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Mittwoch, 25. Mai 2022

Kaipa – Urskog

 



Kaipa – Urskog


Besetzung:

Hans Lundin – keyboards & vocals
Per Nilsson – electric & acoustic guitars
Jonas Reingold – electric basses
Darby Todd – drums
Patrik Lundström – vocals
Aleena Gibson – vocals




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Frozen Dead Of The Night (18:52)
2. In A World Of Pines (10:04)
3. Urskog (7:57)
4. Wilderness Excursion (8:58)
5. In The Wastelands Of My Mind (6:13)
6. The Bitter Setting Sun (15:20)

Gesamtspieldauer: 1:07:26



Die schwedische Band Kaipa veröffentlichte am 22. April 2022 ihr bereits 14. Studioalbum unter dem Titel „Urskog“. Das Album erschien auf dem Plattenlabel InsideOut Music und man hört mit Darby Todd einen neuen Drummer am Schlagzeug. Hans Lundin schrieb die Titel, die sich mit der schwedischen Wildnis und dem Wechsel der Jahreszeiten beschäftigen. Dabei komponierte Hans Lundin einen Teil der Lieder im Jahr 2018 ganz neu, bei anderen griff er auf Ideen und Akkorde zurück, die ihm bei der Erstellung des Box-Sets „Hans Lundin: The Solo Years 1982-1989“ wieder ins Gedächtnis traten und transportierte sie in die jetzige Zeit.

„Urskog“ macht Spaß, soviel sei schon mal verraten. In den längeren Stücken wie auch in den kürzeren Nummern changiert die Band mit den Stimmungen und Atmosphären und die Lieder vollziehen manch überraschende Wendung. Nicht immer klingt das sofort eingängig, denn fast schon mit „jazzig“ zu umschreibende Passagen lassen immer wieder aufhorchen. Trotzdem erklingt „Urskog“ insgesamt melodiös und geht mit jedem weiteren Mal des Hörens noch besser ins Ohr.

Neben den wahrlich abwechslungsreichen Instrumentalpassagen seien an dieser Stelle auch die überaus gelungenen Gesangsarrangements erwähnt, die immer wieder auf das Neue begeistern. Mit viel Akribie und Liebe zum Detail wurden hier sehr schöne, mehrstimmige Gesangspartien komponiert, die das gesamte Album nochmals aufwerten und in die sich so wunderschön eintauchen lässt.

Insgesamt hört man auf „Urskog“ Progressive Rock, der im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts angekommen ist. Ist man auf der Suche nach dem Besonderen in der Musik, wird man auf diesem Album fündig. Kaipa begehen mit diesem Album durchaus Wege, die so noch nicht von den Schweden zu hören waren. Das Album klingt noch abwechslungsreicher, als manch einer der Vorgänger.

Fazit: Wer auf Progressive Rock steht, der im 21. Jahrhundert entstanden ist und im Hier und Jetzt der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts auch überzeugt, die oder der kann bei der neuen Kaipa-Scheibe bedenkenlos zugreifen. Die Schweden verbinden jazzige Töne mit eingängigen Melodien und überzeugen auch bei den Gesangsarrangements. Somit ist „Urskog“ eine weitere überzeugende Platte in der Diskographie von Kaipa, die sich lohnt gehört zu werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Frozen Dead Of The Night



Samstag, 30. Juni 2018

Kaipa – In The Wake Of Evolution




Kaipa – In The Wake Of Evolution


Besetzung:

Patrik Lundström – vocals
Aleena Gibson – vocals
Per Nilsson – electric and acoustic guitars
Morgan Ågren – drums
Hans Lundin – electric and acoustic keyboards, vocals
Jonas Reingold – electric basses


Gastmusiker:

Fredrik Lindqvist – recorders (tracks 2,3, 4, 5, & 8)
Elin Rubinsztein – violin (tracks 1, 4, 5, & 7)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. In The Wake Of Evolution (10:57)
2. In The Heart Of Her Own Magic Field (5:12)
3. Electric Power Water Notes (17:50)
4. Folkia´s First Decision (2:32)
5. The Words Are Like Leaves (5:36)
6. Arcs Of Sound (8:21)
7. Smoke From A Secret Source (9:23)
8. The Seven Oceans Of Our Mind (10:08)

Gesamtspieldauer: 1:10:03



„In The Wake Of Evolution“ heißt das zehnte Studio-Album der schwedischen Progressive Rock Band Kaipa. Am 16. März des Jahres 2010 wurde das Album auf dem Plattenlabel InsiceOut Music veröffentlicht. Obwohl Roine Stolt Kaipa bereits vor dem letzten Album wieder verlassen hatte, klingen Kaipa auf „In The Wake Of Evolution“ immer noch wie eine zweite Band mit dem Namen Flower Kings. Viel hat sich trotz des Verlustes einer der Song-Schreiber also nicht mehr geändert an der Musik der Schweden.

Wieder gibt es eher frickeligen bis etwas konstruiert klingenden Progressive Rock zu hören, der so eindeutig aus Schweden zu stammen scheint. Sehr melodiös ist das nicht unbedingt, die einzelnen Lieder gehen auch nicht unverzüglich gut ins Ohr. Mitunter läuft die Scheibe so durch und klingt leider auch an manchen Stellen etwas langweilig. Dann gibt es allerdings auch wieder sehr viel mitreißendere Passagen, in denen die Musiker nur so von Spielfreude beseelt zu sein scheinen. Zugutehalten muss man der Platte auch, dass sie im Laufe der Zeit wächst, wenn man ihr denn die Zeit zum Reifen einräumt. Bis auf den Gesang, der eindeutig ein Manko in der Musik von Kaipa ist. Egal ob hier Patrik Lundström oder Aleena Gibson singen. Es klingt in beiden Fällen wenig überzeugend, manchmal sogar geradezu komisch.

Drei Höhepunkte enthält das Album mit den Titeln „Electric Power Water Notes“, „Arcs Of Sound“ und „The Seven Oceans Of Our Mind“. Ersteres Stück ist eine sehr abwechslungsreiche Progressive Rock Nummer, die in vielen Facetten aufleuchtet. Hier klingen Kaipa spannend und überaus gelungen. Das Lied „Arcs Of Sound“ beginnt einigermaßen hektisch und wird dann zu einem melodiösen und eingängigen Titel, welcher einen ausnahmsweise bereits beim ersten Mal des Hörens aufhorchen lässt. Dieses Lied hallt auch nach und klingt nach spannendem Progressive Rock. Die kleine Einschränkung bei dieser Nummer ist leider der Refrain, der wie ein x-beliebiges Rock Lied klingt und gegen den Rest des Stücks deutlich abfällt. „The Seven Oceans Of Our Mind“ beginnt schließlich wie ein Folk-Song, ehe dieser auch in die eher progressive Richtung einbiegt. Ein sehr abwechslungsreiches Lied, welches sich steigert, aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut ist und zudem über schöne und melodiöse Melodien verfügt, die sich festsetzen.

Fazit: „In The Wake Of Evolution“ klingt ganz klar nach schwedischem Progressive Rock und dabei ist automatisch die Nähe zur Band Flower Kings gegeben. Nicht alles überzeugt auf dem Album bis ins letzte Detail, einige Stücke muss man auch öfters hören, sich vielleicht sogar Schönhören. Doch hat das Album definitiv auch Höhepunkte, die Spaß machen und hängenbleiben. Ganz sicher keine schlechte Platte, die neben dem Progressive Rock auch so manche Folk-Anleihe enthält. Neun Punkte.

Anspieltipps: Electric Power Water Notes, Arcs Of Sound, The Seven Oceans Of Our Mind



Montag, 18. Juni 2018

Kaipa – Keyholder




Kaipa – Keyholder


Besetzung:

Hans Lundin – hammond organ, synthesizers, mellotron, pianos, vocals
Roine Stolt – electric and acoustic guitars, percussion, vocals
Morgan Ågren – drums
Aleena Gibson – lead and backing vocals
Patrik Lundström – lead and backing vocals
Jonas Reingold – bass guitar


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. Lifetime Of A Journey (8:14)
2. A Complex Work Of Art (11:57)
3. The Weed Of All Mankind (9:29)
4. Sonic Pearls (6:06)
5. End Of The Rope (13:59)
6. Across The Big Uncertain (8:31)
7. Distant Voices (13:00)
8. Otherworldly Brights (7:09)

Gesamtspieldauer: 1:18:27




„Keyholder“ heißt das siebte Studio-Album der schwedischen Progressive Rock Band Kaipa, welches am 28. August 2003 erschien. Gleichzeitig ist es auch die zweite Scheibe, die die Band nach der Reunion im Jahr 2002 veröffentlichte. Die Musik und die Texte stammen einmal mehr von Hans Lundin und Roine Stolt und das Album wurde, wie bereits der Vorgänger „Notes From The Past“, auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht.

Zu hören gibt es auch „Keyholder“ den für die Schweden durchaus typischen und an die Flower Kings erinnernden RetroProg. Großartig verwundern darf das nicht, denn Roine Stolt hat in beiden Bands einen sehr großen Einfluss auf das musikalische Wirken, auch wenn bei Kaipa Hans Lundin wohl der Musiker ist, der den Sound größtenteils beeinflusst. Leider ist es allerdings so, dass gerade „Keyholder“ nicht so richtig zünden will. Gewiss ist das gut gemachte und abwechslungsreiche Musik, aber einen so richtig packen, das schaffen die Lieder auf „Keyholder“ leider nicht. Im Falle des Titels „A Complex Work Of Art“, bei dem Aleena Gibson den Gesang übernimmt, klingt das alles gar richtiggehend kitschig und ein Unwohlsein breitet sich beim Hören aus. Schade. Große Gesangsparts übernimmt sie auch bei den Stücken „Across The Big Uncertain“ und „Distant Voices“. Leider klingt es an diesen Stellen auch nicht viel besser.

Die einzelnen Titel sind ansonsten eher frickelig denn melodiös gehalten und gehen kaum ins Ohr. Phasenweise klingt die Musik von Kaipa auf „Keyholder“ ganz interessant und auch mal eingängig, aber auf ein vollständiges Lied hin betrachtet und damit in Summe aller Titel, ist es eine Platte geworden, mit der man deutlich weniger warm werden kann, als mit manch anderer Scheibe der Schweden. Es bleibt viel zu wenig hängen von dieser Musik und wenn man an Kaipa denkt und ein Album auflegen möchte, kommt einem „Keyholder“ ganz bestimmt nicht zuerst in den Sinn.

Genug gejammert. „Keyholder“ ist musikalisch perfekt eingespielt worden, immer wieder hört man auch die Spielfreude der Musiker heraus. Und die ein oder andere schöne Stelle gibt es auch auf diesem Album zu entdecken, wenn sie sich auch meist auf eine Phase in einem der längeren Stücke bezieht und begrenzt. Am eingängigsten klingt für mich noch das etwas kürzere „Sonic Pearls“. Ein etwas atmosphärischer und vor allen Dingen einfacher und sanfter Titel, der ins Ohr geht.

Fazit: Das haben Kaipa schon mal deutlich besser hinbekommen. „Keyholder“ ist ein Album geworden, welches zwar musikalisch auf hohem Niveau eingespielt wurde, allerdings irgendwie nicht restlos zu begeistern versteht. Die einzelnen Melodien schaffen es nicht einen zu begeistern und es bleibt auch nur sehr wenig von dieser Scheibe hängen. Wenn schließlich auch noch Aleena Gibson singt, wird es ganz schwierig. Das liegt nicht allein an ihrer Stimme, die Musik passt auch nicht. Für RetroProg-Fans und auch Freundinnen und Freunde der Flower Kings aber ganz sicher geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Sonic Pearls



Freitag, 25. Mai 2018

Kaipa – Notes From The Past




Kaipa – Notes From The Past


Besetzung:

Hans Lundin – keyboards, vocals
Roine Stolt – guitars, vocals
Patrik Lundström – lead & backing vocals
Morgan Ågren – drums
Jonas Reingold – bass


Gastmusiker:

Aleena Gibson – vocals („A Road In My Mind“)
Tove Thörn Lundin – vocals („In The Space Of A Twinkle“)
Lennart Lind – trombone
Lars Lindsjö – saxophone
Tage Rolander – trumpet


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. Notes From The Past - Part I (3:09)
2. Night-Bike-Ride (On Lilac Street) (3:28)
3. Mirrors Of Yesterday (6:17)
4. Leaving The Horizon (14:10)
5. In The Space Of A Twinkle (3:28)
6. Folke’s Final Decision (4:03)
7. The Name Belongs To You (13:46)
8. Second Journey Inside The Green Glass (5:55)
9. A Road In My Mind (7:17)
10. Morganism (10:33)
11. Notes From The Past - Part II (6:58)

Gesamtspieldauer: 1:19:08




Kaipa war eine schwedische Progressive Rockband, die in den 70er Jahren drei Alben veröffentlichte. Es folgten zwei eher poppige Platten zu Beginn der 80er Jahre, danach löste sich die Band wieder auf. Zwanzig Jahre nach der letzten Veröffentlichung erschien am 25. April 2002 nun das sechste Album von Kaipa mit dem Titel „Notes From The Past“. Auf diesem war jetzt auch Roine Stolt wieder Bandmitglied geworden, der Kaipa nach dem dritten Album im Jahr 1978 verlassen hatte und inzwischen mit den Flower Kings Erfolge feierte. Er und Hans Lundin, ebenfalls Gründungsmitglied und Haupt-Songschreiber von Kaipa, waren endlich wieder vereint und die Fans waren gespannt auf das Ergebnis dieser Reunion. „Notes From The Past“ erschien auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Auf „Notes From The Past“ hört man eingängigen RetroProg, der sehr viel eher mit melodiös, denn mit „frickelig“ zu umschreiben ist. Die meisten der Titel gehen schnell ins Ohr, auch wenn der ausgeprägte Wiedererkennungswert nicht unbedingt durchgängig vorhanden ist. Die einzelnen Stücke sind vielschichtig aufgebaut, neben den ruhigeren und sanfteren Passagen, wird durchaus auch mal gerockt. Das Spiel mit Atmosphären haben die Musiker von Kaipa nicht verlernt. Insgesamt klingt „Notes From The Past“ allerdings nicht zu rockig, sondern eher auf der melodiösen Seite verwurzelt. Dabei sind die Lieder abwechslungsreich gehalten und auch wenn nicht alle elf Titel restlos überzeugen, so gibt es für Freundinnen und Freunde progressiver Klänge einiges auf diesem Album zu entdecken.

Die beiden Höhepunkte höre ich zu Beginn der Platte. „Mirrors Of Yesterday“ sowie „Leaving The Horizon“ beinhalten all das, was spannenden RetroProg ausmacht. Deutlich an den Progressive Rock der 70er Jahre angelehnt, entstehen hier musikalische Landschaften, in die sich einzutauchen lohnt. Schöne Melodien umschwirren das Ohr, um dann von härteren Passagen abgelöst zu werden, die sich schließlich wiederum selbst in viel Harmonie auflösen. Da macht das genaue Zuhören viel Spaß und man kann perfekt in die Musik eintauchen. Viel Abwechslung in wenigen musikalischen Minuten.

Fazit: Zwanzig Jahre nach der Auflösung legen Kaipa ein durchaus interessantes und abwechslungsreiches Wiedervereinigungsalbum vor. Skandinavischer RetroProg von seiner besseren Seite gibt es auf „Notes From The Past“ zu hören. Und auch wenn nicht alles auf dem Album restlos überzeugt, so lohnt sich die Platte für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rock ganz gewiss. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Mirrors Of Yesterday, Leaving The Horizon



Montag, 14. Mai 2018

Kaipa – Solo




Kaipa – Solo


Besetzung:

Hans Lundin – hammond organ, fender rhodes electric piano, grand piano, mellotron, hohner clavinet, mini and polymoog synthesizers, korg polyphonic ensemble 2000, vocals
Mats Lindberg – bass, moog taurus pedals, percussion
Ingemar Bergman – drums, percussion, laughing
Mats Löfgren – lead vocals, percussion
Roine Stolt – 6 and 12-string electric guitars, acoustic guitars, guitar-synthesizer, percussion and vocals


Label: Tempus Fugit (ursprünglich Decca)


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Den Skrattande Grevinnan (The Laughing Countess) (4:49)
2. Sen Repris (Late Reprise) (3:21)
3. Flytet (The Flow) (2:46)
4. Anar Dig (Sensing You) (4:05)
5. Frog Funk (Frog Funk) (3:33)
6. Visan I Sommaren (A Summer Air) (3:35)
7. Tajgan (The Taiga) (3:22)
8. Respektera Min Värld (Show Respect To My World) (6:13)
9. En Igelkotts Död (Death Of A Hedgehog) (3:41)
10. Total Förvirring (Total Confusion) (7:24)
11. Sist Pa Plan (Last Man Standing) (7:37)

Gesamtspieldauer: 50:30



„Solo“ nannte die schwedische Progressive Rock Band Kaipa ihr drittes Studio-Album. Dieses wurden im Mai des Jahres 1978 ursprünglich auf dem Plattenlabel „Decca“ veröffentlicht. Im Jahr 2015 erschienen auf dem Plattenlabel Tempus Fugit die ersten fünf Alben von Kaipa erneut, somit auch das Album „Solo“. „Kaipa“ hatten mit Mats Löfgren einen neuen Sänger an Bord, der von den Fans zunächst mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Der Gesang und damit der gesamte Klang der Band hatte sich durchaus verändert. Doch auch am Bass gab es mit Mats Lindberg ein neues Gesicht, der im November 1977 zu Kaipa gestoßen war, Tomas Eriksson ersetzte und ein Schulfreund von Roine Stolt war. Die Platte verkaufte sich in Schweden durchaus erfolgreich und Kaipa waren eine bekannte Größe der schwedischen Musikszene geworden. Nicht zuletzt durch ausgiebiges Touren, auch durch Dänemark und Norwegen, wurde die Platte beworben, was letztendlich allerdings ebenfalls in Ermüdungserscheinungen der Musiker mündete. Schließlich beschlossen Roine Stolt und Mats Lindberg Kaipa zu verlassen und das letzte Konzert der Band in dieser Formation fand am 13. Mai 1979 in Katrinenholm statt.

Demokratisch wurde in der Band darüber abgestimmt, welche Lieder auf „Solo“ Platz finden sollten. So ergab es sich, dass die Lieder von Roine Stolt mehr Anklang fanden und der Einfluss von Hans Lundin auf „Solo“ deutlich geringer ist, als auf anderen Alben von Kaipa. Dieser wollte sich mehr auf seine Tasteninstrumente und weniger auf seinen Gesang konzentrieren. Neben einem veränderten Gesang klangen die Lieder nun deutlich kompakter und weniger verspielt, was ebenfalls nicht alle Fans der Band zu schätzen wussten. Leider kann man das auch heutzutage noch nachvollziehen, wenn man „Solo“ mit den ersten beiden Alben der Band vergleicht. Diese übergroße Spielfreude, die vor allen Dingen noch auf der zweiten Platte „Inget Nytt Under Solen“ zu hören war, die fehlt hier etwas. Zudem waren Kaipa etwas angepasster geworden, was allerdings Ende der 70er Jahre nicht nur das Problem der Schweden, sondern aller Bands des Progressive Rocks war.

Trotzdem, macht „Solo“ Spaß, denn die schönen Momente auf der Platte gibt es definitiv. „Sen Repris“, „Visan I Sommaren“, „Tajgan“ und „Total Förvirring“ heißen die Höhepunkte. Man hört hier keinen furchtbar komplizierten oder aber frickeligen Progressive Rock, sehr viel eher ist es die melodische bis symphonische Ausprägung dieser Musik, die überzeugt. Und im Falle von „Tajgan“ kann es schon mal passieren, dass ein Lied wie ein Stück von Camel startet und in einer Nummer von Pink Floyd zu enden scheint. Doch kopiert klingt dabei rein gar nichts. Die einzelnen Stücke sind zwar nicht mehr so verschachtelt und positiv ausufernd, Freundinnen und Freunde des symphonischen und melodiösen Progressive Rocks werden diese Platte trotzdem noch zu schätzen wissen. Allerdings muss man sich einmal mehr mit der schwedischen Sprache arrangieren. Diese klingt für unsere Ohren auch in Verbindung zu dieser Musik erst einmal ungewohnt und ganz wird dieser Umstand auch nach vielen Durchläufen noch nicht relativiert – vom inhaltlichen Verständnis ganz zu schweigen.

Fazit: Ein klein wenig angepasster klingt „Solo“ von Kaipa – vergleicht man diese Scheibe mit den beiden Vorgängern. Trotzdem gibt es auch auf „Solo“ jede Menge schöne Stellen und Passagen zu hören, die Spaß machen und durchaus begeistern. Alles hört sich sehr melodiös und eingängig an, wenig allerdings besonders kompliziert, experimentell oder gar innovativ. Somit ist „Solo“ eine für die damalige Zeit sogar noch sehr überzeugende Progressive Rock Platte geworden. Macht schon Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sen Repris, Visan I Sommaren, Taijgan, Total Förvirring



Dienstag, 1. Mai 2018

Kaipa – Kaipa




Kaipa – Kaipa


Besetzung:

Ingemar Bergman – drums, percussion, vocals
Roine Stolt – electric and acoustic guitars, vocals
Tomas Eriksson – bass, vocals
Hans Lundin – organ, fender piano, yamaha synthsizer, string synthesizer, grand piano, glockenspiel, harpsichord, lead vocals


Label: Tempus Fugit (ursprünglich Decca)


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Musiken Är Ljuset (Music Is Light) (7:05)
2. Saker Har Tva Sidor (Things Have Two Sides) (4:36)
3. Ankaret (The Anchor) (8:41)
4. Skogspromenad (Forrest Walk) (3:40)
5. Allting Har Sin Början (All Things Have A Beginning) (3:12)
6. Se Var Morgon Gry (See Each Morning Dawn) (8:54)
7. Förlorad I Istanbul (Lost In Istanbul) (2:25)
8. Oceaner Föder Liv (Oceans Give Birth To Life) (9:29)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung von 2015:

9. Fran Det Ena Till Det Andra (From One Thing To Another) (2:50)
10. Karavan (Caravan) (2:53)

Gesamtspieldauer: 53:50



Kaipa wurden im Jahr 1973 ursprünglich als „Ura Kaipa“ gegründet. Dies wiederum ist der Name eines schwedischen Steinzeit-Häuptlings aus dem Buch „Svenskarra och deras hövdingar“ des schwedischen Schriftstellers Verner von Heidenstam. Ein Jahr später nannte sich die Band, immer noch ein Trio, um in Kaipa. Es wurde ein Gitarrist gesucht und man fand ihn im siebzehnjährigen Roine Stolt, der später dann die Flower Kings zur Berühmtheit bringen sollte. Es wurde fleißig geprobt, es folgten diverse Auftritte und im Juli 1975 wurde das erste Album innerhalb von neun Tagen eingespielt und diese selbstbetitelte Scheibe erschien anschließend Ende dieses Jahres 1975 ursprünglich auf dem Plattenlabel Decca.

Man hört auf „Kaipa“ von Kaipa eingängigen, melodiösen und symphonischen Progressive Rock, der nicht unbedingt sofort beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht, jedoch definitiv spätestens beim dritten Durchlauf. Die dargebotenen Melodien und Harmonien benötigen ein wenig Zeit zur vollständigen Entfaltung, doch erschließt sich einem diese Musik mit jedem weiteren Durchlauf mehr und intensiver. Da kommen einem die britischen Kollegen von Genesis zur damaligen Zeit automatisch ins Gedächtnis, denn ähnlich klingt die Musik der Schweden von der Machart her durchaus. Jedoch wird von Kaipa keineswegs kopiert, nur bewegt sich die Musik eben auf demselben Untergrund des eingängigen und melodiösen Progressive Rock.

Sehr kompliziert klingt bei Kaipa nichts, alles ist eher auf diese Eingängigkeit hin angelegt und in diese lohnt sich wahrlich einzutauchen. Zugegebenermaßen stört zu Beginn allerdings etwas der Gesang. Nicht jedoch, weil Hans Lundin eine seltsame Stimme hätte oder aber keinen Ton treffen würde. Es ist die Sprache Schwedisch, die im ersten Moment des Hörens einfach ungewohnt ist. Es bedarf wirklich mehrerer Durchgänge und trotzdem bleibt die Sprache immer noch eine durchaus ungewohnte Besonderheit für deutsche Ohren. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass solch ein Titel wie „Skogspromenad“ gleich mit zu den Höhepunkten zu zählen ist, welcher sofort wirkt – es ist eine Instrumentalnummer. Trotzdem macht „Kaipa“ von Kaipa Spaß und mit der Zeit wird auch die schwedische Sprache vertrauter, auch wenn man den Inhalt nicht versteht.

Fazit: Eine Platte ganz im Stile der früheren Genesis ist das Debut-Album der schwedischen Band Kaipa geworden. Die schwedische Sprache ist dabei etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch gewöhnt man sich wirklich daran. Und auch wenn die Musik nicht ganz die Qualität der englischen Kollegen erreicht, so ist „Kaipa“ von Kaipa doch ein sehr hörenswertes Album geworden, auf dem man symphonischen und melodischen Progressive Rock hören kann, wie er typisch ist für die beginnenden bis mittleren 70er Jahre. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Saker Har Tva Sidor, Skogspromenad



Donnerstag, 29. März 2018

Kaipa – Inget Nytt Under Solen




Kaipa – Inget Nytt Under Solen


Besetzung:

Ingemar Bergman – drums, temple blocks, rattle and vocals
Tomas Eriksson – bass guitar, synthesizer bass and the voice of the Almighty
Roine Stolt – electric guitar, 6 & 12 string acoustic guitar and rattle
Hans Lundin – grand piano, fender rhodes piano, hammond organ, mellotron, synthesizers, string synthesizer, clavinet, vibraphone, marimba, honky-tonk piano and vocals


Gastmusiker:

Lars Hoflund – lead vocals on tracks 7, 9 & 10


Label: Tempus Fugit


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Skenet Bedrar (It's Not What It Seems) (21:43)
     a) Uppvaknandet (Awakening) (2:43)
     b) Bitterheten (Bitterness) (3:10)
     c) Hoppfullheten (Hopefulnes) (4:44)
     d) Överheten (The Authorities) (8:12)
     e) Vilseledd (Lead Astray) (2:52)
2. Ömson Sken (How Might I Say Out Clearly) (3:17)
3. Korståg (Crusade) (5:20)
4. Stengrodornas Parad (The Parade Of The Stone Frogs) (0:56)
5. Dagens Port (The Gate Of Day) (2:36)
6. Inget Nytt Under Solen (Nothing New Under The Sun) (6:14)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

7. Awakening / Bitterness (6:10)
8. How Might I Say Out Clearly (3:40)
9. The Gate Of Day (2:27)
10. Blow Hard All Tradewinds (6:19)

Gesamtspieldauer: 58:47




Kaipa ist eine schwedische Progressive Rockband, die Mitte der 70er Jahre bis zum Beginn der 80er Jahre fünf Studio-Alben veröffentlichte. Schließlich löste sich die Band wieder auf, um zwanzig Jahre später wiederbelebt zu werden und bis heute Platten zu veröffentlichen. „Inget Nytt Under Solen“, was so viel bedeutet wie „Nichts Neues unter der Sonne“, ist das zweite Studio-Album der Schweden und wurde im Jahr 1976 eingespielt und auch veröffentlicht. Ursprünglich war „Inget Nytt Under Solen“ auf dem Plattenlabel Decca erschienen. Es erfolgte 1993 eine Wiederveröffentlichung auf dem Label Musea und schließlich erschien die Platte im Jahr 2005 ein drittes Mal. Dieses Mal war es das Label Tempus Fugit, welches das Album erneut in die Plattenläden brachte.

Auf „Inget Nytt Under Solen“ hört man klassischen Progressive Rock, der stark an die Musik der englischen Vorbilder Genesis und Yes angelehnt ist, ohne diese jedoch einfach plump zu imitieren. Kaipa haben durchaus ihren eigenen und unverwechselbaren Stil, der nicht nur durch die schwedischen Texte definiert wird. Die Musik klingt sehr verspielt, ist mit zahlreichen kleineren Gimmicks angereichert und quillt fast über vor Melodiösität und Harmonie. Wenn man Spaß daran hat, in zumeist warme und eingängige Mellotron-, Keyboard- und Gitarrenklängen einzutauchen, findet man genau dies auf „Inget Nytt Under Solen“. Den ganz jungen Roine Stolt kann man hier zudem hören, der bei den Aufnahmen zur Platte noch nicht einmal zwanzig Jahre alt war. Er und Keyboarder Hans Lundin sind die Hauptkomponisten des Albums, wobei der Longtrack „Skenet Bedrar“ von Hans Ludin alleine geschrieben wurde.

Und dieses „Skenet Bedrar“ ist auch gleichzeitig das längste Lied und der Höhepunkt des Albums. Hier lebt der Abwechslungsreichtum in der Musik von Kaipa und des Progressive Rocks allgemein. Schwärmerische Passagen werden von rockigeren Abschnitten abgelöst, um dann genau wieder darin zu münden. Dazu die Klänge des Mellotrons, des Clavinets, der Hammond Orgel, des Xylophons und so weiter. Schnell schmiegen sich die Melodien ins und ans Ohr, die immer wieder durch kleine stimmliche oder musikalische Spielereien ergänzt und untermalt werden. Das ist Abwechslungsreichtum schlechthin, der diese Art der Musik so unglaublich spannend werden lässt. Auch die restlichen Stücke des Albums lohnen gehört zu werden und stellen für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks sehr hörenswerte Lieder dar.

Ergänzt wird die Wiederveröffentlichung durch vier Titel, von denen die ersten drei bereits auf dem offiziellen Album enthalten sind, dieses Mal allerdings in englischer Sprache eingesungen wurden. Dazu gesellt sich die Nummer „Blow Hard All Tradewinds“. Ein ebenfalls von Roine Stolt geschriebenes Lied, welches von Lars Hoflund eingesungen wird. Dieses stellt eine schöne Ergänzung des Albums dar und fällt in keiner Weise gegenüber den restlichen Liedern ab.

Fazit: Ein melodiöses und eingängiges Album ist „Inget Nytt Under Solen“ der Band Kaipa geworden. Ein Album vollgepackt mit symphonischen Progressive Rock, wie man ihn Anfang bis Mitte der 70er Jahre hauptsächlich von englischen Bands hörte. Die Musik von Kaipa klingt dabei durchaus eigenständig und nicht nach einem Nachahmen von bereits vorhandener Musik. Viel Melodiösität und Abwechslungsreichtum wird einem auf „Inget Nytt Under Solen“ geboten. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Skenet Bedrar