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Samstag, 5. November 2016

World Party – Egyptology




World Party – Egyptology


Besetzung:

Karl Wallinger – all songs played, recorded, written, produced by Karl Wallinger
Chris Sharrock – drums, northern vibes


Gastmusiker:

Johnson Somerset – loops on tracks 11 and 15
Anthony Thistlethwaite – additional massed saxes on track 3
John Turnbull – guitar on track 12
The Swingle Singers – vocals on track 6


Label: The Enclave


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock, Pop


Trackliste:
1. It Is Time (3:22)
2. Beautiful Dream (4:43)
3. Call Me Up (2:58)
4. Vanity Fair (3:35)
5. She's The One (4:56)
6. Vocal Interlude (0:24)
7. Curse Of The Mummy's Tomb (5:59)
8. Hercules (3:16)
9. Love Is Best (3:05)
10. Rolling Off A Log (5:56)
11. Strange Groove" (4:09)
12. The Whole Of The Night (4:24)
13. Piece Of Mind (4:59)
14. This World (4:20)
15. Always (4:23)

Gesamtspieldauer: 1:00:37




„Egyptology“ heißt das vierte Album der Band World Party, die im Grunde genommen der Waliser Karl Wallinger ist. Veröffentlicht wurde die Platte im Juni 1997 auf dem amerikanischen Plattenlabel „The Enclave“, welches nur kurze Zeit später von EMI in Virgin Records integriert wurde. Auf „Egyptology“ hört man die Single „Beautiful Dream“, die bis auf Platz 31 der britischen Charts kletterte. Trotzdem war die Platte verkaufstechnisch gesehen nicht sonderlich erfolgreich. Allerdings enthält das Album das Lied, „She's The One“. Zunächst war Karl Wallinger angeblich ziemlich sauer, als er mitbekam, dass Robbie Williams das Lied zwei Jahre später coverte. Diese Version – die übrigens sich kaum vom Original von World Party unterscheidet – kletterte dann allerdings bis auf Platz 1 der britischen Charts und war auch in Deutschland erfolgreich. Zudem gewann Robbie Williams mit seiner Version von „She's The One“ zahlreiche Preise. Als Karl Wallinger dann, nachdem er ein Aneurysma erlittenen hatte, über Jahre hinweg kaum mehr selbst in der Lage war, sein Geld als Musiker zu verdienen, entpuppte sich der Hit als wahrer Glücksgriff für ihn, denn die Tantiemen sprudelten und Karl Wallinger empfand es nun als großen Glücksfall, dass Robbie Williams das Lied ebenfalls veröffentlichte.

„She's The One“ ist wahrlich ein schönes Lied. Ein Titel, der sofort ins Ohr geht, gleich beim ersten Mal des Hörens. Nun, von Rock muss man da nicht mehr sprechen, das ist schon eindeutig Pop-Musik, die bei diesem Titel zu hören ist. Sehr gelungener Pop mit Ohrwurmcharakter. Das Schöne an „Egyptology“ ist allerdings, dass Karl Wallinger auf dem Album noch mehr sehr überzeugende Titel für seine Hörerinnen und Hörer bereithält. Diese gehen mal in die Richtung Pop, sind ein anderes Mal eher rockig gehalten. Sehr gute Beispiele für das absolut gelungene Songwriting des Waliser Wallinger sind die Nummern „Call Me Up“, „Vanity Fair“, „Curse Of The Mummy's Tomb“ oder „Rolling Off A Log“. Alle diese Lieder gehen ziemlich schnell in Ohr und auch nach vielen Durchläufen hat man sich an diesen Nummern noch nicht überhört.

Da nun allerdings auch die anderen Stücke des Albums nicht abfallen, stellt „Egyptology“ ein Album dar, welches ideal geeignet ist für Menschen, die in der Musik Melodiösität und Eingängigkeit suchen, die allerdings an keiner Stelle platt und aufgesetzt klingen. Zudem lohnt es sich einmal mehr, den Texten des Karl Wallinger aufmerksam zu lauschen beziehungsweise diese mitzulesen. Auch hier gibt es keine Massenware à la Herzschmerz oder großer Liebe. Bei World Party werden auch ganz andere Themen angesprochen und intelligent verarbeitet.

Fazit: „Egyptology“ von World Party macht jede Menge Spaß. Man hört auf der Scheibe sehr eingängige Musik, die sich irgendwo in den Grenzgebieten zwischen Pop und Rock bewegt. Viele der Lieder sind kleine Ohrwürmer. Auch die Texte wissen auf „Egyptology“ zu überzeugen, sodass man sich fragt, warum diese Scheibe nicht erfolgreicher war. Eine gute Platte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Call Me Up, Vanity Fair, She’s The One, Curse Of The Mummy's Tomb, Rolling Off A Log



Sonntag, 9. Oktober 2016

World Party – Goodbye Jumbo




World Party – Goodbye Jumbo


Besetzung:

Karl Wallinger – vocals, guitar
Guy Chambers – drums, harmonium, synthesizer, piano, sampling
Martyn Swain – bass guitar
Jeff Trott – acoustic guitar, electric guitar, slide guitar


Gastmusiker:

Jerod Minnies – acoustic guitar
Roy Morgan – tambourine
Sinéad O'Connor – backing vocals
Sophia Ramos – backing vocals
Chris Whitten – drum kit
Steve Wickham – violin


Label: Ensign Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Is It Too Late? (4:25)
2. Way Down Now (3:49)
3. When The Rainbow Comes (5:00)
4. Put The Message In The Box (4:16)
5. Ain't Gonna Come Till I'm Ready (5:05)
6. And I Fell Back Alone (3:59)
7. Take It Up (4:38)
8. God On My Side (4:15)
9. Show Me To The Top (5:16)
10. Love Street (4:21)
11. Sweet Soul Dream (4:39)
12. Thank You World (3:48)

Gesamtspieldauer: 53:37




„Goodbye Jumbo“ nannte Karl Wallinger, Sänger, Gitarrist und auch Songschreiber von World Party, das zweite Studioalbum der Band, welches im April 1990 auf dem Musiklabel Ensign Records veröffentlicht wurde. Sinéad O'Connor und die ehemaligen Mitglieder der Waterboys, die Band, in der Karl Wallinger zuvor aktiv war, haben hier Gastauftritte. Zu hören gibt es auf „Goodbye Jumbo“ Alternative Rock, bei dem die klassischen Rockinstrumente Gitarre, Bass und Schlagzeug im Vordergrund stehen. Weitere Instrumente kommen nur vereinzelt zum Einsatz. Das Album wurde vor allen Dingen bei den Kritikern in den höchsten Tönen gelobt. Das Q Magazine wählte die Scheibe zum Album des Jahres 1990 und später noch auf Platz 94 in der Liste der 100 besten britischen Alben überhaupt.

Nun, die Musik auf „Goodbye Jumbo“ ist abwechslungsreich und kann auch durchaus überzeugen, ob allerdings derartige Lobeshymnen angebracht sind, dies sei mal so dahingestellt – wie immer, reine Geschmackssache. Die Atmosphäre auf „Goodbye Jumbo“ ist eine eher gedämpfte und ruhige. Richtig gerockt wird hier lediglich an manchen Stellen, ohne dass es dabei jemals in die Richtung Hard Rock oder diverser anderer rockigerer Musikgenres driften würde. Sehr viel eher nähert sich da die Musik von World Party dem Genre Pop an, dies allerdings durchaus gelungen.

Die einzelnen Lieder gehen dabei gut ins Ohr, die Texte sind – wie immer, wenn sie von Karl Wallinger stammen – überaus geistreich und spannend. Richtig herausragende Songs findet man auf „Goodbye Jumbo“ allerdings genauso wenig wie Titel, bei denen man die Fernbedienung benötigt, um sie zu überspringen. Dies wäre allerhöchstens ein wenig bei der Nummer „Show Me To The Top“ angesagt, wenn World Party irgendwie funkig klingen wollen und das gründlich daneben geht. Richtig gut gelungen sind dagegen das sanfte und ruhige „And I Fell Back Alone“ und das wahrlich mitreißende „Take It Up“, was einen kleinen Ohrwurm darstellt. Schließlich gibt es da auch noch das Lied „God On My Side“, für mich der Höhepunkt des Albums. Eine sehr sanfte und weiche Nummer, bei der die Beatles irgendwie Pate standen – ohne diese zu kopieren.

Fazit: „Goodbye Jumbo“ ist ein sanftes und weiches Album geworden. Die meisten Titel können überzeugen und einige wirkliche Höhepunkte gibt es dabei durchaus auch zu entdecken. Allzu rockig klingt die Platte dabei nicht, an manchen Stellen hört sich das Ganze sogar sehr viel eher poppig an. Macht aber nichts, wenn Pop immer so klingt, dann ist er durchaus gelungen und macht Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: And I Fell Back Alone, Take It Up, God On My Side



Samstag, 30. Januar 2016

World Party – Private Revolution




World Party – Private Revolution


Besetzung:

Karl Wallinger – vocals, guitars, bass, sampling keyboards


Gastmusiker:

Delahaye – percussion
Rufus Dove – electric guitars
Martin Finnucane – harp ("Dance Of The Hoppy Lads")
Ahmed Gottlieb – sitar and tabla
Millennium Mills – piano
Sinéad O'Connor – backing vocals ("Private Revolution", "Hawaiian Island World")
Anthony Thistlethwaite – saxophone ("Ship Of Fools")
Will Towyn – sampling keyboards
Steve Wickham – violin


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Private Revolution (4:01)
2. Making Love (To The World) (2:30)
3. Ship Of Fools (4:27)
4. All Come True (5:52)
5. Dance Of The Hoppy Lads (0:44)
6. It Can Be Beautiful (Sometimes) (3:00)
7. The Ballad Of The Little Man (5:02)
8. Hawaiian Island World (4:20)
9. All I Really Want To Do (4:43)
10. World Party (4:36)
11. It's All Mine (5:33)

Gesamtspieldauer: 45:04




„World Party“ ist das Projekt des Walisers Karl Wallinger, der vorher, von 1983 bis 1985, die Keyboards bei Mike Scotts Waterboys spielte. Schließlich verließ er die Band, um World Party zu gründen. Was ebenfalls wie eine Band, bestehend aus mehreren Musikern aussieht, ist jedoch praktisch ein Solo-Projekt des Karl Wallinger. Dieser erhielt auf „Private Revolution“ zwar Unterstützung durch Anthony Thistlethwaite, Steve Wickham und Sinéad O'Connor, steckt jedoch selbst hinter den meisten anderen, in den Credits genannten Namen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch nur Karl Wallinger selbst auf dem Album-Cover zu sehen ist. „Private Revolution“ stellt das erste von insgesamt fünf Alben bis zum Jahr 2000 von World Party dar und wurde 1986 auf dem Label Chrysalis Records veröffentlicht.

Zu hören gibt es auf „Private Revolution“ meist gut gemachte und nicht ganz alltägliche Pop-Musik, die hin und wieder auch ein wenig in den Bereich des Rocks ausschlägt. Nicht abzusprechen ist dem walisischen Musiker dabei sein Gefühl für die eingängige Melodie, die sich immer wieder im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers festzusetzen versteht. Dies allerdings obwohl es auf „Private Revolution“ durchaus auch mal einen ungewohnten, vielleicht etwa schrägeren Ton zu hören gibt. Nach Mainstream-Pop klingt diese Plätte nämlich absolut nicht. Die Stimmung auf dieser Scheibe ist dabei eine durchaus fröhliche, ohne dabei überschwänglich zu wirken. Traurig, melancholisch oder aber sentimental klingt jedoch nichts auf „Private Revolution“.

Herausragendes Stück dieses Albums ist sicherlich das Stück „Ship Of Fools“. Klasse Melodie, ein Rhythmus zum Mitwippen, eine sehr gelungene Instrumentierung, bei der es auch ein Saxophon zu hören gibt und dazu ein überaus intelligenter Text – Pop-Rock-Fan was erwartest Du mehr? Aber die Scheibe hat durchaus noch ein paar „Perlen“ mehr zu bieten. Das Bob Dylan Cover „All I Really Want To Do” lohnt sich genau wie das Lied es Bandnamens „World Party”, welches zuerst sphärisch, dann eher folkig und schließlich doch wieder poppig klingt. Und dann gibt es da auch noch die sehr kurze Instrumentalnummer „Dance Of The Hoppy Lads“, die man gerne noch länger hören würde. Klingen die Lieder dagegen etwas nach Synthie Pop, wie das ein klein wenig bei den ersten beiden Stücken auf „Private Revolution“ der Fall ist, ist die Musik von World Party bei Weitem nicht mehr so überzeugend und in diesen Fällen eher enttäuschend.

Fazit: Ein wirklich interessantes Pop-Album ist „Private Revolution“ von World Party geworden. Nicht alles darauf ist zwar gleich überzeugend, doch es gibt einige Lieder, die einfach Lust auf mehr nach dieser „Band“ machen, die im Grunde genommen ein Karl Wallinger Solo-Projekt ist. Nicht unbedingt Musik, die einen so gar nicht mehr loslässt, obwohl „Ship Of Fools“ sicherlich länger hängenbleibt, jedoch Pop-Musik, die sich oftmals positiv von der „Durchschnittsware“ abhebt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ship Of Fools, Dance Of The Hoppy Lads, World Party