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Sonntag, 8. Oktober 2023

Ween – Chocolate And Cheese

 



Ween – Chocolate And Cheese


Besetzung:

Dean Ween – guitar, vocals, drums
Gene Ween – vocals
Claude Coleman Jr. – drums


Gastmusiker:

Mean Ween – bass
Andrew Weiss – bass
Patricia Frey – drums
Scott Lowe – programming
Stephan Said – spanish guitar




Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Experimental Rock


Trackliste:

1. Take Me Away (3:00)
2. Spinal Meningitis (Got Me Down) (2:52)
3. Freedom Of ‚76 (2:50)
4. I Can‘t Put My Finger On It (2:47)
5. A Tear For Eddie (4:49)
6. Roses Are Free (4:34)
7. Baby Bitch (3:04)
8. Mister, Would You Please Help My Pony? (2:55)
9. Drifter In The Dark (2:31)
10. Voodoo Lady (3:48)
11. Joppa Road (3:02)
12. Candi (4:02)
13. Buenas Tardes Amigo (7:06)
14. The HIV Song (2:09)
15. What Deaner Was Talkin‘ About (1:59)
16. Don‘t Shit Where You Eat (3:19)

Gesamtspieldauer: 54:55



„Chocolate And Cheese“ heißt das vierte Studioalbum der US-amerikanischen Band Ween. „Chocolate And Cheese“ wurde am 27. September 1994 auf dem Plattenlabel Elektra Records veröffentlicht. Es ist das erste Ween-Album, welches in einem professionellen Studio aufgenommen wurde. Gewidmet ist „Chocolate And Cheese“ dem Schauspieler John Candy, der im selben Jahr der Aufnahme verstarb. Das Lied „A Tear For Eddie“ wurde dem Funk/Psychedelic-Gitarren-Pionier Eddie Hazel gewidmet, der am 23. Dezember 1992 starb. Das Lied „Buenas Tardes Amigo“ wiederum, wurde laut Gene Ween durch eine Spanisch-Lektion in der Sesamstraße inspiriert. Der Titel des Albums schließlich ähnelt phonetisch der britischen Redewendung „chalk and cheese“, eine Art zu sagen, dass zwei Dinge nichts gemeinsam haben.

Nicht ganz unpassend der Titel, denn auf „Chocolate And Cheese“ gibt es sehr viele musikalische Genres zu hören – allerdings deutlich mehr als zwei. Das reicht von Pop, Rock über Funk, Folk, Country, Funk, Soul, Gospel, sowie R&B bis hin zu experimenteller Musik. Eine recht krude Zusammenstellung von Musik, die unweigerlich dazu führt, dass man nicht mit allen Liedern auf diesem Album etwas anzufangen weiß – außer man hat den breitesten Musikgeschmack überhaupt. Abwechslungsreich klingt das zwar wie kaum ein anderes Album im Rock und Pop-Bereich, doch zu viel Abwechslung kann auch dazu führen, dass man beim Hören der Platte einfach Lieder überspringt, da es schwerfällt, sich auf alles einzulassen.

Nun, das bekannteste Lied von Ween dürfte wohl „Buenos Tardes Amigo“ sein, welches unter anderem auch in den Soundtracks der deutschen Filme „Lammbock – Alles in Handarbeit“ aus dem Jahr 2001 sowie „Herr Lehmann“ aus dem Jahr 2003 enthalten ist. Tolle Nummer und der Höhepunkt des Albums. Inspiriert durch die Sesamstraße und dann das Lied mit solch einem Text zu versehen – die Jungs von Ween beweisen Humor, schwarzen Humor. Das Lied „Baby Bitch“ könnte genau so von den Beatles aufgenommen worden sein. Tolle Nummer. „What Deaner Was Talkin‘ About“ fällt in dieselbe Kategorie.

Und sonst? Nun, die Lieder überzeugen mal mehr, mal weniger. Abwechslung pur sicherlich, doch nicht alles kann durchweg begeistern. Das klingt zum Teil sehr abgefahren und man kann kaum verarbeiten, dass Lieder, die stilistisch so überhaupt nichts miteinander zu tun haben, hier wie selbstverständlich aufeinander folgen. Und skurril sind manche Nummern zudem. So erklingt „Candi“ absolut experimentell und das Lied „The HIV Song“ ist wohl am besten mit rabenschwarzem Humor zu umschreiben.

Fazit: Niemals kommt beim Hören von „Chocolate And Cheese“ Langeweile auf. Niemals. Sehr viele musikalische Stile wurde auf diesem Album verarbeitet. Wer auf ganz viel Abwechslung auf einer Platte steht, die oder der kann hier absolut nichts falsch machen. Definitiv kein alltägliches Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Baby Bitch, Buenas Tardes Amigo, What Deaner Was Talkin‘ About



Samstag, 23. April 2022

Lynyrd Skynyrd – Endangered Species

 



Lynyrd Skynyrd – Endangered Species


Besetzung:

Johnny Van Zant – vocals
Gary Rossington – guitar, acoustic guitar
Mike Estes – guitar, acoustic guitar
Leon Wilkeson – bass,
Billy Powell – piano
Owen Hale – percussion, drums
Ed King – guitar, mandolin, acoustic guitar


Gastmusiker:

Dale Krantz-Rossington – background vocals, vocals
Debbie Davis – background vocals


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Blues, Country, Rock


Trackliste:

1. Down South Jukin‘ (2:38)
2. Heartbreak Hotel (4:01)
3. Devil In The Bottle (3:35)
4. Things Goin‘ On (3:00)
5. Saturday Night Special (3:53)
6. Sweet Home Alabama (4:01)
7. I Ain‘t The One (3:27)
8. Am I Losin‘ (4:06)
9. All I Have Is A Song (3:21)
10. Poison Whiskey (2:47)
11. Good Luck, Bad Luck (3:23)
12. The Last Rebel (5:42)
13. Hillbilly Blues (3:42)

Gesamtspieldauer: 47:42



„Endangered Species“ heißt das achte Album der US-amerikanischen Band Lynyrd Skynyrd und wurde am 9. August 1994 ursprünglich auf dem Plattenlabel Capricorn veröffentlicht. Es ist das letzte Album der Band mit dem Gitarristen Ed King und das einzige mit dem Gitarristen Mike Estes. Viele der Lieder entstammen bereits vorher veröffentlichten Alben, die hier hauptsächlich akustisch interpretiert und nochmals veröffentlicht wurden. Das Lied „Heartbreak Hotel“ ist eine Cover-Version der entsprechenden Elvis Presley Nummer.

So scheint es einer Band zu gehen, der zu diesem Zeitpunkt einfach nichts mehr eingefallen ist. Das eigene Material auf diese Weise zu recyceln und gleichzeitig mit wenigen neuen Nummern zu veröffentlichen hinterlässt schon einen etwas faden Beigeschmack. Dementsprechend unerfolgreich verkaufte sich „Endangered Species“ auch. Es ist das Lynyrd Skynyrd Studioalbum, welches insgesamt am Schlechtesten über die Theke wanderte und auch nur kurze Zeit in den US-Billboard 200 Charts vertreten war. Dort belegte es als höchste Platzierung auch lediglich Platz 115.

Auf dem Album hört man hauptsächlich Blues, eine Prise Country dazu und noch etwas Rock. Southern Rock, durch den Lynyrd Skynyrd bekannt wurden, den gibt es auf „Endangered Species“ wohl nur, wenn man ihn unbedingt hineininterpretieren möchte. Das hilft auch diese sanfte Version ihres wohl bekanntesten Liedes „Sweet Home Alabama“ leider nichts. Denn diese Version reicht bei Weitem nicht an das Original heran. Das Lied gibt es halt schon und man vergleicht es ganz automatisch mit dem groovenden Original.

Somit bleibt „Endangered Species“ ein sehr enttäuschendes, da aufgewärmtes Album, welches zudem noch langweilig klingt. Einzige Ausnahme stellt das Lied „The Last Rebel“ dar. Doch das wurde ebenfalls bereits ein Jahr zuvor auf dem gleichnamigen Vorgängeralbum veröffentlicht und für eine gute Nummer lohnt sich wahrlich nicht der Kauf dieses Albums.

Fazit: Mit hauptsächlich aufgewärmten Liedern wollten Lynyrd Skynyrd schnell noch eine Platte auf den Markt bringen. Genau so hört sich „Endangered Species“ an und nichts anderes beinhaltet diese Platte. Leider sehr enttäuschend und für Lynyrd Skynyrd Fans, die alles von ihrer Band hören wollen vielleicht noch etwas lohnend, ansonsten aber belanglos. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Last Rebel



Donnerstag, 23. Dezember 2021

Nine Inch Nails – The Downward Spiral

 



Nine Inch Nails – The Downward Spiral


Besetzung:

Trent Reznor – vocals, all instruments, drums on "Piggy"


Gastmusiker:

Mark "Flood" Ellis – hi-hat on "Closer", arp 2600 synthesizer on "The Becoming"
Chris Vrenna – drums on "Hurt", programming, sampling, additional drums on "Burn"
Adrian Belew – texture generating guitar on "Mr. Self Destruct", ring mod guitar on "The Becoming"
Danny Lohner – additional guitar on "Big Man With A Gun"
Andy Kubiszewski – drums on "The Downward Spiral"
Stephen Perkins – drum loops on "I Do Not Want This"




Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Industrial Rock


Trackliste:

1. Mr. Self Destruct (4:30)
2. Piggy (4:24)
3. Heresy (3:54)
4. March Of The Pigs (2:58)
5. Closer (6:13)
6. Ruiner (4:58)
7. The Becoming (5:31)
8. I Do Not Want This (5:41)
9. Big Man With A Gun (1:36)
10. A Warm Place (3:23)
11. Eraser (4:53)
12. Reptile (6:51)
13. The Downward Spiral (3:56)
14. Hurt (6:14)

Gesamtspieldauer: 1:05:09



Nine Inch Nails das ist Trent Reznor, der sein „Projekt“, seine Band immer wieder um Gastmusiker erweitert und somit jede Menge Einflüsse in ein neues Album einfließen lässt. „The Downward Spiral“ ist das zweite vollständige Album der Nine Inch Nails und erschien am 8. März 1994 auf dem Plattenlabel Interscope Records. Ich habe mich diesem Album genähert, da ich unbedingt die Originalversion des Liedes „Hurt“ kennenlernen wollte, welches von Johnny Cash so unfassbar intensiv gecovert wurde.

Nun, die Nine Inch Nails stehen für Industrial Rock. Und was da nicht alles mit einfließt. Techno und Dance, elektronische Musik sowie Rock, bis hin zum Metal. Viele verschiedene musikalische Genres werden hier „verarbeitet“ beziehungsweise werden sie mit umgesetzt. Dabei klingen die Lieder auf „The Downward Spiral“ häufig sperrig bis dissonant. Gut, bis sehr dissonant. Das gilt für die Musik, wie für den Gesang. Oftmals steigert Trent Raznor diesen Gesang sehr langsam. Zunächst beginnt er fast schon flüsternd, schwillt an, bis alles in einem riesigen Geschrei mündet. Die Musik verhält sich dabei entsprechend. Nein, die Lieder auf „The Downward Spiral“ gehen nicht ins Ohr, sie sind eindeutig für den Moment des Hörens gemacht und nur für diesen und nicht für die Zeit danach. Im Grunde genommen gar kein schlechter Ansatz.

Dazu hält das Album immer wieder Überraschungen parat, nach dem Ablauf Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Refrain funktioniert die Musik der Nine Inch Nails auf „The Downward Spiral“ sowieso nicht. Das ist auch bei anderen Bands so, die dann oftmals sehr spannend klingen. Doch genau das fehlt diesem Album. „The Downward Spiral“ packt nicht. „The Downward Spiral“ ist lediglich „Arbeit“, ein Album, welches man sich immer wieder erarbeiten muss. Doch auch nach dem zigsten Mal des Hörens fühlt man sich in dieser „Abwärtsspirale“ gefangen, diese Scheibe immer wieder neu erarbeiten zu müssen. Und irgendwann legt man sie dann nicht mehr auf.

Doch die Texte lohnen gehört beziehungsweise mitgelesen zu werden. Diesbezüglich klingen die Lieder durchaus intensiv. Die Musik schafft es jedoch aufgrund der vorherrschenden sperrigen Attitude dagegen nur phasenweise zu überzeugen. Und das Lied „Hurt“? Das klingt in der Cover-Version wesentlich besser als im Original. Sowas kommt selten vor und sagt einiges über dieses Album aus – oder über Johnny Cash.

Fazit: Industrial Rock ist anstrengend. Und genau den bekommt man auf „The Downward Spiral“ geboten. Meistens ist das Gehörte sehr sperrig und es wird eindeutig zu viel geschrien. Letzteres mag als Stilmittel mal ganz interessant sein, aber dauernd eingesetzt? Ins Ohr geht auch sonst kaum etwas, spannend klingt es nur teilweise, nimmt man die Texte aus, sodass diese Scheibe eher enttäuscht, denn begeistert. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Hurt



Dienstag, 19. Januar 2021

Blur – Parklife

 



Blur – Parklife


Besetzung:

Damon Albarn – lead and backing vocals, keyboards, hammond organ, moog synthesiser, melodica, vibraphone, recorder, programming
Graham Coxon – guitars, backing vocals, clarinet, saxophone, percussion
Alex James – bass guitar, vocals on "Far Out"
Dave Rowntree – drums, percussion, programming


Gastmusiker:

Stephen Street – synthesizer, sound effects, programming
Lætitia Sadier – vocals on "To The End"
Phil Daniels – narration on "Parklife"
Stephen Hague – accordion
Chris Tombling – strings
Audrey Riley – strings
Leo Payne – strings
Chris Pitsillides – strings
Louisa Fuller – violin
Rick Koster – violin
Mark Pharoah – violin
John Metcalfe – string arrangement, viola
Ivan McCready – cello
Richard Edwards – trombone
Roddy Lorimer – flugelhorn, trombone
Tim Sanders – tenor saxophone, soprano sax
Simon Clarke – baritone saxophone, alto saxophone, flute




Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Pop


Trackliste:

CD1:

1. Girls & Boys (4:51)
2. Tracy Jacks (4:19)
3. End Of A Century (2:45)
4. Parklife (3:05)
5. Bank Holiday (1:42)
6. Badhead (3:25)
7. The Debt Collector (2:10)
8. Far Out (1:37)
9. To The End (4:04)
10. London Loves (4:15)
11. Trouble In The Message Centre (4:09)
12. Clover Over Dover (3:22)
13. Magic America (3:37)
14. Jubilee (2:47)
15. This Is A Low (5:16)
16. Lot 105 (1:19)

CD2 (Bonus-CD):

1. Magpie ("Girls And Boys" B-Side) (4:16)
2. Anniversary Waltz ("Girls And Boys" B-Side) (1:22)
3. People In Europe ("Girls And Boys" B-Side) (3:28)
4. Peter Panic ("Girls And Boys" B-Side) (4:21)
5. Girls and Boys (Pet Shop Boys 12'' Remix) ("To The End" B-Side) (7:16)
6. Threadneedle Street ("To The End" B-Side) (3:18)
7. Got Yer! ("To The End" B-Side) (1:48)
8. Beard ("Parklife" B-Side) (1:44)
9. To The End (French Version) ("Parklife" B-Side) (4:05)
10. Supa Shoppa ("Parklife" B-Side) (3:02)
11. Theme From An Imaginary Film ("Parklife" B-Side) (3:34)
12. Red Necks ("End Of The Century" B-Side) (2:53)
13. Alex's Song ("End Of The Century" B-Side) (2:45)
14. Jubilee (Acoustic BBC Live Version) (2:32)
15. Parklife (Acoustic BBC Live Version) (2:59)
16. End Of A Century (Acoustic Version) (2:44)

Gesamtspieldauer CD1 (52:51) und CD2 (52:15): 1:45:06



„Parklife“ heißt das dritte Studioalbum der englischen Pop- und Rockband Blur. Das Album erschien am 25. April 1994 auf dem Plattenlabel Food Records und erklomm in Großbritannien die Spitze der Charts, nachdem der Vorgänger „Modern Life Is Rubbish“ weit hinter den Erwartungen bezüglich der Verkaufszahlen zurückgeblieben war. Insgesamt wurden sechs Singles aus dem Album ausgekoppelt, von denen sich die vier Titel „Girls & Boys“, „End Of A Century“, „Parklife“ sowie „To The End“ ebenfalls sehr gut verkauften.

„Parklife“ steht stellvertretend für Brit-Pop, der damals in den 90er Jahren seinen Siegeszug um die Welt antrat. Mit den Kollegen von Oasis sind Blur die wichtigsten Vertreter dieses musikalischen Genres und „Parklife“ stellt eines der wichtigsten Alben dieses Genres dar. Auf dem Album hört man sehr eingängigen und vor allen Dingen auch abwechslungsreichen Pop. Dabei springen einen die Melodien nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens sofort an. „Parklife“ gehört definitiv zu jenen Alben, die sich einem immer besser erschließen, je öfters man sie anhört.

Sehr gelungen ist die Instrumentierung, die ihrerseits zur Abwechslung auf „Parklife“ beiträgt. Da gibt es eben nicht mehr nur die „herkömmlichen“ Instrumente der Pop- beziehungsweise Rock-Musik zu hören. Blur integrieren ganz selbstverständlich Bläser und Streicher in ihren Sound ohne, dass sich dies aufgesetzt oder anbiedernd anhören würde. Interessant klingt das an jeder Stelle des Albums, Ausfälle gibt es bei den sechzehn Titeln des originalen Albums auch nicht zu beklagen. „Badhead“ sowie „Clover Over Dover“ heißen meine persönlichen Favoriten auf „Parklife“, die so wunderbar und eingängig ins Ohr gehen.

Mit der remasterten und erweiterten Ausgabe des Albums erhält man jede Menge Bonusmaterial in Form einer weiteren CD, welches den Gesamteindruck der Platte sehr schön abrundet und für den Fan gewiss einen Mehrwert darstellt.

Fazit: „Parklife“ ist ein eingängiges und abwechslungsreiches Album geworden, welches mit sehr viel Abwechslung überzeugt. Die Musik der vier Briten klingt unbekümmert und auch zeitlos, sodass man „Parklife“ seine bereits 27 Jahre nicht anhört. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Badhead, Clover Over Dover



Samstag, 9. Januar 2021

King’s X – Dogman




King’s X – Dogman


Besetzung:

Doug Pinnick – lead vocals, bass
Ty Tabor – guitar, vocals
Jerry Gaskill – drums, vocals


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – keyboards and percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Dogman (4:02)
2. Shoes (3:29)
3. Pretend (4:37)
4. Flies And Blue Skies (5:00)
5. Black The Sky (4:33)
6. Fool You (4:32)
7. Don't Care (4:40)
8. Sunshine Rain (4:34)
9. Complain (3:18)
10. Human Behavior (4:27)
11. Cigarettes (5:51)
12. Go To Hell (0:51)
13. Pillow (4:23)
14. Manic Depression (5:02)

Gesamtspieldauer: 59:27




„Dogman“ heißt das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Hard Rock Band King‘s X. Es erschien am 18. Januar 1994 ursprünglich auf dem Plattenlabel Atlantic Records. Es ist das erste Album von King‘s X, welches nicht von Sam Taylor, sondern von Brendan O'Brien produziert wurde. Dieser hatte zuvor mit Bands wie Pearl Jam, den Stone Temple Pilots und den Black Crowes zusammengearbeitet.

„Dogman“ klingt noch ein wenig härter als die Alben zuvor. Dazu hält auch der Blues etwas mehr Einzug in die Musik der Band. Diese Härte und das bluesige Gefühl gehen klar zu Lasten der Melodiösität der Musik. King’s X waren zwar noch nie sonderlich dafür bekannt, Ohrwürmer zu kreieren, doch noch ein Stück weiter sind sie auf „Dogman“ von dieser Möglichkeit entfernt. Die Lieder grooven gut, bewirken ein unweigerliches Mitwippen der Füße. Freundinnen und Freunde des bluesigen Rocks kommen auf „Dogman“ somit definitiv trotzdem auf ihre Kosten.

Die Titel sind relativ einheitlich gehalten. Der Titeltrack „Dogman“ gibt dabei sogleich die Richtung vor. Ty Tabor zelebriert einige schöne Soli auf dem Album, gut verteilt über die gesamte Platte. Neben dem bereits erwähnten „Dogman“ können noch die Titel „Complain“, „Cigarettes“ sowie „Pillow“ überzeugen. Höhepunkt des Albums ist dabei die Nummer „Cigarettes“. Dieses Mal wirklich ein Lied mit einer Melodie, die ins Ohr geht. Ein Lied das groovt, ein tolles Solo aufweist und etwas aufwendiger vom Aufbau her gestaltet ist, als manch anderer Titel des Albums.

Fazit: King’s X waren immer ein Geheimtipp. „Nur“ ein Geheimtipp. Der ganz große Wurf war der Band nicht vergönnt. Dies mag sicherlich auch daran liegen, dass die Lieder von King’s X in den seltensten Fällen so richtig zünden. Freilich mögen das eingefleischte Fans ganz anders sehen. Wenn die Musik häufiger so klingen würde wie bei „Cigarettes“ könnte ich diese auch besser verstehen. So bleibt die Musik von King‘s X auch auf „Dogman“ für mich die einer Hard Rock Band, die hier noch etwas Blues mit einfließen lässt, aber kaum so richtig begeistern kann. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cigarettes



Mittwoch, 19. Februar 2020

Korn – Korn




Korn – Korn


Besetzung:

Jonathan Davis – vocals, bagpipes
Head – lead and rhythm guitars, vocals, backing vocals on "Ball Tongue", "Faget" and "Lies"
Munky – rhythm and lead guitars
Fieldy – bass
David Silveria – drums


Gastmusiker:

Judith Kiener – vocals on the lullaby at the end of "Daddy"


Label: Epic Records


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Nu Metal


Trackliste:

1. Blind (4:19)
2. Ball Tongue (4:29)
3. Need To (4:01)
4. Clown (4:37)
5. Divine (2:51)
6. Faget (5:50)
7. Shoots And Ladders (5:22)
8. Predictable (4:32)
9. Fake (4:51)
10. Lies (3:22)
11. Helmet In The Bush (4:02)
12. Daddy („Daddy“ endet um 12:23; nach ein paar Sekunden Stille folgt der Hidden Track „Michael & Geri“, keine Musik, ein Gespräch) (17:30)

Gesamtspieldauer: 1:05:51



Korn ist eine US-amerikanische Nu-Metal-Band aus Bakersfield, Kalifornien, die sich im Jahr 1993 gründete. Das selbstbetitelte Studio-Debütalbum erschien am 11. Oktober 1994 auf dem Plattenlabel Epic Records. Darauf werden unter anderem Themen wie Kindes- und Drogenmissbrauch und Mobbing behandelt. Das Album gilt als eines der ersten auf denen das Genre Nu Metal zu hören ist. Vier Singles wurden mit den Liedern „Blind“; „Need To“; „Shoots And Ladders“ und „Clown“ aus dem Album ausgekoppelt. „Korn“ von Korn verkaufte sich über zehn Millionen Mal und wurde im Jahr 2017 vom Rolling Stone Magazine auf Platz 30 seiner Liste der 100 größten Metal-Alben aller Zeiten gesetzt.

Auf „Korn“ hört man harten und absolut kompromisslosen Metal. Dabei geht es deutlich weniger um eine Melodie oder gar Harmonie, die Lieder auf „Korn“ krachen brachial aus den Boxen und lassen kaum Spielraum für gemäßigtere Töne. Und fängt dann ein Lied wie „Shoots And Ladders“ doch mal sanft und mit fast schon sehnsüchtigen Dudelsack-Klängen an, dann stellt dies nur die Einleitung dar. Denn auch wenn gerade dieses Lied auch im weiteren Verlauf sich nicht ebenfalls bis zum Exzess steigert, so bleiben dennoch nie Zweifel, ob sich auf „Korn“ wohl doch mal ein sanfterer Ton verirrt.

Die Musik von Korn hat auf diesem Album auch noch ein Alleinstellungsmerkmal, welches ich so nur von Tool in wenigen Liedern kenne. Es ist die Rhythmusfraktion, die neben dem Schlagzeug auch noch Perkussion aufweist, die wohl durch das Zusammenschlagen der Drum-Sticks erzeugt wird und einen auf diese Weise fast über die gesamte Dauer des Albums begleitet. Sehr besonders.

Höhepunkte auf diesem Debut sind für mich die Lieder „Faget“, „Shoots And Ladders“, „Helmet In The Bush“ sowie „Daddy“, die auch die gesamte Bandbreite der Musik der US-Amerikaner auf ihrem ersten Album wiedergeben. Diese Bandbreite mag zwar nicht sehr breit gefächert sein, dafür ist sie jedoch sehr intensiv und zielgerichtet. Besonders intensiv übrigens beim Lied „Daddy“ bei dem man Zeuge des Kindesmissbrauchs wird, dass sich die Haare auf den Armen aufstellen. Schlimm.

Fazit: Du hast Lust auf Headbanging? Na dann solltest Du Dir unbedingt mal das Debut von Korn geben, welches der Einfachheit halber auch gleich den Bandnamen trägt. Doch sei vorsichtig, die Musik ist intensiv, sehr hart, absolut kompromisslos. Das könnte zu Gehirnerschütterungen führen. Wer auf eingängige Melodien wert legt ist bei Korn fehl am Platz. Hier geht es um Metal, alles durchdringenden Metal – mit krassen Texten und Eindrücken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Faget, Shoots And Ladders, Helmet In The Bush, Daddy



Mittwoch, 1. Januar 2020

Big Big Train – Goodbye To The Age Of Steam




Big Big Train – Goodbye To The Age Of Steam


Besetzung:

Ian Cooper – keyboards
Steve Hughes – drums and percussion
Andy Poole – bass, additional keyboards
Martin Read – vocals
Greg Spawton – guitars, additional keyboards


Gastmusiker:

David Longdon – keyboards on “Expecting Dragons” Bonus Track
Nick D'Virgilio – drums on “Expecting Dragons” Bonus Track
Rob Aubrey – backing vocals
Ken Bundy – backing vocals
Gary Chandler – backing vocals
Sally French – backing vocals
Stuart Nicholson – backing vocals
Martin Orford – backing vocals
Mandy Taylor – backing vocals
Steve Christey – windchimes


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 1994 (Wiederveröffentlichung 2011)


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

1. Wind Distorted Pioneers (3:21)
2. Head Hit The Pillow (5:49)
3. Edge Of The Known World (4:47)
4. Landfall (4:18)
5. Dragon Bone Hill (3:52)
6. Blow The House Down (9:21)
7. Expecting Snow (2:40)
8. Blue Silver Red (10:02)
9. Losing Your Way (7:35)

Bonus Tracks:

Far Distant Thing (1993 Recording, Original auf "The Infant Hercules) (4:35)
Expecting Dragons (New Recording) (7:16)
Losing Your Way (Extended Version) (10:01)

Gesamtspieldauer: 1:13:41



„Goodbye To The Age Of Steam“ heißt das erste Studioalbum der englischen Progressive-Rock-Band Big Big Train. Es wurde im Jahr 1994 auf dem bandeigenen Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht. Auf dieser ersten Veröffentlichung der Briten zeigen die Musiker um Greg Spawton, der an allen Kompositionen beteiligt war, wohin die Reise von Big Big Train in den folgenden Jahren gehen würde – zumindest ansatzweise.

Denn gerade zu Beginn der Platte klingt das Gehörte leider noch einigermaßen konstruiert, so als ob die Band noch auf der Suche nach ihrem eigentlichen Stil und Sound wäre. Die Melodien, sonst eine Stärke der Band, zünden ebenfalls noch nicht entsprechend, wollen nicht so ohne Weiteres ins Ohr gehen. Mit dem Instrumentallied „Dragon Bone Hill“ bewegen sich die Musiker dann erstmals auf Pfaden, die sie auf späteren Alben sicher bedienen. Mit der Nummer „Blow The House Down“ erreicht die Platte schließlich auch ihren Höhepunkt. Mit diesem Lied hört man ihn nun, den eingängigen Progressive Rock, der zu diesem Zeitpunkt sogar auch noch mehr rockt. Auf späteren Alben werden diese hier gehörten Melodiebögen und Harmonien die Band sehr gut beschreiben.
Die folgenden drei Titel klingen allesamt, ohne Meilensteine im Schaffen von Big Big Train darzustellen. Packende Passagen wechseln sich hier mit eher langweiligeren Abschnitten ab. Festzuhalten bleibt allerdings auch, dass sich die Qualität der Lieder im zweiten Teil des Albums gesteigert hat, welches nun insgesamt wieder sehr viel lohnender klingt.

Im Jahr 2011 kam es zu einer Wiederveröffentlichung der Platte. „Goodbye To The Age Of Steam“ wurde nun von den Bandmitgliedern remastert, das Albumcover änderte sich. Zudem wurde die Originalausgabe um drei weitere Lieder erweitert. Diese enthält nun zusätzlich das Stück „Far Distant Thing“, welches vom 1993er Demo-Album „The Infant Hercules“ stammt. Schließlich gibt es noch das mit der 2010er Besetzung aufgenommene Stück „Expecting Dragons“ zu hören sowie eine um etwa zweieinhalb Minuten verlängerte Version des Album-Titels „Losing Your Way“ zu hören. Von diesen drei Nummern kann vor allen Dingen das Instrumentalstück „Expecting Dragons“ überzeugen.

Fazit: Ein klein wenig klingt es so, als hätten Big Big Train auf ihrer allerersten offiziellen Platte noch ein wenig „geübt“. Greg Spawton hat für sich und die Band noch nicht den optimalen Weg gefunden. So hört man auf „Goodbye To The Age Of Steam“ Progressive Rock, der weder durch besondere Überraschungen, noch durch einen Überfluss an wunderschönen Melodien auffällt. Deswegen ist die Scheibe jedoch keine schlechte Platte, für Fans der Band sicherlich interessant, allerdings dann doch nicht essentiell in der Diskographie von Big Big Train. Acht Punkte.

Anspieltipps: Blow The House Down, Expecting Dragons



Samstag, 3. August 2019

Heather Nova – Oyster




Heather Nova – Oyster


Besetzung:

Heather Nova – acoustic guitar, vocals


Gastmusiker:

David Ayers – bass, electric guitar, 12 string guitar
Nadia Lanman – cello
Dean McCormick – percussion, drums
Hossam Ramzy – percussion
Bob Thompson – drums
Youth – bass


Label: V2 Music


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Walk This World (3:49)
2. Heal (3:56)
3. Island (6:21)
4. Throwing Fire At The Sun (5:54)
5. Maybe An Angel (5:09)
6. Sugar (5:34)
7. Truth And Bone (4:54)
8. Blue Black (4:36)
9. Walking Higher (4:11)
10. Light Years(4:49)
11. Verona (4:05)
12. Doubled Up (3:41)

Gesamtspieldauer: 57:02




Nachdem Heather Nova mit ihrem ersten Studioalbum „Glow Stars“, welches 1993 erschienen war, bereits einen ersten Achtungserfolg landen konnte, bedeutete die Veröffentlichung von „Oyster“ im Jahr darauf ihren endgültigen Durchbruch. Die Platte kletterte immerhin bis auf Platz 72 der britischen Charts und konnte sich auch in den Billboard 200 auf Platz 179 platzieren. Nicht zuletzt liegt dies sicherlich an der Singleauskopplung des ersten Titels auf dem Album, dem Lied „Walk This World“. Eine rockige Nummer, die einen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist und bis heute zu den bekanntesten Stücken der Heather Nova gehört.

Auf „Oyster“ hört man Alternative Rock, der nicht immer rockig klingt, bei dem auch den sanfteren Liedern ein großer Spielraum eingeräumt wird. Im Zentrum der Musik steht dabei jederzeit die schöne und facettenreiche Stimme der Heather Nova, die in den eher tiefen wie auch in den sehr hohen Lagen wunderschön klingt und überzeugt. Dadurch wirkt die Musik der Heather Nova auch sehr weiblich und an manchen Stellen fast schon ein wenig zerbrechlich. Die Lieder gehen auf „Oyster“ allesamt ins Ohr, man hört von Titel ein bis zwölf melodiösen Rock, der eingängig klingt und bestens unterhält. Die neueren Ausgaben enthalten inzwischen auch das Lied „Sugar“, welches auf der ersten europäischen Veröffentlichung noch nicht mit enthalten war.

Viele der Höhepunkte des Albums befinden sich gleich zu Beginn der Platte. Das bereits erwähnte „Walk This World“ ist da zu nennen. Die beiden folgenden und sanfteren Titel „Heal” sowie „Island”, bei denen Heather Nova ihre ganze Stimmvielfalt ausspielt, können ebenso begeistern. Dazu die Nummer „Sugar“, die in der Live-Version immer einen Höhepunkt eines jeden Heather Nova Konzerts darstellt. Auch „Walking Higher” ist eine wunderschöne Nummer, die sofort ins Ohr geht. Auf „Oyster“ hat sich zudem kein „Füllmaterial“ eingeschlichen, sodass man die Scheibe vom ersten bis zum letzten, aushallenden Akkord genießen kann.

Fazit: Zumeist sanften und an jeder Stelle eingängigen und melodiösen Alternative Rock bekommt man mit dem zweiten Album der auf den Bermudas geborenen Musikerin Heather Nova geboten. Musik, die ins Ohr geht, an vielen Stellen auch sanft klingt und unterhält. Nichts Kompliziertes oder Vertracktes, einfach Musik, die wirkt und zu jeder Stimmung und in jeder Situation passt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Walk This World, Heal, Sugar



Freitag, 3. Mai 2019

The Pretenders – Last Of The Independents




The Pretenders – Last Of The Independents


Besetzung:




Gastmusiker:

Chrissie Hynde – guitar (1–3, 5–12), vocals
Adam Seymour – guitar (1–13)
Andy Hobson – bass guitar (1, 6, 13)
Martin Chambers – drums (3, 4, 6, 12)


Label:

Robbie McIntosh – guitar (8)
Andy Rourke – bass guitar (2, 3, 5, 9–12)
Ian Stanley – organ (5), special effects (2), keyboards (8)
J.F.T. Hood – drums (1, 7, 13), special effects (8)
Jim Copley – drums (2, 5, 8–11)
David Paton – bass guitar (7)
Tom Kelly – bass guitar (4), piano (4, 7), guitar (7)
London Gospel Choir – choir (7)
David Lord – string arrangement (7)


Label: Warner Music


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Rock


Trackliste: 

1. Hollywood Perfume (3:55)
2. Night In My Veins (3:16)
3. Money Talk (3:39)
4. 977 (3:53)
5. Revolution (4:32)
6. All My Dreams (3:14)
7. I’ll Stand By You (3:58)
8. I’m A Mother (5:17)
9. Tequila (1:04)
10. Every Mother’s Son (3:36)
11. Rebel Rock Me (3:08)
12. Love Colours (4:32)
13. Forever Young (5:04)

Gesamtspieldauer: 49:15



„Last Of The Independents“ heißt das sechste Studioalbum der Band The Pretenders und wurde am 9. Mai 1994 auf dem Plattenlabel Warner Music veröffentlicht. Das Line-Up der Band bestand nun offiziell aus Chrissie Hynde, Adam Seymour, Andy Hobson und Schlagzeuger Martin Chambers, der nach acht Jahren zu den Pretenders zurückgekehrt war. Als einziges Lied wurde jedoch die Nummer „All My Dreams“ in dieser Kombination an Musikern eingespielt, ansonsten waren zahlreiche und immer wieder wechselnde Gastmusiker an den Aufnahmen beteiligt.

Die Pretenders klingen auf „Last Of The Independents“ eingängiger und auch interessanter als auf vielen vorherigen Veröffentlichungen. Chrissie Hynde hat es auf „Last Of The Independents“ geschafft Lieder einzuspielen, die zwar immer noch dem Mainstream angehören, doch nachhaltiger klingen und deutlich besser ins Ohr gehen als auf einigen anderen Alben zuvor. Auch stimmt die Mischung zwischen Titeln, die eher im Mid-Tempo angesiedelt sind und den Nummern, die eher sanfter gehalten sind. Insgesamt bleibt ein leicht rockiger Ansatz vor einer poppigen Attitude der Musik erhalten.

Die überzeugendsten Lieder auf „Last Of The Independents“ heißen „Hollywood Perfume“, „Money Talk“ und „I’m A Mother“. Alles drei eher rockige Nummern mit einem gewissen Groove und einer Melodie, die sich schnell und direkt einprägt. Daneben gibt es noch eine ganze weitere Reihe an Stücken, die sich lohnen gehört zu werden, wenn man denn auf eher geradlinigen und schnörkellosen Rock steht. Experimentiert wird bei den Pretenders nicht, was im Falle von „Last Of The Independents“ durchaus Sinn macht, denn das Album bildet in sich eine geschlossene Einheit.

Fazit: Rock mit leicht poppigen Ansätzen gibt es auf „Last Of The Independents“ von den Pretenders zu hören. Die Musik ist durchaus eher im Mainstream angesiedelt und schafft es dieses Mal auch die schnelle Eingängigkeit zu bedienen, ohne dabei langweilig der aufgesetzt zu klingen. Musik über dem Durchschnitt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hollywood Perfume, Money Talk, I’m A Mother



Mittwoch, 27. Februar 2019

Various Artists – Forrest Gump – The Soundtrack




Various Artists – Forrest Gump – The Soundtrack


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Pop, Rock, Soul, Country, u.a.


Trackliste:

CD1:

1. Hound Dog – Elvis Presley (2:18)
2. Rebel Rouser – Duane Eddy (2:24)
3. (I Don‘t Know Why) But I Do – Clarence "Frogman" Henry (2:21)
4. Walk Right In – The Rooftop Singers (2:35)
5. Land Of 1000 Dances – Wilson Pickett (2:26)
6. Blowin‘ In The Wind – Joan Baez (2:38)
7. Fortunate Son – Creedence Clearwater Revival (2:21)
8. I Can‘t Help Myself (Sugar Pie Honey Bunch) – The Four Tops (2:43)
9. Respect – Aretha Franklin (2:29)
10. Rainy Day Women #12 & 35 – Bob Dylan (4:37)
11. Sloop John B – The Beach Boys(2:57)
12. California Dreamin‘ – The Mamas & The Papas (2:41)
13. For What It's Worth – Buffalo Springfield (2:40)
14. What The World Needs Now Is Love – Jackie DeShannon (3:14)
15. Break On Through (To The Other Side) – The Doors (2:29)
16. Mrs. Robinson – Simon & Garfunkel (3:50)

CD2:

1. Volunteers – Jefferson Airplane (2:08)
2. Get Together – The Youngbloods (4:39)
3. San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair) – Scott McKenzie (3:01)
4. Turn! Turn! Turn! (To Everything There Is A Season) – The Byrds(3:57)
5. Medley: Aquarius / Let The Sunshine In – The 5th Dimension (4:49)
6. Everybody‘s Talkin‘ – Harry Nilsson (2:46)
7. Joy To The World – Three Dog Night (3:19)
8. Stoned Love – The Supremes (3:01)
9. Raindrops Keep Fallin‘ On My Head – B. J. Thomas (3:02)
10. Mr. President (Have Pity On The Working Man) – Randy Newman (2:48)
11. Sweet Home Alabama – Lynyrd Skynyrd (4:45)
12. It Keeps You Runnin' – The Doobie Brothers (4:21)
13. I‘ve Got To Use My Imagination – Gladys Knight & The Pips (3:31)
14. On The Road Again – Willie Nelson (2:32)
15. Against The Wind – Bob Seger & The Silver Bullet Band (5:36)
16. Forrest Gump Suite – Alan Silvestri (8:50)

Gesamtspieldauer CD1 (44:52) und CD2 (1:03:13): 1:48:05




Der Soundtrack zum gleichnamigen Film „Forrest Gump“ erschien am 28. Juni 1994 auf dem Plattenlabel Sony Music. Speziell für den Film wurde lediglich das Titelstück „Forrest Gump Suite“ geschrieben. Alle restlichen Nummern stellen mehr oder weniger eine Übersicht der US-amerikanischen Musik seit den 50er Jahren dar.

Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sehr viel auf diesem Soundtrack- und Kompilationsalbum nach Oldie klingt. Die vertretenen musikalischen Genres reichen von Pop über Rock nach Soul, Country, Rock’n’Roll bis hin zu Orchestermusik. Damit bildet dieser Soundtrack natürlich ein sehr uneinheitliches Bild, welches bei einem Soundtrack allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wer sich einen Überblick über die Musikgeschichte der USA verschaffen oder nochmals Szenen des Films vor dem inneren Auge betrachten möchte, die oder der ist mir dieser Zusammenstellung sehr gut bedient.

Sechzehn weitere Titel, die ebenfalls im Film angespielt wurden, wurden nicht mit auf das Album gepackt. Zwei davon, die Lieder „Running On Empty“ von Jackson Browne sowie „Go Your Own Way“ von Fleetwood Mac sind auf der Wiederveröffentlichung des Jahres 2001 enthalten. Die restlichen, fehlenden Titel sind: „Lovesick Blues“ von Hank Williams, „Sugar Shack“ von Jimmy Gilmer And The Fireballs, „Hanky Panky“ von Tommy James And The Shondells, „All Along The Watchtower“ sowie „Hey Joe“ von der Jimi Hendrix Experience, „Soul Kitchen“, „Hello, I Love You“, „People Are Strange“ und „Love Her Madly“ von den Doors, „Where Have All The Flowers Gone?“ von Pete Seeger, „Let‘s Work Together“ von Canned Heat, „Tie A Yellow Ribbon Round The Ole Oak Tree“ von Tony Orlando & Dawn, „Get Down Tonight“ von KC & The Sunshine Band und schließlich „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd.

Fazit: Mit dem Soundtrack zum Film Forrest Gump kann man in filmischen Erinnerungen schwelgen oder sich einen Überblick über die populäre Musik der USA ab den 50er Jahren verschaffen. Bei insgesamt 32 sehr unterschiedlichen Titeln gibt es immer welche, die einem mehr zusagen und welche, die einen nicht ganz überzeugen. Für mich als Europäer wird bei dieser musikalischen Reise überzeugend deutlich, dass ich sehr viel eher der britischen Musik zugewandt bin. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Forrest Gump Suite



Mittwoch, 5. Dezember 2018

Peter Gabriel – Secret World Live




Peter Gabriel – Secret World Live


Besetzung:

Peter Gabriel – lead vocals, harmonica, keyboards, rainstick
Manu Katché – drums
Tony Levin – bass, chapman stick, vocals
David Rhodes – guitar, vocals
Jean-Claude Naimro – keyboards, vocals
Shankar – violins, vocals
Levon Minassian – doudouk
Paula Cole – main vocals on "Don‘t Give Up"


Gastmusiker:

Leo Nocentelli – guitar, vocals
Daniel Lanois – dobro, telecaster
Babacar Faye – djembe
Assane Thiam – talking drum, tama
Hossam Ramzy – surdo
Tim Green – tenor saxophone
Reggie Houston – baritone saxophone
Renard Poche – trombone
Wayne Jackson – trumpet, cornet
Ayub Ogada – backing vocals
Papa Wemba – backing vocals
Reddy Amissi – backing vocals
Stino Mubi – backing vocals


Label: Real World


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Come Talk To Me (6:13)
2. Steam (7:42)
3. Across The River (5:56)
4. Slow Marimbas (1:45)
5. Shaking The Tree (9:18)
6. Red Rain (6:14)
7. Blood Of Eden (6:57)
8. Kiss That Frog (5:56)
9. Washing Of The Water (4:06)
10. Solsbury Hill (4:45)

CD2:

1. Digging In The Dirt (7:36)
2. Sledgehammer (4:59)
3. Secret World (9:11)
4. Don‘t Give Up (7:36)
5. In Your Eyes (11:34)

Gesamtspieldauer: CD1 (58:59) und CD2 (40:58): 1:39:57



„Secret World Live“ heißt das zweite Live-Album und das zehnte Album des englischen Rockmusikers Peter Gabriel insgesamt. Es wurde am 16. und 17. November 1993 im Palasport Nuovo, Modena, Italien aufgenommen und am 13. September 1994 veröffentlicht. „Secret World Live“ enthält eine Live-Version des Liedes „Across The River“, welches bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in voller Länge auf einem anderen Peter Gabriel Album erschienen war.

„Secret World Live“ erhielt von Kritikern eher schwächere Bewertungen, was aufgrund der Lied-Auswahl auch nicht weiter verwunderlich ist. „Steam“, „Shaking The Tree“, „Kiss That Frog“ und auch „Don‘t Give Up“ in dieser Version, gehören keineswegs zu den Höhepunkten im Schaffen des Peter Gabriel. „Across The River“ ist dagegen eine schöne und sphärische Nummer, im Grunde genommen allerdings sehr untypisch für Peter Gabriel – dabei jedoch durchaus hörenswert. Das kurze „Slow Marimbas“ im Anschluss daran schwankt ebenfalls zwischen Sphäre und schließlich Weltmusik, kann dabei allerdings noch überzeugen. Höhepunkt auf der ersten Platte beziehungsweise CD ist der Titel „Red Rain“, welcher auch in dieser Live-Version mitreißend und packend klingt. „Solsbury Hill“ verliert dagegen in dieser Ausführung gegenüber dem Original.

Auf der zweiten Platte sind solch Klassiker wie „Digging In The Dirt“, „Sledgehammer“ oder auch „In Your Eyes“ vertreten. Doch auch diese Nummern klingen nicht so kraftvoll wie in den Album-Versionen. Verglichen mit dem ersten Live-Album des Peter Gabriel, „Peter Gabriel Plays Live“, fehlt auf dieser Platte deutlich an Dynamik. Die Titel reißen auf „Secret World Live“ nicht so mit, wie auf dem Vorgänger-Live-Album. Nichtsdestotrotz wissen viele der Lieder zu begeistern und fallen nur im Vergleich zu den Originalen etwa ab. Vielleicht wirken diese Titel live eingespielt auch einfach nicht so überzeugend und benötigen die ganzen Möglichkeiten eines Studios, um voll zu klingen. Und diese auf „Secret World Live“ immer wieder vorhandene Verknüpfung mit der Genre der Weltmusik reißt zudem ebenfalls nicht jeden Fan des Peter Gabriel von den Sitzen.

Fazit: „Secret World Live“ ist ein Live-Album von Peter Gabriel, welches einen etwas ratlos zurücklässt. Wunderschöne Titel gibt es auf der Platte zu hören, aber auch Lieder, die einfach nicht zu den Höhepunkten im Schaffen des englischen Musikers gehören. Dazu wirken einige Nummern in diesen Versionen nicht so überzeugend, wie in den Original-Einspielungen. Trotzdem handelt es sich bei der Musik von Peter Gabriel zu allermeist um mitreißende Lieder, so auch auf dieser Platte, die die Fans durchaus überzeugen werden. Ganz ohne Fan-Brille findet man jedoch Abstriche. Neun Punkte.

Anspieltipps: Across The River, Red Rain, Digging In The Dirt



Mittwoch, 1. August 2018

Richard Marx – Paid Vacation




Richard Marx – Paid Vacation


Besetzung:

Richard Marx – lead vocals, backing vocals (1, 3-6, 8-11), arrangements (1-5, 8, 10, 11, 12), horn arrangement (1), keyboards (2, 8), acoustic guitars (4), "ooh" vocals (5), additional keyboards (6), finger snaps (9), piano (10, 13)


Gastmusiker:

Tony Baird – drums (4)
Max Carl – backing vocals (5, 11)
Bill Champlin – organ (1, 11, 12), backing vocals (5, 11), bgv arrangement (11)
Luis Conte – percussion (3)
Nathan East – bass (7)
Mike Egizi – keyboards (13)
Bruce Gaitsch – arrangements (1, 2), guitars (1, 2, 3, 6, 8-12), acoustic guitar (7), mandolin (7)
Ross Garfield – finger snaps (9)
Vince Gill – backing vocals (10)
Myron Grombacher – drums (13)
Steve Grove – saxophone (1, 5)
David Innis – organ (4)
Randy Jackson – bass (2, 3, 5, 6, 9, 10, 11, 13), finger snaps (9)
Felix Krish – bass (4)
Russ Kunkel – drums (3)
John „Juke“ Logan – harmonica (11)
Cheryl Lynn – backing vocals (4)
Marilyn Martin – backing vocals (4, 8)
Richard Marx – lead vocals, backing vocals (1, 3-6, 8-11), arrangements (1-5, 8, 10, 11, 12), horn arrangement (1), keyboards (2, 8), acoustic guitars (4), „Ooh“ vocals (5), additional keyboards (6), finger snaps (9), piano (10, 13)
Ruth Marx – "Ooh" vocals (5)
Jonathan Moffett – drums (1, 2, 6, 8-11), finger snaps (9)
Bill Payne – keyboards (3), organ (10), piano solo (10)
Greg Phillinganes – fender rhodes (5), keyboards (6)
Jeff Porcaro – drums (12)
Lionel Richie – backing vocals (1)
Timothy B. Schmit – backing vocals (8)
Leland Sklar – arrangements (1), bass (1, 8, 12)
Terry Thomas – guitars (4), backing vocals (4), arrangements (4)
Lee Thornburg – trombone (1), trumpet (1)
Chris Trujillo – percussion (3, 5)
Luther Vandross – backing vocals (1)
Paul Warren – guitars (5, 13), guitar solo (12)
Jerry Goodman – strings on „Now And Forever“
Pavel Farkas – strings on „Now And Forever“
Israel Baker – strings on „Now And Forever“
Farhad Behroozi – strings on „Now And Forever“
Sid Page – strings on „Now And Forever“
Charlie Bisharat – strings on „Now And Forever“
Gailt Curz – strings on „Now And Forever“
James Getzoff – strings on „Now And Forever“
Henry Corbett – strings on „Now And Forever“


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop, Rock, AOR


Trackliste:

1. The Way She Loves Me (4:16)
2. One More Try (4:25)
3. Silent Scream (3:52)
4. Nothing To Hide (4:25)
5. Whole World To Save (5:33)
6. Soul Motion (5:22)
7. Now And Forever (3:34)
8. Goodbye Hollywood (4:55)
9. Heaven's Waiting (3:48)
10. Nothing Left Behind Us (5:22)
11. What You Want (3:49)
12. One Man (5:12)
13. Miami 2017 (Seen The Lights Go Out On Broadway) (4:34)
14. Baby Blues (0:54)

Gesamtspieldauer: 1:00:08




„Paid Vacation“ heißt das vierte Studio-Album des US-amerikanischen Musikers Richard Marx. Das Album wurde am 31. Januar 1994 auf dem Plattenlabel Capitol Records veröffentlicht. „Paid Vacation“ kletterte in den US Billboard 200 Charts bis auf Platz 37, in Deutschland sogar bis auf Position 18. Man hört auf der Scheibe eine Mischung aus Pop und Rock, die hauptsächlich im Genre des AOR angesiedelt ist. So eine Art Stadion-Rock, unkompliziert und eingängig.

Das Album enthält mit der Nummer „Now And Forever“ den neunten und bisher letzten Titel, der sich von Richard Marx in den US-amerikanischen Single-Charts platzieren konnte, obwohl nach diesem Album bisher noch sieben weitere folgten – die Zeit der Musik des Richard Marx scheint definitiv vorbei zu sein. Doch auch bereits auf „Paid Vacation“ weiß Richard Marx nicht zu überzeugen. Dieser Adult Oriented Rock, den es hier zu hören gibt, dieser tut niemanden weh, doch leider ist er auch furchtbar langweilig. Mitreißend klingt hier nichts, die Scheibe läuft lediglich einfach so durch, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Nur die Texte fallen auf, diese sind schlecht.

Höhepunkte in meinen Ohren sind die Titel „Silent Scream“, „Nothing Left Behind Us“ sowie „Miami 2017“. Ob dies allerdings wirklich die „Highlights“ auf „Paid Vacation“ darstellen, das werden andere Hörerinnen und Hörer vielleicht anders sehen. Dies allerdings wäre nicht weiter verwunderlich, denn groß unterscheiden sich die einzelnen Lieder auch nicht voneinander. Der einmal eigeschlagene Weg, massentauglichen poppigen Rock im Mid-Tempo mit seichten Texten zu präsentieren, wird vom ersten bis zum letzten Takt des Albums konsequent verfolgt und umgesetzt.

Fazit: Wer auf Mainstream Rock steht, die oder der wird mit der Platte „Paid Vacation“ von Richard Marx wohl seinen Spaß haben. Nichts anderes hört man hier, AOR, der musikalisch keine Risiken eingeht und sich inhaltlich um die Liebe dreht. Das klingt niemals fürchterlich, doch zumeist irgendwie überflüssig oder belanglos. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Silent Scream, Nothing Left Behind Us, Miami 2017