3. Mermaid In A Whiskeytumbler / Meerjungfrau Im Whiskeyglas (7:17)
4. Zhivago Shankar / Schiwago Shankar (5:53)
5. Rockingchair On Cloud 7 / Schaukelstuhl Auf Wolke 7 (9:26)
6. Echo Boogie (3:28)
7. Perfect World With Little Bugs / Heile Welt Mit Kleinen Fehlern (8:46)
8. Lost In A Mirror Maze / Verloren Im Spiegelkabinett (5:59)
Gesamtspieldauer: 51:00
Bei „Virtual Journey (DJ Aspects)“ handelt es sich um eine weitere Zugabe, die im Rahmen der Wiederveröffentlichung der A.R. & Machines-Alben im Jahr 2017 erschien, aber wohl bereits im Jahr 2015 auf diese Weise abgemischt wurde. Dabei handelt es sich um acht Lieder, die bereits auf „14 Pieces For Guitar And Echo Chamber – The Pure Stuff“ zu hören sind. Dieses Mal aber eben nicht mehr das pure Zeugs, sondern auf die heutige Zeit, die Clubszene adaptiert.
Die ursprünglichen Lieder wurden dabei zum Teil verlängert und mit ordentlich Beat und Rhythmus versehen, sodass sie in jedem Club für volle Tanzflächen sorgen könnten. Hypnotisierend klingt das freilich alles immer noch, zum Abtanzen ideal und dabei dann mächtig schweißtreibend.
Fazit: Noch eine weitere, jedoch ebenfalls nicht essentielle Zugabe gibt es mit „Virtual Journey (DJ Aspects)“ zu hören. Das macht gerade beim Tanzen durchaus Laune. Für Fans der ursprünglichen Klänge von A.R. & Machines allerdings wohl weniger geeignet. Neun Punkte.
12. Awakening Beyond Good And Evil / Erwachen Jenseits Von Gut Und Böse (3:43)
13. Psychedelia Instrumenia (3:52)
14. Gentle Growth / Der Sanfte Wuchs (4:22)
Gesamtspieldauer: 1:00:17
Im Rahmen der Wiederveröffentlichung der A.R. & Machines-Alben wurde Achim Reichel seitens der Plattenfirma gefragt, ob er auch noch zusätzliches Material aus der damaligen Zeit beisteuern könnte. Gesagt, getan. Achim Reichel durchforschte sein Band-Archiv, was bereits mehrere Umzüge mitgemacht hatte und fand noch einige Bänder mit alten, damals entstandenen Aufnahmen. Diese wurden überprüft und anschließend, als sich herausstellte, dass sie noch in Ordnung waren, gesichtet.
Auf „14 Pieces For Guitar And Echo Chamber – The Pure Stuff“ hört man nun eine Auswahl jener Aufnahmen, die Achim Reichel 45 Jahre zuvor mit seiner Bandmaschine AKAI X-300S eingespielt hatte. Keine Overdubs, keine Synchronisationen, das pure Zeugs eben.
Die vierzehn Stücke klingen durch eine gewisse Monotonie hypnotisierend und trotz eben jener Monotonie keineswegs langweilig. Gerade für Freundinnen und Freunde der Musik von A.R. & Machines ein schönes Zeitdokument, um die Ursprünge dieser Musik kennenzulernen und zu verstehen.
Fazit: Ein musikalisch-historisches Zeitdokument, das zeigt, welche Klänge der Musik von A.R. & Machines zu Grunde liegt. Sicherlich nicht essentiell, trotzdem gerade für Fans der damaligen Musik eine schöne Zugabe. Neun Punkte.
1. Chasing Rainbows / Das Träumen Hinterher (4:23)
2. Esoteric Eric (5:48)
3. Gone With The Wind / Hinfort Mit Dem Wind (5:49)
4. Jay Guru Dev (5:09)
5. In The Inn Of Sixth Sense/ In der Herberge Zum Sechsten Sinn (5:25)
6. Prickel Pit (6:50)
7. In The Labyrinth Of The Mind / Im Irrgarten Des Geistes (4:48)
8. Saxoflow (5:42)
Gesamtspieldauer: 43:57
Achim Reichel war den neuen technischen Möglichkeiten in der Musik schon immer sehr zugetan. Sonst hätte er wohl auch nie A.R. & Machines gegründet. Im Jahr 1995 machte er dann Bekanntschaft mit einem computergestützten Hard Disc Recording System. Zusammen mit Michael Wehr, der sich die Vertriebsrechte für einen solchen Rechner namens „Audioframe“ gesichert hatte, bereitete Achim Reichel einige seiner Lieder im Jahr 1996 neu auf – unter Zuhilfenahme eben jener neuen technischen Möglichkeiten.
Das Ergebnis, welches man auf „Transformation (Remixe 96)“ zu hören bekommt, bewegt sich in einem Bereich, der mit Psychedelic Rock nur noch sehr wenig zu tun hat. Man hört auf dieser Scheibe Synthesizer-Musik, die oftmals poppig klingt und an manchen Stellen sogar tanzbar ist. Muss man mögen oder eben nicht. An manchen Stellen klingt das ganz interessant, „Esoteric Eric“ und „In The Inn Of Sixth Sense/ In der Herberge Zum Sechsten Sinn“ seien an dieser Stelle genannt. Wenn ein Lied wie „In The Labyrinth Of The Mind / Im Irrgarten Des Geistes“ allerdings mit künstlichen Streichern überfrachtet wird, finde zumindest ich da deutlich schlechter einen Zugang zu. Und solch poppige Nummern wie „Prickel Pit“ mögen für die Disco oder den Club sicherlich geeignet sein, Begeisterungsstürme werden damit allerdings nicht mehr erzeugt.
Fazit: Lieder mit den neuen technischen Möglichkeiten zu bearbeiten gerade, wenn es sich um Instrumentalmusik handelt, ist definitiv eine interessante Angelegenheit, zumal dadurch fast ganz neue Lieder zu entstehen scheinen. Nicht immer klingt das allerdings restlos überzeugend. Und genau das ist auch mit den überarbeiteten Stücken von Achim Reichel passiert. Klingt mal interessant, mal irgendwie seltsam. Sehr viel Geschmackssache. Sieben Punkte.
Anspieltipps: Esoteric Eric, In The Inn Of Sixth Sense
1. Churchbells On Acid / Domglocken Auf Acid (36:52)
2. Gentile Prayers / Heidnische Gebete (41:34)
Gesamtspieldauer: 1:18:26
Am 25. April 1973 gab Achim Reichel zusammen mit seinen bereits bewährten Live-Musikern unter dem Bandnamen A.R. & Machines ein Konzert im Rahmen der Reihe „Nachtmusik im WDR“. Da das Honorar nicht besonders hoch ausfiel, wie Achim Reichel erzählt, einigte man sich darauf, dass Achim Reichel im Anschluss an ihren Auftritt einen Stereomitschnitt des Konzertes zur freien Verfügung erhalten sollte.
Gut, dass sich der Musiker darauf einließ, denn dieses Köln Konzert ist eine meditativ-hypnotische Reise, die – falls laut oder auf Kopfhörern gehört – einen wahrlich in andere Sphären katapultiert. Es passiert nicht viel während der beiden Lieder. Ein Thema wird immer weiter variiert, die Echo-Gitarre sorgt für die Fülle, Saxophon oder Flöte für abwechslungsreiche Einsprengsel.
Die beiden Lieder sind Atmosphäre pur, die allerdings nicht einfach so dahinwabert, sondern durchaus mit einer gehörigen Portion an Rhythmus versehen ist. Man muss sich darauf einlassen können, die Augen schließen und ab geht die Reise – für viele Hörerinnen und Hörer könnte sich das Ganze allerdings auch enervierend oder langweilig anhören. Hört man diese Musik, wird man eine Meinung dazu haben, so viel ist sicher.
Fazit: Meditativ hypnotische Musik gab es damals im Jahr 1973 im Rahmen der WDR-Reihe „Nachtmusik im WDR“ von A.R. & Machines zu hören. Für mich klingt das begeisternd, ich kann allerdings auch nachvollziehen, wenn jemand sagen würde: „Da passiert irgendwie nichts“. Recht hat er. Aber genau das ist das Geheimnis dieser Musik. Dreizehn Punkte.
Am Samstag und Sonntag den 15. und 16. September 1973 kam es in der Rheinhalle von Krefeld zum „German Rock Festival“. Dort waren unter anderem Birth Control, Triumvirat, Passport, Guru Guru, Wallenstein, Embryo, Ihre Kinder, Amon Düül II, Udo Lindenberg, Nektar, Eloy und eben auch Achim Reichel vertreten. Letzterer zwar unter seinem Namen, jedoch handelt es sich bei der Musik um jene, die er unter seinem Projekt A.R. & Machines firmierte.
A.R. & Machines hatten ihren Auftritt am 16. September. Aufgenommen wurde das Konzert von Kurt Mitzkatis mit einem batteriebetriebenen Tonbandgerät, bei dem Kurt Mitzkatis das Mikrophon während der Aufnahme über in der Hand hielt. Eingedenk dieser Tatsache, dass diese Aufnahmeprozedur alles andere als professionell war, ist die Aufnahme wahrlich gelungen und man kann Kurt Mitzkatis nur dankbar sein, hier durchgehalten und alles mitgeschnitten zu haben.
Auf „Erholung“, wie die Platte schließlich bei ihrer Veröffentlichung im Jahr 1975 hieß, hört man einmal mehr diese hypnotisierende Atmosphäre, die der Musik von A.R. & Machines so häufig innewohnt. Achim Reichel entwickelt seinen Sound an der Echo Gitarre und wird dabei durch Schlagzeug und Perkussion sowie phasenweise durch Saxophon und Flöte unterstützt. Im Zusammenspiel mit den Blasinstrumenten klingt die Musik häufig leicht jazzig angehaucht, ansonsten – wie man es von vorherigen Veröffentlichungen her kennt – redundant und fast schon ein wenig hypnotisierend.
Somit spielen einmal mehr Melodien keine Rolle in der Musik von A.R. & Machines, obwohl die hier zu hörende Musik durchaus mit eingängig umschrieben werden kann. Doch sehr viel mehr geht es eben um die Atmosphäre, die dieses Mal häufig mit viel Perkussion transportiert wird. Das Titellied „Erholung“ bildet mit seinem zunächst mehr sphärischen Klang eher die Ausnahme, denn die Regel. Ebenso wie die Nummer „Atmosphäre“, denn diese ist – oh Wunder – sphärische Atmosphäre pur.
Bis hier reichen auch die vier ursprünglich vorhandenen – und in anderer Reihenfolge angeordneten Lieder auf „Erholung“. Mit „Heute Ist Das Gestern Von Morgen“ sowie „Die Zukunft Der Vergangenheit“ schließen sich nochmals zwei ineinander übergehende Stücke mit einer Spieldauer von über 34 Minuten an, die auf der ursprünglichen Veröffentlichung nicht vorhanden waren. Die Soundqualität ist nun leider deutlich schlechter geworden, die Musik macht allerdings immer noch Spaß. Sie weist dieselben Attribute auf, wie die Titel zuvor, doch das Hörerlebnis ist aufgrund des Sounds zumindest etwas geschmälert. Es klingt deutlich zu dumpf.
Fazit: Ein weiteres sehr überzeugendes A.R. & Machines-Album ist „Erholung“ geworden. Der Sound klingt zunächst überraschend gut, die Musik hypnotisierend und redundant und erzielt gerade dadurch ihre Wirkung. Von der Live-Stimmung hört man nicht viel. Nach „Alles Inklusive“ brandet Applaus auf, dann wieder ganz am Ende des Albums. Die letzten beiden Nummern sind wohl eher Zugaben von etwas schlechterer Tonqualität. Hörenswert ist dies trotzdem noch. Elf Punkte.
2. Bird Dance In The Wind / Tanz Der Vögel In Den Winden (10:42)
3. Three In One / Drei In Eins (6:44)
4. Turbulences / Turbulenzen (9:05)
5. Jay Guru Dev (10:08)
6. Head In The Clouds, Feet On The Ground / Kopf In Den Wolken - Beine Auf Der Erde (0:34)
Gesamtspieldauer: 41:55
„Autovision“ oder auch kurz „AR5“, wie es ebenso auf dem Cover vermerkt ist, heißt das fünfte Album von A.R. & Machines. Diese Platte wurde allerdings unter dem Namen Achim Reichel veröffentlicht wurde. Es ist gleichzeitig das letzte Studioalbum seines Projektes mit psychedelischer Musik. Schon kurze Zeit später sollte er mit einem völligen Stilbruch und norddeutschen Shantys karrieretechnisch nochmals richtig durchstarten, nachdem A.R. & Machines verkaufstechnisch genau dies eben nicht tat, nämlich durchstarten.
Nun, „Autovision“ schrieb Achim Reichel während er sich ganz der Meditation und seinen Yoga-Übungen hingab und wurde im Jahr 1974 auf dem Plattenlabel Zebra Records veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorgängeralbum „AR IV“ hatte sich die Musik des Albums durchaus ge- und verändert. Die ersten beiden Lieder auf „Autovision“ tendieren stark in Richtung Jazz. „Three In One / Drei In Eins“ startet mit einem irgendwie groovenden Rhythmus, geht im weiteren Verlauf des Liedes schließlich zwar in eine meditativ-hypnotisierende Atmosphäre über, doch die Klarinette des Jochen Petersen lockert den entstehenden Minimalismus immer wieder etwas auf.
Das folgende „Turbulences / Turbulenzen“ ist eine rhythmische Nummer, in der alles vibriert und in Bewegung zu sein scheint. Der Name „Viele kleine Krabbelkäfer laufen über das Brett“ hätte hier auch gepasst. Höhepunkt des Albums ist das sich anschließende „Jay Guru Dev“. Während des Liedes hört man auf zehn Minuten lediglich Achim Reichels Echo-Gitarre. Und hier kommt sie nun wieder zum Tragen, diese hypnotisierende Monotonie der Musik, die eine dichte Atmosphäre schafft. Zugegebenermaßen passiert in diesen zehn Minuten nicht viel, doch zum Träumen und Entspannen eignet sich dieses Stück bestens. Es folgt noch ein wenige Sekunden dauernder Ausklang des Albums mit dem Lied „Head In The Clouds, Feet On The Ground / Kopf In Den Wolken - Beine Auf Der Erde“. Irgendwie scheint Achim Reichel hier sein neu entdecktes Musikgenre, dem er sich von nun an widmen sollte, bereits kurz vorzustellen.
Fazit: Von den fünf A.R. & Machines Alben ist „Autovision“ sicherlich die „schlechteste“ Platte geworden, ohne dabei wirklich schlecht zu sein. Doch der Stilmix darauf überzeugt nicht restlos, ein klein wenig wirken die einzelnen Lieder bunt durcheinandergemischt, ohne so richtig zueinander zu passen. Und sie klingen auch nicht mehr ganz so genial wie jene zum Beispiel auf dem Vorgängeralbum. Trotzdem hat „Autovision“ seine Höhepunkte und ist immer noch sehr hörenswert. Zehn Punkte.
1. Cave Explorers And Birdmen / Höhlenforscher + Vogelmenschen (5:29)
2. The Man In Kidleather / Der Mann In Nappa (10:48)
3. Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase (5:21)
Aqua:
4. Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer (23:02)
Live im Studio Bonus:
5. Warm Up In A Birdcage / Aufwärmen Im Vogelkäfig (3:25)
6. Ghost In The Machine / Geist In Der Maschine (4:58)
7. The Night Before / Die Nacht Davor (5:39)
8. The Cage Is Open / Der Käfig Ist Geöffnet (10:11)
9. Remember The Night Before / Erinnerung An Die Nacht Davor (6:12)
Gesamtspieldauer: 1:15:07
Im Jahr 1973 folgte bereits das vierte Studioalbum des Achim Reichel unter der „Überschrift“ A.R. & Machines. Auf dieser Platte, die erneut auf dem Plattenlabel Zebra erschein und kurz mit „AR IV“ betitelt wurde, treibt Achim Reichel seine Musik hinsichtlich Redundanz und hypnotischen und hypnotisierenden Soundkollagen auf die Spitze.
„Vita“ und „Aqua“ heißen die beiden ursprünglich enthaltenen Stücke, wobei „Vita“ nochmals in drei Stücke unterteilt wurde, die allerdings alle ineinander übergehen. Auf dem Album wabert und plätschert es, es brodelt, es summt, es fließt, es pulsiert und es dröhnt. Ganz selten, wie auf dem „Vita“-Part „Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase“ rockt es sogar mal ein wenig. Achim Reichel ist bei dieser Nummer sogar mit Gesang am Sound des Liedes beteiligt. Freilich ist dies eine Ausnahme, denn ansonsten in „AR IV“ eher eine fantastische Instrumentalplatte geworden, die atmosphärisch dicht klingt und Stimmungen perfekt transportiert.
Höhepunkt des Albums ist sicherlich das Lied „Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer“. Da hört man zunächst Regen, ein Windspiel, Donnern und das alles untermalt von einer entrückt klingenden Flöte, die die Gitarre begleitet. Der Regen geht irgendwann in ein Plätschern über, Vogelgezwitscher ist jetzt zu hören, es gurgelt und blubbert zusätzlich und das Gitarrenthema wird wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt. Dies intensiv mit Kopfhörern gehört hinterlässt ein Gefühl, welches man sonst wohl nur mittels „bewusstseinserweiternden“ Substanzen erreicht. Großes Kraut-Rock- und Instrumental-Kino. Und das Schöne ist, diese Reise beginnt und endet glücklicherweise erst nach dreiundzwanzig Minuten. Während dieses Tripps wird das Tempo immer weiter angezogen, das Thema nur minimal variiert. Für mich das beste Lied, welches jemals in Bezug auf hypnotisierende Redundanz eingespielt wurde. Klasse.
Auch die fünf live im Studio eingespielten Zugaben klingen überzeugend und bereichern dieses klasse Album nochmals. Viel passiert auch bei diesen Liedern nicht. Meist ist es erneut die Atmosphäre des Titels, die im Vordergrund steht. Zwar gibt es beim Lied „The Night Before / Die Nacht Davor“ sogar mal eine etwas abwechslungsreichere Melodie zu hören, doch dies bleibt die Ausnahme.
Fazit: In Bezug auf hypnotisierende Redundanz ist „AR IV“ von A.R. & Machines ein Meisterwerk geworden. Selbstverständlich hört man hier weder radiotaugliche noch sonst irgendwie massentaugliche Musik. Dafür sehr intensive Lieder, die diejenigen treffen, die für solch eine Art der Musik ein offenes Ohr haben. Ich find’s großartig. Beam me up, Scotty. Vierzehn Punkte.
Anspieltipps: Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer
1. Why Peter Is Only On Holiday / Warum Peter Nur Noch Ferien Macht (7:23)
2. Tarzan's Adventures In The Summer Sale / Tarzan’s Abenteuer Im Sommerschlußverkauf (5:18)
3. 10 Years Life Imprisonment / 10 Jahre Lebenslänglich (7:27)
4. The Frost-Giant's Daughter / Die Tochter Des Frostriesen (2:16)
5. The Owners Of The World / Die Eigentümer Der Welt (6:42)
6. Today It Is Warmer Than Outside / Heute Ist Es Wärmer Als Draussen (3:41)
7. In German We Call It Conscience-Bites / Auf Deutsch Heisst Das Gewissensbisse (3:19)
8. I ... Me Like I ... You / Wie Ich Mir So Ich Dir (2:20)
9. Everybody Goes To Goa / Alles Geht Nach Goa (5:17)
Gesamtspieldauer: 43:46
Achim Reichel hatte Glück gehabt. Denn der Musiker war, nach eigenen Angaben, bereits am Überlegen, ob er sein „Projekt“ A. R. & Machines weiterführen solle. Der Erfolg wollte sich irgendwie nicht so recht einstellen. Doch genau in dieser Phase des Überlegens wurde er von seiner Plattenfirma Polydor gefragt, ob er Interesse hätte, für das neue Sub-Label Zebra drei weitere Platten einzuspielen. Dieses Label sollte gerade die Hörerinnen und Hörer des Progressive Rock bedienen. Und so machte sich Achim Reichel an die Arbeit, lud Musiker ein und spielte Ende des Jahres 1972 bereits das zweite Album nach „Echo“ in diesem Kalenderjahr ein.
„AR 3“ klingt deutlich weniger experimentell, als noch der Vorgänger „Echo“. Ob dies ein Zugeständnis an die großzügige Plattenfirma war? Wahrscheinlich nicht, doch bleibt der Eindruck, dass Achim Reichel hier etwas massentauglicher klingen wollte. Mit dem Stück „Die Eigentümer der Welt“ enthält das Album sogar einen poppig-rockigen Titel, der für die damaligen Hitparaden zwar trotzdem mit knapp sieben Minuten Spieldauer zu lang war, von seiner Machart und der schnell eingängigen Melodie her jedoch durchaus Hitpotential hatte. Insgesamt fallen die Lieder auf „AR 3“ auch kompakter aus. Ausschweifende Passagen gibt es keine mehr zu hören. Dagegen hält sogar mal der Blues Einzug in den einen oder anderen Titel – allerdings immer nur phasenweise.
Die „Echo-Gitarre“ des Achim Reichel steht trotzdem weiterhin im Zentrum der Musik von A.R. & Machines. Der Klang dieser wird variiert und mittels anderer Instrumente unterfüttert. Dazu singt Achim Reichel ab und an in englischer Sprache. Mitunter groovt das Ganze auch sehr schön, wie beim pulsierenden „In German We Call It Conscience-Bites / Auf Deutsch Heisst Das Gewissensbisse“. Hier mischen sich schließlich auch etwas schrägere Synthesizer-Töne gegen Ende des Stücks unter den Hautmusikstrang und erhöhen damit deutlich die Spannung.
Und dieser Ansatz wird mit dem folgenden und leider sehr kurz ausgefallenen „I ... Me Like I ... You / Wie Ich Mir So Ich Dir“ gleich weiterverfolgt. Nun klingt A. R. & Machines wieder deutlich interessanter und spannender. Mit dem letzten Titel „Everybody Goes To Goa / Alles Geht Nach Goa“ gibt es schließlich sogar wieder außergewöhnliche Vokalarrangements zu hören, Synthesizer-Klänge in Verbindung mit einer Sitar und eine gewisse hypnotisierende Redundanz im weiteren Verlauf, sodass dem progressiven bis experimentellen Ansatz doch noch Rechnung getragen wird.
Fazit: „AR 3“ ist nicht mehr ganz so experimentell geraten wie noch der Vorgänger „Echo“. Trotzdem steigert sich das Album und wird gerade mit den letzten Stücken wieder deutlich interessanter und spannender. Das Zuhören macht auch auf „AR 3“ immer noch Spaß – mit jedem Mal des Hörens sogar noch ein bisschen mehr. Progressiver Rock aus Deutschland, Krautrock der guten und überzeugenden Art. Elf Punkte.
Anspieltipps: In German We Call It Conscience-Bites / Auf Deutsch Heisst Das Gewissensbisse, I ... Me Like I ... You / Wie Ich Mir So Ich Dir
23. The Opening Of The Big Gate - Das Öffnen Des Großen Tores (2:09)
24. The Dream Of Balance - Der Traum Vom Gleichgewicht (3:26)
The Echo Of The Past - Das Echo Der Vergangenheit
25. Memories Of The Day After Tomorrow - Erinnerungen An Übermorgen (4:42)
26. Ad Libido (7:57)
27. Ego Lego (2:57)
28. Burns Like A Light At The End Of The Tunnel - Brennt Wie Ein Licht Am Ende Des Tunnels (1:56)
Gesamtspieldauer: 1:19:30
„Echo“ heißt das zweite Studioalbum von A.R. & Machines, dem Krautrock-Projekt des Achim Reichel. Das Album erschien im Jahr 1972 auf dem Plattenlabel Polydor und setzte den eingeschlagenen Weg, den Achim Reichel ein Jahr zuvor mit „Die grüne Reise“ begonnen hatte, konsequent fort. Nach Rock’n’Roll sollte es jetzt also Krautrock sein, elektronisch beeinflusst, weit weg vom Kommerz.
Aber das stimmt nur zum Teil, denn Achim Reichel vertiefte seine musikalische Reise mit diesem Album, er klingt auf „Echo“ nochmals überzeugender, als er dies bereits auf der „grünen Reise“ getan hat. Die Musik auf „Echo“ besteht beileibe nicht nur aus elektronischen Instrumenten. Achim Reichel verwebt hier analoge und digitale Musik zu einem absolut stimmigen Ganzen. „Echo“ klingt experimentell, „Echo“ klingt eingängig. An sich ein Widerspruch, doch für heutige Ohren eher „abgefahrene“ Klänge wechseln sich mit wunderschönen und eingängigen Melodien ab, sodass das Album zu einer Art „magischen“ Reise mutiert.
Einige Lieder auf „Echo“ entfalten fast eine hypnotisierende Wirkung, klingen redundant, ohne dabei jemals Gefahr zu laufen langweilig zu klingen. Achim Reichel probiert die neuen musikalischen Möglichkeiten der damaligen Zeit aus und erschuf so eines der eindrucksvollsten Alben des Krautrocks. Auch wenn das Ganze dabei mal etwas skurriler klingt, wie beim Titel „Ad Libido“, der so übrigens auch gut auf Pink Floyds „Ummagumma“ gepasst hätte, so sitzt man trotzdem gespannt vor den Boxen und staunt über den Mut und die Kreativität, die sich damals in der Musik noch ihre Wege bahnen konnte.
Ganz bestimmt ist dies nicht Musik für jede und jeden, denn es klingt von wirr über skurril nach abgefahren bis hin zu eingängig so unfassbar abwechslungsreich auf diesem Album. Das muss man „aushalten“ können, wird dann jedoch reich mit einem musikalischen Erlebnis belohnt – nicht nur mit Musik allein.
Fazit: „Echo“ ist eine ganz besondere Platte geworden. Ein musikalisches Erlebnis und Experiment. Weit entfernt von jeglichem Mainstream. Weit weg von Kommerzialität. Weit weg von jeglicher Langeweile. Dafür umso spannender und unterhaltender. Krautrock der sehr guten Sorte. Dreizehn Punkte.
Anspieltipps: Im Irrgarten Des Geistes, Ich Staune
2. Station 1: In The Same Boat - Im Selben Boot (2:02)
3. Station 2: Beautiful Babylon - Schönes Babylon (5:00)
4. Station 2: I‘ll Be Your Singer – You‘ll Be My Song - Ich Bin Dein Sänger, Du Bist Mein Lied (2:28)
5. Station 3: Body (1:55)
6. Station 3: A Book‘s Blues (1:42)
7. Station 4: As If I Had Seen All This Before - Als Hätt Ich Das Alles Schon Mal Gesehen (5:28)
8. Cosmic Vibration (4:41)
9. Come On, People (2:53)
10. Truth And Probability - Wahrheit Und Wahrscheinlichkeit (11:42)
Gesamtspieldauer: 40:51
Nachdem Achim Reichel mit den von Siggi Loch produzierten Rattlers und der Band Wonderland, die von James Last produziert worden war einige Erfolge – auch umsatztechnisch – eingefahren hatte, wollte er Anfang der 70er Jahre nun mal „kompromisslos sein eigenes Ding“ durchziehen. Nur wusste er noch nie wie er das Anstellen konnte. So saß er abends da, stöpselte nach eigenen Worten seine Gibson Firebird in sein neues Bandgerät Akai X-330D und erhielt bei den ersten Aufnahmen verblüffenderweise ein aus Echos seiner gespielten Akkorde bestehendes Soundgebilde als Ergebnis. Der Grundstein für „sein eigenes Ding“ war gelegt.
Im Jahr 1971 erschien dann das erste Werk von A.R. & Machines, wie Achim Reichel sein Neues „Projekt“ nun nannte. „Die Grüne Reise – The Green Journey“ heißt diese erste Platte und erschien auf dem Plattenlabel Polydor. Und dieses Album ist wahrlich eine Reise, eine psychedelische, experimentelle Reise, während der Sound-Konstrukte, Atmosphären, Rhythmen und Melodien entstehen, um wieder, nur kurze Zeit später, zu vergehen. „Die Grüne Reise“ klingt in allem experimentell und Grenzen auslotend.
Auf über vierzig Minuten Spielzeit hört man spacig-psychedelische Musik, die angereichert wurde mit Wortfetzen, unverständlichen Lauten oder ein paar englischen Worten. Im Falle des letzten Titels „Truth And Probability“ besteht fast das ganze Lied lediglich aus Stimmen, die sich so fast auch auf dem Album „Ummagumma“ von Pink Floyd hätten befinden können. Das klingt nicht immer eingängig, dafür außergewöhnlich und niemals alltäglich.
Fazit: „Die Grüne Reise“ von Achim Reichel ist ein musikalischer Trip der sich lohnt gehört zu werden. Wer sich für Krautrock oder psychedelische Musik interessiert, kann hier einen der deutschen Höhepunkte des Jahres 1971 lauschen. Spannend. Elf Punkte.
Anspieltipps: Beautiful Babylon, As If I Had Seen All This Before, Cosmic Vibration