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Freitag, 17. Januar 2020

Popol Vuh – Hosianna Mantra




Popol Vuh – Hosianna Mantra


Besetzung:

Florian Fricke – piano, cembalo
Conny Veit – e- & 12-string guitar
Robert Eliscu – oboe
Djong Yun – soprano
Klaus Wiese – tamboura


Gastmusiker:

Fritz Sonnleitner – violin


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Psychedelic Rock, Krautrock


Trackliste:

Hosianna Mantra

1. Ah! (4:46)
2. Kyrie (5:23)
3. Hosianna-Mantra (10:11)

Das V. Buch Mose

1. Abschied (3:16)
2. Segnung (6:07)
3. Andacht (0:47)
4. Nicht hoch im Himmel (6:18)
5. Andacht (0:46)

Bonus Track:

9. Maria (Ave Maria) (4:29)

Gesamtspieldauer: 42:07



Nach dem zweiten Album „In den Gärten Pharaos“ war Schluss mit weltlicher Musik für Florian Fricke, Komponist und einziges festes Mitglied bei Popol Vuh. Er wandte sich nun ganz den sakralen Themen mit seiner Musik zu. So heißt das dritte Studioalbum von Popol Vuh „Hosianna Mantra“ und dementsprechend klingt auch diese Platte, die ursprünglich im Jahr 1972 erschien, nun in remasterter Form auf dem Plattenlabel BMG wiederveröffentlicht wurde.

Auf „Hosianna Mantra“ hört man keine Pop- und Rock-Musik mehr. Zu behaupten, das Gehörte wäre sakrale Musik wäre freilich sehr übertrieben. Das Ganze erinnert und klingt etwas an etwas lebhaftere Ambient Sounds, die zum Teil mit Gesang versehen wurden. In diesem Fall ist das die Stimme der Djong Yun, die zumeist sehr hoch und oftmals nur gehaucht singt. Melodiös und harmonisch klingt die Musik von Popol Vuh ebenfalls auf „Hosianna Mantra“. Doch hier von eingängigen Melodien zu sprechen, würde das Wesen der Lieder nicht ganz treffen. Es sind eher angenehme Harmonien, die Florian Fricke häufig dem Piano entlockt. Ansonsten ist es eine etwas verklärt klingende E-Gitarre, die den Sound der Lieder bestimmt.

Es fällt schwer Höhepunkte der Scheibe zu benennen, da keines der Lieder deutlich über den anderen steht oder gar heraussticht. Umgekehrt gilt dasselbe, keine der Nummern auf „Hosianna Mantra“ fällt gegenüber den anderen großartig ab. Es ist die Gesamtheit der Stücke, die dieses Album ausmacht, welches sanft, weich und irgendwie entrückt aus den Boxen zu schweben scheint.

Fazit: Ganz besondere Musik ist auf „Hosianna Mantra“ von Popol Vuh zu hören. Musik, die die ganze Aufmerksamkeit der Hörerin beziehungsweise des Hörers erfordert. Kein Pop, kein Rock, sanfte Musik mit hohem Gesang, etwas in Richtung Ambient schwebend. In einer kirchlichen Messe hört man dies allerdings auch nicht so. Viel eher erinnert dieses Album an Filmmusik. Oder doch nicht? Sanft und melodiös klingt sie allerdings, darauf lässt sich einigen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Abschied, Nicht hoch im Himmel



Montag, 5. Februar 2018

Popol Vuh – Das Hohelied Salomos




Popol Vuh – Das Hohelied Salomos


Besetzung:

Florian Fricke – piano
Daniel Fichelscher – electric guitar, acoustic guitar, percussion
Djong Yun – vocals


Gastmusiker:

Alois Gromer – sitar
Shana Kumar – tabla


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock, Krautrock, New Age


Trackliste:

1. Steh auf, zieh mich Dir nach (4:45)
2. Du schönste der Weiber (4:30)
3. In den Nächten auf den Gassen (1:35)
4. Du Sohn Davids I (3:00)
5. In den Nächten auf den Gassen II (3:27)
6. Der Winter ist vorbei (3:43)
7. Ja, deine Liebe ist süßer als Wein (3:36)
8. Du Sohn Davids II (3:48)
9. Du tränke mich mit deinen Küssen (4:57)

Gesamtspieldauer: 33:26




„Das Hohelied Salomos“ ist das sechste Studioalbum der deutschen Band Popol Vuh. Ursprünglich wurde die Platte im Jahr 1975 auf dem Plattenlabel United Artists Records veröffentlicht. Im Jahr 2005 gab es eine Wiederveröffentlichung auf SPV mit drei Bonus Titeln und im Jahr 2017 eine dritte Veröffentlichung, wieder ohne Bonus-Material, auf dem Label Warner Music.

Alles klingt sanft, nett, vom Frieden erfüllt und beseelt und überaus weich auf „Das Hohelied Salomos“. Symphonisch-melodischen Progressive Rock hört man auf dieser Scheibe bis in den letzten Takt und Akkord hinein. Dazu gesellt sich der engelsgleiche Gesang der Djong Yun und fertig ist eine Scheibe, die sofort beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht. Viele fernöstliche Klänge halten zudem Einzug in die Musik von Popol Vuh, die Sitar hat auf „Das Hohelied Salomos“ mehrere Auftritte und lässt alles noch ein wenig mehr entrückter klingen und vor allen Dingen auch wirken. Ebenso bekommt man sehr religiöse Texte zu hören, die der ganzen Musik von Popol Vuh in dieser Kombination letztendlich sogar einen sehr esoterischen Anstrich verleihen.

Nett anzuhören ist das Album allemal, wenn man auf jede Menge Melodiösität und Harmonie in der Musik steht. Trotzdem hinterlassen die Lieder auf „Das Hohelied Salomos“ einen mitunter etwas zu süßlichen Nachgeschmack. Dafür kann man jedoch bestens in diese Musik eintauchen, falls man auf die ultimative Harmonie steht. Dies gelingt sogar noch ein wenig mehr, wenn sie ohne Gesang dargeboten wird. Das wiederum liegt nicht daran, dass Djong Yun schlecht singt oder, dass es sich bei den Inhalten um religiöse Motive handelt. Vielmehr ist es die Sprache, die etwas antiquiert klingt und am ehesten wohl in einen Gottesdienst passen würde.

Fazit: Mir gefällt das durchaus, was ich hier zu hören bekomme. Trotzdem hinterlässt es einen irgendwie gearteten, seltsamen Nachgeschmack. Sind es die Texte? Nein. Die Musik? Die schon mal gar nicht! Der Gesang? Auch nicht. Die Instrumentierung? Ebenso wenig. Manche Dinge lassen sich einfach nicht in Worte fassen. „Das Hohelied Salomos“ ist ein melodisch, harmonisches und sehr eingängiges Album geworden. Ganz sanft klingt darauf alles, von der Musik, bis über den Gesang, hin zu den Texten. Indische Einflüsse in der Musik sind unüberhörbar und machen die Scheibe durchaus noch ein wenig spannender. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Steh auf zieh mich Dir nach, In den Nächten auf den Gassen II, Du tränke mich mit deinen Küssen