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Montag, 17. März 2014

Scorpions – Taken By Force




Scorpions – Taken By Force


Besetzung:

Klaus Meine – lead vocals
Ulrich Roth – lead guitars, backing vocals
Rudolf Schenker – rhythm guitars, backing vocals
Francis Buchholz – bass guitar, backing vocals
Herman Rarebell – drums, percussion, backing vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Steamrock Fever (3:41)
2. We'll Burn The Sky (6:30)
3. I've Got To Be Free (4:04)
4. The Riot Of Your Time (4:13)
5. The Sails Of Charon (4:24)
6. Your Light (4:33)
7. He's A Woman, She's A Man (3:18)
8. Born To Touch Your Feelings (7:41)

Gesamtspieldauer: 38:23




Beim Hören des fünften Albums der Scorpions kann man verstehen, warum diese Deutsche Band von vielen so geliebt wird. Hier auf „Taken By Force“, veröffentlicht 1977, schaffen es die Musiker endlich Musik auf Platte zu pressen, die sich wahrlich lohnt gehört zu werden. Das ist zwar wieder nicht über die ganze Platte der Fall, so richtige Ausfälle gibt es dieses Mal allerdings nicht. Dafür jedoch einige wahrlich gelungene Titel.

Das Album beginnt mit „Steamrock Fever“, ein Titel, der schon so ähnlich klingt wie das, was die Scorpions wenig später so erfolgreich werden lassen würde. Ein ganz normaler Rocker, mit einfacher Melodieführung zum besseren Wiedererkennungswert. Besser gelungen ist da dann gleich der zweite Titel „We'll Burn The Sky“. Ein wirklich gutes Rock-Lied mit schöner Melodie und interessantem Aufbau, da es hier nicht so 08/15 durchgeht. Es folgt mit „I've Got To Be Free“ wieder eher so ein Allerwelts-Rocker, wenn auch nicht schlecht gemacht, gefolgt von einem der Höhepunkte der Platte. „The Riot Of Your Time” ist wahrlich eine tolle Nummer. Eingeleitet mit einer sehr fordernden Akustik-Gitarre entwickelt sich hier ein richtiger Ohrwurm. Schöne und eingängige Melodie, spannender Aufbau, der immer wieder ein Thema aufgreift und ein mitreißender Groove. Ein tolles Lied. Im Anschluss daran wird bei „The Sails Of Charon“ wieder richtig gut gerockt. 

Diesen Groove besitzt auch „Your Light”, ein gutes und etwas sehnsüchtiges Rock-Lied. Mit „He's A Woman, She's A Man” folgt dann ein Titel, den die Scorpions auch später noch immer wieder auf ihren Konzerten spielten. Wohl der schnellste Track des Albums, mehr allerdings auch nicht. Aber ein weiterer Höhepunkt wartet auf den Hörer noch am Ende der Scheibe. Mit knapp acht Minuten auch das längste Lied der Platte, entfaltet „Born To Touch Your Feelings“ wunderschöne Melodiebögen. In Form einer Ballade angelegt und mit einem langen Abspann, in dem viele Damen in verschiedenen Sprachen durcheinander reden ohne, dass dies seltsam klingen würde. Sehr gut arrangiert.

Fazit: Endlich mal ein Scorpions-Album welches überzeugt, selbst mich. Hier auf „Taken By Force” gibt es einige wahrlich hörenswerte Songs zu entdecken, egal ob man eher die härtere oder aber die weichere Gangart bevorzugt. Die Melodien brennen sich ein, die Lieder sind abwechslungsreich und können einen packen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Riot Of Your Time, Born To Touch Your Feelings



Montag, 10. März 2014

Scorpions – Virgin Killer




Scorpions – Virgin Killer


Besetzung:

Klaus Meine – lead vocals
Ulrich Roth – lead guitar, backing vocals, lead vocals on "Hell-Cat" and "Polar Nights"
Rudolf Schenker – rhythm guitar, backing vocals
Francis Buchholz – bass, backing vocals
Rudy Lenners – drums, percussion


Gastmusiker:

Achim Kirschning – synthesizer, keyboards


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Pictured Life (3:25)
2. Catch Your Train (3:38)
3. In Your Park (3:46)
4. Backstage Queen (3:14)
5. Virgin Killer (3:45)
6. Hell Cat (2:58)
7. Crying Days (4:41)
8. Polar Nights (5:08)
9. Yellow Raven (5:02)

Gesamtspieldauer: 35:37




Man muss sie mögen, die Stimme des Klaus Meine, sonst hat man so allgemein seine Schwierigkeiten mit der Musik der Scorpions. Diese ist auf ihrem vierten Album „Virgin Killer“ aus dem Jahre 1976 Hard Rock pur, zumindest überwiegend, denn auch Balladen würzen diese Mischung. Überzeugend ist das allerdings meist keineswegs. Wenn man da solch Titel hört wie den Namensgeber des Albums „Virgin Killer“, dann klingt das eher nach Geschrammel mit unglaublich viel Gekreische, denn nach gut gemachtem Rock. Eine Nummer später haben die Jungs aus Hannover dann sogar den Hip Hop erfunden, denn ein wenig geht die Musik bei „Hell Cat“ schon in diese Richtung. Hier singt nun auch mal ausnahmsweise, wie übrigens auch bei „Polar Nights“, nicht Klaus Meine sondern Uli Roth. Der Titel bleibt aber auch so unfassbar schlecht.

Zugegebenermaßen waren dies allerdings die ganz starken Ausbrüche nach unten. Der Rest ist zumindest handwerklich gut gemachter Rock, der mal mehr, mal deutlich weniger überzeugen kann. Richtig gut wird es im Grunde genommen nur bei zwei Titeln, nämlich bei zwei Balladen. Erstere ist „In Your Park“. Ein Lied, welches zunächst mit der E-Gitarre losbricht, dann aber sehr getragen wird. Schöne Melodie, die auch längerfristig haftenbleibt. Und schließlich gibt es da noch den letzten Titel „Yellow Raven“. Auch mit einer tollen Melodie versehen, transportiert die Nummer Sehnsucht und Melancholie, die in einem den Blues aufkommen lässt.

Nun, der Rest der Platte ist dann meist Musik der etwas härteren Sorte. Hard Rock ist im Grunde genommen eine feine Sache, aber der muss einen auch packen können, überzeugen und mitreißen, das schaffen die Scorpions allerdings immer wieder nur passagenweise, jedoch nicht durchgängig.

Fazit: Was ist es nur, dass zumindest mich diese doch so erfolgreiche Band, die Musik im Rahmen meiner Einflugschneise produziert, einfach nicht packen kann? Die Stimme nervt, ist aber auch nicht durchgängig der Fall. Es ist sehr viel eher das Songmaterial, das die Band hier präsentiert, welches einfach nicht richtig zündet. Klar, ab und an ganz gut gemachter Rock, jedoch kommt dieser irgendwie nicht aus dieser 08/15-Schiene heraus. Zwei schöne Titel, zwei absolute Katastrophen, der Rest manchmal noch ganz okay. Alles in allem nicht sehr überzeugend. Noch kurz was zum Album-Cover: Viel peinlicher geht es nicht mehr, wenn man sich dieses Gehabe darauf ansieht. Wird ihnen sicher heute auch peinlich sein. Nun, peinlicher geht es vielleicht nicht, aber noch deutlich schlimmer. Die erste Cover-Version war mit einem etwa 11 bis 12-jährigen Mädchen versehen. Splitterfasernackt, sich vor der Kamera räkelnd. Am Ort ihrer Scheide wurde ein Fensterglas-Sprung gesetzt, der diese Stelle minimal verdeckte. Heute sitzen einige Männer für solche Photos zu recht hinter schwedischen Gardinen. Auch wenn das viele anderes sehen, das ist kein gutes Album – okay, zumindest nicht für mich. Fünf Punkte.

Anspieltipps: In Your Park, Yellow Raven



Samstag, 30. November 2013

Scorpions – In Trance




Scorpions – In Trance


Besetzung:

Klaus Meine – vocals
Rudolf Schenker – rhythm guitar
Uli Roth – lead guitar, vocals on "Dark Lady" & "Sun in My Hand"
Francis Buchholz – bass
Rudy Lenners – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Dark Lady (3:29)
2. In Trance (4:45)
3. Life's Like A River (3:51)
4. Top Of The Bill (3:24)
5. Living And Dying (3:22)
6. Robot Man (2:45)
7. Evening Wind (5:05)
8. Sun In My Hand (4:23)
9. Longing For Fire (2:45)
10. Night Lights (3:13)

Gesamtspieldauer: 37:02




Die Scorpions stellen für mich immer so einen Beißer dar. Wenn ich zum Beispiel „Wind Of Change“ höre, muss ich schlagartig den Raum verlassen. Dieses glattpolierte Gedudel in der Verbindung mit Klaus Meines Stimme, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Aber wie das so ist, diese Phase um das Album „Crazy World“ war gleichzeitig die erfolgreichste der Bandgeschichte. Ich habe schon einen seltsamen Musikgeschmack…

Nun aber hier soll es jetzt um das dritte Album der Band gehen. „In Trance“ heißt es und machte zunächst Furore, da die Dame auf dem Cover ursprünglich noch etwas nackter war. Das Bild kam auf den Index und wurde retuschiert. Noch ursprünglich erhalten ist dagegen die Musik auf „In Trance“. Diese ist eine Mischung aus härterem und dann wieder etwas sanfterem Rock. Bei zwei Liedern singt auch Uli Roth ("Dark Lady" und "Sun in My Hand"), Klaus Meine gibt hier dann maximal noch den Hintergrundgesang.

Mit Dieter Dierks hatten die Scorpions nun einen Produzenten bekommen, der die Band etwas mehr auf „Massentauglichkeit“ trimmte. Die Lieder haben alle eine radiotaugliche Länge bekommen, die Songs sind nicht zu hart und weisen fast durchgängig eine gewisse Melodiösität auf. Überzeugen können dabei allerdings nur wenige. Der Titeltrack „In Trance“ und das etwas träumerische und doch auch „schwere“ „Evening Wind“ stechen dabei deutlich aus der Masse der restlichen Titel hervor, die einfach nicht so recht zünden wollen. Zumindest nicht bei mir. Ganz nett mitunter, aber trotzdem nichts, was es sich lohnt häufiger gehört zu werden.

Trotzdem ist „In Trance“ kein schlechtes Album geworden, bei Scorpions-Fans steht diese Platte sowieso sehr hoch im Kurs. Hier ist gut gemachter Rock zu hören, der allerdings leider nur eben diese wenigen Höhepunkte aufweist. Außer den beiden bereits erwähnten Titeln gibt es da nichts, was länger und nachhaltig hängenbleibt.

Fazit: Ein durchschnittliches Rock-Album ist „in Trance“ geworden, welches zwei Höhepunkte aufweist und beim Anhören sofort der Entstehungszeit zugeordnet werden kann. Diese beiden Highlights lohnen sich und sollte man als Rock-Fan auch mal gehört haben. Der ganze Rest rauscht einfach so durch. Sieben Punkte.

Anspieltipps: In Trance, Evening Wind