Posts mit dem Label Mahavishnu Orchestra werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mahavishnu Orchestra werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 5. Februar 2017

Mahavishnu Orchestra – Unreleased Tracks From Between Nothingness & Eternity




Mahavishnu Orchestra – Unreleased Tracks From Between Nothingness & Eternity


Besetzung:

John McLaughlin – guitar
Jan Hammer – keyboards
Jerry Goodman – violin
Rick Laird – bass
Billy Cobham – percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2011 (Musik aufgenommen 1973)


Stil: Jazz Fusion (live)


Trackliste:

1. Hope (1:47)
2. Awakening (14:08)
3. You Know, You Know (7:12)
4. One Word (18:30)
5. Stepping Tones (2:01)
6. Vital Transformation (6:16)
7. The Dance Of Maya (14:03)

Gesamtspieldauer: 1:04:01




„Unreleased Tracks From Between Nothingness & Eternity“ ist ein Live Album des Mahavishnu Orchestras, welches im Jahr 2011 veröffentlicht wurde. Wie der Titel der Platte bereits nahelegt, handelt es sich dabei um weitere Aufnahmen, eines bereits veröffentlichten Konzerts. Drei Nummern zweier Konzerte, die das Mahavishnu Orchestra im August 1973 im Central Park New York gab, waren bereits 1973 unter dem Namen „Between Nothingness & Eternity“ veröffentlicht worden. Hier jetzt also sieben weitere Titel aus diesen beiden Konzerten, wobei die Lieder 3, 4 und 7 am 17. August und die restlichen am 18. August 1973 eingespielt worden waren.

Ist man live bei solch einem Konzert anwesend, mag das Ganze vielleicht sehr überzeugend und mitreißend klingen. Lauscht man solch einem Konzert allerdings auf Platte oder Compact Disc, so klingt die Musik des Mahavishnu Orchestras schon einigermaßen verwirrend – um es freundlich auszudrücken. Einfach ist das alles ganz bestimmt nicht, ins Ohr möchte hier auch nichts gehen, vielmehr lauscht man den Musikern, wie sie alles aus ihren Instrumenten herausholen. Dem ist mitunter schwer zu folgen, da jedes Lied bis zu einer gewissen Aggressivität gesteigert wird, die eine Nervosität bei der Hörerin oder dem Hörern heraufzubeschwören imstande ist.

Leider klingt hier häufig das, was auf dem Studioalbum noch interessant klang, allzu selbstverliebt, losgelöst von allen Konventionen und damit leider auch etwas entfernt vom Aufnahmevermögen der Konsumenten. Nun, wie gesagt, live mag das durchaus zu genießen sein, in Form einer musikalischen Retorte ist es oftmals nur schwer zu verarbeiten, da musikalisch völlig los- und aufgelöst. Klar, Melodien sind nicht alles, können manchmal aber auch ganz schön sein.

Fazit: Man muss definitiv Jazz-Freund sein, um mit diesem Konzert etwas anfangen zu können. Alle Musiker des Mahavishnu Orchestras sind Meister ihrer Instrumente, das lassen sie auch jede und jeden hören. Manchmal klingt das allerdings eher nach Selbstdarstellung denn nach Unterhaltung – zumindest in den Ohren derjenigen, die im Jazz nicht so zu Hause sind und diese Art der Musik garantiert nicht fair beurteilen können. Fünf Punkte.

Anspieltipps: One Word



Dienstag, 3. Januar 2017

Mahavishnu Orchestra – The Lost Trident Sessions




Mahavishnu Orchestra – The Lost Trident Sessions


Besetzung:

John McLaughlin – guitar
Jan Hammer – electric piano, synthesizer
Billy Cobham – drums
Jerry Goodman – electric violin, viola, violow
Rick Laird – bass


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1999 (Musik aufgenommen 1973)


Stil: Jazz Fusion


Trackliste:

1. Dream (11:10)
2. Trilogy (9:33)
     - The Sunlit Path
     - La Mere De La Mer
     - Tomorrow's Story Not The Same
3. Sister Andrea (6:47)
4. I Wonder (3:10)
5. Steppings Tones (3:11)
6. John's Song #2 (5:53)

Gesamtspieldauer: 39:47




„The Lost Trident Sessions“ ist ein Studioalbum der Jazz Fusion Formation Mahavishnu Orchestra, was bereits im Juni 1973 aufgenommen worden war, allerdings dann erst am 21. September 1999 auf dem Label Sony Music veröffentlicht worden ist – ganze 26 Jahre nach der Entstehung. Irgendwie war die Band damals nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis und veröffentlichte anstatt dieses Albums die Live-Platte „Between Nothingness And Eternity“, die auf diesen Seiten auch bereits besprochen wurde. Die Lieder des Albums sind allerdings mit einer Ausnahme bereits alle veröffentlicht worden. Violinist Jerry Goodman und Keyboarder Jan Hammer spielten die Nummern „I Wonder“ und „Steppings Tones“ noch einmal für ihr 1974 Album „Like Children“ ein, wohingegen das bereits erwähnte Live-Album „Between Nothingness And Eternity“ die entsprechenden Live-Versionen von „Dream“, „Trilogy“ und „Sister Andrea“ enthält. Lediglich die Nummer „John's Song #2“ war bisher noch nicht veröffentlicht worden. Wiederentdeckt wurden die Aufnahmen übrigens im November 1998 durch den Columbia Records Produzenten Bob Belden, der beim Suchen der Mastertapes für die Wiederveröffentlichung des Albums „Birds Of Fire“ überrascht auf die Bänder stieß.

Nun, das Live-Album „Between Nothingness And Eternity“ ist eine nicht gerade einfache Sache, die Musiker leben dort ihr Können an den jeweiligen Instrumenten zum Teil etwas selbstverliebt aus, sodass man den Zugang zu den Nummern nicht mehr so ohne Weiteres findet – außer man ist vielleicht der Jazz Fan schlechthin. Auf „The Lost Trident Sessions“ klingt das dann allerdings schon ein wenig anders. Zwar ist das immer noch Jazz Fusion, der nicht unbedingt sofort ins Ohr gehen möchte, aber die Musik macht es dann doch irgendwann. Vielleicht nicht beim ersten Mal des Hörens, jedoch scheint alles mit jedem weiteren Durchgang eingängiger und auch ein wenig einfacher zu klingen.

Dennoch wird diese Musik niemals zu einer, welche man auf den Radio-Stationen dieser Welt hört, die sich der populären Musik verschrieben haben. Kompliziert bleibt das weiterhin. Wer auf Drei-Minuten-Titel mit Strophe und Refrain steht, wird zu dieser Scheibe nur schwerlich einen Zugang finden. Den bekommen dann schon sehr viel eher diejenigen Hörerinnen und Hörer, die auch dem etwas ausgefalleneren Progressive Rock etwas abgewinnen können. Die auf lange und ausladende Soli stehen und die es genießen, wenn Musiker ihr Instrument genießen und sich in dessen Spiel verlieren.

Fazit: Das eigentlich dritte Studioalbum des Mahavishnu Orchestras, welches erst 26 Jahre nach seinem Entstehen veröffentlicht wurde, heißt nun „The Lost Trident Sessions“, da die Aufnahmen in den Trident Studios entstanden und dann in Vergessenheit gerieten. Jazz Fusion gibt es darauf zu hören, vielleicht nicht ganz so abgefahren, wie noch auf dem Live-Album „Between Nothingness And Eternity“, welches die Band damals stattdessen veröffentlichte. Doch eingängig ist das alles immer noch nicht und der Besitz eines jazzigen Gens, kann hierbei sicherlich hilfreich sein. Sieben Punkte.

Anspieltipps: „Dream“, „I Wonder“



Montag, 5. Dezember 2016

Mahavishnu Orchestra – Between Nothingness & Eternity




Mahavishnu Orchestra – Between Nothingness & Eternity


Besetzung:

John McLaughlin – guitar
Jan Hammer – keyboards
Jerry Goodman – violin
Rick Laird – bass
Billy Cobham – percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Jazz Fusion (live)


Trackliste:

1. Trilogy: Sunlit Path/La Mere De La Mer/Tomorrow's Story Not The Same (12:02)
2. Sister Andrea (9:52)
3. Dream (21:21)

Gesamtspieldauer: 43:16




„Between Nothingness & Eternity“ heißt das dritte Album des Mahavishnu Orchestras und ist gleichzeitig deren erstes Live-Album, welches im November 1973 veröffentlicht wurde. Aufgenommen wurden die Lieder am 17. und 18. August 1973, während des Schaefer Music Festivals im Central Park, New York. Angeblich stammen allerdings alle drei Aufnahmen vom zweiten Tag des Festivals, also vom 18. August 1973, wie man den noch vorhandenen Tonspuren offensichtlich entnehmen kann. Ursprünglich sollte das Mahavishnu Orchestra jedoch ein drittes Studio-Album veröffentlichen, welches auch im Juni 1973 in den Trident Studios in London aufgenommen worden war. Diese Veröffentlichung wurde aber verworfen, stattdessen wurden drei, der insgesamt sechs auf diesem nichtveröffentlichten Album eingespielten Lieder, live auf dem bereits erwähnten Festival eingespielt und unter dem Namen „Between Nothingness & Eternity“ veröffentlicht. Das ursprünglich geplante Studio-Album wurde dann erst im Jahr 1999 unter dem Namen „The Lost Trident Sessions“ den Fans der Band zugänglich gemacht.

„Between Nothingness & Eternity“ stellt die letzte Veröffentlichung der ursprünglichen Besetzung des Mahavishnu Orchestras dar. Die Lieder „Trilogy: Sunlit Path/La Mere De La Mer/Tomorrow's Story Not The Same“ sowie „Dream“ komponierte John McLaughlin, „Sister Andrea“ stammt dagegen vom Keyboarder Jan Hammer. Nun, ist das Vorgängeralbum „Birds Of Fire“ oder auch die erste Platte, „The Inner Mounting Flame“, durchaus noch für den Rock Fan gut hörbar, für Freunde des Progressive Rock sogar interessant, so wird das bei dieser Scheibe schon deutlich schwieriger. Hier bewegt sich das Mahavishnu Orchestra nun keinesfalls mehr im Bereich des Rock, fast schon gleichgültig, wie weit man diesen Begriff inhaltlich auch ausdehnen möchte. Auf „Between Nothingness & Eternity“ hört man Jazz Fusion – und zwar Jazz Fusion der besonders frickeligen Art.

Dass die Musiker ihre Instrumente perfekt beherrschen, bekommt man hier ein ums andere Mal vortrefflich vorgeführt. Zum Teil klingt das allerdings fast schon ein wenig selbstverliebt, wenn in ungeahnten Geschwindigkeiten die Akkorde wie Duelle zwischen den verschiedenen Instrumenten hin- und hergeschleudert werden. Nun, eine Melodie erwartet man kaum, wenn man sich dieser Musik widmet, jedoch ein Instrument ganz schnell zu spielen, nur weil man es denn kann, schafft vielleicht bei so mancher und manchem Eindruck, allerdings verliert sich darin die allergrößte Masse. Leider selbst jene, die der ganzen Sache an sich durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen. Die Musik klingt unfassbar aggressiv und nur schwer kann man ihr immer folgen. Nicht extra erwähnen muss man dabei wohl, dass „Between Nothingness & Eternity“ nichts für den Hintergrund ist. Ganz oder gar nicht will das alles gehört werden, denn nur für ein Ohr ist diese Musik völlig ungeeignet.

Fazit: Progressive Rock ist eine feine Sache. Und auch die sehr anspruchsvollen, weniger eingängigen Stücke können da noch überzeugen. Hier, mit „Between Nothingness & Eternity“, wird das jetzt allerdings schon deutlich schwieriger. Melodien und Eingängigkeit mögen deutlich überschätzt werden, auf diesem Album sind sie jedoch überhaupt nicht vorhanden. Ganz sicher eine tolle Platte für Freunde des Jazz. Ganz sicher aber auch ein sehr schwieriges Album für alle, die sich eher von der populären Musik an dieses herannähern. Wer allerdings mal hören möchte, wie schnell und schräg man Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzug oder Violine spielen kann, die oder der findet hier ihre und seine Erfüllung. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Dream



Donnerstag, 8. September 2016

Mahavishnu Orchestra – Birds Of Fire




Mahavishnu Orchestra – Birds Of Fire


Besetzung:

John McLaughlin – guitars
Rick Laird – Bass
Billy Cobham – drums, cymbals, percussion
Jan Hammer – keyboards, moog synthesizer
Jerry Goodman – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Jazz Fusion


Trackliste:

1. Birds Of Fire (5:46)
2. Miles Beyond (Miles Davis) (4:42)
3. Celestial Terrestrial Commuters (2:52)
4. Sapphire Bullets Of Pure Love (0:23)
5. Thousand Island Park (3:22)
6. Hope (1:58)
7. One Word (9:56)
8. Sanctuary (5:05)
9. Open Country Joy (3:56)
10. Resolution (2:08)

Gesamtspieldauer: 40:14




Eines habe ich inzwischen mit Sicherheit gelernt, einiger Musik muss man ordentlich Zeit zum Reifen einräumen. So manches entwickelt sich erst nach einer gewissen Zeit und nach einigen eingelegten Pausen. Ein sehr gutes Beispiel ist für mich da das Mahavishnu Orchestra um John McLaughlin, dessen Musik sich in meinen Ohren erst entwickeln musste und überhaupt nicht von Anfang an überzeugen konnte. Genau so ging es mir auch beim Hören des zweiten Albums des Mahavishnu Orchestras mit dem Titel „Birds Of Fire“, welches im März des Jahres 1973 zuerst auf dem Musiklabel Columbia Records veröffentlicht wurde. Zu hören gibt es darauf Jazz Fusion, mit kleinen eingesprenkelten Anleihen des Progressive Rock.

Diese Art der Musik kann fürchterlich wilde Ausprägungen annehmen. Dann, wenn man überhaupt nicht mehr auf eine Melodie stößt, geschweige denn von einer solchen sprechen kann, dann wird es oftmals schwierig. Auch diese Phasen gibt es auf „Birds Of Fire“. Jedoch werden auf dieser Platte auch mal die langsameren, leiseren Phasen des Fusion Jazz bedient, die dann auch schöne und eingängige Melodien aufweisen können. Zu hören hier bei „Thousand Island Park“ oder „Sanctuary“. Auch gibt es auf der Scheibe solch einen Titel wie „Resolution“, mit dem die Platte zum Abschluss kommt. Dieses Lied hätte auch gut und gerne von King Crimson in dieser Art und Weise aufgenommen werden können. Diese Steigerung in der Nummer ist einfach grandios.

Aber auch das Hauptstück der Platte, „One Word“, weiß zu überzeugen. Nicht beim ersten Mal des Hörens, zumindest, wenn man sich dem Jazz nicht verschrieben hat. Auch nicht beim zweiten, dritten oder vierten Mal. Doch plötzlich ist sie dann irgendwie da, diese Vertrautheit zu dem Stück, die einen plötzlich mitreißende Stellen erkennen lässt, die vorher noch nicht so dagewesen zu sein schienen. Wahrlich überraschend und faszinierend dieses Musikhören. Trotzdem bleibt die Scheibe eine eher schwer zugängliche, für Freunde der Hitradiosender wohl kaum erträglich. Und auch, wenn man der etwas experimentelleren Musik durchaus aufgeschlossen gegenübersteht, so werden hier doch Grenzen berührt und zum Teil sogar überschritten, die einen dann doch manchmal eher ratlos zurücklassen.

Fazit: Durchaus denkbar, dass sich „Birds Of Fire“ nur denen erschließt, die zumindest was mit Emerson, Lake and Palmer oder King Crimson anzufangen wissen. Allerdings stellt das Mahavishnu Orchestra nochmals eine deutliche Steigerung dieser Bands dar, wenn es um musikalische Experimentierfreude geht. Nun, Jazz-Freunde werden auf jeden Fall damit ihren Spaß haben. Die Musik ist nicht einfach, sie ist aggressiv und treibend, selten melodiös. Doch ist sie auch immer wieder mitreißend. Und wenn man ihr eine gewisse Reifezeit einräumt, kann sie auch als Ganzes begeistern. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Thousand Island Park, One Word, Sanctuary, Resolution



Samstag, 24. Mai 2014

Mahavishnu Orchestra – The Inner Mounting Flame




Mahavishnu Orchestra – The Inner Mounting Flame


Besetzung:

John McLaughlin – guitar
Rick Laird – bass
Billy Cobham – drums, percussion
Jan Hammer – keyboards, organ
Jerry Goodman – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Jazz Fusion


Trackliste:

1. Meeting Of The Spirits (6:52)
2. Dawn (5:10)
3. The Noonward Race (6:28)
4. A Lotus On Irish Streams (5:39)
5. Vital Transformation (6:16)
6. The Dance Of Maya (7:17)
7. You Know, You Know (5:07)
8. Awakening (3:36)


Bonus Track:

Noonward Race [live] (15:23)

Gesamtspieldauer: 1:01:47




Man soll ja seinen Horizont immer wieder mal erweitern - auch musikalisch. Nun, also her mit John McLaughlins Mahavishnu Orchestra. Anfang der 70er Jahre eingespielt, schon mal ein gutes Zeichen, denn da gab es jede Menge gute Musik zu hören. Okay, Jazz Fusion ist natürlich etwas ganz Spezielles, trotzdem kann man in diversen Foren nachlesen, dass hier durchaus eine gewisse Nähe zum Progressive Rock gegeben ist, eindeutig meine Richtung.

Um es vorweg zu nehmen, man kann mit dieser Musik nicht unbedingt etwas anfangen, wenn man kein begeisterter Jazz-Fan ist. Gefallen zu finden an etwas „schrägeren Tönen“ à la Emerson, Lake & Palmer oder King Crimson hilft da wirklich nicht viel weiter. Man muss als Hörer das Chaos und die Hektik lieben, sonst hat man hier definitiv keine Chance. „Hektik“ ist ein gutes Stichwort, denn das ist diese Art von Musik überaus. Nichts zum Entspannen oder zum Zurücklehnen. Mitunter stellt sich einem auch die Frage, ob die fünf Musiker gerade auch wirklich dasselbe Lied spielen, oftmals scheinen die diversen Töne der einzelnen Musikinstrumente nämlich überhaupt nicht zusammen zu passen. Von Melodiösität kann daher schon mal gar nicht die Rede sein.

Dies gilt für den Großteil der Musik, die oftmals in die Richtung Free Jazz abdriftet - ohne Limits, ohne Strukturen, ohne jegliche Eingängigkeit. Ausnahmen dieses Ablaufs gibt es allerdings auch auf „The Inner Mounting Flame”. Zum einen wäre da der Opener „Meeting Of The Spirits”. Zwar ebenfalls ruhelos und hektisch, jedoch mit Ansätzen, die durchaus auch beim Progressive Rock zu finden sind. „A Lotus On Irish Streams” fällt sogar völlig aus der Rolle. Sanfte Musik, Violine, Klavier und spanische Gitarre bilden hier die ruhende Insel des Albums. Verträumt und melancholisch klingt das, was noch am ehesten für das Ohr des Durchschnittsmusikhörers gedacht ist. Ein schönes Lied. Nun, dann bliebe da lediglich noch „You Know, You Know“. Auch dieser Titel ist sehr ruhig gehalten und wirkt überaus verspielt. Diese Nummer klingt deutlich eher nach progressivem Rock, als nach Free Jazz. Irgendwie eine Wohltat.

Die restlichen Titel sind laut, knallen irgendwie atonal aus den Boxen. Man fängt an nervös zu werden, sodass dieser Musik beim Autofahren definitiv ein gewisses „Crash-Potential“ innewohnt. Schwierig.

Fazit: Wieder mal ist der Punkt erreicht, dass eine Rezension hier sehr, sehr subjektiv ausfällt. Die Musiker sind nämlich allesamt Meister ihres Faches und wenn man sich überlegt, dass diese dieses Chaos auch noch auf diversen Bühnen reproduzieren konnten, dann ist das schon aller Ehren wert. Nichtsdestotrotz, wie sagen die Engländer so schön: „Definitely not my cup of coffee“ – ausgenommen der drei oben angeführten Ausnahmen. Für Freunde des experimentellen Jazz‘ jedoch mit Sicherheit eine Offenbarung. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Noonward Race, A Lotus On Irish Streams, The Dance Of Maya