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Mittwoch, 5. Oktober 2016

Tom Petty & The Heartbreakers – Greatest Hits




Tom Petty & The Heartbreakers – Greatest Hits


Besetzung:

Tom Petty – vocals, guitar, piano, harmonica, percussion
Mike Campbell – guitar, bass guitar, keyboards, accordion
Benmont Tench – keyboards, piano, backing vocals
Ron Blair – bass guitar on tracks 1-4 and 6-7
Howie Epstein – bass guitar, backing vocals on 10-12 and 15-18
Stan Lynch – drums, percussion, backing vocals on tracks 1-11 and 15-18
Alan "Bugs" Weidel – "wild dog" piano on track 11, roadie for all sessions


Gastmusiker:

Jeff Lynne – bass guitar, guitar, guitar synthesizer, piano, keyboards, backing vocals on tracks 12-16
George Harrison – acoustic guitar, backing vocals on track 12
David A. Stewart – sitar, keyboards, backing vocals on track 11
Phil Seymour – backing vocals on tracks 1-2
Jeff Jourard – guitar on track 2
Jim Keltner – percussion on track 5
Phil Jones – percussion on tracks 6–14, drums on tracks 12-14
Chris Trujillo – percussion on tracks 17-18
Dean Garcia – intro bass guitar on track 11
Daniel Rothmuller – cello on track 11
Sharon Celani – backing vocals on track 11
Marilyn Martin – backing vocals on track 11
Stephanie Sprull – backing vocals on track 11


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Rock


Trackliste:

1. American Girl (3:32)
2. Breakdown (2:42)
3. Anything That's Rock & Roll (2:24)
4. Listen To Her Heart (3:03)
5. I Need To Know (2:23)
6. Refugee (3:22)
7. Don't Do Me Like That (2:42)
8. Even The Losers (3:38)
9. Here Comes My Girl (4:25)
10. The Waiting (3:59)
11. You Got Lucky (3:36)
12. Don't Come Around Here No More (5:04)
13. I Won't Back Down (2:56)
14. Runnin' Down A Dream (4:23)
15. Free Fallin' (4:15)
16. Learning To Fly (4:01)
17. Into The Great Wide Open (3:44)
18. Mary Jane's Last Dance (4:33)
19. Something In The Air (3:17)

Gesamtspieldauer: 1:08:07




Im Jahr 1993 veröffentlichte Tom Petty, zusammen mit seiner Begleitband The Heartbreakers, sein erstes „Greatest Hits“-Album. Darauf vertreten sind viele der „Hits“ des Tom Petty, sodass sich die Scheibe bestens verkaufte und allein in den USA mit bereits zwölf Mal „Diamant“ ausgezeichnet wurde. Nun, wie bereits öfters an dieser Stelle erwähnt, trifft solch ein Best-Of-Album natürlich nicht immer genau den eigenen Geschmack, da eben nicht alle „Hits“ darauf vertreten sind, die man sich gerne darauf gewünscht hätte, aber sei es drum.

Aus den bisherigen neun Studioalben wurden die Lieder ausgewählt und da spielte es keine Rolle, ob diese unter „Tom Petty & The Heartbreakers“ oder nur unter der Überschrift „Tom Petty“ veröffentlicht wurden. Etwas ärgerlicher als der Fakt, dass man vielleicht eines der besonderen Lieblingslieder des Tom Petty auf dieser Zusammenstellung vermisst, ist das schon der Umstand, dass auf dieses Album zwei neue, bisher nicht veröffentlichte Titel gepackt wurden. Dabei ist die Nummer „Mary Jane's Last Dance“ einer der Höhepunkte der Platte. Und auch die Coverversion des Thunderclap-Newman-Klassikers, „Something In The Air“, kann sich hier durchaus hören lassen. Ein bisschen riecht das leider schon nach Geldmacherei auf Kosten der Fans, da diese beiden Titel auch sehr gut auf das nächste Album „Wildflowers“ gepasst hätten, während dessen Aufnahmezeit „Mary Jane's Last Dance“ auch entstand.

Zum Erfolg des Albums hat sicherlich gerade auch diese Nummer „Mary Jane's Last Dance“ mit beigetragen. Das Video zum Lied gewann den MTV Video Music Award für das beste Video eines männlichen Künstlers des Jahres 1994. Die hübsche Kim Basinger spielt darin eine Leiche, die Tom Petty ganz gerne wieder zum Leben erwecken möchte. Kein Wunder, dass dieses Musikvideo Aufsehen erregte und die gute Musik noch zusätzlich puschte.

Fazit: Nun, man bekommt einen ganz guten Überblick über das Schaffen des Tom Petty bis zum Jahr 1992. Wer die Studioalben bereits besitzt, für die oder den wäre der Erwerb dieser Platte natürlich sinnlos, wenn es eben diesen einen Titel darauf nicht geben würde. „Mary Jane's Last Dance“ ist eine tolle Nummer, für die sich der Kauf fast schon alleine lohnt. Mist, diese Geldmacherei. Elf Punkte.

Anspieltipps: Refugee, You Got Lucky, Runnin' Down A Dream, Into The Great Wide Open, Mary Jane's Last Dance



Mittwoch, 20. April 2016

Tom Petty – Full Moon Fever




Tom Petty – Full Moon Fever


Besetzung:

Tom Petty – lead and backing vocals, 6 and 12 string acoustic and electric guitars, keyboards, tambourine, hand claps
Mike Campbell – lead guitar, bass, mandolin, slide guitar, dobro, keyboards
Jeff Lynne – bass, guitar, guitar synthesizer, piano, keyboards, backing vocals, hand claps
Phil Jones – drums, percussion

Gastmusiker:

George Harrison – acoustic guitar and backing vocals on "I Won't Back Down"
Jim Keltner – drums, maracas and tambourine on "Love Is A Long Road"
Benmont Tench – piano on "The Apartment Song"
Howie Epstein – backing vocals on "I Won't Back Down" and "Love Is A Long Road"
Roy Orbison – backing vocals on "Zombie Zoo"
Kelsey Campbell – scream on "Zombie Zoo"
Alan Weidel – hand claps on "I'll Feel A Whole Lot Better"


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Free Fallin' (4:14)
2. I Won't Back Down (2:56)
3. Love Is A Long Road (4:06)
4. A Face In The Crowd (3:58)
5. Runnin' Down A Dream (4:23)
6. I'll Feel A Whole Lot Better (2:47)
7. Yer So Bad (3:05)
8. Depending On You (2:47)
9. The Apartment Song (2:31)
10. Alright For Now (2:00)
11. A Mind With A Heart Of Its Own (3:29)
12. Zombie Zoo (2:56)

Gesamtspieldauer: 39:58




Im Grunde genommen ist „Full Moon Fever“ das erste Solo-Album des Tom Petty, da er dieses „etwas unabhängiger“ von seiner Band The Heartbreakers aufnahm. Diese ist zumindest nicht auf dem Cover erwähnt, an der Stelle, an der sie sonst immer steht, nämlich direkt hinter dem Namen des Tom Petty. Sieht man sich nun allerdings die Liste der beteiligten Musiker an, so stellt man schnell fest, dass an „Full Moon Fever“ sehr wohl die Heartbreakers beteiligt waren, sogar das Lied „Runnin' Down A Dream“, der größte Hit der Platte, stammt mit von Mike Campbell, dem Lead-Gitarristen von Tom Petty And The Heartbreakers. Und nicht nur an diesem Lied hat er mit komponiert. Von daher ist „Full Moon Fever“ so eine Art Zwitterplatte, da auch die anderen Musiker der Heartbreakers mehr oder weniger die Scheibe mit einspielten.

Anders ist „Full Moon Fever“ allerdings schon geraten, da es bei der Entwicklung des Albums zur sehr intensiven Zusammenarbeit mit Jeff Lynne kam. Diese gab es allerdings auch bereits davor, in ihrem Projekt The Traveling Wilburys. Zu dieser Band gehörten neben Tom Petty und Jeff Lynne auch George Harrison sowie Roy Orbison, die beide ebenfalls auf „Full Moon Fever“ zu hören sind – lediglich Bob Dylan fehlte an dieser Stelle, um die Traveling Wilburys zu komplettieren. Anders ist „Full Moon Fever“ allerdings auch dadurch geworden, da Jeff Lynne, der Macher des Electric Light Orchestras, hier kompositorisch an sieben Liedern direkt beteiligt war und die Platte auch mitproduzierte. Jeff Lynne hat aus Tom Petty ein Hitlieferanten und speziell aus „Full Moon Fever“ ein absolutes Hit-Album gemacht. Die Platte heimste bisher alleine in den USA fünf Mal Platin ein und ist mit Abstand die erfolgreichste des Tom Petty. Und hier ist es jetzt ganz egal, ob man nun seine Veröffentlichungen mit den Heartbreakers, den Travelling Wilburys oder eben seine „Solo“-Alben zugrunde legt.

Auf „Full Moon Fever“ bekommt man sehr eingängigen Pop-Rock zu hören, sehr viele Lieder davon besitzen diesen speziellen Ohrwurmcharakter und schaffen es bereits nach dem ersten Hören, sich längerfristig im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers festzusetzen. Lieder wie „Free Fallin'“, „I Won't Back Down“, „A Face In The Crowd” oder das bereits erwähnte „Runnin' Down A Dream” waren alles Hits der Platte, die damals in den Radios rauf und runter liefen und die auch heute noch ein fester Bestandteil von Sendungen sind, die darauf abzielen die Musik des „letzten Jahrtausends“ nicht vergessen zu lassen.

Neben diesen poppigen und rockigen Hits, denen zumeist auch eine sehr fröhliche Grundstimmung innewohnt, gibt es weitere Höhepunkte auf der Scheibe zu entdecken. Sehr sanft und ruhig klingt Tom Petty beim melancholischen „Alright For Now“. Und dann ist da noch diese überragende Nummer „Yer So Bad“. Fast ein wenig folkig angehaucht und mit einem witzigen Text ausgestattet, ist dieses Lied für mich der Höhepunkt der ganzen Platte. Auch die restlichen, weniger aus dem Radio bekannten Lieder klingen. Ausfälle gibt es auf „Full Moon Fever“ somit also keine zu beklagen.

Jetzt kann man sich aber natürlich auch beklagen. „Full Moon Fever“ klingt nicht mehr wie Tom Petty And The Heartbreakers. Von daher ist die Postulierung dieses Albums als Solo-Platte des Tom Petty gar nicht mal falsch gewählt, um langjährige Fans nicht vor den Kopf zu stoßen. Und man mag auch die Nase rümpfen, dass Tom Petty nun so kommerziell klingt – und das macht er auf „Full Moon Fever“ wahrlich. Das wiederum verwundert nicht bei der ausgeprägten Beteiligung des Jeff Lynne. All das ist jedoch gar nicht mehr so wichtig, wenn man die Platte anhört. Da kann von mir aus Musik so kommerziell sein wie sie möchte, wenn sie denn gut klingt und nicht einfach nur platt ist. Und das ist „Full Moon Fever“ auf keinen Fall und „Full Moon Fever“ klingt einfach überzeugend, geht ins Ohr und macht Spaß. Auf der Scheibe findet man keine sich anbiedernde 08/15 Musik, sondern eingängigen Pop-Rock, der zu überzeugen versteht.

Fazit: Als Solo-Werk des Tom Petty wurde „Full Moon Fever“ veröffentlicht, da die Musik eine deutlich andere ist, als jene, die die Jahre zuvor von Tom Petty And The Heartbreakers veröffentlicht wurde. Auf „Full Moon Fever“ hört man sehr eingängigen Pop-Rock, der sehr radiotauglich ist, dabei jedoch nicht langweilig klingt und an dem man sich auch nach vielen Durchläufen der Scheibe noch nicht überhört hat. Die Musik auf „Full Moon Fever“ ist melodiös und eingängig, bleibt hängen. Alle diejenigen, die sich nach guten Melodien sehnen, werden das Album lieben. Elf Punkte.

Anspieltipps: A Face In The Crowd, Runnin' Down A Dream, Yer So Bad, Alright For Now



Samstag, 9. April 2016

Tom Petty And The Heartbreakers – Southern Accents




Tom Petty And The Heartbreakers – Southern Accents


Besetzung:

Tom Petty – vocals, guitars, piano, keyboards, percussion, producer, bass guitar
Mike Campbell – guitar, bass guitar, dobro, keyboards, vocals, producer, slide guitar
Benmont Tench – piano, keyboards, piano (electric), vocals, vibraphone
Stan Lynch – drums, percussion, keyboards, vocals
Howie Epstein – bass guitar, vocals, harmony vocals


Gastmusiker:

William Bergman – horn, sax (tenor), sound effects, vocals (background)
John Berry, Jr. – trumpet, horn, sound effects
Ron Blair – bass
Dick Braun – trumpet, horn, sound effects, vocals (background)
Sharon Celani – vocals
Jim Coile – horn, sax (tenor), sound effects, vocals
Malcolm Duncan – saxophone
Molly Duncan – saxophone
Dean Garcia – bass
Bobbye Hall – percussion
Jerry Hey – horn, horn conductor
Garth Hudson – keyboards
Clydene Jackson – vocals
Phil Jones – percussion
Martin Jourard – saxophone
Jim Keltner – percussion
Richard Manuel – vocals, harmony vocals
Marilyn Martin – vocals
Kurt McGettrick – horn, sound effects, vocals
Jack Nitzsche – string arrangement on "Southern Accents"
Dave Plews – trumpet
Daniel Rothmuller – clarinet, cello
Greg Smith – horn, saxophone, sax (baritone), vocals
Stephanie Spruill – vocals
David A. Stewart – bass, guitar, keyboards, sitar, vocals
Julia Tillman Waters – vocals
Maxine Waters – vocals
Maxine Willard Waters – vocals


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock, Pop, Funk


Trackliste:

1. Rebels (5:21)
2. It Ain't Nothin' To Me (5:12)
3. Don't Come Around Here No More (5:07)
4. Southern Accents (4:44)
5. Make It Better (Forget About Me) (4:23)
6. Spike (3:32)
7. Dogs On The Run (3:40)
8. Mary's New Car (3:47)
9. The Best Of Everything (4:03)

Gesamtspieldauer: 39:54




Das Bild auf dem Cover des sechsten Tom Petty And The Heartbreakers Albums mit dem Titel „Southern Accents”, stammt aus dem Jahr 1865, trägt den Namen „The Veteran In A New Field” und wurde von Winslow Homer gemalt. Sollte dieses Titelbild unter Umständen den Eindruck ermitteln, dass die im März 1985 veröffentlichte Platte etwas konservativ wäre, ähnlich klingen würde wie die Vorgänger „Hard Promises“ und „Long After Dark“, so wird man beim Hören der Scheibe eines Besseren belehrt.

Produzent der Scheibe war unter anderem Dave Stewart, jener andere Teil der Eurythmics, neben Annie Lennox, der sich auch bei drei Titeln am Songwriting beteiligte. Und so hört man auf „Southern Accents” ganz neue Klänge im Repertoire des Tom Petty. Plötzlich gibt es auf solch einem Album auch funkige Töne zu hören, jede Menge Damen, die im Hintergrundchor schmettern und Bläser an Stellen, an denen man vorher allenfalls eine Mundharmonika erwartet hätte.

Angeblich gab es auch unter den Bandmitgliedern schlechte Stimmung, da sich alle nicht mehr über den Sound auf „Southern Accents” einigen konnten. Zudem spielte nun der Synthesizer eine deutlich größere Rolle in der Musik des Tom Petty. Ein herzliches Willkomme in den 80ern also auch für Tom Petty And The Heartbreakers. Tom Petty selbst schien allerdings auch nicht sonderlich froh darüber zu sein, wie das Album klang. Anders kann man sich zumindest kaum erklären, warum er beim Abmischen des Stücks „Rebels“ mit dem Ergebnis so dermaßen unzufrieden war und daraufhin sehr in Rage geriet. Dies hatte wiederum zur Folge, dass er mit der linken Faust so stark gegen eine Wand boxte, dass er sich dabei seine linke Hand ziemlich kompliziert brach. Diese konnte nur durch aufwendige Operationen, in denen jede Menge Draht und Schrauben zum Einsatz kamen, wieder so einigermaßen hergestellt werden.

„Southern Accents” läuft einfach so durch. Es ist eine völlig andere Musik, die Tom Petty And The Heartbreakers hier ihren Fans bieten. Natürlich ist das noch Rock – zumindest zum Teil – jedoch nicht mehr dieser geradlinige und schnörkellose Rock der vorherigen Platten. Jetzt gibt es auf einer Tom Petty Scheibe Chöre, jede Menge Blasinstrumente und Synthesizer zu hören. Dazu fehlen dem Album auch ganz eindeutig die Höhepunkte. Und dieses Mal gibt es mit „It Ain't Nothin' To Me“ auch noch einen schlimmen Ausfall zu beklagen. Funk soll das wohl sein. Die Drums klingen nach Computer und es würde mich nicht wundern, wenn solch eine Soße auch in den Discotheken der damaligen Zeit gelaufen wäre. Natürlich hatte bei diesen Stück auch Dave Stewart mitkomponiert. Es ist allerdings nicht nur diese Nummer, allgemein lässt das Liedmaterial irgendwelche netten Ideen vermissen. Kein Lied ragt heraus, aus dieser kaum zu identifizierenden Suppe.

Fazit: „Southern Accents” ist ein trauriges Album geworden. Dies liegt allerdings keineswegs daran, dass die Musik darauf sentimental oder melancholisch wäre. Nein, diese ist meistens sogar fröhlich gehalten. Traurig ist die Musik deshalb, weil sie einfach nicht mehr gut klingt. Klar, Musiker müssen sich weiterentwickeln, unterliegen auch zu einem nicht unerheblichen Teil oft den äußeren Umständen, dem musikalischen Zeitgeist, der gerade herrscht. Dies bedeutet allerdings nicht, wenn man denn schon auf irgendwelche trendigen Züge aufspringen möchte, dass man diese so uninspiriert umsetzen muss, in einem Sammelsurium von Ansätzen, wie es Tom Petty hier vollzogen hat. „Southern Accents” ist wirklich eine langweilige und uninteressante Platte geworden. Ach ja, das Platten-Cover ist schön. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Southern Accents, The Best Of Everything



Sonntag, 27. März 2016

Tom Petty And The Heartbreakers – Long After Dark




Tom Petty And The Heartbreakers – Long After Dark


Besetzung:

Tom Petty – lead vocals, 6 and 12 string acoustic and electric guitars, lead guitar on "We Stand a Chance", Prophet 5 synthesizer
Mike Campbell – lead guitar, 12-string guitar, organ on "We Stand a Chance"
Benmont Tench – acoustic and electric pianos, Hammond and Vox organs, synthesizer, backing vocals
Stan Lynch – drums, backing vocals
Howie Epstein – bass guitar, backing vocals
Phil Jones – percussion


Gastmusiker:

Ron Blair – bass guitar on "Between Two Worlds"


Label: Backstreet Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. A One Story Town (3:06)
2. You Got Lucky (3:37)
3. Deliver Me (3:28)
4. Change Of Heart (3:18)
5. Finding Out (3:36)
6. We Stand A Chance (3:38)
7. Straight Into Darkness (3:49)
8. The Same Old You (3:31)
9. Between Two Worlds (5:12)
10. A Wasted Life (4:35)

Gesamtspieldauer: 37:44




Das fünfte Studio-Album von Tom Petty And The Heartbreakers heißt „Long After Dark“ und ist ganz in der Tradition des Vorgängers „Hard Promises“ entstanden. Im November 1982 wurde die Platte wieder auf dem Label Backstreet Records veröffentlicht, wie auch schon die beiden Scheiben zuvor. Auf „Long After Dark“ hört man erneut hauptsächlich Rock Musik, bei der nur gelegentlich auf den Synthesizer zurückgriffen wird – für Anfang der 80er Jahre durchaus etwas Besonderes. Dass dann allerdings solch ein Synthesizer ausgerechnet beim Hit des Albums, „You Got Lucky“, eine sehr tragende Rolle spielt, ist wohl so etwas wie ein Wink des Schicksals. Später wird Tom Petty, auch durch die Zusammenarbeit mit Jeff Lynne vom Electric Light Orchestra, noch sehr viel mehr auf dieses „Instrument“ zurückgreifen, auf „Long After Dark“ geschieht dies allerdings noch relativ sanft und zurückhaltend und noch in leichten Dosen.

Somit hört man auf dieser fünften Studio-Platte nett gemachten, jedoch auch sehr unspektakulären Rock von Tom Petty und seinen Herzensbrechern. Musikalisch ist daran auch gar nichts auszusetzen, denn alles wirkt, allerdings „wirkt“ es auch nicht übermäßig. Besagtes „You Got Lucky“ geht allerdings natürlich gut und schnell ins Ohr. Selbiges kann man auch dem Titel „Change Of Heart“ attestieren, auch wenn man hier ein paar Durchläufe der Scheibe mehr benötigt, um zum selben Resultat zu gelangen.

Ebenfalls noch sehr gelungen klingt „We Stand A Chance“. Ein überzeugendes Rock-Lied, im Mid-Tempo gehalten, welches groovt und in die Beine geht. Der Rest auf „Long After Dark“ ist handwerklich ebenfalls gut gemachter Rock, im Falle von Tom Petty zu jener Zeit in den 80ern auch immer Heartland Rock genannt. Spektakulär ist das alles zwar nicht sonderlich, allerdings grundsolide und Ausreißer nach unten gibt es bei den zehn Nummern auch nicht zu beklagen.

Fazit: Ein relativ unspektakuläres Album ist „Long After Dark“ geworden. Die Nummern klingen von „ganz gut“ bis „okay“. Keine fantastische Platte, kein Meilenstein der Musikgeschichte, speziell der Rock-Musik. Andererseits klingt hier alles unterhaltend, Tom Petty musste zudem auf keine Füller zurückgreifen, um das Album „voll“ zu bekommen. Musikhörer, die auf ehrlich gemachten und schnörkellosen Rock stehen wird die Scheibe sehr gut gefallen. Acht Punkte.

Anspieltipps: You Got Lucky, Change Of Heart, We Stand A Chance



Donnerstag, 17. März 2016

Tom Petty And The Heartbreakers – Hard Promises




Tom Petty And The Heartbreakers – Hard Promises


Besetzung:

Tom Petty – lead vocals, 12 & 6 string guitar electric & acoustic guitars, bass guitar & electric piano on "Something Big"
Mike Campbell – 12 & 6 string guitar electric guitars, auto-harp, accordion, harmonium, bass guitar
Benmont Tench – organ, piano, background vocals
Ron Blair – bass guitar
Stan Lynch – drums, background vocals
Phil Jones – percussion


Gastmusiker:

Donald "Duck" Dunn – bass guitar on "A Woman In Love"
Alan "Bugs" Weidel – piano on "Nightwatchman"
Stevie Nicks – harmony vocal on "Insider", background vocal on "You Can Still Change Your Mind"
Lori Nicks – background vocal on "Insider"
Sharon Celani – background vocal on "You Can Still Change Your Mind"


Label: Backstreet Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Waiting (3:58)
2. A Woman in Love (It's Not Me) (4:22)
3. Nightwatchman (3:59)
4. Something Big (4:44)
5. Kings Road (3:27)
6. Letting You Go (3:24)
7. A Thing About You (3:33)
8. Insider (4:23)
9. The Criminal Kind (4:00)
10. You Can Still Change Your Mind (4:15)

Gesamtspieldauer: 39:33




„Hard Promises“ heißt das vierte Album von Tom Petty und seinen Heartbreakers, wobei der Albumtitel einer Zeile des Textes vom Lied „Insider“ entnommen wurde. Die Platte erschein im Mai 1981 auf dem Label Backstreet Records. Im Grunde genommen zu spät, da der Mutterkonzern MCA Records für die Platte ursprünglich eine Art „Superstar Zuschlag“ verlangen wollte, wie er es bereits beim Soundtrack zum Film „Xanadu“ mit der Musik von ELO und Olivia Newton-John sowie bei Steely Dan’s „Gaucho“ verlangt hatte. Dies wiederum hätte den Preis der regulären Platte von den damals ursprünglichen 8,98 US-Dollar auf 9,98 US Dollar angehoben. Tom Petty sprach sich dagegen aus und nach einem etwas längeren Hin und Her konnte die Scheibe dann endlich im Frühling 1981 doch noch erscheinen.

Auf „Hard Promises“ hört man ziemlich entspannten Süd-Staaten-Rock, der im Falle von Bruce Springsteen, Bob Seger, John Mellencamp und eben Tom Petty häufig auch mit Heartland Rock umschrieben wird. Dieses Genre zeichnet sich durch einen relativ einfachen, geradlinigen Rock aus, der für den Durchschnitts-Amerikaner gemacht ist, den noch körperlich arbeitenden US-Amerikaner. Heartland Rock steht dabei auch dafür, dass Rock Musik neben der Unterhaltung auch einen sozialen Zweck zu erfüllen hat.

Auf „Hard Promises“ hört man eingängigen, handgemachten Rock, der ziemlich untypisch ist für die Musik Anfang der 80er Jahre. Das wiederum liegt daran, dass es auf dieser Scheibe zwar durchaus zum Einsatz eines Synthesizers kommt, allerdings in ganz feinen, zum Teil eher homöopathischen Dosen. Gitarre, Bass, Orgel beziehungsweise Piano, Schlagzeug und Gesang stehen hier also noch im Vordergrund. Das lässt sich alles sehr gut anhören, klingt einheitlich und mit diesem Album scheint Tom Petty zusammen mit seinen Heartbreakers auch seinen ganz eigenen und unverwechselbaren Stil gefunden zu haben.

Die Höhepunkte der Scheibe sind für mich, das etwas getragene und sehr wehmütige „A Woman in Love (It's Not Me)“ sowie das rockigere und wundervoll entspannte „Something Big“, welches direkt ins Ohr geht. Auf den absoluten Höhepunkt von „Hard Promises“ muss man allerdings bis ganz zum Schluss warten. „You Can Still Change Your Mind“ beginnt nun doch mal mit einem etwas seltsamen Synthesizer-Klang, der so gar nichts mit dem Rest des Liedes zu tun hat. Stört jedoch nicht weiter, denn umso größer ist die Überraschung, wie es dann weitergeht. Das Lied ist nämlich eine wundervoll sanfte und sehr melodiöse Nummer, von der man bereits nach dem ersten Hören denkt, dass man sie doch bereits irgendwoher kennt.

Die restlichen Stücke der Platte sind da sehr viel unspektakulärer, keineswegs schlecht gemacht, jedoch auch nicht großartig herausstechend. Ein klein wenig kitschig klingt es für mich beim Lied „Insider“, welches Tom Petty zusammen mit Stevie Nicks von Fleetwood Mac einsingt. Andere wiederum empfinden genau diesen Titel als den Höhepunkt der Scheibe schlechthin. So unterschiedlich können eben Musikgeschmäcker sein…

Fazit: Mit Hard Promises“ hatten Tom Petty And The Heartbreakers endlich ihren Stil gefunden, dem sie auch in den nächsten Jahren treu bleiben sollten. Zu hören ist darauf – ganz untypisch für Anfang der 80er Jahre – „handgemachter“ Rock, der noch weitestgehend ohne einen Synthesizer auskommt beziehungsweise diesen nur sehr dosiert einsetzt. Einige Höhepunkte gibt es auch auf dieser Scheibe zu hören, die sicherlich kein Meilenstein der Musikgeschichte, jedoch ein gelungenes Album darstellt. Neun Punkte.

Anspieltipps: A Woman in Love (It's Not Me), Something Big, You Can Still Change Your Mind



Sonntag, 11. Dezember 2011

Tom Petty And The Heartbreakers – Into The Great Wide Open





Tom Petty And The Heartbreakers – Into The Great Wide Open


Besetzung:

Tom Petty – vocals, guitar
Mike Campell – lead guitar
Benmont Tench – keyboards, piano
Howie Epstein – bass, backing vocals
Stan Lynch – drums


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Learning To Fly (4:03)
2. Kings Highway (3:08)
3. Into The Great Wide Open (3:44)
4. Two Gunslingers (3:10)
5. The Dark Of The Sun (3:24)
6. All Or Nothin’ (4:07)
7. All The Wrong Reasons (3:46)
8. Too Good To Be True (4:00)
9. Out In The Cold (3:41)
10. You And I Will Meet Again (3:43)
11. Makin’ Some Noise (3:27)
12. Built To Last (3:58)




Nun, was soll man zu diesem Album sagen, welches von so vielen Tom Petty Fans der ersten Stunde verteufelt wird? Was soll man zu diesem Album sagen, welches, von anderen, die mit den ersten Veröffentlichungen von Tom Petty and the Heartbreakers nichts anfangen konnten, als klasse Rockalbum beschrieben wird? Schuld an diesen zwei Polen ist Jeff Lynne, der Macher des „Electric Light Orchestra“ und genau wie George Harrison, Roy Orbison, Bob Dylan und eben Tom Petty einer der Musiker der „Travelling Wilburys“. Man kannte sich und so wurde Jeff Lynne Produzent bei einigen Tom Petty Veröffentlichungen. Unter anderem auch bei diesem Album, „Into The Great Wide Open“.

Hört man die Scheibe durch, so klingt zugegebenermaßen alles sehr glattpoliert und auf Mainstream getrimmt. Hört man ELO-Veröffentlichungen ab Mitte der 70er, so ist das nicht weiter verwunderlich. Und sicherlich gibt es kaum eine bessere Scheibe zum Autofahren, als dieses poppig rockige Album von Tom Petty und seinen Herzensbrechern. Hier fällt kein Lied hinten runter, da ist nichts wirklich Schlechtes zu entdecken, allerdings findet man das Gegenteil, richtig gut gemachte Nummern, die viel Spaß machen und weit aus dem Einheitsbrei des Mainstream Pop-Rock herausragen.

Da ist zum einen der Titeltrack, „Into The Great Wide Open“. Ein klasse Lied mit toller Melodie und ebensolchem Text. Und ich liebe es, wenn in der Musik nicht nur von Herzschmerz gesungen wird, sondern dieser auch dementsprechend musikalisch und instrumental wiedergegeben wird. Oder aber, wenn „von Glöckchen an der Lederjacke“ gesungen wird und ich diese dann auch zu hören bekomme. Texte und Musik bilden eine Einheit und werden mit einem Augenzwinkern dargeboten. Da hat sich wirklich jemand was gedacht und einfallen lassen.

Dann ist da diese absolut klasse Rocknummer: „All Or Nothin‘“. Da groovt einfach alles. Die Gitarre klingt bei diesem Stück als Antwortgeber auf den Gesang einfach nur genial. Die Melodie ist toll, ebenso wie der Text – Rockfan, was willst Du mehr? Ein Höhepunkt in Tom Pettys Schaffen!

Das wohl bekannteste Stück des Albums ist der erste Track „Learning To Fly“. Und auch wenn diese Nummer auf „Radiotauglichkeit“ getrimmt wurde, was bleibt ist ein schöner Song mit einer sehr eingängigen Melodie. Ähnlich gestaltet sich das bei „Two Gunslingers“, „Too Good To Be True“ und „Out In The Cold“. Alles Stücke, die wirklich schnell ins Gehör gehen und dort auch bleiben.

Und was ist mit der anderen Hälfte des Albums? Was ist mit den restlichen sechs Nummern? Ja, die gehen auch sehr schnell ins Ohr, verabschieden sich allerdings auch wieder sehr schnell. Irgendwie „Easy Listening“, was man ziemlich zügig wieder vergisst. Und das ist auch ganz gut so, um für die richtig guten Lieder Platz in seinem Oberstübchen zu schaffen.

Fazit: Es gibt deutlich schlechtere Musik als von Jeff Lynne produzierte Tom Petty Platten. Und auf „Into The Great Wide Open“ befinden sich auch noch zwei absolute Höhepunkte im Schaffen Tom Pettys, egal ob mit oder ohne die Heartbreaker. Vieles auf dem Album ist zwar wirklich ein wenig langweilig, aber es gibt durchaus auch Situationen, wo sich auch so etwas ganz angenehm nebenbei hören lässt – und sei es nur beim Autofahren. Von mir gibt es dafür neun Punkte.

Anspieltipps: Into The Great Wide Open, All Or Nothin‘