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Freitag, 19. Mai 2023

Yes – Mirror To The Sky

 



Yes – Mirror To The Sky


Besetzung:

Steve Howe – guitars, autoharp, backing vocals
Geoff Downes – keyboards
Billy Sherwood – bass guitar, backing vocals
Jon Davison – lead vocals
Jay Schellen – drums, percussion


Gastmusiker:

FAMES Studio Orchestra – orchestra
Oleg Kondratenko – conductor
Paul K. Joyce – orchestral arrangements




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Cut From The Stars (5:26)
2. All Connected (9:03)
3. Luminosity (9:01)
4. Living Out Their Dream (4:46)
5. Mirror To The Sky (13:54)
6. Circles Of Time (4:55)

CD2:

7. Unknown Place (8:15)
8. One Second Is Enough (4:04)
9. Magic Potion (4:10)

Gesamtspieldauer CD1 (47:08) und CD2 (16:30): 1:03:38



„Mirror To The Sky“ heißt das dreiundzwanzigste Studioalbum der englischen Progressive-Rock-Band Yes, welches am 19. Mai 2023 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht wurde. Nachdem auf dem letzten Album Billy Sherwood den Bass von Gründungsmitglied Chris Squire aufgrund dessen Versterbens am 27. Juni 2015 übernommen hatte, ersetzte nun Jay Schellen Alan White am Schlagzeug, da das langjährige Mitglied leider am 26. Mai 2022 ebenfalls verstarb. Jay Schellen, der bereits auf „The Quest“ mit zu hören war, ist nun Vollzeitmitglied bei Yes geworden. Steve Howe fungierte neben seiner Tätigkeit als Gitarrist auf „Mirror To The Sky“ als Produzent.

Yes begleiten mich bereits mein ganzes Leben lang, eine Band, mit der ich groß wurde und auch viele Konzerterinnerungen verbinde. Immer wieder schafften die wechselnden Mitglieder unter der „Überschrift“ Yes Musik, die zu Beginn ihrer Karriere absolut begeisterte, später, im Laufe der weiteren Jahrzehnte, nicht mehr ganz so mitriss, allerdings auch immer wieder Höhepunkte hervorbrachte – wenn diese auch nicht mehr ganz an frühere Großtaten heranreichten. Doch die Musik war immer als jene von Yes zu erkennen.

Und „Mirror To The Sky“? Nun, auch dieses Album erkennt man sofort als eines von Yes. Das liegt nicht nur daran, dass Jon Davison an vielen Stellen – allerdings nicht immer – sehr nach Jon Anderson klingt. Auch die Musik selbst ist durchaus Yes zuzuordnen. Auch auf „Mirror To The Sky“ hört man Lieder, die sich langsam entwickeln, denen genau dafür auch die Zeit in Form von Spieldauer eingeräumt wurde. Zwar mischt sich dann auch mal solch ein Lied wie „Living Out Their Dream“ unter die typischeren Yes-Lieder, welches man lediglich in den Zwischenparts zu Yes verorten würde, doch insgesamt passt der Eindruck durchaus.

Von daher hört man hier eine Ausweitung Yes-typischer Lieder, mit ein paar neuen Zutaten. „Mirror In The Sky“ klingt deutlich rockiger als die früheren Veröffentlichungen der Band und der Orchestereinsatz war früher auch nicht so selbstverständlich. Reicht das an die Alben Anfang bis Mitte der 70er Jahre heran oder klingt es wie das ebenfalls überragende „Drama“ aus dem Jahr 1980? Nein, leider nicht. Oder sollte ich besser schreiben: natürlich nicht? Die Zeiten ändern sich eben, doch für eine Band die bereits so lange und in solch wechselnden Formationen (von den ganz frühen Alben ist noch Steve Howe mit von der Partie, von „Drama“ zusätzlich noch Geoff Downes) sind sich Yes, auch wenn sie nicht mehr ganz so mitreißen können wie früher einmal, musikalisch schon treuer geblieben, als viele andere langlebige Bands. Solch Stücke jedoch wie das Titellied oder „All Connected“ und „Unknown Place“ auf der Bonus-CD lassen zumindest schöne Erinnerungen aufkommen. Der Instrumentalteil bei letztgenanntem Lied ist einfach klasse.

Fazit: Yes sind nicht mehr dieselbe Band wie zu Beginn ihrer Karriere. Das hört man und das fühlt und spürt man auch. Trotzdem gibt es auch auf „Mirror In The Sky“ so ein paar Momente, die einen als jahrzehntelangen Yes-Fan doch auch positiv stimmen. Kein Meisterwerk, aber mit Sicherheit auch kein schlechtes Album. Yes eben, in den 20ern des 21. Jahrhunderts. Neun Punkte.

Anspieltipps: All Connected, Mirror To The Sky, Unknown Place



Mittwoch, 29. September 2021

Yes – The Quest

 



Yes – The Quest


Besetzung:

Steve Howe – guitars, vocals
Alan White – drums, backing vocals
Geoff Downes – keyboards
Jon Davison – lead vocals, acoustic guitar
Billy Sherwood – bass guitar, vocals


Gastmusiker:

Jay Schellen – percussion
Paul K. Joyce – orchestrations
Oleg Kondratenko – conductor
Fames Orchestra – orchestra




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Ice Bridge (6:59)
2. Dare To Know (5:57)
3. Minus The Man (5:34)
4. Leave Well Alone (8:05)
5. The Western Edge (4:24)
6. Future Memories (5:08)
7. Music To My Ears (4:39)
8. A Living Island (6:51)

CD2:

1. Sister Sleeping Soul (4:49)
2. Mystery Tour (3:33)
3. Damaged World (5:19)

Gesamtspieldauer CD1 (47:40) und CD2 (13:42): 1:01:23



Sieben Jahre ist es her, dass das letzte Yes-Album veröffentlicht wurde. Das im Jahr 2014 erschienene „Heaven And Earth“ war auch gleichzeitig die letzte Platte an der Chris Squire beteiligt war. Chris Squire verstarb leider im Jahr 2015 an Leukämie und schlug als seinen Nachfolger am Bass Billy Sherwood vor. Dieser hatte Yes bereits bei den beiden „Keys To Ascension“- (1996) und „Keys To Ascension 2“-Alben (1997) produktionstechnisch unterstützt. Für die zwei folgenden Platten „Open Your Eyes“ (ebenfalls 1997) sowie „The Ladder“ (1999) war er dann sogar festes Bandmitglied vornehmlich an der Gitarre geworden. Nun, „Heaven And Earth“ klang für Yes-Fans wenig erbaulich und ist meiner Meinung nach ein Pop-Album geworden, was man von Yes nicht unbedingt hören möchte.

Umso gespannter durfte man also sein, wie „The Quest“, das 22. Studioalbum von Yes, klingen würde, zumal die Band mit InsideOut Music bei einem Plattenlabel gelandet ist, welches etwas von Progressive Rock versteht und Gitarrist Steve Howe das Album dieses Mal sogar selbst produzierte. Um es gleich vorweg zu nehmen, „The Quest“ stellt eine deutliche Steigerung gegenüber „Heaven And Earth“ dar. Zwar gibt es diese sehr poppigen „Einschläge“ immer noch zu hören, jedoch auch Musik, die dann doch zumindest etwas an frühere, progressive Veröffentlichungen von Yes erinnert.

Das beginnt sofort mit dem ersten Titel „The Ice Bridge“, der mittels einer Fanfare eingeleitet wird. Energiegeladen klingen Yes hier. Die Nummer changiert zwischen verschiedenen Passagen und rockt sogar. In den Credits ist neben Jon Davison und Geoff Downes ein gewisser Francis Monkman angegeben, den einige vielleicht noch von Curved Air her kennen. Nun, auf einem Tonband aus dem Jahr 1977 im Besitz von Geoff Downes hatte sich das Riff zum Lied befunden, welches dieser nun für Yes weiterentwickeln wollte. Nur war Francis Monkman allerdings auch auf diesem Tonband mit Ideen vertreten und über die Jahre hinweg hatte Geoff Downes diesen Umstand wohl nicht mehr ganz „auf dem Schirm“. Das war allerdings kein großes Problem, denn als dies bemerkt wurde, wurde eben auch Francis Monkman kurzerhand als Co-Komponist aufgeführt.

Noch mehr nach Yes und längst vergangenen Tagen klingt dann jedoch sowieso die nächste Nummer, „Dare To Know“. Steve Howe hat sie geschrieben und bei diesem Lied kommt es auch zum gelungenen Einsatz des Fames Orchestras. Ein spannendes und ebenfalls abwechslungsreiches Lied, welches wunderschön mit akustischer Gitarre ausklingt. Mit dem anschließenden „Minus The Man“, erneut einer Co-Produktion von Davison und Downes, wird es nun sanfter. Die Streicher des Orchesters tragen viel zum Gesamteindruck des Stücks bei. Klingt ganz nett, allerdings ist das ganz bestimmt kein Höhepunkt im Schaffen von Yes.

Apropos „Höhepunkt“. Jener von „The Quest“ folgt für mich mit der nächsten Nummer „Leave Well Alone“. Dieses Mal wieder von Steve Howe geschrieben. Mehrere musikalische Themen werden in diesem Lied sehr gelungen verbunden und genau dieses Stück klingt für mich am ehesten und typischsten nach Yes, so wie ich die Band seit vielen Jahrzehnten mag. Klar, das ist auch das längste Stück des Albums. Irgendwie scheint Progressive Rock eben doch auch was mit Liedlängen zu tun zu haben. „Leave Well Alone“ ist Progressive Rock, der dabei auch gut ins Ohr geht.

Die folgenden Lieder verfügen über schöne Momente wie „The Western Edge“ oder auch „Future Memories“. Letzterer Titel, geschrieben von Jon Davison, ist eine sanfte Nummer, die mich sehr an das Album „Anderson, Bruford, Wakeman, Howe“ erinnert, als sich diese vier Musiker aufgrund von Rechtsstreitigkeiten gerade mal nicht „Yes“ nennen durften. Neben Jon Davisons Gesang steht hier das Gitarrenspiel des Steve Howe stark im Vordergrund. Das folgende „Music To My Ears“ stammt wieder aus der Feder von Steve Howe, klingt allerdings leider sehr poppig und reißt einen wahrlich nicht aus dem Sitz. Beendet wird das „offizielle“ Album durch den Titel „A Living Island“. Eine Davison-Downes-Ballade, die im weiteren Verlauf das Tempo etwas anzieht und dann im Mid-Tempo verharrt. Auch diese Nummer ist ganz bestimmt kein Höhepunkt im Schaffen von Yes und klingt bei aller Eingängigkeit im Enddefekt trotzdem langweilig.

Schließlich gibt es auf der zweiten CD noch drei Zugaben. Diese sind wohl absichtlich nicht mit auf die erste Scheibe gepackt worden, um den Gesamteindruck des Albums nicht zu schmälern. Denn das würden die drei Pop-Liedchen definitiv. Ich freue mich immer über Zugaben, ob ich jedoch diese drei Nummern öfters hören werde, wage ich stark zu bezweifeln. Keine Musik, die ich von Yes hören mag und im Radio würde sie mir nicht auffallen. Doch, „Mystery Tour“ würde auffallen. Es klingt nicht nur von der Melodie her langweilig, sondern vor allen Dingen vom Text her peinlich.

Fazit: Insgesamt klingt „The Quest“ deutlich besser und überzeugender als noch das Vorgängeralbum „Heaven And Earth“. Dies liegt in dem Umstand begründet, dass man auf „The Quest“ auch Musik hört, die dann doch vom Stil her etwas an frühere Veröffentlichungen von Yes erinnern, ohne hier zu kopieren. Die Höhepunkte sind da, melodiös und eingängig klingt das Album sowieso fast durchgehend. Und die Pop-Musik? Die gehört inzwischen bei Yes eben auch dazu. Muss man ja nicht mögen, aber man überlebt es und konzentriert sich eben mehr auf die schönen Passagen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Dare To Know, Leave Well Alone, Future Memories



Mittwoch, 1. April 2020

Yes – Yessongs




Yes – Yessongs


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals
Chris Squire – bass guitar, backing vocals
Steve Howe – electric and acoustic guitars, backing vocals
Rick Wakeman – keyboards
Bill Bruford – drums on "Perpetual Change", "Long Distance Runaround", and "The Fish (Schindleria Praematurus)"
Alan White – drums on all other tracks


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Opening (Excerpt from 'Firebird Suite') (3:48)
2. Siberian Khatru (9:03)
3. Heart Of The Sunrise (11:33)
4. Perpetual Change (14:11)
5. And You And I (9:33)
A. Cord Of Life
B. Eclipse
C. The Preacher The Teacher
D. The Apocalypse
6. Mood For A Day (2:53)
7. Excerpts from 'The Six Wives Of Henry VIII' (6:37)
8. Roundabout (8:33)

CD2:

1. I’ve Seen All Good People (7:09)
a. Your Move
b. All Good People
2. Long Distance Runaround / The Fish (Schindleria Praematurus) (13:39)
3. Close To The Edge (18:14)
A. The Solid Time Of Change
B. Total Mass Retain
C. I Get Up, I Get Down
D. Seasons of Man
4. Yours Is No Disgrace (14:24)
5. Starship Trooper (10:17)
A. Life Seeker
B. Disillusion
C. Würm

Gesamtspieldauer CD1 (1:06:15) und CD2 (1:03:44): 2:09:59




„Yessongs“ nannte die englische Progressive Rock Band Yes ihr erstes Live-Album. Es erschien im Mai 1973 in Form eines Dreifach-Albums auf dem Plattenlabel Atlantic Records. Drei der Titel sind mit dem originalen Yes-Schlagzeuger Bill Bruford eingespielt worden, während die restlichen Tracks mit seinem Nachfolger Alan White aufgenommen wurden. Es handelt sich bei „Yessongs“ also nicht um den Mitschnitt eines Konzertes, sondern um Live-Aufnahmen mehrerer Konzerte, die allesamt im Jahr 1972 stattfanden. Das Album war ein kommerzieller Erfolg für die Band, „Yessongs“ erreichte Platz 7 der UK-Alben-Charts und Platz 12 der US-Billboard 200 Charts.

Möchte man einen guten Überblick über die Musik der Band Anfang der 70er Jahre und damit von den Alben „The Yes Album“, „Fragile“ sowie „Close To The Edge“ erhalten, so eignet sich „Yessongs“ perfekt. Von diesen drei Platten stammen die live eingespielten Titel und man spürt förmlich die Spielfreude der Musiker. Klasse Musik einer beeindruckenden Band. Die einzelnen Stücke werden dabei durchaus variiert und man erhält auf diese Weise weitere Eindrücke der Musik und Ideen von Yes.

So weit so gut. Wenn da nur nicht das klangliche Problem wäre. Auf der remasterten Fassung des Albums klingt der Sound der Musik ein wenig besser, allerdings immer noch nicht so, wie sie es eigentlich sollte, vergleicht man diese Aufnahmen mit den originalen Studioaufnahmen. Die Betonung liegt also auf dem „ein wenig“. Immer noch klingt das Ganze sehr dumpf, Feinheiten gehen unter, die Abmischung passt immer wieder nicht. Sehr schade, denn die Lieder auf dem Album sind grandios und überzeugen auch in ihren Live-Versionen – doch der Klang trübt leider das Gesamtbild.

Fazit: Klasse Musik einer klasse Band. Mit „Yessongs“ erhält man einen sehr guten Eindruck über das Schaffen der Engländer Anfang der 70er Jahre. Die Musik ist dabei über jeden Zweifel erhaben, ist grandios. Was nicht gelungen ist, das sind die Aufnahmen der einzelnen Stücke, die leider viel zu dumpf und oft zu undifferenziert klingen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Long Distance Runaround



Donnerstag, 28. September 2017

Yes – Yesshows




Yes – Yesshows


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, harp
Chris Squire – bass, vocals
Alan White – drums, percussion
Steve Howe – guitar, vocals
Rick Wakemann – keyboards
Patrick Moraz – keyboards


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

Seite 1:

1. Parallels (7:06)
2. Time And A Word (4:05)
3. Going For The One (5:22)

Seite 2:

4. The Gates Of Delirium (22:40)

Seite 3:

5. Don‘t Kill The Whale (6:50)
6. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 1] (11:48)

Seite 4:

7. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 2] (17:06)
8. Wonderous Stories (3:53)

Gesamtspieldauer: 78:54



„Yesshows“ ist nach dem 1973er Album „Yessongs“ das zweite Live-Album der englischen Progressive Rockband Yes. Veröffentlicht wurde das Doppelalbum im November des Jahres 1980 auf dem Plattenlabel Atlantic Records. „Yesshows“ beinhaltet Aufnahmen aus verschiedenen Tourenauftritten, die am 17. August 1976 in Detroit, am 18. November 1977 in Frankfurt, am 24. November 1977 in Rotterdam und schließlich am 27. und 28. Oktober 1978 in London stattfanden. Dementsprechend hört man auf den 1976er Aufnahmen zur „Relayer-Tour“ auch den Schweizer Patrick Moraz an den Keyboards, wohingegen bei den Aufnahmen während der „Going For The One“-Tour (1977) und den 10-Jahres-Jubiläumkonzerten (1978) Rick Wakeman an den Tasten zu hören ist.

Zu hören gibt es auf „Yesshows“ Auszüge aus den Alben „Tales From Topographic Oceans“ (1973, „Ritual“), „Relayer“ (1974, „The Gates Of Delirium“), „Going For The One“ (1977, „Parallels“, „Going For The One“ sowie „Wonderous Stories“), „Tormato“ (1978, „Don‘t Kill The Whale“) und als Reminiszenz an die Anfangsjahre „Time And A Word“ aus dem Jahr 1970 mit dem gleichnamigen Titelsong. Somit gibt „Yesshows“ eine schöne Übersicht über die Yes Musik vor allen Dingen Mitte bis Ende der 70er Jahre.

Und dieser Überblick klingt rund und gelungen. Gerade die langen Stücke wie „The Gates Of Delirium“ und „Ritual“ wirken hier sehr kraftvoll und zeigen beziehungsweise lassen viel von der Spielfreude der Band hören. Das klingt dann auch definitiv nicht immer nur eingängig, sondern durchaus auch mal vertrackt und sogar etwas experimentell. Allerdings solch ein Titel und Ohrwurm wie „Don‘t Kill The Whale“ wird hier ebenfalls live sehr gut und mitreißend umgesetzt. Es stört dabei auch wenig, dass die Lieder zu unterschiedlicher Zeit und mit zum Teil zumindest unterschiedlichen Musiker eingespielt wurden. „Yesshows“ klingt wie eine passende Einheit, weder zerstückelt noch konstruiert.

Fazit: Wer Yes damals nicht live gehört hat, bekommt mit „Yesshows“ eine gute Möglichkeit geboten, dies nachzuholen. Zwar klingen viele der Lieder nicht mehr ganz so spektakulär und auch eingängig, wie jene auf den früheren Alben der Band, trotzdem hört man hier mitreißenden Progressive Rock, der das Herz des Fans jenes musikalischen Genres höherschlagen lassen dürfte. Für Yes-Fans sowieso eine schöne Sache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Don‘t Kill The Whale, Ritual



Mittwoch, 9. November 2016

Yes – Highlights – The Very Best Of




Yes – Highlights – The Very Best Of


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Chris Squire – bass and vocals
Patrick Moraz – keyboards (8)
Tony Kaye – keyboards (1-4, 11-13)
Rick Wakeman – keyboards (5-7, 9-10)
Alan White – drums (8-13)
Bill Bruford – drums (1-7)
Peter Banks – guitars (1-2)
Trevor Rabin – guitars and vocals (10-13)
Steve Howe – guitars (3-9)


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock, Mainstream


Trackliste:

1. Survival (6:20)
2. Time And A Word (4:30)
3. Starship Trooper (9:25)
     1. Life Seeker
     2. Disillusion
     3. Würm
4. I've Seen All Good People (6:54)
     1. Your Move
     2. All Good People
5. Roundabout (8:32)
6. Long Distance Runaround (3:31)
7. Soon (Single Edit) (4:07)
8. Wonderous Stories (3:51)
9. Going For The One (5:33)
10. Owner Of A Lonely Heart (4:29)
11. Leave It (4:15)
12. Rhythm Of Love (4:45)

Gesamtspieldauer: 1:06:18




Dass solch eine Zusammenstellung wie „Highlights – The Very Best Of“ von Yes, auf der insgesamt zwölf zumeist kürzere Titel vertreten sind, nie das halten kann, was der Name verspricht, das dürfte jeder Freundin und jedem Freund der Musik dieser außergewöhnlichen Band klar sein. Kein einziger wirklich langer Titel aus dem musikalischen Katalog von Yes ist hier vertreten, von daher kann das unmöglich „The Very Best Of Yes“ sein, denn gerade in den ausufernden und langen Liedern der Band stecken eben auch oftmals die weiteren Höhepunkte von Yes.

Die Scheibe erschien im September 1993 und enthält zwölf Nummern vom ersten Album „Yes“ bis hin zur 1987 erschienenen Platte „Big Generator“. Die Lieder entstammen dabei acht der bis dahin veröffentlichten zwölf Yes-Studioalben. Natürlich klingt die Musik gut, wenn man Yes mag. Die einzelnen Titel sind chronologisch angeordnet und man hört hier auch sehr gut, wie die Band in den 80ern weg vom Progressive Rock, hin zum radiotauglichen Pop driftete. Dieser war dann noch erfolgreicher, für die Fans der ersten Stunde aber natürlich nur schwer zu verdauen.

Eine Bewertung des Albums verbietet sich hier, da man natürlich lieber die Originalalben anhören sollte, die Lieder allerdings trotzdem gut bis sehr gut sind. Um eine Übersicht über die Entwicklung und das Schaffen dieser Band zu erlangen, dafür kann „Highlights – The Very Best Of“ durchaus herhalten. Für Leute, die die einzelnen Studioalben schon besitzen, jedoch absolut überflüssig.

Fazit: Die Musik ist toll, trotzdem benötigt man diese Scheibe als Yes-Kenner und Fan nicht. Allerdings hat diese Platte durchaus auch das erreicht, was die Plattenmanager und auch die Musiker sicherlich auch erreichen wollten, nämlich Geld zu verdienen. Die Scheibe verkaufte sich in den USA immerhin so gut, dass sie mir Platin ausgezeichnet wurde. Es sei ihnen gegönnt. Für jemanden, die oder der Yes nicht kennt vielleicht interessant, für alle anderen irgendwie seltsam, denn viele wichtige Lieder fehlen. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Die ersten Stücke bis zur Mitte.



Donnerstag, 11. Februar 2016

Yes – Yesterdays




Yes – Yesterdays


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Chris Squire – bass guitar, vocals
Peter Banks – guitar (Titel 2-8)
Steve Howe – guitar (Titel 1)
Tony Kaye – keyboards (Titel 2-8)
Rick Wakeman – keyboards (Titel 1)
Bill Bruford – drums, keyboards (Titel 1)


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. America (10:30)
2. Looking Around (4:00)
3. Time And A Word (4:32)
4. Sweet Dreams (3:50)
5. Then (5:45)
6. Survival (6:20)
7. Astral Traveller (5:53)
8. Dear Father (4:21)

Gesamtspieldauer: 45:11




Bei dem Album „Yesterdays” handelt es sich im Grunde genommen um das erste Kompilationsalbum von Yes. Eingerahmt werden hierbei sechs Titel der ersten beiden Alben, von zwei Nummern, die bisher noch nicht auf einem Yes-Album vertreten waren.

„Looking Around" und „Survival" stammen vom ersten Yes-Album mit dem Titel „Yes“. „Time And A Word", „Sweet Dreams", „Then" sowie „Astral Traveller" konnte man dagegen bereits auf der zweiten Yes-Scheibe „Time And A Word" lauschen. Beides sind Platten, die erst den Weg für diese Band ebneten, eine der einflussreichsten des Progressive Rock zu werden. Die ausgewählten Titel sind ganz nett, jedoch nicht durchweg die Höhepunkte der entsprechenden Alben. Warum also gerade diese und nicht irgendwelche anderen Titel gewählt wurden, muss sich einem dabei nicht unbedingt erschließen.

Bei „America“ handelt es sich um eine 1972 entstandene Coverversion eines Lieds von Paul Simon. Diese war ursprünglich auf dem 1972 erschienenen Sampler „The New Age Of Atlantic“ veröffentlicht worden, auf dem sich neben Yes und Led Zeppelin noch andere, bei Atlantic Records unter Vertrag stehende Bands verewigt hatten. „America“ in der Version von Paul Simon, geschrieben für das Duo Simon & Garfunkel, hatte ursprünglich eine Laufzeit von etwa dreieinhalb Minuten. Man kann sich also vorstellen, dass diese hier enthaltene Yes-Version nicht mehr viel mit dem Original gemein hat. Da ist noch die Gesangslinie, die an den ursprünglichen Titel erinnert, aber das war es dann auch schon. „America“ wurde hier eindeutig zu einem Lied in typischem „Yes-Sound“ umgearbeitet. Ganz nett anzuhören, allerdings nicht essentiell im Rahmen der Titel, die Yes in ihrer Karriere ansonsten veröffentlichten.

„Dear Father“ ist die B-Seite der Single „Sweet Dreams“ aus dem Jahr 1970. Die Instrumentierung mit einem fetten Orgelsound und einigen Streichern weist hier bereits auf etwas kompliziertere Arrangements in der Musik von Yes hin, das Lied selbst kommt an vielen Stellen – vor allen Dingen an denen mit Gesang – jedoch nicht sehr über den Status eines durchschnittlichen Pop-Songs Anfang der 70er Jahre hinaus. 

Fazit: Wenn man bereits Besitzer der Alben „Yes“ und „Time And A Word“ ist, so lohnt sich der Kauf von „Yesterdays“ aufgrund der beiden „neuen“ Yes-Stücke wahrlich nicht. Mit den Original-Alben ist man da sehr viel besser bedient. Die beiden bisher nicht auf einem Album verewigten Stücke lohnen wirklich nur für Fans, die alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Ansonsten benötigt man „Yesterdays“ nicht wirklich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: America, Dear Father



Montag, 30. März 2015

Yes – Fly From Here




Yes – Fly From Here


Besetzung:

Benoît David – lead vocals
Steve Howe – guitars, backing vocals, co-lead vocals
Chris Squire – bass, backing vocals, lead vocals
Geoff Downes – keyboards
Alan White – drums


Gastmusiker:

Oliver Wakeman – additional keyboards
Trevor Horn – backing vocals, additional keyboards, additional acoustic guitar
Luís Jardim – percussion
Gerard Johnson – piano


Label: Frontiers


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Progressive Rock, RetroProg, Rock


Trackliste:

1. Fly From Here
     1. Fly From Here – Overture (1:53)
     2. Fly From Here Pt I – We Can Fly (6:00)
     3. Fly From Here Pt II – Sad Night At The Airfield (6:41)
     4. Fly From Here Pt III – Madman At The Screens (5:16)
     5. Fly From Here Pt IV – Bumpy Ride (2:15)
     6. Fly From Here Pt V – We Can Fly (reprise) (1:44)

2. The Man You Always Wanted Me To Be (5:07)
3. Life On A Film Set (5:01)
4. Hour Of Need (3:07)
5. Solitaire (3:30)
6. Into The Storm (6:54)

Gesamtspieldauer: 47:33





Ganze zehn Jahre nach der letzten Scheibe „Magnification“ wurde im Jahr 2011 mit „Fly From Here“ das zwanzigste Studio-Album von Yes veröffentlicht. Was war die Aufregung bei den Fans nicht groß, als die Band diese Scheibe ankündigte. Legt man die Scheibe dann das erste Mal in den Player – so erging es zumindest mir – dann bekommt man ein kleines Déjà Vu. Irgendwie scheint das Gehörte vertraut zu sein. Nicht, dass man dieses „Fly From Here“ schon mal so gehört hätte, jedoch wohnt diesem zwanzigsten Album der Band ein Stil inne, der irgendwie vertraut erscheint.

Die Besetzungsliste gibt dann doch gleich Aufschluss. Zum einen fehlt Jon Anderson – das erste Mal seit Drama. Er war durch Benoît David ersetzt worden, der seine Sache auch gut macht. Und dann taucht da als Keyboarder der Name Geoff Downes auf. Schließlich auch noch Trevor Horn als Produzent, der zudem noch ein wenig Gesang, Keyboard und Gitarre beisteuert. Hm, alles irgendwie – mit Ausnahme der Besetzung des Gesangs – schon mal gehabt, nämlich auf dem Album „Drama“ aus dem Jahr 1980. Und da verwundert es dann auch nicht, dass Trevor Horn und Geoff Downes, die gerade mit den Buggles ihren Hit „Video Killed The Radio Star“ hatten und 1980 bei Yes eingestiegen waren und mit diesen eben jenes grandiose Album „Drama“ vorlegten, hier bei „Fly From Here“ maßgeblichen Einfluss auf die Yes Musik hatten. Der Song ist nämlich ein Buggles Lied, welches Trevor Horn 1980 schon an Yes „verkaufen“ wollte, welches es dann jedoch doch nicht auf „Drama“ schaffte, allerdings Teil der Live-Performance von Yes wurde.

„Fly From Here“ klingt vom Stil her durchaus ähnlich, wie „Drama“ über dreißig Jahre zuvor. Ich wurde jedenfalls daran erinnert, obwohl ich beim ersten Hören des Albums diesen Zusammenhang überhaupt nicht kannte. Es klingt so ähnlich vom Stil her, erreicht jedoch nicht ganz die Qualität von „Drama“, obwohl dieses Lied „Fly From Here“ durchaus gelungen ist und Vieles von dem überstrahlt, was Yes in den letzten dreißig Jahren zuvor veröffentlichten. Nun, aber vielleicht liegt das ja auch genau an dem Umstand, dass dieses Lied bereits über dreißig Jahre alt ist? Sei es drum. „Fly From Here“ macht Spaß, ist eine tolle progressive Nummer, abwechslungsreich, spannend, melodiös, alles eben, was man sich von einem Song wünscht, der in diesem Musikgenre beheimatet ist. Mich interessiert dabei gar nicht so sehr das Entstehungsjahr, sondern eher der Zeitpunkt, wann ich damit in Berührung komme beziehungsweise, wann es veröffentlicht wurde.

Nun, dies gilt alles für diese Suite, dieses Hauptstück der Platte „Fly From Here“. Dieser so sehr überzeugende Eindruck gilt nur noch eingeschränkt für die restlichen Stücke der Scheibe. Diese sind zwar handwerklich ebenfalls durchaus überzeugend gemacht, erreichen jedoch nicht mehr ganz die Qualität des Haupttitels. Positiv herausragen dabei jedoch noch zwei Titel. Zum einen ist das „Life On A Filmset“, ebenfalls eine Buggles-Komposition von Trevor Horn und Geoff Downes sowie der fast schon obligatorische Akustik-Track von Steve Howe, der hier „Solitaire“ heißt und wahrlich erneut begeistern kann in seiner ganzen Machart und Dynamik.

Fazit: „Fly From Here“ ist kein zweites „Drama“, da reicht die Qualität nicht ganz heran, jedoch ist „Fly From Here“ ein überzeugendes und gutes Yes-Album geworden. Da stellt sich natürlich nun die Frage, ob das überhaupt ein reguläres Yes-Album ist, bei so viel Einfluss der Buggles. Darüber kann man wohl trefflich streiten. Was man auf „Fly From Here“ zu hören bekommt macht Spaß, stellt einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit dar und überzeugt durchaus. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Fly From Here



Samstag, 14. März 2015

Yes – Magnification




Yes – Magnification


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, midi guitar, acoustic guitar
Chris Squire – bass guitars, backing vocals, lead vocals
Steve Howe – acoustic & electric guitars, pedal steel guitar, mandolin, backing vocals
Alan White – drums, percussion, piano, backing vocals


Label: Eagle Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: ArtPop, Symphonoc Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Magnification (7:15)
2. Spirit Of Survival (6:01)
3. Don't Go (4:26)
4. Give Love Each Day (7:43)
5. Can You Imagine (2:58)
6. We Agree (6:30)
7. Soft As A Dove (2:17)
8. Dreamtime (10:45)
9. In The Presence Of (10:24)
     I. Deeper
     II. Death Of Ego
     III. True Beginner
     IV. Turn Around And Remember
10. Time Is Time (2:08)

Gesamtspieldauer: 1:00:32




Nachdem Gitarrist Billy Sherwood und Keyboarder Igor Khoroshev die Band verlassen hatten und Rick Wakeman nicht zu einer Rückkehr zu bewegen war, beschlossen die verbliebenen Mitglieder Jon Anderson, Chris Squire, Steve Howe und Alan White auf Steve Howe’s Vorschlag hin, die Rolle der Tasteninstrumente nun von einem ganzen Orchester übernehmen zu lassen. Larry Groupé, ein Komponist für Filmmusik wurde engagiert, um die passenden Parts in und um die einzelnen Lieder herum zu komponieren und auch mit dem Orchester einzuspielen. Herausgekommen ist das neunzehnte Studioalbum von Yes mit dem Titel „Magnification“.

Nie wieder davor noch danach, klangen Yes symphonischer, als auf „Magnification“. Natürlich driftet die Musik dabei auch ein wenig in Richtung Pop ab, was mitunter sogar ein wenig schwülstig klingen kann. Beispielhaft dafür steht so ein Titel wie „Give Love Each Day“. Die Nummer ist durchaus melodiös und sehr eingängig aber so etwas von schwülstig, dass man das kaum in Worte zu fassen imstande ist. Und wenn dann am Ende Jon Anderson noch sein „Give Love Each Day“ immer und immer wieder ins Mikrophon singt, dann benötigt man da schon starke Nerven.

Trotzdem ist „Magnification“ ein gutes Album geworden. Alles klingt und wirkt auf der Scheibe. Yes sind hier so etwas von eingängig wie kaum einmal zuvor. Tatsächlich klingt das Ganze mitunter auch mal nach Filmmusik, kein Wunder, wenn man entsprechenden Dirigent engagiert. Trotzdem hat das was, alles wirkt sehr spannend und ist beseelt von tollen Melodien, die sofort ins Ohr gehen. Natürlich hat diese Musik auch nur noch wenig mit den Anfängen in den 70er Jahren zu tun, jedoch deutlich mehr, als mit der Pop-Ära der 80er Jahre. Solch eine Nummer wie „Dreamtime“ kann durchaus melancholisch bis sentimentale Gefühle beim Hörer hervorrufen. Und ersetzt man hier gedanklich das Orchester durch das Keyboard, dann ist man auch gar nicht mehr so weiter entfernt von der Zeit, als Yes noch einer der Bannerhalter des Progressive Rock waren.

Fazit: Nach „Open Your Eyes” wurde mit „The Ladder” ein erster Schritt in die Richtung getan. Der zweite Schritt folgte mit „Magnification“, einem Album, welches durchaus zu überzeugen weiß – zumindest mich. Wer auf symphonischen Rock steht, die oder der kann dieser Scheibe mit Sicherheit sehr viel abgewinnen. Jedoch dürften auch einige Yes-Fans versöhnt werden, die die 80er und 90er Jahre der Band am liebsten völlig ausblenden würden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Dreamtime, In The Presence Of



Mittwoch, 4. März 2015

Yes – The Ladder




Yes – The Ladder


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals
Steve Howe – lead and acoustic guitars, steel, mandolin, backing vocals
Billy Sherwood – guitars, backing vocals
Chris Squire – bass, backing vocals
Alan White – drums, percussion, backing vocals
Igor Khoroshev – keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Randy Raine-Reusch – world instruments
Rhys Fulber – dance loops
Tom Keenlyside – piccolo, tenor saxophone on "Lightning Strikes"
Derry Burns – trumpet on "Lightning Strikes"
Rod Murray – trombone on "Lightning Strikes"
Tom Colclough – alto saxophone on "Lightning Strikes"
Neil Nicholson – tuba on "Lightning Strikes"


Label: Eagle Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: ArtPop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Homeworld (The Ladder) (9:34)
2. It Will Be A Good Day (The River) (4:53)
3. Lightning Strikes (4:35)
4. Can I? (1:31)
5. Face To Face (5:03)
6. If Only You Knew (5:42)
7. To Be Alive (5:07)
8. Finally (6:01)
9. The Messenger (5:13)
10. New Language (9:19)
11. Nine Voices (3:22)

Gesamtspieldauer: 1:00:25




„The Ladder“ heißt das achtzehnte Studioalbum der britischen Progressive Rockband Yes und wurde im Jahr 1999 veröffentlicht. Viele Fans waren sich vor der Veröffentlichung sehr unsicher, ob es noch mal einen Schritt schlechter werden könne als bei „Open Your Eyes“, dem Vorgängeralbum. War der Bodensatz schon erreicht oder sollte es qualitativ nochmal ein wenig bergab gehen? Oder vielleicht würde es doch wieder besser werden? Nun, wenn die Platte mit „Lightning Strikes“ beginnen würde und sich daran „Can I?“ sowie „Face To Face“ anschließen würden, ich bin mir sicher, ich hätte es nicht weiter ertragen und die CD sofort wieder aus dem Player herausgeholt und nie wieder angehört. Yes versuchen hier wahrlich irgendwie mit karibischen Klängen zu punkten. Bei den beiden erstgenannten Stücken hört man das sehr offensichtlich heraus, bei „Face To Face“ zwar nur noch etwas dezenter, jedoch klingt das ebenfalls nach ziemlich billigem Pop, überaus einfallslos und extrem langweilig. Außerdem habe ich das unbestimmte Gefühl, dass die Band damit gerade die Deutschen Fans ein wenig auf den Arm nehmen möchte, denn ich bin mir absolut sicher, dass Jon Anderson auf „Can I?“ „Bäh, bäh, bäh Du depperter Depp, Du!“ singt. Ganz eindeutig… Der Grund für diesen karibischen Touch in der Musik liegt übrigens darin, dass Jon Anderson und Alan White vorher eine Zeitlang in der Karibik verbrachten und sich dort ganz offensichtlich „inspirieren“ ließen.

Unfassbar grausam so etwas, dabei sollte es dieses Mal doch ganz anders werden. „The Ladder“ sollte laut Plattenfirma eine Mischung aus „Fragile“, „Going For The One“ und den Alben der Rabin-Ära werden. Also durchaus Progressive Rock, allerdings mit einem Ansatz, der auch massenkompatibel und damit gut zu verkaufen wäre. Um dies zu erreichen wurde Bruce Fairbairn engagiert, der zuvor Bands wie Bon Jovi, Aerosmith, AC/DC, Poison, The Cranberries, die Scorpions und Kiss produzierte hatte. Außerdem traf sich die Band dieses Mal im Studio und erarbeitete zusammen neues Material für das neue Album. Bei „Open Your Eyes“ waren noch hauptsächlich Chris Squire sowie Billy Sherwood für die Kompositionen zuständig gewesen, die sie aus altem Material an den Yes-Sound adaptiert hatten. Nun, die Band schrieb die Lieder in Zusammenarbeit, die Texte wurden von Jon Anderson hinzugesteuert. Aus den zahlreichen Vorschlägen wählte dann Bruce Fairbairn, die seiner Meinung nach besten heraus und diese wurden schließlich nochmals überarbeitet und schließlich aufgenommen. „Homeworld (The Ladder)“ war dabei übrigens nicht für die Platte vorgesehen. Erst als Jon Anderson den Text etwas änderte, da man darüber nachdachte, das Lied als Untermalung des Computerspiels „Homeland“ zu veröffentlichen, wurde es dem Album hinzugefügt. Das Science Fiction Computerspiel „Homeland“ wurde schließlich veröffentlicht, jedoch ohne den Yes-Song.

Nun, was gibt es noch außer diesem Karibik-Tönen, die wahrlich niemand von Yes hören möchte? Jede Menge recht belanglosen Pop, den man auch nicht unbedingt braucht. Trotzdem ist „The Ladder“ besser geworden als noch das Vorgängeralbum. Das wiederum liegt darin begründet, dass es auf diesem achtzehnten Studio-Album eben doch noch Titel gibt, die durchaus hörenswert sind. Da ist zum einen der Opener „Homeland (The Ladder)“. Schöne Melodie, ein paar ganz nette Einfälle bezüglich der Dramaturgie des Titels. Außerdem klingen hier Yes auch nach Yes der etwas früheren Jahre. Die Nummer setzt sich aus mehreren Teilen zusammen und ist eben kein 08/15-Titel. Auch das allerletzte Stück des Albums weiß zu überzeugen. „Nine Voices“ ist eine schöne und ruhige Nummer, die hauptsächlich vom Gesang des Jon Anderson und der akustischen Gitarre lebt. Dazu gesellt sich dann wohl noch eine Sitar, die in den Credits unter „World Instruments“ Erwähnung findet und sanfte Orgeltöne. Klingt einfach schön der Titel. Ebenfalls „It Will Be A Good Day (The River)” kann ich durchaus etwas, wegen der wahrlich ins Ohr gehenden Melodie, abgewinnen. Nein, Progressive Rock ist das hier dann natürlich nicht mehr. Den gibt es in Ansätzen aber noch bei „The Messenger“ und „New Language“ – ebenfalls zwei Titel, die durchaus hörenswert sind, wenn auch längst nicht mehr überragend. Übrigens verstarb der Produzent Bruce Fairbairn leider sehr überraschend im Alter von lediglich 49 Jahren direkt nach den letzten Aufnahmen, sodass ein Teil des Abmischens seinen Mitarbeitern zufiel. Einfluss auf die Qualität der Songs hatte das jedoch gewiss nicht.

Fazit: „The Ladder“ gestaltet sich als Album, bei dem man auch leidensfähig sein muss. Es gibt durchaus einige schöne Stellen auf der Scheibe, dann aber auch wieder ganze Lieder, bei deren Hören man ratlos und kopfschüttelnd dasitzt und einfach nicht glauben kann, dass es sich hierbei tatsächlich um Yes-Stücke handelt. Nun, die Platte verkaufte sich auch nicht besser als „Open Your Eyes“, richtig überraschend ist das nicht, denn viele Fans, die der Band schon dreißig Jahre gefolgt waren, konnte das Gesamtergebnis sicherlich nicht zufrieden stellen. Und neue Hörerkreise erschloss man sich mit diesem Album sicherlich auch keineswegs. Nach der Tour zum Album fiel die Band erst einmal wieder auseinander – wie schon so oft. Billy Sherwood fand es jetzt überraschenderweise interessanter und spannender von nun an Jingles für eine Werbefirma zu komponieren. Igor Khoroshev, der gerade frisch aufgenommenes Mitglied bei Yes geworden war, wurde hingegen von den restlichen Musikern wieder gefeuert, da er nach einem Konzert im Jahr 2000 eine junge Frau sexuell belästigt hatte. Was bleibt ist ein Album mit ein paar ganz netten Einfällen und Melodien und auch grausigen Stellen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Homeworld (The Ladder), Nine Voices



Freitag, 20. Februar 2015

Yes – Open Your Eyes




Yes – Open Your Eyes


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Steve Howe – electric and acoustic guitars, steel guitar, banjo, mandolin, vocals
Billy Sherwood – keyboards, guitar, vocals, bass guitar
Chris Squire – bass guitar, vocals, harmonica
Alan White – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Igor Khoroshev – additional keyboards on "Fortune Seller", "No Way We Can Lose" and "New State Of Mind"
Steve Porcaro – additional keyboards on "Open Your Eyes"


Label: Eagle Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: ArtPop, Pop


Trackliste:

CD1:

1. New State Of Mind (6:00)
2. Open Your Eyes (5:13)
3. Universal Garden (6:16)
4. No Way We Can Lose (4:56)
5. Fortune Seller (5:01)
6. Man In The Moon (4:40)
7. Wonderlove (6:07)
8. From The Balcony (2:42)
9. Love Shine (4:38)
10. Somehow ... Someday (4:46)
11. The Solution (23:47)

Gesamtspieldauer: 1:14:11




Nun, wer soll aus dieser Band noch schlau werden? Yes veröffentlichten wenige Tage zuvor das wirklich überzeugende Album „Keys To Ascension 2“, welches aufgrund diverser Streitigkeiten mit der vorherigen Plattenfirma erst zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht werden konnte. Ganze drei Wochen später wurde dann von Eagle Records „Open Your Eyes“, das bereits siebzehnte Studioalbum von Yes, auf den Markt geworfen. Ein fast schon fassungslos machender Absturz breitete sich damit im Ohr des Hörers aus.

Rick Wakeman hatte die Band wieder verlassen und es musste eine Tour her, um wieder an Geld zu kommen. Da jedoch nicht abzusehen war, wann die alte Plattenfirma „Keys To Ascension 2“ veröffentlichen würde, musste neues Material für ein neues Album gefunden werden, um mit diesem endlich eine neue Tour starten zu können. Da traf es sich perfekt, dass noch etwas Material vom „Chris Squire Experiment“, welches später in „Conspiracy“ umgetauft wurde, vorhanden war. Hier hatte Chris Squire zusammen mit dem amerikanischen Musiker Billy Sherwood in den 80ern versucht, sich ein zweites Standbein neben dem von Yes aufzubauen. Billy Sherwood hatte auch bereits auf der Yes Tour „Talk“ im Back Up Gitarre und Keyboards gespielt, bei den „Keys To Ascension“-Aufnahmen produzierte er einige Titel. So setzten sich Sherwood, Anderson, White und Squire schließlich in den USA zusammen und versuchten dieses alte, meist rockig-poppige Mainstream-Material in einen Yes-Sound zu übertragen. Steve Howe, der zu dieser Zeit als einziger noch in England lebte, war an diesem Prozess nicht beteiligt und spielte seine Parts zum Schluss fast wie ein Studiomusiker ein.

Nun, so viel zur Entstehung der Scheibe, die in Fankreisen immer zu den Top drei der Alben von Yes gezählt wird, wenn es darum geht, das schlechteste Yes-Album zu krönen. Meistens gewinnt die Platte diese Wahl sogar. Wundern muss man sich darüber wahrlich nicht, denn was Yes hier abliefern ist zumeist ein überaus belangloses Pop-Gedudel, welches mitunter wahrlich schwer zu ertragen ist. Solch Titel wie „No Way We Can Lose”, „Man In The Moon”, „ Wonderlove” oder „Love Shine” lassen einen erschaudern und erschüttern das Gesamtbild dieser Band bis hin zu ihren Grundfesten. Ist das wirklich dieselbe Band, die Anfang der 70er Jahre solch Platten wie „Close To The Edge“ veröffentlichte? Billiges und langweiliges Pop-Gedudel ist da jetzt zu hören, manches Mal wahrlich nur sehr hart zu ertragen.

Einzige Lichtblicke stellen für mich die nette Ballade „From The Balcony“, nur Anderson und Howe sind hier zu hören, dar. Schöne Melodie, die ausnahmsweise mal ins Ohr geht. Auch noch gelungen ist „Somehow ... Someday“, eine Nummer die an die etwas besseren Songs der 80er erinnert und ebenfalls durch die Melodieführung überzeugen kann. Interessant auch, wie man die Laufzeit eines Albums aufblähen kann. Der letzte Titel, „The Solution“, geht knappe sechseinhalb Minuten lang. Danach hört man über siebzehn Minuten Dschungel-Hintergrundgeräusche, in welche alle paar Minuten mal für fünf Sekunden eine mehrstimmige Gesangspassage eingearbeitet wurde. Sehr seltsam.

Fazit: Auch für mich stellt sich „Open Your Eyes“ als wenig überzeugendes Album dar. Wenn eine andere Band diese Scheibe veröffentlicht hätte, wäre das zugegebenermaßen vielleicht sogar noch mal was anderes. Belanglos wäre es jedoch trotzdem. Es gibt so viel schöne Musik zum Hören, warum soll man sich dann eigentlich den Tag mit „Open Your Eyes“ vermiesen? Ich finde die Antwort einfach nicht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: From The Balcony, Somehow ... Someday



Dienstag, 10. Februar 2015

Yes – Keys To Ascension 2




Yes – Keys To Ascension 2


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals
Chris Squire – bass, backing vocals
Steve Howe – guitars, backing vocals
Rick Wakeman – keyboards
Alan White – drums


Label: Essential Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. I've Seen All Good People (7:15)
2. Going For The One (4:58)
3. Time And A Word (6:23)
4. Close To The Edge (19:40)
5. Turn Of The Century (7:55)
6. And You And I (10:50)


CD2:

1. Mind Drive (18:39)
2. Foot Prints (9:09)
3. Bring Me To The Power (7:25)
4. Children Of Light (6:05)
     I. Children Of Light 
     II. Lifeline 
5. Sign Language (3:28)

Gesamtspieldauer CD1 (57:03) & CD2 (44:48): 1:41:51




„Keys To Ascension 2” heißt das sechzehnte Studioalbum der britischen Progressive Rockband Yes, welches gleichzeitig, wie der Vorgänger „Keys To Ascension“, ein Hybrid darstellt, eine Kombination aus Live- und Studioalbum. Ein Jahr nach dem Vorgänger, wurde die Platte 1997 veröffentlicht. Sie hatten es also wieder getan. Wieder wurde ein Doppelalbum veröffentlicht, bei dem die erste Scheibe Live-Aufnahmen klassischer Yes-Titel enthält, die zweite CD dann allerdings neues Material. Nun, auch die sechs Titel der ersten CD entstammen den Konzerten, die die fünf Musiker im März 1996 in San Luis Obispo, Kalifornien, dem Wohnort von Sänger Jon Anderson, gaben. Natürlich waren auch diese Aufnahmen nicht so gelungen, sodass Jon Anderson seine Parts erneut nochmals im Studio einsingen musste. Trotzdem wirkt die Abmischung hier allgemein ein wenig voller und abgestimmter auf mich. Die Titel klingen und wer Yes von seinen Anfängen her mag, als diese noch richtungsweisend waren, muss die CD einfach mögen – gar keine Frage.

Allerdings ist das nur ein Nebeneffekt, warum „Keys To Ascension 2“ überzeugt. Auf der zweiten Scheibe sind dieses Mal fünf neue Titel vertreten mit einer Laufzeit von fast einer dreiviertel Stunde. Und hier bewiesen Yes einmal mehr, dass sie es immer noch können und eben nichts verlernt haben. Dieser Eindruck entsteht vor allem, wenn man den ersten Titel „Mind Drive“ genießt – und die Betonung liegt hier wahrlich auf dem Wort „genießen“. Hier klingen Yes nochmals so wie 25 Jahre zuvor. Das ist allerdings kein Nachahmen, kein Kopieren oder sonst etwas dergleichen. Der Titel klingt vielmehr wie eine Erweiterung, wie eine Zugabe zu dem Progressive Rock, den die Band 25 Jahre zuvor zelebriert hat. Sehr überzeugend. Klar ist das kein „Close To The Edge“ mehr, jedoch frage ich mich, welche Band es sich Ende der 90er Jahre traute, nochmals dieses Gefühl vergangener Tage aufleben zu lassen… Mir fällt keine ein.

Auch die restlichen vier Lieder sind durchaus hörenswert, wenn sie auch nicht mehr ganz die Klasse von „Mind Drive“ erreichen. Trotzdem ist das durchaus ebenfalls gelungen und erinnert erneut viel mehr an die 70er Jahre, denn an die 80er oder Anfang der 90er Jahre. Yes klingen hier wieder überraschend und spannend. Sie vereinigen einmal mehr, was zumindest für mich Progressive Rock zu einem Erlebnis werden lässt: Melodiöse Rock-Musik, die meistens eben nicht nach dem Schema Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Strophe-Refrain-und-Schluss funktioniert. Musik kann so sehr spannend sein…

Fazit: Viele der Kritiker, die Yes nach Alben wie „90125“ und „Big Generator“ zerrissen, blieben komischerweise nach „Keys To Ascension 2” still. Andere wiederum zerrissen sie erneut wegen der Musik, ein Umstand, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wieder andere zerlegten das Album aufgrund der Tatsache, dass Yes nun erneut Live- und Studioalbum mischen würden, um so einen größtmöglichen Käuferkreis ansprechen zu können. Okay das kann ich zum Teil nachvollziehen, mag ich ebenfalls nicht so, diese Kombination. Ich entscheide da auch lieber gerne selbst, was ich kaufe. Trotzdem bleibt diese „bearbeitete“ Live-Aufnahme schön, wenn auch nicht überzeugend, eben durch diese Nachbearbeiterei. Das Studioalbum allerdings überzeugt mich einfach, ist wahrlich schön und weckt irgendwelche tief vergrabenen Erinnerungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Mind Drive



Samstag, 31. Januar 2015

Yes – Keys To Ascension




Yes – Keys To Ascension


Besetzung:

Jon Anderson – vocals, harp, guitars
Chris Squire – bass, piccolo bass, backing vocals
Steve Howe – guitar, backing vocals, 6 string bass
Rick Wakeman – keyboards
Alan White – drums


Label: Essential Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Siberian Khatru (Live) (10:16)
2. The Revealing Science Of God (Live) (20:31)
3. America (Live) (10:28)
4. Onward (Live) (5:35)
5. Awaken (Live) (18:34)


CD2:

1. Roundabout (Live) (8:30)
2. Starship Trooper (Live) (13:05)
3. Be The One (Studio) (9:49)
I. The One
II. Humankind
III. Skates
4. That, That Is (Studio) (19:15)
I. Togetherness
II. Crossfire
III. The Giving Things
IV. That Is
V. All In All
VI. How Did It All Begin
VII. Agree To Agree

Gesamtspieldauer: CD1 & CD2 (1:05:25 & 50:39): 1:56:05




Nun, über diese Unsitte, bei nur wenig neuem Material, einfach ein paar Live-Aufnahmen mit etwas Neuem zu mischen, kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Mich nervt es auf jeden Fall. Nichts anderes haben Yes bei „Keys To Ascension” allerdings gemacht. Sieben Stücke aus längst vergangenen Zeiten wurden mit zwei neuen Liedern gemixt und das Ganze wurde als Doppel-CD veröffentlicht und wird nun in den meisten Diskographien, als das fünfzehnte Album der Briten geführt. Immerhin hatte sich allerdings mal wieder die klassische Formation mit Anderson, Squire, Howe, Wakeman und White zusammengefunden. Das hatte es das letzte Mal 1978 mit dem Album „Tormato“ gegeben. Die fünf Musiker wollten wieder zusammenkommen und so gaben sie im März 1996 drei Konzerte in Luis Obispo, Kalifornien, dem Wohnort von Sänger Jon Anderson.

Allerdings müssen diese Aufnahmen zum Teil so verheerend gewesen sein, dass Jon Anderson seine Parts alle nochmals im Studio neu einsingen musste. Abschnittsweise machten dies die Instrumentalisten ebenfalls. Da hierzu auch eine DVD veröffentlicht wurde, lässt sich der Qualitätsunterschied sehr gut heraushören. Nun, ansonsten klingt das natürlich nach Yes, wenn man auch über die Songauswahl geteilter Meinung sein kann. Jedoch unterscheiden sich die Titel nicht großartig von den Studio-Versionen, sieht man jetzt mal davon ab, dass der Sound eines Keyboards oder Synthesizers in den 90ern doch dann ein anderer war, als noch zu Beginn der 70er Jahre.

Nun, zwei neue Lieder in Form von „Be The One” und „That, That Is” gibt es allerdings auch noch zu hören. Und da muss man Yes nun wirklich Respekt zollen. Beide Titel klingen keineswegs nach Yes der 80er Jahre. Das klingt alles schon sehr viel eher nach den 70er Jahren, biedert sich nicht mainstreammäßig an und versucht auch nicht die alte Zeit zu kopieren, sondern stellt richtig gut gemachten Progressive Rock dar, mit all jenen Zutaten, die dieses Musikgenre auszeichnen. Vor allem Titel Nummer 2, also „That, That Is”, kann hierbei überzeugen. „Togetherness“ ist eine wunderschöne Steve Howe Nummer. Warm und erwärmend klingt hier sein sanftes Gitarrenspiel. Ein Höhepunkt auf dem gesamten Album, wenn nicht sogar der Höhepunkt. Es folgen sechs weitere Teile dieses Liedes, die allesamt hörenswert sind. Mal etwas treibender und fordernder, dann wieder ruhiger und schwebender, jedoch immer auf ihre Art und Weise verspielt und eingängig. Ein richtig gutes Lied, wofür sich allein schon die Anschaffung der Platte lohnt.

Fazit: Okay, mit den ersten sieben Titeln auf „Keys To Ascension” beweisen Yes lediglich, dass sie immer noch live spielen können – wenn auch nicht richtig abmischen. Deshalb lohnt der Kauf der Platte allerdings nicht, denn in den originalen Studioaufnahmen kann man diese Musik auch bestens genießen und so viel Mehrwert haben die überarbeiteten Aufnahmen ganz sicher nicht. Aber da gibt es noch die zwei Studioeinspielungen, die wahrlich gelungen sind und die Platte für Yes-Freunde dann doch wieder zu einer lohnenden Anschaffung werden lassen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: That, That Is