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Mittwoch, 22. Januar 2025

Pain Of Salvation – BE

 





Besetzung:

Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitars
Kristoffer Gildenlöw – bass, vocals
Johann Hallgren – guitars, vocals
Frederik Hermansson – piano
Johan Langell – drums, vocals


Gastmusiker:

Orchestra Of Eternity:

Mihai Cucu – 1st violin
Camilla Arvidsson – 2nd violin
Kristina Ekman – viola
Magnus Lanning – cello
Åsa Karlberg – flute
Anette Kumlin – oboe
Nils-Åke Pettersson – clarinet
Dries van den Poel – bass clarinet
Sven-Olof Juvas – tuba




Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Progressive Rock, Rock, Pop


Trackliste:

1. Animae Partus (1:48)
2. Deus Nova (3:18)
3. Imago (5:11)
4. Pluvius Aestivus (5:00)
5. Lilium Cruentus (5:28)
6. Nauticus (4:58)
7. Dea Pecuniae (10:09)
8. Vocari Dei  (3:50)
9. Diffidentia (7:36)
10. Nihil Morari (6:21)
11. Latericius Valete (2:27)
12. Omni (2:37)
13. Iter Impius (6:21)
14. Martius/Nauticus II (6:41)
15. Animae Partus II (4:08)

Gesamtspieldauer: 1:15:59



„BE“ heißt das fünfte Studioalbum der schwedischen Band Pain Of Salvation und wurde im September 2004 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Es ist ein Konzeptalbum, welches die Existenz von Gott und der Menschheit in Form einer Geschichte beleuchtet. „BE“ erzählt von Animae, welcher schon ewig auf der Erde existiert und über die Natur, die Schöpfung und seine Existenz sinniert und versucht diese zu verstehen. Ist es Gott? Sind es die Menschen? Der Sinn dieser Reise des Verstehens ist genau jenes zu ergründen und herauszufinden.

Genauso vielschichtig wie die Geschichte des Albums ist auch die Musik, die darauf zu hören ist. Die Musik wird getragen durch das Orchestra Of Eternity, dessen Streicher und Bläser immer wieder das Geschehen wunderschön untermalen. Stilistisch changiert die Musik dabei zwischen Folk, Progressive Rock, klassischen Anleihen und Erzählstrukturen hin und her. Ein kleines Hörspiel entfaltet sich, welches sich lohnt zu lauschen. Abwechslungsreich vom ersten bis zum letzten Takt, wenn auch das letzte Lied „Animae Partus II“ lediglich aus Sphäre und ganz viel Stille besteht.

An ProgMetal, für das die Schweden zu Beginn ihrer Karriere hauptsächlich standen, erinnert nur noch wenig auf „BE“. Dafür ist die Musik der Schweden deutlich abwechslungsreicher und eingängiger geworden. Und solch ein Lied wie „Diffidentia“ knallt phasenweise dann aber doch richtig gut, sodass auch Liebhaber der härteren Gangart hier auf ihre Kosten kommen. Doch die melodiösen Momente überwiegen ganz eindeutig auf diesem vielschichtigen Album, welches mit jedem Durchgang noch zu wachsen scheint.

Fazit: Mit ihrem fünften Album haben sich Pain Of Salvation weit von ihrer ursprünglichen Ausrichtung ProgMetal entfernt. Die Schweden um Daniel Gildenlöw bewegen sich auf diesem Album musikalisch im Bereich des Progressive Rocks, mit Anleihen beim Folk, Pop, Rock und auch dem Metal. Überaus abwechslungsreich und hörenswert klingt das Ganze und überzeugt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Imago, Pluvius Aestivus, Diffidentia, Latericius Valete



Mittwoch, 10. August 2022

Arch Enemy – Deceivers

 




Arch Enemy – Deceivers


Besetzung:

Michael Amott – guitars
Alissa White-Gluz – vocals
Sharlee D'Angelo – bass
Daniel Erlandsson – drums
Jeff Loomis – guitars




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Metal


Trackliste:

1. Handshake With Hell (5:39)
2. Deceiver, Deceiver (3:51)
3. In The Eye Of The Storm (4:09)
4. The Watcher (4:58)
5. Poisoned Arrow (3:51)
6. Sunset Over The Empire (4:03)
7. House Of Mirrors (3:40)
8. Spreading Black Wings (4:46)
9. Mourning Star (1:36)
10. One Last Time (3:49)
11. Exiled From Earth (4:44)

Gesamtspieldauer: 45:10



„Deceivers“ heißt das bereits elf Studioalbum der schwedischen Metal / Death Metal Band Arch Enemy. Es erscheint am 12. August 2022 auf dem Plattenlabel Century Media Records.

Auf „Deceivers“ hört man einmal mehr Hochgeschwindigkeits-Metal, der bei Arch Enemy allerdings immer eingängig klingt. Daran ändert auch nichts der immer wieder eingesetzte gutturale Gesang, der mitunter auch in ein Schreien übergeht von Lead-Sängerin Alissa White-Gluz. Die Lieder gehen ins Ohr und dies bereits beim ersten Mal des Hörens und setzen sich mit jedem weiteren Durchlauf noch mehr fest.

Klasse wie die Schweden harte Riffs mit Eingängigkeit zu verbinden verstehen. Dabei klingen die einzelnen Lieder abwechslungsreich und wiederholen sich nicht, die Stimmungen und Atmosphären variieren. Stakkato-artig gespielter Riffs wechseln sich in den einzelnen Liedern mit schönen Melodiebögen ab. Unter den elf Titeln befindet sich glücklicherweise auch kein „Füllmaterial“, sodass man „Deceivers“ durchhören kann, ohne dauernd die „Skip-Taste“ drücken zu müssen.

Fazit: Death Metal in Verbindung zu schönen Melodien und Eingängigkeit, das gibt es auf „Deceivers“, dem elften Studioalbum der schwedischen Band Arch Enemy zu hören. Macht Spaß hier zuzuhören. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Watcher, Exiled From Earth



Freitag, 22. Juli 2022

Witchery – Nightside

 



Witchery – Nightside


Besetzung:

Angus Norder – vocals
Jensen – rhythm guitars
Rickard Rimfält – rhythm and solo guitars
Victor Brandt – bass guitar
Chris Barkensjö – drums




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Trash Metal


Trackliste:

1. Witching Hour (3:03)
2. Don’t Burn The Witch (3:22)
3. Storm Of The Unborn (4:36)
4. Er steht in Flammen (1:45)
5. Popecrusher (3:08)
6. Left Hand March (4:28)
7. Under The Altar (1:31)
8. Churchburner (2:31)
9. Crucifix And Candle (4:31)
10. A Forest Of Burning Coffins (2:55)
11. Nightside (3:57)

Gesamtspieldauer: 35:51



„Nightside“ heißt das achte Studioalbum der schwedischen Trash Metal Band Witchery. Es erscheint am 22. Juli auf dem Plattenlabel Century Media Records und ist die erste Platte von Witchery, die ein Konzeptalbum darstellt. Es handelt von Hexen und Hexenjägern, von Flüchen und Zaubern und den Abartigkeiten religiöser Brutalität. Dabei durchlebt beziehungsweise durchhört man die Höhen und Tiefen des Schicksals der beteiligten Hauptprotagonisten.

Das Album ist mit einer Laufzeit von etwas über einer halben Stunde nicht allzu lang geraten und kommt bei jedem Lied auch ganz schnell und unmittelbar auf den Punkt. Trash Metal, kompromisslos, aggressiv, laut und hart. Dazu der infernale und halb geschriene, halb gegrowlte Gesang des Angus Norder und fertig ist dieses durchaus auch anstrengende Album, welches einem keine Pause zum Verschnaufen gibt.

Konsequent ist diese Scheibe zu 100% geraten, sodass Fans des Trash Metal Genres auf ihre Kosten kommen werden. Ein paar mehr Auflockerungen in Form von harmonischen Einschüben – die es durchaus, jedoch selten gibt – hätten das Hörerlebnis nicht nur angenehm verlängert, sondern auch aufgelockert. Steht man allerdings auf diese bereits angesprochene Konsequenz, mit all der Härte und dem trashigen Gesamtbild, wird einen „Nightside“ definitiv begeistern. Ist man in diesem Genre nicht ganz so beheimatet, glaubt man Vieles davon bereits gehört zu haben.

Fazit: Trash Metal in reiner Form bekommt man auf „Nightside“ von Witchery zu hören. Freundinnen und Freunde dieses Genres können mit dieser Scheibe definitiv nichts falsch machen. „Nightside“ klingt hart und trashig. Happy Headbanging. Acht Punkte.

Anspieltipps: Left Hand March



Montag, 18. Juli 2022

Mikael Åkerfeldt – Clark

 







Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Divers


Trackliste:

1. Libertine Theme (1:55)
2. Tango Bizarre (1:48)
3. Druglord Panic (2:33)
4. Rockefellers (2:36)
5. Vintage Modern (3:34)
6. Wish You Were There (2:51)
7. The Weak Heart (2:12)
8. Happiness (2:22)
9. Ode To Confusion In A Minor (2:57)
10. La Shay‘ Jadid Taht Alshams (2:19)
11. The Real Me (1:37)
12. Here‘s That Sunny Day (3:00)
13. Perfect Horizon (1:57)
14. Sea Slumber (2:37)
15. Then (1:47)
16. The Hunted Are In The Clear (2:07)
17. Northern Hemispheres (1:18)
18. Ordinary Folks (2:57)
19. Distant Spring (1:57)
20. Funky Chicken (2:16)
21. Code To The Vault (1:55)
22. Two Mermaids (1:05)
23. Rags To Riches (1:31)
24. Sunrise (2:14)
25. Red & White (1:50)
26. Headfirst Into The Storm (2:42)
27. Ballad Of The Libertine In G Minor (3:55)
28. Lost In San Marino (2:16)
29. Rhodes Rat (2:15)
30. Mandag I Stockholm (2:08)
31. Mother Of One (3:18)
32. Vielleicht Später (1:49)
33. Battle For Love (2:09)
34. Night Life (2:19)

Gesamtspieldauer: 1:18:20



Mikael Åkerfeldt kennt man natürlich vor allem als Sänger und Gitarrist der schwedischen Band Opeth. Auch bei Katatonia hat er Spuren hinterlassen, ebenso bei der Band Bloodbath. Mit dem Soundtrack zur Netflix-Serie „Clark“ veröffentlicht der Schwede nun sein erstes Soloprojekt.

In einem Interview verweist Mikael Åkerfeldt darauf, wie viel Spaß es gemacht habe, die Musik zu dieser Netflix-Serie zu schreiben, durfte er sich doch kompositorisch praktisch uneingeschränkt ausleben. Nicht verwunderlich also, dass die 34 Lieder sehr viele musikalische Genres beinhalten. Pop, Rock, Funk, Jazz, einen Tango, orchestrale Musik und auch mal sphärische Ausflüge. „Musikalisch macht das nicht wirklich Sinn…“, so Mikael Åkerfeldt. Aber es geht in diesem Fall auch um die Vertonung einer ganzen Serie. Mit verschiedenen Szenen und verschiedenen Stimmungen.

Festzuhalten bleibt auf jeden Fall, dass das Gehörte gut und vor allen Dingen auch abwechslungsreich klingt. Es wird sogar mal gesungen. Trotzdem bleibt dieses Album eher etwas für den Hintergrund, etwas für alle, die die Serie lieben und natürlich etwas für alle Mikael Åkerfeldt-Fans, die alles von „ihrem“ Musiker kennen und besitzen möchten.

Fazit: Wer Mikael Åkerfeldt mal anders kennenlernen möchte und durchaus entspannte Musik zu schätzen weiß, die oder der sollte hier mal ein Ohr riskieren. Die Lieder klingen eingängig und durchaus gelungen. Es ist allerdings ein Soundtrack. Das bedeutet auch, wenn man denkt, das Lied startet nun richtig durch, ist es meist schon wieder vorbei. Für Fans der Serie und des Musikers trotzdem interessant. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mother Of One



Mittwoch, 25. Mai 2022

Kaipa – Urskog

 



Kaipa – Urskog


Besetzung:

Hans Lundin – keyboards & vocals
Per Nilsson – electric & acoustic guitars
Jonas Reingold – electric basses
Darby Todd – drums
Patrik Lundström – vocals
Aleena Gibson – vocals




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Frozen Dead Of The Night (18:52)
2. In A World Of Pines (10:04)
3. Urskog (7:57)
4. Wilderness Excursion (8:58)
5. In The Wastelands Of My Mind (6:13)
6. The Bitter Setting Sun (15:20)

Gesamtspieldauer: 1:07:26



Die schwedische Band Kaipa veröffentlichte am 22. April 2022 ihr bereits 14. Studioalbum unter dem Titel „Urskog“. Das Album erschien auf dem Plattenlabel InsideOut Music und man hört mit Darby Todd einen neuen Drummer am Schlagzeug. Hans Lundin schrieb die Titel, die sich mit der schwedischen Wildnis und dem Wechsel der Jahreszeiten beschäftigen. Dabei komponierte Hans Lundin einen Teil der Lieder im Jahr 2018 ganz neu, bei anderen griff er auf Ideen und Akkorde zurück, die ihm bei der Erstellung des Box-Sets „Hans Lundin: The Solo Years 1982-1989“ wieder ins Gedächtnis traten und transportierte sie in die jetzige Zeit.

„Urskog“ macht Spaß, soviel sei schon mal verraten. In den längeren Stücken wie auch in den kürzeren Nummern changiert die Band mit den Stimmungen und Atmosphären und die Lieder vollziehen manch überraschende Wendung. Nicht immer klingt das sofort eingängig, denn fast schon mit „jazzig“ zu umschreibende Passagen lassen immer wieder aufhorchen. Trotzdem erklingt „Urskog“ insgesamt melodiös und geht mit jedem weiteren Mal des Hörens noch besser ins Ohr.

Neben den wahrlich abwechslungsreichen Instrumentalpassagen seien an dieser Stelle auch die überaus gelungenen Gesangsarrangements erwähnt, die immer wieder auf das Neue begeistern. Mit viel Akribie und Liebe zum Detail wurden hier sehr schöne, mehrstimmige Gesangspartien komponiert, die das gesamte Album nochmals aufwerten und in die sich so wunderschön eintauchen lässt.

Insgesamt hört man auf „Urskog“ Progressive Rock, der im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts angekommen ist. Ist man auf der Suche nach dem Besonderen in der Musik, wird man auf diesem Album fündig. Kaipa begehen mit diesem Album durchaus Wege, die so noch nicht von den Schweden zu hören waren. Das Album klingt noch abwechslungsreicher, als manch einer der Vorgänger.

Fazit: Wer auf Progressive Rock steht, der im 21. Jahrhundert entstanden ist und im Hier und Jetzt der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts auch überzeugt, die oder der kann bei der neuen Kaipa-Scheibe bedenkenlos zugreifen. Die Schweden verbinden jazzige Töne mit eingängigen Melodien und überzeugen auch bei den Gesangsarrangements. Somit ist „Urskog“ eine weitere überzeugende Platte in der Diskographie von Kaipa, die sich lohnt gehört zu werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Frozen Dead Of The Night



Dienstag, 15. Februar 2022

Jonas Lindberg & The Other Side – Miles From Nowhere

 



Jonas Lindberg & The Other Side – Miles From Nowhere


Besetzung:

Jonas Lindberg – bass, keyboards, guitars, lead & backing vocals
Jonas Sundqvist – lead vocals
Jenny Storm – lead & backing vocals
Jonathan Lundberg – drums
Calle Stålenbring – guitars
Nicklas Thelin – guitars
Maria Olsson – percussion


Gastmusiker:

Simon Wilhelmsson – drums on “Little Man” & “Oceans Of Time”
Joel Lindberg – lead guitar on “Why I’m Here”
Roine Stolt – lead guitar on “Miles From Nowhere”




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Secret Motive Man (7:26)
2. Little Man (5:49)
3. Summer Queen (15:51)
4. Oceans Of Time (11:36)
5. Astral Journey (5:50)
6. Why I‘m Here (4:25)
7. Miles From Nowhere (25:31)
    Pt I: Overture (6:54)
    Pt II: Don't Walk Away (4:18)
    Pt III: I Don't Know Where You Are (4:39)
    Pt IV: Memories (3:00)
    Pt V: Miles From Nowhere (6:42)

Gesamtspieldauer: 1:16:31



Nach zwei EPs und dem ersten vollständigen Album „Pathfinder“ im Jahr 2016, veröffentlicht der Schwede Jonas Lindberg wieder unter der „Überschrift“ Jonas Lindberg & The Other Side sein zweites offizielles Studioalbum mit dem Titel „Miles From Nowhere“. Die musikalische Besetzung ist dabei fast identisch zum vorherigen Album. Es fehlt der Keyboarder der Band, Michael Ottosson, der leider im Sommer 2020 verstorben ist, was dazu führe, dass Jonas für das Album alle Keyboardparts selbst eingespielt hat. Dazu gesellt sich zusätzlich als Gastmusiker unter anderem Roine Stolt, der beim Titellied die Leadgitarre spielt.

Musikalisch hat sich nicht viel zum Vorgänger geändert. Auch auf „Miles From Nowhere“ hört man eine Mischung aus symphonischen Retro Prog, angereichert mit etwas Pop und Melodic Rock. Für alle diejenigen, die auf Eingängigkeit in der Musik stehen, ist das natürlich schon mal eine gute Nachricht, denn auf „Miles From Nowhere“ bekommt man eineinviertel Stunden Eingängigkeit geliefert. Wer es lieber frickeliger oder komplizierter in der Musik mag, wird hier deutlich weniger fündig. Mal ein 7/8-Takt, dann wieder eine überraschende Wendung und das Spiel mit den Atmosphären und Stimmungen, das bekommt man auf diesem Album zu hören. All dies immer versehen mit jederzeit eingängigen Melodien, jedoch ohne dabei Experimente einzugehen oder gar zu vertrackt zu klingen.

Beim ersten Titel „Secret Motive Man“ fühlt man sich fast an Styx der 70er Jahre erinnert. Eine Reminiszenz, hervorgerufen vor allen Dingen durch den mehrstimmigen Gesang. Unabhängig davon, dass Roine Stolt beim letzten Titel auch die Gitarre einspielt, erinnert ansonsten viel in der Musik von Jonas Lindberg & The Other Side an die Flower Kings, sodass Freundinnen und Freunde dieser schwedischen Band ebenfalls Gefallen an „Miles From Nowhere“ finden dürften.

Höhepunkt des Albums ist das Titellied, welches am Ende des Albums platziert wurde. Dieses besteht aus fünf Teilen und befasst sich inhaltlich mit dem Verarbeiten und der Befreiung aus einer gescheiterten Beziehung. 25 stimmungsmäßig sehr abwechslungsreiche Minuten erklingen da aus den Boxen oder Kopfhörern. Von sphärischen Klängen bis treibenden Rock gibt es alles zu hören und man glaubt fast zu spüren wie viel Spaß es den Musikern machte, dieses Lied einzuspielen.

Fazit: Wer den RetroProg der eingängigen Art aus Skandinavien mag, die oder der kann hier schon mal nichts falsch machen. „Miles From Nowhere“ klingt melodiös und die Musiker verstehen ihr Handwerk. Und somit ist Jonas Lindberg & The Other Side auch mit ihrem zweiten Album eine überzeugende Scheibe gelungen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Miles From Nowhere



Donnerstag, 13. Januar 2022

Lars Bygdén – Dark Companion

 



Lars Bygdén – Dark Companion


Besetzung:

Lars Bygdén – vocals, acoustic guitar, harmonica, sound fx, pump organ, electric guitar, ebow, keyboards


Gastmusiker:

Mikael Nilzén – synthesizers, sound fx, keyboards, electric guitars
Rikard Lindhamn – bass, backing vocals
Magnus Olsson – drums, backing vocals, vibraphone, rhythm
Emma Ahlberg Er – strings, string arrangements, backing vocals
Staffan Johansson – electric guitars, lap-steel guitar
Sharon Vaughn – backing vocals
Daniel Er – harp guitar
Sally Bygdén – music box
Daniel Gamba – backing vocals




Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Folk, Rock, Pop


Trackliste:

1. We‘re Not About To Fall Apart (4:47)
2. Resurrection Now! (5:04)
3. Blood (3:55)
4. Go Your Own Way (3:43)
5. Beautiful Morning (3:26)
6. Goodbye I (3:10)
7. Goodbye II (3:23)
8. Skandinavia (4:51)
9. Dark Companion (4:51)
10. Here Comes The Sadness (5:13)
11. Goodbye III (3:21)

Gesamtspieldauer: 45:49



Lars Bygdén erfuhr zu Beginn der Produktion von „Dark Companion“, seinem vierten Solo-Album, dass seine Frau Ulrika an Krebs erkrankt war. Dieser Schicksalsschlag begleitete die Entstehung des Albums, welche sich immer weiter hinzog. „Dark Companion“ wurde schließlich erst nach dem Tod seiner Frau fertiggestellt. Das Album erschien im Jahr 2018 auf dem Plattenlabel Massproduktion.

Vor diesem Hintergrund ist man wahrlich nicht mehr überrascht, wenn man das Album auflegt. Denn die Musik, die man hier zu hören bekommt klingt durchweg traurig und getragen. Mitunter auch tieftraurig, somit selbstverständlich auch sanft, ruhig, an manchen Stellen fast schon zerbrechlich klingend. „Dark Companion“ ist so ein Novemberalbum, welches perfekt in die dunklen, oftmals auch nasskalten Tage passt, an denen die Sonne einfach nicht aufgehen möchte. Es ergreift und bewegt.

Die Lieder sind durchweg im selben Stil gehalten. Auch wenn man einem der zwei Instrumentalstücke, „Goodbye I“ und „Goodbye III“ zuhört, wechselt die Stimmung ebenso wenig. Die Musik klingt genauso ergreifend und tieftraurig. Sich eine Dreiviertelstunde in diese Stimmung fallen zu lassen kann jedoch durchaus auch anstrengend sein. Die elf Titel des Albums klingen zwar durchweg melodiös und eingängig, trotzdem hätte man sich irgendwie zumindest eine kleine Auflockerung gewünscht.

Dabei befinden sich jene Lieder, die am allermeisten ins Ohr gehen gleich zu Beginn der Platte. „We‘re Not About To Fall Apart“ und „Resurrection Now!“ sind wunderschöne Nummern, die einen in dieses sanfte Album einführen und auch am längsten in Erinnerung bleiben. Dazu gesellt sich noch das Titellied, welches gleich beim zweiten Mal des Hörens wie ein alter Vertrauter wirkt. Da es allerdings auch unter den anderen Titeln keine Ausfälle gibt, lohnt sich „Dark Companion“ definitiv für alle Hörerinnen und Hörer, die sich gerne mal der eigenen Melancholie hingeben möchten, ihren eigenen Blues zu pflegen verstehen und auch dunkle Stimmungen zu schätzen wissen.

Fazit: Das vierte Solo-Album des Schweden Lars Bygdén ist eine sehr intensive Platte geworden. Geprägt durch den Schicksalsschlag der Krankheit seiner Frau, schickt der Musiker auf „Dark Companion“ seine Hörerinnen und Hörer auf eine tieftraurige Reise, die auch wirkt. Musik, die einen packt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: We‘re Not About To Fall Apart, Resurrection Now!



Montag, 13. Dezember 2021

Isildurs Bane & Peter Hammill – In Amazonia

 



Isildurs Bane & Peter Hammill – In Amazonia


Besetzung:

Peter Hammill – vocals
Katrine Amsler – keyboards & electronics
Klas Assarsson – vibraphone, marimba, vives, percussion
Luca Calabrese – trumpet
Axel Croné – bass, clarinets, saxophones, flute, string arrangements, additional electric guitars, additional synthesizers
Samuel Hällkvist – guitars
Mats Johansson – synthesizer & treatments
Liesbeth Lambrecht – violin & viola
Kjell Sverinsson – drums & percussion


Gastmusiker:

Karin Nakagawa – koto & voice
Pat Mastelotto – electronic drums & percussion
Xerxes Andren – drums, percussion
Adam Sass – trumpet
Zhazira Ukeyeva – violin
Mette Gerdle – violin
John Aderberg – backing vocals


Label: Ataraxia


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Before You Know It (7:48)
2. Under The Current (4:48)
3. Aguirre (5:19)
4. This Is Where? (10:09)
5. The Day Is Done (9:07)
6. This Bird Has Flown (3:03)

Gesamtspieldauer: 40:16



„In Amazonia“ heißt die erste Zusammenarbeit der schwedischen Band Isildurs Bane und Peter Hammill, dem Sänger, Gitarristen und Hauptkomponisten von Van der Graaf Generator. Dass sich die schwedische Band und der englische Progressive Rock Pionier gefunden haben, darf man nach dem Hören von „In Amazonia“ mit Sicherheit als Glücksfall bezeichnen. „In Amazonia“ erschien am 10. Mai 2019 auf dem Plattenlabel Ataraxia.

Nun, diese Kollaboration ist dann ein „Glücksfall“ für alle Hörerinnen und Hörer, wenn sie denn auf Musik stehen, die ganz bestimmt nicht in der Dauerschleife im Radio läuft. „In Amazonia“ ist Atmosphäre pur, ein Album, abwechslungsreich, spannend, fordernd und mitunter auch etwas dergestalt unangepasst, dass man es sich erst erarbeiten muss. Und trotzdem ist diese Platte melodisch und eingängig. Es ist eines jener Alben, die sich lohnen öfters gehört zu werden, da sie sich einem mit jedem weiteren Durchlauf noch mehr, noch besser erschließen. Gleich beim ersten Hören geht einem jedoch „Under The Current“ ins Ohr. Diese fast schon mystische, verzauberte Stimmung, die dieses Lied transportiert, packt einen sofort und die Melodie fühlt sich bereits bei diesem ersten Durchgang wie ein „alter Bekannter“ an, obwohl „Under The Current“ nichts kopiert.

„This Is Where?“ erinnert mich durch seine Marimbas sofort an Peter Gabriels „No Self Control“, doch beide Titel haben beim genauen Vergleich gar nicht so viel gemein. Allerdings ist es auch hier die transportierte Atmosphäre, die ähnlich wie schon bei „Under The Current“ zu begeistern weiß. Die restlichen vier Lieder muss man sich dann wahrscheinlich etwas mehr „erarbeiten“, doch auch diese überzeugen mit jedem weiteren Durchlauf mehr. Und auch wenn „This Bird Has Flown“ ganz am Ende von „In Amazonia“ zunächst eher eine Klangkollage, denn ein Lied im eigentlichen Sinne darzustellen scheint, wirken Rhythmus und die schließlich doch vorhandene Melodie wie ein hymnisches Finale dieses tollen Albums.

Fazit: Die Zusammenarbeit zwischen Isildurs Bane und Peter Hammill, welche im Jahr 2017 begann und im Jahr 2019 in diesem ersten gemeinsamen Album mündete, lohnt sich wahrlich gehört zu werden. Progressive Rock gibt es auf „In Amazonia“ zu hören, der ganz im Hier und Jetzt angesiedelt ist und nicht nach den Ursprüngen dieses musikalischen Genres klingt. Damals entstand jene Musik, die ich lieben gelernt habe. Mit diesem Album gibt es auch im Jahr 2019 noch Musik, die ebenso begeistern kann. Für Andershörer. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Under The Current, This Is Where?



Montag, 15. November 2021

Isildurs Bane & Peter Hammill – In Disequilibrium

 



Isildurs Bane & Peter Hammill – In Disequilibrium


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, electric guitar
Katrine Amsler – solina, buchla, programmed choir, synthesizer bass, programmed beats, casino slot machine, electronics, keyboards, sound design
Klas Assarsson – marimba, tam-tam, glockenspiel, tubular bells, vibes, xylophone, concert bass drum, percussion
Luca Calabrese – trumpet
Axel Croné – bass clarinet, bass guitar, bass piano, double bass, electric guitar, tenor saxophones, clavinet d6, nord a1, percussion, piano, pro one & snare drum, roland rs202, elektronika em-04
Samuel Hällkvist – electric guitar
Mats Johansson – arp 2601, clavinet d6, oberheim xpander, minimoog, prophet 10, roland string rs202, treatments, mellotron, moog one, kurzweil 2600, nord a1, air noise, electronic pads and big balloons, grand piano, machine drones, water, moog sub37/voyager, yamaha cs80, noise, piano fx, variable speed synthesizers, vocals
Liesbeth Lambrecht – viola & violin
Kjell Severinsson – drums, percussion


Gastmusiker:

Xerxes Andrèn – drums, percussion, additional fx drums, bells, cymbals, percussion
Pat Mastelotto – drums, electric percussion
Pieter Lenaerts – cello & double bass
Adam Sass – trumpet, flugelhorn, effects
John Anderberg – choir
Johannes Persson – electric guitar solo


Label: Ataraxia


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. In Disequilibrium Part 1 (6:49)
2. In Disequilibrium Part 2 (9:31)
3. In Disequilibrium Part 3 (8:35)
4. Gently (Step By Step) Part 1 (2:20)
2. Gently (Step By Step) Part 2 (6:28)
3. Gently (Step By Step) Part 3 (2:13)
4. Gently (Step By Step) Part 4 (8:23)

Gesamtspieldauer: 44:21



„In Disequilibrium“ stellt nach dem Erstlingswerk „In Amazonia“ bereits die zweite Zusammenarbeit der schwedischen symphonischen Progressive Rockband Isildurs Bane und Peter Hammill dar. Und diese Zusammenarbeit lohnt wahrlich gehört zu werden – steht man denn auf Art Rock und Progressive Rock. „In Disequilibrium“ erschien am 24. September 20121 auf dem Plattenlabel Ataraxia.

Zwei Suiten, bestehend aus drei beziehungsweise vier Teilen bekommt man auf dem Album zu hören. Und keine Frage, dieses Album muss man sich erarbeiten. Und mit jedem Mal, mit dem ich es hörte, steigert sich meine Begeisterung noch mehr. Klingt der erste Teil des Albums, das Titellied, noch deutlich weniger zugänglich, so erschließen sich einem viele Melodien – jedoch längst auch nicht alle – des Stücks „Gently (Step By Step)“ deutlich schneller.

„In Disequilibrium“ ist ein Parforce-Ritt durch ganz verschiedene Atmosphären, die dunkel bis hoffnungsvoll erklingen. Peter Hammills Stimme treibt einen vor sich her, wohingegen die Musik zunächst alles andere als eingängig klingt. Harmonien sind zwar vorhanden, doch genauso schräge Passagen, die fast schon sperrig anmuten und sich ebenso abhören. Allerdings auch hier gilt ganz klar, je öfters man sich dieser Musik hingibt – falls man denn überhaupt ein Faible für solche Klänge hat und nicht sofort aufgibt – umso reichhaltiger wird man mit jedem weiteren Durchlauf belohnt. Dabei gilt zudem, dass man sich auf diese Musik konzentrieren muss. Nichts könnte wohl anstrengender sein als ein nettes Pläuschchen halten zu wollen und im Hintergrund eskalieren Isildurs Bane und Peter Hammill immer wieder aufs Neue. Zumindest gilt dies für die Teile 1 und 2, bereits im dritten Abschnitt des Liedes wird die Musik melodischer und nun auch deutlich eingängiger. Peter Hammill singt phasenweise deutlich sehnsüchtiger, weniger treibend, um dann doch wieder die Richtung vorzugeben. Die Melodie des Stücks erschließt sich einem sofort und stellt sich bereits nach dem zweiten Hören wie ein guter alter Freund dar.

Fast wirkt es so, als ob Isildurs Bane und Peter Hammill mit dieser Liedpassage musikalisch bereits das kommende Stück „Gently (Step By Step)“ einleiten würden. Mit diesem Lied bewegen sich die Musiker nun endgültig im Bereich des symphonischen Art Rocks beziehungsweise symphonischen Progressive Rocks. Wunderschöne Melodien gibt es hier zu entdecken, mal sanft mal richtig bombastisch, mal mit einer ordentlichen Portion Pathos. Das wirkt und klingt sehr einnehmend und atmosphärisch dicht. Dabei beginnt das Stück lediglich mit einem Rauschen, bevor jede Menge Rhythmus einsetzt, der in atmosphärische, sanfte Klänge mündet. Peter Hammill ist bei diesem kurzen, wie eine Intro-Sequenz gestalteten ersten Teil des Liedes nur ganz kurz, gegen Ende des Stücks und sehr verfremdet zu hören. Dann entwickeln sich die Melodien, sanft zunächst, mit Chören und jeder Menge Atmosphäre angefüllt – ohne dabei auch nur ansatzweise platt zu klingen. Auch hier wird Peter Hammills Stimme immer wieder verfremdet, klingt zum Teil durch diverse Melodiebögen verspielt, steht jedoch nicht ganz so im Vordergrund, wie zum Beispiel auf einem Van Der Graaf Generator-Album. Dies wohl dadurch, da seine Stimme beim Abmischen wohl nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt wurde. Zumindest wirkt dies auf mich ein wenig so. Die Stimmung des Stücks ist intensiv und der dritte Teil des Liedes erinnert an den Einstieg zu diesem Titel, Peter Hammill tritt völlig in den Hintergrund. Der vierte Abschnitt von „Gently (Step By Step)“ erklingt schließlich wie ein großer Abgesang des Albums, melodisch und sehr eingängig. Klasse gelungen.

Fazit: Isildurs Bane und Peter Hammill machen nicht nur separat, sondern auch in dieser Kombination besondere Musik. Klar, das ist nichts für den Massenmarkt und man muss sich Vieles auf „In Disequilibrium“ erschließen. Doch wenn man Spaß an „besonderen“ Klängen hat, dann wird einen dieses Album zweifelsfrei begeistern. Mir zumindest gefällt es sehr. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alles



Sonntag, 17. Oktober 2021

Pain Of Salvation – Road Salt One

 



Pain Of Salvation – Road Salt One


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – vocals, guitar, tambourine, organ, bass, drums, piano, electric piano, keyboards, balalaika, mandolin, lute
Léo Margarit – drums, backing vocals
Johann Hallgren – guitar, backing vocals
Frederik Hermansson – piano, electric piano, organ, keyboards, fender rhodes


Gastmusiker:

Jonas Reingold – bass (on "No Way")
Mihai Anton Cucu – violin (on "Sisters" and "Innocence")
Camilla Arvidsson – violin (on "Sisters" and "Innocence")
Kristina Ekman – viola (on "Sisters" and "Innocence")
Gustav Hielm – bass (on "Innocence")




Erscheinungsjahr: 2010


Stil: Rock


Trackliste:

1. No Way (5:26)
2. She Likes To Hide (2:57)
3. Sisters (6:15)
4. Of Dust (2:32)
5. Tell Me You Don‘t Know (2:42)
6. Sleeping Under The Stars (3:37)
7. Darkness Of Mine (4:15)
8. Linoleum (4:55)
9. Curiosity (3:33)
10. Where It Hurts (4:51)
11. Road Salt (3:02)
12. Innocence (7:13)

Gesamtspieldauer: 51:23



„Road Salt One“ nannte die schwedische Band Pain Of Salvation ihr siebtes Studioalbum. „Road Salt One“ wurde am 17. Mai 2010 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Auf dem Album hört man, verglichen zu früheren Veröffentlichungen der Band, deutlich mehr Stücke, die liedorientiert sind, weniger verspielt klingen und relativ schnell auf den Punkt kommen. Ist das noch Progressiv Rock? Nun, in seinen Randgebieten wahrscheinlich durchaus noch, doch ist es insgesamt mehr ein Rock-Album geworden. Erneut ein Konzeptalbum, wie so häufig bei Pain Of Salvation, welches mit klasse Rocktiteln aufwartet, die jederzeit gut ins Ohr gehen.

Auf „Road Salt One“ gibt es inhaltlich keine zusammenhängende Geschichte zu hören, vielmehr werden verschiedene Geschichten erzählt, die wie Straßen an unterschiedliche Punkte führen und unterschiedliche Sichtweisen ermöglichen. Diese Geschichten sind verpackt in packende Musik, die ganz schnell ins Ohr geht. Da wird gerockt, es gibt die sanfteren Passagen und die Stimme des Daniel Gildenlöw ist vielschichtig und wandelbar und verleiht den einzelnen Stücken einen zusätzlichen Aspekt.

Die Platte ist eine abwechslungsreiche musikalische Reise, die einfach Spaß macht. Mich überzeugen dabei am meisten die Lieder „Sisters“ – zum Niederknien schön – und „Sleeping Under The Stars“, bei dem die Verbindung von Zirkus-Klängen und Rock so wunderbar gelungen ist. Und dann ist da natürlich noch das Titellied selbst, eine ganz sanfte Nummer, nur drei Minuten lang und trotzdem würde es sich alleine wegen dieses Liedes der Kauf des Albums lohnen. So schön kann Musik klingen.

Fazit: „Road Salt One“ ist kein Progressive Rock Album, wie man es von Pain Of Salvation sonst kennt. Die Schweden sind auf dieser Platte mit ihrer Musik mehr im Rock beheimatet. Dieser kann dabei auch mal ganz sanft klingen oder eben deutlich rocken. Die wunderschönen Melodien gehen schnell ins Ohr und es macht einfach Spaß hier zuzuhören. Klasse Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sisters, Road Salt



Donnerstag, 15. April 2021

Pain Of Salvation – The Passing Light Of Day

 



Pain Of Salvation – The Passing Light Of Day


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – vocals, guitar
Ragnar Zolberg – guitar, vocals
Gustaf Hielm – bass, vocals
Daniel "D2" Karlsson – keyboards, vocals
Léo Margarit – drums, vocals


Gastmusiker:

Peter Kvint – bass, mellotron and backing vocals on "Silent Gold"
Camilla Arvidsson – violin
David Ra-Champari – violin
Anette Kumlin – oboe, English horn
Hálfdán Árnason – double bass




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. On A Tuesday (10:22)
2. Tongue Of God (4:53)
3. Meaningless (4:47)
4. Silent Gold (3:23)
5. Full Throttle Tribe (9:05)
6. Reasons (4:45)
7. Angels Of Broken Things (6:24)
8. The Taming Of A Beast (6:33)
9. If This Is The End (6:03)
10. The Passing Light Of Day (15:31)

Gesamtspieldauer: 1:11:49



„In The Passing Light Of Day“ heißt das zehnte Studioalbum der schwedischen Progressive Rock Band Pain Of Salvation. Es wurde am 13. Januar 2017 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und erreichte in Deutschland Platz 28 der Charts. „In The Passing Light Of Day“ ist ein Konzeptalbum und befasst sich mit der Sterblichkeit, dem Tod sowie Freud und Leid des Lebens. Das Album ist „meiner Geliebten, meiner besten Freundin“ gewidmet, in Anspielung auf Daniel Gildenlöws Frau Johanna Iggsten.

Die Inhalte der Texte verwundern nicht weiter, wenn man bedenkt, dass Daniel Gildenlöw die Lieder während und nach einem Krankenhausaufenthalt schrieb. Dort war er im Jahr 2014 in Uppsala aufgrund einer Bakterieninfektion eingeliefert worden. Diese konnte nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden und der Musiker kämpfte um sein Leben. Alles ging gut aus, doch das Bewusstsein der Vergänglichkeit hinterließ einige Spuren bei dem Schweden.

„In The Passing Light Of Day“ ist ein tolles Album geworden, angefüllt mit Progressive Rock, abwechslungsreich, melodiös, fordernd und dann doch wieder wunderschön eingängig. Rhythmen werden genau wie Stimmungen variiert. Lieder entwickeln sich und vergehen, krachende Riffs rocken, mehrstimmiger Gesang lockert auf, die Atmosphären verschwimmen, um danach wieder zusammenzufließen. Über allem steht dabei die Abwechslung, dieses Spiel mit den Stimmungen und auch der Wechsel zwischen hartem Gitarrensound und wunderschönen, weichen Passagen.

„In The Passing Light Of Day“ ist ein Album geworden, welches sich lohnt im Ganzen gehört zu werden. Höhepunkte gibt es viele, Ausfälle keine. Besonders gelungen finde ich gleich den Opener „On A Tuesday“. Dann hört man auf der Platte die zum Niederkien schöne Ballade „Silent Gold“. Die Lieder „Angels Of Broken Things“ und „The Taming Of A Beast“ begeistern ebenso. Schließlich folgen mit „If This Is The End“ sowie dem Titellied „The Passing Light Of Day“ noch zwei weitere Höhepunkte. Und das Schöne ist, die jetzt nicht erwähnten Titel lohnen sich ebenso.

Fazit: „In The Passing Light Of Day“ lohnt für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks. Es lohnt sich natürlich erst recht für Fans der Schweden. Das Album ist eine sehr abwechslungsreiche Platte geworden, die bereits nach ganz wenigen Durchläufen viele Lieblingslieder bereithält. Lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Silent Gold, Angels Of Broken Things, The Taming Of A Beast



Freitag, 9. April 2021

Nad Sylvan – Spiritus Mundi

 



Nad Sylvan – Spiritus Mundi


Besetzung:

Nad Sylvan – lead & backing vocals, keyboards, orchestration, electric & acoustic guitar, bass, drums, programming


Gastmusiker:

Andrew Laitres – lead and backing vocals, acoustic nylon, steel and 12 string guitars, additional keyboards
Tony Levin – bass
Steve Hackett – 12 string guitar
Neil Whitford – electric guitar, slide guitar
Jonas Reingold – bass
Mirkko De Maio – drums, congas
Steve Piggot – additional electric guitar
Kiwi Te Kanna – oboe, chinese flute




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. The Second Coming (6:58)
2. Sailing To Byzantium (6:39)
3. Cap And Bells (4:47)
4. The Realists (2:16)
5. The Stolen Child (4:58)
6. To An Isle In The Water (4:36)
7. The Hawk (4:10)
8. The Witch And The Mermaid (1:57)
9. The Fisherman (5:28)

Bonus Tracks:

10. You’ve Got To Find A Way (5:55)
11. To A Child Dancing In The Wind (5:08)

Gesamtspieldauer: 52:55



„Spiritus Mundi“ heißt das sechste beziehungsweise siebte Studioalbum des Nad Sylvan, je nachdem ob man seine erste Veröffentlichung, welche nur als Download zu erwerben war und inzwischen nicht mehr zur Verfügung steht, mitzählt. Den meisten Musikinteressierten dürfte der in Schweden lebende Musiker wohl durch seine Zusammenarbeit mit Steve Hackett ein Begriff sein, den er vor allen Dingen auf dessen „Genesis Revisited“-Veröffentlichungen unterstützte.

Nach dem Abschluss der Vampirate-Trilogie überlegte sich Nad Sylvan, was er als nächstes machen könnte. Da fiel ihm der US-amerikanische Musiker Andrew Laitres wieder ein, der ihn vor ein paar Jahren gefragt hatte, ob er nicht eines seiner Lieder für ihn einsingen könnte. Das Ergebnis war der Titel „The Lake Isle Of Innisfree“, welcher schließlich sogar als Bonuslied auf dem letzten Nad Sylvan Album „The Regal Bastard“ landete. Also hörte sich Nad Sylvan einige Demos von Andrew Laitres an, die ihm durchaus gefielen und fragte nach, ob sie nicht zusammen, auf Grundlage dieser Demos, neue Lieder entwickeln und mit den entsprechenden Arrangements versehen könnten. Schon war der Grundstein für „Spiritus Mundi“ gelegt.

Auf „Spiritus Mundi“ vertont Nad Sylvan Gedichte des irischen Nobelpreisträgers William Butler Yeats (1865-1939). An der Musik arbeiteten Sylvan und Laitres gemeinsam und das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen. Auf dem Album hört man sehr eingängigen und melodischen Art Rock, der auch das Genre des Progressive Rocks streift. Im Zentrum der Musik steht dabei die Gitarre des Andrew Laitres sowie der Gesang des Nad Sylvan, welcher durchaus immer wieder mal Erinnerungen an jenen von Peter Gabriel und auch an den von Phil Collins aufkommen lässt. Dieses Grundgerüst wird ergänzt durch orchestrale Einschübe und durch die ebenso überzeugende Stimme des Andrew Laitres selbst.

„Spiritus Mundi“ ist eines jener Alben, die mit jedem weiteren Durchlauf noch zu wachsen scheinen. Und dies trifft auch auf jeden der Titel zu, die hier ohne Ausfälle präsentiert werden. Melodiös klingt das immer, eingängig sowieso. Manchmal ein wenig mehr verwunschen, ein anderes Mal deutlich flotter klingend. Manche der Stücke zielen atmosphärisch auf die früheren 70er Jahre ab, andere sind wiederum eindeutig im Hier und Jetzt verwurzelt. Diese Mischung ist Nad Sylvan zusammen mit Andrew Laitres wunderschön gelungen. Dazu haben die beiden Musiker auch bei den Arrangements alles richtig gemacht. An keiner Stelle des Albums klingen die Lieder überfrachtet oder anbiedernd – und ebenso zu keiner Zeit langweilig.

Fazit: Wer eingängigen, mit sehr schönen Melodien ausgestatteten Art Rock mag, die oder der kann hier bedenkenlos zugreifen. „Spiritus Mundi“ ist ein Album geworden, welches man auflegt und Gefallen daran findet. Mit jedem weiteren Durchlauf klingt es schließlich noch wertvoller und überzeugender. Auf „Spiritus Mundi“ hört man keine Neuerfindung von Musik, jedoch eine sehr gelungene Ergänzung. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Stolen Child, To An Isle In The Water



Samstag, 3. April 2021

Ritual – Superb Birth




Ritual – Superb Birth


Besetzung:

Johan Nordgren – drums, backing vocals
Patrick Lundström – vocals, guitars
Fredric Lindqvist – bass, bouzouki
Jon Gamble – pianos, organs, synthesizers


Gastmusiker:

Mats "Gaffa" Karlsson – lap steel on 6/8
Christian Sahlin – cello on 6/8
Louisa Hallstedt – violin and viola on 6/8




Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Do You Want To See The Sun (4:01)
2. Lobby (4:49)
3. Sadly Unspoken (3:55)
4. Did I Go Wrong (5:38)
5. 6/8 (2:48)
6. Coming Home (4:51)
7. Into The Heat (4:59)
8. Really Something (3:52)
9. Mothersong (3:55)
10. Golden Angel (4:28)
11. Dinosaur Spaceship (6:11)
12. A Voice Of Divinity (3:34)

Gesamtspieldauer: 53:06



„Superb Birth“ heißt das zweite Studioalbum der schwedischen Band Ritual. Es erschien ursprünglich im Jahr 1999 im Eigenvertrieb, wurde 2004 neu aufgelegt und mit geänderter Liedreihenfolge auf dem Plattenlabel InsideOut Musik wiederveröffentlicht.

Leider ist auf „Superb Birth“ nichts mehr übrig geblieben von den Ideen, der Abwechslung, die noch dem selbstbetitelten Debutalbum innewohnten. Fischten die Musiker dort auch immer wieder überzeugend im Genre des Progressive Rocks, wird man auf „Superb Birth“ größtenteils mit Rock berieselt, der irgendwo zwischen Mainstream und Hard Rock angesiedelt ist und auch dementsprechend klingt. Die einzelnen Lieder des Albums hören sich weder spannend noch irgendwie besonders an. Es klingt nach Musik, die so immer wieder und zu jederzeit auch im Radio gespielt werden kann, ohne groß zu stören oder besondere Aufmerksamkeit zu erregen.

Dabei sind die Lieder auf „Superb Birth“ im Bereich des Rocks qualitativ keineswegs schlecht geraten, allerdings eben austauschbar. Doch wer auf Hard Rock steht, die oder der könnte an der Scheibe durchaus Gefallen finden. Der einmal eingeschlagene Weg wird auf dem Album konsequent weiter verfolgt. Zudem sind die einzelnen Lieder durchaus melodiös geraten – ohne dabei Gefahr zu laufen einen Ohrwurm zu generieren.

Fazit: „Superb Birth“ hat musikalisch leider nur noch wenig mit dem Debut der Schweden zu tun. Auf dem Album hört man ziemlich angepassten Hard Rock, wie ihn viele andere Bands auch praktizieren. Kann einem gefallen, muss aber definitiv nicht. Ein Lieblingsalbum wird „Superb Birth“ jedoch wahrscheinlich auch für Hard Rock Fans nicht werden. Das können andere besser. Neun Punkte.

Anspieltipps: Golden Angel