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Samstag, 28. Mai 2016

Dire Straits – On Every Street




Dire Straits – On Every Street


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitar
John Illsley – bass
Alan Clark – organ, piano, synthesizer
Guy Fletcher – synthesizer, backing vocals
Chris White – flute, saxophone


Gastmusiker:

Danny Cummings – percussion
Paul Franklin – pedal steel guitar, acoustic lap steel
Vince Gill – guitar, backing vocals
Manu Katché – percussion, drums
George Martin – conductor, string arrangements
Phil Palmer – guitar
Jeff Porcaro – drums, percussion


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Calling Elvis (6:27)
2. On Every Street (5:04)
3. When It Comes To You (5:01)
4. Fade To Black (3:50)
5. The Bug (4:16)
6. You And Your Friend (5:59)
7. Heavy Fuel (4:56)
8. Iron Hand (3:09)
9. Ticket To Heaven (4:25)
10. My Parties (5:33)
11. Planet Of New Orleans (7:48)
12. How Long (3:49)

Gesamtspieldauer: 1:00:21




Ganze sechs Jahre dauerte es, bis Mark Knopfler mit seiner Band Dire Straits den Nachfolger für das Album „Brothers In Arms“ einer gespannten Öffentlichkeit präsentierte. „On Every Street“ war das sechste und letzte Studio-Album, was unter der „Überschrift“ Dire Straits veröffentlicht wurde und erschien im September 1991 erneut bei Vertigo Records. Mark Knopfler, Gitarrist, Sänger und Ideengeber der Band, sollte allerdings bis einschließlich 2015 noch neun Solo-Alben nachschieben.

Die Platte verkaufte sich immer noch gut, kam aber selbstverständlich nicht mehr an die Zahlen von „Brothers In Arms“ heran. Die Meinung der Kritiker wie der Fans fiel dabei sehr unterschiedlich aus und reichte von „Ein würdiger Nachfolger“ bis „Das war ja gar nichts mehr“. Nun, die Musik auf „On Every Street“ war eine andere geworden. Zwar lassen sich die Lieder immer noch eindeutig den Dire Straits zuordnen, was allerdings nicht immer an der Musik selbst liegt, sondern eben auch an der Stimme des Mark Knopfler. Dass die Fans der vorherigen Platten Schwierigkeiten mit einer Blues-Nummer wie „Fade To Black“ haben würden, war durchaus vorauszusehen.

Was allerdings wirklich ein klein wenig fehlt, auf diesem sechsten Dire Straits Album, das sind diese berauschenden Melodien und ebenso diese intensiven Stimmungen, die manche der Lieder auf „Love Over Gold“ oder „Brothers In Arms“ noch ausstrahlten und transportierten. Da war etwas vom Geiste der Musik der Band verloren gegangen ohne, dass die Lieder nun völlig missraten wären. Denn es gibt sie auch hier auf „On Every Street“, diese so sanften Nummern, wie zum Beispiel „You And Your Friend“. Und solch ein Lied klingt auch, allerdings mit der Einschränkung, dass es sich eben nicht mehr ganz so überzeugend anhört, nicht mehr ganz so ins Ohr geht, nicht mehr ganz diesen Effekt erzeugen kann, bei dem man beim Hören eines Liedes unbedingt Ruhe um sich herum erhofft, um sich ganz auf den Titel konzentrieren zu können.

Trotzdem klingt die Scheibe alles andere als schlecht oder langweilig. Gerade auch der Mix aus langsamen und rockigeren Liedern, darin eingestreut ein paar Blues- sowie sogar Country-Klänge, lassen die ganze Scheibe zwar nicht unbedingt einheitlich, jedoch durchaus abwechslungsreich klingen. Und ein paar Höhepunkte gibt es ja durchaus. Da ist der rockige Opener „Calling Elvis“, das verträumte Titellied „On Every Street“ oder das sanfte und intensive „Iron Hand“. Vieles vom Rest ist relativ unspektakulär und dieser wirklich krasse und langweilige Bluesausflug mit „Fade To Black“ ist genauso eine Ausnahme, wie der reine Country Titel „How Long“ und die wahrlich zu süßliche Nummer „Ticket To Heaven“. Bei letztgenanntem Titel kann man gut hören, dass zu viel Streicher eben auch nicht funktionieren.

Fazit: Es gibt sie, die wirklich schönen Stellen auf „On Every Street“. Diese sind allerdings nicht mehr ganz so üppig vorhanden wie noch auf den Vorgängern und vermögen einen auch nicht mehr in dieser Intensität zu packen. Einige wenige Ausreißer nach unten gibt es auf dem sechsten Album der Dire Straits und neben den Höhepunkten noch einige durchschnittliche Lieder. Nicht unbedingt der grandiose Abgang dieser so innovativen Band, allerdings hat es da auch schon deutlich schlechtere Abschiede gegeben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Calling Elvis, On Every Street, Iron Hand



Samstag, 30. April 2016

Dire Straits – Brothers In Arms




Dire Straits – Brothers In Arms


Besetzung:

Mark Knopfler – guitars, lead vocals
John Illsley – bass, vocals
Alan Clark – keyboards
Guy Fletcher – synthesizer, backing vocals
Omar Hakim – drums
Terry Williams – drums


Gastmusiker:

Michael Brecker – tenor saxophone
Randy Brecker – trumpet
Malcolm Duncan – tenor saxophone
Neil Jason – bass
Tony Levin – bass
Jimmy Maelen – percussion
Michael Mainieri – vibraphone
Dave Plews – trumpet
Jack Sonni – guitar
Sting – backing vocals


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock


Trackliste:

1. So Far Away (5:12)
2. Money For Nothing (8:26)
3. Walk Of Life (4:12)
4. Your Latest Trick (6:33)
5. Why Worry (8:31)
6. Ride Across The River (6:58)
7. The Man's Too Strong (4:40)
8. One World (3:40)
9. Brothers In Arms (7:00)

Gesamtspieldauer: 55:15




„Brothers In Arms“ heißt das fünfte Album der Dire Straits, welches im Mai 1985 auf dem Label Vertigo veröffentlicht wurde. Es ist die, mit etwa 30 Millionen Verkäufen, mit Abstand erfolgreichste Platte der Band, was Platz 24 in der Liste der best-verkauften Alben bedeutet. Ist die Ursache dafür nun, dass der Titel „Money For Nothing“ beim damals immer noch neuen MTV rauf und runter lief, das Album eine der ersten Alben war, welches vollständig in digitaler Form eingespielt wurde oder ist es die Qualität der Lieder insgesamt auf „Brothers In Arms“, die das Album so erfolgreich werden ließen? Zwar spielt MTV hierbei sicherlich keine untergeordnete Rolle und das Album wurde dadurch immens gepusht, allerdings ist die Musik auf dieser Platte wirklich so gut, dass sie einfach erfolgreich sein musste und den großen Erfolg begründete. Die parallel erfolgte Veröffentlichung als Schallplatte beziehungsweise als DDD Compact Disc, hatte wohl auf den Erfolg des Albums selber weniger Einfluss, denn diese Vorgehensweise war Mitte der 80er Jahre inzwischen gängiger Usus geworden. Allerdings war „Brothers In Arms“ das erste Album, welches sich in Form der CD besser verkaufte als in der Platten-Ausgabe, was die CD-Druckereien an ihre Kapazitätsgrenzen brachte, so groß war die Nachfrage. Dies alles, obwohl hier kein Bonustitel auf der digitalen Veröffentlichung vorhanden war. Allerdings wiesen die Lieder auf der Compact Disc zum Teil eine deutlich längere Laufzeit auf, die dann wohl als Kaufargument zugunsten der CD ausschlug.

Es ist die Mischung, die „Brothers In Arms“ ausmacht. Da sind zum einen die fröhlicheren, groovenden Titel wie „So Far Away“ oder „Walk Of Life“. Dann beinhaltet diese Scheibe auch eher rockige Nummern, wie das bereits erwähnte „Money For Nothing“ oder aber „One World“. Schließlich hört man auf „Brothers In Arms“ auch noch die von diesen vier Liedern etwas abgesetzten, sanfteren, nachdenklichen und bewegenden Titel wie „Your Latest Trick“, „Why Worry“, „Ride Across The River“, „The Man's Too Strong“ und das Titellied „Brothers In Arms“, wobei gerade die letztgenannten beiden Stücke unfassbar ergreifend sind, mit zu den besten Stücken der Dire Straits gehören und auch allgemein die populäre Rockmusik wunderbar bereichern.

Was allen Liedern auf „Brothers In Arms“ auf jeden Fall gemein ist, ist die Tatsache, dass sie alle sehr schnell ins Ohr gehen und es dabei ganz egal ist, ob sie etwas schneller oder langsamer eingespielt wurden. Dabei lohnt sich immer auch ein Blick auf die Texte, die wahrlich fast ebenso bewegend sind, wie die Musik selbst. Das wiederum macht ein Lied wie „Brothers In Arms“ so wunderbar intensiv, dass man in diese Musik einfach eintauchen muss, darin aufgehen kann, sich diese wärmende Auszeit geben sollte. Der Mix aus diesen flotteren und etwas ruhigeren Stücken ist auf „Brothers In Arms“ wahrlich gelungen. Trotzdem sind es die stillen Stücke, die diese Platte zu etwas Besonderem werden lassen, was auch nach über dreißig Jahren noch absolut hörenswert ist.

Fazit: „Brothers In Arms“ ist mit „Love Over Gold“ das beste Studio-Album, welches Mark Knopfler mit seinen Dire Straits seinen Hörerinnen und Hörern schenkte. Hierauf befindet sich Musik, die bewegt, was man nur von einer ausgewählten Anzahl von Platten behaupten kann. Das Besondere an „Brothers In Arms“ ist auch, dass es in den 80er Jahren entstand, als im Grunde genommen eine völlig andere Musikkultur herrschte, in der Vieles synthetisch und einfach klingen musste und nur so angenommen wurde. Es lohnt sich durchaus auch manchmal gegen den Strom zu schwimmen und auch zu hören. „Brothers In Arms“ beweist das. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Man's Too Strong, Brothers In Arms



Donnerstag, 10. März 2016

Dire Straits – Love Over Gold




Dire Straits – Love Over Gold


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitar
Hal Lindes – guitar
Alan Clark – keyboards
John Illsley – bass
Pick Withers – drums


Gastmusiker:

Mike Mainieri – vibes, marimba
Ed Walsh – synthesizer programming


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. Telegraph Road (14:18)
2. Private Investigations (6:46)
3. Industrial Disease (5:50)
4. Love Over Gold (6:17)
5. It Never Rains (7:59)

Gesamtspieldauer: 41:12




„Love Over Gold“ ist unter den sechs Studio-Alben, die die Dire Straits von 1978 bis 1991 insgesamt veröffentlichten, schon eine ganz außergewöhnliche Platte geworden. Lediglich fünf Titel befinden sich auf diesem vierten Album der Band um Sänger, Gitarrist und Songschreiber Mark Knopfler, welches im September 1982 auf dem Label Vertigo veröffentlicht wurde. Nie klangen die Dire Straits dabei eingängiger, nie auch progressiver als auf „Love Over Gold“. Dabei diese Platte jedoch gleich unter dem Genre Progressive Rock einzusortieren – wie man es immer wieder in verschiedenen Foren du Rezensionen nachlesen kann – scheint einigermaßen übertrieben. Allerdings bleibt durchaus festzustellen, dass die fünf Musiker auf „Love Over Gold“ durchaus neue, bisher so noch nicht gehörte Wege gehen.

Das beginnt gleich mit dem über vierzehn minütigen Eröffnungslied „Telegraph Road“. Mal klingt es sanft und leicht, mal groovend, mal rockend. Jede Menge musikalisch stilistische Wechsel gibt es in diesem Stück zu erhören, alle spannend aufeinander abgestimmt, immer melodiös und ins Ohr gehend. Eine kleine musikalische Reise durch verschiedene Stimmungen und Atmosphären stellt „Telegraph Road“ dar, die man einfach antreten sollte. Wahrlich beeindruckend.

Genauso überzeugend geht es jedoch sofort weiter. Mit „Private Investigations“ folgt das vielleicht sogar beste Lied, welches jemals von Mark Knopfler alias Dire Straits geschrieben wurde. Auch hier ist es das Spiel mit den musikalischen Stimmungen, die die Nummer so beeindruckend werden lassen. Über die gesamte Laufzeit von fast sieben Minuten klingt „Private Investigations“ mal entrückt, mal fast schon mystisch sanft, dann sich jedoch auch steigernd. Dazu geht der Titel sofort ins Ohr, ist dabei sicherlich kein Lied zum Mitsingen, jedoch eines, um sich fallen zu lassen, um darin einzutauchen, um Abstand von allem zu gewinnen, von dem man es gerade nötig hat. Grandios.

Diese beiden Lieder befinden sich auf der ehemaligen ersten Seite der Platte, mit der die zweite Seite nicht ganz mithalten kann. „Nicht ganz“ ist dabei sogar noch ein wenig übertrieben, denn „Industrial Disease“ ist ein Rock’n’Roll, wie ihn Mark Knopfler auf jedem seiner Alben gerne sieht. Ein durchaus fröhliche Nummer, jedoch längst nichts Besonderes mehr. Sehr viel besser wird es dann allerdings wieder mit dem Titellied „Love Over Gold“. Erneut ein eher sanftes Stück, welches sich langsam entwickelt. Sehr überzeugend hier die akustische Gitarre, die teilweise wie eine spanische Gitarre klingt, wenn diese mit den Marimbas abwechselnd im Vordergrund steht. „Love Over Gold“ kommt nicht ganz an die beiden Lieder der ersten Seite heran, trotzdem wirkt es überaus gelungen. Das Album wird schließlich mit „It Never Rains“ beendet. Auch dieses Lied ist wieder eine für dieses Album so typische Nummer, die mit jedem Akkord und Takt eindeutig nach den Dire Straits klingt. Sanft beginnt das Stück und steigert sich schließlich zu einer melodischen Rock-Nummer, nicht zu hart und auch wieder ins Ohr gehend, die dann in ein langes und ausschweifendes Solo mündet. „It Never Rains“ ist ebenfalls ein sehr gelungenes Lied, welches dieses Album überzeugend abschließt.

Fazit: „Love Over Gold“ ist eines der besten, wenn nicht das beste Studio-Album der Dire Straits geworden. Die sich darauf befindlichen Titel sind Rock-Nummern auf allerhöchstem Niveau, eingängig und mitreißend, abwechslungsreich und atmosphärisch dicht. „Love Over Gold“ ist auch mit das typischste Album der Dire Straits, da man die Band in jedem Akkord, jedem Takt sofort wiedererkennt. Sicherlich eines der größten Alben des Jahres 1982. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Telegraph Road, Private Investigations



Montag, 25. Januar 2016

Dire Straits – Dire Straits




Dire Straits – Dire Straits


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, lead and rhythm guitars
David Knopfler – rhythm guitar, vocals
John Illsley – bass, vocals
Pick Withers – drums


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. Down To the Waterline (4:02)
2. Water Of Love (5:26)
3. Setting Me Up (3:19)
4. Six Blade Knife (4:13)
5. Southbound Again (2:59)
6. Sultans Of Swing (5:48)
7. In The Gallery (6:16)
8. Wild West End (4:41)
9. Lions (5:03)

Gesamtspieldauer: 41:53




Mit dem Bandnamen betitelte Mark Knopfler die erste Platte seiner Band Dire Straits, die im Jahr 1978 auf Mercury Records veröffentlicht wurde. Darauf zu hören ist der absolut typische Dire Straits Sound, was zum einen an dem Gesang des Mark Knopfler liegt und noch deutlich mehr an seinem wahrlich unverwechselbarem Gitarrenspiel. So, auf diese Art und Weise, klingt lediglich Mark Knopfler – sonst absolut niemand mehr.

Gut, die Musik ist eindeutig den Dire Straits zuzuordnen, jedoch haben die Lieder hier auf diesem ersten Album der Band noch nicht die Qualität späterer Platten. Es scheint fast so, als ob Mark Knopfler zu dieser Zeit zusammen mit seinem Bruder David noch auf der Suche nach der richtigen Melodie, überhaupt nach der Ausrichtung der Band war. Klar, dieses erste Album der Dire Straits enthält gleich ihren wohl größten Hit. „Sultans Of Swing“ ist wahrlich eine tolle Nummer, die groovt und swingt und ins Ohr geht. Allerdings ist sie leider auch die einzige, die auf der Scheibe wirklich überzeugen kann.

Mark Knopfler ist ein toller Gitarrist, hier hört er allerdings auch so an, als ob er das jeder Hörerin, jedem Hörer auch sofort beweisen wollen würde. Oftmals klingt die Musik der Dire Straits auf diesem Debut-Album noch allzu selbstverliebt. Böse Stimmen könnten da durchaus auch von etwas Gedudel sprechen. Aber noch nicht einmal dies wär das Problem. Viel enttäuschender ist, dass die Platte bis auf „Sultans Of Swing“ keine Titel mehr enthält, die irgendwie länger hängenbleiben würden. Man hört zwar jede Menge groovende Rock-Musik, aber nichts mehr, was in irgendeiner Art und Weise auch ansatzweise nachhaltig wäre, nachhallen würde.

Fazit: „Dire Straits“ von den Dire Straits ist nicht nur das erste Album der Band, sondern leider auch eines der langweiligsten des Mark Knopfler. Außer dem wirklich überragenden Titel „Sultans Of Swing” enthält die Platte nichts mehr, was irgendwelchen Eindruck hinterlassen würde. Ganz im Gegenteil sogar, meistens langweilt das Ganze irgendwie. Ohne „Sultans Of Swing” wäre die Scheibe überhaupt keine Erwähnung wert. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Sultans Of Swing



Samstag, 18. April 2015

Dire Straits – Making Movies




Dire Straits – Making Movies


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitar
John Illsley – bass, vocals
Pick Withers – drums, vocals


Gastmusiker:

Roy Bittan – keyboards
Sid McGinnis – guitar


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Rock


Trackliste:

1. Tunnel Of Love (Intro/The Carousel Waltz) (8:11)
2. Romeo And Juliet (6:01)
3. Skateaway (6:40)
4. Expresso Love (5:12)
5. Hand In Hand (4:48)
6. Solid Rock (3:27)
7. Les Boys (4:09)

Gesamtspieldauer: 38:31




Eine wahre Geschichte: Es trug sich zu in einem Plattengeschäft, etwa Mitte der 80er Jahre. Ich war gerade mal wieder dabei, mein Taschengeld in Musik zu investieren und blätterte durch die Platten, die in Kästen vor mir angeordnet waren. Irgendetwas unter dem Buchstaben „L“ oder „M“ schien ich gerade zu suchen, als rechts neben mir ein etwa fünf Jahre älterer Typ auftauchte und verzweifelt etwas unter dem Buchstaben „S“ suchte. Dann hob er den Kopf, schaute zu mir und meinte: „Kann es sein, dass die hier keinen Dire Straits haben?“ Ich sah ihn etwas verwundert an und meinte dann: „Da musst Du unter „D“ suchen.“ Er: „Echt? Was ist das denn für ein Laden, dass die die Musik unter den Vornamen einsortieren?“ Er ging zu „D“, schnappte sich „Making Movies“ von den Dire Straits und marschierte weiter zur Kasse. Ich stand währenddessen etwas sprachlos, aber wohl mit einem vor Verblüffung leicht geöffnetem Mund da und konnte gar nicht so recht glauben, was da eben genau so passiert war.

Es war diese Platte, die der Typ damals gekauft hat. Ich kannte die Scheibe zu der Zeit noch gar nicht. Aber jetzt ganz schnell zur Musik auf „Making Movies“. Nun, wenn es ein typisches Dire Straits Album gibt, dann kommt „Making Movies“ garantiert in die engere Wahl. Hierauf ist alles vertreten, was diese Band damals ausmachte. Jener, mit einem hohen Wiedererkennungswert ausgestattete, nuschelnde Gesang des Mark Knopfler und natürlich der einmalige Gitarrensound, den es so nur bei den Dire Straits beziehungsweise Mark Knopfler zu hören gibt. Dieser hatte sich vor dem Entstehen des Albums mit seinem Bruder David Knopfler überworfen, der daraufhin die Band verlassen hatte. Der Sound der Band hatte sich nun auch weiterentwickelt, ob das allerdings an der Demission des David Knopfler lag, das sei mal so dahingestellt.

Mit „Tunnel Of Love“ und „Romeo And Juliet“ sind auch zwei Klassiker im Bandkatalog der Dire Straits mit vertreten. Allerdings gibt es mit „Expresso Love” und „Solid Rock” weitere richtig gute Nummern, die einfach Spaß machen. Es ist dieses musikalische Gefühl der Lockerheit, was die Dire Straits immer wieder mit ihren Liedern erzeugen, welches die Band durchaus zu etwas Besonderem werden lässt – und genau dieses Gefühl entwickelt sich auch beim Hören dieser genannten Lieder.

Fazit: Die ganz großen „Knaller“ gibt es auf „Making Movies“ nicht, dafür jedoch einige sehr gelungene Nummern, die das ganze Album absolut hörenswert werden lassen. Es ist wirklich diese, durch die Musik transportierte Atmosphäre, welche die Dire Straits durchaus zu etwas Besonderen werden lässt. Nach dem Genuss einer solchen Platte fühlt man sich irgendwie fröhlicher, man ist vielleicht nicht gepackt und ergriffen, aber schon auf eine gewisse Art und Weise positiver gestimmt. Nochmal ein Grund mehr, viel mehr Musik zu hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Tunnel Of Love, Romeo And Juliet



Samstag, 13. Dezember 2014

Dire Straits – Communiqué




Dire Straits – Communiqué


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, lead and rhythm guitars
David Knopfler – rhythm guitar and vocals
John Illsley – bass and vocals
Pick Withers – drums
Barry Beckett – keyboards


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Once Upon A Time In The West (5:24)
2. News (4:13)
3. Where Do You Think You're Going (3:49)
4. Communique (5:49)
5. Lady Writer (3:44)
6. Angel Of Mercy (4:34)
7. Portobello Belle (4:29)
8. Single Handed Sailor (4:42)
9. Follow Me Home (5:50)

Gesamtspieldauer: 42:24




„Communiqué” heißt das zweite Album der Dire Straits und wurde im Jahr 1979 veröffentlicht. Die Dire Straits waren eine Band, die man aus tausenden anderer Combos heraushören konnte und auch heute noch kann, was nicht zuletzt am Gitarrensound des Mark Knopfler liegt, der natürlich auch auf „Communiqué” wieder alle Lieder in Eigenregie geschrieben hat.

Auch wenn es auf „Communiqué” kein „Sultans Of Swing“ gibt, das wohl bekannteste Lied der Dire Straits, so wirkt hier doch auch alles wieder sehr locker, relaxt oder beschwingt, je nachdem, wie man das sehen will. Die Musik ist immer überaus eingängig, melodiös und groovt eben – und zwar vom ersten bis zum allerletzten Akkord und Takt. Das ist zwar keine „Gute-Laune-Musik“, die die Dire Straits hier verbreiten, jedoch bekommt man gute Laune, wenn man das Album hört. Alles wirkt so leicht, so locker, das Leben scheint eine ganz tolle Sache zu sein, wenn man sie mit den Augen der Dire Straits sieht oder noch besser, mit deren Ohren hört.

Zwar war die Platte nicht ganz so erfolgreich wie das erste Album der Band, trotzdem sind hier auch wieder alle Zutaten versammelt, die die Dire Straits immer ausgemacht haben: Das Gitarrenspiel des Mark Knopfler eben und seinen etwas nuschelnden Gesang in Verbindung mit schönen Melodien und dieser irgendwie vorhandenen Coolness. Vielleicht ist auf „Communiqué” auch nicht dieselbe Fülle von „Hits“ vorhanden, wie auf manch anderer Scheibe der Band, Spaß macht das Anhören trotzdem, wenn man auf gitarrenorientierten Rock steht, der niemals laut oder aufdringlich ist oder wird.

Fazit: „Communiqué” ist vielleicht nicht das beste Album der Dire Straits, jedoch sicherlich auch keine schlechte Scheibe. Die Musik der Band wirkt immer so locker und losgelöst, dass man ganz automatisch keine schlechte Laune beim Hören haben kann. Natürlich ist das keine „Übermusik“ und die Scheibe kommt auch bei Weitem nicht an die Live-Platte „Alchemy“ heran, hörenswert ist sie trotzdem. Neun Punkte.

Anspieltipps: Once Upon A Time In The West, News, Where Do You Think You're Going



Montag, 23. April 2012

Dire Straits – Alchemy





Dire Straits – Alchemy


Besetzung:

Mark Knopfler –guitar & vocals
John Illsley – bass
Alan Clark – keyboards
Hal Lindes – guitar
Terry Williams – drums


Gastmusiker:

Tommy Mandel – additional keyboards
Mel Collins – saxophone
Joop De Korte – percussion


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: gitarrenorientierter Pop


Trackliste:


CD1:

1. Once Upon A Time In The West (13:01)
2. Expresso Love (5:36)
3. Romeo And Juliet (8:16)
4. Love Over Gold (3:27)
5. Private Investigations (7:34)
6. Sultans Of Swing (10:58)


CD2:

1. Two Young Lovers (4:52)
2. Tunnel Of Love (14:23)
3. Telegraph Road (13:43)
4. Solid Rock (6:02)
5. Going Home (6:03)




Mit dem Live-Album „Alchemy“ haben Dire Straits eine Platte erschaffen, die wahrlich magisch ist. Unglaublich dicht und stimmungsvoll ist jedes, der auf dieser Live-Veröffentlichung enthaltenen Lieder. Gefühlvolle Gitarrenmusik, die zu ergreifen weiß. Auf „Alchemy“ wird solch eine beeindruckende Atmosphäre hergestellt, dass man in dieser Musik schwelgen, ganz darin aufgehen kann. Und dabei ist die Musik auf „Alchemy“ meist sehr ruhig, zurückhaltend, kann dann allerdings auch wieder an den richtigen Stellen grooven und rocken.

Letzteres trifft natürlich auf dem Song „Sultans Of Swing“ zu. Hier swingt und groovt es wirklich – und zwar mit jedem Ton. Und dabei ist das Stück in dieser Version fast doppelt so lang wie auf der ursprünglichen Studioaufnahme, die auf der ersten Platte der Band, kurz Dire Straits genannt, veröffentlicht wurde. Und in diesen elf Minuten Dauer des Liedes, gibt es keinen auch noch so kurzen Augenblick der Langeweile. Hier ist alles spannend. Das virtuose Gitarrenspiel des Mark Knopfler, immer schneller und schneller werdend, lässt den Zuhörer selbiges mit offenem Mund hören. Wahrlich beeindruckend.

Ebenso beeindruckend ist der knapp Achtminüter „Private Investigations“. Deutlich ruhiger als „Sultans Of Swing“, jedoch keinen Jota weniger fesselnd. Und auch hier steht sie natürlich wieder im Vordergrund, diese Gitarre, aus der Mark Knopfler so viel herauszuholen versteht. Stellvertretend kann das Stück „Private Investigation“ auch für das Songwriting Mark Knopflers stehen. Denn dieser verzichtet sehr oft auf den, im Pop- und Rockbereich üblichen Ablauf mit: Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe und dann, zum Abschluss, noch mal den Refrain. Alles entwickelt sich bei „Private Investigations“ hin, zu diesem einem Höhepunkt, um anschließend langsam auszuklingen. Und diese Herangehensweise an die Dramaturgie des Liedes wird so perfekt umgesetzt, dass man sich wundert, warum dies nur von so wenigen Bands umgesetzt wird.

In eine ähnliche Richtung geht auch das fast 14 minütige „Telegraph Road“. Und gleichzeitig ebenfalls ein Highlight, wenn nicht sogar der Höhepunkt des ganzen Albums. Ganz sphärisch beginnt das Lied mit Keyboard- und Synthesizer-Klängen um dann in einen ruhigen, vom Piano und der Gitarre dominierten Abschnitt überzugehen. Schließlich gesellt sich auch die Rhythmusfraktion dazu, um nur kurze Zeit später wieder einen Schritt zurück zu gehen. Und so ist es ein laufendes Spiel mit schnelleren und langsameren Abschnitten, lauteren und leiseren Tönen. Toll umgesetzt und dazu kredenzt Mark Knopfler seine Gitarrensoli - richtig klasse gemacht.

Und auch „Tunnel Of Love“ bedeutet Abwechslung im Überfluss. Hier, bei dieser Nummer, rockt es dann deutlich mehr, ohne jedoch den typischen Dire Straits Sound aus den Augen beziehungsweise Ohren zu verlieren. Auch hier lassen sich die typischen Ingredienzien aus lauten und leisen, schwebenden und treibenden Abschnitten finden. Uns auch hier wird alles durch diese markante Gitarrenspiel Mark Knopflers verknüpft und zusammengehalten

Auch unter den weiteren Stücken der beiden CD’s auf „Alchemy“ ist kein Ausfall auszumachen. Alle Lieder haben irgendwie etwas, reichen von der Klasse her allerdings nicht immer ganz an die vier bereits erwähnten Titel heran. Aber, ob man nun dem einen Stück etwas mehr als dem anderen abgewinnen kann, liegt einfach am Geschmack des Zuhörers, in diesem Fall nicht an der Qualität der Musik. Denn diese ist durchweg hoch angesiedelt und so wird sicherlich jeder Hörer unterschiedliche Höhepunkte auf dem Album für sich entdecken.

Bliebe noch der Gesang Mark Knopflers, der immer mal wieder auf der Agenda steht, wenn das Haar in der Suppe dieser Band gesucht wird. Klar, der beste und charismatischste Sänger ist er nicht mit seinem Genuschel. Aber kann man sich für Dire Straits einen anderen Sänger vorstellen? Eine andere Stimme, eine andere Stimmlage? Nein, das klappt nicht. Mark Knopflers Gesang passt zu Dire Straits, genau wie seine Gitarre. Das muss irgendwie so klingen. Und schon wird das Ganze auch wieder ein Stück „charismatisch“.

Fazit: „Alchemy“ stellt eines der besten Live-Alben dar, die es gibt. Und das liegt nicht nur an der Musik, sondern auch an der Tonqualität, die keine Wünsche offen lässt. Zudem wurden für „Alchemy“ mit die besten Stücke der Band zusammengetragen, sodass dieses Album auch irgendwie ein „Best Of Album“ darstellt. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt, denn „Brothers In Arms“ sollte erst ein Jahr später erscheinen. Von „Best Of Alben“ halte ich allerdings nicht allzu viel. Wenn mir eine Band gefällt, möchte ich auch möglichst viel von ihr hören und nicht nur das „Best Of …“, was oftmals auch gar nicht meinem „Best Of …“ entspricht. Aber hier, bei „Alchemy“, liegt das anders. Denn hier wurden die Stücke zum großen Teil noch veredelt und stellen sehr hörenswerte Alternativen zu den Studioaufnahmen dar. Tolle zwei Scheiben, 13 Punkte.

Anspieltipps: Private Investigations, Sultans Of Swing, Telegraph Road, Tunnel Of Love