalog der Beatles wie „Lucy In The Sky With Diamonds“. Das Stück brachte den Beatles auch einigen Ärger ein, denn es wurde hineininterpretiert, dass hier ein LSD-Trip verherrlicht werden würde, abgeleitet aus einigen Anfangsbuchstaben des Titels. John Lennon behauptete dagegen immer, dass der Text durch eine Zeichnung seines vierjährigen Sohnes Julian inspiriert wäre. Das glaubte vor allem die BBC nicht so ganz und boykottierte das Lied in ihrem Programm. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch die letzte Nummer des Albums „A Day In The Life“, eines der besten Lieder überhaupt im Schaffen der Fab Four. Hier wird auch der psychedelische Ansatz in der Musik überdeutlich. Verschiedene Abschnitte werden hier miteinander verwoben und es entsteht ein spannendes Stück, welches immer wieder die Richtung zu wechseln scheint. Grandios.

Fazit: Klar, es gibt tolle Musik auf „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band”. Aufwendig arrangierte und komponierte Pop-Musik, die nun nicht mehr immer nur nach der Devise Strophe-Refrain-Strophe-Refrain funktioniert. Und selbst, wenn man auf indische Folklore steht, bekommt man hier etwas für das Ohr. Die Mannigfaltigkeit macht es aus, diese Diversität an verschiedenen Stilen, Instrumenten, Stimmungen. Vom Songmaterial her gibt es über die ganze Platte gesehen aber sogar noch bessere Beatles-Scheiben. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Lucy In The Sky With Diamonds, Being For The Benefit Of Mr. Kite!, A Day In The Life



Samstag, 8. März 2014

The Beatles – Revolver




The Beatles – Revolver


Besetzung:

John Lennon – lead, acoustic and rhythm guitars, lead, harmony and backing vocals, piano, hammond organ and harmonium, tape loops and sound effects, cowbell, tambourine, maracas, handclaps, finger snaps
Paul McCartney – lead, acoustic and bass guitars, lead, harmony and backing vocals, piano, clavichord, tape loops, sound effects, handclaps, finger snaps
George Harrison – lead, acoustic and rhythm guitars, bass, lead, harmony and backing vocals, sitar, tamboura, sound effects, maracas, tambourine, handclaps, finger snaps
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, handclaps, finger snaps, lead vocals on "Yellow Submarine"


Gastmusiker:

Anil Bhagwat – tabla on "Love You To"
Alan Civil – french horn on "For No One"
Brian Jones – background vocals on "Yellow Submarine"
Donovan – background vocals on "Yellow Submarine"
Geoff Emerick –tape loops of the marching band on "Yellow Submarine"
George Martin –piano on "Good Day Sunshine" and "Tomorrow Never Knows"; hammond organ on "Got to Get You Into My Life"; tape-loops of the marching band on "Yellow Submarine"
Mal Evans – bass drum and background vocals on "Yellow Submarine"
Marianne Faithfull – background vocals on "Yellow Submarine"
Neil Aspinall – background vocals on "Yellow Submarine"
Pattie Boyd – background vocals on "Yellow Submarine"
Tony Gilbert – violin
Sidney Sax – violin
John Sharpe – violin
Jürgen Hess – violin
Stephen Shingles – viola
John Underwood – viola
Derek Simpson – cello
Norman Jones – cello
Eddie Thornton – trumpet
Ian Hamer – trumpet
Les Condon – trumpet
Peter Coe – tenor saxophone
Alan Branscombe – tenor saxophone


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1966


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Taxman (2:39)
2. Eleanor Rigby (2:08)
3. I'm Only Sleeping (3:02)
4. Love You To (3:01)
5. Here, There And Everywhere (2:26)
6. Yellow Submarine (2:40)
7. She Said She Said (2:37)
8. Good Day Sunshine (2:10)
9. And Your Bird Can Sing (2:02)
10. For No One (2:02)
11. Doctor Robert (2:15)
12. I Want To Tell You (2:30)
13. Got To Get You Into My Life (2:31)
14. Tomorrow Never Knows (2:57)

Gesamtspieldauer: 34:59




Einiges ist an diesem siebten Album der Beatles ist bemerkenswert. Zum einen ist es das erste Album, welches im Veröffentlichungsjahr nicht noch von einem Zweiten begleitet wurde, da die Beatles seit 1963 jedes Jahr zwei Studio-Alben veröffentlichten. Dies wiederum ist wohl darin begründet, dass die Kompositionen immer ausgefeilter wurden und die Beatles sich sehr mit der Umsetzung des Sounds beschäftigten und auch wesentlich mehr Zeit dafür investierten. Es gibt nun nicht nur wie bei „Eleanor Rigby“ gleich ein ganzes Orchester zu hören, Bläser haben ihren Einsatz, es werden rückwärts laufende Tonbänder verwendet und die Sitar des George Harrison wurde nun noch ein wesentlich größerer Spielraum eingeräumt. Zudem ist George Harrison auf der Platte sogar mit drei Kompositionen vertreten.

Angeblich bezeichnete John Lennon den Vorgänger „Rubber Soul“ als Pot-Album, bei dem die vier Musiker ordentlich einen geraucht hatten. „Revolver“ sei dagegen das „Acid-Album“, die Band hatte angefangen mit LSD zu experimentieren. Und wenn man sich die Platte so durchhört, dann wird der Weg der Band hin zum Psychedelic Rock offensichtlich, beziehungsweise besser ausgedrückt: unüberhörbar. Stellvertretend hierfür stehen die Titel „Love To You“ und „Tomorrow Never Knows“, zwei Lieder, bei denen man bewusstseinserweiternde Drogen fast heraushören kann.

Dann gibt es natürlich auch noch jede Menge Klassiker aus dem Song-Katalog der Beatles. Das bereits erwähnte „Eleanor Rigby“ ist ein wunderschönes und intensives Lied, nur mit Streichinstrumenten und Gesang versehen, dessen einziges Manko es ist, einfach zu kurz zu sein. Auch der nachfolgende Titel „I'm Only Sleeping” springt einem sofort ins Ohr. Sehr melodiös und eingängig, genau wie „For No One”, ausgestattet mit einer Melodie zum dahinschmelzen. Auch bei diesen beiden Nummern wird die sehr viel abwechslungsreichere Instrumentierung offenbar, hier gibt es nicht mehr nur Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang zu hören, sondern auch verzerrte Geräusche oder wie bei letztgenannten Titel einen sehr schönen Horn-Melodiebogen, der den Titel noch ein wenig wärmer werden lässt.

Dass die Beatles auch rockiger klingen können beweisen die mit „Doctor Robert“. Hier kommen nun wieder die Standardinstrumente des Rock zum Einsatz, man wird zum Mitwippen animiert, wobei der Rhythmus erneut in eine klasse Melodie eingebettet wurde. Ebenfalls sehr überzeugend klingt „Good Day Sunshine”, bei dem dieses Mal dem Piano eine große Rolle zufällt. Ringo Starr vollführt dieses Mal die Rolle des Sängers bei „Yellow Submarine“, einem Titel, dem ebenfalls eine gewisse Drogennähe durch versteckte Botschaften zugeschrieben wurde, was die Band allerdings verneinte. Für Paul McCartney war dies eher ein „Kinderlied“. Irgendwie klingt es zugegebenermaßen auch genau so.

Fazit: „Revolver“ ist ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Album geworden, die Beatles sprühten nur so vor Ideen und Experimentierfreude. Wunderschöne Melodien gibt es hier zu entdecken und Psychedelic Rock, der für die damalige Zeit noch revolutionär war. Nicht weiter verwunderlich, dass die Beatles mit ihrer Musik so viele andere Bands inspirierten, denn mit „Revolver“ beschritten sie ganz neue und spannende Wege, eröffneten ein neues Kapitel in der Geschichte der Musik. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Eleanor Rigby, For No One, Tomorrow Never Knows