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Mittwoch, 24. Mai 2017

Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine




Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine


Besetzung:

Paul Rodgers – vocals, guitar & piano
Brian May – guitar & vocals
Roger Taylor – drums & vocals


Gastmusiker:

Spike Edney – md & keyboards
Jamie Moses – rhythm guitar
Danny Miranda – bass guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. One Vision (4:03)
2. Tie Your Mother Down (2:29)
3. The Show Must Go On (4:37)
4. Fat Bottomed Girls (5:00)
5. Another One Bites The Dust (3:35)
6. Hammer To Fall (3:42)
7. I Want It All (4:10)
8. I Want To Break Free (3:55)
9. Seagull (4:50)
10. Love Of My Life (5:45)
11. '39 (4:37)
12. Drum Solo (5:00)
13. I'm In Love With My Car (3:42)
14. Say It's Not True (4:31)


CD2:

1. Shooting Star (6:21)
2. Bad Company (5:36)
3. Guitar Solo (3:58)
4. Bijou (2:07)
5. Last Horizon (4:32)
6. Crazy Little Thing Called Love (4:04)
7. C-lebrity (3:52)
8. Feel Like Makin' Love (6:45)
9. Bohemian Rhapsody (5:53)
10. Cosmos Rockin' (4:28)
11. All Right Now (5:31)
12. We Will Rock You (2:19)
13. We Are The Champions (2:59)
14. God Save The Queen (2:05)

Gesamtspieldauer CD1 (1:00:04) und CD2 (1:00:38): 2:00:42


DVD:

1. One Vision
2. Tie Your Mother Down
3. The Show Must Go On
4. Fat Bottomed Girls
5. Another One Bites The Dust
6. Hammer To Fall
7. I Want It All
8. I Want To Break Free
9. Seagull
10. Love Of My Life
11. '39
12. Drum Solo
13. I'm In Love With My Car
14. Say It's Not True
15. Shooting Star
16. Bad Company
17. Guitar Solo
18. Bijou
19. Last Horizon
20. Crazy Little Thing Called Love
21. C-lebrity
22. Feel Like Makin' Love
23. Bohemian Rhapsody
24. Cosmos Rockin'
25. All Right Now
26. We Will Rock You
27. We Are The Champions
28. God Save The Queen

Gesamtspieldauer DVD: 2:00:34




„Live in Ukraine“ ist ein Doppel-Live-Album mit dazugehöriger DVD, welche von den beiden verbliebenen Queen-Mitgliedern Brian May und Roger Taylor sowie vom Ex-Bad Company und Ex-Free Sänger Paul Rodgers unter dem Namen Queen + Paul Rodgers veröffentlicht wurde. Das Konzert wurde im September des Jahres 2008 während der „Rock The Cosmos-Tour“ der drei Musiker auf dem Freiheitsplatz in Charkiv, Ukraine, eingespielt und erschien schließlich im Juni 2009 in verschiedenen Versionen auf dem Label EMI.

Auf diesem Konzert gab es siebzehn Lieder von Queen in der ursprünglichen Besetzung zu hören, dazu vier Lieder aus Paul Rogers Zeit mit Bad Company („Seagull“, „Shooting Star“, „Bad Company“ und „Feel Like Makin' Love“), ein Lied von Free („All Right Now“) sowie insgesamt drei Titel („Cosmos Rockin'“, „Say It's Not True“, „C-lebrity“), die auch auf dem ersten und einzigen Studioalbum der Formation Queen + Paul Rodgers, „The Cosmos Rocks“, enthalten sind und alle aus der Feder von Roger Taylor stammen. Hinzu kommen noch ein Drum-Solo, welches Roger Taylor zum Teil auf einem Bass einspielt sowie zwei Gitarrensoli von Brian May. Ersteres, kurz mit „Guitar Solo“ benannt, kennt man in ähnlicher Form von der Scheibe Live Killers, da dieses Gitarrensolo dort den größten Teil des Liedes „Brighton Rock“ ausmacht. Das zweite Gitarren-Solo heißt schließlich „Last Horizon“ und hat längst nicht mehr die Klasse des ersten.

Man darf diese Scheibe ganz bestimmt nicht mehr mit einem Queen-Konzert vergleichen. Wurde dieses hier in der Ukraine gegeben, um in Erinnerungen an Queen und Freddie Mercury zu schwelgen, so kann man das Ganze auch noch einigermaßen nachvollziehen. Bei den Titeln „Bijou“ und „Bohemian Rhapsody“ singt Freddie Mercury sogar selbst, da er auf der Videoleinwand eingeblendet wird und man seine Stimme hört. Bei den restlichen Stücken kommt man gar nicht umhin, den Gesang der Paul Rodgers mit dem von Freddie Mercury zu vergleichen. Und dieser ist nun mal sehr unterschiedlich…

Wenn man allerdings bereits Live-Aufnahmen von Queen besitzt, bekommt man von Queen + Paul Rodgers mit „Live In Ukraine“ etwas geliefert, was man wahrlich nicht mehr benötigt. Die Queen-Lieder klingen mit dem Gesang von Freddie Mercury einfach besser, die drei Stücke, die vom Album „The Cosmos Rocks“ von Queen + Paul Rodgers stammen, langweilen wahrlich. Das Lied „Bad Company“ vom Album „Bad Company“ der Band Bad Company ist ein gutes, jedoch muss man es nicht zusammen mit Queen hören. Selbiges gilt für „All Right Now“ von Free. Somit bleibt nur wenig bis gar nichts, was diese, zugegebenermaßen aufwendig gestaltete und zusammengestellte Platte irgendwie wertvoll macht. Zumindest dann nicht, wenn man Queen von früher kennt.

Fazit: Für die Menschen dort im September 2008 in Charkiv sicherlich ein ganz tolles Erlebnis. Wirklich live hätte ich dieses Konzert sicherlich auch genossen, auch wenn ich das Glück hatte Queen in jungen Jahren tatsächlich live gesehen zu haben. Als Retorte, mit einem Doppel-Live-Album und der dazugehörigen DVD, wirkt das Ganze allerdings nicht mehr. Oder bin ich jetzt da irgendwie unfair? Fünf Punkte.

Anspieltipps: Bohemian Rhapsody



Sonntag, 21. Februar 2016

Queen – Live Killers




Queen – Live Killers


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano
Brian May – guitars, vocals
Roger Taylor – drums, tambourine, timpani, backing vocals, vocals
John Deacon – bass guitar, backing vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock


Trackliste:

Platte 1, Seite 1:

1. We Will Rock You (3:18)
2. Let Me Entertain You (3:15)
3. Death On Two Legs (Dedicated To...) (3:31)
4. Killer Queen (1:59)
5. Bicycle Race (1:28)
6. I'm In Love With My Car (2:08)
7. Get Down, Make Love (4:31)
8. You're My Best Friend (2:08)

Platte 1, Seite 2:

9. Now I'm Here (8:42)
10. Dreamer's Ball (3:44)
11. Love Of My Life (4:57)
12. '39 (4:26)
13. Keep Yourself Alive (4:02)

Platte 2, Seite 1:

14. Don't Stop Me Now (4:28)
15. Spread Your Wings (5:17)
16. Brighton Rock (12:13)

Platte 2, Seite 2:

17. Bohemian Rhapsody (intro: Mustapha) (6:02)
18. Tie Your Mother Down (3:40)
19. Sheer Heart Attack (3:35)
20. We Will Rock You (2:48)
21. We Are The Champions (3:27)
22. God Save The Queen (1:31)

Gesamtspieldauer: 1:30:08




Nicht alle Live-Platten lohnen sich. Egal von welcher Band, egal von welcher Sängerin, von welchem Sänger. Manche live aufgenommenen Scheiben verdienen es allerdings sehr wohl, laut und auch oft gehört zu werden. Und diese Live-Alben lohnen sich immer dann, wenn es geschafft wird, nicht nur die Lieder des Konzertes, sondern auch dieses „Live-Erlebnis“ auf einen Tonträger zu bannen. Das bedeutet, die Stimmung, die Atmosphäre während des Konzertes, muss beim Hören der Scheibe mit transportiert werden. Ein zweiter lohnender Grund des Erwerbs eines Live-Albums ist die alternative Spielweise so manches Liedes, welches dann deutlich anders klingt, unter Umständen schließlich sogar ganz neue Seiten aufzeigt und manchmal auch noch eindrucksvoller und besser als das Original klingt.

Diese beiden Voraussetzungen für ein gutes Live-Album sind bei Live Killers“ von Queen gegeben. Die Platte wurde 1979 von Januar bis März, während der Tour zum Album „Jazz“ eingespielt und schließlich im Juni 1979 veröffentlicht. Soweit sich dies noch recherchieren ließ, wurden die Lieder alle in Deutschland, nämlich in Frankfurt, Köln, Bremen und München aufgenommen. Als ich die Platte früher hörte, habe ich mich immer darüber gewundert, warum zu Beginn des Stücks „Death On Two Legs (Dedicated To...)“ drei kurze Piep-Töne während der Ansage des Freddie Mercury zu hören sind, die ganz eindeutig aus dem Studio nachträglich über die Stimme des Queen Sängers gelegt wurden, sodass dieser nicht mehr zu hören ist. Das Rätsel ist inzwischen allerdings gelöst. Freddie Mercury sagt hier bei der Einführung zu dem Titel: „This song is about a real motherfucker of a gentleman.“ Definitiv für die damalige Zeit.

Nun, die vier Musiker schaffen es sehr gut, die Atmosphäre eines Queen-Konzertes der damaligen Zeit zu transportieren. Die Lieder wirken hier. Die Stimmung in den jeweiligen Hallen kommt gut rüber, vorausgesetzt, man hat die Möglichkeit die Boxen ordentlich aufzudrehen – oder man hört die Platte eben auf Kopfhörern. Freddie Mercury nimmt das Publikum mit, bindet es mit in die Songs ein und singt mit den Zuschauern. Natürlich wäre es jedoch deutlich schöner gewesen, hier lediglich ein Konzert zu hören und nicht Ausschnitte aus mindestens vier Auftritten. Merken kann man dieses Auseinanderschneiden und Zusammenflicken jedoch nicht. Ein kleiner weiterer Wermutstropfen liegt in der Tatsache begründet, dass Queen hier, vor allem auf der ersten Plattenseite, die Lieder häufig nur kurz anspielen. Liedlängen von um die zwei Minuten sind da keine Seltenheit, sodass man in diesem Fall quasi von einer Art Medley sprechen kann. Sicherlich Geschmackssache.

Sehr gelungen dagegen sind die bereits angesprochen alternativen Versionen verschiedener Titel. Am deutlichsten sind diese Änderungen zum ursprünglichen Lied bei „Get Down, Make Love“, „Now I'm Here“ und bei dem alles überstrahlenden „Brighton Rock“ ausgeprägt und zu hören. Letztgenannter Titel ist dabei fast ein ganz neues Lied geworden, zumindest der lange Instrumentalteil spricht dafür. Hier klingen Queen nun auch nicht mehr wie Queen, sondern sehr viel eher wie eine progressive Rockband der frühen 70er Jahre. Das klingt absolut mitreißend und auch sehr experimentell. Was Brian May hier mit seiner Gitarre anstellt, das gibt es in dieser Art und Weise nicht mehr unbedingt allzu häufig von anderen Gitarristen zu hören. Laut gehört pfeift es einem bei diesem Titel das Großhirn aus den Ohren. Wahrlich sehr gelungen.

Fazit: „Live Killers“ kam nicht bei allen Hörern und Kritikern gleich gut an. Mich begeistert allerdings die Atmosphäre dieses Albums, welche einfach positiv begeisternd wirkt. Die Lied-Auswahl wird und kann dabei niemals perfekt sein, da hier jede und jeder eine andere Vorliebe hat. „Live Killers“ von Queen zeigt jedoch sehr gut, wie sich ein Queen Konzert damals anhörte. Und ich kann das definitiv sagen, da ich in den 80er Jahren eines der letzten Queen Konzerte besuchen durfte, die die Band überhaupt gespielt hat. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Now I'm Here, Brighton Rock



Donnerstag, 23. Mai 2013

Queen – Rocks




Queen – Rocks


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano
John Deacon – bass guitar
Roger Taylor – drums, vocals
Brian May – guitars, vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. We Will Rock You (2:02)
2. Tie Your Mother Down (3:45)
3. I Want It All (4:31)
4. Seven Seas Of Rhye (2:45)
5. I Can't Live With You (4:48)
6. Hammer To Fall (4:23)
7. Stone Cold Crazy (2:14)
8. Now I'm Here (4:13)
9. Fat Bottomed Girls (4:16)
10. Keep Yourself Alive (3:45)
11. Tear It Up (3:25)
12. One Vision (5:09)
13. Sheer Heart Attack (3:25)
14. I’m In Love With My Car (3:11)
15. Put Out The Fire (3:19)
16. Headlong (4:38)
17. It's Late (6:27)
18. No One But You (Only The Good Die Young) (4:14)

Gesamtspieldauer: 1:10:30




Okay, „Queen Rocks“ ist eine Kompilation, eine Zusammenstellung der etwas härteren Stücke von Queen. Autor ist dabei in den allermeisten Fällen Brian May. Aber braucht man diese CD als Queen-Fan, der diese Stücke sowieso alle schon sein Eigen nennt eigentlich? Viele der Lieder hat man davon wahrscheinlich sogar schon doppelt - auf Vinyl und in der CD-Version. Alles also schon des Öfteren gehört und sehr gut bekannt.

Nun so ganz stimmt das nicht. Ganz am Ende der CD gibt es noch ein neues Lied, „No One But You (Only The Good Die Young)“. Dieses Stück ist gleichzeitig die letzte Nummer, die die restlichen verbliebenen drei Bandmitglieder zusammen geschrieben und aufgenommen haben, wenn wohl auch die Hauptkomposition ebenfalls von Brian May stammt. Ein melancholischer Song, bei dem es, wer hätte das gedacht, um Freddie Mercury geht.

Dazu gibt es noch alternative Versionen von „I Want It All“, „I Can’t Live With You“ und von „I‘m In Love With My Car“, die sich aber kaum von den Originalen unterscheiden. Das war es, den ganzen Rest gibt es bereits auf den Studioalben der Band.

Fazit: Über die Zusammenstellung einer Kompilation lässt sich trefflich streiten. Für mich ist diese nicht unbedingt gelungen – aber sei’s drum. Lohnt sich der Kauf für dieses eine neue Lied? Nein, das kann man sich auch als einzelnenTrack irgendwo legal runterladen. Lohnen sich die alternativen Versionen? Irgendwie auch nicht, da das „Alternative“ auch nur sehr klein ausfällt. Für Komplettisten vielleicht ein Muss, vielleicht auch noch für Leute, die nur an den etwas härteren Liedern der Band interessiert sind. Aber gibt es wirklich solche Menschen? Für alle anderen gilt: Anschaffung absolut unnötig. Die Musik ist deutlich besser als die Anzahl der Punkte, die ich dafür vergebe. Aber wegen dieser Geldmacherei, genau so wirkt das nämlich, gibt es trotzdem nur vier Punkte.

Anspieltipps: No One But You (Only The Good Die Young)




Donnerstag, 7. März 2013

Queen – Made In Heaven





Queen – Made In Heaven


Besetzung:

Freddie Mercury –vocals, piano, keyboards
John Deacon – bass guitar, keyboards
Roger Taylor – drums, percussion, keyboards, vocals
Brian May – guitars, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Rebecca Leigh-White, Gary Martin, Catherine Porter, Miriam Stockley – extra backing vocals on “Let Me Live”


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Rock


Trackliste:

1. It's A Beautiful Day (2:33)
2. Made In Heaven (5:25)
3. Let Me Live (4:46)
4. Mother Love (4:49)
5. My Life Has Been Saved (3:15)
6. I Was Born To Love You (4:50)
7. Heaven For Everyone (5:36)
8. Too Much Love Will Kill You (4:20)
9. You Don't Fool Me (5:25)
10. A Winter's Tale (3:49)
11. It's A Beautiful Day (Reprise) (3:01)
12. Yeah (0:04)
13. Untitled Hidden Track (22:33)

Gesamtspieldauer: 1:10:27




"Made In Heaven“ ist das fünfzehnte und letzte Album Queens, an dem Freddie Mercury noch „irgendwie“ aktiv mitwirkte. Allerdings wurde es erst vier Jahre nach seinem Tod veröffentlicht. „Innuendo“ war noch nicht veröffentlicht, da befand sich die Band bereits wieder im Studio, um neues Songmaterial aufzunehmen. Immer mit dem Hintergedanken, dass dies die letzten Aufnahmen Freddie Mercurys sein werden, der geschwächt durch seine Aids-Erkrankung auch nicht mehr alle Titel vollständig einsingen konnte.

"Wenn man ehrlich ist, dann geht es bei diesem Album gar nicht mehr um die Musik. Es geht sehr viel mehr um Freddie Mercury und um die Traurigkeit, dass dieser geniale Musiker nun eben nicht mehr da sein wird und (ganz egoistisch) unser Leben nicht mehr mit Musik bereichern kann. Außerdem kenne ich keinen Menschen, der die Musik liebt und Freddie Mercury nicht irgendwie sympathisch fand. Der war ausgeflippt und mitunter exzentrisch, aber eben immer auch sympathisch und auf seine Weise irgendwie cool.

Das Album ist vollgestopft, wie bereits der Vorgänger „Innuendo“, mit Anspielungen auf seine Krankheit und den Tod. Musikalisch packt mich das persönlich nicht mehr so. Da finde ich „Innuendo“ sehr viel gelungener. Und mit solch einem Song wie „Let Me Live“, vollgepackt mit Massen an Backgroundsängerinnen und einem Gesangsteil, den Freddie Mercury bereits in den frühen Achtzigern aufgenommen hatte, tue ich mich verdammt schwer. Ganz anders verhält es sich da bei „Mother Love“. Ein sehr bewegender Text, der in der letzten Strophe dann sogar von Brian May gesungen wird, da es Freddie Mercury nicht mehr schaffte, das Lied selbst vollständig einzusingen. Gegen Ende wird bei diesem Stück dann noch ein Schnipsel eines Live-Konzertes eingespielt, in welchem Freddie Mercury mit seinem Publikum interagiert. Toll gemacht und sehr bewegend.

Eine ganze Menge „Hits“ befinden sich auch auf dem Album, die damals, nach der Veröffentlichung im Radio rauf und runter gespielt wurden. Die da wären „It’s A Beatiful Day“, „Made In Heaven“, „I Was Born To Love You“, „Heaven For Everyone“, „Too Much Love Will Kill You“, „You Don’t Fool Me“ und „A Winter’s Tale“. Alles ganz nette und eingängige Lieder, die mir aber fast schon zu eingängig daherkommen.

Aber schließlich gibt es ganz zum Schluss noch 22 Minuten lang Atmosphäre zum Schnuppern. Synthesizer-Klangteppiche, sehr zurückhaltend, die eine Stimmung der Entspanntheit und Freiheit erzeugen. Mitunter wirkt das sogar ab und an ein wenig bedrohlich, entspannt sich dann allerdings wieder in ein schier grenzenloses Nichts.

Fazit: Es ist sehr seltsam, wenn jemand über den Tod singt, der diesem auch gerade ins Antlitz sieht. Schwer vorzustellen, wie sich Freddie Mercury damals, 1991, bei den Aufnahmen gefühlt haben muss. Das bewegt mich. Die Musik selbst bewegt mich auf „Made In Heaven“ nur noch zweimal richtig. Das eine Mal bei „Mother Love“, das andere mal 22 Minuten lang während dieses letzten Titels, der ohne Namen so absolut untypisch für Queen klingt. Sphäre pur, daran hat Freddie Mercury auch mit Sicherheit nicht mehr mitgewirkt, aber trotzdem sehr passend für ein „Goodbye“! Zehn Punkte.

Anspieltipps: Made In Heaven, Mother Love, Heaven For Everyone, Untitled Hidden Track





Samstag, 2. März 2013

Queen – Innuendo




Queen – Innuendo


Besetzung:

Freddie Mercury – lead vocals and keyboards
Brian May – guitars, keyboards, harmonies and vocals
Roger Taylor – drums, percussion, keyboards, harmonies and vocals
John Deacon – bass guitar and keyboards


Gastmusiker:

Mike Moran – keyboards on “All God’s People”
Steve Howe – additional wandering minstrel spanish guitar – somewhere in the middle on “Innuendo”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Innuendo (6:33)
2. I'm Going Slightly Mad (4:23)
3. Headlong (4:38)
4. I Can't Live With You (4:34)
5. Don't Try So Hard (3:40)
6. Ride The Wild Wind (4:43)
7. All God's People (4:22)
8. These Are The Days Of Our Lives (4:15)
9. Delilah (3:35)
10. The Hitman (4:57)
11. Bijou (3:37)
12. The Show Must Go On (4:38)

Gesamtspieldauer: 53:54




1991 erschien mit „Innuendo“ das vierzehnte Studioalbum von Queen. Und diese Platte war gleichzeitig leider die letzte, die zu Lebzeiten Freddie Mercurys veröffentlicht wurde. Musikalisch ist diese Scheibe allerdings wie eine Auferstehung. Nach all den Enttäuschungen und Fehlgriffen, die Queen immer wieder in den 80er Jahren veröffentlicht hatten, kam nun mit „Innuendo“ ein Queen-Album auf den Markt, welches wahrlich wieder beeindrucken konnte. Musikalisch, wie auch von der Stimmung der Lieder und Texte her. „Innuendo“ bedeutet auf Deutsch „Anspielung“ und das Album ist voller Anspielungen auf die Erkrankung Freddie Mercurys und seinen wohl bevorstehenden Tod. Als Beispiele dafür seien hier die Titel „I'm Going Slightly Mad“, „These Are The Days Of Our Lives“ und „The Show Must Go On“ angeführt. Alles sehr bewegend.

Mit dem Lied und Titeltrack „Innuendo“ befindet sich zudem eines der besten Queen-Lieder überhaupt auf dem Album. Das Stück strotzt nur so vor Kraft und Innovation und wirkt im Mittelteil, der mittels spanischer Gitarre von Steve Howe von „Yes“ wiedergegeben wird, unglaublich zerbrechlich. Auch hier lohnt es sich das Stück auch mal als Video anzusehen. Richtig toll gemacht.

Seltsames gibt es auch zu hören. Das Lied „Delilah“ hat Freddie Mercury seiner gleichnamigen Katze gewidmet. Dabei erzeugt Brian May Miau-Geräusche auf der Talkbox. Klingt seltsam und irgendwie komisch. Rockfreunde werden mit „Headlong“ und „The Hitman“ bedient, wobei vor allem „Headlong“ musikalisch überzeugen kann. „Bijou“ klingt wie ein sphärischer Abschied. Hauptsächlich Brian Mays Solo-Gitarre ist hier zu hören vor einem weichen Synthesizer-Klangteppich. Dazu singt dann Freddie Mercury nur wenige Zeilen.

Ganz am Ende des Albums wartet dann mit „The Show Must Go On“ noch der perfekte Titel, der perfekte Titel für das letzte Auftreten des Freddie Mercury:



Empty spaces - what are we living for?
Abandoned places - I guess we know the score
On and on, does anybody know what we are looking for…

Another hero, another mindless crime
Behind the curtain, in the pantomime
Hold the line, does anybody want to take it anymore
The Show must go on,
The Show must go on
Inside my heart is breaking
My make-up may be flaking
But my smile still stays on

Whatever happens, I'll leave it all to chance
Another heartache, another failed romance
On and on, does anybody know what we are living for?
I guess I'm learning, I must be warmer now
I'll soon be turning, round the corner now
Outside the dawn is breaking
But inside in the dark I'm aching to be free

The Show must go on
The Show must go on
Inside my heart is breaking
My make-up may be flaking
But my smile, still, stays on

My soul is painted like the wings of butterflies
Fairytales of yesterday will grow but never die
I can fly - my friends

The Show must go on
The Show must go on
I'll face it with a grin
I'm never giving in
On - with the show -
I'll top the bill, I'll overkill
I have to find the will to carry on
On with the -
On with the show -

The Show must go on...



Fazit: Beeindruckend, dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Innuendo, I'm Going Slightly Mad, Ride The Wild Wind, These Are The Days Of Our Lives, Bijou, The Show Must Go On




Sonntag, 24. Februar 2013

Queen – The Miracle




Queen – The Miracle


Besetzung:

Freddie Mercury – lead and backing vocals, piano, keyboards, synthesizers, programming
Brian May – electric and acoustic guitars, backing vocals, lead vocals on "I Want It All", synthesizers, programming
Roger Taylor – drums, electronic drums, backing vocals, lead vocals on "The Invisible Man", synthesizer, programming
John Deacon – bass guitar, electric guitars, backing vocals on "The Miracle", "I Want It All" and "Breakthru", keyboards, synthesizers, programming


Gastmusiker:

David Richards – additional keyboards


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Mainstream


Trackliste:

1. Party (2:24)
2. Khashoggi's Ship (2:47)
3. The Miracle (5:01)
4. I Want It All (4:40)
5. The Invisible Man (3:57)
6. Breakthru (4:08)
7. Rain Must Fall (4:23)
8. Scandal (4:42)
9. My Baby Does Me (3:22)
10. Was It All Worth It (5:47)

Gesamtspieldauer: 41:24




Drei Jahre nach „A Kind Of Magic“ erschien 1989 das dreizehnte Studioalbum von Queen. Gleichzeitig war es die sechste Studio-Platte, die Queen in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts veröffentlichte. Und leider sollte sich auch mit dieser Veröffentlichung bestätigen, dass Queen in den 80er Jahren zwar durchaus kommerziell erfolgreich war, jedoch musikalisch mit keinem Album mehr an die überzeugenden Platten der 70er Jahre heranreichte.

Etwas Neues gab es allerdings mit der Veröffentlichung von „The Miracle“ festzustellen, etwas, worauf das Cover bereits hinweist. Dort verschwimmen nämlich die Gesichter der vier Musiker zu einem einzigen. Und somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in den Credits nur noch „Queen“ als Autor der einzelnen Stücke angegeben wird. Alle Lieder stellen also eine Gemeinschaftsproduktion aller Bandmitglieder dar.

Musikalisch hat sich leider nicht viel getan in Bezug zu den vorherigen Alben. Auf „The Miracle“ hört man Mainstream Pop bis Rock, wenn auch die etwas besseren Lieder hier wieder ein wenig an Anzahl zugelegt haben. Aber es gibt auch noch solch Tiefschläge wie „Rain Must Fall“. Und nein, ich mag meine Hüften nicht schwingen, wenn ich eine Queen Platte auflege oder die CD in den Player schiebe. Auch solche Nummern wie „My Baby Does Me“ oder „Party“ treiben mir Tränen des Entsetzens in die Augen.

Somit bleiben als etwas bessere Stücke „The Miracle“, das kraftvolle „I Want It All“, das überaus eingängige „Breakthru“, das wirklich gelungene „Scandal“ und „Was It All Worth It“. Letzter Song ist wieder ein wenig härter und kann vor allem über den Text punkten. Ob Freddie Mercury hier bereits seine Krankheit thematisiert?

Fazit: Queen war in den 80ern einfach nicht überzeugend. Da gibt es immer mal etwas, was einen aufhorchen lässt, aber dann auch wieder Stücke, die einen fast schon entsetzen - zumindest dann, wenn man mit Queen-Musik groß wurde. Dass es allerdings auch anders geht, das bewiesen die Musiker auf dem nächsten und letzten Album, was zu Freddie Mercurys Lebzeiten veröffentlicht wurde. Aber das waren dann schon die 90er Jahre und das ist eine andere, weitere Geschichte. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Miracle, I Want It All, Breakthru, Scandal, Was It All Worth It




Donnerstag, 14. Februar 2013

Queen – A Kind Of Magic




Queen – A Kind Of Magic


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, keyboards
John Deacon – bass guitar, keyboards, occasional guitar
Roger Taylor – drums, occasional vocals, keyboards
Brian May – guitar, occasional vocals, keyboards, orchestral arrangements


Gastmusiker:

Spike Edney – extra keyboards
Steve Gregory – saxophone
Lynton Naiff – string arrangement
Michael Kamen – orchestral arrangements
National Philharmonic Orchestra – orchestration
Joan Armatrading – incidental vocals on “Don’t Lose Your Head”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop


Trackliste:

1. One Vision (5:11)
2. A Kind Of Magic (4:24)
3. One Year Of Love (4:28)
4. Pain Is So Close To Pleasure (4:22)
5. Friends Will Be Friends (4:13)
6. Who Wants To Live Forever (5:17)
7. Gimme The Prize (4:35)
8. Don't Lose Your Head (4:38)
9. Princes Of The Universe (3:34)

Gesamtspieldauer: 40:42




„A Kind Of Magic“ stellte 1986 bereits das zwölfte Studioalbum Queens dar und bewegt sich sehr in der Tradition der Vorgängerplatte „The Works“. Der Unterschied und das Besondere liegt vielleicht in dem Umstand, dass Queen sich hier bei „One Year Of Love“ von Streichern, bei „Who Wants To Live Forever“ sogar von einem ganzen Orchester begleiten lassen.

Dieser Titel „Who Wants To Live Forever“ stellt auch gleichzeitig den Höhepunkt des Albums dar. Sehr intensive Musik beinhaltet das Lied, eingängig und melodiös. Das Stück schrieb Brian May ursprünglich für den Film „Highlander“ und ist auf „A Kind Of Magic“ in einer leicht veränderten Fassung zu hören. Diese Nummer wurde auch als Single veröffentlicht, allerdings mit nur mäßigem Erfolg.

Ansonsten beinhaltet die Platte eine ganze Reihe weiterer Singleauskopplungen, von denen einige sogar Hits wurden. „One Vision“, „A Kind Of Magic“, „Friends Will Be Friends“ und „Princes Of The Universe“ erreichten alle die Charts, sind auch eingängig, aber weit davon entfernt, etwas Besonderes zu sein. Am ehesten gelungen ist dabei noch der letzte Titel des Albums „Princes Of The Universe“. Wie bereits angemerkt, gehen diese Titel durchaus ins Ohr, zielen aber eindeutig auf einen Massenmarkt und den kurzzeitigen Erfolg ab. Aber selbst dies gelang nicht allzu überzeugend. Die beste Platzierung erreichte das Lied „A Kind Of Magic“ mit Platz drei in Großbritannien.

„One Year Of Love“ ist mir deutlich zu schnulzig und „Pain Is So Close To Pleasure“ erinnert schmerzlich an „Hot Space“ und Disco-Zeiten, die eigentlich schon überwunden waren. Grausam. „Gimme The Prize“ und „Don't Lose Your Head“ bilden schließlich die etwas härtere Fraktion des Albums, ohne dabei jedoch durchschlagend überzeugen zu können.

Fazit: Für mich bisher ganz klar das am wenigsten überzeugende Queen-Album. Hier gibt es erneut schlechte Songs, jede Menge unterer Durchschnitt und eigentlich mit „Who Wants To Live Forever“ nur ein richtiges Highlight. Wenn nicht Queen draufstehen würde, dann hätte ich mir das meiste davon niemals angehört, geschweige denn die Platte gekauft. Mich langweilt „A Kind Of Magic“ absolut. Das ist alles nicht richtig schlecht, aber meistens in meinem Musikverständnis auch nicht mehr Durchschnitt. Diese „Übersongs“, die es auf jedem Queen Album zu entdecken gibt, die fehlen hier einfach und können somit die Gesamtnote auch nicht mehr anheben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: A Kind Of Magic, Who Wants To Live Forever, Princes Of The Universe




Montag, 4. Februar 2013

Queen – The Works




Queen – The Works


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano, synthesizer
Brian May – guitar, vocals, piano, synthesizer
John Deacon – bass guitar, guitar, synthesizer
Roger Taylor – drums, vocals, guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Fred Mandel – piano, synthesizer programming, synthesizer


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Radio Ga Ga (5:50)
2. Tear It Up (3:29)
3. It's A Hard Live (4:09)
4. Man On The Prowl (3:31)
5. Machines (Or Back To Humans) (5:11)
6. I Want To Break Free (3:21)
7. Keep Passing The Open Windows (5:23)
8. Hammer To Fall (4:29)
9. Is This The World We Created... ? (2:14)

Gesamtspieldauer: 37:36




1984 erschien das elfte Studioalbum der britischen Band Queen. Mit dieser, „The Works“ betitelter Platte, waren die Musiker von Queen endgültig im Mainstream der Radiotauglichkeit angekommen. Der Discoansatz war glücklicherweise wieder verschwunden, dafür gab es nach „Crazy Little Thing Called Love“ aber wieder einen Rock’n’Roll mit leichtem Boogie Woogie Touch zu bestaunen.

Single-Hits wurden die beiden Titel „Radio Ga Ga“ von Roger Taylor und „I Want To Break Free“ aus der Feder John Deacons. Beides Stücke, die schnell ins Ohr gehen und dazu noch mit zwei tollen Videos veredelt wurden. Ersteres lehnte sich an Fritz Langs Film „Metropolis“ an, der 1927 erschien. Beim Video zu „I Want To Break Free“ treten alle vier Musiker in Frauenkleidern auf, wobei dies Roger Taylor am überzeugendsten gelingt und Freddie Mercury als Frau mit Schnurbart auch unvergessen bleiben wird.

Ein weiteres Highlight ist sicherlich auch das letzte Stück des Albums: „Is This The World We Created…?“, welches die Band auch am Ende ihres Auftritts bei Live-Aid 1985 zum Besten gab. Zudem ist es das erste Lied in der Geschichte der Band, bei dem Brian May und Freddie Mercury zusammen als Komponisten aufgeführt werden. Sehr eindringlich klingt dieses Lied, dieses Mal allerdings nicht nur durch die Musik, sondern auch wegen des zum Nachdenken anregenden Textes. Gerockt wird auf “The Works“ allerdings auch wieder. Dafür stehen die beiden May-Titel „Tear It Up“ und „Hammer To Fall“. Vor allem letztgenanntes Stück weiß dabei durchaus zu überzeugen.

Fazit: In gewisser Weise ist „The Works“, trotz seiner Massentauglichkeit, für Queen ein Schritt zeitlich zurück, zu den Wurzeln der Band. Abwechslungsreich ist die Platte natürlich auch wieder, von Soft Pop bis Hard Rock reicht die Palette der Lieder, Disco findet hier glücklicherweise nicht mehr statt. Und auch auf „The Works“ gibt es wieder diese schönen und eingängigen Titel zu erhören, die das Songwriting der Band schon immer auszeichneten. Die Platte kommt zwar längst nicht mehr an die Veröffentlichungen der 70er Jahre heran, ist allerdings durchaus eine musikalische Steigerung zum Vorgängeralbum. Neun Punkte.

Anspieltipps: Radio Ga Ga, It's A Hard Live, I Want To Break Free, Hammer To Fall, Is This The World We Created... ?




Sonntag, 27. Januar 2013

Queen – Hot Space




Queen – Hot Space


Besetzung:


John Deacon – bass guitar, guitar, keyboards
Roger Taylor – drums, vocals, guitar, keyboards
Brian May – guitar, vocals, piano, keyboards
Freddie Mercury –vocals, piano, keyboards


Gastmusiker:

David Bowie – vocals on “Under Pressure”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Disco, Pop


Trackliste:

1. Staying Power (4:13)
2. Dancer (3:50)
3. Back Chat (4:36)
4. Body Language (4:32)
5. Action This Day (3:38)
6. Put Out The Fire (3:20)
7. Life Is Real (Song For Lennon) (3:31)
8. Calling All Girls (3:52)
9. Las Palabras De Amor (The Words Of Love) (4:32)
10. Cool Cat (3:30)
11. Under Pressure (4:08)

Gesamtspieldauer: 43:43




Mit dem 1982 veröffentlichten Album „Hot Space“ versuchten Queen die Discotheken zu erobern. Und sicherlich gelang ihnen das auch mit ihrem bereits zehnten Studioalbum. Queen-Fans ließ dies allerdings ein wenig sprachlos zurück.

Solch Titel wie „Staying Power“, „Dancer“, „Body Language“ oder „Cool Cat“ erfordern schon sehr viel Toleranz vom Musikfreund, der in den ersten Platten der Band seine Erfüllung fand. Diese vier Titel sind so etwas von grandios schlecht, dass es kaum in Worte zu fassen ist – zumindest wenn man ganz andere Musik erwartet. Nichtsdestotrotz ist es fast schon unglaublich, welcher Stilmix sich auf „Hot Space“ eingeschlichen hat, denn es gibt sie auch hier, diese wahrlich tollen Queen-Lieder, die so gar nichts mit den eben genannten vier Stücken zu tun haben. Auch kaum zu glauben, dass alles hier auf „Hot Space“ von einer Band in einer sehr kurzen Schaffensperiode komponiert worden sein soll.

Nun, nach Disco klingt auch „Back Chat“ ein wenig, jedoch hat das Lied etwas, was es zu einem sehr viel besseren Stück werden lässt, als die anderen Disco-Nummern: Eine gute Melodie, die dieses pseudosoulige Gehabe vollkommen umgeht. Eine Melodie, die sich einprägt und eben auch packen kann. Auch „Under Pressure“ jenes Lied, was aus der Zusammenarbeit mit David Bowie entstand, ist durchaus discotauglich. Allerdings ist die Nummer in ihrer Dramaturgie, ihrem Groove und auch wieder in ihrer Melodie so was von mitreißend, dass man hier auch als Nichttänzer die Füße kaum stillhalten kann. Sicherlich ein Höhepunkt des Albums, wenn nicht sogar der Höhepunkt.

Ganz anders, eher im Gewand früherer Stücke, präsentieren sich „Life Is Real (Song For Lennon)“ und „Las Palabras De Amor (The Words Of Love)“. Hier zeigen Freddie Mercury und Brian May, dass sie ihr Gefühl für tolle und eingängige Melodien noch nicht verloren haben. Die restlichen drei, hier noch nicht genannten Stücke, laufen so mit. Soll heißen, dass sie sicherlich keine Höhepunkte auf dem Album, geschweige denn im Schaffen der Band darstellen, sich aber deutlich positiv von diesen seltsamen Discotiteln abheben.

Fazit: „Hot Space“ stellt für mich ein sehr zerrissenes Album dar. Zerrissen deshalb, weil ich es nicht schaffe, die Platte in einem durchzuhören. Dazu nerven einige der Titel einfach zu sehr und sind kaum auszuhalten. Andererseits gibt es auf „Hot Space“ aber auch Lieder, die das Album lohnenswert machen. Alles sehr uneinheitlich eben. Aber „Hot Space“ stellt letztlich doch das erste richtige Studioalbum Queens dar, dem man das Gütesiegel „Gut“ nicht mehr verleihen kann. Dazu hat sich einfach zu viel „Grottiges“ auf der Platte versammelt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Back Chat, Life Is Real (Song For Lennon), Las Palabras De Amor (The Words Of Love), Under Pressure




Samstag, 19. Januar 2013

Queen – Flash Gordon




Queen – Flash Gordon



Besetzung:


John Deacon – bass guitar, guitar, synthesizer
Roger Taylor – drums, vocals, synthesizer
Brian May – lead guitar, vocals, synthesizer
Freddie Mercury – lead vocals, synthesizer


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Flash's Theme (3:30)
2. In The Space Capsule (The Love Theme) (2:43)
3. Ming's Theme (In The Court Of Ming The Merciless) (2:41)
4. The Ring (Hypnotic Seduction Of Dale) (0:57)
5. Football Fight (1:29)
6. In The Death Cell (Love Theme Reprise) (2:25)
7. Execution Of Flash (1:06)
8. The Kiss (Aura Resurrects Flash) (1:45)
9. Arboria (Planet Of The Tree Men) (1:41)
10. Escape From The Swamp (1:43)
11. Flash To The Rescue (2:44)
12. Vultan's Theme (Attack Of The Hawk Men) (1:13)
13. Battle Theme (2:18)
14. The Wedding March (0:56)
15. Marriage Of Dale And Ming (And Flash Approaching) (2:04)
16. Crash Dive On Mingo City (1:01)
17. Flash's Theme Reprise (Victory Celebrations) (1:24)
18. The Hero (3:33)

Gesamtspieldauer: 35:12




Im selben Jahr wie „The Game“ veröffentlichten Queen bereits ihr neuntes Studioalbum mit dem Titel „Flash Gordon“. Allerdings handelt es sich hierbei um den Soundtrack zum gleichnamigen Film und somit stellt diese Platte eigentlich kein reguläres Album der Band dar. Und damit ist eigentlich schon alles zu dieser Veröffentlichung erzählt. Nur wenige „richtige“ Lieder befinden sich auf der Platte - zum Beispiel “Flash’s Theme“, „Football Fight“, „Vultan’s Theme“, „The Hero“ und mit Abstrichen noch „Battle Theme“. Meist werden nur atmosphärische Stimmungen wiedergegeben, die mit Gesprächsfetzen aus dem Film angereichert wurden. Diese Stimmungen können, wie bei „The Kiss (Aura Resurrects Flash)“, allerdings richtig klasse klingen.

Auch fällt der sehr elektronische Sound auf, den Queen hier verwenden. In den Credits kann man schließlich nachlesen, dass sich auf „Flash Gordon“ mit Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor gleich drei der Musiker mit dem Synthesizer beschäftigten und diesen in die Musik zum Soundtrack mit integrierten.

Fazit: Nun, dieses Queen-Album muss man nicht unbedingt besitzen. Die meisten Lieder darauf wirken einfach nicht, da die dazugehörigen Bilder fehlen. Und richtig eintauchen in die jeweilige, oftmals sphärische Stimmung eines Liedes kann man auch nicht, da diese dazu viel zu kurz sind. Gerade hat man sich reingehört, da ist alles schon wieder vorbei. „Flash Gordon“ ist ein Soundtrack, der sich für Komplettisten oder aber den riesengroßen Queen-Fan lohnt. Musikalisch nur manchmal ganz interessant - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Flash's Theme, Football Fight, The Kiss (Aura Resurrects Flash)




Samstag, 12. Januar 2013

Queen – The Game




Queen – The Game


Besetzung:


Freddie Mercury – vocals, piano, acoustic guitar, synthesizer
Brian May – electric and acoustic guitar, vocals, synthesizer, piano
Roger Taylor – percussion, vocals, electric guitar, synthesizer
John Deacon – bass guitar, electric and acoustic guitar


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Rock


Trackliste:

1. Play The Game (3:33)
2. Dragon Attack (4:19)
3. Another One Bites The Dust (3:35)
4. Need Your Loving Tonight (2:49)
5. Crazy Little Thing Called Love (2:48)
6. Rock It (Prime Jive) (4:33)
7. Don't Try Suicide (3:53)
8. Sail Away Sweet Sister (3:33)
9. Coming Soon (2:51)
10. Save Me (3:50)

Gesamtspieldauer: 35:43




Mit „The Game“, ihrem achten Studioalbum, brach Queen in das neue Jahrzehnt auf. Und dieser „Sprung“ in die 80er Jahre beinhaltete auch einige Neuerungen in der Musik der Band. Die erste Veränderung kann man sofort „erlesen“, wenn man das Booklet beziehungsweise die Plattenhülle genauer studiert. Denn dort ist nun vermerkt: „This album includes the first appearance of a synthesizer (an Oberheim OBX) on a Queen album.“ Auf allen bisherigen Alben war immer, irgendwie stolz vermerkt worden: „No synthesizers!“ Diese Erweiterung des Instrumentenrepertoires hatte jedoch noch keinen, in irgendeiner Art und Weise positiv oder negativ zu bewertenden Einfluss auf die Musik der Band. Jedenfalls keinen offensichtlichen.

Aber das war nicht die einzige Veränderung, die sich vollzogen hatte. Die Musik selbst, die Genres, die hiermit bedient wurden, diese waren einem Wechsel unterzogen worden. Die Lieder waren unter anderem funkig geworden, aber auch ein für Queen ganz untypischer Rock’n’Roll hatte sich auf die Platte verirrt. Dies wiederum bewirkte, dass Fans der ersten Stunde so manche Schwierigkeiten mit „The Game“ bekamen. Aber gerade diese Veränderungen brachten Queen den Erfolg. Genau die Songs, die so untypisch für das bisherige Werk der Band waren, genau diese Titel wurden zu den größten Hits der Platte: „Another One Bites The Dust“ und „Crazy Little Thing Called Love“. Beide Nummern belegten wochenlang Platz 1 der amerikanischen Charts. Aber auch das Album selbst verkaufte sich erstklassig und war die erfolgreichste Platte der Band bis dahin. Zudem war es auch das einzige Queen-Album, welches jemals Platz 1 der amerikanischen Billboard Charts erklomm.

Alles ist auf „The Game“ ein wenig grooviger, als auf den vorherigen Alben. Dieses Queen-Gefühl der vergangenen Scheiben kommt daher beim Hören der Platte nur ab und an auf. Zwar gibt es sie auch noch, die Stücke, die auch jedwede vorherige Veröffentlichung bereichert hätten, allerdings sind sie in der Unterzahl anzutreffen. Fingerschnipsen und Mitklatschen ist jetzt angesagt. Auf die „härteren“ Töne verzichtete die Band dabei auch größtenteils. Ein Stilwechsel wurde mit „The Ganme“ eingeleitet, der sich auf den folgenden Studioalben noch verstärken sollte.

Fazit: Irgendwie ist „The Game“ ein Übergangsalbum geworden. Es gibt ihn noch, diesen so typischen Queen-Sound, aber dieser wird nun drastisch erweitert mit bisher, für Queen-Verhältnisse, völlig ungewohnten Musikgenres. Damit erschloss sich die Band eine neue Käuferschicht, ließ die Fans der ersten Stunde jedoch ein wenig ratlos zurück. Beeindruckend ist auf jeden Fall aber wieder diese Vielfalt, die der Musik Queens innewohnt. Zwar nicht unbedingt immer mein Fall aber immer noch gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Play The Game, Crazy Little Thing Called Love, Rock It (Prime Jive), Sail Away Sweet Sister, Save Me