Roger Chapman – How, How, How (Maxi Single) Besetzung: Keine weiteren Angaben Gastmusiker: Keine weiteren Angaben Label: Instant Records Erscheinungsdatum: 1984 Stil: Rock Trackliste: 1. How, How, How (6:02) 2. Hold That Tide Back (3:07) Gesamtspieldauer: 9:09
Normalerweise werden auf diesen Seiten keine Singles und Maxi-Singles besprochen. Im Falle von Roger Chapmans „How, How, How“ handelt sich allerdings um eine sehr gelungene alternative Version eines Liedes, welches in ursprünglicher Version auf dem ebenfalls im Jahr 1984 erschienen Album „The Shadow Knows“ enthalten ist. Deshalb mal eine Ausnahme.
„How, How, How“ rockt gut und geht ins Ohr. Auch der etwas verlängerte Instrumentalteil schließt sich hier sehr gut an und verlängert den Groove. Das Lied ist zum Teil sogar ein klein wenig funky geraten und scheint irgendwie zu vibrieren. Gut geeignet für 80er Partys, um die Tanzfläche zu füllen. Auf der Rückseite befindet sich der Titel „Hold That Tide Back“, welcher keiner großartigen Erwähnung bedarf und wohl nicht umsonst nicht auf dem Album „The Shadow Knows“ enthalten war.
Fazit: „How, How, How“ ist in dieser Version ein gelungener alternativer Mix des ursprünglich „nur“ rockigen Liedes, welches sich auf dem achten Solo-Album des gebürtigen Leicesters befindet. Ein Lied, wie geschaffen für 80er-Revival-Partys, bei denen nicht der Synthie-Pop im Vordergrund stehen soll. Ohne Bewertung.
Roger Chapman– Hybrid And Lowdown Besetzung: Roger Chapman – vocals Gastmusiker: Tim Honkley – keyboards Steve Simpson – mandolin, backing vocals, guitar Mick Moody – guitars Peter Strout – bass John Lingwood – drums Chris Fletcher – congas, tambourine, percussion Bob Tench – backing vocals Zeitia Massieh – backing vocals Simon Edwards – accordion Sonny Spider – backing vocals, tambourine, harmonica Philip Spalding – bass Henry Spinetti – drums Nicky Hopkins – keyboards, grand piano Dave Courtney – drums Ian Gibbons – keyboards Nick Pentelow – soprano saxophone Label: Polydor Erscheinungsdatum: 1990 Stil: Rock Trackliste: 1. Hot Night To Rhumba (5:25) 2. Holding On (4:30) 3. Hideaway (3:53) 4. Beautifully Indecent (4:41) 5. Sushi Roll (4:21) 6. Someone Elses Clothes (4:16) 7. Chicken Fingers (2:54) 8. House Behind The Sun (5:05) 9. Sushi Rock (2:33) 10. Is There Anybody Out There? (4:55) 11. Bye Bye Love (5:07) Gesamtspieldauer: 47:40
Roger Chapman hat neben seiner ersten ersten Band „Family” auch noch in der Rhythm & Blues Formation „Streetwalkers“ gesungen. Darüber hinaus war er zusammen mit diversen anderen Musikern aktiv, wobei sein bekanntestes Projekt diesbezüglich wohl das Lied „Shadows On The Wall“ mit Mike Oldfield sein dürfte. Neben all diesen Aktivitäten veröffentlichte der gebürtige Engländer aus Leicester noch jede Menge Solo-Alben. In der Diskographie des Roger Chapman also die Übersicht zu behalten, ist wahrlich keine einfache Angelegenheit.
„Hybrid And Lowdown“ heißt sein wohl elftes Solo-Studioalbum, welches 1990 auf dem Label Polydor veröffentlicht wurde. Roger Chapman versuchte in seiner Karriere anscheinend auf so jeden musikalischen Zug aufzuspringen, der gerade an ihm vorbeisauste und der ihm opportun erschien. So gibt es von ihm beziehungsweise seinen Bands Progressive Rock, Rock, Pop, Rhythm & Blues, Synthie und Techno und was weiß ich nicht noch alles zu hören. Das Einzige, was dabei immer mit im Vordergrund stand, das war seine Reibeisenstimme, die wahrlich unverwechselbar klingt.
Doch wie immer, wenn man auf zu vielen Hochzeiten tanzen möchte, wird es schwierig, etwas richtig gut zu machen. Ein schönes Beispiel dafür ist diese Scheibe „Hybrid And Lowdown“. Was gibt es hier nicht alles zu hören. Pop, Rock, Rock’n’Roll, Blues und sogar ein wenig Funk haben sich hier versammelt. Und all das auf einem Album, welches in den Jahren 1989 und 1990 eine von fünf Veröffentlichungen des Roger Chapman war – auch wenn es sich dabei „nur“ um zwei Studio-Alben, eine Live-Platte und gleich zwei Kompilationsplatten handelte.
Die Musik rauscht einfach so an einem vorbei. Es gibt auf „Hybrid And Lowdown“ zwar nichts „Grausames“ zu hören, man muss also nicht gleich flüchten, allerdings merkt man der Scheibe leider an, dass sie eine Art Massenware ist, irgendwie schnell zusammengeschustert und auf den Markt geworfen. Die Lieder zünden einfach nicht, sind größtenteils wahnsinnig langweilig und zudem unfassbar belanglos. Unglaublich, mit was man seine Zeit alles vergeuden kann. Die beiden für mich hörbaren und noch halbwegs interessanten Stücke sind das Rock Lied „Beautifully Indecent“ sowie das sanfte und deutlich nachdenklichere „Someone Elses Clothes“. Beides sind Titel, die zumindest noch ins Ohr gehen, zwar keine Höhepunkte in der modernen Musik darstellen, aber man kann sie zumindest hören, ohne auf die Uhr sehen zu müssen. Hat doch was.
Fazit: Es gibt Alben, die bleiben in Erinnerung, haben etwas Besonders an sich, bleiben auf ewig „jung“ und „in“. Und dann gibt es so etwas wie „Hybrid And Lowdown“. Eine Scheibe, die bei den allermeisten Musikhörern, die sie besitzen werden, mit Sicherheit ein trostloses Dasein in irgendwelchen Kellern oder ganz unten im Stapel fristet. Es gibt jede Menge gute Musik auf dieser Welt und diese hier gehört noch nicht mal zu der schlechten Musik. Allerdings zu der unfassbar langweiligen und deshalb auch zu jener Kategorie von Musik, die irgendwann vergessen wird und keiner hat es gemerkt. Sechs Punkte.
Anspieltipps: Beautifully Indecent, Someone Elses Clothes, House Behind The Sun