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Montag, 31. Oktober 2022

Blue – Heart & Soul

 



Blue – Heart & Soul


Besetzung: Keine weiteren Angaben


Label: Tag8, BMG


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Pop


Trackliste:

1. Haven‘t Found You Yet (3:20)
2. Dance with Me (2:40)
3. This Could Be Love (2:56)
4. Let‘s Get Sad (3:32)
5. Heart & Soul (2:42)
6. Man Do (2:5))
7. Magnetic (3:14)
8. Gravity (3:13)
9. Ultraviolet (2:15)
10. Stop (3:36)

Gesamtspieldauer: 30:32



„Heart & Soul“ heißt das siebte Studioalbum der ehemaligen britischen Boy-Group Blue, die ihre größten Erfolge in den Nuller-Jahren dieses Jahrhunderts feiern konnte. „Heart & Soul“ wurde am 28. Oktober 2022 auf dem Plattenlabel Tag8 veröffentlicht. Ursprünglich wollte die Band nach eigenen Aussagen überhaupt kein Album mehr aufnehmen, ließ sich dann im Studio ohne jeglichen Druck treiben, traf auf ihren alten Produzenten Hugh Goldsmith und eine weitere Zusammenarbeit startete, die schließlich in diesem Album mündete.

Auf „Heart & Soul“ hört man Pop, der an manchen Stellen bis in den Soul, an anderen Passagen bis in den R&B hineinreicht. Je nachdem bei welchem musikalischen Genre man sich selbst am wohlsten fühlt, so werden auch die einzelnen Lieder mehr oder weniger überzeugen. Immer wieder klingt zudem dieser längst vergangene Boy-Group-Sound durch, zelebriert in mehrstimmigem und ineinander übergehendem Gesang – Verweise und Erinnerungen an die eigene Vergangenheit.

Bei den meisten Liedern haben die vier Musiker sogar mitkomponiert. Besonders innovativ klingt das alles trotzdem nicht mehr. Vieles davon meint man bereits hunderte Male gehört, um es dann wieder vergessen zu haben. Leider behandeln die Liedtexte auch nur dieses ewige Thema der Liebe. Von daher bleibt auch diesbezüglich nicht allzu viel bei der Hörerin oder dem Hörer hängen. Anführen sollte man dieser Stelle allerdings auch, dass solch ein Titel wie „Let‘s Get Sad“ durchaus ins Ohr geht. Leider eine Ausnahme auf „Heart & Soul“.

Fazit: Selbstverständlich kann man nicht ununterbrochen Meisterwerke veröffentlichen. Doch wenn sich bei der Zuhörerin und dem Zuhörer das Gefühl einstellt, dies alles schon mal gehört zu haben, dann hat ein Album kaum eine Chance öfters aufgelegt zu werden. Da helfen dann auch nicht die ganz wenigen Höhepunkte. Und dazu gesellt sich zudem der Umstand, dass „Heart & Soul“ lediglich über eine Laufzeit von wenigen Sekunden über der halben Stunde verfügt. In der heutigen Zeit auch eher traurig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Let‘s Get Sad



Montag, 3. Oktober 2022

Terry Reid – River

 



Terry Reid – River


Besetzung:

Terry Reid – vocals, guitar


Gastmusiker:

David Lindley – electric guitar, steel guitar, slide guitar, violin
Lee Miles – bass guitar
Conrad Isidore – drums
Willie Bobo – percussion parts on "River"




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Blues


Trackliste:

1. Dean (4:45)
2. Avenue (5:08)
3. Things To Try (4:25)
4. Live Life (5:11)
5. River (5:45)
6. Dream (5:20)
7. Milestones (5:52)

Gesamtspieldauer: 36:29



„River“ heißt das dritte Studioalbum des englischen Sängers und Gitarristen Terry Reid. Es wurde im Jahr 1973 ursprünglich auf dem Plattenlabel Atlantic Records veröffentlicht – ganze vier Jahre nach dem zweiten Album des Briten.

Wer auf Blues steht, die oder der hört mit „River“ von Terry Reid zumindest ein Album, welches das Lieblingsmusikgenre bedient. Blues hört man nämlich eine ganze Menge auf dieser Scheibe. Im Grunde genommen sogar vom ersten bis zum letzten Takt. Die ersten vier Lieder sind dabei mit der Band eingespielt und beinhalten einen sehr relaxten, dabei leider auch sehr wenig abwechslungsreichen Blues. Beim Titellied wurden dann noch lateinamerikanische Töne mit untergemischt und die Perkussion wird von Willie Bobo übernommen. Die letzten beiden Stücke „Dream“ und „Milestones“ zeichnen sich schließlich dadurch aus, dass man bei diesen Terry Reid am Gesang und mit einer akustischen Gitarre hört – beim letzten Lied hört man ihn sogar zu Beginn pfeifenderweise. Selbstverständlich handelt es sich bei diesen beiden Titeln auch wieder um Bluesstücke.

Insgesamt klingen die sieben Lieder allerdings leider, wie lediglich gejammte, auf jeden Fall jedoch unfertige Stücke. Manchmal erscheint es fast so, als ob Terry Reid beim Spielen noch auf der Suche nach der Melodie und des Ablaufs ist. Das hört sich überwiegend überraschend unausgegoren und manchmal auch sehr langweilig an. Hier packt einen Weniges und das Album scheint auf seine Art einfach so dahinzuplätschern – ohne einen zu packen.

Fazit: „River“ von Terry Reid ist ein Bluesalbum geworden. Leider jedoch ist diese Platte eine recht langweilige Scheibe, die Lieder erklingen weder ausgereift, noch irgendwie packend. Mitunter klingt das nach ersten Liedideen, die noch ausgearbeitet werden sollten, dann aber vergessen wurden. Schade. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Milestones



Dienstag, 28. Juni 2022

Sigrid und Marina – Volle Lust und volles G‘fühl

 



Sigrid und Marina – Volle Lust und volles G‘fühl


Besetzung:

Sigrid Hutterer – Gesang, Chor
Marina Löberbaur – Gesang, Chor


Gastmusiker:

Christian Zierhofer – Keyboards, Programming, Chor
Manuel Lopez – Gitarren
Mani Wagner – Gitarren
Gerhard Zwickl – Trompeten
Andreas Pirringer – Saxophon
Michael Ringler – Akkordeon
Mitsch Keller – Chor
Tini Keinrath – Chor
Michaela Koller – Chor
Daniel Gruber – Chor
Brigitte Lukasser – Chor




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Volle Lust und volles G'fühl (3:04)
2. So wie der Wind (3:52)
3. Schlagerpartyzeit (3:10)
4. Männer es ist Sommer (2:59)
5. Ti amo (3:23)
6. Herz an Herz (2:56)
7. Ja das Leben ist schön (3:13)
8. Wochenend und Sonnenschein (2:29)
9. In meiner Heimat (3:11)
10. Ein Himmel voller Sterne (3:32)
11. Mein Herz hat doch längst ja gesagt (3:20)
12. Ich hab schon so lang nicht mehr Danke gesagt (3:50)
13. Immer wieder geht die Sonne auf (3:07)

Gesamtspieldauer: 42:12



Mit der Musik der beiden österreichischen Schwestern Sigrid und Marina ist das immer so eine Sache. Sind sie musikalisch eher in der Volksmusik beheimatet, dann klingt das gar nicht so schlecht. Doch der „Markt“ für die beiden Sängerinnen scheint sich immer mehr in Richtung des Schlagers zu verschieben, das wollen die Fans wohl hören.

Nicht weiter verwunderlich also, dass man auch auf ihrem neuen Album „Volle Lust und volles G‘fühl“ hauptsächlich Schlager mit leicht volkstümlichem Einschlag zu hören bekommt. Zugutehalten muss man Sigrid und Marina dabei allerdings, dass die Liederauswahl durchaus gelungen ist. Die Lieder gehen zum Teil sogar gut ins Ohr und unterhalten.

Und mit dem Udo Jürgens Hit „Immer wieder geht die Sonne auf“ haben Sigrid und Marina auch noch einen echten Ohrwurm für ihre Hörerinnen und Hörer parat, der aus dem Album hinausgeleitet.

Fazit: Volkstümlicher Schlager, der ein paar ganz nette Melodien bereithält. Die Fans wird es freuen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Immer wieder geht die Sonne auf



Freitag, 19. November 2021

Cheap Trick – Busted

 



Cheap Trick – Busted


Besetzung:

Robin Zander – lead vocals, rhythm guitar
Rick Nielsen – lead guitar, backing vocals
Tom Petersson – bass guitar, backing vocals
Bun E. Carlos – drums, percussion


Gastmusiker:

Mick Jones – guitar (track 4)
Kim Bullard – keyboards
Chrissie Hynde – vocals (track 7)
Russell Mael – backing vocals (track 9)




Erscheinungsjahr: 1990


Stil: Rock


Trackliste:

1. Back ’n Blue (4:42)
2. I Can’t Understand It (3:30)
3. Wherever Would I Be (4:06)
4. If You Need Me (4:46)
5. Can’t Stop Fallin’ Into Love (3:49)
6. Busted (4:06)
7. Walk Away (3:43)
8. You Drive, I'll Steer (4:34)
9. When You Need Someone (5:18)
10. Had To Make You Mine (3:15)
11. Rock ’n ’ Roll Tonight (4:56)

Gesamtspieldauer: 46:49



„Busted“ heißt das elfte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Cheap Trick. Es wurde am 27. Juni 1990 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht und erreichte Platz 44 der US-Billboard-Albumcharts. Anscheinend nicht erfolgreich genug für die Plattenfirma, denn diese kündigte ein Jahr nach dem Erscheinen des Albums den Vertrag mit der Band auf. Dabei waren sogar einige bekannte Gastmusiker mit auf der Scheibe vertreten. Mick Jones von Foreigner spielt die Gitarre auf „If You Need Me“, Chrissie Hynde von den Pretenders singt bei „Walk Away“ mit und Russell Mael von Sparks hört man beim Gesang von „You Drive, I‘ll Steer“.

Nun, auf „Busted“ hört man relativ unspektakulären Rock, der sich hauptsächlich im Mainstream abspielt. Ab und an gibt es auch etwas Rock’n’Roll zu hören. Der Titel des letzten Liedes nimmt das bereits vorweg. Eingängig klingt das zu jeder Zeit und an jeder Stelle, interessant oder gar spannend allerdings nie. „Busted“ ist solch eine Scheibe, die man auflegt, durchhört und die keinerlei Spuren hinterlässt, da die Höhepunkte und das Besondere einfach fehlen – schlicht nicht vorhanden sind. Langweiliger Mainstream Rock, der dazu noch mit langweiligen Texten ausgestattet wurde, die das Thema „Liebe“ immer und immer wieder behandeln.

Dabei klingt das alles keinesfalls so, dass man schreiend den Raum verlassen müsste, wird das Album aufgelegt. Doch es rauscht leider nur einfach so durch. Am ehesten erwärmen kann mich da noch das Titellied „Busted“, welches wie ein Rock’n’Roll beginnt, dann etwas mehr rockt und schließlich die eingängigste Melodie der Platte aufweist. Auch „Walk Away“, bei dem wie bereits Chrissie Hynde ihren Gastauftritt hat, kann wegen der Melodie im Refrain etwas mehr überzeugen. Das war es dann aber auch leider schon. Der Rest des Albums ist austauschbar, belanglos und eben langweilig. Nur zwei Lieder, die etwas mehr ins Ohr gehen und neun weitere Titel, die einfach mit auf dem Album sind. Eindeutig zu wenig.

Fazit: Bands, die sich im Mainstream des Rocks tummeln sind darauf angewiesen, dass ihre Alben den einen oder anderen Hit aufweisen. Einen Ohrwurm eben, den Cheap Trick auch bereits auf früheren Veröffentlichungen hervorgebracht hatten. Aber leider nicht mehr auf „Busted“, sodass diese Scheibe weder in der Diskographie der Band, noch im Bereich des Mainstreams überhaupt großartige Beachtung verdient hätte. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Busted



Dienstag, 5. Oktober 2021

P!off? – P!off?

 



P!off? – P!off?


Besetzung:

Jochen Schmidtke – bass, percussion, tr808, voice
Thomas Vesely – mini moog, jupiter 8, dr. böhm organ, tr808, voice
Alex Weidner – vocals, guitars, drums, timbales, voice


Label: Bureau B (ursprünglich Ariola)


Erscheinungsjahr: 1982


Stil: Neue Deutsche Welle


Trackliste:

1. Das dicke Kind (3:19)
2. Mein Walkman ist kaputt (4:17)
3. Pass auf! (4:27)
4. In der Nacht (5:52)
5. Starker Bruder (4:10)
6. Ich kann kein französisch (3:43)
7. Schau dich doch an (4:16)
8. Was ist das? (3:37)

Gesamtspieldauer: 33:45



Es war schon eine coole Zeit damals, Anfang der 80er Jahre. Deutsche Bands sprießten wie Pilze aus dem Boden und sangen Lieder mit deutschen Texten. Dass diese Bands dabei oftmals kaum ihre Instrumente beherrschten und die Texte meist völlig sinnfrei waren, das spielte damals kaum eine Rolle. Und diese Welle, sie glättete sich auch nach kurzer Zeit bereits wieder, da diese Musik nur in den wenigstens fällen nachhaltig geschweige denn gut war.

P!OFF? waren eine dieser Bands. Im Jahr 1982 veröffentlichten sie ihr einziges selbstbetiteltes Album auf dem Plattenlabel Ariola. Im Jahr 2009, zum 50. Geburtstag von Bandmitglied Alex Weidner, entschlossen sich die drei Musiker, die nach P!OFF? weiterhin musikalisch aktiv geblieben waren, nochmals alte Stücke aus dieser Platte live zu spielen. Das machte sicherlich Spaß und kam wohl auch gut an. Im Jahr 2021 entschloss sich schließlich das Label Bureau B die Platte neu aufzulegen. Neu gemastert und mit allen Texten sowie einem Vorwort von eben jenem Alex Weidner erschien „P!OFF?“ von P!OFF? am 7. Mai 2021 erneut.

Nun, die drei Jungs konnten damals zumindest ihre Instrumente bedienen und die Musik klang abwechslungsreicher als jene manch anderer Kombo aus dieser Zeit. Man sollte beim Hören allerdings definitiv der Neuen Deutschen Welle etwas abgewinnen können, sonst wird es auch vierzig Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen des Albums wahrlich schwierig. Man hört Musik, die kaum noch in diese heutige Zeit passt. Und hört man diese Nummern jetzt auch noch zum ersten Mal, hat keine Verbindung dazu, dann wird es nochmal deutlich schwieriger.

Trotzdem verbergen sich auch schöne Momente auf der Platte. Und das sind jene, wenn P!OFF? nicht nach der Neuen Deutschen Welle klingen. Und diese Momente gibt es glücklicherweise auf dem Album. Ansonsten packt einen die Musik kaum mehr. Das Album wurde liebevoll aufbereitet und die drei Musiker können heute noch gehört werden. Das ist schon mal was, was viele vergessene Musiker nicht von sich sagen können. Musikalisch klingen P!OFF? allerdings trotzdem leider nicht überzeugend.

Fazit: P!OFF? machen Neue Deutsche Welle. Jedoch hört man diese nicht nur auf ihrem einzigen Album. Und genau das ist der Lichtblick des Albums. Etwas mehr von Titeln wie zum Beispiel „In der Nacht“ wäre schön gewesen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: In der Nacht



Samstag, 11. September 2021

Journey – Departure

 



Journey – Departure


Besetzung:

Steve Perry – lead vocals
Neal Schon – guitars, co-lead vocals on "People And Places", backing vocals
Gregg Rolie – keyboards, harmonica, co-lead vocals on "Someday Soon", backing vocals
Ross Valory – bass guitar, backing vocals
Steve Smith – drums, percussion, backing vocals




Erscheinungsjahr: 1980


Stil: Mainstream Rock


Trackliste:

1. Any Way You Want It (3:22)
2. Walks Like A Lady (3:17)
3. Someday Soon (3:32)
4. People And Places (5:05)
5. Precious Time (4:49)
6. Where Were You (3:01)
7. I‘m Cryin‘ (3:43)
8. Line Of Fire (3:06)
9. Departure (0:38)
10. Good Morning Girl (1:44)
11. Stay Awhile (2:48)
12. Homemade Love (2:54)

Bonus Tracks der remasterten Albumausgabe von 2006:

13. Natural Thing (3:43)
14. Little Girl (5:47)

Gesamtspieldauer: 47:27



„Departure“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Journey. Es erschien am 29. Februar 1980 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Es war bis dahin das erfolgreichste Album der Band und kletterte immerhin bis auf Platz 8 der US Billboard 200 Charts. Gleichzeitig war „Departure“ das letzte Studioalbum von Gründungsmitglied und Keyboarder Gregg Rolie, der noch im selben Jahr die Band verließ.

Auf „Departure“ hört man AOR, also Adult Oriented Rock beziehungsweise Mainstream Rock, zugeschnitten für eine junge, männliche, US-amerikanische Hörerschaft. Über die Texte muss man bei diesen Bands oftmals kaum ein Wort verlieren. Journey reihen sich hier perfekt ein. Texte über Liebe und Herzschmerz, belanglos und allzu oft dem Kitsch ganz nahe oder sich direkt darin windend. Keine Aussagen, keine Inhalte, Gesang nur, damit es keine Instrumentalnummer wird.

Die Musik plätschert auch eher so dahin. Klar, wer auf Mainstream steht, die oder der wird hier Spaß haben. Schmerzen bereitet das Hören dieser Scheibe auch nicht. Bei dieser Musik allerdings von Hard Rock oder gar Progressive Rock (selbst das habe ich gelesen) zu reden, zeugt von nicht allzu zu großem musikalischem Sachverstand. Vieles spielt sich hier sehr viel eher im Bereich des Soft Rocks ab. Die rockigen Nummern, wie der Opener „Any Way You Want It“ sind auf „Departure“ ganz klar unterrepräsentiert. Und auch wenn es ab und an mal groovt, begeistern kann diese Musik über vierzig Jahre nach ihrem Entstehen heute leider nicht mehr.

Fazit: Mainstream Rock, der keine außergewöhnlichen Ohrwürmer für die Hörerin und den Hörer bereithält, das gibt es auf „Departure“ zu hören. Dazu gesellen sich kitschige Texte, die von einem Mann gesungen fast schon Fremdschämen generieren. Klar, das Album tut nicht weh und man muss auch nicht schreiend den Raum verlassen, wird es aufgelegt – aber es langweilt leider. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Any Way You Want It



Mittwoch, 23. Juni 2021

Little Feat – Dixie Chicken

 



Little Feat – Dixie Chicken


Besetzung:

Paul Barrere – guitar, vocals
Sam Clayton – congas
Lowell George – vocals, guitar, cowbell, flute
Kenny Gradney – bass
Richie Hayward – drums, vocals
Bill Payne – keyboards, synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Bonnie Bramlett – backing vocals
Malcolm Cecil – synthesizer
Tret Fure – backing vocals
Danny Hutton – backing vocals
Milt Holland – tabla
Gloria Jones – backing vocals
Debbie Lindsey – backing vocals
Bonnie Raitt – backing vocals
Stephanie Spruill – backing vocals
Fred Tackett – guitar




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Dixie Chicken (3:56)
2. Two Trains (3:07)
3. Roll Um Easy (2:34)
4. On Your Way Down (5:34)
5. Kiss It Off (2:58)
6. Fool Yourself (3:18)
7. Walkin‘ All Night (3:36)
8. Fat Man In The Bathtub (4:33)
9. Juliette (3:30)
10. Lafayette Railroad (3:36)

Gesamtspieldauer: 36:46



„Dixie Chicken“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Little Feat. Das Album erschien ursprünglich als Schallplatte am 25. Januar 1973 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Music. Das Cover der Platte stammt von dem Illustrator Neon Park und ist wohl eine Anspielung auf eine Zeile aus dem dritten Track des Albums „Roll Um Easy“. Paul Barrere an der Gitarre und mit Gesangseinlagen, Congas-Spieler Sam Clayton und Bassist Kenny Gradney waren neu zur Band gestoßen und blieben Teil von Little Feat bis zur Auflösung der Band im Jahr 1979.

Die Umbesetzung hatte Spuren hinterlassen. Auf „Dixie Chicken“ hört man neben sehr viel Blues Rock auch etwas R&B sowie sogar funkige Einflüsse. Für Blues-Freundinnen und Freunde der damaligen Zeit mag das vielleicht interessant geklungen haben. Im Jahr 2021 allerdings, vor allen Dingen wenn man diese Musik zum ersten Mal hört, ist jeder vielleicht mal vorhandene Zauber jedoch leider verflogen. Wenn man sich überlegt, welche Alben im Jahr 1973 alles veröffentlicht wurden – auch von Blues-Bands – dann wird es schwierig beim Hören von „Dixie Chicken“ nicht schnell wieder die „Off-Taste“ zu drücken. Allzu belanglos klingt die Musik inzwischen. Keine Höhepunkte, wenig Gefühl. Nichts, was irgendwie hängenbleiben würde.

Die Titel „On Your Way Down“ und „Kiss It Off“ klingen zumindest noch einigermaßen hörenswert. Bei „Juliette“ kann ich aufgrund des Einsatzes einer Querflöte auch noch etwas Interessantes und Spannendes erkennen und heraushören. Der ganze Rest der Platte zieht jedoch nur noch schneller am Ohr vorbei – ohne auch nur den Hauch einer Spur zu hinterlassen. Heutzutage klingt das leider langweilig.

Fazit: Manchmal scheint Musik nicht mehr in die Zeit zu passen. Andere Bands „überleben“ dagegen Jahrzehnte und bleiben immer hörenswert und vor allen Dingen, sie lassen sich auch noch Jahrzehnte später entdecken. Auf Little Feat trifft das leider nicht zu. Die Musik der Band klingt heute auch auf „Dixie Chicken“ größtenteils nur noch langweilig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: On Your Way Down, Kiss It Off, Juliette



Donnerstag, 17. Juni 2021

A-ha – Stay On These Roads

 



A-ha – Stay On These Roads


Besetzung:

Morten Harket – lead and backing vocals
Magne Furuholmen – keyboards, bass and drum programming, backing vocals
Pål Waaktaar – guitars, strings, backing vocals




Erscheinungsjahr: 1988


Stil: Pop


Trackliste:

1. Stay On These Roads (4:45)
2. The Blood That Moves The Body (4:06)
3. Touchy! (4:33)
4. This Alone Is Love (5:15)
5. Hurry Home (4:37)
6. The Living Daylights (4:47)
7. There‘s Never A Forever Thing (2:51)
8. Out Of Blue Comes Green (6:42)
9. You Are The One (3:51)
10. You‘ll End Up Crying (2:07)

Gesamtspieldauer: 43:40



„Stay On These Roads“ nannte die norwegische Band A-ha ihr drittes Studioalbum. Es wurde am 3. Mai 1988 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Mit den Liedern „The Living Daylights“, „Stay On These Roads“, „The Blood That Moves The Body“, „Touchy!“, „You Are The One“ und schließlich There‘s Never A Forever Thing“ wurden sage und schreibe sechs Singles aus dem Album ausgekoppelt, auch wenn letztgenanntes Lied auf diese Weise lediglich in Brasilien erschien. Nicht nur dadurch wird der kommerzielle Ansatz dieses Albums offensichtlich und sogar überdeutlich.

Doch Paul Waaktaar-Savoy, Hauptsongschreiber und Texter der Band schienen die Ideen nun langsam auszugehen. Innovativ oder besonders eingängig klingt hier nämlich nichts mehr. Zwar verkaufte sich das Album wohl aufgrund des Aussehens der Musiker bei der jungen weiblichen Fangemeinde noch ganz gut, doch bei den Musikkritikern konnte es gar nicht punkten. Leider zu Recht, denn auf „Stay On These Roads“ hört man nichts Interessantes mehr, nur noch poppigen Mainstream, der musikalisch absolut nichts mehr zu bieten hat. Hielt das Debutalbum zumindest noch ein paar Ohrwürmer für die Hörerinnen und Hörer parat und klang irgendwie frisch, so sucht man diese auf diesem Album vergebens.

Auch wenn man auf der Suche nach dem musikalischem Anspruch ist, so ist das dementsprechend ebenfalls schwierig, diesen auf „Stay On These Roads“ zu entdecken – genau wie besondere Höhepunkte. Die Lieder rauschen vorbei, ohne auch nur ein paar Spuren zu hinterlassen. Belanglos und langweilig. Um an dieser Stelle doch noch ein Lied zu erwähnen sei hier die letzte Nummer des Albums „You‘ll End Up Crying“ erwähnt. Weil sie so kurz ist? Weil danach endlich Schluss ist? Nein, weil sie sich auch von der Instrumentierung her positiv vom Rest der Lieder abhebt – auch wenn die Instrumente dem Synthesizer entspringen.

Fazit: Wer auf Mainstream-Pop steht, die oder der wird auf diesem Album ganz sicherlich fündig. Ansonsten gibt es zu dieser Scheibe nicht viel zu sagen. „Stay On These Roads“ enthält keine musikalischen Höhepunkte, ist für den einfachen und unkomplizierten Musikmarkt und damit die Pop-Hitparaden der damaligen Zeit konzipiert und komponiert worden. Und heute? Heute interessiert es kaum jemanden mehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: You‘ll End Up Crying



Dienstag, 25. Mai 2021

Little Feat – Little Feat

 



Little Feat – Little Feat


Besetzung:

Lowell George – lead, rhythm and slide guitars, lead vocals and backing vocals, harmonica
Bill Payne – keyboards, lead ("Snakes On Everything" and "Takin’ My Time") and backing vocals, piano
Roy Estrada – bass, backing vocals
Richard Hayward – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Russ Titelman – percussion, backing vocals, piano on "I’ve Been The One"
Ry Cooder – bottleneck guitar on "Willin’" and "Forty Four Blues / How Many More Years"
Sneaky Pete Kleinow – pedal steel on "I’ve Been The One"
Kirby Johnson – string and horn arrangements




Erscheinungsjahr: 1971


Stil: Southern Rock


Trackliste:

1. Snakes On Everything (3:07)
2. Strawberry Flats (2:25)
3. Truck Stop Girl (2:32)
4. Brides Of Jesus (3:23)
5. Willin‘ (2:25)
6. Hamburger Midnight (2:32)
7. Forty-Four Blues / How Many More Years (6:32)
8. Crack In Your Door (2:19)
9. I‘ve Been the One (2:24)
10. Takin‘ My Time (3:50)
11. Crazy Captain Gunboat Willie (1:57)

Gesamtspieldauer: 33:28



„Little Feat“ heißt das erste Studioalbum der gleichnamigen US-Rockband Little Feat. Es wurde 1971 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Das Cover zeigt das Wandgemälde, „Venice In The Snow“, gemalt von der L. A. Fine Arts Squad im Jahr 1970 in Venice, Los Angeles.

Mit 33:28 ist „Little Feat“ sehr kurz ausgefallen und man sollte definitiv Southern Rock mit Blues- und Boogie-Anleihen mögen, um mit dieser Scheibe warm werden zu können. Leider fehlen auf diesem ersten Album von Little Feat völlig die eingängigen Melodien oder auch jene groovenden Abschnitte, die einem Rock-Fan auch das Herz erwärmen könnten. Da klingen Lynyrd Skynyrd schon deutlich überzeugender, kreativer und eingängiger.

Dazu gesellt sich der Umstand, dass sowohl Lowell George wie auch Bill Payne keineswegs überzeugend sangen. Richtig gelungen klingt das selten, oftmals sogar ein wenig schräg – leider wohl unbeabsichtigt. Und schließlich ärgert noch etwas an diesem Album. Es ist die Aufnahmequalität, die keineswegs mehr heutigen Standards genügt. Die Lieder klingen vom Sound her sehr dünn und dumpf. Dreht man den Lautstärkeregler weiter auf, hört sich das Ganze noch schlimmer und frustrierender an. Leiser abgespielt hört man hingegen sehr undifferenziert klingende Lieder, die einfach so an einem vorbeiziehen, ohne dabei irgendwelche Spuren zu hinterlassen.

Fazit: Es gibt Musik und Aufnahmen, die sind heute nur noch mit viel Nostalgiegefühl im Bauch gut zu hören. Jedes, Jahre zuvor entstandenes Beatles-Album klingt da soundtechnisch deutlich besser, als dieses erste Little Feat Album. Von der Musik ganz zu schweigen. Southern Rock Fans dürften aber trotzdem etwas für sich auf diesem Debut finden. Hört man diese Musik aus neutraler Sicht, wird es ungleich schwieriger. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Takin‘ My Time



Freitag, 23. April 2021

Storm Seeker – Guns Don’t Cry

 



Storm Seeker – Guns Don’t Cry


Besetzung:

Timothy Arbor – lead vocals, bass
Olaf Abor – guitars, vocals
Sandy McGnomsen – cello, nyckelharpa, vocals
Fabi – hurdy gurdy, recorder, vocals
Ughar Der Schrecklich Durstige – keyboards


Gastmusiker:

Sebastian “Seeb” Levermann – additional vocals
Simon – additional vocals
Mr. Hurley Erichsen – additional vocals
Der Teufel – additional vocals
Julian Hauptvogel – additional drums
Winand Bergen – additional bagpipes
Markus Bornfleth – additional acoustic guitars and drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Folk Metal


Trackliste:

1. How To Be A Pirate (3:23)
2. Naval Hitchhike (2:55)
3. Shoot This Ship Down (4:19)
4. Guns Don’t Cry (3:38)
5. One More Day (3:27)
6. Compass (1:55)
7. Row Row Row (4:03)
8. Deathwatch Beetle Party (2:59)
9. Maelstrom (3:27)
10. Sextant (3:26)
11. Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini (1:58)

Gesamtspieldauer: 35:35



Man muss es echt mögen, diese Mischung aus Metal und Seemannslieder, garniert mit einigem Pathos. Irgendwie scheint die Anzahl der Bands, die sich in diesem musikalischen Genre bewegen, von Jahr zu Jahr zu erhöhen.

Am 29. Januar 2021 hat nun die Band Storm Seeker, gegründet von den beiden Brüdern Marius und Timo Bornfleth und in den Credits zum Album unter Timothy Arbor und Olaf Abor aufgeführt, ihr zweites Studioalbum unter dem Titel „Guns Don’t Cry“ veröffentlicht.

Die Musik auf „Guns Don’t Cry“ ist eingängig, geht ins Ohr, doch sie packt einen irgendwie nur selten. Leider deutlich zu selten. Beim Hören glaubt man das alles schon mehrmals gehört zu haben. Dieses Alleinstellungsmerkmal, welches so mancher Band und deren Musik innewohnt, das fehlt Storm Seeker leider. Denn auch wenn die Lieder melodiös klingen, so verblassen sie doch schnell wieder.

Trotzdem hört man auf „Guns Don’t Cry“ wahrlich keine schlechte Musik. Richtig gut klingt das Lied „One More Day“. Klasse weiblicher Gesang, noch eingängigere Melodie. Das folgende und kurze „Compass“ klingt leicht verwunschen und hebt sich dadurch auch von den anderen Stücken ab. Schließlich möchte ich an dieser Stelle noch „Sextant“ erwähnen. Wieder ist es der weibliche Gesang, der hier im Duett erklingt und das Lied deutlich aufwertet.

Ansonsten ist es eben diese Musik aus Hard Rock beziehungsweise Metal und Folk-Seemannsliedern, die sich leider zu wenig von anderen abhebt. Keine schlechten Lieder, doch zu oft austauschbar.

Warum, aber warum nur muss man diese Scheibe mit dem Cover von „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini“ beenden? Klar, sicher als Spaß gedacht. Nur nicht alles, was als Spaß gedacht ist, muss man auch umsetzen. Ich habe selten einen schlechteren Albumausklang gehört.

Fazit: Die Musiker haben Spaß an der Musik. Das hört und spürt man. Perfekt. Um allerdings auch viele andere zu begeistern, wäre etwas Eigenständiges sehr schön. Und in der heutigen Zeit ein Album mit lediglich etwas über 35 Minuten Spielzeit zu veröffentlichen trägt auch nicht zum positiven Gesamtweindruck bei. Ihre Fans begeistern Storm Seeker aber natürlich trotzdem. Fünf Punkte.

Anspieltipps: One More Day, Compass



Freitag, 4. Dezember 2020

Fee. – Nachtluft

 



Fee. – Nachtluft


Besetzung:

Fee Mietz


Gastmusiker:

Florian Eilers
Tobias Wehner
Frieder Does
Lars von Brönner
Enrique Heil
Moritz Gleditzsch




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop


Trackliste:

1. Chéri (3:00)
2. Zusammen kann uns nichts passieren (3:34)
3. Elixier (3:09)
4. Straßburger Straße (4:02)
5. Kein Problem (2:16)
6. Ernst des Lebens (3:42)
7. Mit Dir (3:41)
8. Dein Haus ist umstellt (3:30)
9. Utopie (3:54)
10. Landebahn (3:30)

Gesamtspieldauer: 34:23



„Nachtluft“ heißt das zweite Album von Fee., welches heute am 4. Dezember 2020 auf dem Label O-Tone-Music erscheint. Auf „Nachtluft“ hört man einfühlsame, emotionale, intelligente und sehr abwechslungsreiche deutsche Musik, die wunderbar ins Ohr geht. Und auf ihrer Homepage kann man schließlich nachlesen, dass FEE. bei diesem Album alles selbst in die Hand genommen hat. Crowdfunding sowie die Aufnahmen und zusätzlich jede Menge Emotionen, die sich auch sehr schön in den Liedern erfühlen lassen.

Insgesamt zehn Titel befinden sich auf dem Album, welche bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr gehen und dieser Eindruck verstärkt sich noch mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe. Die Musik pendelt dabei zwischen Pop und sanfterem Rock mit kleinen Ausflügen zum Folk und klingt jederzeit eingängig und melodiös. Neben der Musik ist es die Stimme von Fee., welche die Hörerin beziehungsweise den Hörer immer wieder einfängt. Diese zeigt viele Schattierungen, von fast schon ein wenig lasziv klingend bis fordernd oder wunderschön verträumt und melancholisch.

„Nachtluft“ zu hören macht Spaß und ist überaus kurzweilig, denn die Platte ist eine kleine emotionale und stimmungsvolle musikalische Reise. Mit ihren Liedern transportiert Fee. sehr gelungen unterschiedlichste Atmosphären, die einen einfangen und auch bewegen. Besonders gelungen ist dies beim Titel „Straßburger Straße“, mit dem Fee. nochmals Abschied von ihrer Oma zu nehmen scheint. Das folgende „Kein Problem“ klingt durch seine Instrumentierung so herrlich verwunschen und entwickelt sich schnell zu einem kleinen Ohrwurm. Schön auch, dass man die Fernbedienung getrost beiseitelegen kann, denn es gibt keine Ausfälle auf „Nachtluft“.

Fazit: „Nachtluft“ ist ein schönes Album geworden. Eingängig, melodiös und mit intelligenten und hörenswerten Texten ausgestattet. Macht Laune. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Straßburger Straße, Kein Problem



Donnerstag, 17. September 2020

Seals & Crofts – I’ll Play For You




Seals & Crofts – I’ll Play For You


Besetzung:

Jim Seals – vocals, guitar, banjo
Dash Crofts – vocals, acoustic and electric mandolins, mandola


Gastmusiker:

Louie Shelton – guitar, banjo
Ovid Stevens – slide guitar
Jack Lenz – keyboards, flute
David Paich – keyboards
Wilton Felder – bass
Mike Porcaro – bass
Ed Greene – drums
Jim Varley – drums
Jeff Porcaro – drums
Antoine Dearborn – percussion
Gene Capriano – reeds
Bob Crosby – reeds
Jim Horn – reeds
Steve Leeds – reeds
Henry Sigismonti – reeds
Larry Ford – trumpet
Paul Hubinon – trumpet
Ron King – trumpet
Bobby Shew – trumpet
Dick Hyde – trombone
John Leys – trombone
Lew McCreary – trombone


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. I‘ll Play For You (4:05)
2. Golden Rainbow (4:31)
3. Castles In The Sand (4:08)
4. Blue Bonnet Nation (3:51)
5. Ugly City (3:52)
6. Wayland The Rabbit (6:03)
7. Freaks Fret (3:00)
8. Truth Is But A Woman (3:05)
9. Fire And Vengeance (4:31)

Gesamtspieldauer: 36:49




„I‘ll Play For You“ heißt das siebte Studioalbum des US-amerikanischen Pop-Folk Duos Seals & Crofts. Das Album wurde im März 1975 auf dem Plattenlabel Warner Bros. Records veröffentlicht und erreichte im Sommer desselben Jahres immerhin noch Platz 18 der U.S. Billboard Hot 100. Die ausgekoppelte Single „Castles In The Sand“ kletterte in den US-amerikanischen Charts bis auf Platz 21.

Auf „I‘ll Play For You“ hört man poppige Musik, die mitunter auch mal folkig angehaucht klingt und dabei zudem manches Mal die Grenzen des Countrys streift. Gut ins Ohr geht da wenig, manches klingt sogar eher langweilig. Solch Titel wie „Golden Rainbow“, „Freaks Fret“ oder „Truth Is But A Woman“ strapazieren schon sehr stark die eigene musikalische Toleranzgrenze. Mal klingt das soulig, dann wieder hört man seltsam geartete Calypso-Klänge, schließlich doch noch überaus schleimigen Country. Und dies gilt bezüglich der Musik und der Texte. Spaß macht das Zuhören hier definitiv nicht mehr. Diese krude Mischung musikalischer Genres verlangt viel von der Hörerin beziehungsweise dem Hörer ab.

Im Grunde genommen gibt es auf „I‘ll Play For You“ nur drei einigermaßen hörbare Nummern. Da ist zum einen das Titellied selbst und gleichzeitig das erste Stück der Platte. Ein poppig-folkiger Titel, bei dem eine Klarinette schließlich für Stimmung sorgt. Auch die etwas rockigere Single-Auskopplung „Castles In The Sand“ ist hörenswert. Und dann gibt es da noch das sehr orchestral beginnende und schließlich mit akustischen Gitarrenklänge weitergeführte „Wayland The Rabbit“. Ein sehr getragenes Lied mit einer schönen Melodie, welche schließlich auch von Streichern getragen wird. Der Höhepunkt der Platte.

Fazit: Einen guten und zwei akzeptable Titel hat „I‘ll Play For You“ noch zu bieten. Recht wenig für ursprünglich zwei LP-Seiten. Auf dem Album werden sehr viele musikalische Genres bedient, richtig einstellen kann man sich auf die Musk von Seals & Crofts leider nicht mehr. Vieles läuft an einem vorbei und noch schlimmer, bei manchem Titel ist man dankbar, wenn er endlich verklungen ist. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Wayland The Rabbit



Montag, 2. Dezember 2019

Novalis – Novalis Lebt!




Novalis – Novalis Lebt!


Besetzung:

Lutz Rahn – Keyboards
Fred Mühlböck – Gesang, elektrische und akustischen Gitarren, Querflöte
Detlef Job – Elektrische und akustischen Gitarren, Gesang
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Heino Schünzel – Bass, Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1993 (Musik 1981 - 1984)


Stil: Pop, Rock, Live


Trackliste:

1. Grenzen (6:52)
2. Fährmann (4:51)
3. Vielleicht bin ich ein Clown (6:40)
4. Danmark (3:31)
5. Kein Frieden (3:29)
6. Herbstwind (5:18)
7. Frühsport im Sachsenwald (5:51)
8. Du bist schön (3:57)
9. Cassandra (3:28)
10. Neumond (3:27)
11. Ich will hier raus (3:57)
12. Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben (4:02)
13. Mit den Zugvögeln (3:25)
14. Alle wollen leben (4:54)
15. Kleinwenig mehr (3:19)
16. Sterntaucher (5:36)
17. Grenzen (2:47)

Gesamtspieldauer: 1:15:30




„Novalis Lebt!“ ist das zweite Live-Album der Hamburger Band Novalis und erschien im Jahr 1993, also etwa acht Jahre nach der Auflösung der Band. Die Aufnahmen auf dem Album stammen aus unterschiedlichen Konzerten der Jahre 1981 bis 1984. Die darauf zu hörenden Lieder waren erstmals auf den in diesen Jahren veröffentlichten Studioalben enthalten. Ausnahmen sind die beiden Lieder „Vielleicht bin ich ein Clown“ aus dem Jahr 1978 sowie „Alle wollen leben“ aus dem Jahr 1979.

Da Novalis in den Jahren, aus denen der Großteil der Lieder stammt, schon längst keine überzeugenden Alben mehr produzierten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch diese Zusammenstellung keineswegs mehr gelungen klingt. Es ist das Liedmaterial, welches einfach nicht mehr begeistern kann und somit auch dieses Album als nette Ergänzung zu den Studio-Versionen erscheinen lässt, zu mehr reicht es allerdings jedoch nicht. Lutz Rahn hatte bei Konzerten zur damaligen Zeit häufig ein 16-Spur-Bandgerät mitlaufen lassen, das Ergebnis kann sich klanglich durchaus hören lassen und wurde im Jahr 2016 auch noch mal von Eroc gelungen remastert. Besser werden die Lieder qualitativ dadurch aber leider auch nicht.

Gelungen sind die Live-Versionen vom Klassiker „Vielleicht bin ich ein Clown“ sowie die sehr schöne Instrumentalnummer „Mit den Zugvögeln“. Alle anderen Titel werden häufig zwar deutlich rockiger eingespielt, an Substanz oder Melodiösität oder Ideenreichtum gewinnen sie dadurch trotzdem kaum. Überholte, harte musikalische Kost.

Fazit: Möchte man hauptsächlich die Lieder von Novalis aus den 80er Jahren mal deutlich rockiger hören, so bietet das Live-Album „Novalis Lebt!“ hierzu die Möglichkeit. Die Musik selbst bleibt jedoch genauso langweilig wie bereits auf den entsprechenden Studioaufnahmen. Gelungenes gibt es wenig zu hören und wenn doch, dann klang es in der Studio-Version noch einen Tick besser. Nur für Novalis-Komplettisten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Vielleicht bin ich ein Clown, Mit den Zugvögeln



Dienstag, 22. Oktober 2019

Novalis – Sterntaucher




Novalis – Sterntaucher


Besetzung:

Detlef Job – Gitarren
Fred Mühlböck – Gesang, Gitarren, Variophon
Lutz Rahn – Tasteninstrumente
Hartwig Biereichel – Schlagzeug


Gastmusiker:

Heinz Fröhling – Bass
Manfred Seegers – Saxophon „Kleinwenig mehr“


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Fährmann (4:54)
2. Ich will hier ’raus (4:08)
3. Abschied (3:50)
4. Keiner kann gewinnen (7:38)
5. Kleinwenig mehr (3:40)
6. Sterntaucher (4:38)
7. Grenzen (6:33)
8. Sinus (5:46)

Gesamtspieldauer: 41:11




Ab dem Jahr 1981 veröffentlichten Novalis bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1985 jährlich ein neues Album. „Sterntaucher“ erschien im Jahr 1983 und ist ganz im Stile der 80er Jahre und der Veröffentlichungen von Novalis davor und danach gehalten. Man hört auf der Platte eine Mischung aus Pop und Rock, die eher belanglos denn spannend klingt.

Zum größten Teil erklingt auf „Sterntaucher“ radiotaugliche Musik, wenn auch die Laufzeit des einen oder anderen Titels dies wohl verhinderte. Doch die allgemeine Massentauglichkeit ist der Musik auf dem Album nicht abzusprechen. Man hört unaufgeregten, poppigen Rock, ohne großartige Tiefe und Abwechslung. Einmal mehr sind es auch auf „Sterntaucher“ die Texte, die heutzutage einfach nicht mehr wirken und fast schon peinlich klingen. Es sei mal dahingestellt, ob dies im Jahr 1983 anders wirkte.

Höhepunkte, also Lieder, die länger hängenbleiben und einen bewegen diese Scheibe öfters aufzulegen, findet man auf „Sterntaucher“ nicht. Nachdem Novalis mit dem letzten Album „Neumond“ schon im Weltraum nicht fündig wurde, so verhält sich dies bei „Sterntaucher“ ebenso. Fred Mühlböck ist zudem kein Rocksänger. Wird es mal musikalisch „härter“, so klingt seine Stimme sehr gepresst und überhaupt nicht überzeugend. Damit ist es schließlich auch nicht weiter überraschend, dass der „Sterntaucher“ mit dem letzten Lied „Sinus“, einer Instrumentalnummer, seinen Höhepunkt doch noch findet – allerdings ohne Gesang. Der ganze Rest des Albums klingt langweilig, belanglos und schon lange überholt.

Fazit: Auf „Sterntaucher“ hört man eine poppig-rockige Mischung, die sich zwar Abseits der damals grassierenden Neuen Deutschen Welle bewegt, allerdings nichts Besonderes oder Hörenswertes mehr beinhaltet. Nur an wenigen Stellen des Albums lohnt es sich aufzuhorchen und man kann in die Musik etwas tiefer einsteigen. Aber das sind deutlich zu wenige Stellen. Dennoch stellt diese Platte eine deutliche Steigerung zur vorherigen Veröffentlichung „Neumond“ dar. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sinus